Hochhäuser in San Francisco

Die City at the Bay – San Francisco hat eine beeindruckende Skyline, die zu den höchsten in Nordamerika zählt. Relativ kompakt liegen die Skyscraper in der Downtown im Nordosten der Halbinsel auf welcher San Francisco liegt. Hier soll kurz die Geschichte der Wolkenkratzer der Stadt erzählt und einige Bauwerke näher beschrieben werden.

Daten und Fakten:
Anzahl der Wolkenkratzer (150m und höher): 24
Höchstes Gebäude: Salesforce Tower 326m
Höhe der Top 10: 175m
Durchschnittliche Höhe der Top 10: 198,4m
Gesamthöhe aller Wolkenkratzer: 4.257m

Kurze Geschichte der Hochhäuser San Franciscos

Die Geschichte der Hochhäuser in San Francisco begann schon vor dem Jahr 1900 mit der Eröffnung des Hauses für die Zeitung des San Francisco Chronicle. Das Architekturbüro von Daniel Burnham und John Wellborn Root konstruierten ein 66m hohes Haus mit einem aufgesetzten Turmuhr. Das 1890 eingeweihte Bauwerk sollte die Macht und Reichweite der Zeitung und letztendlich auch seines Besitzers M.H. de Young demonstrieren. Doch nur fünf Jahre später setzte sein Konkurrent, der Industrielle Claus Spreckels mit dem Hochhaus für seine Zeitung, den San Francisco Call, ein noch höheres Zeichen mit immerhin 96m. Damit blieb das Call Building auch das höchste Haus der Stadt bis in den 1920er Jahren ein Hochhausboom in der City ausbrach, wie ihn ähnlich auch New York oder Chicago sahen, hier allerdings auf einem niedrigeren Höhenniveau. Mit dem Pacific Telephone Building (von Miller and Pflueger) sowie dem Russ Building (von George W. Kelham) erreichten zwei Hochhäuser erstmals 133m. Die beiden ikonischen Bauwerke blieben auch bis in die 1960er Jahre hinein die Landmarken der Innenstadt.
In den Jahren von 1960 bis 1970 strömte eine Bauwelle von Hochhauskonstruktionen über die Stadt, die seinerzeit höchst umstritten war. Rund 40 neue Hochhäuser wurden in diesen Jahren gebaut, zumeist in engem Abstand in der Innenstadt. Kritiker nannten diesen Boom die Manhattanisierung der Stadt und bemängelten den Zubau des Financial Districts mit dem gleichzeitigen Versperren der Aussicht auf San Franciscos Hügellandschaft. Besonders kontrovers wurde über die Transamerican Pyramid gesprochen, dem mit 260m damals höchsten Gebäude Kaliforniens, das 1972 eröffnet wurde. Seine ungewöhnliche Gestalt ließ manche einen baldigen Abriss einfordern. Doch der Wolkenkratzer wurde zu einem neuen Wahrzeichen von San Francisco. Die Kritik an der Manhattanisierung erhörte jedoch die Stadtpolitik und massive Regulierungen wurden eingeführt, insbesondere um historische Gebäude der Innenstadt zu schützen. So wurde die Zahl der m² für neue Bürobauten eingeschränkt. Die gleichzeitige wirtschaftliche Stagnation der 1990er Jahre führte dann tatsächlich zu einem erheblichen Abschwung der Bautätigkeiten insbesondere im Hochhausbereich.
Im 21. Jahrhundert wurden zahlreiche Pläne für begrenzte Baubereiche bewilligt, die wieder neuen Schwung in die Hochhausbebauung der Innenstadt brachten. So wurden auf dem Rincon Hill am Fuße der Bay Bridge neue Hochhäuser bewilligt. Noch augenfälliger ist der Transit Center Distric Plan in South of Market, der den alten Transbay Terminal (erst Bahnhof, dann Bushaltepunkt) ersetzt. Neben einem neuen Bahnhof entstehen auch neue Hochhäuser in der Nachbarschaft, wie der Salesforce Tower, mit 326m der neue höchste Wolkenkratzer in San Francisco und das zweithöchste Bauwerk Kaliforniens.

Ausgewählte Hochhäuser der Stadt

 

Name des Hochhauses

Architekt

Position in SF

Eröffnet

Höhe

Salesforce Tower

Pelli Clarke Pelli Architects

1.

2017

326m

Transamerica Pyramid

William Pereira

2.

1972

260m

181 Freemont

Heller Manus Architects

3.

2017

245m

555 California Street

Wurster, Bernadi und Emmons sowie Skidmore, Owings & Merrill (SOM)

4.

1969

237m

345 California Center

Skidmore, Owings & Merrill (SOM)

5.

1986

211m

Millenium Tower

Handel Architects

6.

2009

197m

One Rincon Hill South Tower

Solomon Cordwell Buenz (SCB)

7.

2008

195m

Market Center

Hertzka & Knowles

10.

1975

175m

Four Embarcadero Center

John Portman

11.

1982

174m

One Embarcadero Center

John Portman

12.

1971

173m

One Rincon Hill North Tower

Solomon Cordwell Buenz (SCB)

16.

2014

165m

333 Bush Street

Skidmore, Owings & Merrill (SOM)

22.

1986

151m

St. Regis Museum Tower

Skidmore, Owings & Merrill (SOM)

27.

2005

148m

650 California Street

Skidmore, Owings & Merrill (SOM)

31.

1964

142m

San Francisco Marriott Marquis

Anthony J. Lumsden

37.

1989

133m

Russ Building

George W. Kelham

38.

1927

133m

Three Embarcadero Center

John Portman

45.

1977

126m

Two Embarcadero Center

John Portman

45.

1974

126m

Four Seasons Hotel

Gary Edward Handel & Associates und Del Campo & Maru Architects

53.

2001

121m

Park Central Hotel

Hornberger + Worstell

 

1984

114m

McAllister Tower Apartments

Timothy L. Pflueger

 

1930

94m

Höhe anderer Konstruktionen:

Name

Typ

Erbaut

Höhe

Sutro Tower

Sendeturm

1972

298m

Golden Gate Bridge

Brückenpylone

1937

227m

Bay Bridge (West)

Brückenpylone

1936

158m

Salesforce Tower

Seit 2017 ist der Salesforce Tower der höchste Büroturm der gesamten BayArea. Mit 326m (1070ft) ist er sogar der zweithöchste Wolkenkratzer westlich des Mississippi. Geplant wurde der Büroturm als neues Zentrum des Transbay Transit Centers, dem neuen Verkehrsknotenpunkt in San Francisco. Hier sollen Busse und ab Ende der 2020er Jahre, auch der neue Hochgeschwindigkeitszug Kaliforniens starten. Das Center gehört zu einem neuen Entwicklungsgebiet, dass sich an den Financial District der Stadt anschließt. Es steht auf dem Gelände des 1939 eingeweihten Transbay Terminal, einem Zug und Busbahnhof, der allerdings spätestens ab 1958 an Bedeutung verlor, als der Bahnhalt eingestellt wurde. Zur Jahrtausendwende verloren sich nur noch rund 20.000 Pendler im Bahnhof. Der 1985 festgelegte Downtown-Plan sah vor das intensiven Hochhauswachstum der Stadt zu unterbinden. Als man sich in den 1990er Jahren entschloss einen neuen Transitkomplex für San Francisco zu bauen, wurde ein großflächiges Gelände des alten Haltes freigegeben. Zur Finanzierung des preis-intensiven Projekts (das Transbay Transit Center soll 4,5 Milliarden Dollar kosten) wurde ein neues Bebauungsgebiet erhoben, in welchem Investoren der Hochhausbau wieder möglich war. Für verschiedene Grundstücke wurden daher die erlaubten Höhenmeter für Neubauten stark angehoben. Am Rande des Gebietes konnte so ein „signature skyscraper“ entstehen, für dessen Aussehen sich mehrere namhafte Architekturbüros bewarben. Den Zuschlag erhielt Pelli Clarke Pelli Architects, unter Leitung des US-Argentinischen Baumeisters César Pelli. Das Studio durfte gleichzeitig auch das Design des Bahnhofs entwickeln, welcher auf fünf Ebenen untergebracht wird (vom Untergeschoss als Zughalt bis zum 4. Stock als Busbahnhof). Die Pläne für den Wolkenkratzer mussten die Tatsache berücksichtigen, dass sich das Grundstück in einem stark erdbebengefährdeten Gebiet befindet, gleichzeitig wurde der ursprüngliche Plan das Haus auf eine Höhe von 370m zu bauen etwas gekürzt, da man befürchtete das einige Plätze der Stadt damit zu stark verschattet würden. So begannen 2013 die Bauarbeiten am Transbay Tower, so der ursprüngliche Name, bis 2014 sich das Cloud-Computing Unternehmen Salesforce als Ankermieter verpflichtete. Schließlich kaufte das Unternehmen 2017 auch die Namensrechte des Bauwerks für 15 Jahre und bezahlte dafür übrigens 560 Millionen Dollar. Am 8. Januar 2018 wurde das 61 Stockwerke hohe Bauwerk eröffnet und schon zu diesem Zeitpunkt waren 97% der 150.000 m² Bürofläche vermietet. Der Wolkenkratzer zeigt sich als schmaler und sich verjüngender blauer Obelisk. Die Glasfassade mit ihren perlmuttartigen Metallverstrebungen erscheint zeitlos und durch die nach oben hin erfolgende Verjüngung der Form gibt sich die Spitze des Hauses wie eine Stadtkrone.
Link zur Beschreibung des Wolkenkratzers: http://pcparch.com/project/transbay-tower/detail

Transamerican Pyramid

Obwohl die Transamerican Pyramid mit dem Salesforce Tower den Höhenbestwert San Franciscos verloren hat, ist der 260m hohe Wolkenkratzer auch heute noch nach der Golden Gate Bridge das Wahrzeichen der Stadt. Zur Eröffnung 1972 war es damals das achthöchste Hochhaus der Welt. Schnell fällt der Blick auf die Form des 48-stöckigen Hauses mit seiner ungewöhnlichen Spitze. Der Chicagoer Architekt William Pereira erhielt in den 1960er Jahren den Auftrag, ein neues Hauptquartier für den Versicherungskonzern Transamerican zu bauen. Tatsächlich lag für das Grundstück eine Begrenzung der Büronutzfläche vor, so wurde ein eigenwillig schlankes Hochhaus gebaut, das übrigens schon während der Bauarbeiten jede Menge Kritik verursachte und vielen Einwohnern der Stadt nicht gefiel. Diese Einschätzung wird heute kaum noch geteilt, stattdessen entwickelte sich der Wolkenkratzer zu einer architektonischen Ikone. Das Bauwerk steht auf quadratischem Grundriss und verjüngt sich zu einer 65m hohen Turmspitze aus Aluminium. Auffällig sind die unterhalb der Spitze auskragenden Fahrstuhlschächte, wobei nur im Ostteil Lifts angebracht sind, während im Westteil sich ein Treppenhaus befindet. Die Fassade ist aus Quartz und gibt dem Turm mit seinen 3678 Fenstern sein helles Erscheinungsbild. Obwohl die Transamerican Company ihren Hauptsitz nach Baltimore verlegt hat und das Haus seit 1999 der niederländischen AEGON Gruppe gehört, ist es heute unter seinem ursprünglichen Namen bekannt. Einige spätere Hochhäuser wurden von der Pyramidenform beeinflusst, so wie The Shard in London oder die ewige Baustelle des Ryugyong Hotels in Pyongyang.

181 Freemont

Gleichfalls im Neubaugebiet der Transbay Transit Centers gelegen wird 2018 das Hochhaus 181 Freemont fertiggestellt werden, das nach seiner Adresse benannt ist. Das von Heller Manus Architects geplante Bauwerk besteht aus Büro- und Wohnräumen auf 56 Stockwerken mit einer Nutzfläche von 63.500 m². Ursprünglich war ein 274m (900ft) hoher Wolkenkratzer geplant, der jedoch später auf 700ft Höhe bzw. 213m begrenzt wurde, da man einen Kompromiss in der Höhe mit der Stadtverwaltung erzielen musste. 2013 begannen die Bauarbeiten, die um die 500 Millionen Dollar kosten sollen. Im Herbst 2017 gab Facebook bekannt, das man die sich bis Etage 36 befindlichen Büroetagen komplett mieten werde. Darüber sind 67 Luxuswohnungen bis zu Etage 55 geplant. Abgeschlossen wird das 210m hohe Haus mit einer Antenne, welche die Gesamthöhe auf 244m erhöht.

555 California Street

Nimmt man nur die Bürofläche, so ist 555 California Street das größte Gebäude der Stadt mit einer Nutzfläche von 183.000 m². Das 237m Bauwerk ist nicht nur nach seiner Adresse bekannt, sondern auch als Bank of America Building bekannt, da dieses Bankhaus bis zu seiner Fusion mit der Nations Bank 1998 hier ihren Hauptsitz hatte. Der 1969 fertiggestellte Wolkenkratzer sollte den Reichtum der Bank of America symbolisieren und war für drei Jahre das höchste Haus der Stadt. Die Pläne wurden von den Büros Wurster, Bernadi und Emmons (William Wurster) sowie Skidmore, Owings & Merrill (SOM) ausgearbeitet. Ein gelungener Trick der Architekten des Hochhauses war es, dass sie tausende „Bay Windows“ planten, also Arbeitsplätze die zur Bucht hinaus schauten und die damit eine solchen Büroblick besonders wertvoll machten. Die zur Spitze hin ausgeschnittenen Stockwerke sollen die Sierra Nevada repräsentieren, während die Fassade im roten Granit den Wolkenkratzer nach außen hin sehr edel erscheinen lässt. Bis 2009 konnte man im 52. Stock des Hauses noch ein Restaurant besuchen, das leider am Silvesterabend geschlossen wurde. Der Wolkenkratzer taucht gleichfalls in mehreren Filmen auf, wie in „Dirty Harry“ oder in „Der Gigant“. Der Vorplatz diente übrigens als Kulisse für den Hochhaus-Katastrophenfilm „Flammendes Inferno“.

345 California Center

Mit seinen beiden Zwillingsantennen fällt das 220m (ohne Antennen: 211m) hohe 345 California Center auf. Ebenso mit seiner etwas zusammengewürfelten Form, die für die 1980er Jahre Hochhäuser (1986 eingeweiht) gar nicht untypisch ist. Der 5-höchste Wolkenkratzer der Stadt wurde vom vielleicht bekanntesten Hochhaus-Architektenbüro der Welt Skidmore, Owings & Merrill (SOM) geplant. In den höchsten 11 Etagen, die 45 Grad vom den Hauptkern des Hauses ausdrehen, befindet sich ein Hotel, das im Mittelteil mit einer verglasten SkyBridge aufwarten kann.

Millenium Tower

Der Millenium Tower in San Francisco ist das höchste Wohnhaus der Stadt mit 366 Wohneinheiten über 58 Stockwerke und 198m Höhe. Die höchste Etage ist aber der 60. Stock, da man aus Aberglaube sowohl den 13. als auch den 44. Stock weggelassen hat. Der Wolkenkratzer wurde von Handel Architects designt und 2009 eröffnet. Der schlanke Glasturm gilt als eine der teuersten Wohnadressen der Westküste und es war der erste hohe Wolkenkratzer der Stadt seit über 20 Jahren, der 2002 eine Baugenehmigung erhielt. 2013 wurde die letzte Wohneinheit verkauft, wobei Einnahmen von 750 Millionen Dollar, Baukosten von 600 Millionen Dollar gegenüberstehen. Das könnte alles für eine Erfolgsgeschichte sprechen, wenn man 2016 nicht öffentlich machen musste das das Hochhaus einsinkt (41cm) und sich nach Nordwesten neigt. So begannen zahlreiche Rechtsstreitigkeiten wer die notwendigen Reparaturen zu zahlen hat, deren Kosten momentan auf 200 Millionen Dollar veranschlagt werden.

One Rincon Hill

One Rincon Hill ist ein Hochhauskomplex aus zwei Wohntürmen auf dem Rincon Hill ganz in der Nähe der Bay Bridge. Beide Hochhäuser werden durch ein Townhouse verbunden. Der Südturm wurde 2008 fertiggestellt und ist mit 60 Etagen und 195m der Höhere der beiden, während der Nordturm 2014 fertig wurde und 50 Stockwerke auf 165m Höhe beinhaltet. Insgesamt stehen so 709 Wohneinheiten zur Verfügung. Die Gestaltung geht auf das Büro Solomon Cordwell Buenz (SCB) zurück. Beide Türme haben einen ovalen Abschluss, indem die Technik der Häuser untergebracht ist. Das beide Wolkenkratzer erbaut werden konnten, ist erst mit einer Lockerung der Bauhöhen-Vorschriften auf dem gebiet des Rincon Hills möglich geworden.

Market Center

Seit seiner Eröffnung 1975 war das Market Center schon unter den Namen Standard Oil Buildings und Chevron Towers bekannt, bevor es 2003 verkauft wurde und nun nach der Straße benannt ist, an welcher die beiden Bürotürme stehen. Der Höhere ist mit 40 Geschossen und 175m Höhe auch neun Jahre jünger als sein 95m hoher Bruder. Beide stammen aus dem Büro Hertzka & Knowles.

Embarcadero Center

Das Embarcadero Center besteht aus fünf Hochhäusern, zwei Hotels und einer unterirdischen Mall mit zahlreichen Freizeitangeboten. Der Komplex liegt zwischen dem Ufer und dem Financial District und bildet so etwas wie den Anfang der Hochhauslandschaft wenn man sich Downtown San Francisco vom Golden Gate aus nähert. Das erste Hochhaus One Embarcadero Center wurde 1971 eröffnet und ist mit 173m Höhe das zweithöchste Bauwerk des Komplexes, übertroffen nur vom Four Embarcadero Center mit 174m, das 1982 eröffnet wurde. Während die Hochhäuser eins bis vier miteinander verbunden sind, hat das jüngste Haus, das Embarcadero West, das 1989 eingeweiht wurde keine physische Verbindung mit dem restlichen Komplex. Alle Hochhäuser stammen vom Architekturbüro von John Portman.

333 Bush Street

Das Hochhaus 333 Bush Street ähnelt im Schaft etwas dem Messeturm Frankfurt, obwohl es mit 151m wesentlich kleiner ist und eine ganz andere Gestaltung der Turmspitze aufweist. Das Design stammt von Skidmore, Owings & Merrill (SOM).

St. Regis Museum Tower

Der St. Regis Museum Tower ist 2005 eröffnet worden und gehört somit zu den Hochhäusern jüngeren Datums. Das 148m Hochhaus grenzt an den Yerba Buena Gardens und beinhaltet 102 Luxuswohnungen, 269 Hotelzimmer und Raum für das Museum of the African Diaspora. Einige Bekanntheit erhielt das von Skidmore, Owings & Merrill (SOM) geplante Haus durch seine prominenten Bewohner, zu denen auch Al Gore gehören soll.

650 California Street

Das 1964 eröffnete 650 California Street Building war zu seiner Zeit mit 142m das höchste Haus der Stadt und sogar ganz Kaliforniens. Das etwas langweilige Design von Skidmore, Owings & Merrill (SOM) wurde im Innenbereich in den letzten Jahren aufwendig saniert und erhielt 2011 die höchste Einstufung als energieeffizientes Bauwerk.

San Francisco Marriott Marquis

Das San Francisco Marriott Marquis Hochhaus fällt weniger wegen seiner Höhe von 133m auf, als wegen seines etwas eigenwilligen postmodernen Designs. Das 1989 fertiggestellte Hochhaus hat 1500 Hotelzimmer. Die ursprünglichen Pläne stammen von Zeidler Partnership Architects wurden aber von Anthony J. Lumsden zur heute sichtbaren Form überarbeitet. Das Hotel eröffnete übrigens am 17. Oktober 1989 am Tag als Loma Prieta Erdbeben stattfand. Tatsächlich blieb das Hochhaus fast komplett unbeschädigt. Im Volksmund wird das Haus wegen seiner Form auch die „jukebox“ genannt.

Russ Building

Das Russ Building wurde zu seiner Fertigstellung 1927 das höchste Haus der Stadt. Mit seinen 133m hielt es diesen Rekord bis 1964, bis die Manhattanization von Downtown San Francisco startete und das Gebäude etwas im Gewirr der anderen Wolkenkratzer unterzugehen drohte. Trotzdem fällt der Blick schnell auf das neogotische Bürohaus, das bis heute den Status einer Hochhausikone der Stadt erlangte. Für John King, dem vielleicht führenden Stadt-Architekturführer San Franciscos, ist es als das ästhetisch eindrucksvollste Hochhaus beschrieben, das so etwas wie die Verkörperung des romantischen Jazz-Zeitalters ist. In seinem Buch „Cityscapes 2. Reading the Architecture of San Francisco“ schreibt er: „ a full block of ornate Gothic-flavored masonry that ascends in jagged stages from Montgomery Street with a leap and then a scramble to a central crown.“ (S.2). Architekt George Kelham erschuf ein sich zwar äußerlich der Moderne verweigerndes Bauwerk, dass aber tatsächlich schon sehr fortschrittliche Inhalte hatte, wie die erste Tiefgarage der Stadt.

Four Seasons Hotel

Das Four Seasons Hotel ist der erste im neuen Jahrtausend fertiggestellte Hochhausbau San Franciscos. 2001 eingeweiht ist der 121m hohe Bau der beiden Büros von Gary Edward Handel & Associates und Del Campo & Maru Architects mit 277 Hotelzimmern und 142 Luxuswohnungen ausgestattet.

Park Central Hotel

Das Park Central Hotel der Architekten Hornberger + Worstell wurde 1984 eröffnet und seitdem erlebte der 114m hohe Komplex, der an die Yerba Buena Gardens grenzt zahlreiche Besitzer- und somit auch Namenswechsel.

McAllister Tower Apartments

Die McAllister Tower Apartments gehören zu den traditionsreichen Adressen des Hochhausbaus der Stadt. Das 1930 eingeweihte Haus mit einer Höhe von 94m wurde ganz im Stil des neogotischen Revivals gebaut. Der Architekt der ursprünglichen Planung war Timothy L. Pflueger, welcher aber von den Investoren gefeuert wurde und von Lewis P. Hobart ersetzt wurde, der allerdings nur wenig am Design änderte, woraufhin Pflueger in einer Klage eine hohe Entschädigung zu gesprochen wurde. Eröffnet wurde das Bauwerk als Kirche mit Hotel, was sich aber als nicht gewinnbringende Idee herausstellte. Nach 6 Jahren voller Verluste zog die Kirche aus und Ende der 1930er Jahre zog das Empire Hotel ein, dessen Glanzpunkt der „Sky Room“ war, einem Aussichtspunkt im Art Deco Stil im 24.Stock. Später wurde das Haus von Regierungsbehörden genutzt und seit 1981 gehört es zur University of California, Hastings College of the Law und bietet 248 Wohneinheiten für ihre Studenten an.

Hochhäuser in Buenos Aires

Die Skyline von Buenos Aires verrät es sehr schnell, die Hauptstadt Argentiniens ist eine Hochhausstadt, wenngleich keine ganz Gewöhnliche. Sie zählt allein 79 Wolkenkratzer mit einer Höhe von 100m und höher (Quelle wikipedia.es). Das sind mehr, als in den für ihre Skyscraper nicht unbekannten Cities, Frankfurt oder London. Auffällig ist jedoch, dass keines der Hochhäuser die Höhe von 200m erreicht (eine Ausnahme ist der noch in Bau befindliche Torre Alvear, der mit 236m Höhe eine neue Bestmarke in der Stadt setzen wird). Ebenso fällt auf, dass es keine wirklich markanten Hochhäuser gibt, die wegen ihrer Eleganz oder besonderen architektonischen Bedeutung herausstechen. Weiterhin sei bemerkt, dass es zwar zwei Hochhauszentren gibt; Catalinas Norte und Puerto Madero, dass man aber viele weitere Hochhäuser über der Stadt verteilt sieht, eine gewisse Unordnung die prägend für das Aussehen der Metropole. Buenos Aires Skyline verteilt sich daher über große Teile des Stadtgeländes, ohne das wirklich etwas herausragt.

Historisch gesehen ist das erste Hochhaus der Stadt der Palacio Barolo von Mario Palanti. Er wurde 1923 am oberen Ende der Avenida de Mayo eingeweiht, kurz vorm Palacio de Congreso. Mit seinen 22 Stockwerken auf 100m Höhe beeindruckt er heute noch durch seine eklektische Architektur, die symbolisch versucht die „Göttliche Komödie“ von Dante nachzustellen, die der Italiener Palanti als Inspirationsquelle nutzte. 1934 wurde das Barolo höhenmäßig vom Edificio Kavanagh übertroffen.  Weniger seine 120m in Richtung Himmel, als sein rational-moderner Stil beeindrucken bei diesem Hochhaus von Gregorio Sánchez, Ernesto Lagos und Luis María de la Torre. Ganz im Gegensatz zum Palacio Barolo wird hier jede Form der Ornamentierung vermieden, womit das Hochhaus ebenso eines der ersten Beispiele moderner Architektur in Argentinien ist. Ganz ähnlich wirkt das Edificio Alas, dass mit 141m (185m mit Antenne) wieder einen neuen Rekord aufstellte und diesen von 1957 bis 1994 in ganz Argentinien inne hatte. Das es jedoch 20 Jahre später als das Kavanagh gebaut wurde, sieht man dem Alas nicht an, vielmehr wirkt der Stahlbetonbau etwas aus der Zeit gefallen, denn in den 1950er Jahren war dieses Gebäude fast schon nicht mehr zeitgemäß.
Das Edificio Alas steht am Rande eines ab den 1960er Jahren geplanten und begonnen Stadtteils, des Viertels Catalinas Norte, am Rande von Retiro. Hier versuchte sich Buenos Aires, eine moderne Hochhausskyline zu geben. Das Gebiet das etwas südlich von Retiro liegt, war einst eine Industriegegend auf der Docks standen, welche aber nachdem Neubau des Puerto Novo Hafens zunehmend verödeten. Durch die Nähe zum Herzen der Stadt, hatte man 1956 einen Plan geschaffen, das Gebiet neu zu verwenden. 1961 wurde eine Gesellschaft gegründet, die für die Bebauung des Ortes zuständig wurde, aber auf Grund ökonomischer Probleme im Lande keine Erfolge erzielte. So wurde 1968 die Gesellschaft abgewickelt und Flächen an Konzerne verkauft. Ab den 1970er Jahren begann damit der Hochhausbau in Catalinas Norte mit dem Sheraton Buenos Aires & Convention Center;  dem Torre Conurban sowie dem Torre Carlos Pellegrini und dem Torre Catalinas Norte. Keines der Gebäude setzte jedoch neue Maßstäbe (weder in  der Höhe noch in der Form), sondern entsprang eher der in jener Zeit populären Linie moderner Hochhausbauten des International Style. In den 1980er Jahren kam der Bau weiterer Hochhäuser in Catalinas Norte auf Grund abermaliger wirtschaftlicher Probleme zum erliegen. Erst mit dem Neubau der Torres Alem und Catalinas Plaza im Jahr 1996 kam es zu einer zweiten Bauphase, in welcher beispielsweise der Torre IRSA und das Edificio Laminar Plaza errichtet wurden. 2001 folgte der BostonBank Tower von Cesar Pelli, der ein postmodenernes Element in das Wolkenkratzer-Viertel einstreut. In den letzten Jahren kamen dann das Hochhaus der BancoMacro ebenfalls von César Pelli und die neue Unternehmenszentrale der Bank BBVA Frances, der Torre BBVA des Architekturbüros BMA dazu, die beide zeitgemäß innovativ in ihrer Formgebung wirken.
Gleichzeitig wurden in der ganzen Stadt viele weitere Hochhäuser errichtet, die jedoch punktuell entstanden. So ist auch das momentan höchste vollendete Haus, der Torre Cavia in Palermo, ein 2009 fertiggestellter Wohnturm des Studios Aisensons. Damit ist auch gleich eine Besonderheit der Hochhausarchitektur in Buenos Aires angesprochen, die relativ hohe Anzahl an Wohntürmen. Dies findet sich ganz besonders im neuen Stadtteil Puerto Madero, dessen zahlreiche Wolkenkratzer, anders als im benachbarten Catalinas Norte, größtenteils als Wohnhäuser angelegt sind.
Puerto Madero war einst ein Hafengelände, das ab 1882 unmittelbar vor der Innenstadt entstand. Die Pläne stammten von Eduardo Madero, der dem Areal damit auch seinen Namen gab. Doch bald wurde der Hafen für die immer größer werdenden Schiffe zu klein und ein weiterer Hafen, der Puerto Novo wurde gebaut. Damit begann der Anfang des Endes des Puerto Madero, der zunehmend verfiel. Zahlreiche Pläne und Ideen wurden entwickelt für das Gebiet, das in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum liegt und damit eigentlich glänzende Voraussetzungen bezüglich seiner Lage hat. Es sollte aber Dekaden dauern, ehe etwas wirklich substanzielles passierte, erst 1989 wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die Reurbanisierung von Puerto Madero vorsah. Alte Warenhäuser wurden umgebaut; Bars, Restaurants und Museen an das alte Hafenbecken gebaut und Santiago Calatrava lieferte eine Drehbrücke, die so etwas wie das Wahrzeichen des neuen Stadtteils wurde. Seit 2000 schossen etliche Wolkenkratzer in die Höhe, die größtenteils als Wohnhochhäuser dienen und auf einer eher wohlhabenderen Klientel abzielen. So stehen im Wohnbezirk Puerto Madero die höchsten Häuser der Stadt (und nicht im Geschäftsbezirk Catalinas Norte), wobei die Höhenkrone, der 235m hohe Torre Alvear noch im Bau ist, seine Nachbarn, der Torre Renoir, die Torres El Faro, der Torre YPF oder die Torres Muliers aber alle zu den höchsten Bauwerken des Landes gehören. Diese zweite Skyline der Stadt, die sich aus Richtung des Rio de la Plata fast vor die erste schiebt wurde zu einem Zeichen für das neue Buenos Aires, mit dem gern und häufig geworben wird, dass aber glücklicherweise nur ein Teil einer weitaus vielfältigeren Stadt ist.

Hochhäuser in Warschau

Warschau gehört zu den wenigen Städten in Europa die mit einer Hochhausskyline aufwarten können. Sechs Häuser erreichen die Wolkenkratzer-Marke von 150m, womit man sich in Europa schon hinter London, Paris, Moskau, Frankfurt und Istanbul einreiht. Nach einem kurzen historischen Überblick sollen hier die wichtigsten und höchsten Gebäude vorgestellt werden.

Historischer Überblick

Der Hochhausbau in Warschau geht bis in die 1930er Jahre zurück und beginnt mit dem Prudential Hochhaus, dass 1934 schon ein stattliche Maße von 66m erreichte. Nach der verheerenden Zerstörung des 2.Weltkrieges, konnte das Haus in den 1950er wieder aufgebaut werden. Weitaus wichtiger war zu jener Zeit aber ein anderer Bau für die weitere Entwicklung der Hochhausstadt Warschau. Historischer Ausgangs- und in gewisser Weise Inspirationspunkt ist der Kulturpalast. Dieser Kollos der modernen sozialistischen Architektur wurde in den 1950er Jahren als Geschenk der Sowjetunion, in der Stadtmitte erbaut. Mit seinen 231m überragte er damals den Rest des Stadtbildes um ein Vielfaches und wurde zu einem Wahrzeichen Warschaus, das bei vielen Einheimischen allerdings zu missfallen führte. Um die solitäre Wirkung dieser Landmarke zu mildern, wurden schon in den 1970er Jahren weitere Hochhausbauten geplant und auch ausgeführt. Diesen waren schon stilistisch dem Internationalen Stil der Architektur verpflichtet. Für die damalige Zeit war das im Ostblock einzigartig und recht ungewöhnlich. Warschau hatte damit schon vor der politischen Wende 1989 vier weitere Hochhäuser, welche die Marke von 100m übersprangen. In den 1990er Jahren und insbesondere nach der Jahrtausendwende kam es zu einem regelrechten Hochhausboom in der Stadt, die das wirtschaftliche Zentrum Polens ist und das, trotz vieler Freiflächen, auch in der Höhe zeigen möchte. Dabei finden sich architektonisch der zeitgenössischen, dekonstruktiven Formensprache gehuldigte Bauwerke, wie beim Złota 44 Wolkenkratzer von Daniel Libeskind zu sehen. Noch ist ein Ende des Hochhausbooms in Warschau nicht abzusehen. Allein zwei Wolkenkratzer sind im Bau und auch wenn keiner die Höhe des Kulturpalastes überragt, scheint das doch nur eine Frage der Zeit zu sein.

Fotos und tabellarische Aufstellung der wichtigsten Hochhäuser

Name Strukturelle Höhe Höhe mit Antenne Jahr Architekt
Kulturpalast 231m 237m 1955 Lew Rudnew
Złota 44 192m 192m 2015 Daniel Libeskind
Warsaw Trade Tower 184m 208m 1999 Wyszyński, Majewski, Hermanowicz & RTKL
Rondo 1B 164m 194m 2005 SOM
Hotel Inter-Continental 164m 164m 2004 Tadeusz Spychała
Cosmopolitan Twarda 2/4 160m 160m 2014 Helmut Jahn
Warsaw Financial Center 144m 165m 1998  A. Epstein & Sons International und Kohn Pedersen Fox
Oxford Tower 140m 150m 1979 Jerzy Skrzypczak, H. Świergocka-Kaim, Wojciech Grzybowski
Centrum LIM 140m 170m 1989 Jerzy Skrzypczak, Andrzej Bielobradek und Krzysztof Stefański
Twarda Tower 128m 128m 2002  Apar-Projekt and Arca A&C
ORCO-Tower 115m 115m 1996 Lorenzo Martinoia, Jacek Sokalski und Amadeo Strada
Millennium Plaza 112m 122m 1999 Vahap Toy
Intraco I 107m 138m 1975 Byggnadsproduktion AB
Łucka City 106m 112m 2004 Maria Berko-Sas und Marek Sedzierski
Novotel Warszawa Centrum 106m 111m 1974 Sten Samuelson
Złote Tarasy 105m 105m 2007  The Jerde Partnership
Blue Tower Plaza 100m 120m 1991 Lech Robaczyński und Marzena Leszczynska
Prudential Tower 66m 66m 1934 Marcin Weinfeld, Stefan Bryła und Wenczesław Poniż
In Bau:
Warsaw Spire 220m 220m ???? Jaspers & Eyers Partners

Beschreibung der Hochhäuser

Der Kulturpalast oder auf polnisch (Pałac Kultury i Nauki) ist das dominanteste und höchste Gebäude der Stadt Warschau und gleichzeitig auch das Höchste Polens. Zu seiner Einweihung 1955 war er mit 231m Höhe der zweithöchste Wolkenkratzer Europas. Architekt Lew Rudnew war schon verantwortlich für den Bau des Hauptgebäudes der Lomonossow-Universität in Moskau, dem damals höchsten Haus Europas. Da der Kulturpalast ein Geschenk der Sowjetunion an Polen war, wurde er auch mit den Planungen des Kulturpalast beauftragt. Auch hier orientierte sich Rudnew am damaligen Baustil des sozialistischen Realismus, der im Hochhausbau Ähnlichkeiten zu amerikanischen Hochhäusern der 1930er Jahre aufweist. Der Kulturpalast, der nur 9m kleiner als das Hauptgebäude der Lomonossow ist, wurde anfangs sogar nach dem sowjetischen Diktator Josef Stalin benannt. So wurden neben ästhetischen Bedenken insbesondere sein symbolischer Gehalt zum Grund, warum das Bauwerk nie sonderlich populär bei den Einheimischen wurde. Auf den 123.000m² Nutzfläche fanden und finden sich noch heute einige bemerkenswerte Einrichtungen, wie Kinos, Theater und Museen. In der 30.Etage ist eine Aussichtsetage eingerichtet, von der Warschauer sagen, dass sie den schönsten Blick auf die Stadt ermöglichen, insbesondere weil man von dort nicht den Kulturpalast sehen könne. Tatsächlich ist die Auffahrt jedoch äußerst populär und gerade am Wochenende mit einiger Wartezeit verbunden. Architekturgeschichtlich und Städteplanerisch ist der Einfluss des Kulturpalastes auch nicht zu unterschätzen, denn fast alle weiteren Hochhausbauten  versuchen seine Dominanz im Stadtbild einzudämmen. So liegen die meisten Hochhäuser der Stadt in unmittelbarer, allerdings stadtauswärtsgerichteter Nachbarschaft zum Kulturpalst.

Złota 44 ist Warschaus neuestes Hochhaus und gleichzeitig der erste Wolkenkratzer des in Lodz geborenen Stararchitekten Daniel Liebeskind in seinem Geburtsland. Das in der Formensprache des Dekonstruktivismus gehaltene 192m hohe Bauwerk ist ein reiner Wohnturm, der nach seiner Adresse benannt wurde und in unmittelbarer Nachbarschaft des Kulturpalastes steht. Seine Form ergibt sich aus einem nach oben gezogenen Würfel mit einer Glasfassade, welche die Form eines Segels annimmt. Die Bauarbeiten, die 2007 begannen, wurden von zahlreichen finanziellen Schwierigkeiten begleitet. 2009 wurden die Bauarbeiten gestoppt und erst ein Jahr später wieder aufgenommen. Auch der beabsichtigte Fertigstellungstermin 2012 konnte nicht gehalten werden und so ist für 2015 die Eröffnung geplant.

Der Warsaw Trade Tower gilt für viele als zweithöchstes Gebäude der Stadt, erreicht seine 208m aber nur mit einer Antenne, was für Warschauer Hochhäuser nicht untypisch ist. Die strukturelle Höhe beträgt 184m. Die polnischen Architekten Wyszyński, Majewski, Hermanowicz & RTKL schufen einen Bau mit 43 Geschossen der im aufstrebenden Stadtteil Wola liegt. Nach oben hin verjüngt sich der Turm, ebenso verändert sich seine quadratische Steinfassade in eine geschwungene Glashaut. Es erinnert damit, an die noch bis in die 1990er Jahre hin beliebte Form, die an die Postmonderne anknüpft und verschiedene Stilformen und Verkleidungen in einem Haus vereinigt. Heutiger Hauptmieter des 1999 eröffneten Bauwerks ist der Versicherungskonzern AXA.

Das Rondo 1B wurde 2006 eröffnet, nach rund 3 Jahren Bauzeit. Geplant wurde es vom renommierten amerikanischen Büro SOM. Bei SOM war Larry Oltmanns für den Bau verantwortlich. Auf 40 Etagen erschließen sich 70.000m² Nutzfläche bei einer strukturellen Höhe von 164m, mit Antenne misst der Bau 194m.

Das Hotel Intercontinental ist das dritthöchste Hotel Europas und erreicht 164m, Das 5-Sterne Haus der Intercontinental Gruppe wurde 2004 eröffnet und hat 326 Gästezimmer, 77 Suiten und 12 Konferenzräume sowie diverse Serviceeinrichtungen wie Spa, Sauna, Restaurants und als Highlight einen Pool in 150m Höhe mit Blick über die Stadt. Es soll sich dabei um das höchste Schwimmbad Europas handeln. Die Pläne für das Haus stammen von Tadeusz Spychała, einem polnisch-österreichischen Architekten, der die Eröffnung des Hotels leider nicht mehr miterlebte. Die äußerliche Besonderheit des Hauses, die freistehende Nordostecke wurde auf Drängen der Anwohner eingesetzt, da diese vorher massiv gegen eine Verschattung ihrer Wohnungen protestierten.

Das Cosmopolitan Twarda 2/4 ist ein Nobelwohnhochhaus, das ebenso zum Hochhausbezirk der Stadtmitte von Warschau gehört. Es erreicht eine Höhe von 160m und wurde im Sommer 2013 fertiggestellt. Das Projekt geht bis in das Jahr 2006 zurück, als der polnische Architekt Stefan Kuryłowicz für die Fundation Shalom ein Wohnhochhaus entwarf. Nach einem Projektpartnerwechsel wurde Helmut Jahn beauftragt den Wohnhochhausturm neu zu planen, der dann ab 2010 in Bau ging. Das Haus bietet Platz für 252 Wohneinheiten und vier Penthäuser in den obersten Etagen.

Das Warsaw Financial Center steht an der Kreuzung von Emilii Platter und Swietokrzyzka und liegt damit an der Ecke des Hochhausblockes der Emilii Plater Straße. Das Stahlbeton Bürohochhaus wurde 1998 fertiggestellt. Zwei Büros zeichneten sich verantwortlich für den Entwurf, A. Epstein & Sons International und Kohn Pedersen Fox. Sie schufen ein 144m hohes Haus, dass mit dem aufgesetzten Mast sogar eine Höhe von 165m erreicht. Das Gebäude besteht aus einem 6-geschossigen Sockel, der in etwa die Höhe der umliegenden Nachkriegshäuser hält und einem aufgesetzt wirkenden Turm. Der verglaste Turmschaft schießt rechteckig in die Höhe und wird von einem bogenförmigen Grantteil quasi eingerahmt.

Der Oxford Tower gehört zu den Hochhäusern im Internationalen Stil, die noch vor der politischen Wende 1989 gebaut wurden, hier genauer gesagt in den 1970er Jahren. Die Pläne von Jerzy Skrzypczak, H. Świergocka-Kaim und Wojciech Grzybowski wurden von einer schwedischen Baufirma ausgeführt, die das Haus 1979 übergab. Südlich des Zentralbahnhofes sollten noch weitere Hochhäuser entstehen, wie das nur 150m entfernte Centrum LIM, um die Dominanz des Kulturpalastes in der Stadtsilhouette abzuschwächen, letzteendlich blieb es aber bei den beiden Häusern, insbesondere weil die Mittel begrenzt waren. Das 140m hohe Bürohaus trägt noch eine 10m hohe Antenne und erlebte nach seiner Eröffnung zahlreiche Namenswechsel. Heute steht eine Sanierung des Gebäudes an, gleichzeitig soll in unmittelbarer Nachbarschaft ein weiteres Hochhaus, quasi als Zwillingsturm, das Oxford II entstehen.

Das Centrum LIM ist das jüngere der beiden südlich des Zentralbahnhof errichteten Hochhäusern. Es wurde 1989 eingeweiht und erreicht ebenso eine Höhe von 140m, hat allerdings eine größere Antenne, die bis zu einer Höhe von 170m aufragt. Die Architekten Jerzy Skrzypczak, Andrzej Bielobradek und Krzysztof Stefański ließen einen dunkelgrün verglasten Turm bauen, der 42 Etagen enthält und aus einem dreigeschossigen Flachbau aufragt, dass ein Einkaufszentrum beherbergt. Der Name LIM setzt sich übrigens aus den drei Gesellschaftern des Hauses zusammen, der polnischen Airline LOT, dem Baukonzern Ilbau und der Hotelkette Marriott, welche in den oberen 20 Stockwerken ein Hotel betreibt.

Der Twarda Tower der Büros Apar-Projekt and Arca A&C weißt einige bauliche Besonderheiten auf, besonders der an der Südfassade entlang gehende schräg verlaufende Aufzug. Der für Warschau typische Aufbau einer Antenne wurde zugunsten eines Hubschrauberlandeplatzes eingespart. Kurios ist auch, dass es keine 13.Etage gibt, sondern dem 12. gleich das 14.Stockwerk folgt. Der 128m hohe Bau bietet insgesamt 42.000m² Nutzfläche. Eine auf dem Dach geplante öffentliche Aussichtsterrasse wurde allerdings nicht baulich umgesetzt.

Der ORCO-Tower liegt offiziell schon im Stadtteil Ochota, befindet sich aber noch an der Kreuzung Jerozolimskie und Chalubinskiego auf der anderen Straßenseite des Centrums LIM. Der 1996 abgeschlossene Bau von Lorenzo Martinoia, Jacek Sokalski und Amadeo Strada ist im postmodernen Glasbaustil der verschachtelten geometrischen Elemente gehalten. Der 115m hohe Büroturm gehört der ORCO Gruppe, welche auch Namensgeber des Gebäudes ist.

Der Millennium Plaza liegt schon etwas weiter westlich der Warschauer Innenstadt in etwa in einer Höhe mit dem Warsaw Trade Tower und der neu entstehenden Warsaw Spire. In einem eher durch 6-geschossige Häuser bebauten Gebiet ragt der 112m (mit Aufbauten 122m) Büroturm heraus. Der Investor war ein türkisches Unternehmen, das die 45 Millionen Baukosten stemmte und der erste Namensgeber des Hauses war (nach der Firma Reform Investment wurde es Reform Tower benannt). Architekt Vahap Toy ließ einen stark an türkische Traditionen orientierten Bau projektieren, mit zahlreichen Orientalen Zierelementen. Bis zum 6.Geschoss befinden sich ein Einkaufszentrum und eine Konferenzetage. Obwohl 1999 fertiggestellt wurde es 2002 schon an eine niederländische Firma verkauft, die dem Haus den neuen Namen Millenium gaben.

Das Intraco I ist eines der ersten Hochhäuser Warschaus und wurde schon 1975 fertiggestellt. Seine Architektur im Stile des damals dominanten Internationalen Stils stammt vom schwedischen Architektur- und Bauunternehmen Byggnadsproduktion AB. Das schlichte aber sehr elegante Haus erreicht 107m, mit Antenne sogar 138m. Anfangs war es ähnlich dem etwa gleichaltem Novotel verkleidet und erhielt 1999 eine komplett neue Vorhangfassade. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch ein 39.Stockwerk aufgesetzt, dass aber nur über eine Treppe erreichbar ist, da die Aufzuganlagen nicht weiter ausgebaut werden konnten.

Die Łucka City gilt als Warschaus hässlichstes Hochhaus. Tatsächlich ist man erstaunt, dass dieser Koloss erst 2004 eröffnet wurde und nur etwas mehr als 10 Jahre alt ist. Die Architekten Maria Berko-Sas und Marek Sedzierski lieferten einen monumentalen 106m (mit Antenne 112m) Bau, der 342 Wohnungen beinhaltet, sowie Serviceeinrichtungen, Büros und unterirdische Parkplätze. Kritisiert an diesem sehr uninspiriert wirkenden Haus werden besonders die fehlende Filigranität und Leichtigkeit.

Das Novotel Warszawa Centrum war das erste Hochhaus in Warschau, dass dem Kulturpalast folgte. Die staatliche Touristikagentur Orbis beauftragte die schwedische Firma Skanska mit dem Bau eines Hotelhochhauses. Architekt Sten Samuelson lieferte einen modernen Zweckbau, der sich 106m in die Höhe schraubte, 1974 eröffnet wurde und eines der ersten Hotels der Stadt mit westlichen Standards war. Wegen seiner dunkelgelben Fassade hatte man aber schnell den Eindruck, dass diese stark verschmutzt sei. Das Ganze änderte sich mit einer grundlegenden Sanierung 2002, als die französische Kette Novotel das Haus übernahm und dem Haus einen weißen Anstrich verpasste.

Die Złote Tarasy (die „Goldenen Terrasen“) sind ein Multifunktionskomplex mit zwei Bürogebäuden und einem Einkaufszentrum. Das Architekturbüro The Jerde Partnership entwickelte auf 225.000m² Grundfläche ein 200 Shops und Restaurants umfassendes Einkaufszentrum und ein Multisaal Kino. Abgerundet wird dieser Teil von einer spektakulär gewölbten Glaskuppel. Die zwei zum Komplex gehörenden Bürotürme Lumen und Skylight schließen sich in nördliche Richtung an und stehen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Złota 44. Mit einer Höhe von 105m scheinen sie aber in der dominanten Nachbarschaft fast unterzugehen. Insgesamt kostete das Projekt rund 500 MillionenEuro und war die teuerste Baustelle der jüngeren Stadtgeschichte.

Das Blue Tower Plaza befindet sich auf historischen Grund, denn bis 1944 stand hier die Große Synagoge Warschaus, die nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto von den deutschen Besatzern dem Erdboden gleich gemacht wurde. Die ersten Planungen für die Neubebauung entstanden schon in den 1950er Jahren, eigentliche Bauarbeiten für ein 80m hohes Haus wurden 1965 aufgenommen. Es entstand ein Bauwerk mit goldeloxierter Aluminiumfassade, dass jedoch nie fertiggestellt wurde, weil es Probleme mit dem Fundament gab. Die Warschauer nannte die Baustelle scherzhaft, das „Goldene Hochhaus“, der Weiterbau verzögerte sich, da es neben Eigentumsstreitigkeiten auch Diskussionen gab, ob man auf dem Gelände der Synagoge ein Hochhaus bauen sollte. Nach erneutem Anfang der Arbeiten 1974 und einem weiteren Stopp 1980 übernahmen 1986 die Architekten Lech Robaczyński und Marzena Leszczynska von der Firma Wadeco die Arbeiten. Die Fassade wurde in ein verspiegeltes Himmelblau verändert, um das Bild in der Skyline der Stadt zu mäßigen, denn der Blue Tower Plaza kommt von allen Hochhäusern der historischen Altstadt am nähsten. 1991 waren die Bauarbeiten fertiggestellt.

Warschaus erstes Hochhaus war das Prudential Hochhaus, das 1934 eröffnet wurde und 66m Höhe erreichte, eine für die Zwischenkriegszeit in Europa nicht zu unterschätzende Höhe. Die Architekten  Marcin Weinfeld, Stefan Bryła und Wenczesław Poniż erdachten einen Stahlskelettbau, der im Stil des Art Déco geformt wurde. Auftraggeber war die polnische Dependance der britischen Versicherung Prudential. Schon 1936 wurde auf dem Dach, die erste experimentelle Fernsehantenne Europas installiert, die immerhin 15m maß. Die Kämpfe des 2.Weltkriegs führten fast zur vollständigen Zerstörung des Hauses, das mehr oder weniger nur noch als Stahlgerüst existierte. Nach dem Krieg wurde es zu einem Symbol der Zerstörung der Stadt Warschau. Man beschloss den Wiederaufbau, der 1954 fertiggestellt wurde. Wieder war Architekt Marcin Weinfeld federführend beim Aufbau beteiligt. Aus dem Bau wurde nun ein Hotel, das nach der Stadt benannt war und eine neue Verkleidung im Stil des sozialistischen Realismus bekam. 2003 wurde der Hotelbetrieb eingestellt und zur Zeit wird das Haus umgebaut, um wieder die alte Art-Decó Fassade wieder zu bekommen.

Die Warsaw Spire ist momentan Warschaus höchste Baustelle und beinhaltet einen Komplex aus drei Häusern, dessen höchstes Bauwerk 220m Hoch sein und von 55m hohen Seitentürmen eingerahmt wird. Das belgische Büro Jaspers & Eyers plante die Bauwerke die 2015 oder 2016 fertiggestellt werden sollen.

Hochhäuser in Düsseldorf

Düsseldorf als eine Hochhausstadt zu bezeichnen wäre sicherlich übertrieben, dennoch prägen einige Gebäude von nicht unerheblicher Höhe das Stadtbild. Unter den Top 100 Deutschlands der höchsten Häuser befinden sich nur 4 in Düsseldorf, dennoch reicht diese Zahl aus, um den 7.Platz im Hochhaustädteranking einzunehmen.
Kein Wolkenkratzer, aber die Höhendominante in Düsseldorf ist der Rheinturm, der mit 240m fast doppelt so hoch, wie das höchste Haus der Stadt ist. Dieses ist mit 125m Höhe der ARAG-Tower, der den Zweitplazierten, das LVA-Hauptgebäude gerade mal um 2m übersteigt. Auffällig ist dabei das Düsseldorf kein zusammenhängendes Hochhausgebiet hat, sondern diese zumeist als Monolithen und Landmarken einzelner Stadtteile das Bild der Stadt prägen. Lediglich im Medienhafen befinden sich mehrere höhere Gebäude, wobei das SIGN! Mit 76m auch schon am meisten Richtung Himmel ragt.

Historisch gesehen ist zu bemerken, dass schon in den 1920er Jahren mit dem Wilhelm-Marx Haus ein damaliger Riese in Europa entstand, der immerhin 57m Höhe erreichte und ein wundervolles Beispiel der Backsteinarchitektur der 1920er Jahre ist. Noch bemerkenswerter ist jedoch das Dreischeibenhaus aus dem Jahr 1960. Es ist nicht nur ein Paradebeispiel für die moderne Architektur des „Internationalen Stils“, sondern ist gleichzeitig ein Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung Nachkriegsdeutschlands. Ikonenhafte Gebäude wie diese wurden, was den Bau von Hochhäusern betrifft nicht nachgelegt (im Gegensatz zum vieldiskutierten deskonstruktivistischen „Neuen Zollhof“ von Frank Gehry). Trotzdem sind die Höchhäuser Düsseldorfs einen näheren Blick wert.

Die Landmarke Düsseldorfs ist der Rheinturm von Harald Deilmann aus dem Jahr 1982. Er ist damit der letzte Fernsehturm (und damit natürlich kein Hochhaus), der in Deutschland gebaut wurde und gleichzeitig der 10. höchste des Landes. Er liegt am Rheinufer zwischen dem Parlamentsgebäude Nordrhein-Westfalens und dem Medienhafen und ist damit fester Bestandteil der Silhouette der Stadt. Das Vorhaben einen Rheinturm zu bauen ist schon älter. Schon zu Beginn des 20. Jahrhundert gab es Pläne einen gusseisernen Turm zu errichten. Ähnlich konstruiert wie der Eiffelturm, sollte er aber sogar 500m Hoch werden. Die Pläne wurden letztlich verworfen.  Die Notwendigkeit einen Fernmeldeturm zu bauen wurden in den 1970er Jahren wieder aktuell. Der Turm sollte dem Fernsprechverkehr dienen, gleichzeitig aber auch ein Wahrzeichen der Stadt werden und Publikumsverkehr anziehen. Die Bauarbeiten begannen 1979, schon Ende 1981 konnte die Bundespost einziehen und am 1.März 1982 wurde der Rheinturm für Besucher geöffnet. Anfangs war der Rheinturm ein Solitär am Ufer, später entstanden aber der Landtag (1988) und die Gehry Bauten des Neuen Zollhofes im neu entstehenden Medienhafen und das Stadttor, die nun allesamt Nachbarn sind.
Das Bauwerk beginnt mit einem Turmfuß, in welchem sich der Empfangsbereich für die Besucher befindet. Darüber startet der Turmschaft, welcher Anfangs einen Durchmesser von 17,4m hat und sich bei 150m Höhe schon auf 8,6m verjüngt. In einem 60 Grad Winkel schließt sich der Turmkorb an, der an seinem Dach auf 179m Höhe immerhin einen Durchmesser von 35m erreicht. Im Turmkorb befinden sich eine offene Aussichtsplattform, eine geschlossene Aussichtsplattform und ein Drehrestaurant, sowie zwei von außen nicht sichtbare Betriebsgeschosse. Über dem Korb befinden sich noch drei Antennenplattformen (eine ist auf dem Dach des Korbes untergebracht). Damit bekommt der Turmkorb seine Form eines Kelches.
Eine weitere Besonderheit des Rheinturms ist die Lichtskulptur, die an der Nordseite des Schaftes angebracht ist. Es handelt sich dabei um eine vom Künstler Horst H. Baumann erdachte Uhr, die laut Guinness-Buch die größte dezimale Zeitskala der Welt ist. Sie besteht aus 39 übereinander liegenden Bullaugen-Lampen, die sich durch rote Flugsicherungslampen getrennt in drei Gruppen (Stunden, Minuten, Sekunden) aufteilen Es gehört zu einer Düsseldorfer Tradition, Gäste der Stadt dort die Zeit ablesen zu lassen.

Das ARAG Hochhaus  ist das höchste Haus Düsseldorfs und misst 125m. Das 2001 eröffnete Haus wurde vom Büro Norman Foster in Zusammenarbeit mit Rhode Kellermann Wawrowsky geplant. Es umfasst 32 Etagen und bietet Platz für 950 Personen. Trotz vier Gartenetagen und Doppelfassade, welche die Frischluftversorgung bedienen soll, ist auch im ARAG-Tower eine Klimaanlage notwendig, jedoch ist der Primärenergieverbrauch im Vergleich zu anderen Hochhäusern sehr sparsam. Der ARAG Tower liegt rund 4km nördlich der Innenstadt am Mörsenbroicher Ei und taucht daher im Stadtbild eher am Rande auf.

Das LVA Hauptgebäude liegt im südlich der Innenstadt befindlichen Stadtteil Friedrichstadt. Mit 123m ist es nur zwei Meter kleiner, als der ARAG-Tower. 1978 eröffnet, ist es der Sitz der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, die früher Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz hieß und dem Gebäude seinen Namen gab. Architekt Harald Deilmann schuf vier Bürotürme, die aneinander liegen, wobei der Niedrigste 78m misst. Da es in der Nähe des GAP 15 liegt, ist der monolithische Charakter des LVA Hauptgebäude weniger gegeben wie beim ARAG-, oder Victoria-Hochhaus.

Das Victoria-Haus misst 108m und ist damit Düsseldorf dritthöchstes Gebäude. Es liegt im Stadtteil Pempelfort, nicht weit entfernt vom Rheinufer und beherbergt auf 29 Etagen den Hauptsitz der ERGO Versicherung. Das von 1994 bis 98 gebaute Haus wurde von HPP Hentrich-Petschnigg & Partner entworfen und sticht aus einem Gebäudekomplex heraus in welchem insgesamt 4.500 Menschen arbeiten. Der zylindrische Turm mit seiner Doppelverglasung lässt es, dass keine Klimaanlage zum Einsatz kommen muss. Eine Besonderheit ist die wie ein Pfeil wirkende Solaranlage auf dem Dach des Hauses.

Das Dreischeibenhaus ist eine der Ikonen des internationalen Stils in Europa und ein Leitbild für modernes Bauen. Die Düsseldorfer Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg lieferten zusammen mit den jungen Architekten Fritz Eller, Erich Moder und Robert Walter ein Gebäude das an drei parallel zueinander aufrechtstehenden Brammen erinnert. Obwohl im amerikanischen Hochhausbau der Modernismus des International Syle schon seinen Höhepunkt überschritten hatte, ist das Dreischeibenhaus für den europäischen Bau der Moderne beispielhaft. Bauherr war die Phoenix Rheinrohr AG vereinigte Hütten- und Röhrenwerke, die 1964 von der Thyssen AG übernommen wurde, welche 1999 wiederum mit dem Krupp-Konzern fusionierte. Dementsprechend veränderte sich immer wieder die Namensgebung des Hauses, welches nach dem Auszug des Konzerns (da er in Essen ein neues Hauptquartier bauen ließ) nun nach seiner Form benannt ist.
Die mittlere Scheibe ist mit 96m der höchste Gebäudeteil und gibt 26 Etagen Platz. In den Fugen der Scheiben befinden sich die Serviceeinrichtungen des Skelettbaues, dessen Fassade aus Edelstahl, Aluminium und Glas besteht. Durch diesen Grundriss erlebt das Haus funktionale Defizite, die schon damals bemängelt wurden. Gleichneben dem Hochhaus steht das Schauspielhaus Düsseldorf, dass architektonisch das Gegenteil der rationalen Eleganz des Dreischeibenhauses ist und ein sehr gelungenes Beispiel für die Architektur des organischen Bauens darstellt. Heute wird das Gebäude für neue Mieter wiederum vom Büro HPP umgebaut.

Das GAP 15 verdankt seinen Namen seiner Adresse, denn es steht am Graf-Adolf-Platz 15. Es liegt auf dem ehemaligen Areal der Post und besteht aus einem 24 geschossigen Hochhaus und einem 5 geschossigen historischen Flachbau, die durch ein Glasdach miteinander verbunden sind. Der Grundriss des Hochhauses besteht aus der Form zweier ineinander verschränkter Ellipsen. Der Entwurf stammt vom Düsseldorfer Büro JSK und wurde von 2003 bis 2005 erbaut.

Das Vodafone Hochhaus war das erste Hochhaus das nach dem 2. Weltkrieg erbaut wurde und es ist gleichzeitig das einzige Hochhaus was innenstädtisch direkt am Rheinufer steht. Es wurde 1956 bis 1958 erbaut, nach den Plänen der Architekten Egon Eiermann und Paul Schneider-Esleben. Der Bauherr war die Mannesmann AG, nach der das Haus benannt wurde (nach deren Übergang in den vodafone Konzern, wurde auch der Name des Hauses verändert). Das 88,5m hohe Gebäude war eines der ersten Hochhäuser nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland und gilt neben dem Dreischeibenhochhaus als ein Symbol des Wirtschaftswunders. Es ist eine Stahlskelett-Konstruktion mit einem massiven Stahlbetonkern. Gleich neben dem Gebäude steht das (alte) Mannesmann-Haus von Peter Behrens aus dem Jahr 1911.

Das Sky Office gehört zu den neuesten Düsseldorfer Hochhausbauten. Das Bürogebäude wurde 2009 eröffnet und erreicht 89m Höhe. Der Entwurf stammt von Ingenhoven Architekten, die einen elegant geschwungenen Baukörper entwarfen. Laut Architekten ist das Haus dafür gedacht zwei Adressen in einem Solitär zu vereinigen.

Das SIGN! ist das höchste Haus im Gelände des Medienhafens. Es wurde 2010 eröffnet und misst 76m. Architekt Helmut Jahn plante einen verglasten 20-Geschosser, der in der Eigenwerbung selbstbewusst davon spricht, ein neues Landmark der Stadt zu sein. Dafür ist er allerdings zu niedrig und auch innerhalb des Medienhafens zu randseitig.

Das Architektenbüro Petzinka, Overdiek und Partner entwarfen das Stadttor, dass nicht nur dafür bekannt ist, dass in der oberen Etage des 72m hohen Bürohauses der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens mit seiner Staatskanzlei residiert. Gleich neben dem Rheinturm gelegen ist das Stadttor, dass 1998 eingeweiht wurde, ein wirklicher Hingucker. Das Grundriss entspricht einem Parallelogramm, mit einem 65m hohen Atrium das von drei Attikkageschossen nach oben hin begrenzt wird und dem Bürogebäude durch die Gläserne Fassade auch von außen her den Charakter eines Tores gibt. Verstärkt wird dieser Eindruck vom unmittelbar in der Nähe beginnenden Rheintunnel, der unterhalb des Bauwerkes entlang führt und zum Teil als Fundament genutzt wird. Das Haus hat eine Doppelfassade. Zwischen innerem und äußerem Fassadenteil besteht ein 1,4m breiter Korridor, der ein begehbarer Klimapuffer ist und zur natürlichen Belüftung des Hauses beiträgt.

Das Hochhaus der Stadtsparkasse Düsseldorf entstammt eigentlich aus dem Jahr 1964 von den Architektenbüros Pfennig & Sieverts, Roskotten & Kraemer. Im Jahr 2000 bauten aber Ingenhoven Architekten das Haus in seiner heutigen Form um und schufen72m hohen Büroturm.

Im Medienhafen finden sich weitere Hochhäuser. So wie die Hafenspitze 1 und 2, zwei um 180 Grad gedrehte Zwillingstürme, die von der Hotelkette Hyatt genutzt werden. Die 2010 fertiggestellten 65m hohen 19-Geschosser stehen auf einem umlaufenden Sockel, welcher öffentlich begehbar ist und die Spitze des westlichen Teils des Medienhafens darstellen, auf welchem sich vor der Bebauung noch der Club „Monkey Island“ befand. Das DOCK misst eine Höhe von 63m und stammt vom niederländischen Architekten Jo Coenen. DOCK steht im Übrigen für Düsseldorf Office Center Kaistraße. Auch das Colorium  des Briten William Allen Aslop ist im Medienhafen kaum zu übersehen, was aber nicht an der Höhe von 62m liegt, sondern an der farbenfrohen Fassade und dem roten auskragenden Technikgeschoss. Obwohl 2001 als Bürohaus eröffnet wurde es 2013 zu einem Hotel umgebaut.

Das Wilhelm Marx Haus war das erste Hochhaus der Stadt Düsseldorf und erreichte im Jahr 1924 immerhin stattliche 57m Höhe. In den 1920er Jahren wollte man auch in Düsseldorf ein neuartiges Hochhaus bauen, was die wirtschaftlichen Ambitionen  der Stadt unterstreichen sollte. Wilhelm Kreis setzte sich in einem Wettbewerb mit einem 12 geschossigen Turmbau und zwei sechsgeschossigen Seitenflügelns durch. Der Stahlbetonbau wurde bis in die 2.Etage mit Muschelkalk verkleidet, darüber liegend, mit dem zeitgenössisch geschätzten roten Ziegeln. Benannt wurde es nach dem Düsseldorfer Bürgermeister Wilhelm Marx, der übrigens nicht mit dem dreimaligen Reichskanzler der Weimarer Republik verwechselt werden sollte.

Hochhäuser in Madrid

Lage und historische Entwicklung | Überblick über Madrids Hochhäuser | Beschreibung der Hochhäuser | Karte

Lage und historische Entwicklung

Madrid ist für europäische Verhältnisse durchaus eine Hochhausstadt. Unter den europäischen Städten steht sie auf Platz sieben, was die Anzahl der Wolkenkratzer betrifft (dafür reichen schon 5 Häuser mit über 150m Höhe aus). Die vier höchsten Wolkenkratzer Spaniens stehen alle in Madrid und zwar alle nebeneiander, was eher ungewöhnlich, aber ein Merkmal der Stadt ist. Madrid besticht darin, dass viele Hochhäuser in zusammengefassten Gebieten stehen. Herausragend ist das Viertel CTBA („Cuatro Torres Business Area“ = „Vier Türme Geschäftsgebiet“), das am nördlichen Rand der Stadt liegt, sowie das davon rund 3 km stadteinwärts gelegene Gebiet AZCA. Dazwischen finden sich immer wieder vereinzelte Hochhäuser, die entweder an der Straße „Gran Via“ im Zentrum, oder an der „Paseo de la Castellana“ liegen, die aus dem Zentrum nach Norden herausführt (und zwar an AZCA vorbei bis nach CTBA). Durch Madrids Größe und die Zergliederung der Hochhäuser in einander entfernte Gebiete, ist eine einheitliche Hochhausskyline, wie man sie aus Frankfurt kennt, nicht vorhanden, die Stadt wird daher nicht von seinen Hochhäusern dominiert, sondern sie tauchen in ihrer Silhouette (zumeist am Rande) auf.

Historisch gesehen begann die Geschichte der Hochhäuser in Spaniens Hauptstadt sehr früh. Mit dem Edificio Telefónica bekam die Stadt bereits 1929 sein erstes, vielgeschossiges Haus mit einer für damalige europäische Verhältnisse erstaunlichen Höhe von 89m (nur wenige Meter niedriger als das höchste europäische Gebäude zu damaliger Zeit, das Liverpooler Royal Liver Building). Es entstand auf Madrids neuer Prachtstraße der Gran Via, die sich von Ost nach West durch die Innenstadt zog. Am westlichen Ende der Straße, wenn diese auf dem Plaza España mündet, wurden in den 1950er Jahren zwei weitere monumentale Hochhäuser gebaut, welche zum Glanz der franquistischen Hauptstadt beitragen sollten. Sowohl das 117m hohe, im rötlichen Ton gehaltene, Edificio España, als auch der weiße Torre de Madrid (124m) sind beide von den Architektengebrüdern Joaquín und Julián Otamendi erdacht und versinnbildlichen die Zurschaustellung der Potenz des „neuen Spaniens” und der weltstädtischen Metropole Madrids unter Franco.
Für die Hochhausentwicklung der Stadt tritt in den Folgejahren eine zweite Straße auf den Plan, der Paseo de la Castellana (früher noch Avenida del Generalísimo genannt). Dieser führt von der Innenstadt am Plaza Colon über 6km nach Norden. Neben Botschaften, Banken und Geschäftshäusern, gibt es zwei Dominanten die diese lange Straße heute prägen. Auf der Hälfte der Strecke gelegen ist dies AZCA, das erste Hochhausviertel Spaniens. Die Pläne dafür reichen zurück bis Jahr 1946 (Plan Bidagor). Sie sahen vor den schnell wachsenden Madrider Norden, ein hochaufschießendes modernes Zentrum zu geben. Das sogenannte AZCA (ein Akronym für Asociación Mixta de Compensación de la Manzana A de la Zona Comercial de la Avenida del Generalísimo de Madrid) sollte mit U-Bahn Anschluss und zahlreichen Geschäfts- und Wohnhäusern auf einem mehr als 200ha großem Areal Platz für die Stadt der Zukunft bieten. Auch ein Botanischer Garten und eine neue Oper wurden in die Planungen aufgenommen, jedoch nie verwirklicht. Die Bauarbeiten begannen in den 1970er Jahren und erreichten mit dem 1988 fertig gestellten Torre Picasso ihren Höhepunkt. Damit hatte Madrid ein neues höchstes Haus und seinen ersten Wolkenkratzer. Im Laufe der Jahre jedoch verfällt der Glanz von ASCA etwas. Zwar sind auch heute noch viele Büros vermietet und die Geschäfte ziehen immer noch Konsumenten in Scharen an, aber eine merkwürdige Leere macht sich in den Fußgängerpassagen zwischen den Hochhäusern breit, die nur spärlich von Skateboardern oder Spaziergängern genutzt werden und eher als Durchgang fungieren, denn als urbaner Ort. An den überdachten Flächen liegen manchmal Bettler herum und in den Tiefgeschossen finden sich nicht nur Diskotheken, sondern auch weitere Geschäfte mit einschlägigem Ruf.  Hochhaustechnisch wurde dieses kleine Manhattan Spaniens zu Beginn des 21. Jahrhunderts abgelöst, als 3km weiter nördlich am Ende der „Castellana“ das schon erwähnte CTBA gebaut wurde, dessen Hochhausdimensionen alles auf der iberischen Halbinsel in den Schatten stellt. Gleich alle vier Wolkenkratzer überflügelten die bis dato in Spanien unerreichte Gebäudehöhe von 200m. Dieses neue Finanz- und Wirtschaftsgebiet entstand auf dem ehemaligen Trainingsgelände von Real Madrid, dass der Verein äußerst gewinnbringend veräußern konnte (durch die Einnahmen aus dem Verkauf, der erst durch eine – mindestens bei Fußballfans umstrittene – Umwidmung von Parkflächen in Bauland gelang, konnte der Verein sich komplett entschulden und danach sein „Galacticos“ Programm starten d.h. den Kauf der damalig sehr teuren Stars wie Zidane, Beckham oder Figo finanzieren). Die Türme können als die neuen Markierungspunkte von Madrid gelten, denn von fast jedem Aussichtspunkt sind sie bis weit hinaus ins Land auszumachen. Problemlos kann man sie bei guter Sicht von El Escorial Schloss (45km von Madrid entfernt) oder der Sierra Guadarrama (rund 60km von Madrid entfernt) CTBA erkennen, wobei durch die gestaffelte Anordnung nicht immer alle vier Wolkenkratzer zu sehen sind.

Überblick über Madrids Hochhäuser

In der folgenden Übersicht sehen Sie alle Hochhäuser dieses Kapitels, die sie in der aufgeführten Reihenfolge weiter unten im Text mit einer kleinen Beschreibung finden können. Alle Gebäude mit einer Höhe von 100m sind in dieser Aufstellung vorhanden, sowie einige wenige weitere interessante Bauwerke geringerer Höhe

Name des Hochhauses Höhe Architekt Gebiet / Straße
Torre CEPSA 250m Norman Foster & Partner CTBA
Torre de Cristal 249m César Pelli CTBA
Torre PwC 236m Rubio & Álvarez-Sala CTBA
Torre Espacio 224m Pei Cobb Freed & Partners CTBA
Torre Picasso 157m Minoru Yamasaki AZCA
Torre de Madrid 142m „Julio und Joaquim Otamendi" Gran Via
Torre Europa 121m Miguel Oriol e Ybarra AZCA
Edificio España 117m „Julio und Joaquim Otamendi" Gran Via
Torres de Colon 116m Antonio Lamela Castellana
Torres KIO 114m „Philip Johnson und John Burgee" Castellana
Torre BBVA 107m Francisco Javier Sáenz de Oiza AZCA
Torre Titania 104m „Pablo Muñoz und Pedro Vilata" AZCA
Torre del Complejo Cuzco 100m Antonio Perpiña Castellana
Torre de Valencia 94m Francisco Javier Carvajal Retiro
Edificio Telefonica 89m „Ignacio de Cárdenas und Louis S. Weeks" Gran Via
Torre Mahou 85m „Arce und  Malibran und Salata" AZCA
Torres Blancas 71m Francisco Javier Sáenz de Oiza Avenida de America
Edificio Mirador 63m MVRDV Sanchinarro
Torrespania 232m Emilio Fernández Martínez de Velasco Retiro

Beschreibung der Hochhäuser

Das höchste Haus Spaniens bzw. Madrids wurde 2008 fertiggestellt und hat seither schon vier Mal seinen Namen geändert.  Ursprünglich war das Gebäude für den Mineralölkonzern Repsol geplant, der das Haus aber für über 800 Mio. € an die Bank Caja Madrid veräußerte, die ihren Firmensitz darin errichtete. Diese wiederum fusionierte zur skandalumwitterten Bankia-Bank. Seit 2014 heißt das Bauwerk nun Torre CEPSA.  Es ist mit 250m Höhe das höchste Bürohaus Spaniens und wurde von Sir Norman Foster + Partners konzipiert. Bei einem ersten Blick erinnert es ein wenig an ein CD-Regal. Das Gebäude kann wie ein großes Tor gesehen werden, indem sich die Büroetagen wie in einen Rahmen befinden, in welchem der Serviceteil untergebracht ist. Der elegante Bau steht aus Richtung Stadt kommend gleich am Beginn des CTBA Viertels.

Der Torre de Cristal von Cesar Pelli ist mit 249,5m nur 60cm kleiner als der Torre CEPSA. Er wirkt wie ein gemeißelter Block aus Kristall, der durch die verschiedenen Winkel seiner Fassade die Sonne auf immer andere Weise reflektiert. Obwohl die Form auch an einen ägyptischen Obelisken erinnert, hat sie doch eine komplett zeitgenössische, dekonstruktivistische Form, die wie eine  ¼ Kilometer hohe Plastik ausschaut. In Richtung seiner Spitze neigt sich die Fassade verstärkt. Unter dem Dach befindet sich ein Wintergarten.

Auch der Torre PwC hat nicht mehr seinen ursprünglichen Namen, sondern hieß zu seiner Einweihung 2008 noch Torre Sacyr Vallehermoso. Mit 236m Höhe ist der Turm der dritthöchste des Viertels CTBA, der Stadt und des Landes. Das Gebäude wird unterschiedlich genutzt, beherbergt unter anderem auch ein Fünf-Sterne Hotel. Der Bau besteht aus drei gleichseitigen, an jeweiligen nach außen schauenden Seite abgerundeten, Dreiecken, welche dem Gebäude drei horizontale „Falten“ bieten, die wiederum natürliches Licht ins Innere des Gebäudes lassen. Die dunkle Fassade ist doppelt verglast und bietet eine bräunlich Optik, die wohl einen besonders edlen Ausdruck vermitteln möchte.

Der Torre Espacio ist mit seinen 224m (bis Spitze 236m) Höhe der viertgrößte der vier Hochhäuser der “Cuatro Torre Business Area” im Norden von Madrid, erreichte aber als Erster 2006 eine strukturelle Höhe von über 186m und überflügelte damit den bisherigen Rekordhalter in Spanien, das Gran Bali Hotel in Benidorm. Er war der erste fertiggestellte Bau des CTBA und schon beim Erreichen seiner Endhöhe gab es ein großes Fest mit Feuerwerk, was dann auch den Brand, der bei den Bauarbeiten ausgebrochen war, aber keine größere Zerstörung anrichtete, vergessen ließ. Das Architekturbüro Pei Cobb Freed &  Partners gaben dem Bauwerk eine bemerkenswerte Form, die skulpturalen Charakter hat. Der Turm dreht sich gewissermaßen nach oben. Auf Bodenhöhe besteht sein Grundriss aus einem Quadrat, dass sich zu einer leicht geschwungenen Raute entwickelt und an dessen Dach sich ein elliptischer Grundriss aufzeigt.

Mit 151m ist der Torre Picasso von Minoru Yamakasi (Architekt des 2001 untergegangenen WTC in New York) das höchste Gebäude des AZCA Komplexes. Der 1988 fertiggestellte Bau war zu seiner Einweihung auch das höchste Hochhaus Spaniens. Die Planungen für den Bau reichen bis 1975 zurück, als Yamakasi den Zuschlag für seinen Entwurf bekam. Der Torre, der seinen Namen vom gleichnamigen Platz auf dem er steht hat, hat eine starke horizontale Betonung, da schmale Fensterbereiche von Etage 3 bis 43 durchgehend nach oben führen. Die ersten beiden Etagen haben keine Fenster, sondern nur einen gläsernen Rundbogen, der das Eingangsportal darstellt. Allerdings kann man diesen Bereich erst bei näheren Betrachten sehen, da das Bauwerk etwas unterhalb der gewöhnlichen Höhe der Freiflächen von AZCA liegt. Der Torre Picasso war in den vergangenen Jahren auch Kulisse für einige spanische Fernsehserien oder Filme, der berühmteste sicherlich Alejandro Amenábars „Abre los ojos“. Das Haus war leider auch Zielscheibe des ETA Terrors, welche versuchte das Bauwerk zum Einsturz zu bringen. Der Plan wurde 1999 von der Polizei vereitelt.

Der Torre de Madrid ist Madrids höchstes Bauwerk der Innenstadt. Er erreicht 142m Höhe (mit Antenne sogar 165m) und war damit bei seiner Fertigstellung 1957 das höchste Haus Westeuropas. Er beendet gleichzeitig den Ausbau der Gran Via und gibt ihr, obwohl schon auf dem Plaza España liegend (aber in der Sichtachse der Straße) einen monumentalen Abschluss. Die Brüder Julián und José María Otamendi planten den Bau, der zur damaligen Zeit das höchste Betonbauwerk des Landes war. Seine architektonische Form deutet schon die Moderne an, ist aber beim international Style noch nicht angekommen (vergleicht man es beispielsweise mit dem Seagram Building in New York, dass ein Jahr später fertiggestellt wurde) sondern bewegt sich noch in der Formensprache des Monumentalbaus (obwohl politisch diametral entgegengesetzt findet zu jener Zeit im europäischen Osten ein ähnlicher Hochhausbaustil statt, siehe die „Sieben Schwestern“ in Moskau oder den Warschauer Kulturpalast). Das Haus wird sowohl für Wohnen als auch für Büros genutzt.

Der Torre Europa misst mit 121m und ist damit das zweithöchste Gebäude von AZCA und steht am nordwestlichen Ende des Komplexes in Nachbarschaft zum Bernabeu Stadion. Es wurde 1985 fertiggestellt nach Plänen von Miguel Oriol e Ybarra. Die Büros verteilen sich auf 30 Etagen und werden von mehreren Mietparteien genutzt. 2002 plante die ETA auch an diesem Haus einen Anschlag.

Edificio España ist der kleine, aber ältere Bruder des Torre de Madrid und steht am nördlichen Kopfende des Plaza Españas. Auch dieses 117m hohe Bauwerk wurde von den Brüdern Julián und José María Otamendi geplant. Seine Fertigstellung gelang 1953 und wurde ein Symbolbau für die Prosperität des Franco-Regimes, die gerade zur damaligen Zeit nicht bei der Bevölkerung ankam. Es beherbergte ein Luxus-Hotel, Läden, Büros, Wohnungen und einen Pool auf dem Dach. Seit Jahren steht das Haus allerdings leer und wurde zu einem Symbol für die spanische Immobilienkrise. 2014 kaufte der Chinese Wang Jianlin (der übrigens 26. reichste Mann der Welt) das Haus und will es wiederbeleben. Architektonisch wird das Edificio España teilweise dem Neobarock zugerechnet, ist aber ein Kind des europäischen Hochhausbaus der 1940er und 50er Jahre, dass in monumentaler Wucht daherkommt. Es bildet mit dem Torre de Madrid eine Einheit, obwohl es viel breiter und pompöser, als sein Nachbar ist und die Aufmerksamkeit auf sich lenkt.

Die Torres de Colon sind aus der Hand von Antonio Lamela und wurden 1976 fertiggestellt. Sie werden im Volksmund gern auch „der Stecker“ genannt, wegen ihrer eigenwilligen Dachgestaltung. Die beiden Türme nehmen in ihren Ausgangspunkt in einem dreigeschossigen Sockelbau, dann erheben sich zwei getrennte Turmschäfte, die im grünen Dach wiederum vereint werden. Die braune Glasfassade kontrastiert etwas mit der mächtigen Dachkonstruktion dieses eigenwilligen Hochhauses, das immerhin 116m erreicht.

Der Plaza Castillia wird dominiert von den Torres KIO, welche offiziell Puerta de Europa genannt werden. Diese 114m hohen Gebäude sind um 15° geneigt. Sie wurden geplant vom Architektenduo Philip Johnson und John Burgee, die damals eine der ersten ausländischen Stararchitekten waren, die in Madrid bauten. Der Bau wurde 1996 fertiggestellt. Ihren Spitznamen KIO haben die Gebäude von der ausführenden Baufirma gleichen Namens. Die beiden Türme spielten eine nicht unwichtige Rolle in Álex de la Iglesias Komödie „El dia de la Bestia“.

Der Torre BBVA wurde 1979-81 nach Plänen von Francisco Javier Saenz de Oiza erbaut und ist die architektonische Perle des AZCA Viertels. Das Hochhaus ist noch das Hauptquartier der Bank, diese lässt sich allerdings bis 2015 einen neuen Unternehmenssitz im Norden der Stadt errichten und hat den Turm bereits 2007 verkauft, benutzt ihn aber noch bis zum Umzug. Der Torre BBVA besticht durch seine Klarheit und Eleganz. Die Stahl-Glas Fassade in einem Ocker-Ton gehalten intensiviert noch seine Farbgebung im Laufe der Jahre durch Oxidation. Die Ecken des Bauwerkes sind abgerundet und Balkonböden umlaufen das gesamte Bauwerk. Zwei Stahlbetonkerne stützen die Struktur des Hauses, die alle fünf Stockwerke von Auslegerplatten gehalten werden, welche die zwischenliegenden Geschosse stützen und in jeder 5.Etage ein säulenfreies Geschoss ermöglichen. Unmittelbar unter dem Gebäude verläuft ein Tunnel der Metro.

Der Torre Titania ist das jüngste Hochhaus im AZCA Distrikt und wurde 2013 eröffnet. Er folgt dem Edificio Windsor nach, der an dieser Stelle stand und am 12. Februar 2005 ausbrannte und nachher abgerissen wurde. Das 104m hohe Hochhaus, der Architekten Pablo Muñoz und Pedro Vilata, wird von einer Kaufhauskette benutzt und gilt als eines der größten Einkaufszentren des Landes.

Der Torre del Complejo Cuzco ist ein eher unscheinbarer Bau auf der Paseo de la Castellana, der unter vielen Namen auftaucht, da er gern auch nach den in ihm beheimateten Ministerien benannt wird. Mit 25 Etagen und einer Höhe von genau 100m ist der Madrids 14. höchstes Gebäude (zählt man die Torres KIO als zwei Bauwerke). Der 1973 eingeweihte Bau wurde von Antonio Perpiña geplant.

Das höchste Bauwerk unter 100m ist der Torre de Valencia mit 95m Höhe. Der 1973 beendete Bau ist ein Büro- und Wohnhaus, dass auf einem dreigeschossigen Sockel liegt, wobei die 25 Obergeschosse alle Wohnungen beinhalten. Architekt Francisco Javier Carvajal plante gegeneinander versetzte Baukörper, die bei näheren Hinsehen elegant wirken, aber aus der Ferne im sonst flachen Retiro-Viertel eher störend wirken.

Das Edificio Telefonica ist Madrids historischster Hochhausbau und eines der ersten Hochhäuser in Europa. Mit 89m Höhe war es zu seiner Fertigstellung 1929 nur einen Meter kleiner als das damals führende Royal Liver Building in Liverpool. Der Architekt des Hauses war Ignacio de Cárdenas, der sich allerdings auf eine Studie des Amerikaners Louis S. Weeks bezog. Obwohl amerikanisch inspiriert, zitiert das Haus durchaus europäische bzw. iberische Traditionen, wie beispielsweise beim Barock verspielten Aufbau über dem Haupteingang. Im Mittelpunkt der Geschichte stand das Hochhaus im spanischen Bürgerkrieg, wo es als Ausguck der republikanischen Truppen benutzt wurde, um die Armeen Francos zu beobachten. Außerdem war damals der Sitz der ausländischen Presse. Dies machte das Haus zu einem bevorzugten Ziel franquistischer Bombardements. Heute beherbergt es Räume des Telekommunikationsanbieters Telefonica, der im Erdgeschoss seinen Flagshipstore eingerichtet hat.

Der Torre Mahou wurde 1990 fertiggestellt und misst eine Höhe von 85m. Er wurde von Carlos Alberto Arce, Carlos Malibrán und Raúl Eduardo Salata geplant und gehört zum AZCA Distrikt. Das Bürohaus mit seiner violett-blauen Glasfassade hat unterschiedliche Mieter.

Die Torres Blancas gehören mit 71m nicht zu den höheren Häusern der Stadt, aber das Bauwerk von Francisco Javier Saenz de Oiza ist ein außergewöhnlich gelungenes Gebäude. Die Torres Blancas liegen im Osten der Stadt, an der Schnellstraße Richtung Barcelona und Flughafen. Sie sind ein Musterbeispiel für innovatives Bauen. Das Meisterwerk von Sáenz de Oiza ist ein Gebäude im Stil der organischen Architektur. Das Wohnhochhaus wurde 1969 fertiggestellt und steht in der Tradition großer Architekten, wie der Lehre Le Corbusiers; es soll selbstgenügsam sein, sich der Landschaft anpassen, Wohntypen in Villenform haben und rein aus Beton sein. Es nimmt aber auch Elemente von Wright auf, wie die Deckungsgleichheit von Form und Tragstruktur, die Übereinstimmung von allgemeiner Form und Details, biologische Analogien und Baumstruktur sowie die Vermeidung kartesianischer Geometrie. Auch die Torres Blancas, die allerdings nicht mehr ganz so weiß sind und wie ein riesiger Wohnbaum aussehen, wurden schon für einen Film verwendet. Sie sind in Jim Jarmuschs Film „The Limits of Control“ zu sehen.

In den Weiten der Neubaugebiete, die Madrids Rand überziehen sind immer wieder höchst ungewöhnliche Bauwerke zu sehen, die sich der Monotonie zeitgenössischer Wohnbebauung entgegenstellen. So auch das Edificio Mirador (auch bekannt als Residencial Sanchinarro, nach dem Bauort) der niederländischen Architekten von MVRDV. Das 63m hohe Wohnhaus bietet seinen Bewohnern nicht nur eine farbenfrohe Fassade an, sondern kreiert einen sehr ungewöhnlichen öffentlichen Raum auf 40m Höhe zwischen der 12. und der 18. Etage. Hier können sich die Bewohner in einem Gemeinschaftsgarten treffen.

Als letztes Bauwerk soll der Torrespaña erwähnt werden, der zwar kein Hochhaus, sondern ein Fernsehturm ist, aber mit einer Höhe von 232m durchaus eine bemerkenswerte Höhe erreicht (in der Liste der höchsten TV-Türme auf der Welt bedeutet dies allerdings nur Platz Nummer 70) und zur Silhouette der Stadt gehört. Der Turm wurde anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 1982 erbaut. Der Architekt Emilio Fernández Martínez de Velasco konzipierte einen Stahlbetonturm, der ohne Antenne 220m misst aber leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Karte

Auf der folgenden Karte ist die Lage der Hochhäuser in Madrid verzeichnet. Die beiden Hochhausgebiete sind besonders (hüpfend) gezeichnet.

Hochhäuser und zeitgenössische Gebäude

Valencia ist keine wirkliche Hochhausstadt. Nur zwei Wolkenkratzer (wenn man überhaupt davon sprechen kann) erreichen eine Höhe von über 100m, im Gegensatz beispielsweise zum rund 140 km südlich gelegenen Urlaubsort Benidorm, das 27 Bauwerke über dieser Höhe hat (mehr Informationen zu Benidorm hier). Interessant ist in Valencia aber, dass die Hochhäuser fast ausschließlich für Wohnungen oder Hotels benutzt werden. Die Spitzenreiter sehen sie in der Bildergalerie unter dem Artikel.

Deshalb wird hier die Gelegenheit genutzt auch interessante Gebäude der letzten Jahre vorzustellen, von denen Valencia schon eine Menge zu bieten hat. Neben den Bauwerken der Stadt der Künste und Wissenschaften, die an anderer Stelle vorgestellt werden (nämlich hier), findet sich sehr interessante zeitgenössische Architektur.
Am eindrucksvollsten ist dabei das Gebäude, das anlässlich des America’s Cup 2007 fertiggestellt wurde und dem finanzkräftigen Publikum einen hervorragenden Blick auf die Wettkämpfe liefern sollte. Gemeint ist „Veles e Vents“ des Briten David Chipperfield. Wie bei vielen seiner Gebäude ist auch dieses der geraden Linie verpflichtet, hier mit einer starken Betonung der Horizontale. Leider wurde nach den Wettbewerben keine wirklich dauerhafte Nachnutzung des attraktiven Hauses gefunden und so steht es zumeist leer, obwohl es das Glanzstück des umgebauten Yachthafens der Stadt darstellt. Am anderen Ende der Stadt hat das Büro von Norman Foster seine Spuren mit dem Kongresszentrum hinterlassen, dass 1998 eröffnet wurde. Das Gebäude ist im Grundriss wie eine konvexe Linse errichtet (oder ein Auge) und wird von umlaufenden Trägern definiert, die eine gewölbte Dachfläche halten. Gleich daneben befindet sich das Neubauviertel von Benicalp mit dem höchsten Haus der Stadt, dem Melia València, dass 117m misst. Etwas weniger hoch, aber sehenswert ist der Komplex des Hotel Sorolla Palace, dass seit 2005 Gäste empfängt. Seine elegante Form, die ein wenig an das Flatrion Building in New York erinnert, wird noch verstärkt durch den Baustoff Marmor, der die Wertigkeit der Fassade unterstreicht.

Benidorm

Benidorm ist ein urbanes Kuriosum. Die Geschichte der Stadt reicht nicht mehr als rund 60 Jahre zurück, als man in dem kleinen Fischerdorf anfing, die Straßen zu betonieren und eine Wasserversorgung anzulegen. Der damalige Bürgermeister Pedro Zaragosa Orts ließ einen Flächennutzungsplan erstellen und erlaubte ab 1959 das Tragen von Bikinis am Strand, ein im franquistischen Spanien keinesfalls selbstverständliches Unterfangen. Gab es bis in die 50er Jahre hinein vier Hotels am Ort, so entstanden allein in den 60er Jahren über 50 Neue. Mit einem erweiterten Flächennutzungsplan von 1963, wurde es möglich Hochhäuser zu bauen. Ein noch heute eindrucksvolles Zeichen dieser ersten Hochhäuser ist das Edificio Coblanca aus dem Jahr 1969 mit erstaunlichen 94m Höhe. Die Eröffnung des Flughafens von Alicante 1970 gab dem Tourismusboom einen weiteren Schub.

Heute hat Benidorm nicht weniger als 27 Gebäude mit einer Höhe von 100m und mehr (davon sind 25 erst nach 2000 entstanden), was nicht nur in Spanien einen absoluten Rekord darstellt (zum Vergleich die deutsche Hochhausstadt Frankfurt hat 34 Häuser mit mehr als 100m Höhe, Berlin aber nur sieben!). Trotzdem besitzt Benidorm nur etwas mehr als 70.000 gemeldete Einwohner, wovon rund 37% Ausländer, zumeist Briten, sind. Wie das zusammenpasst? Benidorm ist ein Urlaubsort, vielleicht sogar der Urlaubsort in Südeuropa. Das Wasser des Mittelmeeres ist hier auffallend klar und hat einen blauen Farbton, so wie man es sich als Badegast wünscht. Ein Leuchtturm des Massentourismus, ein Magnet für braungebrannte Sonnenfanatiker, Strandpromenadenflaneure und Urlaubspartygänger. Im Sommer kommt es vor, das hier gleichzeitig rund 1,5 Millionen Menschen (Hotel- und Tagesgäste) in der Stadt sind, damit ist die Stadt zu diesem Zeitpunkt ungefähr so gefüllt wie Barcelona.

Benidorm liegt an der Costa Blanca, rund 45km nördlich von Alicante. Zwei Buchten formen eine kleine Spitze, an dem das Stadtzentrum liegt. Würde man sich nur dort aufhalten, könnte man keinen großen Unterschied zu den anderen Touristenhochburgen der Region erkennen. Die Häuser erreichen meist vier bis fünf Geschosse und beherbergen im Untergeschoss irgendeinen Laden touristischen Konsums (Strandbedarf, Klamotten, Souvenirs oder kleiner Supermarkt) oder ein Restaurant. Erst an den Stränden stehen die Hochhäuser, dann aber ziehen sie sich in mehreren Reihen an den jeweils rund 2,5km langen Küstenstreifen der Playa Levante und Playa Poniente entlang. Dahinter erstecken sich Einkaufszentren oder Freizeitparks, wie Terra Mitica, Spaniens größter Attraktionenpark.

Doch auch wenn man vom massentouristischen Trubel, den tausenden Strandartikelläden, den Livebands in den Kneipen, die auch tagsüber schon spielen, den englischen Pubs (Briten stellen den Löwenanteil des Besucher) oder den holländischen Frittenbuden nichts hält, so ist ein Blick auf das Manhattan Südeuropas architektonisch nicht uninteressant. Benidorm bietet da neben schnell und billig hingeworfenen Hochhäusern, auch die ein oder andere Entdeckung.

Die Unter 100: weitere Hochhäuser in Frankfurt

In den letzten Artikeln zu den Hochhäusern in Frankfurt haben wir alle 30 Häuser der Stadt am Main mit einer Höhe von einhundert Metern und mehr vorgestellt. Trotzdem gibt es noch einige weitere sehr schöne Beispiele für Hochhausarchitektur, die in diesem abschließenden Artikel der Reihe „Hochhäuser und Wolkenkratzer in Frankfurt“ gezeigt werden sollen. Die Darstellung verfolgt keine Einheitlichkeit, außer vielleicht der Tatsache, dass alle Bauwerke die Marke von 100m nicht erreichen, aber trotzdem natürlich keine Flachbauten sind. Es ist eine recht willkürliche Auswahl, nach dem Hinfallen des Auge des Betrachters.

Auf dem Gelände der ehemaligen amerikanischen Militärsiedlung am Frankfurter Flughafen soll in den nächsten Jahren ein ganz neues Stadtviertel entstehen, die sogenannten Gateway Gardens. Die ersten Bauwerke sind 2013 schon vollendet worden, so wie das Alpha Rotex, den höchsten Büroturm des Erschließungsgebiets mit immerhin 68m. Das von Jo. Franzke Architekten geplante Haus hat den Grundriss einen abgerundeten Dreiecks. Um einen Gebäudekern gruppieren sich die drei Flügel mit insgesamt 28.000m² Bürofläche. Für das Raumklima und als sozialer Treffpunkt sind fünf je 30m hohe Wintergärten eingesetzt worden. Von außen wirkt das Gebäude elegant horizontal ausgerichtet, mit seinen Aluminiumbändern, welche sich mit der Glasfassade abwechselt.

Das Bürohaus Alte Oper mit 89m wirkt im Vergleich zu seinen dominanten Nachbarn eher klein. Doch das war auch Ziel, denn die Stadt Frankfurt wollte Anfang der 1980er Jahre an dieser Stelle nur ein maximal 20-geschossiges Haus erlauben. Die Planer der Architektengemeinschaft Gerhard Balser entwarfen einen Bau auf fast quadratischen Grundriss mit abgerundeten Winkeln. Die Außenhülle des 1984 eröffneten Hochhauses ist aus Spiegelglas und Aluminiumblechen. Aus der Mitte ragt der weiße Versorgungskern hervor, der etwas übersteht.

Das Hochhaus am Park, etwas Abseits direkt am IG Farbenhaus bzw. dem Grüneburgpark gelegen, hat mit 16 Jahren Bauzeit einen eher unrühmlichen Rekord unter den Wolkenkratzern der Stadt. 1969 startete der Bauherr Willy Göbel das Hochhausprojekt Mitten in von Villen bebauten Westend. Der Protest der Bevölkerung war sicher, fiel er doch in eine Zeit, in denen Hochhäuser Zeichen der Zerstörung wurden. Als dann 1972 der Rohbau fast fertig war, verhängte die Stadt einen Baustopp, da sowohl die Nutzfläche, als auch die Höhe überschritten wurden. 10 Jahre war das Haus eine Investruine, als 1982 ein neuer Käufer den Bau übernahm und im postmodernen Design zu Ende bauen ließ. Das Haus besteht aus zwei vollverglasten spiegelverkehrt versetzten Türmen, die nach unten hin ausknicken, wobei der höhere östliche Turm 96m misst.

Wie auch das Pollux-Haus gehört der Kastor zum Komplex des Forum Frankfurt, dass 1997 in direkter Nachbarschaft zum Messeturm entstand. Der kleinere Kastor erreicht eine Höhe von 94m. Die Namensgebung bezieht sich auf die griechische Sagenwelt. Dort waren Pollux und Kastor Söhne des Zeus, wobei Letzterer innerhalb eines Streits tödlich verwundet wurde und der Erstere ein Halbgott war, der seinen Vater nach Kastors Tod darum bat, auch sterblich zu werden, um nicht von seinem Bruder getrennt existieren zu müssen. In Hochhausform gegossen ließ sich das Büro Kohn Pedersen Fox zwei unterschiedlich hohe Türme einfallen, welche jeweils einander eine glatte Glasfassade zuwenden und von einem öffentlichen Platz getrennt werden. Die beiden Außenseiten jedoch sind gewölbt, wohl um ein Symbol für die geschäftliche Drehscheibe des Ortes zu sein.

Aus dem Gelände der Kreditanstalt für Wiederaufbau sticht besonders der Trakt der Westarkaden heraus, denn je nach Blickwinkel von der Zeppelinallee aus, scheint man vor ganz unterschiedlichen Fassaden zu stehen, obwohl man vor dem gleichen Haus steht. Das 2009 fertiggestellte Gebäude der Architekturgemeinschaft Sauerbruch Hutton misst 59m, besticht aber nicht nur durch sein Aussehen, sondern vor allem durch seine sehr hohe Energieeffizienz. Möglich macht dies insbesondere eine raffinierte Fassade, die motorenbetrieben Klappen ausfahren lässt und die natürliche Belüftung steuert. Strukturell besteht das Bauwerk aus einem dreigeschossigen Flachbau, dem sich ein 15geschossiger Hochhausbau, welcher Richtung Palmengarten abgerundet ist,  anschließt. Die Technische Universität Chicago wählte das Haus 2011 zum besten Hochhaus der Welt.

Das MainForum direkt am Flussufer ist der Sitz der IG Metall, welche sich ein repräsentatives Zentralengebäude gleich neben dem alten DGB-Haus bauen ließ. Die Architektengemeinschaft Gruber + Kleine-Kranenburg entwarfen einen 80m hohen Bau, der mit rotem Mainsandstein ummantelt ist, jedoch Richtung Osten einer Glasfassade weicht. Im Gebäude befinden sich nicht nur Büros, sondern auch Wohnungen und Gastronomie.

Ähnlich wie der Westhafen Tower hat auch das MainPlaza eine Tor- und Orientierungsfunktion für ein neu errichtetes Viertel. In diesem Fall für das Deutschherrnviertel. Der 2002 fertiggestellte Wohnturm misst 88m und wurde von Hans Kollhoff geplant, der sich dabei vom Art Deco Stil der 1920er und 30 Jahre inspirieren ließ. Wie auch bei Kollhoffs Hochhaus am Potsdamer Platz in Berlin ist die Fassade dunkelrot verklinkert. Auf achteckigem Grundriss erhebt sich ein nach oben hin zurückgestaffelter Bau, der mit einer Krone schließt. Das Haus selbst beherbergt Luxuswohnungen.

Das Main Triangle am Fluss direkt gegenüber der Neuen EZB gelegen, steht schon seit 2006 und besticht durch seine spektakuläre Dachform, welche die Form eines Segels nachbildet und damit auf den Main Bezug nimmt. Auf einem dreieckigen Grundriss entwarfen die Architekten von Novotny Mähner Assoziierte einen 60m hohen Glasbau mit zentralem und überdachtem Atrium.

Wer auf der A648 nach Frankfurt fährt, der sieht neben der näherkommenden Skyline auch schnell ein ungewöhnliches 87m hohes Haus, dass einem quergestelltem Käseleib ähnelt, dass Radisson Blue Hotel. Das 2005 eröffnete und von John Seifert Architects entworfene Haus besteht aus einer blauen, abgerundeten Hochhausscheibe, die von einem kubusförmigen Glasbau durchstoßen wird. Im Inneren des Businesshotels findet sich einige Gimmicks, wie ein Swimming-Pool im 18. Geschoss, welcher der Rundung der Hülle folgt.

Das SkyLight ist ein Gebäudekomplex von Architekt Richard Rogers und wurde in den 1990er Jahren auf dem Gelände des Postcheckamtes errichtet. In einer Mischung aus Arbeiten, Freizeit und Wohnen ragt besonders der 63m hohe Skylighttower heraus, der 40 Luxus-Apartments beherbergt.

Das Westend Duo auf der Bockenheimer Landstraße steht auf dem Gelände des ehemaligen Hochtief Hochhauses von Egon Eiermann, dass 2004 dem Neubau von KSP Engel und Zimmermann weichen musste. Das 96m hohe Westend Duo ist ein mit Erdwärme beheiztes Niedrigenergiehaus. Es besteht aus einem Sockelbau und zwei in sich verdrehten Hochhaustürmen mit einer eleganten Glasfassade in welche versetzte Fensterfelder eingelassen wurden. Das 2006 fertiggestellte Haus bekam zwei Jahre später den International Highrise Award zugesprochen.

Neue Hochhäuser in Frankfurt

Der Hochhausbau in Frankfurt scheint kein Ende zu finden. Die Skyline wird immer dichter, ältere Gebäude müssen Neuen weichen, wobei die neuen Wolkenkratzer nicht immer gleich den Charakter von Landmarken haben (wie auch, wenn um sie herum genügend etwa gleich hohe Häuser stehen). Im mittlerweile 5.Teil unserer Serie zu „Wolkenkratzern und Hochhäusern in Frankfurt“ widmen wir uns nun neuen und neueren Gebäuden, der letzten 20 Jahre, die bildlich gesprochen: neue Bäume im Großstadtdschungel der Metropole am Main sind. Zweifellos ist dies ein Artikel, der fast jedes Jahr erneuert werden müsste, denn allein dieses Jahr (2014) eröffnen Taunusturm und Neue EZB, im nächsten Jahr sollen der neue Henninger Turm und spätestens 2016 das WinX folgen. In der folgenden Zusammenstellung sind nur Häuser mit einer Bauhöhe von über 100m berücksichtigt.

Das älteste der hier aufgeführten neuen Hochhäuser ist das zum Forum Frankfurt gehörende Pollux – Haus. Das Forum Frankfurt entstand bis 1997 in direkter Nachbarschaft zum Messeturm und besteht aus zwei Hochhäusern, dem 130m hohem Pollux und dem 94m hohen Kastor. Die Namensgebung bezieht sich auf die griechische Sagenwelt. Dort waren Pollux und Kastor Söhne des Zeus, wobei Letzterer innerhalb eines Streits tödlich verwundet wurde und der Erstere ein Halbgott war, der seinen Vater nach Kastors Tod darum bat, auch sterblich zu werden, um nicht von seinem Bruder getrennt existieren zu müssen. In Hochhausform gegossen ließ sich das Büro Kohn Pedersen Fox zwei unterschiedlich hohe Türme einfallen, welche jeweils einander eine glatte Glasfassade zuwenden und von einem öffentlichen Platz getrennt werden. Die beiden Außenseiten jedoch sind gewölbt, wohl um ein Symbol für die geschäftliche Drehscheibe des Ortes zu sein.

Das Japan-Center ist eines der ungewöhnlichsten Hochhäuser der Stadt. Das 1996 fertiggestellte mit rotem Granit verkleidete Haus misst 114m und könnte schnell übersehen werden, wenn es nicht so ganz anders als die anderen Wolkenkratzer des Finanzviertels aussehen würde. Das Büro Ganz + Rolfes orientierte sich an einer japanischen Steinlaterne, mit einem tieferen Gestaltungsmuster von Quadratrastern. So wiederholt sich die genaue Größe einer Tatami-Matte, die in der Fassade immer wieder kehrt. Die Fensteröffnungen verweisen auf Einzel- (kleine Lochfenster) und Großraumbüros (nebeneinanderliegende Fenster) im Inneren des Hauses. Die so entstehenden Bürozonen wechseln sich im 90 Grad Winkel nach oben hin ab, wobei das Hochhaus oben von der gleichen Form wie unten bei den Arkaden, durch lange horizontale Fensterreihen abgeschlossen wird. So kann man unter dem auskragenden Flachdach ein Panoramarestaurant finden, das auch japanische Gärten beherbergt.

Das Eurotheum ist ein eher unscheinbares Hochhaus der Neuen Mainzer Straße. Wie sein weitaus höherer Nachbar, der MainTower, entstand das Haus 1996-99. Mit 110m ist das Hochhaus, das von Novotny Mähner und Assoziierte geplant. Äußerlich besteht es aus einem eingeschnittenen runden Fahrstuhlturm, der etwas nach oben hin verlängert ist, gegenüber der glatten Glasfassade. Dahinter befinden sich auf 21. Etagen Büros. Der 22. Stock ist eine öffentliches Restaurant und ab dem 23. Stockwerk erstrecken sich, und das ist eine Besonderheit in Frankfurt, Wohneinheiten.

Das Gallileo hat seinen Namen aus einer etwas eigenwilligen Kombination der Adresse Gallusanlage und dem Physiker Galilei. Gebaut wurde das von Novotny Mähner und Assoziierte geplante Bürohaus 2002 bis 2003 und diente der Dresdner Bank als Erweiterungsbau ihrer damaligen Konzernzentrale im Silberturm, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Das Haus besteht aus zwei Glastürmen mit 130 bzw. 113m Höhe und einem Verbindungsgebäude. Bei der Glasfassade setzte man schon damals auf eine hohe Wärmeschutzfunktion. Im Inneren ist das Haus nach einem künstlerischen Konzept eingerichtet, dem Gallileo-Art-Tower. So finden sich zahlreiche Kunstwerke, die bei Führungen besichtigt werden können. Im Untergeschoß sitzt das „English Theatre“, die größte englischsprachige Theaterbühne des europäischen Festlands.

Der Westhafen Tower ist der Eingang des umgebauten ehemaligen Handelshafengeländes. Bis ins Jahr 2004 wurde an dieser Stelle der 1886 eröffnete Westhafen umgebaut, zumeist mit exklusiven Büros und Wohnungen. An beiden Seiten des 560m langen Hafenbecken wurden Luxuswohnungen mit eigenem Bootssteg und spektakulärem Blick auf den Main errichtet, dahinter folgen Bürogebäude. Der Westhafen Tower von Schneider + Schumacher fungiert dabei als Eingangstor und Landmarke. Seine 109m hohe zylindrische Gestalt kommt ohne Sockel und Krone aus und wird nach außen strukturiert durch dreieckigen Fassadenelemente, die den Turm an ein riesiges Ebbelweiglas erinnern lassen. Daher trägt das Haus auch den Namen das „Gerippte“. Das Innere des Hauses fungiert nach dem Motto der Quadratur des Kreises, denn die quadratische Grundfläche geht in den Leerräumen des zylindrischen Grundrisses in Wintergärten über, der gleichzeitig für die Belüftung des Bürohauses sorgt.

Verlässt man die Innenstadt von Frankfurt Richtung Westen auf der Theodor-Heuß-Allee, so fallen dem interessierten Beobachter noch weitere Hochhäuser auf, die zwar nicht mehr große Höhen erreichen, aber teilweise eine recht interessante Architektur haben. Das Höchste von ihnen ist das IBC. Wofür diese Abkürzung genau steht ist nicht wirklich klar, da die Namen mehrmals verändert wurden. Das 2003 beendete IBC vom Büro Köhler Architekten erreicht eine Höhe von 113m.

Der Skyper ist wie ein 154m hoher verspiegelter Ring, nur das man Dreiviertel des Rings quasi vergessen hat zu bauen. 2004 wurden die Planungen von JSK Architekten in die Tat umgesetzt. Trotz seiner Höhe, die ihn zum momentan 14. höchsten Haus der Stadt macht, wirkt er in der Nachbarschaft von Silberturm und Galileo etwas zurückgezogen. Im gläsernen Stahlskelettbau sitzt nach zahlreichen Besitzerwechseln momentan die Allianz Versicherung. Zum Areal gehören auch weitere kleinere und teilweise historische Gebäude, wie die neoklassizistische Villa Holzmann, die seinerzeit (1915) Sitz des gleichnamigen Baukonzern wurde.

Der Opernturm steht auf historischen Hochhausgrund, denn hier Stand das heute fast schon zur Legende gewordene Zürich-Hochhaus von Werner Stüchli und Udo von Schauroth. Dieses zu den Gründervätern der Frankfurter Skyline gehörenden Bauwerk musste 2002 weichen. Heute steht hier der Opernturm des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler, der sich zu 170m Höhe aufschwingt und durch Höhe und Lage weithin identifizierbar ist. Der Hochhausblock wirkt durch seine gelbbeige Steinverkleidung und seiner Lochfassade edel, wobei der vertikal mittig angelegte Schlitz, sogar die Ästhetik eines Doppelhochhauses suggeriert. Das Haus wird durch ein 18m hohes Foyer erschlossen, das wiederum mit einem Bild des New Yorker Julian Schnabel dekoriert ist. Dem Wolkenkratzer vorgelagert ist eine Blockrandbebauung in Traufhöhe der Nachbarhäuser, der für die Einbindung des Ensembles vor Ort zuständig ist. Auch wenn der Wegfall des Zürich-Hauses Schade ist, so muss man feststellen, dass der Opernturm zweifellos eines der schöneren Hochhäuser der Stadt ist.

Der Nextower ist eingebettet in das Palais Quartier, einem nicht unumstrittenen Projekt in Frankfurt. Besonders diskutiert wurde dabei der Nachbau des ehemaligen – und im Krieg größtenteils zerstörten Thurn & Taxis Palais, das in einem verkleinerten Maßstab und mit einigen Änderungen wieder aufgebaut wurde und heute als Veranstaltungsgebäude dient. Dahinter erstreckt sich neben der MyZeil Einkaufsgalerie die beiden Hochhäuser Nextower und Jumeirah Hotel. Sie wurden, wie der gesamte Komplex 2010 fertig gestellt und stehen auf dem Gelände des ehemaligen Fernmeldehochhauses. Die von KSP Engel und Zimmermann entworfenen Hochhäuser wirken wie fließende dekonstruktivistische Skulpturen aus Aluminium und Glas. Mit 135m ist der Nextower rund 40m höher als das Hotelgebäude. Noch wirkt das Hochhaus nicht so, als seien viele Etagen bereits vermietet, es bietet auf seinen 48.000m² ausreichend Platz, der momentan teilweise von Anwaltskanzleien und Unternehmensberatungen gemietet wird.

Das neuste Frankfurter Hochhausprojekt, neben der neuen EZB, ist der Taunusturm, der seit Februar 2014, die ersten Mieter empfängt. Der 170m hohe Büroturm, ausgearbeitet vom Büro Gruber + Kleine-Kraneburg hat eine weiße Stein und Glasfassade, die minimalistisch elegant eine vertikale Grundausrichtung aufzeigt. Über 40.Stockwerke stehen für Büroflächen zur Verfügung. Zwar wurde das Bauprojekt mehrfach umgeplant und ohne Vormieter umgesetzt, durch seine zentrale Lage in der Innenstadt scheint es aber ein realistisches wirtschaftliches Unterfangen zu sein. Die nach der Frankfurter Bauordnung obligaten Wohnungen sind in einem 63m hohen Seitenturm untergebracht.

Die ersten Wolkenkratzer in Frankfurt

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man von Wolkenkratzern erst ab einer Höhe von 150m sprechen kann. Ob das so stimmt, oder reine Willkür ist, weiß ich nicht, aber ich halte mich daran. Für Deutschland umformuliert heißt das übrigens, dass es hier 15 Wolkenkratzer gibt, 14 davon stehen in Frankfurt.
Das Wolkenkratzerzeitalter beginnt in Frankfurt in den 1970er Jahren mit dem heutigen Westend Gate, dass 1976 159m erreicht. Damals übernimmt Frankfurt endgültig den Titel der Hochhausstadt, denn Deutschlands höchstes Haus steht ab sofort in Mainhattan und obwohl sich die Häuser abwechseln, bleibt der Titel am Main. In den 1970er und 80er Jahren wachsen aber nicht nur höhere, sondern immer mehr Bürotürme in der Stadt. Statt einzelner Monolithen entstehen Hochhausfronten und gerade die großen Banken möchten sich repräsentative Hauptquartiere bauen lassen. Werfen wir mit den nun folgenden Häusern einen Blick auf diese Zeit.

Das Westend Gate wurde 1976 als Plaza Büro Center eröffnet. Mit einer Höhe von 159m stellte es einen neuen deutschen Rekord ein, der davor beim Colonia-Haus in Köln lag. Die Architekten Siegfried Hoyer und Richard Heil legten einen Hochhausbau vor, der noch dem Internationalen Stil verschrieben ist. Das Haus besteht aus zwei Hochhausscheiben, der sich eine dritte Scheibe rechtwinklig anschließt. Das Gebäude hat dunkle Fensterfronten, die mit den hellen Seitenfronten kontrastieren. Gedacht ist das Haus als ein Büro- und Hotelkomplex, so können ansässige Firmen ihre Besucher gleich im Haus unterbringen und auch gemeinsame Konferenzräume nutzen. Kluges Marketing verhinderte übrigens, dass dieses Hochhaus einen ähnlich schlechten Ruf hatte, wie andere zeitgenössische Bauten. So wurden 1977 ausgewählte Frankfurter zum Probewohnen eingeladen und einmal im Monat die oberen Hoteletagen zur Besichtigung freigegeben.

Der Garden Tower (damals als Helaba Hochhaus) ist im Jahr 1976, das erste Hochhaus in Frankfurt was die architektonische Form des International Styles verlässt. Statt eines einfachen in die Höhe gestreckten Quaders entwarfen die Architekten Novotny Möhner Assoziierte ein 127m hohes polygonales Haus, das aus zwei Glastürmen besteht, die jeweils nochmals je einen außen anliegenden Serviceturm haben. 2005 wurde das Haus vom Büro KSP Engel und Zimmermann saniert und bekam seinen heutigen Namen, der auf die neu eingebauten Wintergärten verweist.

Der Eurotower aus dem Jahr 1977 wurde ursprünglich für die gewerkschaftseigene Bank BfG gebaut und hieß auch bis zu deren finanzbedingten Auszug so. Der 148m hohe Bau bekam von seinen Architekten Richard Heil und Johannes Krahn einen damals neuartige Form eines Prismas. Es war das erste Hochhaus der Stadt, dass sich im unteren Teil für die Öffentlichkeit öffnete. Es beherbergte ein Einkaufszentrum und hatte einen eigenen U-Bahn Eingang. Nach Umbau und Einzug der Europäischen Zentralbank wurde das Einkaufszentrum geschlossen, lediglich ein Euro-Shop ist für Besucher noch geöffnet. Auch der Restaurant und Clubkomplex Living XXL ist seit letzten Jahr geschlossen.

Der Silberturm löste das Westend Gate als höchstes Haus Deutschlands ab, auch wenn es ihn nur um wenige Meter übertraf. 1978 eröffnet wurde es vom Büro ABB Architekten auf eine Höhe von 168m geplant. Er diente der Dresdner Bank als Konzernzentrale, bis diese 2008 von der Commerzbank übernommen wurde. Seit seiner Sanierung 2012 ist die Deutsche Bahn Hauptmieterin des Gebäudes. Die Fassade des Büroturms ist außergewöhnlich (wenn auch sehr ähnlich dem Berliner BfA-Hochhaus). Sie besteht aus einer hellen Aluminiumverkleidung mit abgerundeten Ecken. Das Haus besteht aus zwei Quadern, die versetzt zueinander stehen und mit zwei versorgungstürmen verbunden sind. Im 31. Stockwerk gab es ein Schwimmbad, das als Wasserreservoir für den Brandfall angelegt wurde, dass allerdings heute nicht mehr besteht und in eine Konferenzetage umgebaut wurde. Noch heute ist das Stockwerk aber an seinen großen Fenstern zu erkennen. Der Turm schrieb sogar Kinogeschichte, denn der deutsche Thriller „Abwärts“ mit Götz George benutzte das Haus als Kulisse.

Das Frankfurter Büro Center kurz FBC wurde 1981 eröffnet gehört aber mit seiner Form noch ganz klar in die Zeit des Internationalen Stils. Das es damals etwas seiner Zeit zurück war lag aber nicht am Architekten Richard Heil, sondern daran, dass es einfach lange nicht fertig wurde. 1973 war Baubeginn, jedoch wurden die Arbeiten zwischenzeitlich für drei Jahre stilgelegt, was auch damit zu tun hatte, dass in dieser Zeit Büroräume im Überangebot zu haben waren und die Ölkrise die Wirtschaft bremste. So bleib es ein Spekulationsobjekt bis es 1979 weitergebaut wurde. Mit seiner Breite von 26m bei einer Höhe von 142m wirkt das Haus außergewöhnlich schmal, zumal es noch in zwei Hochhausscheiben versetzt ist. Ähnlich dem City-Hochhaus sind auch hier auf halber Höhe die Techniketagen untergebracht, die sich von der Fassade durch einen weißen Streifen abheben.

Mehr Namen als die beiden Türme der Deutschen Bank hat sicherlich kein anderes Hochhaus. Sie sind bekannt als „Greentowers“, „Soll und Haben“, „Zwillingstürme“ oder eben auch „Deutsche Bank Hochhäuser“. Schon die Baugeschichte des 155m hohen Wolkenkratzers ist ungewöhnlich (übrigens werden beide Türme einzeln gewertet). Auf dem Gelände eines im 2.Weltkrieg zerstörten Schlösschens sollte in den 1970er Jahren ein Hochhaus errichtet werden, die Baugrube wurde ausgehoben, doch wie schon beim FBC erwies sich das Projekt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als zu ambitioniert. So wurde alles wieder zugeschüttet bis sich 1977 die Hotelkette Hyatt für einen Doppelturmbau an diesem Ort interessierte. Die Bauarbeiten begannen erneut, doch schon 1979 sprang Hyatt ab und die Deutsche Bank übernahm den Bau, an dessen Form sie aber nichts mehr ändern konnte. Heute sind die Türme zum Symbol der Bankenwelt und natürlich auch zur Deutschen Bank geworden.
Das Haus ist eine Stahlbetonkonstruktion mit vorgesetzter verspiegelter Glasfassade. Die Architekten Walter Hanig, Heinz Scheid und Johannes Schmidt planten einen Sockelbau, der die beiden unregelmäßigen, mit 45 Grad Winkeln errichteten Türme verbindet. Natürlich wurde das Bauwerk seit seiner Eröffnung 1984 schon wieder saniert. Bis 2010 fand eine grundlegende Sanierung statt, welche insbesondere die Energiekosten des Hauses drosseln soll und deren Projektname Greentowers nun auch als Name des Hauses firmiert.

Das Messe Torhaus sieht alles andere als aus den 1980er Jahren aus, vielmehr wirkt das von Oswald Mathias Ungers geplante Bauwerk fast schon zeitlos aus. Wie ein 117m hoher Toaster bei dem gerade das Brot rausspringt wirkt das Gebäude. Es wurde am Rande der Messer errichtet und beherbergt u.a. die Verwaltung der Frankfurter Messegesellschaft. Schon nach seiner Fertigstellung 1984 bekam das Messe Torhaus viel Lob und galt damals als das beste und schönste Frankfurter Hochhaus. Sicherlich ist es auch heute noch darunter zu zählen. Es besteht aus einem sechsgeschossigen Sockel aus dem ein roter Sandsteinturm erwächst, aus dessen Mitte wiederum ein spiegelverglaster Turm ragt. Der Sandsteinturm jedoch hat an der Seite und im unteren Segment Öffnungen, an welchen das Glasgebäude hervorsticht, was wiederum den Torcharakter des quasi vor dem Eingang zur Stadt stehenden Hauses unterstreicht.