urban facts Duisburg

Einige Daten und Fakten zur Stadt Duisburg

 

Allgemeine Daten:

Einwohner (Ballungsraum) 486.000 (rund 9% des Ruhrgebiets)
Einwohnerentwicklung 2012-2013: +0,01%
Fläche 232km² (rund 5% des Ruhrgebiets)
Bevölkerungsdichte 2095 Ein. pro km²
Geographische Höhe 33m
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 710mm / 197 / 1557
Fluss Ruhr, Rhein: in Duisburg mündet die Ruhr nach 219km in den Rhein
KfZ-Kennzeichen DU

Infrastruktur:

Bürgermeister Sören Link (SPD)
Verwaltungstechnische Bedeutung Stadtkreis
Flughafen Nächster Flughafen ist in Düsseldorf (allerdings fast an der Stadtgrenze gelegen)
ÖPNV Vier Straßenbahnlinien, eine davon als U 79 nach Düsseldorf; Hohe Anbindung an S-Bahnverkehr
Entfernung nach… Düsseldorf: 28km (Auto: 30min; Bahn rund 15min
Berlin: 550km (Auto: 5h; Bahn: 4h)
Dresden: 575km (Auto: 5h15; Bahn: ca.6h45)
Amsterdam: 205km (Auto: 2h; Bahn: 2h)

Kultur / Geschichte:

Universität Universität Duisburg – Essen (30.000 Studenten, entstand 2003 aus den Unis Duisburg und Essen, bereits 1655 bis 1810 gab es eine Duisburger Universität)
Größte jährlichen Feste ExtraSchicht – Nacht der Industriekultur (im gesamten Ruhrgebiet)
Ruhrtriennale (internationales Kunstfestival)
Sportvereine der Stadt MSV Duisburg: gegründet 1902; 1x Vizemeister; 4x Pokalfinalist; 1x EC3 HF; Ø-Zuschauer: 13.461 (11/12) @ Wedaustadion
FCR 2001 Duisburg: gegründet 2001 (bzw. 1955) 1x Women’s Champions League; 1x Dt.Meister; 3x Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 1.655 (11/12) @ PCC-Stadion
Erste urkundliche Erwähnung 833
Großstadt seit 1903
Das entscheidende Jahrhundert Im 19.Jh. beginnt durch Kohlebergbau und Stahlindustrie der Aufstieg Duisburgs
Meisten Einwohner im Jahr 1975: 591.000

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Landschaftspark Nord
Architektonisches Highlight Innenhafen
Höchstes Gebäude Citybank-Tower (77m von HPP; 1998)
Anzahl Starbucks 3
Straftaten auf 100.000 Einwohner 10.692 (2013)
Kaufkraftindex in Deutschland 87,7%
Arbeitslosenquote 13,3% (7.2014)

Duisburg

urban facts Duisburg

In meinem Leben war ich schon mehrfach in Duisburg. Zugegebenermaßen nie mehr als nur maximal einen Tagesausflug lang. Aber soviel steht fest, Duisburg – eine Stadt die einem nicht wirklich als Ausflugsziel empfohlen wird – bietet mehr, als viele Leute mir meist abfällig sagten.
Duisburg ist die einzige mir bekannte Stadt, die den Weihnachtsmarkt mitten im Herbst eröffnet. Die Stadt liegt an beiden Ufern des Rheins, hat aber keinerlei Silhouette oder Wahrzeichen am Fluss (wie Köln oder Düsseldorf), sondern lediglich den größten Binnenhafen Europas. So zeigt sich auch das Duisburg eher eine Stadt des Ruhrgebietes ist und keine die man zur Region Niederrhein zählen könnte. Eine Altstadt ist so nicht zu erkennen, was geschichtlich wohl damit zu begründen ist, dass die Stadt zwar schon 833 erstmals erwähnt wurde (und damit viel älter als Dresden oder Berlin ist) und sie im Mittelalter eine nicht unbedeutende Rolle spielte, diese im Laufe der Jahre jedoch verlor und erst durch die Industrialisierung im 19.Jahrhundert einen rasanten Aufstieg erlebte. Heute ist Duisburg mit 486.000 Einwohnern die 15.größte deutsche Stadt, ist seit Jahren aber von Abwanderung betroffen (1980 war sie noch die 11.größte). In der folgenden Tabelle wird die Einwohnerentwicklung dargestellt:

1787 1820 1848 1875 1900 1919 1938 1975 2000 2013
3.657 5.936 8.948 36.580 92.729 248.225 436.800 591.635 514.915 486.855

 

Bis Ende der 1950er Jahre war Duisburg eine der wirtschaftlich stärksten Städte der Region mit einem der höchsten Pro-Kopf Steuereinkommen in Deutschland, es gab mehr oder weniger keine Arbeitslose, was zum Zuzug vieler Menschen mit Migrationshintergrund (sogenannte Gastarbeiter) führte. Seit den 1970er Jahren verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation jedoch rapide. Da man zumeist nur einseitig von der Hütten- und Stahlindustrie und dem Kohlebergbau lebte und gerade hier im Bergbau massiv Zechen geschlossen wurden, gehört die Stadt heute zu einer der ärmsten Regionen Deutschlands. Zusätzlich in negative Schlagzeilen verwickelt wurde Duisburg durch das Loveparade-Unglück 2010 und die unsägliche Diskussion danach, wer daran die Schuld trägt.

Duisburg hat aber eigentlich recht viel zu bieten. Hier ist Ruhrpott pur, man isst gern Currywurst und trinkt ein Pils (König-Pilsner ist das Bier der Stadt), hier scheint hinter jeder Ecke eine Fabrik zu stehen und wenn dass nicht, dann wenigstens eine Autobahn (als ich das erste Mal am Hauptbahnhof Richtung Innenstadt lief ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich gerade über die A59 laufe) und schließlich spielte „Schimanski“ in Duisburg. Die Stadt ist reine Industriekultur, in aufregender und spannender Art und Weise, was sich am eindrücklichsten im Landschaftspark Nord nachvollziehen lässt. In Duisburg mündet die Ruhr in den Rhein und am Rhein gibt es noch Wiesen, die zum Entspannen einladen und das auch weil Duisburg mit Heidelberg der wärmste Ort Deutschlands ist (was aber größtenteils an den recht milden Wintern liegt). Ehrlich gesagt, müsste ich den Rest meines Lebens in Duisburg verbringen, ich würde nicht jubeln, aber bietet man mir eine Wochenendreise dorthin an, würde ich mich sehr darüber freuen.