Yosemite

Nationalpark in der Sierra Nevada | Größe: 3081 km² | vollständig in Kalifornien gelegen | etabliert seit dem 1.10.1890

Die Sierra Nevada ist das höchste Gebirge im kontinentalen Gebiet der USA (also außerhalb Alaskas) und wächst am Mt.Whitney auf immerhin 4421m an. Es ist rund 650km lang und zieht sich von Nord nach Süd, zum überwältigenden Teil in Kalifornien. Noch bekannter als das gesamte Gebirge, das einen Namensvetter im Süden Spaniens hat, ist ein verhältnismäßig kleiner Teil des Höhenzugs, der Nationalpark Yosemite.
Der Yosemite war 1890 der erste von der Bundesregierung in Washington anerkannte Nationalpark überhaupt, der noch dazu 1984 zusätzlich unter UNESCO-Weltkulturerbe gestellt wurde. So kommen über vier Millionen Besucher jedes Jahr in den Park, um sich seine wundervolle Landschaft anzuschauen.

1855 waren mit James Mason Hutchings und Thomas Ayres die ersten Besucher da, die auf ihrer „Tour“ diese Region der Sierra Nevada besuchten und danach in Artikeln darüber berichteten. Damit sprach sich die Naturschönheit des Yosemite herum und die neuere Geschichte des heutigen Parks begann. Jedoch waren schon viel früher die ersten Menschen hier. Indianerstämme lebten wohl schon seit rund 4000 Jahren in den Tälern der Sierra und als die ersten Europäer in Kalifornien landeten, waren es die Ahwahneechee-Indianer, die im heutigen Yosemite-Tal siedelten. 1851 führte die US-Army ein Bataillon ins Tal und es kam zum Mariposa-Krieg mit den Ahwahneechee, wobei erstmals „Weiße“ die Gegend zu gesicht bekamen. Ein Arzt der Streitkräfte berichtete später über die wundervolle Landschaft und gab ihr den Namen Yosemite, der übrigens der Name des Indianerstamms ist, so sie von Nachbarstämmen genannt wurde. Mit den ersten Gästen wurden bald Stimmen laut, die Gefahren sahen in der kommerziellen Ausbeutung der liebreizenden Landschaft. Schon 1864 wurde per Gesetz der Yosemite Grant geschaffen, ein Schutzgebiet, welches das zentral gelegene Tal Yosemite und die Mariposa-Grove unter Schutz stellte. 1876 wurde mit der Wawona Lodge eines der ersten Hotels in den Bergen Kaliforniens gebaut. Es lag am schon erwähnten Mariposa Grove, einem Gebiet mit gewaltigen Sequoia Bäumen. Hier stand auch der Wawona Tree, ein 69m hoher Baum durch dessen 29m großen Stamm ein Tunnel ausgeschnitten wurde, welcher zu einer ersten Touristenattraktionen wurde (nach 2.300 Jahren Lebenszeit fiel der Baum übrigens 1969 unter einer Schneelast zusammen).
John Muir, ein schottischer Geologe, erkundete den Yosemite und veröffentlichte zahlreiche Schriften darüber. Er war einer der Gründerväter des 1892 erschaffenen Sierra Clubs, der ältesten und größten Naturschutzorganisation der USA. Schon zwei Jahre zuvor konnte Muir mit dazu beitragen, dass der Yosemite zum Nationalpark erhoben wurde, für den anfangs US-Army zuständig war. Das damalige Problem der Überweidung durch Schafe in den Hochlagen ging innerhalb weniger Jahre zurück. Muir war ein Pionier des Naturschutzes und campte drei Tage lang im Jahr 1903 mit dem US-Präsidenten Theodore Roosevelt im Park unter der Klippe des Glacier Points. Er überzeugte dabei den Präsidenten, dass die endgültige Kontrolle Yosemites voll bei der Bundesregierung liegen müsse. 1916 wurde letztendlich daraus der National Park Service gegründet, der die Verwaltung aller mittlerweile 50 Nationalparks der USA obliegt. Im selben Jahr wurde auch der Tioga Pass als Straße ausgebaut, der einzigen Verbindung in West-Ost Richtung über die Berge der Sierra Nevada. Durch den langen Winter in den Höhenlagen ist die Straße aber auch noch heute nur vom Frühsommer in den Spätherbst geöffnet. Eine empfindliche Niederlage mussten die Naturschützer und letztendlich auch die Natur 1913 ertragen, als mit dem Raker Act das Hetch Hetchy Projekt gestartet werden konnte. Dabei wurde im Hetch Hetchy Tal, das am nördlichen Ende des Yosemite-Parks liegt ein Stausee gebaut, der das Tal, dass mit seiner Schönheit dem Yosemite-Tal Konkurrenz machen konnte, unter Wasser setzte (und noch heute 80% der Bay Area mit Wasser versorgt). So fahren die überwiegende Mehrheit der Touristen heute ins rund 18km² großen Yosemite-Tal, dass besonders im Sommer zu einem absoluten Hotspot wird und wo sich Auto an Auto durch das Tal schlängeln. Hier befinden sich viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten, wie die Wasserfälle des Yosemite Falls oder die Granitfelsen des Capitans und des Half Domes, die sich bis zu 1500m über das Tal erheben und seit neuestem auch ein Starbucks, was zu einigen Diskussionen führte, ob multinationale Kaffeehausketten unbedingt in Nationalparks errichtet werden müssen [hier ein Link zum Thema].
Eine lange Tradition im Park besitzt das Klettern. John Salathé startete hier ab 1945 mit dem Bigwall-Klettern, daher dem Besteigen einer so hohen Bergwand, dass dieser normalerweise nicht an einem Tag durchklettert werden kann und man mit speziellen Zelten, den Portaledges, zwischendurch biwakieren muss (meines erachtens ist dabei ein ruhiger Schlaf absolut erforderlich). In den 1960er Jahren war die Besteigung der Route Nose am El Capitan weltweit verfolgt wurden, während sich in den 1970er Jahren das Freiklettern in immer höhere Schwierigkeitsgrade fortentwickelte und die weltweit schwersten Routen hier besteigen wurden. Aber ob man nun klettern möchte, oder den 358km langen John Muir Trail in Angriff nimmt, mal schnell auf den Half Dome sportelt, gemütlich durch das Yosemite-Tal wandert oder einfach nur einen Kaffee trinkt, der Yosemite mit seiner wundervoll reizvollen Landschaft bietet jedem etwas.

Mondúber

Höhe: 841m | gehört zur Valencianischen Gemeinschaft – Provinz València | höchste Erhebung des Mondúber-Massivs

Der Hausberg des spanischen Urlaubsortes Gandia ist der, wie ein Wellenbrecher über dem Meer herausragende, Mondúber (auf Katalanisch/Valenzianisch; auf Spanisch: Montdúver). Er ist zweifellos einer der markantesten Berge an der valenzianischen Küste und würde es eine Bergskyline der Costa Azahar geben, wäre der Berg mit Sicherheit dabei. Betont wird er zusätzlich durch seine zahlreichen Sendeanlagen, die ihn allerdings ziemlich verschandeln. Die Bergspitze erreicht man grundsätzlich über zwei Seiten, zum einen über die recht steile Wand von Gandia aus über mehrere Stunden Wanderschaft, oder zum anderen über die auch Fahrrad geeignete Fahrstraße von Barx aus, wobei man hier nicht länger als eine Stunde benötigt. Vom Gipfel erschließt sich ein wunderbarer Rundblick, der über nach Norden über den Felsen von Cullera und die Albufera bis nach València reicht, während man im Süden problemlos den Montgó sehen kann, bei sehr guter Fernsicht soll sogar Ibiza sichtbar sein.

Menschliche Besiedlung geht am Montdúver wohl schon bis in die Altsteinzeit zurück, wie Funde in der Höhle „Cova del Parpallo“ zeigen, welche sich am Rande des Bergmassives befindet und zu den bedeutendsten Funden der Vorgeschichte Valencias gehören. Im Mittelalter fand auf und um den Berg die Schlacht von Bairén statt, als sich muslimische Truppen Muhammad ibn Tasufin einem christlichen Heer unter „El Cid“ beugen mussten. Im „Tirant lo Blanc“, einen der bedeutendsten Werke der katalanischen Literatur von Joanot Martorell wurde der Mondùber bereits im Jahr 1480 erwähnt. Heute ist der Berg eher als Wahrzeichen, denn als Ausflugsziel bekannt. Die diversen Radioantennen nehmen fast den gesamten Gipfel ein und lassen neben einer Wetter- und Brandwarte kaum Platz für Wanderer. Trotzdem lohnt sich schon wegen des Blickes der Aufstieg.

Sequoia National Forest (Sierra Nevada, CA)

Der Sequoia National Forest ist ein Staatsforst in Kalifornien. Er gehört zum Gebirge der Sierra Nevada, der höchsten Bergkette im kontinentalen Teil der USA (mit dem Mt. Whitney und einer Höhe von 4421m). Im südlichen Teil des über 600km langen Gebirgszugs der Sierra, der sich fast ausschließlich in Kalifornien befindet, kann man sowohl den Sequoia National Park, als auch den Sequoia National Forest besuchen. Beide Schutzgebiete haben ihren Namen von den Riesenmammutbäumen, den Sequoiadendron giganteum, die auf Englisch einfach nur Big Tree genannt werden. Diese Bäume sind außergewöhnlich beeindruckend, nicht nur wegen der enormen Höhe die sie erreichen können (bis zu 95m), sondern fast noch mehr wegen ihres Stammumfanges, der über 30m betragen kann (hier können ganze Schulklassen einen Ring um den Schaft bilden). Der Riesenmammutbaum kommt an den Westhängen der Sierra Nevada in Höhenlagen von 1350m bis 2500m vor. Er wächst dort in Hainen, von denen es in der Sierra Nevada noch 72 gibt (hier eine Liste). Leider ist dieser Baum vom Aussterben bedroht. Einige Exemplare sind weit über 2000 Jahre alt, manche sollen sogar ein Alter von 3900 Jahren erreicht haben. Diese „Naturwunder“ kann man im Yosemite Nationalpark, als auch im Kings Canyon und dem Sequoia Nationalpark, aber auch im Sequoia National Forest antreffen. Dieser letztgenannte Forst erstreckt sich über 4.829 km² in fast unbesiedelter Natur und reicht vom Fuße des Sierra Nevada Westhangs (bei rund 300m) bis auf 3000m Höhe. Eine der Hauptattraktionen ist hier der Hain des Long Meadow Grove mit dem Trail of 100 Giants. Dieser steht im nochmals extra geschützten Bereich des Giant Sequoia National Monuments, das im Jahr 2000 von US-Präsident Bill Clinton erhoben wurde.
Schon eine kurze Wanderung auf dem nicht mal 2km langen Pfad lässt den Besucher zutiefst beeindruckt zurück, denn die Natur hat diesen gigantischen Bäumen Dimensionen gegeben, die einen Menschen klein und ehrfürchtig zurücklassen, nicht nur was seine eigene Größe betrifft, sondern auch sein Wimpernschlag kurzes Leben im Vergleich zu diesen Giganten der Zeit, der Masse und der Höhe.

Montgó

Höhe: 753m | Bestandteil des Gebirgszugs der Betischen Kordilleren | gehört zur Valencianischen Gemeinschaft – Provinz Alicante

Die Küste des Golfes von València wechselt zwischen weiten Sandstränden, flachem Hinterland und felsigen Steilküsten. Dabei erheben sich Berge mehr (im Süden und Norden) oder weniger (in der Umgebung von València) nah am Meer und einige dieser Berge sind durchaus als Landmarken zu bezeichnen, da sie zum Teil spektakulär über der Küste thronen und von weitem sichtbar sind.

Einer von ihnen ist der Montgó, der sich hinter dem Cap Sant Antoní und zwischen den Städten Dénia und Xabia erhebt. Seine höchste Erhebung von 753m erreicht er in Küstennähe, von wo er recht spektakulär in Richtung Meer abfällt, während er Richtung Landesinnere einen beachtlichen Bergrücken hat. Von hier lässt er sich in relativ kurzer Zeit, aber mit einiger Anstrengung erwandern.
Der Montgó überragt Dénia und ist das Wahrzeichen und der Hausberg der Hafenstadt. Da andere Berge dieser Höhe erst viel weiter im Landesinneren zu finden sind, ist er schon von weitem sichtbar und kann bei klaren Wetter auch deutlich von Ibiza ausgemacht werden, ebenso wie von Valencia aus. Auf dem Gipfel bietet sich ein wahrhaft traumhafter Rundblick. An den Wochenenden wird der Berg auch zahlreich erklommen, jedoch sollte man im Hochsommer einen Aufstieg keinesfalls in den heißen Stunden durchführen, da insbesondere auf der steilen und sehr gerölligen Ostseite nicht mal ein Strauch Schatten spendet.
Geologen haben aber auch schon nur bei einem intensiven Blick auf den Berg ihre helle Freude, denn an seiner Nordwand (also von Dénia aus) sind seine geologischen Schichten gut zu erkennen. Das umliegende Gebiet ist übrigens zum Naturschutzgebiet erklärt worden, was dringend nötig erscheint, denn die ersten Häuser wurden in Dénia schon an den unteren Rand des Massivs gebaut.

Brocken

höchste Erhebung des Harz | Höhe: 1141m | 12km SW von Wernigerode | Dominanz 224km (Fichtelberg) | Koordinaten: 51°47`57„ N, 10° 36`56„O

Der 1141m hohe Brocken im Harz ist in vieler Hinsicht ein, wenn nicht der bedeutendste deutsche Berg. In der an Mittelgebirgen reichen deutschen Landschaft ist er die am weitesten nördlich stehende Erhebung, welche die Marke von 1000m übersteigt.  Durch seine exponierte Lage sind seine klimatischen Bedingungen für Mitteleuropa als außergewöhnlich zu bezeichnen. Auf dem Brocken wurde schon eine Windgeschwindigkeit von 263km/h gemessen, oder eine Tiefsttemperatur von -28ᵒC (das Thermometer erreichte hier übrigens noch nie +30ᵒC), das Jahr 1958 brachten 330 Tage mit Nebel auf dem Brocken. Trotzdem, manchmal vielleicht auch gerade deshalb, ist der Brocken ein Besuchermagnet und einer der am meisten besuchten Ausflugsziele Deutschlands. Das war nicht immer so, denn in der Zeit der deutschen Teilung war der Brocken (dessen Gipfel auf DDR Seite lag) Sperrgebiet und konnte nicht einfach betreten werden (so gesehen war der Brocken einer der Orte die für DDR Bürger unerreichbar erschienen und das obwohl er in der DDR lag).

Historisch ist der Brocken schon seit der Bronzezeit von den Menschen zumindest bewusst wahr genommen worden. Für die Himmelscheibe von Nebra war er ein Punkt, der für die exakte Ausrichtung der Platte notwendig war, um astronomische Phänomene zu beobachten(wobei die Himmelscheibe eine ganze Reihe von Interpretationsmöglichkeiten herausfordert).  Spätestens in der frühen Neuzeit wurde der Brocken erstmals bestiegen und im 18. Jahrhundert kam es in Mode den Berg zu erklimmen, wovon das Wolkenhäuschen zeugt, das 1736 zum Schutz der Wanderer errichtet wurde. Ein erstes Gasthaus soll um 1800 erbaut worden sein. Im darauffolgenden 19. Jahrhundert begann man damit den Brocken zu vermessen (schon 1850 wurde seine Höhe korrekt auf 1142m festgelegt) oder den Brocken als Mittel zur Landesvermessung zu benutzen, so wie Carl Friedrich Gauß, der ihn für die Gaußsche Landesaufnahme verwendete. Seit 1895 befindet sich eine Wetterwarte hier. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde der Tourismus auf dem Berg zu einem immer größer werdenden Faktor und als 1859 das Gasthaus auf dem Gipfel niederbrannte wurde 1862 gleich ein Neubau mit Hotel eingeweiht. Seit 1899 konnten dann Reisende sogar mit der Eisenbahn auf den Brocken reisen, als die Brockenbahn eingeweiht wurde und der Bahnhof Brocken mit einer Höhen von 1125m zum höchstgelegenen Bahnhof Deutschlands wurde. 1935 gelang auf dem Brocken erstmals eine Fernsehübertragung mit einem mobilen Sender, zwei Jahre später wurde ein Fernsehturm eingerichtet, einer der ersten auf der Welt. Nachdem zweiten Weltkrieg und mit der deutschen Teilung gelangte der Brocken erst in Besitz der sowjetischen Besatzungszone und später zur DDR (wobei er bis 1947 von der US-Army besetzt wurde). Bis 1961 war der Brocken noch für Besucher erreichbar, mit dem Bau der Mauer wurde er aber zu militärischem Sperrgebiet. Die strategisch günstige Lage wurde genutzt, um Abhöranlagen zu installieren und war damit der westlichste Vorposten der Warschauer Vertragsstaaten. Nachdem Fall der Mauer kam es am 3.12.1989 zu einer reich frequentierten Sternwanderung um eine Öffnung des Brockens für die Allgemeinheit zu fordern. Dieser Forderung wurde nachgegeben um ab 1990 schrittweise die Grenzsicherungsanlagen abgebaut. 1991 wurde bereits die Brockenbahn wiedereröffnet und machte den Berg wieder zu einem Besuchermagneten unter den deutschen Gipfeln.

Joshua Tree

Sie kennt die Antwort, aber die freundliche Rezeptionistin fragt trotzdem:
-Und was führt sie nach Twentynine Palms?
-Joshua Tree.
-Natürlich, der Joshua Tree Nationalpark.
Ich frage mich, ob sie alle Gäste fragt, warum in alles in der Welt man nach Twentynine Palms kommt, einer 30.000 Seelen Kleinstadt am Nordrand des Nationalparks Joshua Tree, mitten in der Mojave Wüste, oder ob sie sogar einen Schritt weitergeht und abzählt wie viele Gäste den Park nennen und wer etwas anderes? Zu sehen gibt es in der Stadt Twentynine Palms zwar mehr als 29 Palmen, aber wirklich anziehend ist sie eher weniger. Ihr Name rührt daher, dass 1852 Col. Henry Washington das San Bernadino Land untersuchte und an dieser Stelle die genannte Anzahl an Bäumen fand, man könnte auch von einer Oase sprechen und damit war ein Name in der Welt, obwohl es bis 1927 brauchte, um hier überhaupt eine Poststelle zu eröffnen und damit so ein bisschen wie urbanes Leben zu haben. Klimatisch recht angenehm gelegen, wenn nicht gerade Sommer ist (dann muss es hier die Hölle sein), scheint der Stolz des Städtchens die örtliche Militärbasis zu sein, die offiziell: „Marine Corps Air Ground Combat Center“ heißt und über deren Heldentum im letzten Irakkrieg wahrscheinlich nicht nur in der Motellobby unserer Rezeptionistin informiert wird. Nach einem Blick auf das Rathaus der Stadt, das als solches eigentlich nicht zu identifizieren ist (sondern genauso unspektakulär wie jedes andere Haus hier aussieht), fahren wir weiter zu unserem eigentlichen Ziel.
Ich gebe zu, als U2 Hörer bin ich doch irgendwie gespannt, was man hier so finden kann, im „Joshua Tree Nationalpark“, nachdem die Band ihr recht legendäres 1987er Album benannten, aber keines der Fotos im Booklet tatsächlich hier gemacht wurden. Mir geht folgender Song durch den Kopf, als wir Richtung Parkeingang fahren:

Tatsächlich wird mir spätestens nach der Einfahrt zum Park und der obligatorischen Gebühr von 25$ klar, dass der Song gar nicht vom U2 „Joshua Tree“ Album ist (peinlich). Ich versuche Songs dieses Albums in meinem Kopf zu summen, funktioniert aber nicht, es bleibt beim „Unforgettable Fire“, dem Soundtrack meiner „Joshua Tree“ Entdeckung.

Seinen Namen verdankt der Park seinen Bäumen, den Josua-Palmlilien, einer Art von Yucca-Palmen. Die Bäume wiederum verdanken ihren Namen den ersten hier durchquerenden Mormonen, die in den aufragenden Pflanzen die biblische Gestalt Joshuas sahen, der mit ausgetreckten Armen den Israeliten den Weg ins gelobte Land wies. Neben diesen einzigartigen Palmen ist der Park durch seine Gesteinsformationen bekannt, der ihn zu einem Paradies für Kletterer machen.

Die ersten Menschen, die in dieser Gegend siedelten waren wohl die Pinto-Indianer, die zwischen 8000-4000 v.u.Z. hier lebten und eine Jäger und Sammler Gemeinschaft waren. Einige Überreste dieser Kultur fanden sich im nach ihnen benannten Pinto-Basin, dem tiefsten Ort des Parks (305m über dem Meeresspiegel), wo die Großlandschaft der Mojave Wüste in die Colorado-Wüste übergeht. Später lebten noch weitere Stämme hier, bevorzugt in der Oase von Mara, die heute als das schon erwähnte Twentynine Palms bekannt ist. Noch heute leben Nachfahren von vier Stämmen in zwei Reservaten, welche sich in der Nähe des Parks befinden (eins im Coachella Tal und das andere bei Twentynine Palms). Und so kamen auch die ersten Europäer in diese Gegend, als sie die Absicht hatten Indianer zu missionieren (was über einen langen Zeitrahmen betrachtet eigentlich nie gut für die letzteren Ausging). Der Spanier Pedro Fages verfolgte im Jahr 1772 Indianer (Einheimische) hierher, da diese von der Mission San Diego fortgelaufen (entflohen) waren. Bis in die 1870er Jahre waren es aber meistens nur Durchreisende oder Expeditionen, die sich in diesen Teil der Mojave-Wüste verloren. Doch zu jenem Zeitpunkt siedelten sich Rinderfarmer an, die hier ihr Vieh grasen ließen. Um genügend Wasser in dieser sehr trocknen Gegend zu haben, bauten die ersten Farmer den Barker Damm im Jahr 1900, der sich heute noch im Park befindet. Auch Bergbau wurde betrieben und Gold und Silber abgebaut, tatsächlich wurde bis in die 1970er Jahre hier abgebaut und 1950 wurde sogar die Fläche des schon 1936 von Präsident Roosevelt als National Monument geschützten Gebietes verkleinert, um weitere Erdarbeiten erledigen zu können. Letztendlich wurde aber 1994 der Nationalpark Joshua Tree gegründet mit einer Fläche von ca. 3.200km², welche weit größer ist, als der bis dahin geschützte Bereich.

Heute ist der Park zumeist reine Natur. Es gibt neuen Campingplätze, wovon aber nur drei Wasser haben und nachdem Prinzip „wer zuerst kommt, hat einen Platz und kann hier übernachten“ funktionieren. Viele Kletterer kommen im Park auf ihre Kosten, wobei die Kletterrouten bedingt durch die überschaubare Höhe der Felsen relativ kurz sind (verglichen beispielsweise mit dem Yosemite Nationalpark). Durch den geringen zivilisatorischen Einfluss ist bei einigen Campern auch die Beobachtung der Sterne sehr populär, da es im Park kaum Lichtsmog in der Nacht gibt. Da viele Teile des Parks wild gehalten werden, verteilen sich die Besucher des Joshuas Trees recht großflächig (anders als beispielsweise im Yosemite Tal) und man kann als Besucher die wunderschöne Wüstenlandschaft mit seinen Palmen, Felsen, Bergen und Tälern ausgiebig genießen.

Und nach einem Tag im wundervollen Joshua Tree senkt sich die Sonne Richtung Horizont und bemalt das Land und den Himmel mit Farben, wie sie in Kalifornien scheinbar fast jeden Tag vorkommen.

Death Valley

Das Death Valley, das „Tal des Todes“, hat einen verheißungsvoll abenteuerlichen Namen, ziemlich gefährlich muss es sein da unten! Berüchtigte Hitze, kaum Vegetation, Fehlen von Wasser, nicht wirklich lebenswert, könnte man meinen, was ja keinesfalls heißt nicht besuchenswert. Das Death Valley zieht durch seine Unwirklichkeit und Lebensfeindlichkeit an. Tatsächlich entstammt der Name einer Gruppe Pioniere, die mit rund 100 Wagen im Jahr 1849 hier unterwegs waren. Sie fuhren entlang des Old Spanish Trails der von New Mexiko aus nach Kalifornien führte. Die Gruppe, die sogenannte Bennett-Arcane Party (oder auch die Death Valley 49ers) wollte ihr Glück im (Wilden) Westen finden, angezogen vom Goldrausch der Kalifornien als ein neues El Dorado erscheinen ließ. Um schneller ans Ziel zu gelangen, suchte man eine Abkürzung und geriet ins Death Valley, konnte aber keinen geeigneten Ausgang mehr aus ihm finden. So irrte man wochenlang durch das Tal und war gezwungen, die eigenen Fuhrochsen zu verspeisen, da natürliche Nahrung hier kaum zur Verfügung stand. Um die Ochsen zu braten musste man das Holz der Wagen als Brennholz benutzen. Ohne die Wagen gelang es schließlich, über den Wingate Pass das Tal zu verlassen. Nach den wochenlangen Strapazen drehte sich eine Frau auf dem Pass um und richtete ihren Blick zurück und rief abschließend „Goodbye Death Valley“ ins Tal hinein. Dies notierte William Lewis Manly, ein Teilnehmer der Pioniergruppe, und schrieb es in seiner Autobiographie „Death Valley in ˈ49“ nieder und so bekam das Tal seinen Namen. Übrigens starb niemand der Pioniere im Tal, wie man eigentlich hätte erwarten können.

Tatsächlich waren die Pioniere von 1849 nicht die ersten Besucher im Tal. Die amerikanischen Ureinwohner sollen schon vor rund 9000 Jahren in der Region gelebt haben. Damals gab es im Death Valley noch einen kleinen See und das Klima muss milder gewesen sein änderte sich aber in den nächsten Jahrhunderten. Neue Stämme zogen in die Region, die sich den schwieriger werdenden Bedingungen anpassen mussten. Vor rund 2000 Jahren siedelten sich dann die Koso hier an, ein westlicher Stamm der Gruppe der Shoshone-Indianer. Je nach Jahreszeit lebten sie entweder im Tal (im Winter, wenn sich unten etwas Wasser sammelte) oder auf den benachbarten Bergen (wo sie im Sommer Nahrung fanden und selbst anbauten).
Nach den bereits erwähnten, durchstreifenden, Pionieren wurde in den 1880er Jahren Erze und Mineralien im Tal gefunden, was zur kommerziellen Nutzung des Death Valleys führte. Besonders begehrt waren Borax-Kristalle, welche beschwerlich ins rund 260km entfernte Örtchen Mojave gebracht wurden. Da die eingesetzten Eseltracks nicht mehr als 3 km/h erreichten, dauerte ein Trip rund 30 Tage lang. So baute man eine Eisenbahnlinie, die allerdings erst 1913 fertig gestellt wurde, dass Death Valley jedoch in den 1920er Jahren zum weltweit größte Abbauort für Borax machte. Zwar wurde immer wieder gleichfalls versucht Erze abzubauen, aber die ungünstigen klimatischen Bedingungen und die wenig ergiebigen Funde, machten solche Unternehmungen schnell zunichte.
Seit den 1930er Jahren setzte ein erster touristischer Impuls im Valley ein, der besonders im Winter wegen des dann angenehm warmen Klimas kam. 1933 erklärte US-Präsident Herbert Hoover das Death Valley zu einem geschützten „National Monument“ und förderte damit einerseits den Tourismus, verhinderte anderseits eine Ausweitung des Bergbaus im Tal. Nachdem die Regeln für den weiteren Abbau immer weiter verschärft wurden, war die Schließung der Billie Mine im Jahr 2005 das Ende des Abbaus in Death Valley. Zu jener Zeit war das Tal schon ein Nationalpark. 1994 wurde ein 5.300 km², später auf 13.650 km² ausgeweitetes, Gebiet dazu ernannt (und damit zum größten Nationalpark der USA außerhalb Alaskas) und seit 2013 ist es ebenso ein Lichtschutzgebiet in welcher der nächtliche Lichtsmog auf einem Minimum gehalten wird und man hervorragend Sterne beobachten kann. Heute strömen über eine Millionen Gäste pro Jahr durch das weite Tal.

Diese werden nicht nur vom Titel des Nationalparks und dem bedrohlichen Namen angezogen. Ein Faktor ist sicherlich auch die klimatische Situation des Parks, der im Sommer zu einer bedrohlichen Herausforderung werden kann, denn das Death Valley ist einer der heißesten Orte unseres Planeten. Am 10.Juli 1913 wurden hier 56,7ᵒC gemessen, was der höchste Messwert ist, der jemals erzielt wurde. Tageshöchstwerte von über 49ᵒC (oder 120ᵒ Fahrenheit) sind im Sommer keine Seltenheit. So wurde im Death Valley auch das höchste jemals gemessene Minimum einer Nacht gemessen, nämlich am 12. Juli 2012 als das Thermometer nicht unter 41,7ᵒC fiel. Im Winter jedoch können die Nachttemperaturen auch durchaus unter den Gefrierpunkt fallen, so liegt die niedrigste gemessene Temperatur im Tal bei -9,4ᵒC.
Gleichzeitig ist das Death Valley auch eines der trockensten Orte Amerikas, was überrascht, weil es nur wenige hundert Kilometer vom Pazifischen Ozean entfernt liegt. Jedoch regnen die feuchten Winde sich zuvor an fünf Bergrücken ab, bevor sie das Gebiet des Nationalparks erreichen. Der höchste Punkt der USA, außerhalb Alaskas, der Mt. Whitney (mit 4421m) ist tatsächlich nur 137km Luftlinie entfernt, was umso erstaunlicher ist, da im Tal das Badwater Basin liegt, das mit 86m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkte der USA ist.
Tatsächlich war bis vor rund 10.000 Jahren hier noch Wasser vorhanden, in Form eines Sees. Dieser, heute ausgetrocknete, See geht auf den Lake Manly zurück (benannt nach dem oben erwähnten Pionier), der vor ca. 150.000 Jahren seine größte Ausdehnung im Tal gefunden haben muss, bei einer Länge von 150km und einer Tiefe von 180m. Der Lake Manly trocknete aus, durch Klimaschwankungen entstanden aber immer wieder kleinere Seen bis vor 10.000 Jahren die Zufuhr von Schmelzwasser aus der Sierra Nevada vollkommen abgeschnitten wurde und nur noch die Salze und Mineralien übrig blieben, die man heute noch im Badwater Basis sehen kann. Damit gehört das Death Valley zur Landschaft des Great Basins, oder auch des „Großen Beckens“, einer etwa 500.000km² großen Großlandschaft östlich der Sierra Nevada, in welcher zwar Flüsse hineinfließen, aber alle Gewässer letztendlich vertrocknen und das Basin mit seinen zahlreichen Tälern und Gebirgsketten nicht mehr verlassen können und vertrocknen.