Wolkenkratzer und Hochhäuser Frankfurts

Landmarks | Die Hohen | Frühe Hochhäuser | Die ersten Wolkenkratzer | Neuere Hochhäuser | Unter 100: weitere Hochhäuser

Die Faszination Frankfurt am Mains liegt insbesondere in seiner in Deutschland nicht wieder zu findenden Skyline von Hochhäusern. Von 1990 bis 2012 standen die höchsten Wolkenkratzer Europas hier, bevor insbesondere Moskau, der Metropole am Main den Rang ablief. Noch heute ist Frankfurt neben London, Paris und Moskau die „skyscraper” Metropole in Europa. Deutschlands zehn höchste Häuser stehen allesamt in Mainhattan.

Im Folgenden sollen die Frankfurter Riesen, seien sie nun spektakulär oder nicht, etwas näher vorgestellt werden. Um die Anzahl und die Menge der Gebäude etwas zu ordnen sind sechs verschiedene Kategorien bzw. Themenkreise festgelegt, die sich mit den Bauwerken beschäftigen.

[table]Kategorie,Hochhäuser
Landmarks,Europa Turm. Commerzbank Tower; Messe Turm; Neue EZB
die Hohen,DZ-Bank; MainTower; Tower 185; Trianon
frühe Hochhäuser, BHF-Bank; BC Niebelungenplatz; Rhein-Main-Center; Deutsche Bank IBC; AfE-Turm; Park Tower; Holyday Inn South; Neue Mainzer Str 32-36; City-Haus
die ersten Wolkenkratzer, Westend Gate; Garden Tower; Eurotower; Silberturm; FBC; Türme der Deutschen Bank; Messe Torhaus
neuere Hochhäuser, Pollux; Japan-Center; Eurotheum; Galileo; Westhafen Tower; IBC; Skyper; Opernturm; Nextower; Taunusturm
weitere Hochhäuser (unter 100m), Alte Oper Bürohaus; Hochhaus am Park; Kastor; MainPlaza; SkyLight; MainForum; Radisson Blue; Westend Duo; MainTriangle; kfw-Westarkaden; Alpha Rotex
[/table]

Hauptbahnhof Frankfurt

Streng genommen sind die Transitzahlen des Flughafens gar nichts, vergleicht man sie mit denen des Hauptbahnhofs in Frankfurt am Main. Diesen benutzten täglich rund 350.000 Menschen, was interessanterweise aber nur für den dritten Platz in Deutschland reicht (Hamburgs und Münchens Hauptbahnhöfe haben 450.000 Benutzer am Tag). Kurz sollte aber erwähnt werden, dass diese Zahlen, anders als bei tatsächlich fixierten Tickets im Flughafen, Schätzungen sind, die auch Besucher mitzählen, daher ebenso reine Konsumenten, welche beispielsweise nur die immer weiter ausgebauten Einkaufsmöglichkeiten der Bahnhöfe nutzen, nicht aber einen Zug besteigen. Bahnhöfe sind noch viel mehr als Flughäfen soziale Zentren, die fast jede gesellschaftliche Klientel anziehen. Das liegt zum einen an ihrer im Vergleich zum Airport meist zentralen innerstädtischen Lage und sicherlich auch am weitaus spontaneren Erwerb eines Tickets für das Verkehrsmittel Eisenbahn und der Tatsache das man vom Bahnhof zwar Deutschland und mit etwas Zeitaufwand auch die Nachbarländer bereisen kann, aber für Weltreisen eher ungeeignet ist.
Die Geschichte des Hauptbahnhofs in Frankfurt ist verbunden mit der in Deutschland typischen Entwicklung der Zentralisierung der Bahnhöfe und Strecken am Ende des 19. und zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Bis 1888 endeten drei Zugstrecken mit je eigenen Kopfbahnhöfen am westlichen Ende der Stadt. Das war zum einen die Taunusbahn nach Wiesbaden (endend im Taunusbahnhof), die Main-Weser Linie nach Kassel und die Main-Neckar Eisenbahn nach Heidelberg. Schon im Deutsch-Französischen Krieg 1870 war klar geworden, dass die Organisation auf drei Bahnhöfen umständlich war und diese auch zunehmend an ihren Kapazitätsgrenzen gelangten. Die Planungen für den neuen „Centralbahnhof“ liefen in den 1870er Jahren auf Hochtouren. So wurde beschlossen, die alten Bahnflächen, die noch bis an den Anlagenring reichten, nach Westen zu verschieben (also etwas aus der Stadt heraus). Dadurch konnte später (bis ca. 1900) ein neues Stadtviertel errichtet werden, das heutige Bahnhofsviertel, das besonders in den 1980er und 90er Jahren einen schlechten Ruf als Rotlicht und Drogenquartier hatte. Noch heute ist aber die Gründerzeitarchitektur der Häuser zu bewundern, die damals entstanden. Der neue Hauptbahnhof sollte 34 Bahnsteiggleise besitzen, man verkleinerte das Vorhaben dann aber auf 18, was jedoch immer noch bedeutete den bis dato größten Bahnhof Europas zu bauen. Nachdem in einem Wettbewerb der Straßburger Architekt Hans Eggert mit den Planungen des Empfangsgebäudes beauftragt wurde und der Berliner Architekt Johann Wilhelm Schwedler mit der Bahnhofshalle, konnte nach nur 5 Jahren Bauzeit, im Jahr 1888 der neue Centralbahnhof eröffnet werden.
Die Reisenden und Besucher näherten sich aus Richtung Stadt der großen Empfangshalle im Neorenaissance Stil und betraten durch sie kommend die Bahnsteighalle, welche damals aus drei Schiffen zu je 28m Höhe und 56m Länge bestand. Im Jahr 1924 wurden – quasi rechts und links – zwei weitere aber etwas kleinere Hallen angebaut und der Empfangsbereich mit einem neoklassizistischen Gebäude erweitert, womit er die heutige Größe von 25 Gleisen bei 270m Gesamtlänge erreichte. Schon am Tag der Eröffnung geschah übrigens der erste Unfall, als ein Zug nicht mehr bremsen konnte und den Prellbock überfuhr und auf dem Querbahnsteig landete. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Bahnhof erstaunlich gut und musste in den Nachkriegsjahren kaum repariert werden. Eine große Erweiterung fand nur noch im unterirdischen Bereich statt, mit dem Bau des Frankfurter City-Tunnels, der nicht nur alle Frankfurter S-Bahnlinien am Hauptbahnhof aufnimmt, sondern auch alle (außer einer, die in der Haupthalle endet) in die Innenstadt, Richtung Hauptwache, weiterleitet. Ein neuer U-Bahnhof und eine unterirdische Ladenpassage wurden angelegt, die noch in den 1990er Jahren als gefährliches Pflaster nach Einbruch der Dunkelheit galten. So hat der Frankfurter Hauptbahnhof heute 25 Fernbahngleise, je 4 S- und U-Bahngleise und 3×2 Tramgleise. 342 Fernzüge und fast 300 Nahverkehrszüge sowie rund 1100 S-Bahnen halten hier täglich. Er ist der Verkehrsknotenpunkt im gesamten Rhein Main Gebiet und entwickelt sich durch die heutige Vermarktung der Bahnhöfe auch zu einem Einkaufszentrum.

Flughafen Frankfurt

Eines der bekanntesten Merkmale Frankfurts ist sein Flughafen, was nicht nur daran liegt, das man von fast überall in der Stadt startende oder landende Flugzeuge betrachten und teilweise auch hören kann (und Flugzeugspotter eine eigene Tribüne zum Fotografieren ihre Lieblingsobjekte haben), sondern vielmehr daran, dass es der größte Flughafen Deutschlands, der 3. größte Europas und weltweit die Nummer 11 ist. Im Jahr 2012 wurden in Frankfurt 57,5 Millionen Fluggäste transportiert (zum Vergleich: Europas Nummer 1, London Heathrow hatte 69 Mio., Berlin Tegel hatte 17 Mio. und Dresden 1,8 Mio.). Das ein Flughafen heute so viele Passagiere hat liegt daran, dass er als Drehkreuz benutzt wird, was heißt, dass eine Airline ihre Flugzeuge immer vom Drehkreuz zu verschiedenen Zieldestinationen fliegen lässt und wieder zurück. Dadurch hat der Fluggast die Möglichkeit mit einem Mal umsteigen in alle Destinationen, welche die Airline anbietet zu fliegen und das Umsteigen passiert dann zeitnah am Drehkreuz. Der Flughafen Frankfurt ist das Drehkreuz der Lufthansa, eines der größten Luftfrachtcarrier der Welt.


Die Geschichte der Luftfahrt in Frankfurt begann allerdings nicht am heutigen Flughafenstandort südlich des Mains, sondern auf der Altstädter Seite am Rebstock westlich der Innenstadt. Hier wurde 1909 die erste Luftfahrtgesellschaft Deutschlands, ja sogar der Welt gegründet, die DELAG. Der Flugplatz wurde aber erst drei Jahre später 1912 in Betrieb genommen und diente der Luftfahrt mit Zeppelinen, zum Transport von Post. Nachdem 1.Weltkrieg nahm der Flugverkehr stetig zu und es kam auch zu ersten Linienflügen mit Passagieren. Der Rebstockflugplatz entwickelte sich zum zweitgrößten Flughafen in Deutschland, nach Berlin Tempelhof. Dort wurde 1926 die Deutsche Luft Hansa gegründet (die allerdings keine rechtliche Vorgängerin der heutigen Lufthansa ist) und der Passagierverkehr entwickelte stetig. So wurden die Kapazitätsgrenzen des Rebstockflugfeldes bald erreicht, auch weil er an das angrenzende Bahngelände stieß. Schon in den 1920er Jahren wurde daher an eine Verlegung des Flugplatzes gedacht und konkrete Planungen aufgenommen, südlich des seit 1928 zu Frankfurt gehörenden Stadtteils Schwanheim im dortigen Stadtwald einen neuen Flughafen in Betrieb zu nehmen. Die scheiterte aber erst an der Weltwirtschaftskrise. Später, in den 1930 Jahren, nachdem die  Nationalsozialisten an die Macht kamen wurde der Plan jedoch verwirklicht. 1934 wurde, ohne behördliche Genehmigung, eine 600 ha große Fläche westlich der in Bau befindlichen Reichsautobahn Frankfurt – Darmstadt in den Stadtwald gerodet, um dort den zentralen Luftschiffhafen Deutschlands in Betrieb zu nehmen. Noch heute erinnert daran der Ortsteil Zeppelinheim im Osten des heutigen Flughafens, der zum Wohnort der Beschäftigten der Luftschiffindustrie werden sollte. 1936 eröffnete schließlich der neue Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main. Von hier startete auch das Luftschiff Hindenburg, das kurz vor seiner Landung in New York Lakehurst am 6. Mai 1937 in Brand geriet und zum Niedergang der Luftfahrt mit Zeppelinen führte. Im Krieg wurde der Flughafen dem Militär unterstellt. Von hier flog die Luftwaffe Angriffe gegen Frankreich, während Zwangsarbeiter am Ausbau der Anlagen beschäftigt wurden. Ab 1944 war der Flughafen Ziel von alleierten Bombenangriffen und erlitt, auch durch abziehende deutsche Kräfte große Zerstörungen.
Am 25. März 1945 besetzten amerikanische Truppen das verbliebene Areal und richteten es notdürftig her, um recht schnell eine Airbase (offizieller Name: Y73) zu eröffnen. Nachdem Ende des 2.Weltkrieges bauten die Amerikaner eine betonierte 1800m lange Start- und Landebahn, die der Vorgänger der heutigen Südbahn 07R/25L ist. Obwohl schon 1946 der erste zivile Flug den Rhein-Main Airport ansteuerte, war der militärische Nutzen der Anlage anfangs viel bedeutender, denn hier war eine der Hauptbasen für die Berliner Luftbrücke ab 1948. Auch wegen der starken Abnutzung, durch die ununterbrochen startenden „Rosinenbomber“ wurde 1949 mit dem Bau einer zweiten Rollbahn begonnen, nördlich und parallel der Ersten gelegen. Mit der Benutzung der zweiten Bahn wurde die dortige Vorfeldkontrolle an die deutsche Firma VAG (einem Vorläufer der heutigen FRAPORT AG, die den Flughafen managet und auch an anderen Flughäfen beteiligt ist) übergeben, welche die zivile Luftfahrt der nördlichen Startbahn abwickelte, der südliche Teil des Flughafens bleib die militärische Airbase Rhein Main. Schon 1952 wurden 400.000 Passagiere am Flughafen Frankfurt gezählt, das Hauptgebäude musste erweitert werden. 1957 wurde die Nordbahn für das beginnende Jetzeitalter auf 3.300m erweitert, was damals die längste Startbahn Europas war. Zahlreiche Airlines steuerten Frankfurt an, seit 1955 auch die Lufthansa. Interessanterweise war eine sowjetische TU-104 das erste Düsenflugzeug das in Frankfurt landete. Noch Ende der 1950er Jahre wurden beide Startbahnen und das Passagiergebäude abermals erweitert, denn schon 1960 war Frankfurt mit über zwei Millionen Passagieren der 2. größte Flughafen Europas (schon damals nach Heathrow). Auch die 1960er Jahre sahen rasantes Wachstum und ständige Flughafenerweiterungen, deren bedeutendste sicherlich der Bau des Terminals (Mitte) war. Für 30 Millionen Passagiere geplant, sollte es bis ins Jahr 2000 genügend Kapazität bieten und wurde schließlich 1972 eröffnet. Mit 56 Fluggastbrücken und 38km elektronisch gesteuerter Gepäckförderbänder war der Terminal damals absolut führend. Zwei Jahre vorher schon schloss die Lufthansa einen Vertrag der vorsah, den Flughafen Frankfurt zur Heimatbasis der Airline zu machen, was dazu führte das Frankfurt noch heute das wichtigste Drehkreuz der Airline ist und den außerordentlich hohen Transitanteil der Passagiere im Flughafen erklärt, also der Passagiere, deren Flugreise weder in Frankfurt beginnt, noch endet.
Doch die Kapazität der Landebahnen, die zu nah beieinander liegen, um sie parallel zu betreiben (dafür ist ein Abstand von 1.400m notwendig) reichte bald nicht mehr aus, so dass 1973 ein Planfeststellungsverfahren für eine neue Start- und Landebahn West (die um ca. 90 Grad versetzt in Nord-Süd Richtung gegenüber den alten West-Ost Bahnen liegen sollte) gestartet wurde. Schon zu dieser Zeit wurde der Flughafen zu einem Ärgernis für zahlreiche Frankfurter Bürger, die den ständig steigenden Fluglärm Leid waren. 1981 wurde mit dem Ausbau der Bahn West begonnen, immer wieder begleitet von Demonstrationen und teilweise sogar gewaltsamen Ausschreitungen. 1984 war die neue Startbahn West  (sie wird nur als Startbahn betrieben, da sonst die Gefahr besteht, dass sich Flugzeuge in der Luft kreuzen könnten) fertig, noch bis 1985 dauerten die Proteste gegen sie an, wobei die Demonstration ihr Ende nach einem gewalttätigen Übergriff gegen zwei Polizisten fand, die dabei verstarben. Da schon 1990 die Kapazitätsgrenzen des Terminals erreicht waren, wurde 1994 ein weiteres Terminal eröffnet (das der Einfachheit halber Terminal 2 heißt). Es war nun möglich 54 Millionen Passagieren pro Jahr auf dem Flughafen zu befördern. Um beide Terminals zu verbinden wurde das vollautomatische Hochbahnsystem SkyBahn in Betrieb genommen. Der Bahnverkehr fand ebenso eine Erweiterung, als 1999 der Fernbahnhof Flughafen eröffnet wurde, wo Fernzüge halten, die an die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Köln angebunden sind. So ist es seither möglich, statt mit einem Kurzstreckenflug aus Köln oder Düsseldorf, lieber mit dem Zug zum Flughafen anzureisen und hier die Weiterreise in der Luft anzutreten (in der Abfluganzeige im Terminal 1 werden auch Züge der Bahn angezeigt, die eine Art Codeshare mit der Deutschen Bahn haben). Bis 2011 wurde der Bahnhof mit einem Hotel- und Kongresszentrum überbaut, der heute den Namen The Squaire trägt. Regionalzüge werden im in der Nähe gelegenen 2. Bahnhof, dem Regionalbahnhof Flughafen abgefertigt. Die Lufthansa forderte 1997 eine weitere Landebahn, um das steigende Passagieraufkommen handeln zu können. Diese wurde – gerade nach den heftigen Protesten zur Startbahn West – in gesellschaftlichen Konsens besprochen. So wurde zusätzlich zum Ausbau ein striktes Nachtflugverbot beschlossen, was jedoch mittlerweile wieder gesetzlich etwas aufgeweicht wurde. 2011 ging schließlich die neue Landebahn Nordwest auf der anderen Seite der Autobahn A3 in Betrieb. Der Flughafen wuchs nun also aus seiner nördlichen Begrenzung der A3 heraus. Ein Jahr später wurde der von der Lufthansa genutzte Terminal 1 (also der alte Terminal) nach Westen hin erweitert, insbesondere um die neuen Großraumflugzeuge wie die A380 abzufertigen und die Kapazität um weitere 6 Millionen Passagiere pro Jahr für die Airline zu erweitern.
Doch mit dem Ausbau soll noch nicht Schluss sein. Da 2005 der südliche militärische Teil des Flughafens Rhein-Main geschlossen wurde, bieten sich hier zahlreiche Erweiterungsoptionen. Zum einen wurde bereits eine große Wartehalle gebaut, die als A-380 Werft benutzt wird (auch hier wieder mit Protesten verbunden, da wiederum Teile des Stadtwaldes gerodet wurden). Zusätzlich wird auf dem Gelände bis voraussichtlich 2017 ein neues Terminal 3 folgen, das die Kapazität um weitere 25 Millionen Passagiere erhöhen wird und mit der SkyBahn zu den restlichen Terminals verbunden werden soll.
Schon heute arbeiten auf dem Flughafen rund 80.000 Menschen, was ihn zum größten lokalen Arbeitgeber Deutschlands macht. Da der Flughafen zum Stadtgebiet Frankfurts gehört und auf einem Airport solcher Größe zahlreiche Zollvergehen und andere Straftaten vorkommen, ist Frankfurt statistisch gesehen übrigens Deutschlands kriminellste Stadt. Aber vor allem ist er ein wuselnder Ort des Transits, wo Menschen aus aller Herren Länder aufeinander treffen. Es ist eine kleine Welt für sich, an welcher man ein, zwei oder (mit Pech) mehrere Stunden verbringt und dann weiterfliegt, ein Nicht-Ort wie Marc Augé sagen würde, der nichts über die Stadt Frankfurt mitteilt, aber doch zu ihr gehört und sie auch ausmacht. Im Vergleich zu anderen Großflughäfen wirkt FRA, wie der Airport abgekürzt wird, weniger geschäftsmäßig und viel internationaler als andere deutsche Flughäfen. Dominieren in Düsseldorf und München die Business-Suits, so sind sie auch hier zahlreiche Geschäftsmänner- und Frauen vorhanden, doch immer wieder verschwinden sie, weil Gewänder aus fremden Ländern die Blicke auf sich drängen. Und diese kleine, künstliche Welt erfährt auch als erste die Gefahren der weiten Welt. Bricht eine neue Seuche irgendwo auf dem Planeten aus, stehen sogleich Hinweisschilder in den Gängen, murmelt einer etwas von terroristischer Gefahr, werden die Sicherheitsvorkehrungen sofort erhöht. Und so ist FRA ein Nicht-Ort, Arbeitsplatz, Faszinosum, eine riesige Wartehalle, ein überteuerter Konsumtempel, ein Treffpunkt der und ein Abfahrtsort in die Welt und das, alles in Einem.

Transitort Frankfurt

Flughafen Frankfurt | Hauptbahnhof Frankfurt | Autobahn

Frankfurt ist in Deutschland eine einzigartige Stadt. Sie war nie Hauptstadt und doch hat sie die höchsten Häuser, den größten Flughafen und einen der verkehrsreichsten Bahnhöfe im Land. Die Einzigartigkeit der Stadt verdankt sich ihrer Lage, die wohl das größte Privileg des Ortes ist.

Wie bei den meisten Städten in Europa ist ihre Gründung zumeist an einen günstigen Ort gebunden, im Falle Frankfurts ist dies der Schatten des Taunusgebirges und wie der Name schon sagt, die Lage am Ufer des Flusses Main, hier kreuzten sich Handelswege und Menschen begegneten sich. Schon die Römer bauten ganz in der Nähe die Stadt Nida, von der heute leider nicht mehr viel zu sehen ist und deren Reste unter dem Stadtteil Römerstadt liegt. Entscheidender für die Frankfurter Entwicklung war jedoch die Position an einer Furt über den Main. Hier konnte man den relativ großen Fluss sicher überqueren und so entstand ein Ort, der für Reisende zum Halten ideal war. Viel später wählten die deutschen Fürsten den Kaiser in Frankfurt, was auch damit zu tun hatte, dass die Stadt geographisch mitten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation lag und verhältnismäßig leicht zu erreichen war. Hier versammelte sich in der Paulskirche das erste gesamtdeutsche Parlament und die Stadt machte sich nach dem 2.Weltkrieg berechtigte Hoffnung neue bundesdeutsche Hauptstadt zu werden, was sie aber nicht wurde, wie allgemein bekannt ist.
Heute ist Frankfurt das Zentrum Deutschlands, zumindest was seine verkehrstechnische Bedeutung betrifft. Es ist ein geographisch etwas nach Westen verschobenen Zentrums, wie festzustellen ist (nach Wissenbourg in Frankreich sind es 165km, nach Zgorcelec in Polen sind es 565km), was über die politische und gesellschaftliche Orientierung des heutigen Deutschlands auch etwas aussagt. Es ist nicht falsch davon zu sprechen, dass Millionen von Menschen jährlich Frankfurt durchqueren, weil der Ort wie eine Weggabelung ist, quasi der nötige Umweg um ans Ziel zu kommen. Heute, wie früher war es wichtig dafür die richtige verkehrstechnische Anbindung zu haben und in dieser Rubrik soll gezeigt werden wie das geschah und was Frankfurt heute zu einem Transitort bzw. zu dem Transitort in Deutschland und Europa macht. Dabei sind drei Verkehrsarten und ihre Verknotung in Frankfurt, auf die näher eingegangen wird, der Flughafen, der Hauptbahnhof und die Autobahn.

Das Neue Frankfurt

Würden heute keine Hochhäuser in Frankfurt stehen, könnte man sich Fragen was die architektonische Besonderheit der Stadt wäre. Die gotische Innenstadt mit Ihren Fachwerkhäusern ist dem 2.Weltkrieg ebenso zum Opfer gefallen, wie die an der Bastion und am Main gelegenen Häuser des Klassizismus. Doch das alles steht im Schatten einer baulichen Revolution, die man so in nur ganz wenig anderen europäischen Städten erleben kann, die Rede ist vom „Neuen Frankfurt“. Dahinter verbirgt sich ein immenses Wohnungsbauprogramm der 1920er Jahre, in welchem in nur 5 Jahren 12.000 Wohnungen (andere Quellen sprechen von rund 15.000 Wohnungen)in 20 verschiedenen Siedlungen errichtet wurden.

Wie kam es dazu? Nach dem 1.Weltkrieg wurden die Probleme der Städte, die von der Urbanisierungswelle der industriellen Revolution ausgingen unübersehbar. Menschen drängten für Lohn und Arbeit in die Städte, der vorhandene Wohnraum wurde immer geringer, die sozialen und hygienischen Bedingungen verschlechterten sich zusehends. Um die Situation Anfang der 1920er Jahre zu erahnen, muss man sich überfüllte und viel zu volle Häuser vorstellen, zumeist unsaniert und oftmals in erbärmlichen Zustand. Das Wohnungsproblem war damals so umfassend, das der Diskurs der Architekten sich fast gänzlich daran rieb, die sozialen Bedingungen des Wohnens zu verbessern. Und hier ging es um fundamentale Veränderungen. Das neue Wohnen sollte Licht und frische Luft bieten und nicht beengte Gässchen. Wohn- und Arbeitsplatz sollten separiert werden, die Idee der Standardisierung von Wohnwelten wurde aufgenommen, um den Menschen einen höheren Wohn- und damit natürlich Lebenskomfort zu bieten.

In Frankfurt sah das Problem nicht anders als in anderen Großstädten aus. Die gotische Innenstadt mit den alten Fachwerkhäusern war nur noch etwas für die absolute Unterschicht und die Stadt stieß an ihre Grenzen. Um neuen Platz zu gewinnen wurden zahlreiche Orte eingemeindet, am bekanntesten ist das Beispiel Höchst, das Jahre zuvor erst selbst die Dörfer Griesheim, Nied, Sossenheim und Schwanheim geschluckt hatte. Zu Verdanken ist dies Frankfurts umtriebigen Bürgermeister Ludwig Landmann, der seit 1924 im Amt war. Schon vor seiner Zeit wurden einige Arbeiterwohnsiedlungen errichtet, die sich sehr am Konzept der englischen Gartenstadt anlehnten. Landmann engagierte 1925 Ernst May als Stadtbaurat, einen gebürtigen Frankfurter der seit einigen Jahren in Breslau für Furore sorgte und dort einen Bebauungsplan für den Landkreis erstellen sollte und zwei Agrarsiedlungen bauen ließ. Ihm schwebte das Konzept der Trabantenstadt vor, also einer von der Innenstadt gelösten eigenen städtischen Einheit, die jedoch mit dieser schnell über Bahnverbindungen erreicht wurde und eigene soziale Einrichtungen und Arbeitsplätze anbot. Jedoch sollte die Trabantenstadt immer noch Teil des Stadtganzen sein und sich dem Generalbebauungsplan unterordnen.
May wurden viele Freiheiten in Frankfurt eingeräumt, so war es ihm möglich rund 50 Architekten und Gestalter anzuwerben, unter ihnen Margarete Schütte-Lihotzky, Martin Elsaesser oder Martin Weber, so dass man ohne Untertreibung von der Avantgarde dieses Berufsfeldes der damaligen Zeit sprechen kann. Der Großteil der Planungen bezog sich geographisch auf das Nidda-Tal, wo die Siedlungen Römerstadt, Westhausen, Praunheim, Bornheimer Hang und Höhenblick entstanden, aber auch auf der anderen Mainseite so in der Siedlung Bruchfeldstraße in Niederrad wurden neue Quartiere errichtet. Das hieß im Umkehrschluss aber auch, dass die Sanierung der Altstadt nicht vorangetrieben wurde.

Die Siedlungen wurden von der Planung bis zur Übergabe komplett von der Stadt Frankfurt errichtet, was heute sehr ungewöhnlich geworden ist. May wirkte dabei als Koordinator und Planer, selbst entwarf er keine Siedlung. Zwei Leitkonzepte dienten dem Bauen am „Neuen Frankfurt“ (es wurde eine Zeitschrift dieses Namens herausgebracht, die die Projekte veröffentlichte und in einen größeren Zusammenhang stellte). Zum einen das Konzept der Gartenstadt, in dem der Hausbewohner noch die Möglichkeit hat, eigenen Landbau zu betreiben und der Enge der Stadt zu entgehen (May hatte dieses aus Großbritannien stammende Konzept beim Studium in London kennengelernt) und zum anderen das Prinzip der industriellen Serienproduktion, der die Häuser preiswert und finanzierbar machte. In Frankfurt-Praunheim wurde sogar mit der Fertigung von Platten experimentiert (allerdings nicht vergleichbar zu den eher eintönigen Plattenbauten späterer Tage in Ostdeutschland). 10 Versuchshäuser entstanden, die heute unter Denkmalschutz stehen, sowie weitere 204 Reihenhäuser. Die große Mehrzahl der neuen Gebäude wurde aber traditionell aus Backsteinen gefertigt.

Architektonisch stieß dabei besonders das von May präferierte Flachdach heraus, ein Merkmal des modernen Bauens, das besonders aus konservativen Kreisen kritisiert wurde. Außerdem wurde die Farbigkeit der Häuser kritisiert, obwohl Straßenzüge zumeist den gleichen Farbton bekamen, vor und Rückseiten des Hauses aber unterschiedlich seien konnten. Keiner der beteiligten Architekten konnte sich aber frei austoben. May legte enge Grenzen an die pragmatischen Aufgaben, die Wohnungen hell, praktisch und billig zu bauen. Auch waren die neuen Wohnungen nicht ausschließlich für die ärmere Arbeiterschicht. Je nach Wohnlage und Größe der Häuser siedelten auch Angestellte und Beamte (z.B. in der Römerstadt) oder Lehrer und Künstler (wie in der Siedlung Höhenblick in Ginnheim). Zumeist waren neben Reihenhäusern auch Mehrfamilienhäuser gebaut wurden, insgesamt sind die Siedlungen trotz begrenztem Budgets und knapper Zeit höchst abwechslungsreich. Die Römerstadt zitiert die alte römische Stadt Nida, auf deren Grund sie errichtet wurde durch vorgerügte Bastionsbauten. In Niederrad wurde bei Teilen der Siedlung Bruchfeldstraße die Häuser sägezahnartig um 45 Grad versetzt, wodurch sich im Volksmund der Begriff Zickzackhausen manifestierte.

Ein entscheidendes Detail für den Erfolg der Wohnhäuser war die vollkommene Umgestaltung der Küche. Bis zu jenen Tagen war die Küche der zentrale Raum einer Wohnung, sie war groß, damit alle Gerätschaften und Möbel hineinpassten und sie war im Winter der vielleicht einzig beheizte Ort im Haus wo die Familie lebte. Mit den neuen Platzanforderungen des Bauens, musste aber gerade am Platz in der Küche gespart werden. Wie sollte man aber eine 6m² große Küche vermieten? Die Lösung entwarf die Wienerin  Margarete Schütte-Lihotzky. Ihre Vision ist noch heute aktuell, denn sie beinhaltet, dass preiswerte Mietwohnungen schon teilweise eingerichtet sein sollten, so dass man notfalls nur mit dem Koffer umziehen könnte (was heute schon Realität geworden ist, wenn man sich das Leben der Expats anschaut) . Lihotzky entwarf dafür die Frankfurter Küche, die erste Einbauküche der Welt, die im Haus blieb wenn der Mieter die Wohnung wechselte. Sie führte dazu zahlreiche empirische Untersuchungen durch, studierte typische Handgriffe und Bewegungen in der Küche und belas sich bei zeitgenössischen Publikationen. Heraus kam die Frankfurter Küche, die passgenau für die Wohnungen angefertigt wurde und sogar schon einen Elektroherd beinhaltete (damals technisch, der neueste Schrei).

International gewann das „Neue Frankfurt“ große Aufmerksamkeit. Der zweite CIAM Kongress (Congrès Internationaux d’Architecture Moderne, eine Art Denkfabrik führender Architekten, dazu gehörten Lichtgestalten wie Le Corbusier oder Gropius) wurde 1929 in der Stadt unter dem Titel „Die Wohnung für das Existenzminimum“ abgehalten, was übrigens wieder die soziale Verflechtung bzw. das soziale Engagement des damaligen architektonischen Diskurses zeigt. Im Jahr 1930, als die Weltwirtschaftskrise ihre Auswirkungen besonders in Deutschland offenbarte und das Land politisch immer mehr nach rechts abdriftete, ließen sich May und einige seiner Mitarbeiter für ein neues Projekt eines damals enorm wachsenden Staates im Osten begeistern, sie gingen in die Sowjetunion.

Heute sind die Bauten jener Zeit leider etwas in Vergessenheit geraten, Frankfurt schmückt sich mit teuren und gigantischen Hochhäusern, aber wirklich revolutionär waren die 1920er Jahre unter Ernst May und das Neue Frankfurt.  

Geschichte Frankfurt am Mains

Nur wenige Städte in Deutschland können auf eine so bedeutungsvolle Geschichte wie die Stadt Frankfurt verweisen. Schon im Neolithikum war die Gegend zwischen Taunus und Main besiedelt. Die Römer gründeten auf dem Territorium des heutigen Stadtteils Heddernheim die Stadt Nida. In deren Umgebung, auf einer erhöhten Insellage im Main, errichteten sie ebenso im ersten Jahrhundert ein Kastell, genau dort wo heute die Altstadt Frankfurts zu finden ist. Die Besiedlung entwickelte sich von hier aus, heute noch steht auf dem Römerberg das Rathaus der Stadt.


Das Jahr 794 gilt als Gründungsjahr der Stadt (obwohl der Ort wohl seit der Römerzeit wegen seiner strategisch wichtigen Bedeutung duchgehend besiedelt war) als Karl der Große im „Furt der Franken“ (lat. „Franconovurd“)  eine Reichssynode einberief. Sein Sohn Ludwig der Fromme wählte die Stadt zu seinem Wohnsitz, ließ die Pfalz ausbauen, Mauern errichten und Gräben anlegen, so das auch die neueren, in unmittelbarer Nachbarschaft entstandenen Häuser vor ungebetenen Gästen geschützt wurden.
Mit der Teilung des Frankenreiches durch den Vertrag von Verdun 843 wurde die Stadt zu einem Hauptort des neuen ostfränkischen Reiches (wenn man so will einem, sehr, sehr frühen Vorläufer Deutschlands). Fortan wurden Reichstage in Frankfurt abgehalten, Kirchenversammlungen fanden hier statt und geistliche Stifte wurden gegründet. 1147 wurde in der Pfalzkapelle, Kaiser Konrad III. zur Teilnahme am zweiten Kreuzzug aufgerufen und dieser ließ daraufhin, noch vor seinem Aufbruch seinen 10-jährigen Sohn auf dem Hoftag zum Nachfolger wählen. Da dieser aber tragischer weise noch vor seinem Vater verstarb, wurde 5 Jahre danach wieder ein Kaiser (Friedrich I., genannt Barbarossa) gewählt und dies wiederum am gleichen Ort, wodurch es sich zu einem Brauch verfestigte, die Kaiserwahl in Frankfurt durchzuführen. Die wirtschaftlich erstarkende Stadt wurde in der Stauferzeit (1180) erweitert. Noch heute kann man die Reste dieser Erweiterung an der Staufermauer ablesen. 1221 wurde erstmals eine Brücke über den Main urkundlich erwähnt, es ist jedoch anzunehmen, dass sie schon zahlreiche Jahre vorher errichtet wurde. Sie verband die Kernstadt mit Sachsenhausen auf der anderen Seite des Mains, dass kein eigenständiger Ort war, sondern zu Frankfurt gehörte. Über die Herkunft des Namens Sachsenhausen gibt es keine konkreten Fakten. Die Legende besagt, dass Karl der Große schon zur Gründung der Stadt, am südlichen Ufer geschlagene Sachsen ansiedelte, das gilt jedoch als nicht bewiesen und wenig wahrscheinlich. Vielmehr wird sich der Name wohl von Sassenhusen herleiten, also dem Ort wo die „Beisassen hausten“. 1240 erlangte die Frankfurt das Messeprivileg vom König, was bedeutet, dass alle Besucher der Messe unter königlichen Schutz standen und die Bedeutung der Stadt besonders als Handelsplatz noch weiter erhöhte. 1245 (andere Quellen sprechen von 1372) wurde Frankfurt eine unmittelbare Reichsstadt, sie unterstand nun nur dem Kaiser und bekam damit größere Freiheiten und Privilegien, so durften 10 Stunden von der Stadt weg keine weiteren Zölle erhoben werden und Frankfurt erhielt das Recht eigene Bündnisse zu schließen. Reichstädte, wie Frankfurt, hatten eine eigene Gerichtsbarkeit, waren autonom und mussten ihre Steuern direkt an den Kaiser abführen. Schon um 1333 musste eine neue Mauer, die weiter wachsende Stadt neu umfassen, sie soll 60 Türme gehabt haben (davon erhalten ist einzig der Eschenheimer Turm). Zum weiteren Schutz wurden weit außerhalb der Stadt Landwehre erbaut, eine Anlage aus Dornensträuchern, mit Turmbauten an den Hauptstraßen. Noch heute zu sehen ist davon beispielsweise die Bockenheimer Warte. Mit diesem Schutzsystem wollte man sich auch Einfluss sichern vor streitlustigen Fürsten angrenzender Gebiete. Die Goldene Bulle von 1356 legte Frankfurt dann offiziell als ständige Wahlstadt des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation fest. Frankfurt erwuchs zu großer Blüte, wurde weiterhin ein wichtiger Ort des Tuchhandels und hatte mit fast 10.000 Einwohnern eine Größe erreicht, die sie erst im 16. Jahrhundert wieder erreichen sollte. Mit dem wachsenden Erfolg kam selbstverständlich auch der Neid der umliegenden Gebiete auf, welche sich immer wieder Fehden mit der Stadt lieferten. So musste man 1389 beispielsweise eine heftige Niederlage gegen die Kronberger Ritter hinnehmen. Daraus lernten die Bürger und versuchten Gegner mit Geld und Verpflichtungen in Abhängigkeiten zu bringen, um mittelalterlichen Kriegen aus dem Weg zu gehen. Diese Strategie war bis zur Ausrufung des ewigen Landfriedens durch Kaiser Maximilian I., welche dann das Fehdewesen verbot, recht erfolgreich.
Obwohl im rund 40km entfernten Mainz, Gutenberg den Buchdruck erfand, war diese neue Form des Mediums auch für Frankfurt schnell sehr wichtig geworden, schon im 15. Jahrhundert wurde hier eine bedeutende Buchmesse abgehalten. Ebenso fand die Reformation in der Stadt ihren Niederschlag. Durch den schon europaweit bedeutenden Handel in Frankfurt kam aus auch zu Problemen. Unterschiedliche Währungen waren im Umlauf, zahlreiche Betrügereien verbanden sich damit, so dass man sich 1585 erstmals auf feste Wechselkurse zwischen den Währungen einigen konnte, damit die Messegeschäfte problemlos über die Bühne gehen konnten. Dies war die Geburtsstunde der Frankfurter Börse. Im 30-jährigen Krieg bewahrte Frankfurt seine Neutralität, was der Stadt nur wenige Kriegsverluste brachte, allerdings wurde sie auch von einer schweren Pestepidemie heimgesucht, wie weite Teile Europas. Als der Krieg mit dem Westfälischen Frieden beendet wurde konnte Frankfurt sich als freie Reichsstadt behaupten und schnell wieder zu altem Wohlstand zurückkehren. Eine lange Friedensperiode stellte sich ein und kulturelle Ereignisse von Bedeutung trugen sich in Frankfurt zu. Nicht nur wurde hier 1749 Goethe geboren (was an und für sich noch kein kulturelles Ereignis war und Goethes größte Schaffensjahre auch eher in Weimar beheimatet sind), Georg Philip Telemann war mehrere Jahre (1712-21) Musikdirektor an der Katharinenkirche, Mozart spielte hier und 1784 wurde Schillers „Kabale und Liebe“ in Frankfurt uraufgeführt. Kulturelle Großereignisse stellten auch immer noch die Kaiserkrönungen dar, die mit einigem Pomp inszeniert wurden.
Die Jahre nach der Französischen Revolution wurden aber wieder sehr wechselhaft. 1792 besetzten die Franzosen die Stadt wurden aber am Ende des Jahres von Preußen und Hessen vertrieben. 1796 beschossen die Franzosen erneut die Stadt und richteten schwere Schäden insbesondere in der Judengasse an, dem mittlerweile 300 Jahre altem Ghetto. Dies entstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts, als die Stadtväter die seit der Gründung der Stadt ansässigen Juden in ein Straßenviertel am östlichen Stadtrand drängten. Mit der Zerstörung war dann aber das Ende der Ghettoisierung gekommen. Frankfurt musste aber Hohe Tributzahlungen leisten (zum zweiten Mal nach 1792), was aber den Vorteil hatte, dass die Stadt freie Reichstadt bleiben durfte und alle auf seinem Gebiet liegenden geistlichen Besitzungen erhielt. Doch auch dies hielt nur einige Jahre, bis 1806, als Frankfurt erneut besetzt wurde. Wiederum erzwangen die Franzosen hohe Tributzahlungen und die Stadt musste sich dem Rheinbund anschließen. Damit verbanden sich aber auch (zahlreiche positive) Veränderungen für die Bürgerrechte, die jetzt jeder Bürger erhielt (und damit auch die Juden). Ebenso gab es massive städtebauliche Veränderungen in jener Zeit. So wurden die Befestigungsmauern abgetragen und in Parkanlagen umgewandelt. Ein neues Stadtviertel im Osten der Stadt entstand, das Fischerfeld, dass hauptsächlich klassizistisch bebaut wurde und der Stadt damals den Ruf einbrachte, eine der schönste Städte Deutschlands zu sein. Leider ist von dieser klassizistischen Bebauung nur noch das Literaturhaus übrig geblieben.
Frankfurt ging 1810 im Großherzogtum Frankfurt auf und war für kurze Zeit deren Hauptstadt, denn nach der Völkerschlacht 1813 löste sich das Großherzogtum (das nur eine Idee der französischen Besatzer war) wieder auf und Frankfurt sollte seine alten Rechte wiederbekommen. Der Wiener Kongress legte Frankfurt nicht nur wieder als freie Stadt fest (mit Ihr gab es in Deutschland nur noch: Hamburg, Bremen und Lübeck), sondern ließ auch den Bundestag hier residieren, im (heute leider nur nachgebauten) Thurn und Taxis Palais. Damals war der Bundestag eine Vertretung der Machthaber der einzelnen deutschen Staaten (nicht wie heute das demokratisch gewählte Parlament des deutschen Volkes) und so kann man sagen Frankfurt wurde so etwas wie die heimliche Hauptstadt Deutschlands, denn einen einheitlichen Staat gab es immer noch nicht. Im Gegenteil um die Freie Stadt Frankfurt befanden sich vier Staaten: das Großfürstentum Hessen, das Kurfürstentum Hessen, das Herzogtum Nassau und die Landgrafschaft Hessen-Homburg die aus nicht viel mehr als der Stadt Bad Homburg vor der Höhe bestand. Das behinderte auch den Eisenbahnbau erheblich, trotzdem erhielt Frankfurt schon 1839 Eisenbahnanschluss, als die Taunusbahn eröffnet wurde, die auf 41km nach Wiesbaden führt (die erste Zugfahrt endete in Höchst, das damals zum Herzogtum Nassau gehörte.
Politisch sollte die Stadt aber ab 1848 ins Rampenlicht treten, als die Märzrevolution über die Gebiete des Deutschen Bundes ausbrach. Unwillig die Politik der Restauration nach dem Wiener Kongress mitzutragen erfasste eine bürgerlich-demokratische und auf die deutsche Einheit abzielende Bewegung das Land. In Frankfurt konstituierte sich am 18. Mai 1848 die Nationalversammlung, das erste frei gewählte Parlament für ganz Deutschland bzw. die Nachfolgerstaaten des 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Schauplatz dafür war die Paulskirche, wenn man so will, der Geburtsort der deutschen Demokratie. In ihr wurde kontrovers über eine Verfassung gestritten und schließlich 1849 ein Entwurf dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. vorgelegt, der ihm zum Kaiser Deutschlands machen sollte, was dieser jedoch ablehnte. Schon etwas mehr als ein Jahr nach der ersten Sitzung war dieses politische Experiment jedoch wieder Geschichte. Der Deutsche Krieg 1866 (vereinfacht: Preußen gegen Österreich) beendete die Frankfurter Unabhängigkeit, denn die siegreichen Preußen verleibten die Stadt in ihr Territorium ein. Frankfurt wurde vom Status her zur Provinzstadt degradiert. In der preußischen Provinz Hessen-Nassau wurde man weder Hauptstadt noch nicht mal stand man einem Regierungsbezirk vor (wie auch heute übrigens noch).
Doch der Eintritt in das Gebiet Preußens hatte auch Vorteile. Frankfurt war, wie so viele Städte jener Tage der Urbanisierung, eine rasant wachsende Stadt. 1875 wurde man Großstadt (also hatte die Stadt 100.000 Einwohner, damit war man die 9. Stadt in Deutschland) und es ergab sich die Möglichkeit anliegende Dörfer und Städte nun einzugemeinden. Schon nach dem Fall der  Wallanlagen dehnten sich Vorstädte aus. Das Westend wurde seit 1850 planvoll erschlossen. Der Palmengarten, einer der Attraktionen auch der heutigen Stadt wurde hier unter Leitung des Bockenheimer Gärtners Franz Heinrich Siesmayer angelegt. Er entstand aus dem Erbe des Herzogs Adolph von Nassau, der als politischer Verlierer des Krieges 1866 seine Pflanzensammlung in Wiesbaden aufgeben musste. Die Stadt wuchs in jener Zeit konzentrisch um den alten Stadtkern herum. 1877 wurde das Dorf Bornheim eingemeindet, was die erste von zahlreichen Eingemeindungen werden sollte, dadurch entwickelte sich auch das Nordend auf dessen Boden schon seit 1828 der Hauptfriedhof angelegt wurde. Technologisch ist zu bemerken, dass das erste Telefon der Welt von Philipp Reis in der Stadt präsentiert wurde (1861). Drei „preußische“ Bürgermeister prägten bis 1914 das Schicksal der Stadt. Daniel Heinrich Mumm (aus der Sektdynastie) ließ Mainbrücken bauen, die städtische Kanalisation anlegen und zahlreiche Straßendurchbrüche anlegen, wie die Kaiserstraße oder die Zeil. Er ließ ebenso die Oper bauen, die sich aber finanziell zu einem Desaster entwickelte. Ähnlich der Elbphilharmonie in Hamburg sollten Sponsoren den Bau bezahlen, hinterließen aber letztendlich der Stadt 4,5 Millionen Reichsmark Schulden. Als das Bauwerk 1880 fertiggestellt wurde, kam schon Mumms Nachfolger Johannes von Miquel an die Macht, der eine Sparpolitik einführen musste. Trotzdem gelangen ihm in seinen zehn Jahren als Bürgermeister zahlreiche Errungenschaften. So entsteht die erste Kläranlage Deutschlands und die Stadt bekommt Anschluss an die Rheinschifffahrt und einen neuen Hauptbahnhof, dessen Bauherr aber der preußische Staat ist. Franz Adicke, der ab 1890 Bürgermeister für 22 Jahre wurde schaffte dann die Grundlagen zur Entwicklung einer modernen Großstadt. Unter ihm wurde eine allgemeine Bauordnung eingeführt, er ließ gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften gründen und öffentliche Verkehrsmittel ausbauen (schon 1884 hatte Frankfurt die erste kommerziell betriebene Straßenbahn Deutschlands, seit 1898 beteiligte sich die Stadt Frankfurt an den Straßenbahnen), nahm weitere Eingemeindungen vor (z.B. 1895 Bockenheim) und gründete mit Hilfe von Stiftern und des Unternehmers Wilhelm Merton 1912 die Universität Frankfurt, die zwei Jahre später eröffnet wurde, als jedoch schon der 1.Weltkrieg über Europa wütete. Frankfurt hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon weit über 400.000 Einwohner (1910 lag man an 8.Stelle in Deutschland hinter: Berlin, Hamburg, München, Leipzig, Dresden, Köln und Breslau).
Die 1920er Jahre brachten der Stadt eine neue Blütezeit, die hauptsächlich mit dem Namen des Bürgermeisters Ludwig Landmann verbunden ist. Große Stadtplanungsprogramme wurden umgesetzt, die unter dem Titel das „neue Frankfurt“ bekannt wurden. Den Bürgern der Stadt sollten mit Mitteln des „neuen Bauens“ moderne Wohnungen zur Verfügung gestellt werden. Unter dem Stadtbaudirekter Ernst May, der zahlreiche avantgardistische Architekten um sich scharte, wurden in nur 5 Jahren 20 Siedlungen mit ca. 12.000 Wohneinheiten errichtet. Erstmals wuchs die Stadt nicht mehr konzentrisch vom Kern nach außen, sondern von außen nach innen, als neue Siedlungen an eingemeindete Ortschaften angegliedert wurden. In Frankfurt entstanden zahlreiche Gebäude der Moderne, was die Stadt auch heute noch zu einem bedeutenden Ort  für die Baukunst der 1920er Jahre macht. Noch heute beeindrucken  Bauwerke wie die Großmarkthalle (jetzt im Verbund mit der neuen EZB) oder das I.G. Farbenhaus, die vom Glanz des damaligen Bauens zeugen. Landmann sorgte aber auch dafür, dass Frankfurts Bedeutung als Verkehrsdrehkreuz weiter wuchs. Er schaltete sich bei den Planungen für die Autolinien ein, so dass sich die heutigen Autobahnen A3 und A5 in Frankfurt kreuzten, er baute die Messe aus und eröffnete 1926 den Rebstockflughafen, den Vorläufer des heutigen Rhein Main Airports, der dann aber unter den Nationalsozialisten auf der anderen Mainseite angelegt wurde.
Mit dem Machterhalt für die Nationalsozialisten und der im März durchgeführten Kommunalwahl wurde der jüdische-stämmige Landmann aus dem Amt entfernt. Die Umgestaltung und das Einsetzen des Terrors kamen sehr schnell. Frankfurt, wegen eines verhältnismäßig hohen Anteils an jüdischer Bevölkerung, verächtlich auch Jerusalem am Main genannt verbot schon im März städtische Bedienstete mit jüdischen Glauben, die allesamt aus den Ämtern entlassen wurden. Von den 29.000 Juden, die in den 1920er Jahren die Stadt wohnten (unter anderem wurde 1929 hier Anne Frank geboren), lebten nach dem Ende des 2.Weltkriegs noch 140 in Frankfurt. Doch der Schrecken des Krieges traf auch die Zivilbevölkerung. Noch vor dem Krieg wurde ein bestehendes Bunkersystem in der Altstadt ausgebaut, das zahlreiche Straßenzüge miteinander verband und einigen Menschen in den Nächten der Bombardierung das Leben rettete. Trotzdem starben rund 4.800 Zivilisten bei den Bombardements. 90% der Innenstadt wurden zerstört, vom dem am meisten erhaltenen gotischen Stadtkern in Europa blieb nichts mehr übrig.
Nach dem Krieg wurde Frankfurt Sitz der Trizone, also der vereinigten drei westlichen Besatzungszonen. So machte man sich auch einige Hoffnungen, Bundeshauptstadt zu werden (Landeshauptstadt von Hessen wollte man nicht sein, die Stadtväter sahen damals keinen historischen Bezug dazu) und baute auch dafür geschwind die Paulskirche wieder auf und auch gleich einen Plenarsaal. Doch bei der Abstimmung setzte sich Bonn durch. Frankfurt wurde zwar nicht Hauptstadt, übernahm aber gleich mehrere andere Rollen in der neuen Bundesrepublik. Durch seine zentrale Lage in der BRD wurde es zum Verkehrsknotenpunkt, sei es per Bahn, per Zug oder per Flugzeug. Frankfurt mauserte sich zur international höchst bedeutenden Messestadt (auch durch den Wegfall von Leipzig). Die Bundesbank beheimatete sich hier und mit ihr zog sie alle wichtigen deutschen Finanzinstitute an, die Börse wuchs zum zweitwichtigsten Handelsplatz Europas an. 1998 beschloss man dann die Europäische Zentralbank in die mittlerweile sprießende Finanzmetropole zu platzieren, womit Frankfurt heute der wichtigste Finanzplatz auf dem europäischen Festland ist.  Politisch steht die Stadt in den 1960er Jahren im Mittelpunkt der Beachtung, als die Auschwitzprozesse hier stattfanden.

Die nach dem Krieg arg zerstörte Stadt wurde zwar unter Beibehaltung historischer Straßenzüge wiederaufgebaut, aber im Stil der damals zeitgenössischen Moderne. Breitere Schneisen wie die Berliner Straße entstanden. Sie sollte eine Ost-West Achse durch die Innenstadt führen. Neubauten, meist nicht höher als fünf Stockwerke entstanden, das Mainufer wurde fast durchgängig nur mit Wohnhäusern bebaut. Zahlreiche Meisterwerke der modernen Architektur der 1950er sind noch heute zu sehen, wie das Junior-Haus, das Bienenkorbhaus oder das Bayer-Haus. Ein Wiederaufbau der gotischen Innenstadt wurde aber nur partiell am Römerberg vorgenommen und das auch erst in den 1980er Jahren (hier lohnt ein Vergleich mit dem Dresdner Neumarkt, der historisierend auch erst ab den 1990er Jahren aufgebaut wurde). Die Ausfallstraßen bekamen eher Torcharakter mit hoher Bebauung an ihren markanten Punkten. Die Hochhäuser kamen nach und nach dazu. Erste hohe Häuser sind schon am Ende der 1920er Jahre in Frankfurt gebaut wurden. Nachdem Krieg war es vor allem das Zürich-Hochhaus, 1957 eingeweiht das mit 68m Höhe neue Maßstäbe setzte (heute, und das ist für Frankfurt typisch wurde das Hochhaus durch ein noch viel höheres Hochhaus ersetzt, den 170m hohen OpernTurm). In den 1960 und 1970er Jahren folgten weitere Hochhäuser, mit dem WestEnd Gate ging der Titel höchstes Haus Deutschlands erstmals nach Frankfurt. Die Hochhäuser dominieren heute die Stadt, 31 sind höher als 100m. Sie konzentrieren sich vor allem um die Taunusanlage und am Messegelände. Heute sind die Wolkenkratzer das Markenzeichen der Stadt.

2014 ist die Stadt einzigartig in Deutschland. Nirgends gibt es so viele Bänker (rund 80.000) wie hier, die Reichtum  anhäufen und auch gern zur Schau stellen. Nirgendwo ist die multikulturelle Gesellschaft statistisch erfassbarer als hier, 2004 lebten rund 200.000 Menschen mit Migrationshintergrund in der Stadt, wobei die Unterschiede von Stadtteil zu Stadtteil fast schon dramatisch wechseln (spazieren sie einfach mal vom Westend über Bockenheim nach Rödelheim). Nirgendwo wird so hoch gebaut, so schnell weggerissen und etwas Neues gebaut, keine andere deutsche Stadt verfügt auch nur ansatzweise über so eine Skyline wie Frankfurt (die zehn höchsten Wolkenkratzer der Republik stehen alle in Mainhattan). Nirgendwo ist die Kriminalität höher als in hier, wobei zwei Sachen deutlich zu vermerken sind; erstens zählt der Flughafen mit ins Stadtgebiet und jedes Zollvergehen zählt als Delikt, was die Statistik für Frankfurt ebenso negativ beeinflusst, wie die 300.000 Pendler die jeden Tag in die Stadt strömen und aus einer eigentlich beschaulichen mittlerweile über 700.000 Einwohnerstadt eine Metropole machen und sicherlich eine der interessantesten Städte Europas.

Frankfurt

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Meine erste Begegnung mit Frankfurt hatte ich als Teenager bei einer Schulausflugsfahrt nach Baden-Württemberg. Unser Zug hatte 15min Aufenthalt in Frankfurt und ich wusste über die Stadt nur, dass sie viele Hochhäuser hatte und demzufolge eine „Weltstadt” seien musste. Also beschloss ich die 15 Minuten zu nutzen, um „Wolkenkratzer” zu gucken. Dazu mussten ich und ein Freund den Bahnhof verlassen, denn für gewöhnlich verdecken Bahnhofshallen die Sicht auf die sie umgebenden Gebäude, so auch in der zweitgrößten deutschen Bahnhofshalle in Frankfurt (die Größte ist die Leipzigs). Unser Ausflug, der wegen der zeitnahen Weiterfahrt des Zuges sowieso nur ein kurzes Zeitfenster in Anspruch genommen hätte, wurde aber schon nach 10 Metern außerhalb des Bahnhofs beendet. Dort bot man uns Drogen zum Verkauf feil. Wo Drogen sind, so kam es mir in den Sinn, können weitere kriminelle Delikte nicht weit sein und wir beschlossen unser Unterfangen Wolkenkratzer zu sehen sofortig einzustellen. Seit diesem Moment verbinde ich mit Frankfurt neben Hochhäusern auch Kriminalität und da ich aus dem eher provinziellen Dresden komme war mir auch recht schnell klar, dass Kriminalität auch ein Zeichen von Weltstädten sein müsste.