urban facts Frankfurt

Daten und Fakten rund um die Stadt Frankfurt am Main:

Allgemeine Daten:

Einwohner: Stadt / Ballungsraum /Metroregion 746.878 / 2.338.877 /5.721.698
Einwohnerentwicklung 2012-2013: +1,97%
Fläche: Stadt /Ballungsraum / Metroregion 248 km² / 2.458 km² / 14.755 km²
Bevölkerungsdichte: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 2.824 Einw./km² / 951 Einw./km² / 388 Einw./km²
Koordinaten 50° 6'39 N – 8° 40'55" O"
Geographische Höhe 112m; (88m – 212m über Normalnull)
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 611mm / 109 / 1742
Fluss Main
KfZ-Kennzeichen F

Infrastruktur:

Bürgermeister Peter Feldmann (SPD)
Verwaltungstechnische Bedeutung Kreisfreie Stadt
Anzahl Besucher im Jahr 4,2 Mio. (2012)
Platz in der Mercer-Studie 7.Platz (2.beste dt. Stadt); 2.Platz in Infrastruktur
Flughafen Flughafen Frankfurt am Main (FRA;  57,5Mio. PAX 2012; 1.Platz in D, 3.Platz Europa;  10.Welt, geründet 1936, 4 Start- bzw. Landebahnen)
ÖPNV Hauptbahnhof Frankfurt mit 350.000 Passagieren täglich, 2.verkehrsreichster Bahnhof Deutschlands
U-Bahn (Stadtbahn): 65km auf 9 Linien mit 27 Tunnelbahnhöfen und 60 oberirdischen Stationen; 300.000PAX täglich; 1968 eröffnet
S-Bahn Rhein-Main: 303km auf 9Linien mit 111 Stationen (12Tunnelbahnhöfe); kleinste Taktfolge HVZ: 15min; 350.000PAX täglich
Entfernung nach… Köln 190km (Bahn: 1h10min; Auto: 1h50min)
München 400km (Bahn: 3h20min; Auto: 3h35min)
Berlin 550km (Bahn: 4h05min; Auto: 5h)
Dresden 475km (Bahn:4h45min; Auto: 4h10min)
Paris 575km (Bahn: 3h50min; Auto:5h10min)

nächster Ort über 500.000: Stuttgart
nächster Ort über 1.000.000: Köln 190km

Kultur / Geschichte:

Universität Goethe-Universität (1914 gegründet; 43.000 Studenten; 4.größte Uni in Deutschland nach Studenten)
Fachhochschule Frankfurt (1971 gegründet; 11.500 Studenten); sowie zahlreiche weitere private und staatliche Hochschulen
Anzahl Museen 60
Größte jährlichen Feste Museumsuferfest (letztes WE im August) ca.3Mio.Gäste; seit 1988
Wäldchestag (Dienstag nach Pfingsten) seit dem 18.Jahrhundert, eine Art Jahrmarkt
Dippemess (2xjährliche Kirmes)
Frankfurter Weihnachtsmarkt; seit 1393
Sportvereine der Stadt Fußball Männer:
Eintracht Frankfurt (1xDt.Meister; 4xDFB-Pokal; 1x UEFA-Cup; 1xEC1-Finalist; Ø-Zuschauer: 46.679@ Commerzbank-Arena)
FSV Frankfurt (1xDt.Vizemeister; 1x Pokalfinalist; Ø-Zuschauer: 5.200 @ Volksbank-Stadion)
Fußball Frauen:
1.FFC Frankfurt ( 7xDt.Meister; 8x DFB-Pokal; 3x UEFA-Women’s Cup; Ø-Zuschauer: 2446 @ Stadion am Brentanobad)
Basketball:
Skyliners (1x Dt.Meister; 1x Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 4.530 @ FRAport Arena)
Eishockey:
Löwen (1xDt.Meister; Ø-Zuschauer: 4.000 (2010 in 3.Liga) @ Eissporthalle"
Tageszeitung der Stadt (Auflage) Überregional:
Frankfurter Allgemeine Zeitung (305.000; Richtung: liberal-konservativ; höchste Verbreitung im Ausland aller dt. Zeitungen außer Boulevard)
Frankfurter Rundschau (87.000; Richtung: links-liberal)
Regional:
Frankfurter Neue Presse (60.000)"
Erste urkundliche Erwähnung 704
Großstadt seit 1875
Das entscheidende Jahr 1356 (in Goldener Bulle wird Frankfurt als Krönungsort des Deutschen Kaisers festgelegt)
Meisten Einwohner im Jahr heute
Man trifft sich an der: Konstabler Wache (Konsti)
City Branding Mainhattan, Bankfurt, die kleinste Metropole der Welt, Krankfurt; die Stadt mit der einzigen (oder auch imposantesten) Skyline Deutschlands

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Kaiserdom St.Bartholomäus
Architektonisches Highlight Commerzbank Tower (Norman Foster)
Höchstes Gebäude Haus: Commerzbank Tower 259m
Turm: Europaturm 337,5m
Anzahl Kulturdenkmäler 4.600
Anzahl Starbucks 14
Konzernzentralen von Chemieunternehmen, Werbe- und Beratungsunternehmen, Software, Banken; alle aufzuzählen sprengt den Rahmen; 40% der Gewerbesteuereinnahmen Hessens kommen aus Frankfurt (Frankfurt stellt 12% der Einwohner Hessens)
Anzahl Pendler 317.000
Mindest- und Maximalbetrag  der am Bankautomaten (Sparkasse) angezeigt wird 50€; 500€
Straftaten auf 100.000 Einwohner 16.137 (höchste Rate aller dt. Städte über 200.000 Einwohner; bedingt auch durch Transit, Flughafen liegt auf städtischem Grund)
Kaufkraftindex in Deutschland 113 (2014)
Kaufkraft pro Kopf 24.064€ (2014)
Arbeitslosenquote 7% (2013)

Die Unter 100: weitere Hochhäuser in Frankfurt

In den letzten Artikeln zu den Hochhäusern in Frankfurt haben wir alle 30 Häuser der Stadt am Main mit einer Höhe von einhundert Metern und mehr vorgestellt. Trotzdem gibt es noch einige weitere sehr schöne Beispiele für Hochhausarchitektur, die in diesem abschließenden Artikel der Reihe „Hochhäuser und Wolkenkratzer in Frankfurt“ gezeigt werden sollen. Die Darstellung verfolgt keine Einheitlichkeit, außer vielleicht der Tatsache, dass alle Bauwerke die Marke von 100m nicht erreichen, aber trotzdem natürlich keine Flachbauten sind. Es ist eine recht willkürliche Auswahl, nach dem Hinfallen des Auge des Betrachters.

Auf dem Gelände der ehemaligen amerikanischen Militärsiedlung am Frankfurter Flughafen soll in den nächsten Jahren ein ganz neues Stadtviertel entstehen, die sogenannten Gateway Gardens. Die ersten Bauwerke sind 2013 schon vollendet worden, so wie das Alpha Rotex, den höchsten Büroturm des Erschließungsgebiets mit immerhin 68m. Das von Jo. Franzke Architekten geplante Haus hat den Grundriss einen abgerundeten Dreiecks. Um einen Gebäudekern gruppieren sich die drei Flügel mit insgesamt 28.000m² Bürofläche. Für das Raumklima und als sozialer Treffpunkt sind fünf je 30m hohe Wintergärten eingesetzt worden. Von außen wirkt das Gebäude elegant horizontal ausgerichtet, mit seinen Aluminiumbändern, welche sich mit der Glasfassade abwechselt.

Das Bürohaus Alte Oper mit 89m wirkt im Vergleich zu seinen dominanten Nachbarn eher klein. Doch das war auch Ziel, denn die Stadt Frankfurt wollte Anfang der 1980er Jahre an dieser Stelle nur ein maximal 20-geschossiges Haus erlauben. Die Planer der Architektengemeinschaft Gerhard Balser entwarfen einen Bau auf fast quadratischen Grundriss mit abgerundeten Winkeln. Die Außenhülle des 1984 eröffneten Hochhauses ist aus Spiegelglas und Aluminiumblechen. Aus der Mitte ragt der weiße Versorgungskern hervor, der etwas übersteht.

Das Hochhaus am Park, etwas Abseits direkt am IG Farbenhaus bzw. dem Grüneburgpark gelegen, hat mit 16 Jahren Bauzeit einen eher unrühmlichen Rekord unter den Wolkenkratzern der Stadt. 1969 startete der Bauherr Willy Göbel das Hochhausprojekt Mitten in von Villen bebauten Westend. Der Protest der Bevölkerung war sicher, fiel er doch in eine Zeit, in denen Hochhäuser Zeichen der Zerstörung wurden. Als dann 1972 der Rohbau fast fertig war, verhängte die Stadt einen Baustopp, da sowohl die Nutzfläche, als auch die Höhe überschritten wurden. 10 Jahre war das Haus eine Investruine, als 1982 ein neuer Käufer den Bau übernahm und im postmodernen Design zu Ende bauen ließ. Das Haus besteht aus zwei vollverglasten spiegelverkehrt versetzten Türmen, die nach unten hin ausknicken, wobei der höhere östliche Turm 96m misst.

Wie auch das Pollux-Haus gehört der Kastor zum Komplex des Forum Frankfurt, dass 1997 in direkter Nachbarschaft zum Messeturm entstand. Der kleinere Kastor erreicht eine Höhe von 94m. Die Namensgebung bezieht sich auf die griechische Sagenwelt. Dort waren Pollux und Kastor Söhne des Zeus, wobei Letzterer innerhalb eines Streits tödlich verwundet wurde und der Erstere ein Halbgott war, der seinen Vater nach Kastors Tod darum bat, auch sterblich zu werden, um nicht von seinem Bruder getrennt existieren zu müssen. In Hochhausform gegossen ließ sich das Büro Kohn Pedersen Fox zwei unterschiedlich hohe Türme einfallen, welche jeweils einander eine glatte Glasfassade zuwenden und von einem öffentlichen Platz getrennt werden. Die beiden Außenseiten jedoch sind gewölbt, wohl um ein Symbol für die geschäftliche Drehscheibe des Ortes zu sein.

Aus dem Gelände der Kreditanstalt für Wiederaufbau sticht besonders der Trakt der Westarkaden heraus, denn je nach Blickwinkel von der Zeppelinallee aus, scheint man vor ganz unterschiedlichen Fassaden zu stehen, obwohl man vor dem gleichen Haus steht. Das 2009 fertiggestellte Gebäude der Architekturgemeinschaft Sauerbruch Hutton misst 59m, besticht aber nicht nur durch sein Aussehen, sondern vor allem durch seine sehr hohe Energieeffizienz. Möglich macht dies insbesondere eine raffinierte Fassade, die motorenbetrieben Klappen ausfahren lässt und die natürliche Belüftung steuert. Strukturell besteht das Bauwerk aus einem dreigeschossigen Flachbau, dem sich ein 15geschossiger Hochhausbau, welcher Richtung Palmengarten abgerundet ist,  anschließt. Die Technische Universität Chicago wählte das Haus 2011 zum besten Hochhaus der Welt.

Das MainForum direkt am Flussufer ist der Sitz der IG Metall, welche sich ein repräsentatives Zentralengebäude gleich neben dem alten DGB-Haus bauen ließ. Die Architektengemeinschaft Gruber + Kleine-Kranenburg entwarfen einen 80m hohen Bau, der mit rotem Mainsandstein ummantelt ist, jedoch Richtung Osten einer Glasfassade weicht. Im Gebäude befinden sich nicht nur Büros, sondern auch Wohnungen und Gastronomie.

Ähnlich wie der Westhafen Tower hat auch das MainPlaza eine Tor- und Orientierungsfunktion für ein neu errichtetes Viertel. In diesem Fall für das Deutschherrnviertel. Der 2002 fertiggestellte Wohnturm misst 88m und wurde von Hans Kollhoff geplant, der sich dabei vom Art Deco Stil der 1920er und 30 Jahre inspirieren ließ. Wie auch bei Kollhoffs Hochhaus am Potsdamer Platz in Berlin ist die Fassade dunkelrot verklinkert. Auf achteckigem Grundriss erhebt sich ein nach oben hin zurückgestaffelter Bau, der mit einer Krone schließt. Das Haus selbst beherbergt Luxuswohnungen.

Das Main Triangle am Fluss direkt gegenüber der Neuen EZB gelegen, steht schon seit 2006 und besticht durch seine spektakuläre Dachform, welche die Form eines Segels nachbildet und damit auf den Main Bezug nimmt. Auf einem dreieckigen Grundriss entwarfen die Architekten von Novotny Mähner Assoziierte einen 60m hohen Glasbau mit zentralem und überdachtem Atrium.

Wer auf der A648 nach Frankfurt fährt, der sieht neben der näherkommenden Skyline auch schnell ein ungewöhnliches 87m hohes Haus, dass einem quergestelltem Käseleib ähnelt, dass Radisson Blue Hotel. Das 2005 eröffnete und von John Seifert Architects entworfene Haus besteht aus einer blauen, abgerundeten Hochhausscheibe, die von einem kubusförmigen Glasbau durchstoßen wird. Im Inneren des Businesshotels findet sich einige Gimmicks, wie ein Swimming-Pool im 18. Geschoss, welcher der Rundung der Hülle folgt.

Das SkyLight ist ein Gebäudekomplex von Architekt Richard Rogers und wurde in den 1990er Jahren auf dem Gelände des Postcheckamtes errichtet. In einer Mischung aus Arbeiten, Freizeit und Wohnen ragt besonders der 63m hohe Skylighttower heraus, der 40 Luxus-Apartments beherbergt.

Das Westend Duo auf der Bockenheimer Landstraße steht auf dem Gelände des ehemaligen Hochtief Hochhauses von Egon Eiermann, dass 2004 dem Neubau von KSP Engel und Zimmermann weichen musste. Das 96m hohe Westend Duo ist ein mit Erdwärme beheiztes Niedrigenergiehaus. Es besteht aus einem Sockelbau und zwei in sich verdrehten Hochhaustürmen mit einer eleganten Glasfassade in welche versetzte Fensterfelder eingelassen wurden. Das 2006 fertiggestellte Haus bekam zwei Jahre später den International Highrise Award zugesprochen.

Die ersten Wolkenkratzer in Frankfurt

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man von Wolkenkratzern erst ab einer Höhe von 150m sprechen kann. Ob das so stimmt, oder reine Willkür ist, weiß ich nicht, aber ich halte mich daran. Für Deutschland umformuliert heißt das übrigens, dass es hier 15 Wolkenkratzer gibt, 14 davon stehen in Frankfurt.
Das Wolkenkratzerzeitalter beginnt in Frankfurt in den 1970er Jahren mit dem heutigen Westend Gate, dass 1976 159m erreicht. Damals übernimmt Frankfurt endgültig den Titel der Hochhausstadt, denn Deutschlands höchstes Haus steht ab sofort in Mainhattan und obwohl sich die Häuser abwechseln, bleibt der Titel am Main. In den 1970er und 80er Jahren wachsen aber nicht nur höhere, sondern immer mehr Bürotürme in der Stadt. Statt einzelner Monolithen entstehen Hochhausfronten und gerade die großen Banken möchten sich repräsentative Hauptquartiere bauen lassen. Werfen wir mit den nun folgenden Häusern einen Blick auf diese Zeit.

Das Westend Gate wurde 1976 als Plaza Büro Center eröffnet. Mit einer Höhe von 159m stellte es einen neuen deutschen Rekord ein, der davor beim Colonia-Haus in Köln lag. Die Architekten Siegfried Hoyer und Richard Heil legten einen Hochhausbau vor, der noch dem Internationalen Stil verschrieben ist. Das Haus besteht aus zwei Hochhausscheiben, der sich eine dritte Scheibe rechtwinklig anschließt. Das Gebäude hat dunkle Fensterfronten, die mit den hellen Seitenfronten kontrastieren. Gedacht ist das Haus als ein Büro- und Hotelkomplex, so können ansässige Firmen ihre Besucher gleich im Haus unterbringen und auch gemeinsame Konferenzräume nutzen. Kluges Marketing verhinderte übrigens, dass dieses Hochhaus einen ähnlich schlechten Ruf hatte, wie andere zeitgenössische Bauten. So wurden 1977 ausgewählte Frankfurter zum Probewohnen eingeladen und einmal im Monat die oberen Hoteletagen zur Besichtigung freigegeben.

Der Garden Tower (damals als Helaba Hochhaus) ist im Jahr 1976, das erste Hochhaus in Frankfurt was die architektonische Form des International Styles verlässt. Statt eines einfachen in die Höhe gestreckten Quaders entwarfen die Architekten Novotny Möhner Assoziierte ein 127m hohes polygonales Haus, das aus zwei Glastürmen besteht, die jeweils nochmals je einen außen anliegenden Serviceturm haben. 2005 wurde das Haus vom Büro KSP Engel und Zimmermann saniert und bekam seinen heutigen Namen, der auf die neu eingebauten Wintergärten verweist.

Der Eurotower aus dem Jahr 1977 wurde ursprünglich für die gewerkschaftseigene Bank BfG gebaut und hieß auch bis zu deren finanzbedingten Auszug so. Der 148m hohe Bau bekam von seinen Architekten Richard Heil und Johannes Krahn einen damals neuartige Form eines Prismas. Es war das erste Hochhaus der Stadt, dass sich im unteren Teil für die Öffentlichkeit öffnete. Es beherbergte ein Einkaufszentrum und hatte einen eigenen U-Bahn Eingang. Nach Umbau und Einzug der Europäischen Zentralbank wurde das Einkaufszentrum geschlossen, lediglich ein Euro-Shop ist für Besucher noch geöffnet. Auch der Restaurant und Clubkomplex Living XXL ist seit letzten Jahr geschlossen.

Der Silberturm löste das Westend Gate als höchstes Haus Deutschlands ab, auch wenn es ihn nur um wenige Meter übertraf. 1978 eröffnet wurde es vom Büro ABB Architekten auf eine Höhe von 168m geplant. Er diente der Dresdner Bank als Konzernzentrale, bis diese 2008 von der Commerzbank übernommen wurde. Seit seiner Sanierung 2012 ist die Deutsche Bahn Hauptmieterin des Gebäudes. Die Fassade des Büroturms ist außergewöhnlich (wenn auch sehr ähnlich dem Berliner BfA-Hochhaus). Sie besteht aus einer hellen Aluminiumverkleidung mit abgerundeten Ecken. Das Haus besteht aus zwei Quadern, die versetzt zueinander stehen und mit zwei versorgungstürmen verbunden sind. Im 31. Stockwerk gab es ein Schwimmbad, das als Wasserreservoir für den Brandfall angelegt wurde, dass allerdings heute nicht mehr besteht und in eine Konferenzetage umgebaut wurde. Noch heute ist das Stockwerk aber an seinen großen Fenstern zu erkennen. Der Turm schrieb sogar Kinogeschichte, denn der deutsche Thriller „Abwärts“ mit Götz George benutzte das Haus als Kulisse.

Das Frankfurter Büro Center kurz FBC wurde 1981 eröffnet gehört aber mit seiner Form noch ganz klar in die Zeit des Internationalen Stils. Das es damals etwas seiner Zeit zurück war lag aber nicht am Architekten Richard Heil, sondern daran, dass es einfach lange nicht fertig wurde. 1973 war Baubeginn, jedoch wurden die Arbeiten zwischenzeitlich für drei Jahre stilgelegt, was auch damit zu tun hatte, dass in dieser Zeit Büroräume im Überangebot zu haben waren und die Ölkrise die Wirtschaft bremste. So bleib es ein Spekulationsobjekt bis es 1979 weitergebaut wurde. Mit seiner Breite von 26m bei einer Höhe von 142m wirkt das Haus außergewöhnlich schmal, zumal es noch in zwei Hochhausscheiben versetzt ist. Ähnlich dem City-Hochhaus sind auch hier auf halber Höhe die Techniketagen untergebracht, die sich von der Fassade durch einen weißen Streifen abheben.

Mehr Namen als die beiden Türme der Deutschen Bank hat sicherlich kein anderes Hochhaus. Sie sind bekannt als „Greentowers“, „Soll und Haben“, „Zwillingstürme“ oder eben auch „Deutsche Bank Hochhäuser“. Schon die Baugeschichte des 155m hohen Wolkenkratzers ist ungewöhnlich (übrigens werden beide Türme einzeln gewertet). Auf dem Gelände eines im 2.Weltkrieg zerstörten Schlösschens sollte in den 1970er Jahren ein Hochhaus errichtet werden, die Baugrube wurde ausgehoben, doch wie schon beim FBC erwies sich das Projekt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als zu ambitioniert. So wurde alles wieder zugeschüttet bis sich 1977 die Hotelkette Hyatt für einen Doppelturmbau an diesem Ort interessierte. Die Bauarbeiten begannen erneut, doch schon 1979 sprang Hyatt ab und die Deutsche Bank übernahm den Bau, an dessen Form sie aber nichts mehr ändern konnte. Heute sind die Türme zum Symbol der Bankenwelt und natürlich auch zur Deutschen Bank geworden.
Das Haus ist eine Stahlbetonkonstruktion mit vorgesetzter verspiegelter Glasfassade. Die Architekten Walter Hanig, Heinz Scheid und Johannes Schmidt planten einen Sockelbau, der die beiden unregelmäßigen, mit 45 Grad Winkeln errichteten Türme verbindet. Natürlich wurde das Bauwerk seit seiner Eröffnung 1984 schon wieder saniert. Bis 2010 fand eine grundlegende Sanierung statt, welche insbesondere die Energiekosten des Hauses drosseln soll und deren Projektname Greentowers nun auch als Name des Hauses firmiert.

Das Messe Torhaus sieht alles andere als aus den 1980er Jahren aus, vielmehr wirkt das von Oswald Mathias Ungers geplante Bauwerk fast schon zeitlos aus. Wie ein 117m hoher Toaster bei dem gerade das Brot rausspringt wirkt das Gebäude. Es wurde am Rande der Messer errichtet und beherbergt u.a. die Verwaltung der Frankfurter Messegesellschaft. Schon nach seiner Fertigstellung 1984 bekam das Messe Torhaus viel Lob und galt damals als das beste und schönste Frankfurter Hochhaus. Sicherlich ist es auch heute noch darunter zu zählen. Es besteht aus einem sechsgeschossigen Sockel aus dem ein roter Sandsteinturm erwächst, aus dessen Mitte wiederum ein spiegelverglaster Turm ragt. Der Sandsteinturm jedoch hat an der Seite und im unteren Segment Öffnungen, an welchen das Glasgebäude hervorsticht, was wiederum den Torcharakter des quasi vor dem Eingang zur Stadt stehenden Hauses unterstreicht.

Frühe Hochhäuser in Frankfurt

Frankfurts Skyline ist in Deutschland einzigartig. Wenn man jedoch etwas in die Vergangenheit schaut fällt auf, dass die Stadt keineswegs immer eine Hochhausstadt war und eine dementsprechende Skyline hatte. Erst in den 1960er Jahren reichten die ersten Hochhäuser an die Höhe des Domturms (95m) heran, in den 1970er beginnt dann das Zeitalter der Wolkenkratzer, denn die neuen Türme werden zu den höchsten Häusern Deutschlands und spätestens seit den 1990er kann man darüber reden das Frankfurt eine Skyline hat, denn es werden nicht nur immer höhere Wolkenkratzer gebaut, sie werden auch zahlenmäßig immer mehr. Momentan sind unter den 100 höchsten Häusern in Deutschland, 36 in Frankfurt, nimmt man nur die Top 20 sind es sogar 15. Es gibt keine andere deutsche Stadt, in welcher mehr Hochhausbauten geplant und auch umgesetzt werden. Doch wie begann das? Im nächsten Abschnitt schauen wir auf die Anfänge zurück.

Nimmt man Frankfurts erstes Hochhäuser, das DGB-Haus (31m) oder das IG-Farbenhaus (35m) als Beispiele der Hochhausbauten vor dem 2.Weltkrieg, so stehen diese klar im Schatten damaliger Riesen wie dem Ullsteinhaus in Berlin mit 76m (1925), dem Hansahaus in Köln mit 65m (1925), dem Tagblattturm in Stuttgart mit 61m (1928) oder dem Bau 36 mit 66m in Jena (1935).

In der fast völlig zerstörten Innenstadt wurde auch nachdem 2.Weltkrieg nicht gleich in die Höhe gebaut. Die Architektur der Wirtschaftswunderzeit war zwar in einigen Fällen von großer Eleganz, wie beim Junior-Haus von Wilhelm Berentzen aus dem Jahr 1951, aber wirklich hoch waren diese Häuser, auch im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland nicht.
Ein erstes wirkliches Hochhaus, dass auch als solches im kollektiven Gedächtnis der Stadt hängen geblieben ist, war das heute nicht mehr existente Zürich-Haus, das 1962 fertiggestellt wurde und eine Höhe von 68m erreichte. Höher war sogar noch das Fernmeldehochhaus in der Nähe der Zeil, dass 1954 schon eine beachtliche Dimension von 69m erreichte, aber in der Bevölkerung als äußerst hässlich verrufen war und nur wenig Gegenliebe fand. Mit zunehmenden Wohlstand der Wirtschaftswunderjahre stiegen die Preise für Grund und Boden auch in der Stadt am Main beträchtlich. Die wirtschaftlich, gewinnbringende Nutzung von Grundstücken erforderte zunehmend eine hohe Verdichtung der bebauten Fläche, oder anders formuliert, hohe Häuser nützen intensiver und wirtschaftlicher die vorhandene begrenzte und teurer werdende Fläche. Immer mehr hohe Neubauten wuchsen in der Innenstadt, aber insbesondere auch in das Villenviertel Westend hinein, was zunehmend den Unmut der Bevölkerung nach sich zog, auch weil zahlreiche Spekulationen um Grundstücke und Häuser stattfanden. So verfielen zunehmend alte Villen bzw. wurden absichtlich nicht in Stand gesetzt, um das Land später wertsteigernd veräußerbar zu machen. Und so geschah in Frankfurt, erstmals in Deutschland eine Hausbesetzung. Frankfurt war schon seit 1967 ein Zentrum der Studentenbewegung und diese Studenten waren es auch, die den Protest gegen den Abriss historischer Villen im Westend anführten (wenn man heute durch das Westend geht, würde man darauf nicht zwingend kommen). Damals galten die historistischen Bauten des Gründerzeitalters des späten 19. Jahrhunderts nicht als schützenswert. Am 19. September 1970 besetzten einige Aktivisten das Haus auf der Eppsteiner Str. 47. Auch wenn sicherlich sehr unterschiedliche Motive zu dieser und späteren Besetzungen führten (insgesamt muss die Hausbesetzterszene als äußerst bunt bezeichnet werden), setzte sich dadurch ein Bewusstseinswandel durch, der das Thema Denkmalschutz einer breiten Öffentlichkeit vorstellte.

Schon in den 1950er und 60er Jahren war von Seiten der Stadtverwaltung thematisiert und geplant worden, eine funktionale Differenzierung der Stadtteile einzuführen. Die Innenstadt sollte dabei als Ort der Arbeitenden festgelegt werden (erst später entsteht dann die Einsicht, dass durch diese Entwicklung Innenstädte abends vollkommen veröden und quasi unbewohnt sind, noch heute in Frankfurts Bürostadt Niederrad zu erleben). Pläne wurden geschmiedet wie Landflächen am besten genutzt werden konnten und das Hochhaus schien ein idealer Kompromiss zu sein, genutzte Fläche an ausgewählten Orten zu verdichten, um andere Stadtteile zu entlasten. Die neuen Riesen sollten an Kreuzungen als Orientierungspunkte dienen und den Blick in der Stadt leiten.

So war und ist Frankfurt immer auch eine Stadt der Kontroversen über Neubau und Schutz der alten Bausubstanz und eine Stadt in der Hochhäuser abgrundtief gehasst oder als Zukunftsvision gesehen wurden. Frankfurt ist hier ebenso gespalten in der Bewertung der Hochhäuser, wie es geteilte Ansichten im späteren Umgang mit ihnen gibt, denn nicht Wenige wurden für neuere Bauten abgerissen oder aber so saniert, dass man schon von neuen Bauwerken sprechen muss. Dabei muss beachtet werden, dass das Hochhausensemble trotz seines vermeintlich jungen Alters immer noch älter ist als vergleichbare Anordnungen in Paris, London oder Moskau. Heute gehört die Skyline zu Frankfurt und für viele ist sie das Erkennungszeichen der Stadt.

Jetzt sollen die frühen Hochhausbauten näher beschrieben werden, die in den 1960er und frühen 1970er Jahren entstanden sind.

Die BHF Bank gehört heute zu den eher weniger auffallenden Hochhäuser auf der Bockenheimer Landstraße. Doch zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung 1965, war das Bauwerk mit 82m Höhe das höchste Bürohaus in Frankfurt. Architekt Sepp Ruf orientiert sich mit diesem Gebäude ganz in der Tradition des damals alles beherrschenden International Style der Moderne. Kein überflüssiges Dekor ist hier zu finden, alles wirkt einfach und modern. Obwohl es – wie so viele Frankfurter Bauten der 1950er und 60er  – abgerissen werden sollte, stellte es die Stadt unter Denkmalschutz und so wurde es bis 2009 saniert (Büro Wittfoht) und beinhaltet jetzt eine Sky-Lounge.

Das Büro Center Niebelungenplatz scheint heute irgendwie verloren im Nordend zu stehen. Doch als 1966 das Shell-Hochhaus (so der damalige Name) eröffnet wurde, bestand noch in Frankfurt der Plan, am Frankfurter Alleenring an ausgewählten Punkten (zumeist an den nordwärts aus der Innenstadt führenden Hauptstraßen) Hochhäuser zu errichten. Einzig das Shell-Hochhaus von Architekt Günter Rheingaus wurde aber letztendlich hochgezogen. Mit 90m sollte es zum höchsten Haus der Stadt werden. Doch schon in den 1980er Jahren stand das Gebäude leer, insbesondere neue Brandschutzreglungen machten es nicht mehr vermietbar. Im Jahr 1993 wurde es von Novotny Mähner Assozierte komplett umgebaut. Das neue BC Niebelungenplatz wurde nicht nur erhöht und erreicht jetzt 110m, sondern es hat nun auch eine postmoderne Gestalt. Die Rotunde auf dem Dach, wie auch der vorhängende Panoramaaufzug wurden neu eingebaut.

Auch das Rhein Main Center ist nicht mehr in seiner originalen Form vorhanden, sondern wurde postmodern umgebaut. Als es 1969 eingeweiht wurde, markierte es das westliche Ende der Hochhäuser der Stadt und war äußerst unbeliebt, da es schon Mitten im Villenviertel Westend steht. Die Architekten Helmut Joos und Reinhard Schulze erbauten einen funktionalen 84m hohen Bau der damaligen Zeit. Dieselben Architekten durften 1991 auch den Umbau leiten (diesmal als Büro JSK). Das Haus erhielt eine markante Uhr auf Dachhöhe und eine hervorstechende, unterschiedlich farbige Fassade. So wirkt es heute, wie ein Musterbau der Postmoderne und erinnert ein wenig an Philip Johnsons Sony Building in New York.

Das Deutsche Bank Investment Banking Center (kurz IBC) ist ein in seiner Originalform noch erhaltenes Haus aus dem Jahr 1971. Der 93m hohe Büroturm wurde 1971 eröffnet und ist voll dem Architekturzeitalter des International Style gewidmet. Architekt F. Wilhelm Simon ließ dunkelbraunen Stahl verwenden. Der Turm wird noch von einem siebengeschossigen Nebenbau begleitet. Jeder der 21. Etagen ist eine Brüstung vorgelagert, welche die horizontalen Fensterreihen umrundet.

Der AfE Turm dürfte hier eigentlich gar nicht mehr aufgelistet werden, denn er wurde am 2. Februar 2014 abgerissen. Allerdings verdiente das Haus schon seit meinen ersten Frankfurt Besuchen meine Aufmerksamkeit und das nicht nur wegen seiner ausgesprochenen Hässlichkeit. Schon der Name des Hauses ist ein großes Missverständnis. AfE steht für Abteilung für Erziehungswissenschaften der Universität Frankfurt. Doch bevor 1972 das Haus, dass von den Architekten der Staatlichen Neubauabteilung Hessens geplant wurde, öffnete, war die Abteilung für Erziehungswissenschaften schon in der gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät aufgegangen. Das diese, in das mit 116m damals höchste Hochhaus der Stadt einziehen durfte, zeigte allerdings den hohen Stellenwert der Geisteswissenschaften zu jener Zeit. Geliebt wurde der Bau jedoch nie. Durch die eigenwillige Aufteilung der Geschosse (der Nordteil mit Seminarräumen hatte jeweils eine 1,5 fache Etagenhöhe) viel einigen der Studenten die Orientierung schwer. Für 2500 Personen war der Turm konzipiert, jedoch benutzten ihn meistens mehr. Die sieben Fahrstühle waren äußerst anfällig, bleiben stecken, hielten in falschen Etagen oder ruckelten fatal. Wartezeiten von 15min, um einen Platz im Lift zu bekommen sollen keine Seltenheit gewesen sein. Leider forderte ein Fahrstuhlunfall sogar ein Todesopfer, als 2005 eine Universitätsmitarbeiterin aus einem steckengebliebenen Lift herausklettern wollte. Nach dem Abriss des AfE-Turms soll an dieser Stelle der Kulturcampus Bockenheim entstehen.

Dem Park Tower erkennt man heute sein Alter kaum an, was auch daran liegt, dass er wie so viele Hochhäuser der Stadt, im Jahr 2007, komplett umgebaut wurde. Das „Original“ stammt von den Architekten Fischer, Krüder und Rathai und wurde 1972 als SGZ-Hochhaus eröffnet und war das erste eröffnete Haus, das höher als der Domturm war. Wie mehr oder weniger alle damaligen Hochhäuser war es im Internationalen Stil geformt. Den Umbau übernahm das Büro von Albert Speer, der bis auf den Rohbau zurückbauen ließ. Drei Stockwerke wurden ergänzt und die Höhe auf 115m geschraubt. Zusätzlich wurde ein zweiter Turmbaukörper versetzt angebracht, der den alten Baukörper quasi umklammert. Der ältere Teil ist verglast, der Neuere ist mit hellem Naturstein verkleidet. Er nimmt die Straßenachse des Reuterweges auf.

Das Holiday Inn South Hochhaus steht abseits der Stadt am anderen Ufer des Mains in Sachsenhausen. Es gehört damit nicht zur Skyline der Stadt, aber auf diese hat man von hier einen guten Blick. Das Haus wird eher wenig beachtet, außer von den hier übernachtenden Hotelbesuchern. 1972 eröffnet und 100m hoch, verfügt das vier Sterne Haus über 439 Zimmer, 3 Suiten und 4 Restaurants.

Das Hochhaus Neue Mainzer Straße 32-36 war bis 1997 das Hauptquartier der Commerzbank, bis diese in ihren Neubau (siehe landmarks) genau gegenüber zog. Das 108m hohe Haus wurde von Richard Heil geplant und 1973 fertiggestellt. Auch dieses Haus ist im Internationalen Stil errichtet wurden und war eines der ersten Hochhäuser im Bankenviertel, indem es heute vor lauter großen Nachbarn fast untergeht.

Das City Haus I, dass früher auch unter dem Namen Selmi-Hochhaus (nach dem Bauherrn Ali Selmi benannt) bekannt war sprengte die Höhendimensionen der frühen 1970er Jahre. Mit seinen 142m überragte es alle anderen Häuser deutlich. Ebenso deutlich war die Kritik, galt doch dieser Klotz als Zeichen der Stadtzerstörung. Ein gefundenes Fressen war, dass ein Feuer auf der Baustelle 1973 ausbrach. Dies bereitete der Frankfurter Feuerwehr große Sorgen, denn der Brand war im 40.Stockwerk ausgebrochen und die Einsatzkräfte hatten große Mühe den Brandherd zu erreichen, was erst nach 8 Stunden gelang. Viele Gegner des Hochhausbaus versammelten sich am umliegenden Platz der Republik und bejubelten das Feuer, wobei im Nachhinein Brandstiftung wohl ausgeschlossen werden kann. Ein Jahr später konnte das von Richard Heil und Johannes Krahn geplante Haus trotzdem eröffnet werden.
Das Haus ist eine Stahlbetonkonstruktion, dass aus zwei versetzten Hochhausscheiben besteht, welche durch einen Mittelteil verbunden sind. In mittlerer Höhe des Hochhauses befinden sich Technikgeschosse, die nach außen hin deutlich zu erkennen sind. Die ehemals sehr dunkle Fassade wurde nach der Sanierung des Hauses 2008 (durch das Frankfurter Büro von Christoph Mäckler) aufgehellt. Es ist heute noch ein wunderschönes Beispiel für die Architektur des International Styles und brauch auch einen Vergleich zu dessen Leitgebäude, dem Seagram Building in New York nicht zu scheuen.

Die hohen Wolkenkratzer in Frankfurt

Da wir Frankfurts höchste Wolkenkratzer schon innerhalb der Kategorie „Landmarks“ betrachtet haben, kommen wir jetzt zu den weiteren wirklich hohen Hochhäusern der Stadt. Wir sprechen dabei immer noch über eine Höhe von rund 200m. Alle diese Bauten wären in jeder anderen deutschen Stadt, das mit Abstand höchste Haus. In Frankfurt jedoch stehen diese Riesen etwas im Schatten, teilweise zu Unrecht.

Der dritthöchste Wolkenkratzer der Stadt hört auf viele Namen: Westendstraße 1, Westend Tower oder DZ-Bank Tower. Wie auch immer man ihn nennt, sein augenscheinlichstes Merkmal ist sein Dachaufsatz. Die Architekten Kohn Pedersen Fox wollten damit eine Krone symbolisieren, die auf Frankfurt als Ort der Kaiserkrönung verweist. Damit bei Frost und Schnee niemand auf dem Bürgersteig von Eisklumpen erschlagen wird, ist der Strahlenkranz (der einige an die Freiheitsstatue erinnert) beheizbar. Das Bauwerk besteht aus mehreren Teilen. Der Höchste ist der insgesamt 208m hohe Turm in der Form eines halben Zylinders. Dahinter befindet sich ein rund 150m hoher mit Granit verkleideter Quader, sowie Anbauten an den Seiten. Vor dem Haus steht eine Skulptur von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen, die eine umgedrehte Krawatte darstellt. Insgesamt versucht sich die DZ-Bank in ihrem Hauptquartier als Kunstsammler zu etablieren, so ist jedes Stockwerk mit einer Fotoausstellung bestückt, die nach Anmeldung auch besucht werden können.

Der Maintower ist für viele Frankfurt Besucher und aufmerksame Hessenfernsehzuschauer sicherlich ein äußerst bekanntes Bauwerk, allerdings eins das man selbst nicht unbedingt sieht, denn von seinem Dach aus, sendet die Hessenschau und es befindet sich darüber gleichfalls eine Aussichtsterrasse, auf der man einen wunderbaren Rundumblick hat. Das Einzige was man dabei nicht sieht, ist natürlich das Bauwerk selbst. Dieses ist 200m hoch (mit Antenne sogar 240m) stammt vom Architekturbüro Schweger & Partner und wurde 1999 eröffnet. Ähnlich der DZ-Bank haben wir auch hier zwei dominante Baukörper in einem. Ein spiegelverglaster Zylinder folgt ein etwas niedrigerer Kubus. Auch in puncto Energieeffizienz wurden hier Maßstäbe gesetzt, so besitzt das Haus ein eigenes Blockheizkraftwerk mit Erdwärmesystem.

Der Tower 185 verwirrt etwas mit seinem Namen, denn die Zahl 185 steht für die ursprünglich geplante Bauhöhe. Tatsächlich ist der 2011 eröffnete Wolkenkratzer von Architekt Christoph Mäkler 200m hoch. Er bildet eine Art Beginn für das dahinter entstehende Europaviertel. Drei Baukörper vereinen sich bei diesem Wolkenkratzer. Zwei auf ihren Achsen verschobene Hochhausscheiben mit einer Aluminium-Glas Fassade nehmen einen verglasten Zylinder in die Mitte. Ein sechsgeschossiger hufeisenförmiger Vorbau schließt das Gebäude zur stark befahrenen Friedrich-Ebert-Anlage ab. Auch hier wurde natürlich wieder auf energieeffizientes Bauen geachtet und so sollen Energieeinsparungen um 25% im Vergleich zu einen traditionellen Hochhaus möglich sein.

Das Trianon sieht älter und unscheinbarer aus als es ist. 1993 eröffnet, misst es 186m, die zumeist von einer Spiegelglasfassade verkleidet sind. Das Haus ist der geometrischen Form des Dreiecks gewidmet, denn es hat die Form eines gleichseitigen Dreiecks mit an den Ecken wiederum angebrachten Dreiecksformen. Das Dach – und das ist die wohl größte Besonderheit – bildet eine umgedrehte, natürlich dreiseitige, Pyramide. Der Name Trianon bezieht sich dann auch auf seine Form. Verantwortlich für den Bau sind mehrere Büros: Novotny Mähner Assoziierte, HPP International und Albert Speer & Partner.

Landmarks Frankfurts (Europaturm, Commerzbank Tower, Messe Turm, neue EZB)

Mit dem englischen Begriff „landmark“ ist eigentlich ein natürlicher oder menschgemachter Gegenstand gemeint, der zur Orientierung nutzt, gemeint. Dieser ist leicht zu identifizieren und daher auch für die Herausbildung eines Ortes ein wichtiger Gegenstand der Wiedererkennung. So können landmarks herausragende Gebäude einer Stadt sein und in Mitten vieler anderer Gebäude stehen, die weniger Aufmerksamkeit erregen. In unserer Zeit, in welcher ein Konkurrenzkampf der Städte nach Touristen und Attraktivität für zahlungskräftige Bewohner besteht, sind „landmarks“ ein Mittel um Anziehungskraft, Identität und Interesse zu erzeugen. Ein Wiedererkennungswert mit Mehrwert sozusagen. Mit einem oder gar mehreren herausragenden Bauwerken soll die Attraktivität der gesamten Stadt erhöht werden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Stadt Bilbao, die durch den Bau und die Eröffnung des spektakulären Guggenheim Museums von Frank O. Gehry, einen Touristenstrom in Gang setzte und zu einer großen Um- und Neugestaltung des vorher sehr heruntergekommenen Stadtzentrums führte. So ist es in den letzten Jahrzehnten bei einigen Stadtvätern zu einem verstärkten Interesse an „landmark building“ gekommen, um die Attraktivität ihrer Stadt zu erhöhen (ob das immer funktioniert, was das kostet und letztendlich bringt etc., steht auf einem anderen Blatt).
Natürlich gibt es keine feste Kategorie für „landmarks“, auch wird der Begriff teilweise negativ aufgefasst, als dysfunktionale Geldverschwendung für Architektur, doch darum soll es hier nicht gehen. Die folgenden vier Gebäude wurden ausgewählt, da sie durch ihre hohe Sichtbarkeit innerhalb der Stadt Frankfurt eine gewisse Prominenz des Sehens in der Stadt am Main haben und gleichzeitig interessante architektonische Stile wiederspiegeln. Der Fokus liegt hier also auf Höhe, weniger auf architektonischer Tradition oder gar Wert.

Als erste „landmark“ stellen wir ein Bauwerk vor, was gar kein Haus ist, sondern ein Turm, hier aber mit besprochen werden soll, weil es die höchste Architektur der Stadt ist: der Europaturm. Nördlich der Innenstadt gelegen, im Stadtteil Ginnheim, ist der Fernsehturm deutlich von den Hochhäusern abgegrenzt und mit einer Gesamthöhe von 337,5m ist er auch höher als jeder Wolkenkratzer Mainhattans. Der „Ginnheimer Spargel“ wäre sogar Deutschlands höchstes Gebäude, hätte man ihn mit einer etwas höheren Antenne ausgestattet, denn seine reine Bausubstanz ist 295,4m hoch (beim Berliner Fernsehturm, dem Spitzenreiter mit hoher Antenne, sind es nur 248m). Der Bau war nötig geworden, da das Fernmeldehochhaus in den Hochhäuser der Innenstadt höhentechnisch zu verschwinden drohte. So wurde 1978 der Turm eröffnet, für dessen Konstruktion Johannes Möhrle, Peter Metzger und Erwin Heinle verantwortlich waren. Die Kanzel beherbergte in ihren sechs Geschossen auch ein Restaurant mit 200 Plätzen, dass aber schon seit Jahren für Publikum aus Brandschutzgründen geschlossen ist, wie auch der Rest des Turms. Die Kanzel misst an ihrer breitesten Stelle 60m. Darüber befinden sich sieben Parabolspiegel, die dem Turmabschluss ein besonderes Aussehen geben. Nachts wird der Turm in der Farbe Magenta angestrahlt, die auf den Betreiber des Bauwerks hinweist.
Der CommerzbankTower ist Frankfurts höchstes Haus und nicht nur deshalb stellt es einen markanten Sichtpunkt in der Skyline der Stadt dar. Der Wolkenkratzer ist in Richtung Norden und Westen von anderen Hochhäusern umgeben, in den anderen Richtungen aber weithin sichtbar und dominiert den Blick auf die zahlreichen Hochhäuser der Innenstadt. 1997 eröffnete die 259m hohe (mit Antenne 300m) Hauptzentrale der Commerzbank. Geplant wurde sie vom Architektenbüro Norman Fosters. Es war es bis 2003 das höchste Haus in Europa und liegt mittlerweile auf Platz 7.
Das Hochhaus hat den Grundriss eines Dreiecks und ist in Stahlskelettbauweise errichtet worden. Neben seiner Höhe ist das Gebäude für seine umweltfreundliche Klimatechnik bekannt, die sich in neun thematisch unterschiedenen Gärten (asiatische, mediterrane und amerikanische Klimazonen)  versinnbildlichen. Diese Gärten, die jeweils rund 15m Hoch sind und sich wie eine Kette um das Haus ziehen, sind nicht nur dazu da, den innen liegenden Büros Licht zu verschaffen, sondern haben eine elementare Funktion beim Klimaaustausch des Hauses. Dieser funktioniert auf Grund einer vorgehängten Glasfassade und schaffte einen hauseigenen Mikrokosmos. Der innenliegende Kern des Haus ist ein 160m hoher Atriumbereich, während sich die Versorgungsbereiche mit den Lifts an den abgerundeten Ecken des Wolkenkratzers befinden. Rund 2.100 Menschen arbeiten in dem rund 600 Millionen DM teuren Hochhaus, das übrigens nach Anmeldung zu verschiedenen Terminen besichtigt werden kann und unter anderen in den Panoramaliften einen großartigen Ausblick bietet.

Der Messe Turm ist mit seiner Höhe und seiner Form herausragend und von vielen Stellen in und um Frankfurt deutlich zu sehen. Interessant ist das er je nach Wetterlage und Standpunkt mal wie ein dünner Bleistift aussieht, mal wie ein mächtige Burg mit Spitze, denn gerade bei diesigen Wetter, beginnendem Abendhimmel und einiger Entfernung scheint der schlanke Riese geheimnisvollerweise etwas zuzunehmen. Bis zur Fertigstellung der Commerzbank war der, 1991 eröffnete, MesseTurm nicht nur Frankfurts, sondern Europas höchster Wolkenkratzer (und löste die Lomonossow-Universität in Moskau ab, die mit 240m seit 1953 diesen Titel hielt) und erreicht 257m. Er überragt den bisherigen deutschen Spitzenreiter Silberturm um fast 100m, war das erste Haus mit über 200m Höhe und stieß in Mainhattan in vollkommen neue Dimensionen vor. Gelegen direkt an der Messe befinden sich zwar einige Wolkenkratzer in der Nähe (wie Westend Gate oder T185), aber nicht in direkter Nachbarschaft, womit der monumentale Charakter des Hochhauses noch verstärkt wird.
Der MesseTurm ist ein Musterbeispiel an postmoderner Architektur. Vom Deutsch-Amerikaner Helmut Jahn geplant, beinhaltet der Turm die geometrischen Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck. Auf einer nur 41x41m langen Grundfläche des Sockels erwächst ein sich verjüngender Schaft, die wie eine startende Rakete scheinbar immer mehr Balast abwirft und an deren Ende die rote Granit Fassade in eine Glasfassade übergeht und an der Spitze in ein 36m hohes Dreieck mündet. In seiner Gestaltung und Anmutung ist eine Orientierung zu klassischen Art-Déco Hochhäusern durchaus sichtbar, ausdrücken möchte der Architekt jedenfalls Ruhm, Reichtum und Macht. Obwohl das Haus nicht nur eine eigene Postleitzahl und einen eigenen U-Bahn Zugang hat, ist es für die Öffentlichkeit leider nicht zugänglich.

Das neue Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) ist mit seinen 185m (201m mit Antenne) kein alles überragender Riese. Er reiht sich zwar in die Top 10 der höchsten Frankfurter Häuser ein, doch seine Maße sind nicht entscheidend. Viel wichtiger ist seine Lage und auch seine Form, denn das gläserne Hochhaus der Wiener Architekten Coop Himmelb(l)au steht im Osten der Stadt, anders als die weiteren Wolkenkratzer in der Stadtmitte und im Westend. Für den Bau wurde sogar der Frankfurter Hochhausrahmenplan geändert. Die neue EZB stellt einen neuen Sichtpunkt quasi am anderen Ende der Stadt dar und gleichzeitig soll es den Osten der Stadt beleben und aufwerten, sollen doch rund 2.300 Bänker darin arbeiten. Gleichzeitig ist es ein höchst interessantes architektonisches Projekt, denn es bezieht die Großmarkthalle von Martin Elsaesser, eines der bedeutendsten Werke der Moderne in Deutschland, mit in den Gebäudekomplex ein.
Ganz klar ist das neue Hochhaus ein Prestigeobjekt für die EZB. In einem internationalen Wettbewerb setzten sich Coop Himmelb(l)au durch, auch weil sie die Regel, die denkmalgeschützte Großmarkthalle mit einzubeziehen und nicht abzureißen verwirklichte. Jedoch wird die rund 220m lange Halle, die 1928 zu ihrer Eröffnung, der größte stützenfreie Stahlbetonbau der Welt war, mit einem Querriegel durchschnitten, was zahlreiche Kritik hervorrief, aber dennoch erlaubt wurde. Der eigentliche Wolkenkratzer besteht aus zwei verdrehten Hochhausblöcken, die mit einem vertikalen Atrium mit Gärten verbunden sind. Das rund 1,2 Milliarden teure Objekt soll in diesem Jahr (2014) eröffnet werden.

Wolkenkratzer und Hochhäuser Frankfurts

Landmarks | Die Hohen | Frühe Hochhäuser | Die ersten Wolkenkratzer | Neuere Hochhäuser | Unter 100: weitere Hochhäuser

Die Faszination Frankfurt am Mains liegt insbesondere in seiner in Deutschland nicht wieder zu findenden Skyline von Hochhäusern. Von 1990 bis 2012 standen die höchsten Wolkenkratzer Europas hier, bevor insbesondere Moskau, der Metropole am Main den Rang ablief. Noch heute ist Frankfurt neben London, Paris und Moskau die „skyscraper” Metropole in Europa. Deutschlands zehn höchste Häuser stehen allesamt in Mainhattan.

Im Folgenden sollen die Frankfurter Riesen, seien sie nun spektakulär oder nicht, etwas näher vorgestellt werden. Um die Anzahl und die Menge der Gebäude etwas zu ordnen sind sechs verschiedene Kategorien bzw. Themenkreise festgelegt, die sich mit den Bauwerken beschäftigen.

Kategorie Hochhäuser
Landmarks Europa Turm. Commerzbank Tower; Messe Turm; Neue EZB
die Hohen DZ-Bank; MainTower; Tower 185; Trianon
frühe Hochhäuser BHF-Bank; BC Niebelungenplatz; Rhein-Main-Center; Deutsche Bank IBC; AfE-Turm; Park Tower; Holyday Inn South; Neue Mainzer Str 32-36; City-Haus
die ersten Wolkenkratzer Westend Gate; Garden Tower; Eurotower; Silberturm; FBC; Türme der Deutschen Bank; Messe Torhaus
neuere Hochhäuser Pollux; Japan-Center; Eurotheum; Galileo; Westhafen Tower; IBC; Skyper; Opernturm; Nextower; Taunusturm
weitere Hochhäuser (unter 100m) Alte Oper Bürohaus; Hochhaus am Park; Kastor; MainPlaza; SkyLight; MainForum; Radisson Blue; Westend Duo; MainTriangle; kfw-Westarkaden; Alpha Rotex

Hauptbahnhof Frankfurt

Streng genommen sind die Transitzahlen des Flughafens gar nichts, vergleicht man sie mit denen des Hauptbahnhofs in Frankfurt am Main. Diesen benutzten täglich rund 350.000 Menschen, was interessanterweise aber nur für den dritten Platz in Deutschland reicht (Hamburgs und Münchens Hauptbahnhöfe haben 450.000 Benutzer am Tag). Kurz sollte aber erwähnt werden, dass diese Zahlen, anders als bei tatsächlich fixierten Tickets im Flughafen, Schätzungen sind, die auch Besucher mitzählen, daher ebenso reine Konsumenten, welche beispielsweise nur die immer weiter ausgebauten Einkaufsmöglichkeiten der Bahnhöfe nutzen, nicht aber einen Zug besteigen. Bahnhöfe sind noch viel mehr als Flughäfen soziale Zentren, die fast jede gesellschaftliche Klientel anziehen. Das liegt zum einen an ihrer im Vergleich zum Airport meist zentralen innerstädtischen Lage und sicherlich auch am weitaus spontaneren Erwerb eines Tickets für das Verkehrsmittel Eisenbahn und der Tatsache das man vom Bahnhof zwar Deutschland und mit etwas Zeitaufwand auch die Nachbarländer bereisen kann, aber für Weltreisen eher ungeeignet ist.
Die Geschichte des Hauptbahnhofs in Frankfurt ist verbunden mit der in Deutschland typischen Entwicklung der Zentralisierung der Bahnhöfe und Strecken am Ende des 19. und zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Bis 1888 endeten drei Zugstrecken mit je eigenen Kopfbahnhöfen am westlichen Ende der Stadt. Das war zum einen die Taunusbahn nach Wiesbaden (endend im Taunusbahnhof), die Main-Weser Linie nach Kassel und die Main-Neckar Eisenbahn nach Heidelberg. Schon im Deutsch-Französischen Krieg 1870 war klar geworden, dass die Organisation auf drei Bahnhöfen umständlich war und diese auch zunehmend an ihren Kapazitätsgrenzen gelangten. Die Planungen für den neuen „Centralbahnhof“ liefen in den 1870er Jahren auf Hochtouren. So wurde beschlossen, die alten Bahnflächen, die noch bis an den Anlagenring reichten, nach Westen zu verschieben (also etwas aus der Stadt heraus). Dadurch konnte später (bis ca. 1900) ein neues Stadtviertel errichtet werden, das heutige Bahnhofsviertel, das besonders in den 1980er und 90er Jahren einen schlechten Ruf als Rotlicht und Drogenquartier hatte. Noch heute ist aber die Gründerzeitarchitektur der Häuser zu bewundern, die damals entstanden. Der neue Hauptbahnhof sollte 34 Bahnsteiggleise besitzen, man verkleinerte das Vorhaben dann aber auf 18, was jedoch immer noch bedeutete den bis dato größten Bahnhof Europas zu bauen. Nachdem in einem Wettbewerb der Straßburger Architekt Hans Eggert mit den Planungen des Empfangsgebäudes beauftragt wurde und der Berliner Architekt Johann Wilhelm Schwedler mit der Bahnhofshalle, konnte nach nur 5 Jahren Bauzeit, im Jahr 1888 der neue Centralbahnhof eröffnet werden.
Die Reisenden und Besucher näherten sich aus Richtung Stadt der großen Empfangshalle im Neorenaissance Stil und betraten durch sie kommend die Bahnsteighalle, welche damals aus drei Schiffen zu je 28m Höhe und 56m Länge bestand. Im Jahr 1924 wurden – quasi rechts und links – zwei weitere aber etwas kleinere Hallen angebaut und der Empfangsbereich mit einem neoklassizistischen Gebäude erweitert, womit er die heutige Größe von 25 Gleisen bei 270m Gesamtlänge erreichte. Schon am Tag der Eröffnung geschah übrigens der erste Unfall, als ein Zug nicht mehr bremsen konnte und den Prellbock überfuhr und auf dem Querbahnsteig landete. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Bahnhof erstaunlich gut und musste in den Nachkriegsjahren kaum repariert werden. Eine große Erweiterung fand nur noch im unterirdischen Bereich statt, mit dem Bau des Frankfurter City-Tunnels, der nicht nur alle Frankfurter S-Bahnlinien am Hauptbahnhof aufnimmt, sondern auch alle (außer einer, die in der Haupthalle endet) in die Innenstadt, Richtung Hauptwache, weiterleitet. Ein neuer U-Bahnhof und eine unterirdische Ladenpassage wurden angelegt, die noch in den 1990er Jahren als gefährliches Pflaster nach Einbruch der Dunkelheit galten. So hat der Frankfurter Hauptbahnhof heute 25 Fernbahngleise, je 4 S- und U-Bahngleise und 3×2 Tramgleise. 342 Fernzüge und fast 300 Nahverkehrszüge sowie rund 1100 S-Bahnen halten hier täglich. Er ist der Verkehrsknotenpunkt im gesamten Rhein Main Gebiet und entwickelt sich durch die heutige Vermarktung der Bahnhöfe auch zu einem Einkaufszentrum.

Flughafen Frankfurt

Eines der bekanntesten Merkmale Frankfurts ist sein Flughafen, was nicht nur daran liegt, das man von fast überall in der Stadt startende oder landende Flugzeuge betrachten und teilweise auch hören kann (und Flugzeugspotter eine eigene Tribüne zum Fotografieren ihre Lieblingsobjekte haben), sondern vielmehr daran, dass es der größte Flughafen Deutschlands, der 3. größte Europas und weltweit die Nummer 11 ist. Im Jahr 2012 wurden in Frankfurt 57,5 Millionen Fluggäste transportiert (zum Vergleich: Europas Nummer 1, London Heathrow hatte 69 Mio., Berlin Tegel hatte 17 Mio. und Dresden 1,8 Mio.). Das ein Flughafen heute so viele Passagiere hat liegt daran, dass er als Drehkreuz benutzt wird, was heißt, dass eine Airline ihre Flugzeuge immer vom Drehkreuz zu verschiedenen Zieldestinationen fliegen lässt und wieder zurück. Dadurch hat der Fluggast die Möglichkeit mit einem Mal umsteigen in alle Destinationen, welche die Airline anbietet zu fliegen und das Umsteigen passiert dann zeitnah am Drehkreuz. Der Flughafen Frankfurt ist das Drehkreuz der Lufthansa, eines der größten Luftfrachtcarrier der Welt.


Die Geschichte der Luftfahrt in Frankfurt begann allerdings nicht am heutigen Flughafenstandort südlich des Mains, sondern auf der Altstädter Seite am Rebstock westlich der Innenstadt. Hier wurde 1909 die erste Luftfahrtgesellschaft Deutschlands, ja sogar der Welt gegründet, die DELAG. Der Flugplatz wurde aber erst drei Jahre später 1912 in Betrieb genommen und diente der Luftfahrt mit Zeppelinen, zum Transport von Post. Nachdem 1.Weltkrieg nahm der Flugverkehr stetig zu und es kam auch zu ersten Linienflügen mit Passagieren. Der Rebstockflugplatz entwickelte sich zum zweitgrößten Flughafen in Deutschland, nach Berlin Tempelhof. Dort wurde 1926 die Deutsche Luft Hansa gegründet (die allerdings keine rechtliche Vorgängerin der heutigen Lufthansa ist) und der Passagierverkehr entwickelte stetig. So wurden die Kapazitätsgrenzen des Rebstockflugfeldes bald erreicht, auch weil er an das angrenzende Bahngelände stieß. Schon in den 1920er Jahren wurde daher an eine Verlegung des Flugplatzes gedacht und konkrete Planungen aufgenommen, südlich des seit 1928 zu Frankfurt gehörenden Stadtteils Schwanheim im dortigen Stadtwald einen neuen Flughafen in Betrieb zu nehmen. Die scheiterte aber erst an der Weltwirtschaftskrise. Später, in den 1930 Jahren, nachdem die  Nationalsozialisten an die Macht kamen wurde der Plan jedoch verwirklicht. 1934 wurde, ohne behördliche Genehmigung, eine 600 ha große Fläche westlich der in Bau befindlichen Reichsautobahn Frankfurt – Darmstadt in den Stadtwald gerodet, um dort den zentralen Luftschiffhafen Deutschlands in Betrieb zu nehmen. Noch heute erinnert daran der Ortsteil Zeppelinheim im Osten des heutigen Flughafens, der zum Wohnort der Beschäftigten der Luftschiffindustrie werden sollte. 1936 eröffnete schließlich der neue Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main. Von hier startete auch das Luftschiff Hindenburg, das kurz vor seiner Landung in New York Lakehurst am 6. Mai 1937 in Brand geriet und zum Niedergang der Luftfahrt mit Zeppelinen führte. Im Krieg wurde der Flughafen dem Militär unterstellt. Von hier flog die Luftwaffe Angriffe gegen Frankreich, während Zwangsarbeiter am Ausbau der Anlagen beschäftigt wurden. Ab 1944 war der Flughafen Ziel von alleierten Bombenangriffen und erlitt, auch durch abziehende deutsche Kräfte große Zerstörungen.
Am 25. März 1945 besetzten amerikanische Truppen das verbliebene Areal und richteten es notdürftig her, um recht schnell eine Airbase (offizieller Name: Y73) zu eröffnen. Nachdem Ende des 2.Weltkrieges bauten die Amerikaner eine betonierte 1800m lange Start- und Landebahn, die der Vorgänger der heutigen Südbahn 07R/25L ist. Obwohl schon 1946 der erste zivile Flug den Rhein-Main Airport ansteuerte, war der militärische Nutzen der Anlage anfangs viel bedeutender, denn hier war eine der Hauptbasen für die Berliner Luftbrücke ab 1948. Auch wegen der starken Abnutzung, durch die ununterbrochen startenden „Rosinenbomber“ wurde 1949 mit dem Bau einer zweiten Rollbahn begonnen, nördlich und parallel der Ersten gelegen. Mit der Benutzung der zweiten Bahn wurde die dortige Vorfeldkontrolle an die deutsche Firma VAG (einem Vorläufer der heutigen FRAPORT AG, die den Flughafen managet und auch an anderen Flughäfen beteiligt ist) übergeben, welche die zivile Luftfahrt der nördlichen Startbahn abwickelte, der südliche Teil des Flughafens bleib die militärische Airbase Rhein Main. Schon 1952 wurden 400.000 Passagiere am Flughafen Frankfurt gezählt, das Hauptgebäude musste erweitert werden. 1957 wurde die Nordbahn für das beginnende Jetzeitalter auf 3.300m erweitert, was damals die längste Startbahn Europas war. Zahlreiche Airlines steuerten Frankfurt an, seit 1955 auch die Lufthansa. Interessanterweise war eine sowjetische TU-104 das erste Düsenflugzeug das in Frankfurt landete. Noch Ende der 1950er Jahre wurden beide Startbahnen und das Passagiergebäude abermals erweitert, denn schon 1960 war Frankfurt mit über zwei Millionen Passagieren der 2. größte Flughafen Europas (schon damals nach Heathrow). Auch die 1960er Jahre sahen rasantes Wachstum und ständige Flughafenerweiterungen, deren bedeutendste sicherlich der Bau des Terminals (Mitte) war. Für 30 Millionen Passagiere geplant, sollte es bis ins Jahr 2000 genügend Kapazität bieten und wurde schließlich 1972 eröffnet. Mit 56 Fluggastbrücken und 38km elektronisch gesteuerter Gepäckförderbänder war der Terminal damals absolut führend. Zwei Jahre vorher schon schloss die Lufthansa einen Vertrag der vorsah, den Flughafen Frankfurt zur Heimatbasis der Airline zu machen, was dazu führte das Frankfurt noch heute das wichtigste Drehkreuz der Airline ist und den außerordentlich hohen Transitanteil der Passagiere im Flughafen erklärt, also der Passagiere, deren Flugreise weder in Frankfurt beginnt, noch endet.
Doch die Kapazität der Landebahnen, die zu nah beieinander liegen, um sie parallel zu betreiben (dafür ist ein Abstand von 1.400m notwendig) reichte bald nicht mehr aus, so dass 1973 ein Planfeststellungsverfahren für eine neue Start- und Landebahn West (die um ca. 90 Grad versetzt in Nord-Süd Richtung gegenüber den alten West-Ost Bahnen liegen sollte) gestartet wurde. Schon zu dieser Zeit wurde der Flughafen zu einem Ärgernis für zahlreiche Frankfurter Bürger, die den ständig steigenden Fluglärm Leid waren. 1981 wurde mit dem Ausbau der Bahn West begonnen, immer wieder begleitet von Demonstrationen und teilweise sogar gewaltsamen Ausschreitungen. 1984 war die neue Startbahn West  (sie wird nur als Startbahn betrieben, da sonst die Gefahr besteht, dass sich Flugzeuge in der Luft kreuzen könnten) fertig, noch bis 1985 dauerten die Proteste gegen sie an, wobei die Demonstration ihr Ende nach einem gewalttätigen Übergriff gegen zwei Polizisten fand, die dabei verstarben. Da schon 1990 die Kapazitätsgrenzen des Terminals erreicht waren, wurde 1994 ein weiteres Terminal eröffnet (das der Einfachheit halber Terminal 2 heißt). Es war nun möglich 54 Millionen Passagieren pro Jahr auf dem Flughafen zu befördern. Um beide Terminals zu verbinden wurde das vollautomatische Hochbahnsystem SkyBahn in Betrieb genommen. Der Bahnverkehr fand ebenso eine Erweiterung, als 1999 der Fernbahnhof Flughafen eröffnet wurde, wo Fernzüge halten, die an die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Köln angebunden sind. So ist es seither möglich, statt mit einem Kurzstreckenflug aus Köln oder Düsseldorf, lieber mit dem Zug zum Flughafen anzureisen und hier die Weiterreise in der Luft anzutreten (in der Abfluganzeige im Terminal 1 werden auch Züge der Bahn angezeigt, die eine Art Codeshare mit der Deutschen Bahn haben). Bis 2011 wurde der Bahnhof mit einem Hotel- und Kongresszentrum überbaut, der heute den Namen The Squaire trägt. Regionalzüge werden im in der Nähe gelegenen 2. Bahnhof, dem Regionalbahnhof Flughafen abgefertigt. Die Lufthansa forderte 1997 eine weitere Landebahn, um das steigende Passagieraufkommen handeln zu können. Diese wurde – gerade nach den heftigen Protesten zur Startbahn West – in gesellschaftlichen Konsens besprochen. So wurde zusätzlich zum Ausbau ein striktes Nachtflugverbot beschlossen, was jedoch mittlerweile wieder gesetzlich etwas aufgeweicht wurde. 2011 ging schließlich die neue Landebahn Nordwest auf der anderen Seite der Autobahn A3 in Betrieb. Der Flughafen wuchs nun also aus seiner nördlichen Begrenzung der A3 heraus. Ein Jahr später wurde der von der Lufthansa genutzte Terminal 1 (also der alte Terminal) nach Westen hin erweitert, insbesondere um die neuen Großraumflugzeuge wie die A380 abzufertigen und die Kapazität um weitere 6 Millionen Passagiere pro Jahr für die Airline zu erweitern.
Doch mit dem Ausbau soll noch nicht Schluss sein. Da 2005 der südliche militärische Teil des Flughafens Rhein-Main geschlossen wurde, bieten sich hier zahlreiche Erweiterungsoptionen. Zum einen wurde bereits eine große Wartehalle gebaut, die als A-380 Werft benutzt wird (auch hier wieder mit Protesten verbunden, da wiederum Teile des Stadtwaldes gerodet wurden). Zusätzlich wird auf dem Gelände bis voraussichtlich 2017 ein neues Terminal 3 folgen, das die Kapazität um weitere 25 Millionen Passagiere erhöhen wird und mit der SkyBahn zu den restlichen Terminals verbunden werden soll.
Schon heute arbeiten auf dem Flughafen rund 80.000 Menschen, was ihn zum größten lokalen Arbeitgeber Deutschlands macht. Da der Flughafen zum Stadtgebiet Frankfurts gehört und auf einem Airport solcher Größe zahlreiche Zollvergehen und andere Straftaten vorkommen, ist Frankfurt statistisch gesehen übrigens Deutschlands kriminellste Stadt. Aber vor allem ist er ein wuselnder Ort des Transits, wo Menschen aus aller Herren Länder aufeinander treffen. Es ist eine kleine Welt für sich, an welcher man ein, zwei oder (mit Pech) mehrere Stunden verbringt und dann weiterfliegt, ein Nicht-Ort wie Marc Augé sagen würde, der nichts über die Stadt Frankfurt mitteilt, aber doch zu ihr gehört und sie auch ausmacht. Im Vergleich zu anderen Großflughäfen wirkt FRA, wie der Airport abgekürzt wird, weniger geschäftsmäßig und viel internationaler als andere deutsche Flughäfen. Dominieren in Düsseldorf und München die Business-Suits, so sind sie auch hier zahlreiche Geschäftsmänner- und Frauen vorhanden, doch immer wieder verschwinden sie, weil Gewänder aus fremden Ländern die Blicke auf sich drängen. Und diese kleine, künstliche Welt erfährt auch als erste die Gefahren der weiten Welt. Bricht eine neue Seuche irgendwo auf dem Planeten aus, stehen sogleich Hinweisschilder in den Gängen, murmelt einer etwas von terroristischer Gefahr, werden die Sicherheitsvorkehrungen sofort erhöht. Und so ist FRA ein Nicht-Ort, Arbeitsplatz, Faszinosum, eine riesige Wartehalle, ein überteuerter Konsumtempel, ein Treffpunkt der und ein Abfahrtsort in die Welt und das, alles in Einem.

Transitort Frankfurt

Flughafen Frankfurt | Hauptbahnhof Frankfurt | Autobahn

Frankfurt ist in Deutschland eine einzigartige Stadt. Sie war nie Hauptstadt und doch hat sie die höchsten Häuser, den größten Flughafen und einen der verkehrsreichsten Bahnhöfe im Land. Die Einzigartigkeit der Stadt verdankt sich ihrer Lage, die wohl das größte Privileg des Ortes ist.

Wie bei den meisten Städten in Europa ist ihre Gründung zumeist an einen günstigen Ort gebunden, im Falle Frankfurts ist dies der Schatten des Taunusgebirges und wie der Name schon sagt, die Lage am Ufer des Flusses Main, hier kreuzten sich Handelswege und Menschen begegneten sich. Schon die Römer bauten ganz in der Nähe die Stadt Nida, von der heute leider nicht mehr viel zu sehen ist und deren Reste unter dem Stadtteil Römerstadt liegt. Entscheidender für die Frankfurter Entwicklung war jedoch die Position an einer Furt über den Main. Hier konnte man den relativ großen Fluss sicher überqueren und so entstand ein Ort, der für Reisende zum Halten ideal war. Viel später wählten die deutschen Fürsten den Kaiser in Frankfurt, was auch damit zu tun hatte, dass die Stadt geographisch mitten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation lag und verhältnismäßig leicht zu erreichen war. Hier versammelte sich in der Paulskirche das erste gesamtdeutsche Parlament und die Stadt machte sich nach dem 2.Weltkrieg berechtigte Hoffnung neue bundesdeutsche Hauptstadt zu werden, was sie aber nicht wurde, wie allgemein bekannt ist.
Heute ist Frankfurt das Zentrum Deutschlands, zumindest was seine verkehrstechnische Bedeutung betrifft. Es ist ein geographisch etwas nach Westen verschobenen Zentrums, wie festzustellen ist (nach Wissenbourg in Frankreich sind es 165km, nach Zgorcelec in Polen sind es 565km), was über die politische und gesellschaftliche Orientierung des heutigen Deutschlands auch etwas aussagt. Es ist nicht falsch davon zu sprechen, dass Millionen von Menschen jährlich Frankfurt durchqueren, weil der Ort wie eine Weggabelung ist, quasi der nötige Umweg um ans Ziel zu kommen. Heute, wie früher war es wichtig dafür die richtige verkehrstechnische Anbindung zu haben und in dieser Rubrik soll gezeigt werden wie das geschah und was Frankfurt heute zu einem Transitort bzw. zu dem Transitort in Deutschland und Europa macht. Dabei sind drei Verkehrsarten und ihre Verknotung in Frankfurt, auf die näher eingegangen wird, der Flughafen, der Hauptbahnhof und die Autobahn.