San Francisco

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urban facts

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Geschichte San Franciscos

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Hochhäuser in San Francisco

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Golden Gate und Bay Bridge

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San Francisco gehört zu den Städten auf der Welt, die sich eine fast schon magisch zu nennende Anziehungskraft erworben haben. Der Name erinnert aus europäischer Sicht, an die Ferne des Pazifiks, den Abschluss der Neuen Welt, an Reichtum und Schönheit. Dazu haben beigetragen, dass die Stadt besungen (am bekanntesten wohl von Scott McKenzie) und gezeigt (Hitchcocks Klassiker „Vertigo“ spielt hier) wurde. Der Goldrausch oder auch die Hippie-Bewegung lassen an San Francisco denken und nicht zuletzt ist es ein Bauwerk, das als Wahrzeichen und Ikone das Bild von ganz Kalifornien prägt; die Golden Gate Bridge. Sie ist die unumstößliche Landmark der Stadt und das obwohl die Brücke am Ende des Stadtgebiets, etwas abseits der City, steht.

San Francisco liegt auf einer Halbinsel, welche vom Pazifik, der weiten San Francisco Bucht und der Einfahrt zur Bucht begrenzt wird. Diese recht enge und in der Geschichte der Seefahrt lange unbekannte Einfahrt ist das Golden Gate. Die rund acht Kilometer lange und zwischen 1,5 und 3 km breite Durchfahrt bekam ihren Namen in der Zeit des Goldrausches, als der Wasserweg so etwas wie das Tor zum Glück war und viele Goldsucher hier in die Bucht einfuhren, um im weiteren Verlauf ihrer Reise zu den Schätzen Kaliforniens vorzudringen. Das seit 1937 eine der imposantesten und vielleicht schönsten Brücken der Welt über der Meerenge verläuft, hat die Aufmerksamkeit nur verstärkt. Die Innenstadt – The City – von San Francisco, liegt dann auch nicht an der Ozeanküste, sondern in der Bucht die den Namen der Stadt trägt. Wobei das eigentlich falsch herum gesagt ist, denn tatsächlich trägt die Stadt den Namen der Bucht. 1847 wurde das Örtchen Yerba Buena in San Francisco umbenannt, weil die Bucht, durch ihre hervorragende Lage und ihre Größe, einen weit bekannten Namen trug, von dem man sich, im damals noch unbedeutenden Straßen von Yerba Buena eine glänzende Zukunft erhoffte. Das daraus in nur wenigen Jahren das größte Zentrum der US-Westküste werden sollte, war 1847 sicherlich unvorstellbar und wird im Kapitel Geschichte San Franciscos genauer dargestellt.

Wie bei vielen amerikanischen Städten ist San Francisco umgeben von einer großen Anzahl von Vorstädten und man ist tatsächlich überrascht das im eigentlichen Stadtgebiet „nur“ rund 800.000 Einwohner leben, was ungefähr so viel sind wie in València oder etwas mehr als in Frankfurt am Main. Nimmt man nur die Einwohner der Stadt ist San Francisco sogar nur viertgrößte Stadt in Kalifornien, hinter Los Angeles, San Diego und San Jose und die dreizehntgrößte in den USA. Tatsächlich ist die Wahrnehmung von Städten in Amerika aber zumeist an den Großraum gebunden (Urbanisierung und Suburbanisierung gehen hier Hand in Hand), welcher die Einwohnerzahl der Stadt auch um ein Vielfaches übersteigen kann. Das ist in dieser Form in Europa nicht üblich, wo der städtische Ballungsraum zumeist von einer Stadt dominiert wird. (Studie Ballungsraum und Stadt: wie viel % der Stadt gehören zum Ballungsraum, was unterscheidet Ballungsräume von Metroregionen etc.) Der Großraum San Francisco jedoch übersteigt die Einwohnerzahl der Stadt um ein Vielfaches. Bedenkt man das das Silicon Valley im Großraum San Francisco angesiedelt ist, wird schnell klar, dass die Bedeutung der Stadt weit über ihre eigentlichen Stadtgrenzen hinausgeht (das der städtische Großraum nicht einfach an den Stadtgrenzen halt macht, wird schnell klar, wenn man auf einem der Hügel der Stadt auf die Bay schaut, oder mit dem Flugzeug in San Francisco landet).
Es gibt mehrere Definitionsmöglichkeiten wie man Stadt und Großraum erfassen kann, dessen bekannteste ist die Bay Area. Obwohl die größte Stadt dieser Region San Jose ist, wird die Bay Area traditionell mit San Francisco verbunden. Die Bay Area hat 7,68 Millionen Einwohner, was fast das Zehnfache der Einwohnerzahl San Franciscos entspricht. Sie ist die 5.größte Metropolregion der USA. Anzumerken ist, dass die Bay Area eine Fläche von 18.040 km² abdeckt (was fast genau die Fläche Sachsens ist) und weit über die eigentlichen Grenzen der San Francisco Bucht hinausgeht bis weit hinein in sehr ländliche Gebiete. Einen etwas engeren Rahmen bietet die Metropolitan Statistical Area San Francisco-Oakland-Hayward, welche insbesondere San Jose ausschließt und auf 6.410km² rund 4,6 Millionen Einwohner hat. Wie auch immer man die regionalen Grenzen der Stadt und der Region zieht, San Francisco ist zweifellos eine Weltstadt mit vielen Gesichtern, auf welche als nächstes kurz eingegangen werden soll.

Scott McKenzies bekannter Song über die Stadt, gleichzeitig eine Hymne der Hippie-Zeit:

Das ständige Auf und Ab in San Francisco eignet sich hervorragend für Verfolgungsjagden:

Hitchcoks Meisterwerk "Vertigo" spielt in San Francisco, wie in diesem wundervollen Trailer zu sehen ist:

Das bekannteste Gesicht der Stadt ist die schon erwähnte Golden Gate Bridge. Tatsächlich ist die der Stadt am nächsten liegende Brücke aber die Bay Bridge, welche weniger touristische Beachtung bekommt, was jedoch ziemlich ungerecht ist, denn es ist ein ziemlich herausragender Brückenkomplex, der die Stadt mit dem östlichen Bay-Ufer verbindet. Die Brücke mündet an den Rand der Innenstadt, der City, die eine eindrucksvolle Skyline hat. Am bekanntesten ist dabei die Transamerica Pyramid, ein 260m hohes Gebäude, das nicht nur wegen seiner Höhe, sondern auch wegen seiner Form ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist. Abgelöst wurde es als höchstes Bauwerk erst kürzlich vom Salesforce Tower. In Downtown beginnt die bekannteste Straße der Stadt, die Market Street, welche sich auch als einzige nicht an das rechtwinklige Straßenraster hält, was die Stadt überzieht. Ein solches Gitternetz ist in amerikanischen Städten zwar nicht weiter ungewöhnlich, in San Francisco ist es aber tatsächlich bemerkenswert, da die Stadt sich über zahlreiche Hügel erstreckt, mit teilweise beeindruckenden Steigungsprozenten. So kann es durchaus vorkommen, dass man an einer Straßenkreuzung nach rechts schaut und meint, an einem Abgrund zu stehen, aber sieht dass es durchaus noch weiter geht. Es sind auch spektakulär verfilmte Autoverfolgungsjagden, welche die Hügel der Stadt noch weiter bekannt gemacht haben. Diese bergige Landschaft, die eigentlich von den Dünen des Pazifiks gefüttert wurde, macht einen weiteren Reizpunkt der Stadt aus. Immer wieder findet sich ein neuer Aussichtspunkt, mit einer weiteren Perspektive auf die Stadt. Da kann der Blick auch schnell auf den Golden Gate Park fallen, der nach Westen hin San Francisco mit dem Pazifik verbindet und einer der größten innerstädtischen Parks der Welt ist. Auf einer Länge von 5 km weist er eine Breite von rund 800m auf (=4,1km²). Die Küste am Pazifischen Ozean liegt am Rande der Stadt und bildet keinen urbanen Kern mehr (mehr ein Ausflugsziel). San Francisco liegt an der Bucht und viel weniger am Ozean, könnte man vereinfachend sagen. So sind auch die Piers und alten Hafenanlagen und das berühmte ehemalige Gefängnis Alcatraz an bzw. in der Bucht von San Francisco. Ein anderes Gesicht zeigt die Stadt in den zahlreichen Wandgemälden der Stadt, die sich besonders im Bezirk Mission wiederfinden. Über 400 sogenannte Murallas säumen Häuserwände. In den 1970er Jahren war die Blütezeit dieser Kunstbewegung, die sich politisch mit den Zuständen in den USA auseinandersetzt. Noch heute ziehen Schulklassen unter anderem durch die kleine Balmy Alley und bewundern die Bilder. Mission ist ebenfalls ein gut frequentiertes Ausgehviertel der Stadt mit zahlreichen Kneipen, Diners und Bars in allen Geschmacksrichtungen. Die Vielfältigkeit San Franciscos zeigt sich dann auch in weiteren Vierteln, wie Japantown oder Chinatown. Letzteres ist nach New York das größte Chinesen-Viertel in den USA. Hier kann man schnell abtauchen und sich kurz wie am anderen Ende des Ozeans fühlen und die Geschichte der Stadt und Kaliforniens einatmen, die eng auch mit asiatischer Einwanderung verbunden ist. Heute ist San Francisco die Stadt mit den meisten asiatisch-stämmigen Menschen Amerikas (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung).
Doch nicht alles ist nur Prunkvoll in San Francisco, Reichtum und Armut sind manchmal höchst eng miteinander verbunden. Am besten zeigt sich das am Civic Center, wo das mächtige Rathaus und die Oper vom Stolz des hiesigen Bürgertums künden, man aber gleichzeitig nicht daran vorbeisehen kann, wie viele Obdachlose hier auf der Straße leben. Das ein Großteil von ihnen schwarze Hautfarbe hat, ist insbesondere deshalb bemerkenswert, da San Francisco einen für die USA verhältnismäßig geringen Anteil von 6% an afroamerikanischer Bevölkerung hat und es zeigt den nicht unerheblichen Unterschied auf, den die Zugehörigkeit zu einer ethnische Gruppe in den USA ausmacht. So streift man durch das Tenderloin Viertel, das direkt an Downtown grenzt und wird gewahr über die für europäische Augen fast schon unglaublich großen Unterschiede, die es zwischen Arm und Reich gibt und man wird sich bewusst, dass Kalifornien die mit Abstand meisten Obdachlosen der USA zählt. Ein nicht unerheblicher Grund dafür sind die hohen Immobilienpreise in der Stadt, die zu einem guten Teil vom Boom des Sillicon Valley ausgelöst sind. Viele der dort ausgezeichnet verdienden Menschen pendeln von und nach San Francisco und haben gerade in den letzten Jahren zu einem sehr hohen Niveau der Preise auf dem Wohnungsmarkt gesorgt, der auch nach der Immobilienkrise 2008, die so viele Städte in Kalifornien betraf, nicht nachließ.

Und noch ein letzter Punkt ist für San Francisco typisch, das Wetter. Die wärmsten Monate in der Stadt sind der September und der Oktober und gerade der Sommer ist für seinen Nebel bekannt, der dann über die Stadt hinwegzieht. Er entsteht wenn warme und feuchte Luft aus Westen an die Küste mündet und über dem kälteren Kalifornienstrom, der aus Norden kommt abkühlt und kondensiert. Dadurch können sehr unterschiedliche Mikroklimate entstehen. So kann über dem Golden Gate der Nebel für kühle Luft sorgen und die Brücke einhüllen, während im Stadtzentrum hochsommerliche Hitze herrscht. Durch die Klimafaktoren ist der Sommer hier kühler als in vergleichbaren Region dieser Breiten, aber sehr trocken, während der Winter mild und feucht ist und es fast nie zu Frost kommt.