Geschichte Lissabons

Antike Wurzeln, Römerzeit und maurische HerrschaftChristliche Eroberung und Aufstieg zur europäischen Metropole |Von der spanischen Regentschaft bis zum Erdbeben von 1755Lissabon vom 18. Jahrhundert bis heute

Antike Wurzeln, Römerzeit und maurische Herrschaft

Der Ort an dem heute Lissabon liegt, geht wohl zurück auf griechische Siedlungsspuren (auch wenn einige Forscher und das hiesige Stadtmuseum behaupten die Phönizier hätten hier schon ca. 1000 Jahre vor Christus gesiedelt, jedoch wurde dies bisher nicht archäologisch bewiesen). Die Bucht des Tejo hatte sich dabei als sehr gut geeigneter Naturhafen angeboten. Die Römer, welche seit 205 v. Chr. die Macht in der Region übernahmen, nannten den Ort Olisipo. Er bekam ab 48 v. Chr. die Rechte einer römischen Stadt. Olisipo lag in der römischen Provinz Lusitania, einem Gebiet das dem heutigen Portugal geografisch ähnelt und den westlichen Teil der iberischen Halbinsel abdeckte. Schon hier sehen einige den Beginn der Eigenentwicklung die später den eigenständigen Staat Portugals darstellt. Im Fall von Lissabon ist jedoch zu sagen, dass der wichtigste Ort und die Hauptstadt Lusitanias, Merida war, was heute in der spanischen Provinz Extramadura liegt.
Ab 409 drangen immer wieder barbarische Stämme auf die iberische Halbinsel vor und schließlich übergab 468 der römische Stadtkommandant Lusidius die Stadt an die Sueben. Nur wenige Jahre später zerstörte ein Erdbeben die Stadt beträchtlich und die Westgoten übernahmen die Führungsrolle, wie auf der gesamten iberischen Halbinsel. Sie erneuerten die römischen Verteidigungsmauern des Ortes. Gleichzeitig waren es die Westgoten, die die für die ungehinderte Entwicklung des Christentums in der Region verantwortlich waren. Doch schon 718 unterwarfen die Mauren Lissabon und fast die gesamte Halbinsel. Die Stadt wurde ein Teil des Emirats von Córdoba, das der Region zu einem großen Aufschwung verhalf; Handel, Landwirtschaft, Kunst, Wissenschaft und Seefahrt erblühten. Der heute noch sichtbarste Einfluss stellen die Azulejos dar, die blauen Fließen an den Häusern, die eine maurische Tradition besitzen. Auch der heutige Stadtname „Lisboa“ stammt vom maurischen „Al-Ashbourna“ ab, von dem es abgeleitet wurde.

Christliche Eroberung und Aufstieg zur europäischen Metropole

Immer wieder versuchten christliche Truppen den Ort zu besetzen, der durch seine günstige Lage, eine hohe strategische Bedeutung besaß. Aber die Angriffe scheiterten oder aber die Besetzungen fielen nach kurzer Zeit wieder an die Mauren zurück. Erst Dom Afonso I. gelang es 1147 die Stadt endgültig von den Mauren zu befreien und sie in das von ihm geschaffene Königreich Portugal einzugliedern. Die rund viermonatige Belagerung von Lissabon, die Dom Afonso mit einem Heer von Kreuzfahrern durchführte sicherte ihm die Herrschaft über Portugal und eine reiche Beute, als die Besitztümer der Mauren geplündert wurde. Afonso nannte sich von da an „König von Portucale“. Die Reconquista wurde bis 1249 auf portugiesischem Gebiet weiter betrieben, bis auch die Algarve vollständig unter christlicher Kontrolle stand. Lissabon wurde zur Hauptstadt des Königreiches Portugal, als 1256 Afonso III. den Königssitz von Coimbra in die Stadt verlegt.
Das 14.Jahrhundert brachte zahlreiche Rückschläge für Lissabon. 1344 zerrüttete ein weiteres Erdbeben die Stadt und nur vier Jahre später begann eine große Pestwelle, welcher in wenigen Monaten wohl rund ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fielen. Der 1367 auf den Thron gekommene Fernando ließ eine neue Befestigungsanlage bauen, welche schon 1373 fertig gestellt wurde. In jener Zeit wurde auch die Igreja do Carme Kirche gebaut, die heute nur noch in Ruinen zu sehen ist, aber das einzige Bauwerk mit gotischen Ursprung in Lissabon ist.  1383 wurde Lissabon Schauplatz einer Art von (früher) bürgerlicher Revolution, als die Witwe des König Fernandos I. die Macht übernahm (gemeinsam mit ihrem Liebhaber). Große Unruhen entstanden, die Handwerkerzünfte probten den Aufstand. Bürgertum und niederer Adel unterstützten João I. (den nicht ehelichen Sohn von Fernandos Vater Dom PedroI.) und machten ihn zu ihrem neuen König (welcher dann eigenhändig den Liebhaber der ehemaligen Königin umbrachte). Letzendlich war dies auch ein Versuch die portugiesische Unabhängigkeit zu bewahren, denn Fernando war Kinderlos geblieben und die Krone hätte in die Hände Kastiliens fallen können. João war Großmeister des Ritterordens von Avis und sah sich dem Ziel der Verbreitung des Christentums in alle Himmelsrichtungen verpflichtet.
Unter seinem Sohn Dom Infante Henrique el Navigador wurde dieses Ziel in die Tat umgesetzt. Der in Deutschland unter dem Namen Heinrich der Seefahrer bekannte König entwickelte die Flotte der Portugiesen entscheidend weiter. Dies führte unter anderem zur Gründung der Seefahrerschule in Sagres. Die hier ausgebildeten Kapitäne konnten schnell erste Erfolge erzielen. Von Belèm (das wenige Kilometer westlich der Stadt liegt und heute zu Lissabon gehört) aus starteten zahlreiche erfolgreiche Expeditionen in den Atlantik. 1432 wurden die Azoren entdeckt und dem Land einverleibt, 1434 das Kap Bojador umsegelt, was bis dato als unmöglich galt. 1444 begann, mit der Entdeckung des Senegals, der Gewürz- und Sklavenhandel. Die wohl erfolgreichste Zeit Portugals steht eng mit König Manuel I. in Verbindung. Dieser führt die Expeditionen weiter und seine Kapitäne leisten weltbewegendes. 1488 umsegelt Diaz als erster Europäer das Kap der guten Hoffnung und bereitet Vasco da Gamas Mission zur Entdeckung des Seewegs nach Indien vor. Dieser erreicht 1498 Calcutta. 1500 landete Cabral in Brasilien und beansprucht es für Portugal. Heute erinnert das Seefahrerdenkmal an die Pioniere der europäischen Welteroberung. Durch all diese Erfolge wurde Lissabon zu einer der reichsten und wohlhabendsten Städte der Erde und Portugal zur Weltmacht. 1503 wurde die Casa da Índia gegründet, die zentrale Verwaltungsbehörde für alle Aktivitäten in Übersee, der Hafen der Stadt war einer der größten in Europa geworden. Gegen 1530 hatte Lissabon zwischen 50.000 und 65.000 Einwohner und war auch in ihrer Größe eine europäische Metropole. Noch König Manuel I. veranlasste einen Umzug seines Hofes in die Unterstadt, der sogenannten Baixa. Hier ließ er zahlreiche Gebäude bauen, die sich durch eine besonders reichhaltige Verzierung auszeichnen, welche Motive aus der Seefahrt aufnahm. Dieser Stil wird „Manuelinik“ genannt und ist noch heute im Kloster Mosteiro dos Jerónimos und in der Festungsanlage Torre de Belém zu bewundern und beide unter UNESCO-Welterbeschutz stehen.

Von der spanischen Regentschaft bis zum Erdbeben von 1755

Doch auch Leid und Not ereilten Stadt und Land. 1531 sorgte ein weiteres Erdbeben für Zerstörung, 1536 wurde die Inquisition eingeführt (schon 1506 kam es zu einem Pogrom gegen getaufte Juden), 1568 raffte eine weitere schwere Pestepidemie tausende Lissaboner dahin.  Der portugiesische Kolonialismus endete mit der Herrschaft König Sebastiãos 1578, der in einer verlorenen Schlacht in Marokko fiel. Da kein Thronfolger existierte, übernahm der spanische König Philip auch das Königreich Portugal. 60 Jahre regierten die Spanier auch Portugal. In diese Zeit fiel auch die größte Niederlage der gewaltigen spanischen Armada von 1588 gegen England. Die Armada bestehend aus 130 Schiffen lief damals in Lissabon aus. 1640 führte der Herzog von Bragança den Wiederstand gegen die spanische Fremdherrschaft an. Unterstützt von Frankreich wurden die Statthalter gestürzt und das Familienoberhaupt der Braganças wurde König João IV. Spanien erklärte daraufhin Portugal den Krieg, doch mit Hilfe Englands konnte man die staatliche Eigenständigkeit verteidigten und sich schließlich 1669 mit Spanien auf einen Friedensvertrag einigen. Damit begann eine Phase in dem Portugal immer mehr in die Abhängigkeit Englands gelangte. Bestes Beispiel dafür ist der Methuen-Vertrag (nach dem britischen Botschafter in Lissabon genannt) der nur britische Textilien als ausländische Ware auf dem portugiesischen Markt erlaubte. Lissabons Blütezeit war aber Mitte des 17. Jahrhunderts eingetrübt. In einem Gewirr schmaler Gässchen waren nur die beiden Hauptplätze Terreiro do Paço am Tejo und den einwärts gelegenen Rossio größere Auflockerungen, der mittelalterlichen Stadt. Goldfunde um die Jahrhundertwende 1700 in Brasilien führten zu einer weiteren wirtschaftlichen Hochzeit und zu einem starken Anstieg der Bevölkerung in der Stadt. Lissabon wuchs nun unkoordiniert auch am Tejoufer entlang und soll eine Bevölkerungszahl von rund 250.000 erreicht haben.
Die größte Katastrophe seiner Geschichte erfuhr die Stadt am 1.November  1755, am Allerheiligentag. Ein Erdbeben apokalyptischen Ausmaßes vernichtete große Teile der Stadt, ihm folgte nur wenige Minuten später eine gewaltige Tsunamiflutwelle, welche Menschen und Häuser wegspülte. Von 25.000 Gebäuden sollen nur ca. 3.000 verschont geblieben wurden sein. Besonders die dichtbesiedelte Baixa wurde vollkommen zerstört. Die genauen Opferzahlen sind unbekannt gehen aber von 10% der Bevölkerung (daher rund 25.000) bis zu Größen von 60.000 Toten aus. Das Erdbeben wurde als schwere Erschütterung in ganz Europa aufgenommen. Ein tiefe Verunsicherung machte sich breit, wieso Gott am Allerheiligentag eine solche Katastrophe zulassen konnte und warum es Lissabon traf und nicht eine andere Stadt. Die Gelehrten der Aufklärung (wie Voltaire) warten erschüttert über ein Desaster solchen Ausmaßes, dass das weitere  Denken der damaligen Zeit nicht unwesentlich bestimmte. Die Melancholie die sich im Nationalgesang des Fado ausdrückt, als auch das Konzept des Saudade, einer sehnsuchtsvollen Traurigkeit sollen auch im Erdbeben des Lissabons ihren Ursprung gefunden haben.
Die vollkommen zerstörte Stadt wurde vom Grafen Marquês de Pombal mit strenger Hand wieder aufgebaut. Er ließ schon zwei Tage nach dem Beben die Arbeiten beginnen. Statt eines Wiederaufbaues der mittelalterlichen Baixa wurde diese schachbrettartig angelegt, wodurch sich breite Straßen und großzügige Plätze realisieren ließen. Der Architekt Eugenio dos Santos de Cervalho plante acht parallel verlaufende Straßen, mit der Rua Augusta als populärster Weg. Jede Straße ist einer Handwerkszunft gewidmet und alle Häuser der Baixa folgen einem funktionalem Aufbau. Das Erdgeschoss war Ladenfläche, zweite und dritte Etage dienten als Büro- oder Lagerfläche und in den Stockwerken darüber wurde gewohnt.

Lissabon vom 18. Jahrhundert bis heute

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts konnte man in Lissabon die ersten Errungenschaften der modernen Stadt beobachten. So wurde 1780 die erste Straßenbeleuchtung installiert. 1800 eröffnete das erste Postamt. 1851 wurde die erste Eisenbahnlinie nach Carregado eröffnet und 1873 konnte man die erste Pferdestraßenbahn, der Vorgänger der heutigen Straßenbahn in Betrieb nehmen. Politisch begann das 19. Jahrhundert mit der Fremdherrschaft des napoleonischen Frankreichs, das bis 1811 andauerte. Mit Hilfe der Briten wurden letztendlich die Franzosen besiegt, jedoch erhöhte dies nur den britischen Einfluss, was allerdings nicht hieß, das Portugals Industrialisierung auch nur annähernd so rasant verlief, wie das des Empires. Der König weilte statt dessen in Brasilien von wo er der Verfassung 1820 ein liberaleres Gesicht gab, da es im ganzen Land Portugal zu Aufständen kam. 1833 kam es zum Miguelistenkrieg bei dem sich Konservative und Liberale gegenüber standen. Die Liberalen unter Thronfolger Pedro siegten und dessen Bruder Miguel wurde ans Cabo de São Vicente verbannt.
Die zunehmende Distanz zu anderen wirtschaftlich erfolgreicheren Nationen in Europa sorgte für Unmut in der Bevölkerung, die 1910 zur Ausrufung der Republik führte. Das Königshaus floh nach Großbritannien. Die Republik wird jedoch alles andere als stabil. 44 Regierungswechsel in nur 16 Jahren destabilisierten das Land weiter. Im Jahr 1926 putschte das Militär unter Gomes da Costa. Im weiteren Verlauf gewann General Carmona immer mehr an Macht und übernahm 1932 das Amt des Ministerpräsidenten und wird zum Diktator António de Oliveira Salazar. Er ruft den „Estado Novo“ aus, eine konservativ- autoritäre Diktatur unter Führung der União Nacional, der Einheitspartei Salazars. Lissabon , als Hauptstadt des Regimes wurde aber weiterhin ausgebaut, auch auf Kosten des restlichen Landes. 1959 wurde die Christo-Rey Statue eingeweiht, im gleichen Jahr die erste Metro-Linie eröffnete und 1966 die Hängebrücke unter dem Tejo, die nach Salazar benannt wurde.
Mit der Nelkenrevolution von 1974 wurde nicht nur die Brücke umbenannt, sondern auch die gesamte politische Struktur des Landes gestürzt. Hauptsächlich linksorientierte Interessen setzten sich in Portugal durch und führten zu einer kommunistisch-sozialistischen Verfassung. Die Kolonien wurden in die Freiheit entlassen, was zu einer großen Fluchtwelle aus Angola und Mosambik führte, insbesondere nach Lissabon. 1976 wurde die Verfassung nach dem Sieg der Sozialisten modifiziert und 1986 wurde Portugal schließlich Mitglied in der Europäischen Union.
Die Stadt Lissabon erlebte seit dem Ende des 20. Jahrhunderts große Modernisierungsschübe. 1995 war sie Kulturhauptstadt Europas und für die Expo 1998 wurde nicht nur die längste Brücke Europas über die Tejo-Bucht eingeweiht (die Vasco da Gama Brücke), sondern mit dem Expo-Gelände Parque dos Nações ein vollkommen neuer und moderner Stadtteil errichtet. Auch politisch wurden in Lissabon wichtige Weichen für ganz Europa gestellt, nach der Lissabon-Strategie aus dem Jahr 2000 wurde 2007 unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Socrates der Vertrag von Lissabon unterzeichnet, der einen Grundlagenvertrag aller EU-Staaten darstellt.

Lisboa (Lissabon)

Geschichte Lissabons | urban facts Lissabon | Bücher zu Lissabon | Champalimaud Center for the Unknown

Ganz im Südosten Europas, dort wo gleich danach die Weiten des Atlantiks beginnen, liegt die westlichste Großstadt des Festlandkontinents: Lissabon. Je nach Perspektive liegt die Stadt am Ende, oder aber am Anfang von Europa. Klar erscheint aber, dass dieser Ort etwas besonderes hat, was man so nicht wieder findet, ein Flair, dass es zu einem der aufregendsten und schönste Städte macht. Was macht diese besondere Atmosphäre aus?
Es ist zum einen die geographische Lage. Lissabon liegt am nördlichen Ufer des Flusses Tejo (im Deutschen kann genauso die spanische Bezeichnung Tajo verwendet werden). Auf seinem 1000km weiten Weg, vergrößert sich der längste Fluss der iberischen Halbinsel, östlich der Stadt zu einer großen, mehrere kilometerbreiten Bucht, die sich aber südlich der Stadt wieder auf rund 2km verengt und kurz danach letztendlich in den Atlantik mündet. Lissabons Lage war für den Bau eins Hafen von großem Vorteil, weshalb wohl schon die Phönizier hier erstmals siedelten und eine äußerst abwechslungsreiche Geschichte der Stadt beginnen lassen sollten.

Die Geografie Lissabons selbst ist ein einziges Auf und Ab. Lissabon soll an 7 Hügeln liegen, man kann sich aber des Eindrucks nicht erwehren, es müssten eigentlich mehr sein. Diese Berge sind zwar nicht allzu hoch (226m ist die höchste Erhebung), aber sie sind kurz und teilweise äußerst steil. Wer einmal „Erklärt Perreira“ von Antonio Tabucchi gelesen hat und von der Mühe, die der etwas fettleibige Perreira hat, die sommerheißen Straßen hoch und runter zu laufen, der kann sich sein verschwitztes Hemd besonders gut vorstellen, wenn er selbst von der Baixa in die Chiado laufen muss. Überhaupt ist Lissabon ein Quell an literarischer Inspiration. Nicht nur ist es die Stadt von Fernando Pessoa, einer der großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts oder des Nobelpreisträgers José Saramago, es ist auch Handlungsort vieler literarischer Werke, sei es nun auf der Reise dahin in einem Nachtzug (von Pascal Mercier), Todesfall (von Robert Wilson) oder weil es ein Hoffnungsort für Flüchtlinge gewesen ist (von Erich Maria Remarque). Weitere Beispiele ließen sich problemlos finden.

Lissabon inspiriert noch immer und zieht Millionen von Touristen pro Jahr an. Allerdings hat die Hauptstadt Portugals ein massives Wohnungsproblem, dass aber schon so lange besteht, dass es zum Stadtbild dazugehört. Rund 40.000 Wohnungen sollen in Lissabon leer stehen und verfallen und das fällt jedem Besucher schnell auf. Ursache dieses Problems ist eine schon in der Salazar-Diktatur eingeführte Mietpreisbremse, die es bis in die Gegenwart ermöglichte, dass einige eingesessene Mieter noch immer für wenige Euro im Monat wohnen können. Dies führt zu einem Verfall der Bausubstanz, da der Vermieter kein Geld in die Häuser investiert und diese langsam verfallen. Wohnungen die aber frei auf den Markt kommen sind entweder teuer, oder aber ihr Geld nicht wert. Das alles führt zu einer starken Suburbanisierung von Lissabon. Obwohl die Stadt mit Umland nördlich des Tejos, als Grande Lisboa stetig wachsend rund 2 Millionen Einwohner hat (nimmt man noch die Vorstädte südlich des Tejos dazu kommt man auf fast 3 Millionen Einwohner, was 30% von ganz Portugal sind) verliert die eigentliche Stadt stark an Einwohnern. So ist sie von 1980 bis in die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts von über 800.000 auf unter 500.000 Bewohner geschrumpft). Als Besucher gewöhnt man sich schnell an die vielen leer stehenden Häuser, teilweise noch mit einer beeindruckenden Ausstrahlung, man empfindet sie hier sogar weniger als störend und mehr als prägend für den Charakter der Stadt. So hat man in Lissabon das Gefühl an einem Ort zu sein, wo die Zeit auf eine eigenartige Weise langsamer zu laufen scheint, wo man immer noch auf wunderbar alte Läden treffen kann, die noch Seifen oder Konserven verkaufen und wo noch uralt, aber wunderschön gelbe Straßenbahnen sich mühevoll den Berg hochquälen, vollgestopft mit Touristen, ohne diese es aber die Straßenbahnen wohl schon gar nicht mehr geben würde. Oder man sitzt an einem der zahlreichen Kiosks, in den vielen Parks der Stadt, oder an einem der zahlreichen Ausichtsspunkten und schaut auf den Tejo, der den Atlantik schon erahnen lässt, auch weil die Möwen kreischen und hofft, das die startenden Flugzeuge, die über den Menschen lautstark Richtung Himmel fliegen noch recht lange auf einen warten können.

Lissabon erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit, insbesondere bei Besuchern und es fällt nicht schwer zu prophezeien, dass diese Stadt mehr als nur ein touristischer Geheimtipp ist und zu den Top-Destinationen in Europa gehört. Wie das die Stadt verändert, wird sich zeigen und obwohl man Lissabon bessere Straßen und ein paar mehr gemachte Häuser wünschen würde, hofft man auch, dass in dieser Stadt die Zukunft nicht ganz so schnell zur Gegenwart wird, wie in anderen Orten unseres Kontinents.

Geschichte von Cádiz

Cádiz in der Antike | Cádiz von den Westgoten bis Franco | Cádiz heute

 

Cádiz in der Antike

Die Geschichte von Cádiz ist für eine Stadt mit gerade einmal 120.000 Einwohnern herausragend. Sie geht zurück bis ins Jahr 1104 vor unserer Zeitrechnung. Der Legende nach soll sie Herakles gegründet haben. Noch bis heute findet sich diese Sage im Stadtwappen wieder. Auch wenn archäologische Nachweise für Besiedlung erst aus dem 8.Jahrhundert vor unserer Zeit stammen, bleibt sie eine der ältesten Städte Europas (und hat sich auch einem gleichnamigen Netzwerk angeschlossen). Die Römer behaupteten, dass die Phönizier aus Tyros eine Handels- und Militärsiedlung aufbauten und auch wenn sie mit dem Datum wohl rund 300 Jahre falsch lagen, so gilt es als gesichert, dass die Gründerväter von der anderen Seite des Mittelmeeres, der Levante kamen. Die Stadt lag sehr günstig auf einer Insel nahe einer Bucht. Dies entsprach den Vorlieben der Phönizier für Neuansiedlungen. Obwohl Cádiz westlich der Säulen des Herakles liegt (die Säulen des Herakles ist eine antike Darstellung der Straße von Gibraltar, zu ihr gehören der Felsen von Gibraltar auf europäischer als auch der Berg Jbel Musa auf afrikanischer Seite), also der Scheide zwischen Mittelmeer und Atlantik, ist seine Geschichte doch bis in die Neuzeit mit dem Mittelmeere verbunden, bevor mit der Entdeckung der Seewege über den Atlantik genau dies wieder zu einem neuen Vorteil für Cádiz wurde. Gadir, so der erste phönizische Name (wahrscheinlich für „Festung“) bekam einen Melqart-Tempel, der nicht nur Kultstätte war, sondern auch als Lager für kostbare Objekte diente. Man muss sich das Lager als gut gefüllt vorstellen, denn das sagenumwobene Reich Tartassos lag in der Nähe der Stadt. Auch wenn der genaue Standpunkt dieses Gebietes, schon seit seiner ersten Erwähnung durch Herodot, immer wieder Anlass zu Streit und Diskussionen bietet, so scheint doch klar, das es sich um ein iberisches Königreich gehandelt haben musste, dass reich an Silbervorkommen war und im heutigen Südspanien lag. Die Phönizier, traditionell ein geschäftstüchtiges Seefahrervolk, handelten mit dem Silber und brachten im Austausch Olivenöl und Schmuck in die Region. Das jemals Olivenöl nach Südspanien importiert wurde, mag man sich heute kaum vorstellen, wenn man sieht das Oliven das wichtigste Produkt der hiesigen Landwirtschaft sind. Ein kultureller Austausch setze ein, der Cádiz Stellung wirtschaftlich stärkte. Der Höhepunkt des Tartassischen Reiches reicht wohl bis in das Jahr 500 vor unserer Zeit zurück, als schon die Karthager in Cádiz an der Macht waren. Sie errichteten an der spanischen Küste eine Art von Monopol, so untersagte sie beispielsweise in einem Vertrag von 509, den Römern weite Teile des westlichen Mittelmeers zu befahren. Cádiz war für die Karthager ein sehr wichtiger Stützpunkt und der Ausgangspunkt für weitere Unternehmungen auf dem Atlantik (natürlich blieb es bei recht Küstennahen Unternehmungen). 237 v.u.Z. nutzte Feldheer Hamilkar Barkas die Stadt als Ausgangspunkt für Feldzüge auf der iberischen Halbinsel, sein Sohn Hannibal soll vor seinem Zug über die Alpen, um Rom zu zerstören, den berühmten Melqart-Tempel besucht haben. Doch, wie bekannt, verloren die Kathager den 2.Punischen Krieg gegen Rom und diese besetzten um 200 v.u.Z. die Stadt, deren lateinischer Name daraufhin Gades lautete. Auch unter römischer Herrschaft war Cádiz ein prosperierender Ort, Caesar verlieh ihr das römische Bürgerrecht. Unter  Augustus erhielt die Stadt den Namen Augusta Urbs Iulia Gaditana  und wurde im Kaiserreich zu einer sehr wohlhabenden Stadt, in welcher übrigens die Via Augusta endete, welche die wichtigsten Städte Iberiens verband.

Cádiz von den Westgoten bis Franco

Mit dem Untergang des römischen Reiches verlor Cádiz massiv an Bedeutung. Die Westgoten zerstörten die Stadt und erst die Mauren, die 711 die Insel einnahmen, bauten Djesirat Kadis, wie sie den Ort nannten, wieder auf, wobei sie allerdings 1146 auf der Suche nach einem Goldschatz den Melqart-Tempel zerstörten. Da Cádiz sich um einen wichtigen strategischen Punkt handelte, war der Ort umkämpft. 843 griffen die Normannen die Stadt an, 1262 schließlich eroberte Alfonso X. von Kastilien die Stadt, im Zuge der Requoncista und gliederte sie in sein Reich ein. Das war für Cádiz nicht zum Nachteil. Die atlantischen Eroberungen der spanischen Krone, die gegen Ende des 15.Jahrhunderts begannen, sollten seine strategische Bedeutung noch erhöhen und die Stadt wurde Hafen für die spanische Silberflotte, die ihren erbeuteten Reichtum aus Amerika hierher brachten. Doch damit wurde Cádiz auch zum Ziel von Angriffen. Barbareskenpiraten aber auch die Engländer attackierten sie. Francis Drake zerstörte 1587 große Teile der im Hafen befindlichen spanischen Armada. Weniger als 10 Jahre später, plünderten die Engländer wiederum die Stadt, machten wertvolle Beute und brannten die Schiffe nieder. Überhaupt lag Cádiz für viele Jahrzehnte im Brennpunkt englisch-spanischer Rivalität. 1625, als auch 1655 bis 57 und 1702 kreuzten die Engländer wieder vor und in der Stadt auf. Zu jenem letzten Datum, in welchem in Spanien der Erbfolgekrieg tobte, überlegten die Briten eine Basis an der wichtigen Straße von Gibraltar zu erobern. Zwar war Cádiz reicher als Gibraltar, aber letztendlich entschieden sich die Briten für die Einnahme der strategisch wichtiger gelegenen Stadt Gibraltar, die seit 1704 unter britische Flagge weht, woran man sich in Spanien bis heute nicht gewöhnen kann. Der spanische Erbfolgekrieg allerdings begünstigt auch einen weiteren Aufstieg der Stadt in Spanien, da sich Cádiz schnell zu den später siegreichen Bourbonen bekannte, während Sevilla dies nicht tat. Dadurch, und durch die zunehmende Versandung des Guadelquivir, an dessen Ufern Sevilla liegt, wurde von nun an Cádiz der wichtigere Atlantikhafen Spaniens. Daran änderte auch nicht das katastrophale Erdbeben von 1755 mit dem anschließenden Tsunami, der ja bekanntlich Lissabon in Schutt und Asche legte, in Cádiz aber weniger Schaden anrichtete. Während der napoleonischen Besatzung Spaniens und des spanischen Unabhängigkeitskrieges, blieb Cádiz der einzige Ort in Spanien, der nicht von den Franzosen okkupiert wurde. Die Zentraljunta der Aufständigen gegen Napoleon residierte in Cádiz. Obwohl die Franzosen die Stadt belagerten konnten sie sie nicht einnehmen, auch weil die Briten, einstmals schlimmster Feind, die Seeseite der Stadt schützten. In der Stadt wurde die Zeit genutzt und seit 1810 die erste spanische Verfassung ausgearbeitet, welche am 19.März 1812 veröffentlich wurde. Da dies der Tage des Josef von Nazareths ist, im spanischen Pepe benannt, wurde die Verfassung nur Pepa genannt. Nach der Restauration unter den Bourbonen wurde sie 1814 von Ferdinand VII. wieder außer Kraft gesetzt. 1820 revoltierten die Spanier und setzten die Verfassung wieder ein, welche bis 1823 wieder in Kraft trat, doch nach einer französischen Intervention, welche die Regierung, wiederum erst zur Flucht nach Cádiz und dann zur Aufgabe zwang, wurde sie wieder außer Kraft gesetzt und die absolute Monarchie wiederum etabliert. Auch wenn die Stadt politisch immer mal wieder im Mittelpunkt stand, so brach mit dem Verlust der spanischen Kolonien zum Jahrhundertwechsel für sie eine schwere Zeit an, denn die Geschäfte im Hafen von Cádiz liefen damit immer schlechter. Allerdings wurde dieser Hafen noch einmal wichtig, als 1936 die Truppen Francos im spanischen Bürgerkrieg die Stadt eroberten und sie zum wichtigsten Umschlagplatz der aus Marokko kommenden faschistischen Armee machten.

Cádiz heute

Heute ist Cádiz eine Stadt, die erfolgreich versucht sich für Touristen attraktiv zu zeigen. In den letzten Jahren wurden Sehenswürdigkeiten wieder aufgefrischt, oder im Fall des römischen Amphitheaters aufbereitet und für Besucher geöffnet. Obwohl die Stadt eine rund 3000 Jahre alte Geschichte hat, ist außer jenem Theater aus römischer Zeit, fast nichts mehr in Erinnerung, was antiken Ursprung hat, weshalb Cádiz nicht mit Städten wie Tarragona oder Cartagena mithalten kann, die reichhaltige Ruinen aus der Antike beheimaten. Das macht Cádiz aber keinesfalls unattraktiv oder weniger interessant, denn die komprimierte Lage an der Bucht, der Hafen, dass fast an allen Seiten zu findende Meer, die engen Gassen und kleinen Plätze und der Mix aus Besuchern und Einheimischen machen Cádiz zu einer äußerst sehenswerten, hübschen und lebenswerten Stadt.

urban facts Cádiz

Allgemeine Daten:

Einwohner (Metroregion Bahia de Cádiz) 121.739 (642.784)
Einwohnerentwicklung 2001-2011 -9,5 %
Fläche 12,1 km²
Bevölkerungsdichte 10.061 Einw. / km²
Geographische Höhe 11m
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 524mm / 52 / 3016
KfZ-Kennzeichen CA (veraltet)

 

Infrastruktur:

Bürgermeister José María González Santos (Bürger für Cádiz)
Verwaltungstechnische Bedeutung Provinzhauptstadt
Flughafen Nächster Flughafen in Jerez de la Frontera rund 40km nördlich von Cádiz: Aeropuerto de Jerez (XRY; eröffnet 1937; 0,75 Mio; PAX 2014; 2007 noch 1,6 Mio. ; 1 Landebahn, 1 Terminal)
ÖPNV Straßenbahn mit 2 Linien ist derzeit in Bau, soll nach Chiclana und nach Jerez führen
Entfernung nach… Sevilla 120km (Auto: 1h15min; Bahn: 1h29min)
Madrid 650km (Auto: 5h45min; Bahn: 4h 10min)
Barcelona 1115km (Auto: 10h; Bahn: 7h 30min)
Valencia 775km (Auto: 7h; Bahn: 6h 15min)

nächster Ort über 500.000: Sevilla 120km
nächster Ort über 1000.000: Madrid 650km

 

Kultur / Geschichte:

Universität Universidad de Cádiz (UCA; gegründet 1978; rund 20.000 Studenten; Schwerpunkte Medizin und Maritime Studien)
Anzahl Museen 6
Größten jährlichen Feste Carneval de Cádiz (weit über Spaniens Grenzen hinaus bekannt)
Semana Santa (Karwoche)
Sportvereine der Stadt FC Cádiz (Fußball; derzeit Segunda B (=3.Liga); 12 Spielzeiten in Primera Division;Ø-Zuschauer: 4.062 (14/15)@Rámon de Carranza (25.033 Plätze)
Tageszeitung der Stadt (Auflage) Diario de Cádiz (gegründet 1867; Auflage: 18.469 täglich)
Erste urkundliche Erwähnung 1104 v.u.Z.
Gegründet von: Phönizier
Großstadt seit 1950
Das entscheidende Jahr 1812 (erste Verfassung Spaniens wird in Cádiz ausgerufen)
Meisten Einwohner im Jahr 1980 (160.000)
Einwohnerverlust von Höhepunkt bis heute -25%
City Branding La tacita de plata (das Silbertässchen)

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Kathedrale von Cádiz
Architektonisches Highlight Puente de la Pepa (längste Brücke Spaniens)
Höchstes Gebäude Freilichtungsmasten von Cádiz 160m hoch
Meist fotografiertes Gebäude Balneario de la Palma
Tags: Hafenstadt, Badestrand, antike Wurzeln, Uni
Arbeitslosenquote 19,3% (5/2015)

Cádiz

Geschichte von Cádiz | urban facts Cádiz

Cádiz gehört zu den ältesten Städten Europas. Laut römischer Überlieferung wurde die Stadt 1104 v.u.Z. gegründet. Auch wenn Archäologen nur Überreste aus dem 8. Jahrhundert vor unserer Zeit nachweisen konnten, so bleibt es doch immer noch ein Ort mit gewaltiger Geschichte. Doch Cádiz kann von seiner antiken Vergangenheit nicht sehr viel zeigen, denn außer den spärlichen Resten eines römischen Amphitheaters ist nicht viel geblieben. Das heutige Cádiz erinnert viel mehr an seine strategisch ausgezeichnete Lage, die den Ort insbesondere militärisch höchst begehrenswert machte.  Cádiz liegt auf einer Landzunge, die bis zum 17. Jahrhundert eine Insel im Atlantik war, welcher nur rund 100km weiter südöstlich in der Straße von Gibraltar ins Mittelmeer fließt. Die Stadt musste deshalb besonders geschützt werden und ihr Festungscharakter und die Knappheit an Boden ist heute immer noch ersichtlich und macht einen großen Teil des Reizes der Stadt aus. Auch wenn diese strategische Bedeutung als Militär- und Hafenstadt in unseren Tagen weniger wichtig geworden ist und nur hauptsächlich die Fähren von den Kanaren oder große Kreuzfahrtschiffe in den Hafen der Stadt anlaufen, ist die Stadt immer noch der Mittelpunkt eines Ballungsraumes von über 500.000 Menschen. Sie ist eigene Provinzhauptstadt, obwohl das nur 30km entfernte Jerez de la Frontera fast doppelt so groß ist und sie ist ein Anziehungspunkt für Besucher, die hier eine wunderschöne Großstadt finden, mit einem ganz eigenen und höchst ansprechenden Flair. Besonders die Altstadt von Cádiz hat sich mit ihren engen Gassen und schönen Plätzen eine besondere Atmosphäre bewahrt, die sich irgendwo zwischen Hafen, Kreuzfahrttouristen, Besuchern, Bettlern, Einheimischen, Meer, historischen Plätzen, Universität und Strand einfangen lässt.  

urban facts Glasgow

Allgemeine Daten:

Einwohner (Ballungsraum) im Jahr 2014 599.650 (1,75 Mio.)
Einwohnerentwicklung 2013-2014 + 0,5% (2001-11: +2,7%)
Fläche 175 km²
Bevölkerungsdichte 3298 Einw./km²
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 1.205mm / 165 / 1.239
Fluss Clyde (176 km lang)

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Frank McAveety (Labour) ist Vorsitzender des Glasgow City Council
Verwaltungstechnische Bedeutung Council Area
Platz in der Mercer-Studie 55. (2015; London hat Platz 40. Birmingham 54.)
Flughafen Glasgow Airport (GLA; eröffnet: 1966; 7,7 Mio. PAX 2014; 1 Terminal, 1 Bahn 05/23; 8km W der Stadt gelegen)
Glasgow Prestwick Airport(PIK; eröffnet: 1934; 0,9 Mio. PAX 2014; 2 Bahnen, 1 Terminal; 53km SW der Stadt)
ÖPNV Glasgow Subway: 3.älteste U-Bahn der Welt; 1896 eröffnet; 10,5km Streckenlänge bei 15 Stationen auf einer Ring-Linie (seit Eröffnung, nie verlängert wurden)
Entfernung nach… Edinburgh 68km (Auto: 1h; Bahn: 52min)
London 649km (Auto: 6h15min; Bahn: 4h 32min)
nächster Ort über 500.000: Edinburgh 68km
nächster Ort über 1000.000: Birmingham 466km

 

Kultur / Geschichte:

Anzahl Universitäten 4: University of Glasgow (23.500 Studenten, gegründet 1451; 4.älteste Universität der englischsprachigen Welt)
University of Strathclyde (26.000 Studenten, gegründet 1796 als Anderson’s University)
Glasgow Caledonian University (17.000 Studenten, gegründet 1993)
University of the West of Scotland (18.000 Studenten, gegründet 2007)
Dazu noch zahlreiche Colleges, in Glasgow studieren rund 168.000 Studenten
Anzahl Museen und Galerien Laut wikipedia: 32 (davon 13 kostenlos)
Sportvereine der Stadt Celtic F.C. (42x schottischer Meister; 35x Pokalsieger; 1x EC der Landesmeister; Ø-Zuschauer: 48.300 @ Celtic Park
Rangers F.C. (54x schottischer Meister [WR]; 34x Pokalsieger; 1x EC der Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 45.000 @ Ibrox Park)
Queens Park F.C. (einziger Amateurverein in schottischen Ligafußball; 10x Pokalsieger [letztmals 1893] Ø-Zuschauer: 750 @ Hampden Park {gleichzeitig Nationalstadion Schottlands]
Partick Thistle F.C. (1xPokalsieger; Ø – Zuschauer: ca.2.500 @ Firhill Stadium)
Erste urkundliche Erwähnung Im 6.Jahrhundert
Gegründet vom: Christlichen Missionar St. Mungo
Großstadt seit: Zwischen 1811 (77.000) und 1821 (147.000)
Meisten Einwohner im Jahr 1931: 1.088.000
Einwohnerverlust von Höhepunkt bis 2014 55%
City Branding Veraltet: Second City of the Empire

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 George Square
Architektonisches Highlight Glasgow School of Art (Charles Rennie Mackintosh)
Höchstes Gebäude Wyndford Road Housing (71m)
Tags: Hafenstadt, Universitätsstadt, Industriestadt, Handelsstadt, Arbeiterstadt, Sport, Einbruch / Aufbruch
Anzahl Starbucks 16
Konzernzentralen von Weir Group (engineering; 14.000 Beschäftigte weltweit)
William Grant & Sons (Whisky)
Kriminalität Glasgow hat eine hohe Kriminalitätsrate, die sich jedoch in den letzten Jahren stark verbesserte; 2007 kamen 4,5 Morde auf 100.000 Menschen, 2012 sind es noch 2,7 (trotzdem ist dies der höchste Wert in UK; Schnitt = 1,0) und 71% höher als in anderen schottischen Städten
Arbeitslosenquote 8,9% (2013)

 

Bevölkerungsentwicklung 1891 – 2001:

1891 1911 1921 1931 1951 1961 1971 1981 1991 2001
783k 784k 1034k 1088k 1079k 1055k 897k 881k 681k 579k

 

Glasgow

urban facts

Die größte Stadt Schottlands zeichnet sich durch eine Anzahl höchst unterschiedlicher Aspekte aus. Sie ist eine Arbeiterstadt durch und durch, war aber schon vor der industriellen Revolution, in welcher sie zu dieser wurde, ein religiöses und akademisches Zentrum Britanniens. Jedoch war es der gesellschaftliche Umbruch des 19. Jahrhunderts, der die Stadt am Fluss Clyde zur Industriemetropole wachsen ließ. Ideal mit dem Schiff zu erreichen, wurde die Stadt zentraler Handelsumschlagsplatz. Die zahlreich vorhandenen Kohle- und Eisenvorräte des Larnakshire, sowie die Textilherstellung und der Schiffsbau zogen zahlreiche Menschen aus dem schottischen Umland, insbesondere aber auch aus dem armen Irland nach Glasgow. Als „zweite Stadt“ des britischen Empires wuchs der Reichtum der Bürgerschaft. Auf der anderen Seite herrschten miserable Verhältnisse für die Arbeiterschaft, trotzdem zog es immer mehr Menschen hierher.
Der Niedergang der Stadt begann schon nach dem 1.Weltkrieg. Verstärkt wurde dieser Abstieg ab den 1960er Jahren mit dem Wegbrechen der Schwerindustrie und seit jener Zeit erlebte Glasgow auch einen massiven Schwund an Einwohnern. Glasgows Erbe sind aber immer noch Armut und Segregation. Hier scheint sich nur wenig seit den Anfängen der industriellen Revolution getan zu haben. Einige Viertel der Stadt haben eine Lebenserwartung von unter 55 Jahren! Zum großen Teil durch Alkohol- oder (und) Zigarettensucht und schlechte Ernährung bedingt, was sich schon als Fachterminus „Glasgow Effekt“ eingebürgert hat. Einige Stadtteile leiden unter einer sehr hohen Kriminalitätsrate, welche Glasgow zu einer der gefährlichsten Städte Europas machte. Auch wenn die Kriminalität seit 10 Jahren rückläufig ist, so bleibt sie doch über dem nationalen Durchschnitt. Erwähnt muss aber auch werden, dass der „Normaltourist“ in der Innenstadt nichts von der hohen Kriminalitätsrate spürt.

Seit den 1990er Jahren versucht sich Glasgow sein Image und Stadtbild wieder aufzufrischen und kann heute, wie beispielsweise auch Bilbao, als eine ehemalige Industriestadt gesehen werden, die mit neu belebtem Wirtschaftssektoren (zumeist im Dienstleistungs- und Bankenbereich), kulturellen Angeboten und neuer Architektur an Attraktivität gewinnt. Glasgow bietet eine große Vielfalt von Museen an, wovon 13 sogar kostenlos besucht werden können. Zu den spektakulärsten Neubauten gehört das von Zaha Hadid konzipierte Riverside Museum, direkt am Clyde. Zahlreiche Musikbands stammen aus der Stadt (wie Franz Ferdinand, Travis, Tears for Fears oder Texas: eine umfangreiche Liste findet sich hier) und an der Qualität der Straßenmusiker ist zu erkennen, dass die größte Stadt Schottlands wohl bald neue Talente hervorbringen wird.

Nicht zu vergessen, aber interessanterweise in der Darstellung der Stadt Glasgow selbst kaum erwähnt (nicht ein Hinweis in der Touristeninformation), ist sie auch eine Hochburg des Fußballs. Drei reine Fußballstadien mit jeweils über 50.000 Plätzen sind – nach meinem Wissen – weltweit einzigartig. Zwei zutiefst verfeindete Klubs lieferten sich (bis zum Lizenzentzug der Rangers) jedes Jahr mindestens vier Derbies, das sogenannte „Old Firm“, nämlich der katholische Club Celtic und der protestantische Club Rangers.

Architektonisch ist Glasgow äußerst sehenswert. Von den repräsentativen Bauten am George Square, über die zahlreichen Jugendstilbauten von Macintosh bis hin zur zeitgenössisch-spektakulären Architektur am Clyde bietet die Stadt sehr viel (nur damit dann wiederum Mitten durch die Innenstadt eine der verkehrsreichsten Autobahnen Schottlands führt, die wiederum sehr an Duisburg erinnert). Wie in anderen Städten auch, wurde das ehemalige Hafengebiet am Fluss in ein neues Areal mit zeitgenössischer Architektur verwandelt. Hier verfolgt man die Hoffnung, der Stadt eine weitere glanzvolle Facette zu geben. Tatsächlich wächst Glasgows Wirtschaft heute wieder erheblich, ebenso nimmt die Zahl der Einwohner wieder zu (allerdings unter dem schottischen Schnitt) und man kann gespannt sein, wie die Entwicklung der Stadt weitergeht. 

Denia

Wie eigentlich jeder Küstenabschnitt in Spanien sind auch die Gestrande des Mittelmeers der Communidad Valenciana, oder nennen wir sie, des Landes Valencia mit zahlreichen Hotelbettenburgen übersät.  Die meisten und höchsten stehen dabei in Benidorm, aber auch Orte wie Calpe, Cullera oder Gandia haben zahlreiche Bauwerke von stattlicher Höhe ganz in die Nähe des Strandes bauen lassen. Dieser künstliche Bauboom der letzten 50 Jahre lies Orte am Meer entstehen, die eigentlich gar keine maritime Vergangenheit haben (wie Cullera oder Gandia) oder die nur kleine Fischerdörfchen waren, die in relativer Abgeschiedenheit lagen. Der Massentourismus der 2.Hälfte des 20.Jahrhunderts hat diese Gegend grundlegend verändert. Positiv formuliert kann man sagen, nicht immer ist dies gelungen. Oftmals musste die Natur gewaltig unter den Ausbauten leiden, selten wurden ästhetische Maßstäbe oder überhaupt irgendein Maß angewendet, wenn es galt Ferienwohnungen und Hotels hochzuziehen.

Jede dieser sich fast wie an einer Perlenkette langziehenden Ortschaften und Städte der spanischen Levante hat Besonderheiten, doch nur in seltenen Fällen sind diese so reizvoll wie in Denia. Das mag vielleicht daran liegen, dass das Städtchen, dass ungefähr auf halber Strecke zwischen Valencia und Alicante liegt, eine viel längere und spannendere Geschichte hat als die meisten seiner Nachbarn. Oder auch daran, dass die Stadt tatsächlich einen althergebrachten Hafen für Fischerei, Yachten und Fähren hat, der wohl verhinderte, das hohe Gebäude direkt in die Stadt gesetzt wurden (dafür ziehen sich nordwestlich der Stadt unendlich lange Häuserzeilen direkt am Strand entlang, ohne dass man darauf geachtet hätte, die Dünen zu schützen, oder eine Promenade zu bauen). Es könnte auch daran liegen, das Denia eine kleine, aber verwinkelte Altstadt hat, die unter einer Burg liegt und nicht zuletzt liegt der Ort unterhalb des Hausberges Montgo, der mit seinen 752m Höhe über die gesamte Küstenlandschaft des südlichen Golfes von Valencia thront und bei guter Sicht problemlos auch vom 100km entfernten Valencia aus zu sehen ist. Der Fährhafen mit seinen Verbindungen auf die Balearen Inseln Ibiza und Formentera macht Denia aber auch zu einem Ort mit dem Hauch von Fernweh nach noch mehr Meer.

Denias Geschichte reicht zurück bis in das 1.Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, als erstmals ein römischer Flottenstützpunkt namens „Dianium“ erwähnt wurde. Die Römer nutzten wohl den natürlichen Hafen und bauten den Ort aus, ohne das er jedoch weitreichende Bedeutung gehabt hätte. Die Westgoten, welche den Römern in Iberien nachfolgten, herrschten hier nur kurz. Mit der arabischen Invasion kam auch Denia unter maurische Herrschaft, doch das sollte zu einer Blütezeit des Ortes führen. Denn nachdem Zerfall des Kalifats von Cordoba, das bis 1031 bestand und alle muslimischen Besitzungen auf der iberischen Halbinsel unter sich vereinte, wurde die Region um Denia zu einem eigenen Taifa-Reich. Dieses Reich umfasste auch die balearischen Inseln und sogar kurzzeitig die Stadt Valencia. Unter der Herrschaft von Iqbāl ad-Daula ʿAlī, der 1045 an die Macht kam, gelangte das relativ kleine Königreich zu wirtschaftlichem Wohlstand und wissenschaftlicher Blüte. Philologen, Astronomen und weitere Gelehrte arbeiteten am Hof und galten als die führenden Gelehrten ihrer Zeit. Dieser Reichtum erregte den Neid der Nachbarn und  Alis Schwager al-Muktadir, der Herrscher von Saragossa, besetzte Dénia 1076 und schloss es seinem Reich an. Damit war das Taifa-Reich Denia auch schon wieder Geschichte. 1244 eroberte Jaume I. (Jakob I.) von Aragón im Zuge der Reconquista, die Stadt und machte sie zum Sitz seiner Markgrafschaft. Im Königreich Valencia blieb Denia noch lange ein recht bedeutender Ort, der jedoch nachdem spanischen Erbfolgekrieg  abnahm und sich zunehmend verlor. Im 19. Jahrhundert konnte der Ort jedoch durch die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere von Rosinen, einigen Wohlstand erlangen, ab den 1960er Jahren setzte auch in Denia ein Massentourismusboom ein, der die Stadt nachhaltig veränderte. Jedoch wurde hier etwas schonender in die Landschaft eingegriffen als in den, aus dem Boden schießenden, Nachbarstädten.
Denia ist heute ein fast schon lieblich zu nennendes Küstenstädtchen. Es ist deutlich internationaler, als seine nördlichen Nachbarn, aber auch nicht so zugebaut, wie die Städte, die weiter südlich liegen. Durch den recht hohen Anteil von anderen europäischen Siedlern, die hier den Winter oder gar das ganze Jahr leben, sind die Preise auch etwas höher. Man findet in der Stadt zahlreiche, sehr gute Restaurants, dessen Spitzenplatz sicher das Restaurant von Quique Dacosta einnimmt, einem der bekanntesten Köche Spaniens.

Hier noch einige, wenige Daten und Fakten zu Dénia:

Allgemeine Daten:

Einwohner 41.672 (2014)
Fläche 66,2 km²
Geographische Höhe 12m
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden alles pro Jahr 345mm / 41 / 3001

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Vicent Grimalt (PSPV-PSOE)
Touristen: In den Sommermonaten leben zeitweise bis zu 200.000 Menschen in der Stadt
Entfernung nach… Valencia 105km (Auto:1h 10min; Bahnverbindung fehlt)

Alicante 90km (Auto: 1h; Bahn: 3h)

 

Kultur / Geschichte:

Größten jährlichen Feste Bous a Mar als Teil des Stadtfestes (im Juli); Stiertreiben ins Meer
Moros i Cristians (im August) Parade mit historisierender Verkleidung und Musik
Erste urkundliche Erwähnung Im 1. Jahrhundert v.u.Z.
Gegründet von: Römern

 

Wirtschaft / Merkmale:

Tags: Hafenstadt, Badestrand, antike Wurzeln
Arbeitslosenquote 24,9% (Mai 2015)

 

 

Geschichte Liverpools

Liverpools Gründung und das MittelalterLiverpools Aufstieg im 17. und 18. Jahrhundert: Erfolg durch Handel aller Art Liverpool im 19. Jahrhundert: Urbanisierung, Eisenbahn, Armut und AuswanderungBis zum 1.Weltkrieg: Liverpool als zweite Stadt des Empires  | Das 20. Jahrhundert: Arbeitslosigkeit, Mersey Sound und Abwanderung | Liverpool heute

Liverpools Gründung und das Mittelalter

Der englische König John begann sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts auf Reisen durch das nordöstliche Gebiet seines Reiches. Er besuchte Chester, an dessen Hafen Reisen nach Irland möglich waren. Doch John plante eine größere Expedition und war so auf der Suche nach einem geeigneten Anlegeplatz. Dabei war die Mündung des Flusses Mersey ins Gespräch gekommen. Dort befand sich eine kleine Bucht, welche als „Liver“ oder „Lever“ bekannt war. Eine Bezeichnung die auf schwerfälliges und träges Wasser hinwies. König John erwarb dort das Land und ließ im Jahr 1207 eine Stadt gründen; Liverpool. In dieser Stadt sollten freie Menschen leben (in feudalen Zeiten war dies keine Selbstverständlichkeit). Die ersten Siedler kamen, ein Markt wurde abgehalten und den Bürgern wurde versprochen eine eigene Gerichtsbarkeit abzuhalten. Zünfte durften gegründet werden eine kleine Burg wurde errichtet.
Die kleine Stadt entwickelte sich, jedoch war sie nur eine von vielen „royal boroughs“ des Mittelalters. Die Fischerei war die hauptsächliche Einkommensquelle der Stadt. Im Jahre 1515 wurde das erste Rathaus errichtet. Strategisch lag die Stadt gut geschützt durch die schwierig zu bewältigende Hafeneinfahrt an der Mersey.

Liverpools Aufstieg im 17. und 18. Jahrhundert: Erfolg durch Handel aller Art

Im englischen Bürgerkrieg litt Liverpool. Mehrmals wechselten die Seiten bzw. Fronten hier und die Stadt wurde letztendliche eine Garnisonsstadt der parlamentarischen Truppen.  Im Laufe des 17. Jahrhunderts stieg der Anteil am irischen Handel der durch Liverpool lief. Die Stadt hatte um 1650 rund 4.000 Einwohner und ihr Einfluss, als auch ihr Wachstum vergrößerten sich ständig. Schon 1674 musste ein neues Rathaus gebaut werden, dem auch die Börse innewohnte. Die StadtChester wurde überflügelt und Liverpool stieg zu einem überregionalen Handelsplatz auf, der sich schon bald mit Bristol messen konnte. Berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit bereisten die Stadt, so wie Daniel Dafoe, welcher bemerkte: „In a word, there is no town in England, London excepted, that can equal Liverpool for the fineness of its streets and the beauty of the buildings.“
Um den Handel weiter voranzutreiben beschloss man eine spektakuläre Investion zu tätigen. Der alte „Pool“ war längst zu klein für die zahlreichen Schiffe und er war von den Gezeiten bestimmt. Unter dem Ingenieur Thomas Steer wurde 1708 ein Dock entwickelt, welches durch Schleußen von den Gezeiten geschützt, immer voll Wasser war und somit das Be- und Entladen entscheidend verbesserte. Es wurde zu einem weltweit kopierten Muster für den Dockbau.
Der Liverpooler Hafen wuchs, schon 1734 wurde ein zweites Dock errichtet. Wichtig für Liverpools Position war dabei das Hinterland Lancanshires. In den Manufakturen Manchesters, Boltons und Wigans wurden zahlreiche Güter hergestellt, die in Liverpool verschifft wurden. Diese gingen nicht mehr nur nach Irland und später nach Spanien oder Frankreich. Zunehmend stärker wurde auch der Atlantikhandel. Dabei hatte Liverpool auch die wenig schmeichelhafte Ehre, eine der Hauptstützpunkte des Sklavenhandels zu werden. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts dominierte die Stadt den Handel mit Afrika. Dieser Dreieckshandel sah vor, das englische Waren wie Töpfe und Krüge (zumeist aus zweiter Hand) nach Afrika geschafft wurden, dort wurden sie gegen Sklaven getauscht, welche nach Amerika deportiert wurden. Die Bedingungen an Bord waren katastrophal. Die Mortalitätsrate auf der Überfahrt konnte 20% erreichen (auch die Bedingungen für die Seeleute waren keineswegs komfortabel). Erst durch die Einführung der Pflicht einen Arzt mit an Bord zu haben wurde diese Rate auf rund 5% gesenkt. Die Schwarzen wurden dann an Plantagenbesitzern verkauft und Zucker, Rum oder Tabak aufgeladen und nach Europa gebracht. Die Sklaven selbst kamen im Normalfall nie bis nach England. Die Händler, die diesen Handel betrieben, fuhren nie mit bei diesen Routen, obwohl gläubige Menschen hatten sie auch kein moralischen Probleme mit dieser Form des Handels und so wehrten sich auch die Liverpooler Händler am stärksten gegen die zu Beginn des 19. Jahrhunderts verabschiedeten Abolitionistengesetze.

Doch nicht nur von See aus war Liverpool immer schneller zu erreichen. Ab 1761 wurde ein ständiger Kutschenverkehr nach London, Manchester oder Glasgow angeboten. Kanäle wurden errichtet um die Güter sicherer und schneller in die Stadt zu bringen. Durch den Liverpool Leeds Kanal konnte man sogar bald mit der anderen Seite der englischen Küste durch das Land reisen und musste nicht die gesamte Insel umrunden.

Liverpool im 19. Jahrhundert: Urbanisierung, Eisenbahn, Armut und Auswanderung

Im Jahr 1800 erreichte Liverpool 60.000 Einwohner. Doch bei weitem nicht alle davon waren wohlhabend. Es entwickelte sich ein Proletariat, dessen Arbeits- und Wohnbedingungen, freundlich ausgedrückt, miserabel waren. Zahlreiche irische Immigranten gehörten dazu, welche in den sich entwickelnden Fabriken oder im Hafen arbeiteten. Doch Liverpool bot  nicht nur Arbeitsplätze für die aus dem Land zuziehenden Schichten. Es bot ebenso reichlich Abwechslung. Theater wurden errichtet, sogar Badeanstalten am Meer, welche die Menschen zum Sprung in die kalte Irische See einluden gab es, jedoch waren diese nur von kurzer Dauer, denn der ständig wachsende Hafen verbrauchte viel Platz und so wurde recht bald das nördlich der Stadt gelegene Southport zum eleganten Badeort für die Oberschicht. Wissenschaftliche und literarische Gesellschaften gründeten sich, wie der Athenaeum Club 1798 oder der berühmte Lycaeum. Pferderennen wurden veranstaltet. Ein Rennkurs in Aintree erlangte dabei großer Popularität. 1839 wurde dort erstmals ein großes nationales Rennen ausgetragen. Das „Grand National“ war geboren, noch heute das bedeutendste Hindernisrennen im britischen Pferdesport. Die Vororte wie Everton, Kirkdale oder Bootle zogen begüterte Schichten an, die alte mittelalterliche Struktur der Stadt mit dem „town field“, das zeitlebens als landwirtschaftliches Gebiet genutzt wurde zerbrach. Bald wurden dort Ziegel hergestellt, um den Bauboom weiter zu treiben.

Liverpools Geschichte ist neben dem Trockendock aber auch mit einer anderen infrastrukturellen Erfindung von Weltruhm verbunden, der Eisenbahn. Schon vor 1820 kam die Idee auf, die expandierenden Textilunternehmen um Manchester schneller mit dem Hafen in Liverpool zu verbinden. Zwar gab es schon Eisenbahnverbindungen, insbesondere für den Transport von Kohle, aber ein so großes Projekt, wie eine Verbindung zwischen diesen beiden Städten gab es noch nicht. Es wäre ein erster Schritt in einer landesweiten Vernetzung aller Städte. Ein Plan sah vor, die 33 Meilen mit je einer Fahrspur je Richtung zu verlegen, sowie entsprechende Tunnel und Brücken zu bauen. 1828 mitten in den Bauarbeiten entbrannte eine Diskussion, ob Dampflokomotiven stark und zuverlässig genug wären, um die Strecke regelmäßig und pünktlich zu bedienen und ein Wettkampf wurde ausgetragen, um die beste Maschine zu küren, welche zukünftig die Linie bedienen durfte. Am 6.Oktober 1829 wurde der erste Wettkampf zwischen Lokomotiven, vor einer begeisterten Menge ausgetragen, bei dem sich klar die „Rocket“ von George Stephenson durchsetzte. Nur ein Jahr später wurde die neue Eisenbahnlinie eröffnet und hunderttausende von Zuschauern sollen die Strecke gesäumt haben. In einer Art von Prozession fuhren die ersten Züge von Liverpool nach Manchester. Allerdings nicht unfallfrei, so kam Parlamentsmitglied Huskinson in einer Pause, zum Nachfüllen von Wasser, unter die Räder. Trotzdem wurde die Fahrt nach Manchester fortgesetzt, auch um die dort wartende Bevölkerung nicht zu enttäuschen. Trotz des Unfalls wurde die Eisenbahnverbindung von und nach Liverpool ein voller Erfolg und die erste längere Passagierverbindung ein Musterbeispiel für den daraufhin einsetzenden Eisenbahnboom.

Aber auch für Passagiere, die Europa in Richtung Westen verlassen wollten war Liverpool ein wichtiger Platz. Im Laufe des 19.Jahrhunderts entwickelten sich große Reederein, wie die Red Star Line. Sie boten zumeist Passagen nach New York an. Ihr Geschäft begann zu florieren, als die Arbeitslosigkeit um sich griff, gefolgt von einer Lockerung der Anti-Emmigrationsgesetze. In den 1840er und 1850er erreichte die Auswanderungswelle nach Amerika ihren Höhepunkt, fast ⅔ aller Passagiere wählten Liverpool als Startpunkt für ein neues Leben am anderen Ende der Welt. Einer Reise die oft unter vielen Entbehrungen und Krankheiten für die Ausreisenden erfolgte und der Möglichkeit, auch den noch so wenigen Besitz an Subjekte zu verlieren, die mit dem Schicksal der Menschen Geschäfte machten (die Frage ist, ob dies heute nicht auch noch so anzutreffen ist, wenn man an die Flüchtlinge nach Europa denkt).
Der Hafen jedoch wurde immer größer und auch vor Traditionen wurde kein Halt gemacht, so wurde das historische Old Dock 1827 verfüllt um Platz für neue Hafengebäude zu machen. Immer größere Schiffe konnten am Ufer der Mersey halt machen, die aufkommenden Dampfer nach Amerika wie Handelsschiffe aus aller Welt. Hafenkneipen und nach Amüsement trachtende Seeleute waren aus dem Stadtbild kaum mehr wegzudenken. So zogen die reichen Bürger an die Stadtgrenze oder gar in „Vorstädte“, während die Ärmeren in der Stadtmitte blieben. Zwar versuchten kirchliche Gemeinden das Leid zu mindern und unterstützten beispielsweise zahlreiche Schulprojekte, doch Armut war im Liverpool des 19. Jahrhunderts an jeder Straßenecke anzutreffen. Durch neue Grenzziehung und Eingemeindungen im Jahr 1835 (u.a. wurde Everton, Kirkdale und Toxteeth zu Liverpool geschlagen) gehörten auch wieder zahlungskräftigere Steuerzahler zur Stadt, die es ermöglichten das Liverpool wieder mehr Mittel zuflossen. Als jedoch in den 1840er Jahren Hungersnöte in Irland auftraten, erlebte Liverpool einen immensen Zuzug von der grünen Insel. Die meisten Migranten sahen die Stadt nur als Zwischenstation nach Amerika, konnten sich aber eine Überfahrt über den Atlantik nicht leisten. So sollen bis allein 1847 rund 300.000 Iren nach Liverpool gekommen sein. Der städtische Zensus zeigte innerhalb von 10 Jahren einen Bevölkerungsanstieg von 223.000 Einwohnern (1841) auf 376.000 Einwohner (1851). Die Konsequenzen daraus waren, dass Liverpool den ersten Gesundheitsbeauftragten einer Stadt in Großbritannien hatte, der 1846 leider feststellen musste, dass rund 50% der Bevölkerung in unhygienischen Behausungen wohnte.

Bis zum 1.Weltkrieg: Liverpool als zweite Stadt des Empires

Doch Liverpool war keineswegs nur arm. So sollten noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein neues Gerichtsgebäude und ein neues Konzerthaus errichtet werden. An den jeweiligen Ausschreibungen beteiligte sich ein junger Architekt namens Harvey Lonsdale Elmes, der gerade einmal 23 Jahre alt war. Er gewann tatsächlich beide Wettbewerbe und wurde von den kühl kalkulierenden Autoritäten gefragt, ob er nicht beide Einrichtungen unter einem Dach bauen könnte. Elmes entwarf die „St. Georges Hall“, für die 1838 der Grundstein gelegt wurde. Leider verstarb er schon 1847. Sein Nachfolger Charles Robert Cockerell führte die Arbeiten weiter und unter ihm konnte 1855 das Bauwerk eröffnet werden. Von außen ist es eines der beeindrucktesten neo-klassizistischsten Gebäude Europas, im Inneren beherbergt es die „Great Hall“ einen Ball- und Konzertsaal, der mit aller Deutlichkeit klarmacht, wie wohlhabend die Stadt Liverpool war. Das Gebäude galt damals als eines der hervorragendsten Bauten der Welt und ist auch heute noch, gemeinsam mit seinen Nachbarn der William Brown Bibliothek oder der Walker Art Gallery und in Abstrichen der Lime Street Station, ein Zeugniss der Repräsentationsbemühungen des 19.Jahrhunderts. Auch in Sachen Transport ging man immer wieder neue Wege. So wurde 1886 der erste Eisenbahntunnel unter der Mersey nach Birkenhead eröffnet und noch vor dem Jahrhundertwechsel wurde an den Docks eine elektrische Hochbahn eröffnet, welche leider  heute nicht mehr existiert.
Derweil nahm die Bedeutung des Hafens immer noch zu. Zwar wurde die Anzahl der anlegenden Schiffe kaum noch erhöht, jedoch wurden diese immer größer. Um die Jahrhundertwende hatte Liverpool Bristol als zweitwichtigster Hafen des Königreichs abgelöst und hatte nun ähnliche Kapazitäten wie der Hafen in London erreicht. Der Hafen und die Schiffsindustrie boten viele Arbeitsplätze, aber weitere Industriezweige wuchsen nur langsam. So bleib Liverpool immer vor allem Handelsstadt und war weniger eine Industriestadt. Im Jahr 1901 erreichte man 648.000 Einwohner (allerdings auch durch weitere Eingemeindungen). Im Bildungsbereich wurde die Academy of Arts gegründet, aus der 1905 die University of Liverpool hervorging.

Das Pier Head am Hafen entwickelte derweil sich zum neuen Mittelpunkt der Stadt. Hier legten die Mersey Fähren ab und zahlreiche Pendler stiegen in die Hochbahn. 1907 wurde das Harbour Board Gebäude mit seiner beeindruckenden Kuppel hinzugefügt. Fast im Anschluss daran wurde das Royal Liver Building gebaut. Es war das Hauptgebäude der Royal Liver Friendly Society, einer Versicherung. Eröffnet 1911, war es ein Zeichen beeindruckender Baukunst. Architekt Aubrey Thomas führte das Hochhaus als eine Stahlbetonkonstruktion aus, eine damals noch neue Form des Bauens, die später für zahlreiche Wolkenkratzer genutzt wurde. So gilt das immerhin 90m hohe Gebäude auch als Vorläufer der Hochhausbeuten des 20. Jahrhunderts und als erstes Hochhaus des europäischen Kontinents. Der 13 stöckige Bau wird abgeschlossen durch zwei Glockentürme, welche jeweils eine Uhr tragen (die genau zum Zeitpunkt der Krönung von König George eingeschaltet wurden und daher auch „Great George“ genannt werden) und zwei Liver Vogel Statuen als Krönung. Die mythischen Wappentiere der Stadt schauen in entgegengesetzte Richtungen und sind mit dem Bauwerk vernetzt. Denn die Legende besagt, sie sind wie ein altes Ehepaar, wenn man die Stricke, die sie halten entfernen würde, sähen sie sich und würden sofort in jeweils andere Richtungen wegfliegen. Ein drittes Gebäude wurde kurz danach errichtet, es ist das Canard Building, der Hauptsitz der gleichnamigen Reederei. Alle drei Bauwerke zusammen werden die drei Grazien genannt und bilden eine der sehenswertesten Uferpromenaden Nordeuropas. Die stetig wachsende Stadt verlangte auch nach religiösen Orten und so wurde 1901 ein Wettbewerb für eine neue Kathedrale ausgetragen, die der junge Architekt Giles Gilbert Scott gewann. Eigentlich plante er ein an die mittelalterliche Gotik angelehntes Gebäude mit zwei Türmen, überarbeitete aber nochmals seinen Vorschlag zu einem Zentralbau mit einem Turm über der Vierung. Das Projekt hatte riesige Dimensionen und so schlug sich dies auch in der Bauzeit nieder, denn die Kirche wurde erst 1996 geweiht. Immer noch an Motiven der Gotik festhaltend, ist die Kathedrale jedoch ein äußerst beeindruckendes Gebäude geworden, das seine ganz eigene Form aufweist.

Das 20. Jahrhundert: Arbeitslosigkeit, Mersey Sound und Abwanderung

Nach dem 1. Weltkrieg verbesserte sich die wirtschaftliche Situation der meisten Liverpooler nicht wirklich. Arbeitslosigkeit wurde zu einem Massenphänomen, die Arbeitslosenzahlen waren in Liverpool weitaus höher als beispielsweise in den Textilhochburgen in unmittelbarer Nachbarschaft. Noch kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde in der Stadt doppelt soviele Arbeitslose gezählt, wie im Landesdurchschnitt. Der Krieg traf die Stadt hart. Durch die deutschen Luftangriffe wurden rund 50% der Bauten der Stadt in Mitleidenschaft gezogen, rund 4.000 Menschen fielen den Attacken zum Opfer.  Im Anschluss daran, hatte die Stadt weiterhin ein sehr ernsthaftes Wohnungsproblem. Obwohl die Stadt schon im Jahr 1869 mit dem Bau sozialer Wohnungen begann (was für die damalige Zeit eine Pionierleistung war) war dieses Problem bis weit in die 1940er Jahre bei weitem nicht gelöst und so konnte George Orwell von den Liverpooler Verhältnissen als „teure Slums“ sprechen.  Dabei war die Stadt ein Gemisch verschiedenster Ethnien. Protestanten und zumeist irisch stämmiger Katholiken, welche nicht zusammen arbeiteten und schon gar nicht zusammen wohnten, Juden, Walisern, Chinesen und Schwarzen, welche alle in unterschiedlichen Vierteln lebten. Die immer zahlreicher werdende katholische Gemeinde baute sich schließlich eine eigene Kathedrale, die aber als sie 1967 geweiht wurde ganz anders aussah, als die urspünglichen Planungen des Architekten Edwin Lutyens. Dieser wollte eine Kirche vom Ausmaß des Petersdoms errichten. Die Bauarbeiten wurden auch in den 1930er Jahren begonnen, konnten aber schon einige Jahrer später aus finanziellen Gründen nicht weitergeführt werden. Frederick Gibberd legte einen modernen Entwurf vor, der sich an die Vorgabe zu halten hatte, nicht mehr als eine Millionen Pfund für den Bau zu veranschlagen und in 5 Jahren fertiggestellt zu werden. So wurde 1962 die katholische Kathedrale begonnen und tatsächlich nur 5 Jahre später eingeweiht. Die im Volksmund als „Paddys Wigwam“ bezeichnete Kirche ist durchaus originell.

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg brachte zwar Liverpool nicht mehr die wirtschaftliche Stärke zurück, aber den Aufstieg zu einer der wichtigsten Zentren der Popkultur der Welt. In den 1950er Jahren begann die jungendliche Bevölkerung gefallen am Rock-n-Roll zu finden. Woraufhin Liverpool eine Explosion an neuer populärer Musik erlebte, den Mersey Sound, dessen zentrale Figuren die Beatles waren und deren wichtigster Ort der Cavern Club in der Matthew Street war. 293-mal spielte die wohl größte Band der Popmusik hier und noch heute ist der Cavern Club eine Pilgerstätte für Touristen und Beatlesfans aus aller Welt. Doch auch andere namhafte Bands kamen aus der Stadt, so waren Gerry and the Peacemakers in den 1960ern äußerst populär, wie auch Frankie Goes to Hollywood in den 1980ern.

Doch außerhalb der Bars und Clubs ging der Verfall der Stadt weiter. Die städtische Bevölkerung ging Jahr für Jahr zurück. 1937 hatte die Stadt die meisten Einwohner in ihrer Geschichte gehabt, man zählte 867.000 Bürger. Nur 54 Jahre später, 1991 waren es 481.000, ein Rückgang um fast die Hälfte. Die 1980er Jahre waren ein Paradebeispiel für den Verfall. 1981 kam es zu den Toxteth Riots, bei dem sich mehrheitliche schwarze Liverpooler gegen die Lokalpolizei auflehnten. Die Wohnungsprobleme sollten – wie bei der Idee vom modernen Bauen üblich – mit Hochhäusern behoben werden, doch wie in so vielen anderen Städten entwickelten sich daraus neue soziale Probleme und Brennpunkte.

Liverpool heute

Seit rund 20 Jahren wurde der Abwärtstrend gestoppt. Zahlreiche Maßnahmen ließen Liverpool wieder aufblühen. Die Öffnung des Docksystems für die Öffentlichkeit war eines dieser Beispiele, die schlussendlich dazu führte, dass die Stadt ihre historischen Hafenanlagen durch die UNESCO zum Welterbetitel anerkennen lies. Obwohl die Liverpool immer noch zahlreiche Probleme hat (das Durchschnittseinkommen ist niedriger als im Landesschnitt, die Gefahr durch falsche Ernährung an Herz-Kreislaufkrankheiten zu sterben ist allerdings weitaus höher als im Rest des Königreiches) sieht man positive Zeichen an vielen Ecken. Die Innenstadt wurde wiederbelebt, neue Studentenwohnheime entstanden, ebenso wie Wohnungen für Geschäftsleute. LIVERPOOL ONE ist ein neues riesiges Einkaufsareal, dass zahlreiche Shoppingtouristen anlockt, der Flughafen ist ein Drehkreuz für Billigfluglinien geworden und neue Gebäude laden zum Entdecken ein, wie das neue Liverpool Museum oder die Echo Arena. Als im Jahr 2007 die Stadt ihr 800 jähriges Bestehen feierte, war der Neuanfang an allen Ecken zu spüren. Die neue Stadtmitte rund um das Albert Dock mit seinen Museen (wie der Tate Liverpool), locken viele Menschen an, die gern vorbei an den drei Grazien in die zahlreichen Pubs der Stadt schlendern und dort bei der ortsüblichen Karaoke einen Beatles-Song zu schmettern. Liverpool 2011 ist eine sehr lebenswerte Stadt, immer noch sehr preiswert, teilweise schmutzig, doch an jeder Ecke kann man viel entdecken.

urban facts Dresden

Allgemeine Daten:

Einwohner (Ballungsraum) 2014 536.303 (760.000)
Einwohnerentwicklung 2012-13 +1,08%
Fläche 328,31 km²
Bevölkerungsdichte 1634 Einw/km²
Geographische Höhe 113m (Altmarkt) Stadtgebiet zwischen: 102m-383m
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 662mm / 114 / 1570
Fluss Elbe
KfZ-Kennzeichen DD

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP – liberal, wirtschaftsfreundlich)
Verwaltungstechnische Bedeutung Landeshauptstadt Sachsens
Anzahl Besucher im Jahr Ca. 7 Mio. Gäste bei 1,9 Mio. Übernachtungen (2011)
Verkehr Flughafen Dresden (DRS; eröffnet 1935; 1,76 Mio; PAX 2014; 16.größter Flughafen Dtl. ; 1 Landebahnen, 1 Terminals; 9km N der Innenstadt)
Hauptbahnhof Dresden (eröffnet: 1898; ca. 60.000 Reisende täglich in 381 Zügen, davon 50 im Fernverkehr)
ÖPNV S-Bahn: 3 Linien bei 127km Streckenlänge auf 47 Stationen und ca. 36.000 Nutzer täglich (2013); seit 1974 besteht das S-Bahn Netz Dresden, geringster Takt 30min!

Straßenbahn: eröffnet 1873, seit 1893 erste elektrisch betriebene Straßenbahn; 12 Linien auf 213km Linienlänge bei 259 Haltestellen
Bus: 28 Buslinien auf 307km Linienlänge

dazu noch 2 Bergbahnen und 3 Elbfähren

ÖPNV Eigentümlichkeiten Tagesticket für Stadt Dresden für alle ÖPNV Angebote kostet 6€;

Dresden besitzt keine U-Bahn, dafür fahren viele Straßenbahnen die Nacht durch

Entfernung nach… Berlin 190km (Auto: 2h; Bahn:2h10min)

Leipzig 115km (Auto: 1h15min; Bahn: 1h5min)

Prag 148km (Auto: 1h40min; Bahn: 2h18min)
Breslau 260km (Auto: 2h30min; Bahn: 3/2015 eingestellt)
nächster Ort über 500.000: Leipzig 115km
nächster Ort über 1000.000: Prag 148km

 

Kultur / Geschichte:

Universität Technische Universität Dresden (gegründet 1828, Universität seit 1961; Studenten 36.737 (WS 14/15); 12. Größte Uni Dtl. und größte Ostdeutschlands
sowie 9 weitere Hochschulen
Anzahl Museen Ca. 50, darunter „Alte Meister“, „Neue Meister“ und das „Grüne Gewölbe“, „Dt. Hygiene Museum“, „Militärhistorisches Museum“
Größten jährlichen Feste Bunte Republik Neustadt; Stadtteilfest der „Äußeren Neustadt“ an einem Wochenende im Juni, ca. 150.000 Besucher;
Elbhangfest; fest entlang des Elbhanges (Loschwitz bis Pillnitz) an einem Wochenende im Juni, ca. 80.000 Besucher
Sportvereine der Stadt Fußball: SG Dynamo Dresden: gegründet: 1953; 8x DDR-Meister; 7x DDR-Pokalsieger; 1x EC3-HF; mit 16.000 Mitglieder, größter Verein der neuen Bundesländer; Ø-Zuschauer 2014/15: 22.748 @ Stadion Dresden (32.066 Plätze)
Eishockey: Dresdner Eislöwen: gegründet 1990; Ø-Zuschauer 14/15 Hauptrunde: 2.777@ EnergieVerbundarena (4.200 Plätze)
Volleyball (Frauen) Dresdner SC: gegründet 1990; 4x Dt.Meister, 3xPokalsieger; 1x europ. ChallengeCup Sieger; Ø-Zuschauer 14/15: 2.746 @ Margon Arena (3.000 Plätze)American Football: Dresden Monarchs: gegründet 1992; 1.Dt. Vizemeister; Ø-Zuschauer: 1.892 2014 @ Heinz-Steyer Stadion (ca. 4.500 / Umbau)
Tageszeitung der Stadt (Auflage) Sächsische Zeitung (SZ); gegründet 1946; Mo-Sa, tägliche Auflage: 230.000 (2015)
Dresdner Neueste Nachrichten (DNN); gegründet 1990; Mo-Sa, tägliche Auflage: 23.000 (2015)
Biersorte des Ortes: Feldschlösschen, gehört zum Carlsberg Konzern;
Radeberger, gehört zu Dr.Oetker
zahlreiche Mikro-Biere: Lenin-Hanf oder VierVogel-Pils
Erste urkundliche Erwähnung 1206
Gegründet von: Slawen; der Name Dresden geht auf das slawische „Drežďany“ (=„Auwaldbewohner“) zurück
Großstadt seit 1852 (früher nur Berlin, Hamburg und Breslau)
Das entscheidende Jahr 1945 (in der Nacht vom 13. zum 14.2 werden erhebliche Teile der Stadt durch einen Bombenangriff zerstört; ca. 25.000 Menschen sterben)
Meisten Einwohner im Jahr 1933: 642.143
Man trifft sich am: Albertplatz
Kneipenviertel: Äußere Neustadt, Weiße Gasse, Hechtviertel
City Branding Elbflorenz

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Zwinger
Architektonisches Highlight Kristallpalast Kino (Coop Himmelb(l)au)
Höchstes Gebäude Fernsehturm 252m
Meist fotografiertes Gebäude Semperoper, Zwinger
Tags: Residenzstadt, Universitätsstadt, Stadt am Fluß
Anzahl Kulturdenkmäler Ca. 13.000 (Link zum Themenstadtplan)
Anzahl Starbucks 3
Konzernzentralen von Nicht vorhanden
Anzahl Pendler 2013 86.000 Einpendler und 46.000 Auspendler
Mindest- und Maximalbetrag  der am Bankautomaten angezeigt wird 10 /500
Straftaten auf 100.000 Einwohner 11.365 (14. Platz in D)
Kaufkraftindex in EU (oder Region) 115 (im Vergleich zu EU27); 90 (im Vergleich D)
BIP pro Einwohner 30.200 (2008)
Arbeitslosenquote 8,4% (2014)

 

Bevölkerungsentwicklung:

Von 1453 bis 1800

1453 1546 1588 1603 1633 1648 1699 1727 1755 1800
3.100 6.500 11.500 14.973 7.600 16.000 21.298 46.472 63.209 61.796

 

Von 1815 bis 1910

1815 1830 1834 1840 1852 1861 1875 1890 1900 1910
50.327 61.886 66.133 82.014 104.199 128.152 197.295 276.522 396.146 548.308

 

Von 1919 bis 2010

1919 1933 1939 1945 1950 1970 1987 1998 2005 2010
529.326 649.252 629.713 368.519 494.187 502.432 521.205 452.827 495.181 523.058