Marseille

urban facts Marseille

Es gibt eine Zeit im Leben, da sind road trips schwer angesagt. Diese Zeit beginnt meist – und eigentlich auch notwendigerweise – mit dem Erwerb des Führerscheins und dem Besitz eines Automobils. 1998 besaß ich zwar ersteres, aber nicht den fahrbaren Untersatz, was aber kein Problem darstellte, da ein Freund eben diesen zur Verfügung stehen hatte. 1998 war auch das Jahr in dem Zeit irgendwie knapp war, denn die damals noch übliche Praxis des Ableistens von Wehr- oder Zivildienst war zu tun und das für volle 13 Monate, was im Regelfall mit den Studienbeginn im Folgejahr kollidierte und dazu führte das Zeit bzw. Urlaub eben knapp war, denn man musste mit dieser Pflicht fertig werden. So hatte ich für meinen ersten road trip gerade mal eine Woche Zeit. Es galt also eine ambitionierte Route zu finden und da keiner von den Reiseteilnehmern je am Mittelmeer war, führte uns die Route nach Marseille und von dort sollte die Cote D’Azur abgefahren werden. So war Marseille die erste Stadt, die ich je länger (genau genommen aber auch nur 24 Stunden) im Zuge einer Autofernreise mit Freunden sah. Ich erinnere mich an den Moment, als wir auf die Autobahn in Dresden auffuhren, als einen, bei der die Freiheit die Welt zu erkunden voll ausgebreitet vor uns lag.

Leider interessierte ich mich damals nur sehr wenig für Städte, Architektur oder Fotografie, so das es keine Zeugnisse aus eben jenen Tagen gibt. Da kam ein günstiger Umstand 2013 zum Tragen, die Stadt nach 15 Jahren wiederzusehen. Ein fußballverrückter (kann es eine schönere Verrücktheit geben?) Freund lud mich zu einem Wochenendausflug nach Marseille ein, dessen Höhepunkt natürlich ein Spiel des heimischen Vereins Olympique gegen Girondins war. Trotz eines etwas langatmigen Spiels und eines fast vollständig verregneten Samstag erinnere ich mich mit großer Begeisterung an jene Tage und Marseille, Frankreichs Metropole am Mittelmeer.

Ähnlich wie viele Hafenstädte am Mittelmeer hat Marseille eine lange und sehr interessante Geschichte, die bis ins Jahr 620 v.u.Z. zurückreicht und damit die älteste Stadt Frankreichs ist. Die Gründung ging übrigens auf die Griechen zurück, die hier eine Handelskolonie gründeten. Heute ist der griechische Einfluss in der Stadt nicht mehr vordergründig. Marseille ist eher ein Schmelztiegel zwischen Europa und Afrika geworden, leider auch mit einigen Problemen. Trotzdem ist es eine Stadt im Wandel, in der sich viel verändert, auch wenn viel über diesen Wandel diskutiert wird, wie beispielsweise 2013 als die Stadt europäische Kulturhauptstadt war.

urban facts Marseille

Daten und Fakten zu Marseille

 

Allgemeine Daten:

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Einwohner (Ballungsraum: Communauté urbaine Marseille Provence Métropole),“850.000 (1,08 Mio.) 24% der Bevölkerung der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (kurz: PACA)“,
Fläche,“240km² (604km²)“,
Bevölkerungsdichte,“3540 Ein. pro km² “
Geographische Höhe,“0-646 m“
Regentage / Sonnenstunden pro Jahr / Niederschlag im Jahr,“58 / 2847 / 544,4″
KfZ-Kennzeichen,“13 (für Department Bouches-du-Rhônes)“[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,“Jean-Claude Gaudin (UMP; seit 1995)“
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Hauptstadt der Präfektur PACA (Provence-Alpes-Côte d’Azur)“
Flughafen,“Aéroport de Marseille Provence (MRS; 8,295 Mio. Pax 2012; 5. größter Flughafen Frankreichs; westlich der Stadt in Mariagne gelegen; schon seit 1920er Flugbootlandeplatz)“
ÖPNV,“Métro mit zwei Linien auf 21,7km Länge mit 28 Stationen; 1977 eröffnet; rund 700.000 Passagiere täglich~~Straßenbahn mit zwei Linien auf 12,6km und 27 Haltestellen“
Entfernung nach…,“Lyon: 320km (Auto: rund 3h; Bahn: 1h 40min)~~Paris: 775km (Auto: 6h:45min; Bahn: 3h:15min)~~Barcelona: 510km (Auto: 4h:40min; Bahn: 5h:30min)~~Genua: 400km (Auto: 3h:50min; Bahn: 6h:05min)~~Dresden  1300km (Bahn: 13h22min; Auto: 12h45min)~~~~nächster Ort über 500.000: Nizza (930.000 Einwohner in Stadt und Umland) ~~nächster Ort über 1.000.000: Lyon (1,5 Mio. in Grand Lyon) 320km“[/table]

Kultur / Geschichte:

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Universität,“Université d’Aix-Marseille (2012 aus drei Universitäten entstanden, mit 70.000 Studenten die größte Universität der französisch-sprachigen Welt; historische Wurzeln gehen bis 1409 zurück, als die Universität Aix-en-Provence gegründet wurde)“
Größte jährlichen Feste,“2013 ist Marseille Kulturhauptstadt Europas“
Sportvereine der Stadt,“Olympique de Marseille (Fußball) gegründet 1899; 1xCL (1.Gewinner dieses Formats); 3x EC Finalist; 9x frz. Meister; 10x frz. Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 33.391 @ Stade Vélodrome“
Erste urkundliche Erwähnung,“ca. 620 v.u.Z. (älteste Stadt Frankreichs) als Massalia“
Großstadt seit,“vor 1793; 1800-1806 unter 100.000; dann wieder mehr Einwohner“
Meisten Einwohner im Jahr,“1975: 914.000″
City Branding,“Stadt zwischen Hügeln und Meer, älteste Stadt Frankreichs; Stadt des Wassers“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

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Sehenswürdigkeit Nr.1,“Notre Dame de la Garde (geweiht 1864; Architekt: Henri-Jacques Espérandieu)“
Architektonisches Highlight,“Cité radieuse (die 1. Unité d’Habitation von Le Corbusier, fertiggestellt 1952)“
Höchstes Gebäude,“Tour CMA CGM (164m Architektin: Zaha Hadid)“
Anzahl Starbucks,“5″
Kriminalität,“Keine Zahlen hier vorliegend, allgemein gilt die Kriminalität in Marseille als höher als im frz. Durchschnitt“
Arbeitslosenquote,“14% (2014)“[/table]

urban facts Lyon

Daten und Fakten zu Lyon:

 

Allgemeine Daten:

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Einwohner (Ballungsraum),“484.000 (1,53 Mio.)  24,8% der Bevölkerung der Region Rhône-Alpes leben im Raum Grand Lyon“,
Fläche,“47,8 km² (1413km² Grand Lyon)“,
Bevölkerungsdichte,“10125 Ein. pro km² “
Geographische Höhe,“162m-305m“
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“843mm / 108 / 1932″
Fluss,“Lyon liegt am Zusammenfluss der Saône (nach 473km) in die Rhone“
KfZ-Kennzeichen,“69 (für Département Rhône)“[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Hauptstadt der Region Rhône-Alpes (43.698km² und 6,1 Mio Einwohner)“
Anzahl Besucher im Jahr,“Rund 6 Mio. pro Jahr und damit Nr. 2 in Frankreich“,
Flughafen,“Aéroport Lyon Saint Exupéry (LYS, 8,4 Mio. PAX, 4. Platz in Frankreich, eröffnet 1975, mit angeschlossenem TGV Bahnhof)“
ÖPNV,“Métro mit vier Linien (1978 eröffnet) und rund 30,5km Länge, seit 2000 erweitert mit 4 Straßenbahnlinien“
Entfernung nach…,“Paris  470km (Auto: rund 4h10min; Bahn 2h)~~Marseille 320km (Auto: rund 3h; Bahn: 1h 40min)~~Strasbourg 420km (Auto: rund 4h30min; Bahn: rund 3h30min)~~Genf 150km (Auto: rund 1h35min; Bahn: 1h45min)~~Frankfurt  700km (Auto rund: 6h30min; Bahn: 5h50min)~~Dresden 1100km (Auto rund 10h; Bahn: rund 12h)~~Barcelona 640km (Auto: rund 5h45min; Bahn: momentan keine Verbindung, nur mit Nachtzug über Paris, dann über 15h)~~~~nächster Ort über 500.000: Marseille 320km~~nächster Ort über 1.000.000: Paris 470km“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universitäten,“Der Verbund der Universität Lyon umfasst zahlreiche grandes écoles mit insgesamt rund 120.000 Studenten“
Sportvereine der Stadt,“Olympique Lyonnais: Fußball; gegründet 1950~~Männer: 7xfrz.Meister (von 2002 alle Titel hintereinander gewonnen); 5xfrz. Pokalsieger; Ø-Zuschauer. 33.067 (2011/12) ~~Frauen: 1970 gegründet; 2x Champions League; 6x frz. Meister; 2x frz. Pokalsieger
Erste urkundliche Erwähnung,“43 v.Chr.“
Meisten Einwohner im Jahr,“1931 (579.000)“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Notre-Dame de Fourvière (1896 geweiht, Architekt: Pierre Bossan)“
Architektonisches Highlight,“Tour Oxygène (Arte Charpentier Architects)“
Höchstes Gebäude,“Tour du Crédit Lyonnais (164m)“
Anzahl Starbucks,“7″
Arbeitslosenquote,“8,8% (2012)“[/table]

Lyon

urban facts Lyon

Lyon ist nicht unbedingt die erste Stadt an die man denkt, wenn man Frankreich besuchen möchte. Wie jeder andere Ort auch steht die Stadt an der Rhone im Schatten von Paris, wo sich – wie in einem zentralisierten Land üblich – das Herz der Nation befindet. Doch wer deshalb nicht nach Lyon fährt, verpasst etwas. Die Stadt liegt sehr beschaulich am Zusammenfluss der aus den Vogesen kommenden Saône und der Rhone welche im Schweizer Wallis entspringt und von Lyon aus in südlicher Richtung zum Mittelmeer fließt und dabei der wasserreichste Strom Frankreichs ist. Dabei durchfließen beide Flüsse hier aber eine noch recht hügelige Landschaft, in welcher man bei gutem Wetter noch weit in die Alpen blicken kann. Die zwei Flüsse, die Hügel und die klimatisch günstige Lage geben der Stadt eine malerische und angenehme Lage.

Dazu kommt das Lyon auf eine sehr lange und abwechslungsreiche Geschichte verweisen kann. Schon unter den Römern als Lugdunum gegründet, war sie viele Jahre lang Hauptstadt der Provinz Gallia Lugdunensis und hatte bis in die Spätantike große überregionale Bedeutung. Doch im Mittelalter verlor die Stadt an Status viel 1032 an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und 1310 an Frankreich. 1348 wütete eine verheerenden Pestwelle in der Stadt.  Im 16. Jahrhundert ließ sich der Seidenhandel und die Seidenweberei in der Stadt nieder und führte wieder zu starkem wirtschaftlichem Aufschwung. In den Zeiten der französischen Revolution wurde Lyon Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen und sollte sogar ausgelöscht werden, doch Napoleon Bonaparte ließ dies später nicht mehr zu bzw. ließ schon zerstörte Straßen wieder aufbauen. Die industrielle Revolution meinte es sehr gut mit der Stadt und so entwickelte sie sich zu einer der bedeutendsten Industriestädte in Frankreich, was sie noch heute ist. Nicht zuletzt kamen die Erfinder des Films, die Gebrüder Lumiére aus Lyon. Im 2.Weltkrieg war die Stadt ein Herd der Résistance gegen die Nazis.

Heute hat der Ballungsraum (daher Grand Lyon) rund 1,5 Millionen Einwohner und liegt nach Paris an zweiter Stelle in Frankreich (wobei man sich mit Marseille um diesen zweiten Platz immer wieder streitet). Die Stadt selbst hat knapp eine halbe Millionen Einwohner, wobei man nicht merkt, wo Lyon aufhört und die Vorstädte beginnen. Die Einwohnerentwicklung der letzten Jahre ist ansteigend, wobei bis zu den 1980er Jahren ein stetiger Rückgang der Bevölkerung zu verzeichnen war (Zahlen aus der Tabelle von wikipedia.de).

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 528.535 527.800 456.716 413.095 415.487 445.452 472.305

 

Heute ist Lyon eine pulsierende Stadt, deren wirtschaftliche Rolle nicht zu unterschätzen ist. In Part Dieu, einem Geschäftsviertel im Osten arbeiten rund 40.000 Menschen und die die angebotene Bürofläche ist nach La Defense (in Paris) die zweitgrößte in ganz Frankreich. Weiterhin sitzt Interpol in Lyon sowie die Internationale Agentur für Krebsforschung und nicht zu vergessen der Sender Euronews, was man übrigens bei genauem Hinsehen beim Nachrichtenintro auch erkennen kann. Die Gastronomie der Stadt hat Weltruf und ist nicht nur mit dem Namen von Paul Bocuse verbunden. Zum Verbund der Universität Lyon gehören rund 120.000 Studenten, welche auch an zahlreichen Grandes écoles (Elitehochschulen) studieren. Neben dem modernen Lyon, zieht aber besonders die historische Altstadt die Besucher an. Sie steht seit 1998 unter UNESCO Schutz und beeindruckt weniger durch einzelne herausragende Bauwerke, sondern vielmehr als Gesamtwerk, dass sogar schon in Dubai nachgebaut werden sollte. Doch Lyon ist auch ein Hort modernen Bauens. So findet der aufmerksame Besucher im Vorort Villeurbanne ein gesamtes Stadtzentrum aus dem 1930er Jahren, oder aber im Süden der Stadt Tony Garniers Ausstellungshalle. Am Zusammenfluss von Saône und Rhone entsteht gar ein neues Stadtgebiet. So stehen heute schon zahlreiche neue Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude und eine Mall (alles sehr zeitgemäß, schick und sicherlich nicht billig, ähnlich wie in Hamburgs HafenCity oder Düsseldorfs Media Hafen). Der Höhepunkt soll dass neu gebaute Musée des Confluences, mit einer spektakulären Architektur von Coop Himmelb(l)au, welches 2014 eröffnet werden soll.

Geschichte Hamburgs

Als im 8. Jahrhundert sich einige Sachsen in der Nähe eines Geestrückens an der Alster niederließen, machten sie dies, weil man hier günstig die Elbe überqueren konnte und damit ein guter Ort gefunden war, der strategisch recht günstig lag, denn weitere mögliche Elbübergänge lagen viele Kilometer entfernt. Neben ein paar bescheidenen Höfen entstanden auch eine erste Befestigungsanlage, eine Hammaburg (Ham kommt wohl von „Sumpf“ bzw. „Ufer“), die dem Ort seinen Namen verlieh. 810 eroberten die Heere Karl des Großen die Gebiete der Sachsen und wurden seinem Reich einverleibt, jedoch blieb die hier beschriebene Siedlung im Grenzgebiet. Im Norden Richtung Skandinavien und nach Osten in Richtung der dort lebenden Slawen war das Reich an sein Ende gekommen. So stammt die erste Erwähnung des Örtchens, aus dem Jahr 831, als Karls Sohn, Ludwig der Fromme, den Mönch Ansgar als Bischof einsetzte, um die angrenzenden Gebiete zu missionieren. Missionierung war damals nicht nur eine Bekehrung zum richtigen Glauben, sondern auch eine Erweiterung des Territoriums. Der neue Erzbischof ließ einen Dom bauen, musste aber miterleben, wie schon 845 dänische Wikinger Kirche und Ort überfielen und verwüsteten. So zog sich Ansgar erst mal in das sichere Bremen zurück. Jedoch wurde gegen 850 die Siedlung neu errichtet und hatte bald schon wieder rund 200 Einwohner, so dass fünf Jahre später ein neuer hölzerner Mariendom gebaut wurde. Jedoch waren auch die nächsten Jahrhunderte immer wieder geprägt von der unsicheren Grenzlage und Angriffen, dann zumeist von Slawen. Ein Wall wurde errichtet, sowie eine erste steinerne Bischofsburg. Das gegen 1045 fertiggestellte Bauwerk, gilt als erstes europäisches Steingebäude nördlich der Elbe.
Das Jahr 1111 hat für Hamburg eine wichtige Bedeutung, denn dem Grafen von Schaumburg wurden die Grafschaften Holstein und Stormarn verliehen und Hamburg wurde ihre Residenz. Neben zahlreichen Neugründungen der Schaumburger, wie beispielsweise der bald florierenden Handelsstadt Lübeck, begann der Handel in der Region zu florieren, was Hamburg natürlich zu Gute kam. Im Jahr 1188 wurde in der Schleife der Alster die Neustadt gegründet, für die man nur ein Jahr später bei Kaiser Friedrich Barbarossa einen Freibrief erwarb, der Hamburg freien Handel auf der Elbe zusicherte. Damit begann der Aufschwung der Stadt Fahrt aufzunehmen und das obwohl man nichts Schriftliches in die Hand bekam, denn bedauerlicherweise ertrank der Kaiser nur drei Tage später. Da die Hamburger aber erfinderisch sind, wenn es um die Sicherung eigener Privilegien geht, fälschten sie im 13. Jahrhundert den Freibrief, der danach tatsächlich anerkannt wurde. Noch heute wird am 7.Mai der Hafengeburtstag gefeiert, der auf die Verleihung dieses Briefs gründet, dessen Legitimität aber heute natürlich keiner mehr ernsthaft anzweifelt. Um die Jahrhundertwende 1200 besaß Hamburg bereits rund 1.500 Einwohner. Die wachsende Stadt benötigte zunehmend mehr Nahrungsmittel und so wurde 1190 ein erster Staudamm an der Alster errichtet, um Wasser für eine Mühle zu erhalten, 1235 folgte ein weiterer Damm. Noch heute prägen die damit entstehende Binnen- und Außenalster das Bild Hamburgs. 1216 vereinigten sich die Altstadt und die Neustadt. In diese Zeit fielen die Verleihung des Stadtrechts und die Ernennung eines eigenen Rats, sowie eigener Gerichtsbarkeit. Immer mehr eigene Macht und Unabhängigkeit festigten die Stellung der Stadt gegenüber den gräflichen Rechten. Im 13. Jahrhundert folgte eine starke Erweiterung der Stadt. Neben der Altstadt, um die Marktkirche St.Petri und der Neustadt die um St. Nikolai wuchs, wurde südlich davon das Katharinenkirchspiel gegründet und um 1250 die östlich gelegene St. Jakobi Kirchgemeinde. Die neuen Gebiete wurden mit Mauer, Gräben und Toren gesichert. 1300 hatte die Stadt bereits 5.000 Einwohner und seit 1290 hatte man ein gemeinsames Rathaus für Altstadt und Neustadt.

Hamburg wurde Mitglied der Hanse, einen Zusammenschluss von Städten, die den Handel in nordeuropäischen Gewässern koordinierte und kontrollierte und sogar militärisch aktiv eingriff, wenn es sein musste, beispielsweise gegen Seeräuber wie Klaus Störtebeker, der übrigens am 20. Oktober 1400 in Hamburg mit 73 weiteren Piraten enthauptet wurde. Der Handel ließ die Hansestädte florieren, Handelsnetze entstehen, Niederlassungen (Kontore) entstanden in fernen Orten wie London oder Novgorod. Neben einer ständig wachsenden Bevölkerung, um 1450 hatte Hamburg bereits zehn- bis fünfzehntausend Einwohner, zeigten die in die Höhe wachsenden Kirchtürme den Reichtum der Hansestädte an. Gebaut wurden sie in Ermangelung von Sandstein oder Muschelkalk aus eigens hergestellten Steinen aus Lehm und Kalk. Diese Backsteinbauten erreichten erstaunliche Höhen, wie man zum Beispiel an der ersten gotischen Backsteinkathedrale, der Lübecker Marienkirche, sehen kann, deren Dimensionen 1350, ebenso wie heute noch faszinieren. Auch die Hamburger Kirchen zeugen von diesem Reichtum und prägen noch heute mit ihren weit höher als 100m aufragenden Türmen das Bild der Stadt.
1460 starb das Grafengeschlecht der Schaumburger aus und Hamburg gehörte in dessen Folge zur dänischen Krone. Sogleich machte die selbstbewusste Stadt aber auf Ihre Unabhängigkeit aufmerksam und so blieb die dänische Herrschaft, die immerhin bis 1768 formal weiter bestand, für Hamburg und dessen Bürger erträglich. Konflikte entstanden eher innerhalb der Stadt, so wie bei der Einführung der protestantischen Lehre. Zwar stand zu Beginn der um sich greifenden Lehre Luthers, der Rat der Stadt auf Seiten des Domkapitels, konnte letztendlich den Protestantismus aber nicht aufhalten. Nach einer Disputation 1528 im Rathaus wechselte man offiziell zur neuen Glaubensform, was anders als in vielen anderen Städten Europas, aber ohne größere Probleme geschah. Daran hatte insbesondere der beauftragte Pfarrer Johannes Bugenhagen Anteil, der die reformatorische Umgestaltung organisierte. Zu Hamburgs höchster kirchlicher Person wurde der Superintendent (seit 1933 trägt er den Titel Landesbischof), die Köster wurden aufgelöst und in den Kirchspielen wurden Verwaltungen gewählt. Gleichzeitig setzte damit ein Differenzierungsprozess der bürgerlichen Stadtverwaltung ein, bei denen Deputationen für unterschiedliche Aufgaben gegründet wurden.
Das 16. Jahrhundert bedeutete den langsamen Niedergang von Hanse und norddeutschen Handelsstädten, nicht aber den von Hamburgs. Die Entdeckung der Neuen Welt und der beginnende Fernhandel waren günstig für die Stadt, da sie mit ihrer Anbindung an der Nordsee für die neu entstehenden Handelsströme sehr günstig lag. Auch hier zeigt sich wieder einmal deutlich, wie sich geografische Lokationen und ihre strategische Bedeutung über die Zeit hinweg verändern. Hamburg stieg zum bedeutendsten Hafen in den deutschen Landen auf. 1558 wurde die erste deutsche Börse hier errichtet. Hamburg öffnete sich auch für fremde Händler, die weiteren wirtschaftlichen Aufschwung in die Stadt brachten. Die Toleranz hatte jedoch klare Grenzen. Nur Lutheraner konnten Bürgerrechte erwerben. Reformierte oder Mennoniten mussten ins benachbarte Altona, um ihre Religion auszuüben. Neue jüdische Siedler durften das sogar nur privat tun. Der zunehmende Wohlstand der Stadt benötigte mehr Sicherheit, so wurden schon 1547 neue Wallanlagen gebaut, 1616 bekam der niederländische Spezialist Johann von Valckenborgh den Auftrag, eine unüberwindliche Befestigung zu bauen. Diese entstand unter anderem mit mit vier Toren, 22 Bastionen, tiefen Gräben und hohen Mauern bis 1625 und vergrößerte vorausschauend das Stadtgebiet beträchtlich. Der neue Platz für wurde für einen neuen Stadtteil genutzt, der um die neugebaute Michaeliskirche entstand. Der 1669 fertiggestellte Turmhelm dieser Kirche ragte stolze 129m über der Stadt (bis er 1750 vom Blitz getroffen wurde und abbrannte, aber noch höher wiedererrichtet wurde). St. Michaelis wurde jedoch eher zu einem Armenviertel Hamburgs, was auch daran lag, dass man hier keine Fleete (also natürliche Wasserläufe, die Warentransport per Schiff erlauben) benutzen konnte.

Den neuen sicheren Wallanlagen ist es zu verdanken, dass Hamburg den 30-jährigen Krieg fast unbeschadet überstand. Das Wachstum der Stadt stieg immer rasanter an und so sollen sich im 17.Jahrhundert 60.000 Einwohner in der Stadt niedergelassen haben, was in den daraufhin entstehenden Gängevierteln (also besonders eng bebauten Häuserzeilen zumeist im Fachwerkstil) zu schlimmen sozialen und hygienischen Zuständen führte. Währenddessen versuchte der dänische König etwas von den guten Geschäften der Hamburger ab zu bekommen. Er baute den etwas elbabwärts gelegenen Hafen Glücksstadt, dem jedoch nur wenig Glück beschieden war. 1630 kam es zu einem Seekrieg auf der Elbe, den die Hamburger Flotte gegen die neue Stadt für sich entschied. Mehr Erfolg war der holsteinischen Siedlung Altona beschieden, die 1664 zur Stadt erhoben wurde. Nicht nur die größere Toleranz im etwas westlich gelegenen Städtchen ließ dieses erblühen. Der dortige Hafen entwickelte sich schwungvoll, schnell stieg Altona zur zweitgrößten Stadt Dänemarks auf. 1678 erkannte Dänemark dann jedoch schließlich Hamburg als freie Reichstadt an, dessen Recht sie bereits 1615 verliehen bekommen hatte. Hamburg handelte in jener Zeit schon mit fast allen europäischen Häfen, besonders aber mit Holland, Skandinavien und Frankreich. Da das Mittelmeer durch die Piraten der Barbareskenstaaten (Nordafrika) ein gefährliches Gebiet war, entschlossen sich die Hamburger Händler, bewaffnete Begleitschiffe mit den Handelsschiffen auszusenden. Die großen Routen des Fernhandels waren für die Stadt aber nicht erreichbar, da die Kolonialmächte Spanien und England nur eigene Schiffe dahin erlaubten. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lockerten sich die Regeln und Schiffe aus Hamburg segelten dann auch bis nach Amerika.
Das 17. Jahrhundert ist aber nicht nur vom wirtschaftlichen Erfolg der Händler geprägt, auch kulturell erlebte die Stadt einen Aufschwung, der ihren Ruf weit über Norddeutschland hinaus prägte. 1648 wurde hier die erste deutsche Oper gegründet, an der später Georg Philipp Telemann wirkte. Lessing arbeitete am 1767 gegründeten Schauspielhaus. Seine Zeit war jedoch nicht von großen Erfolgen geprägt, allerdings geht daraus der „Anti-Goeze“ hervor, der später Lessings berühmtestes Werk „Nathan der Weiße“ inspirierte und zeigte das religiöse Toleranz im damaligen Hamburg nicht wirklich vorhanden war. Doch sein Werk hatte Konsequenzen. 1785 wurden die Regeln der Religionsausübungen in Hamburg reformiert, Reformierte und Katholiken – nicht aber Juden – durften nun ihren Glauben in der Stadt ausüben. Andere Auswirkungen gab es nur wenige Jahre später für den schon lange nicht mehr benötigten Dom in der Stadt. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehörte das bis dato exterritoriale Gebiet nun zur Stadt und diese beschloss das Gotteshaus 1804 abzureißen. Zweifellos ein großer Verlust.

Jedoch gab es auch Beispiele für ein einsetzendes offeneres Klima in der Stadt, wie der „Patriotischen Gesellschaft“, die 1765 gegründet wurde und ein Zentrum der Hamburger Aufklärung wurde und 1789 die Französische Revolution enthusiastisch feierte. Die Begeisterung für Frankreich nahm aber stetig ab und schlug ins Gegenteil um, als durch die von Napoleon I. verhängte Kontinentalsperre der Handel der Stadt fast zum erliegen kam. Als 1812 die Franzosen Hamburg besetzten, führten sie zwar den Code Civil ein und setzten den Rat ab, aber die Lebensmittelversorgung wurde immer prekärer, auch weil tausende Soldaten versorgt werden mussten. Die Kosaken eroberten 1813 die Stadt, ihr Erfolg war aber nur von kurzer Dauer und sie mussten Hamburg schnell wieder an die Franzosen aufgeben. Diese trieben den Unmut der Bevölkerung auf die Spitze, als sie um die Weihnachtstage 1813 20.000 hungernde Hamburger aus der Stadt auswiesen, weil diese nichts zu essen hatten. Erstaunlicherweise wurde Hamburg von den Franzosen auch noch nach dem Einmarsch alliierter Truppen in Paris, vom französischen Gouverneur Davout besetzt, der die Stadt erst über einen Monat später im Mai 1814 freigab. Der Wiener Kongress nahm alle bürgerlichen Reformen zurück. Hamburg wurde aber als eine von vier freien Reichsstädten im neugegründeten Deutschen Bund bestätigt. Seit 1819 gab man sich den Titel „Freie und Hansestadt Hamburg“ und die Geschäfte wurden in den Jahren der Restauration wieder bestens betrieben. Einen großen Einschnitt stellt aber das Jahr 1842 dar, als am 6. Mai ein Feuer ausbrach, dass sich zu einer Katastrophe ausweitete und bis zum 8. Mai ein Drittel der Hamburger Altstadt zerstörte. 51 Menschen starben, über 20.000 wurden obdachlos, 1.750 Häuser wurden vernichtet, die Nikolai- und die Petrikirche zerstört, ebenso das Rathaus. Die Katastrophe sorgte für weltweites Aufsehen und von überall her bekamen die Hamburger Hilfe. Sie nutzten die Chance und bauten ihre Stadt neu auf, diesmal im Stil einer entstehenden Großstadt, die Hamburg rechnerisch schon seit 1787 war (was nichts anderes heißt als das die Grenze von 100.000 Einwohnern überschritten wurde). Breite Straßen wurden angelegt, die Alsterarkaden brachten venezianisches Flair, der Neubau der St. Nikolaikirche unter dem Briten Georg Gilbert Scott bekam den damals höchsten Kirchturm der Welt. Der Rathausbau zog sich allerdings in die Länge. Er wurde erst 1897 fertiggestellt. Unter Leitung von Architekt Martin Haller entstand fast schon ein Neorenaissance-Palast, der deutlich den Stolz der Hamburger Bürger herausstellte. Diese wurden seit 1860 mehr in die Politik durch eine neue Verfassung einbezogen, wenngleich immer noch nicht alle Bürger wählen durften. Auch in das Jahr 1860 fiel die Aufhebung der Torsperre. Zwar waren die Befestigungsanlagen schon jahrzehntelang abgerissen und gaben Platz für neue Promenaden und Parks, aber an den Toren mussten weiterhin Abgaben bezahlt werden, um in die Stadt zu kommen. Durch deren Aufheben entwickelten sich schnell neue Vorstädte, wie beispielswiese St.Pauli, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingemeindet wurden. Erste Eisenbahnlinien erreichten die Stadt 1842, jedoch dauert es bis 1872 für eine erste Elbbrücke. So konnten damit Züge von Harburg nach Hamburg fahren und die Stadt wurde mit dem Süden des neuen Deutschen Reiches verbunden.

Seit 1871 war man Teil dieses Reiches, was jedoch auch zolltechnische Konsequenzen hatte, die zwischen Reich und Stadt zu langen Verhandlungen führten, denn Hamburg wollte seine Rolle als freier Hafen nicht verlieren. Hamburgs Hafen sollte vor Zöllen geschützt werden. Händler brachten damals fast von jedem Ort der Welt Waren in die Elbestadt. Seit 1841 bestand sogar eine Dampfschifffahrtslinie für Passagiere nach England, seit 1850 nach New York. Zahlreiche Auswanderer nutzten den Hamburger Hafen, um ihr Glück in der neuen Welt zu suchen. Insgesamt 3,6 Millionen von Ihnen starteten ihr neues Leben hier (zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekamen die Auswanderer sogar ein eigenes Viertel, die Ballin-Stadt, um dort ihre Ausreise zu beginnen). Die Verhandlungen mit dem Reich führten 1888 zu einem Kompromiss und der Beibehaltung eines Freihafens. Südlich der Innenstadt wurden Wohn- und Geschäftsviertel weggerissen und dafür die Speicherstadt errichtet. Für diesen riesigen Lagerkomplex mussten 24.000 Menschen umgesiedelt werden, wie fast immer traf es dabei die arme Bevölkerung am härtesten, welche in neue, entfernte Vorstädte ziehen musste. Auch die neu entstehenden Industriebetriebe erhöhten die Zahl der Arbeiterschaft, die teilweise unter erbärmlichen Bedingungen in den Gängevierteln lebte. 1892 brach dort eine Choleraepidemie aus, an der ca. 8.000 Menschen starben. Der eintreffende Biologe Robert Koch sprach davon, nicht glauben zu können in Europa zu sein, als er die hiesigen Zustände sah. Nachfolgend wurden die Gängeviertel in der Innenstadt abgerissen und darauf später das Kontorviertel erbaut. 1914 wurde die Mönckebergstraße als neue Verkehrsachse zwischen Hauptbahnhof und Rathaus fertig gestellt, noch heute ist sie die Einkaufsmeile in der Hansestadt. Eben jener gerade erwähnte Hauptbahnhof wurde bereits 1906 in Betrieb genommen, dessen Architektur von Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth große Aufmerksamkeit erregte. Ein weiteres technisches Wunderwerk sollte 1911 folgen, als der (heute mittlerweile alte) Elbtunnel eröffnet wurde.

Wie fast überall in Mitteleuropa brachte der 1.Weltkrieg Leid, Tod und Hunger für die Einwohner. Die Geschäfte im Hafen brachen zusammen, junge Männer zogen in den Krieg und kamen nicht wieder. Am 6. November 1918 übernahm ein Arbeiter- und Soldatenrat die Stadt, die Novemberrevolution fegte über Deutschland und vertrieb das Kaiserreich. In der Weimarer Republik erholte sich die Hamburger Wirtschaft langsam. Das politische System wurde aber zunehmend von radikalen Kräften bedroht. Zu ihnen gehörte übrigens auch der Hafenarbeiter Ernst Thälmann, der Anführer der KPD wurde und später in der DDR unbegründeter weise große Verehrung genoss. Im Bereich der Kultur jedoch herrschte ein frischer Wind, schon 1919 wurden die Volkshochschule und die Universität gegründet. Der Hamburger SV sicherte sich mehrere deutsche Fußballmeisterschaften und im Nachtleben wurden die Feste im Curio-Haus legendär. Doch die Weltwirtschaftskrise 1929 radikalisierte die Stimmung zusätzlich, am 17.Juli 1932 kommt es zum Altonaer (das damals allerdings noch nicht zu Hamburg gehörte) Blutsonntag, bei dem es 18 Tote zu beklagen gab und das starke Auswirkungen auf die innere Struktur des Landes Preußen (zudem Altona gehörte) hatte. Wie überall, übernahm 1933 die NSDAP die Macht in Deutschland. Die Umgestaltung in einen totalitären Staat ging schnell, im Oktober 1933 wurde das Länderparlament Hamburgs aufgelöst. Bis August 1934 wurden schon 4661 politische Gegner der NSDAP in Hamburg verhaftet. Rüstungsindustrien, besonders der U-Bootbau wurden angesiedelt. 1937 wurde das lange geplante Groß-Hamburg Gesetz beschlossen. Die Nachbarstädte Altona, Wandsbek und Harburg-Willhelmsburg gliederten sich der Stadt an. Das bedeutete eine Verdopplung der Fläche und 40% mehr Einwohner. 1.700.000 Bewohner hatte die Stadt damit. Erstaunlicherweise ist dies ungefähr auch heute noch so. Allerdings sollten Hamburgs schrecklichsten Tage noch kommen. Seit 1940 gab es Luftangriffe auf die Stadt, doch vom 25. Juli bis zum 3. August 1943 setzte die Operation „Gomorrha“ ein, ein flächendeckender Luftangriff der Westalleierten der einen Feuersturm in der Stadt auslöste, rund 35.000 Menschen tötete und große Teile Hamburgs zerstörte. 51,8% der Wohnungen sollten zu Kriegsende zerstört sein, schlimmer war die Lage nur noch in Köln und Dortmund.

Der Wiederaufbau erfolgte dann unter britischer Besatzung. Hamburg entwickelte sich schnell zum Medienstandort der Bundesrepublik, 1946 wurde der Axel-Springer-Verlag hier gegründet, als auch „Die Zeit“, seit 1952 erscheint der „Spiegel“ hier. 1949 wurde dann Hamburg ein eigenes Bundesland, Bemühungen von Altona oder Harburg sich von der Stadt zu lösen wurden mit der Zeit immer weniger vernehmbar und sind heute verstummt. Schließlich setzte das westdeutsche Wirtschaftswunder ein, die Industrie und der Konsum expandierten, aber auch die Kultur lebte wieder auf. So wurde Gustav Gründgens Intendant des Schauspielhauses, oder die Beatles feierten im hiesigen Starclub erste Erfolge. Eine weitere Tragöde folgte jedoch auch in jenen Tagen. Die Sturmflut 1962, bei der 315 Menschen ihr Leben verloren. Während sich der damalige Flutkoordinator Helmuth Schmidt zum späteren Bundeskanzler weiter vorarbeitete, entwickelte sich die Stadt ebenso weiter. Große Infrastrukturprojekte wurden angeschoben, wie die Köhlbrandbrücke 1974 oder der neue Elbtunnel 1975. Und auch heute noch halten große Bauprojekte die Stadt und ihre Bürger in Atem, wie bei der momentan entstehenden Hafencity mit ihrer städtebaulichen Krone, der Elbphilharmonie.

HafenCity und Speicherstadt Hamburg

Die Umnutzung bzw. Wiederbelebung von urbanen Räumen spielt sich heutzutage gern am Wasser ab. Was läge da näher als alte ungenutzte und zumeist heruntergekommene Hafenanlagen in neue blühende Stadtviertel umzugestalten, neue attraktive Wohnungen und Büros zu bauen und einer Stadt so ein neues Gesicht zu geben.

Das erste und wohl prominenteste Beispiel dafür sind die Docklands in London. Dort wurde aus Teilen des einstmals größten Hafens der Welt, ein neues Geschäfts- und Wohnviertel gebaut. Auch in Deutschland sind solche Projekte bekannt und laufen mehr oder weniger erfolgreich, so wie in Düsseldorf mit dem Medienhafen, dem Frankfurter Westhafenprojekt oder dem Duisburger Innenhafengelände. Eines der größten dieser Stadtentwicklungsvorhaben ist die Hamburger HafenCity.

Auf der ehemaligen, zum Freihafen gehören Insel, Großer Grasbrook entstand und entsteht ein 156ha großer neues Quartier, das seit 2008 gemeinsam mit der Speicherstadt sogar ein eigener Stadtteil Hamburgs ist. In diesem sollen bis Mitte der 2020er Jahre 12.000 Bewohner ihr Quartier beziehen können und 45.000 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Die HafenCity soll die Stadt Hamburg an die Elbe erweitern, weshalb der sehr niedrig gelegene Stadtteil auch nicht eingedeicht wurde und um einen Meter nach oben gehoben wurde. Jedes Bauwerk ist dabei aber selbst für entsprechenden Schutz verantwortlich.

Die ersten Pläne für die HafenCity reichen zurück in die 1990er Jahre, als der damalige Bürgermeister Voscherau eine erste Machbarkeitsstudie präsentierte. Doch dem voraus, gingen geheime Vorarbeiten der Stadt, die sich zahlreiche Grundstücke auf diesem Gebiet sicherte. Der erste Spatenstich fiel am 9. April 2001 und bis heute sind laut Stadt Hamburg schon rund 60% des Gebiets bebaut, werden gerade gebaut oder befinden sich in Bauvorbereitung. Trotzdem wohnten zum 31.12.2013 erst weniger als 2.000 Menschen in den Neubauten, die zumeist nur ein finanzkräftiges Publikum anziehen, was im Übrigen ein Hauptkritikpunkt am gesamten Projekt darstellt (zum Beispiel waren nur 0,2% der Bewohner der HafenCity ALG II Bezieher, im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt von 10,2%). Architektonisch wird kritisiert das zumeist Solitäre das Bild des Stadtteils ausmachen, was gerade im Vergleich zur direkt nebenan liegenden Speicherstadt natürlich auffällt. Allerdings sollte man hier erst die weiteren Ausbauarbeiten beobachten, bevor man all zu schnelle Urteile fällt.

Zusammen mit der Speicherstadt bildet die HafenCity eine neue Attraktion für Hamburger und Gäste. Die Speicherstadt wiederum wurde vor rund 140 Jahren erbaut und war in gewisser Weise eine Konsequenz aus der Reichseinigung. Da Hamburg seine Zollprivilegien nicht verlieren wollte, wurde ein Freihafen erbaut in welchem die Deutschen Zollreglungen nicht gelten sollten. Um die Privilegien der Hamburger Kaufleute nicht zu stören, wurde 1883 ein Bezirk errichtet, in welchem die Kaufleute ihre Waren zollfrei Lagern und weiterverarbeiten konnten. Unter Bauleitung von Franz Andreas Meyer wurden zwei alte Wohnviertel abgerissen, deren Bewohner in die neu entstehenden Vorstädte umgesiedelt und die Speicherstadt mit ihren neogotischen Lagerhäusern in Backsteinarchitektur samt verbindenden Kanälen errichtet. Seit 2003 ist die Speicherstadt nicht mehr Freihafenzone und damit zolltechnisch gesehen Inland geworden. Heute wird sie neben Teppichhändlern und Agenturen hauptsächlich von Museen genutzt, wie das Miniaturwunderland oder das Gewürzmuseum.

So bietet dieser „neue“ Stadtteil für Besucher eine Menge Attraktionen an. Die Wichtigste ist dabei noch im Bau, die Elbphilharmonie der Schweizer Architekten Herzog & deMeuron. Sicherlich trug der mehrfach verschobene Fertigstellungstermin und die ausuferenden Kosten wenig zur positiven Wahrnehmung dieses Bauwerk bei, aber schon jetzt zieht das, mit 110m höchste Haus der Stadt, die Blicke an und man darf gespannt sein, wenn ihre Tore für Besucher geöffnet werden. Aber die HafenCity ist nicht nur Elbphilharmonie. Wir finden innovative Bürobauten, wie das neue Unileverhaus von Behnisch Architekten, das Kühne + Nagel Center von Jan Störmer oder das Spiegel-Gebäude (benannt nach der Zeitschrift, die in ihm produziert wird) von Henning Larsen Architects. Auch zeitgenössische Wohnbauten kann man finden, wie den Marco-Polo Tower, der auch von Behnisch-Partner erdacht wurde. Noch wirkt die HafenCity nicht wirklich eingebunden in das Hamburger Leben, auch wenn seit 2012 eine eigene U-Bahn Linie (U4) hier hält. Aber vielleicht braucht auch das nur noch etwas mehr Zeit.

Hamburg

Geschichte Hamburgs | HafenCity und Speicherstadt | Backsteinexpressionismus in Hamburg | urban facts Hamburg

Das ich fast 33 Jahre alt werden musste, um das erste Mal nach Hamburg zu kommen ist wirklich ärgerlich. Leider hatte es sich nie ergeben, in Deutschlands „Perle des Nordens“ zu reisen und so war ich froh der Einladung eines Freundes nachzukommen, um mir ein Wochenende in der „Freien und Hansestadt Hamburg“ zu nehmen. Mittlerweile sind einige weitere Besuche dazugekommen und nie war ein Besuch in Deutschlands zweitgrößter Stadt nicht reizvoll. Die bevölkerungsreichste Nicht-Hauptstadt innerhalb der Europäischen Union versprüht ihren eigenen Reiz. Obwohl nicht direkt an der Küste gelegen besitzt die Stadt einen der wichtigsten Häfen des Kontinents, der das Stadtbild ebenso prägen wie die hohen Türme der fünf Hauptkirchen der Stadt, die aufgestaute Binnen- und Außenalster und die zahllosen Brücken der Stadt, die aber alle irgendwie nicht über die Elbe gehen wollen. Wie nur in wenigen Städten in Deutschland sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich deutlich sichtbar. In Hamburg leben die meisten Millionäre Deutschlands und das obwohl die Stadt nur die Hälfte der Einwohner Berlins hat (dafür hat man dann dort das Gefühl das die Hälfte aller Mittellosen ganz Deutschlands in der Hauptstadt wohnen).

Hamburg ist eines der wichtigsten Medienzentren Europas. Deutschlands auflagenstärkste Nachrichtenmagazine sitzen hier und auch wenn die größten Fernsehsender des Landes in anderen Orten residieren, so kommt doch die wichtigste Nachrichtensendung, die „Tagesschau“ aus Hamburg. Dabei ist die Stadt seit je her geprägt vom Handel und im Gegensatz zu Residenzstädten sind es bürgerliche Bauten, wie das Rathaus, dass den Glanz der Metropole ausmachen. Doch dieser Glanz musste immer wieder gesichert und neu erarbeitet werden. Trotz der vielen Katastrophen, durch die europäische Städte gehen mussten, traf es Hamburg dreimal mit großer Härte. So 1842, als große Teile der Stadt niederbrannten, schlimmer noch war das Jahr 1943, als innerhalb weniger Tage im Sommer, die Stadt einen verheerenden Bombenhagel über sich ergehen lassen musste, der rund 35.000 Menschen das Leben kostete. Noch einmal hielt man in Hamburg bei der Sturmflut 1962 die Luft an. Doch trotz aller Rückschläge, blüht das urbane Leben in der Stadt, die so unterschiedliche Gegenden wie den Millionärsstadtteil Blankenese, die Amüsiermeile Reeperbahn, den Arbeitervorort Wilhelmsburg oder das Neubauprojekt HafenCity beherbergt.

Wir werden uns auf dieser Seite mit der Geschichte der Stadt beschäftigen, einen Blick auf eine prägende Stilepoche in der Architektur der Stadt werfen, den Backsteinexpressionismus (noch in Arbeit) und das neueste Großprojekt Hamburgs näher anschauen, die HafenCity. Nicht fehlen darf ein komprimierter Blick auf einige Daten der Stadt in den urban facts.

Benidorm

Benidorm ist ein urbanes Kuriosum. Die Geschichte der Stadt reicht nicht mehr als rund 60 Jahre zurück, als man in dem kleinen Fischerdorf anfing, die Straßen zu betonieren und eine Wasserversorgung anzulegen. Der damalige Bürgermeister Pedro Zaragosa Orts ließ einen Flächennutzungsplan erstellen und erlaubte ab 1959 das Tragen von Bikinis am Strand, ein im franquistischen Spanien keinesfalls selbstverständliches Unterfangen. Gab es bis in die 50er Jahre hinein vier Hotels am Ort, so entstanden allein in den 60er Jahren über 50 Neue. Mit einem erweiterten Flächennutzungsplan von 1963, wurde es möglich Hochhäuser zu bauen. Ein noch heute eindrucksvolles Zeichen dieser ersten Hochhäuser ist das Edificio Coblanca aus dem Jahr 1969 mit erstaunlichen 94m Höhe. Die Eröffnung des Flughafens von Alicante 1970 gab dem Tourismusboom einen weiteren Schub.

Heute hat Benidorm nicht weniger als 27 Gebäude mit einer Höhe von 100m und mehr (davon sind 25 erst nach 2000 entstanden), was nicht nur in Spanien einen absoluten Rekord darstellt (zum Vergleich die deutsche Hochhausstadt Frankfurt hat 34 Häuser mit mehr als 100m Höhe, Berlin aber nur sieben!). Trotzdem besitzt Benidorm nur etwas mehr als 70.000 gemeldete Einwohner, wovon rund 37% Ausländer, zumeist Briten, sind. Wie das zusammenpasst? Benidorm ist ein Urlaubsort, vielleicht sogar der Urlaubsort in Südeuropa. Das Wasser des Mittelmeeres ist hier auffallend klar und hat einen blauen Farbton, so wie man es sich als Badegast wünscht. Ein Leuchtturm des Massentourismus, ein Magnet für braungebrannte Sonnenfanatiker, Strandpromenadenflaneure und Urlaubspartygänger. Im Sommer kommt es vor, das hier gleichzeitig rund 1,5 Millionen Menschen (Hotel- und Tagesgäste) in der Stadt sind, damit ist die Stadt zu diesem Zeitpunkt ungefähr so gefüllt wie Barcelona.

Benidorm liegt an der Costa Blanca, rund 45km nördlich von Alicante. Zwei Buchten formen eine kleine Spitze, an dem das Stadtzentrum liegt. Würde man sich nur dort aufhalten, könnte man keinen großen Unterschied zu den anderen Touristenhochburgen der Region erkennen. Die Häuser erreichen meist vier bis fünf Geschosse und beherbergen im Untergeschoss irgendeinen Laden touristischen Konsums (Strandbedarf, Klamotten, Souvenirs oder kleiner Supermarkt) oder ein Restaurant. Erst an den Stränden stehen die Hochhäuser, dann aber ziehen sie sich in mehreren Reihen an den jeweils rund 2,5km langen Küstenstreifen der Playa Levante und Playa Poniente entlang. Dahinter erstecken sich Einkaufszentren oder Freizeitparks, wie Terra Mitica, Spaniens größter Attraktionenpark.

Doch auch wenn man vom massentouristischen Trubel, den tausenden Strandartikelläden, den Livebands in den Kneipen, die auch tagsüber schon spielen, den englischen Pubs (Briten stellen den Löwenanteil des Besucher) oder den holländischen Frittenbuden nichts hält, so ist ein Blick auf das Manhattan Südeuropas architektonisch nicht uninteressant. Benidorm bietet da neben schnell und billig hingeworfenen Hochhäusern, auch die ein oder andere Entdeckung.

urban facts Cartagena

Einige Daten und Fakten zur Stadt Cartagena (Spanien)

 

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner (Ballungsraum),“217.641    24. Platz in Spanien  (Campo de Cartagena: 409.000)“,
Fläche,“558 km²“,
Bevölkerungsdichte,“389 Ein. pro km² “
Geographische Höhe,“10m üNN“
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“319 mm / 51 / <2800 (325 Sonnentage)“[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,“Pilar Barreiro (PP; rechts-konservativ) seit 1995″
Anzahl Besucher allein auf Kreuzfahrten im Jahr,“134.000 (2013)“,
Flughafen,“Aeropuerto de Murcia (MJV; 1,14 Mio. PAX 2013; 18. in Spanien; eröffnet 1929; rund 30km NO der Stadt gelegen“
Entfernung nach…,“Madrid (445km; Auto: 4h; Bahn: 5h)~~Valencia (270km; Auto:2h45min; Bahn:4h10min)~~Malaga (390km; Auto: 4h; Bahn: 7h25min)~~~~nächster Ort über 500.000: Valencia (270km)~~nächster Ort über 1.000.000: Madrid (445km)“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universität,“Universidad Politécnica de Cartagena (UPCT): gegründet 1998; 7.200 Studenten“
Größte jährlichen Feste,“Semana Santa (Osterfeierlichkeiten)~~La Mar de Musicas (Musikfestival mit jährlich änderndem Schwerpunkt für eine Woche im Sommer)“
Sportvereine der Stadt,“FC Cartagena (gegründet: 1995; 3.Liga; ; Ø-Zuschauer: 3.500 (13/14@ Estadio Cartagonova))“
Tageszeitung der Stadt,“La Verdad (aus Alicante mit Regionalteil Cartagena; Auflage: 48.000 (2005))~~La Opinión de Murcia (aus Murcia mit Regionalteil Cartagena; Auflage: 10.000 (2010))“
Erste urkundliche Erwähnung,“228 v.u.Z.“
Großstadt seit,“ca. 1900″
Meisten Einwohner im Jahr,“heute“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

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Sehenswürdigkeit Nr.1,“Museum des römischen Theaters“
Architektonisches Highlight,“ARQVA – Museum“
Anzahl Starbucks,“0″“[/table]

Cartagena

urban facts Cartagena

Das erste Mal über Cartagena hörte ich bei einer Quizsendung im Radio. Bei der Frage, wo Hannibal seinen berühmten Feldzug gegen die Römer startete (sie wissen schon, der karthagische Feldherr, der mit Soldaten und Elefanten über die Alpen marschierte) war die mir unbekannte Antwort, Cartagena. Seit diesem Moment ist mir die Existenz der Stadt bewusst und für immer mit großen weit zurückliegenden historischen Ereignissen verbunden. Ein Blick in die Geschichte der Stadt scheint sich also zu lohnen.
Um das Jahr 230 v.u.Z. gründeten die Karthager an der Küste Iberiens, die sie – wenig einfallsreich – auch Karthago nannten und entwickelten sie innerhalb kürzester Zeit zur bedeutendsten Siedlung auf der ganzen iberischen Halbinsel. 218 v.u.Z. startete hier, der eben erwähnte, Hannibal seinen Feldzug, der als zweiter punischer Krieg in den Geschichtsbüchern genauer beschrieben ist. 209 v.u.Z. eroberten die Römer die Stadt und nannten sie von nun an Carthago Nova. Der Ort hatte hohe wirtschaftliche Bedeutung und wurde zur größten Silberabbauregion des gesamten Römischen Reiches. Gehörte die Stadt erst zu den Provinzen Hispania citerior bzw. Tarraconensis wurde sie 297 zur Hauptstadt der nach ihr benannten Provinz Carthaginensis. 425 fielen die Vandalen in die Stadt ein und in den nächsten Jahrhunderten erlebte man vor Ort zahlreiche Herrscherwechsel, ab 475 westgotisch, 554 dann oströmisch, ab 625 wieder westgotisch. Ein Ende hatte dies mit dem Untergang des Westgotenreiches. Ab 756 gehörte Cartagena nach der maurischen Eroberung zum Emirat von Cordoba. Erst Jaume (Jakob) I. eroberte die Stadt 1269 zurück und schloss sie Aragon an. Unter dem Spanier Philip II. wurde die strategisch günstige Lage Cartagenas für einen Militärhafen genutzt und in der Folgezeit kam es immer wieder zu Seeschlachten im Küstenstreifen um die Stadt (so unter anderem im Spanischen Erbfolgekrieg, im Siebenjährigen Krieg, in der ersten spanischen Republik). Die industrielle Revolution brachte einen weiter verstärkten Bergbau in und um Cartagena, das damit einigen Reichtum anhäufte. Noch heute sind einige der Villen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert ein Zeichen dieses Wohlstandes. In diese Zeit fällt auch der Ausbau der Stadt nachdem die Stadtmauern geschliffen und die umliegende Lagune trocken gelegt wurde. Die neuen Teile von Cartagena erheben sich im quadratischen (aus New York bekannten) grid Muster. Im spanischen Bürgerkrieg war Cartagena nicht nur der Hauptmarinehafen der republikanischen Truppen, es war auch die Stadt die als eine der Längsten den Truppen Francos standhielt. Sie fiel erst am 31.März 1939.

Auch heute ist Cartagena noch ein Militärhafen. Wichtiger aber scheint der etwas östlich der Stadt gelegenen Ölhafen Escombreras zu sein. Touristisch versucht sich die Stadt in den letzten Jahren zu etablieren. Sie hat den Ruf, ärmlich und hässlich zu sein und beides kann man nicht unbedingt abstreiten, aber sie hat eine sehr lebendige Historie, die an vielen Orten wunderbar sichtbar ist. Zahlreiche Museen wurden errichtet (die man unmöglich alle an einem Tag sehen kann), um das riesige Erbe der Stadt weiterzugeben.