urban facts Toledo

Allgemeine Daten:

Einwohner (2015) 83.226
Einwohnerentwicklung 2013-14 -0,38%
Fläche 232 km²
Bevölkerungsdichte 359 Einw. / km²
Geographische Höhe 454m
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 342mm / 54 / 2922
Fluss Tajo

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Milagros Tolón (PSOE)
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt der Autonomen Region Kastilien-La Mancha und der Provinz Toledo
Flughafen Nächster Flughafen liegt in Madrid
Entfernung nach… Madrid 70km (Auto: 50min, Bahn: 33min)
nächster Ort über 500.000: Madrid
nächster Ort über 1000.000: Madrid

 

Kultur / Geschichte:

Anzahl Universitäten Campus Toledo der Universität Castilla – La Mancha (gegründet 1982; 7.100 Studenten in Toledo)
Anzahl Museen 9 (laut wikipedia.es)
Größten jährlichen Feste Corpus Christi (seit dem 13. Jahrhundert)
Sportvereine der Stadt CD Toledo (7 Saisons in Seginda Division)
Biersorte des Ortes: Domus
Erste urkundliche Erwähnung 193 v.u.Z.
Gegründet von: Römern
Das entscheidende Jahr 554 wurde Toledo die Residenz der Westgoten
Meisten Einwohner im Jahr heute

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Kathedrale Toledo
Architektonisches Highlight Puente de San Martin
Meist fotografiertes Gebäude Alcazar
Arbeitslosenquote 10,4% (1.2014)

 

Geschichte Toledos

Eine Legende besagt das Toledo von den nachkommen Noahs gegründet wurde. Wie dem auch sei, dauerhaft besiedelt wurde Toledo wohl von den Kelto-Iberern, genauer dem Stamm der Karpentaner, von deren Leben einige archäologische Funde erhalten geblieben sind. Im Jahre 192 v.Chr. eroberten die Römer den Ort des heutigen Toledo und nannten ihn Toletum. Das hier gefundene Eisenerz ließ die Siedlung gedeihen, die schon bald das Recht hatte, Münzen zu prägen. Villen entstanden und ein Aquädukt (das heute vollkommen verschwunden ist) belieferte die Bewohner mit Wasser. Das Ende des römischen Reiches und der Einfall der Barbaren konnte noch durch verstärkte Schutzmauern herausgeschoben, aber nicht verhindert werden. Doch für die Stadt war die nachfolgenden Herrschaft der Westgoten kein Unglück, sondern ein Glücksfall, denn seinen ersten historischen Höhepunkt erlebte Toledo 554 bis 712 als es Königsresidenz der westgotischen Herrscher, die Stadt wurde so etwas wie das Rom Spaniens. Den Reichtum der gotischen Oberschicht lässt sich im Staatlichen Archäologischen Museum im Madrid nachvollziehen, denn dort ist der „Schatz von Guarrázar“, die gotischen Weihekronen ausgestellt. Da die westgotischen Herrscher zum Katholizismus konvertierten wurde Toledo auch zu einem religiösen Zentrum seiner Zeit. Von den insgesamt 18 Konzillen, die hier in knapp 300 Jahren stattfanden, wurde beispielsweise das 4. vom Enzyklopädisten Isidor von Sevilla geleitet, einer der herausragendsten Persönlichkeiten der Spätantike.

712 eroberten die muslimischen Mauren die Stadt und behielten sie für 373 Jahre in ihrem Besitz. Fortan wurde, der nun Tulaytula genannte Ort, Teil des Kalifates von Cordoba und später Hauptstadt eines eigenständigen Taifas. 1085 eroberte der kastillischen König Alfons VI. Toledo. Obwohl aus dieser Zeit fast keine Bauten mehr übrig sind, ist die Stadtstruktur doch von ihrem orientalischen Charakter geprägt. Kurz nach seiner Wiedereingliederung in die christliche Welt wurde Toledo von Papst Urban II. als „primatus in totis Hispaniarum regni“ bestätigt, daher als wichtigster Ort der Kirche auf der iberischen Halbinsel. Jedoch war dieser Titel lange Zeit umstritten, erst im 13.Jahrhundert fand ein verstärkter Ausbau der Stadt statt. Diese Zurückhaltung, die sich auch im stark verspäteten Bau einer Kathedrale ausdrückt (erst 1226 legte man den Grundstein für eine Kathedrale, da Toledo Sitz eines Erzbistums wurde) ist wohl der politischen Situation der Reconquista (der Wiedereroberung der muslimischen Gebiete durch christliche iberische Truppen) geschuldet. Toledo lag lange Zeit an der südlichen Grenze der christlichen Gebiete. Man empfand es wohl als zu unsicher, größere Projekte in der Stadt zu starten.

Für das Zusammenleben von Christen, Mauren und Juden bis in das 15. Jahrhundert hinein hatte dies jedoch keine Konsequenzen, galt die Stadt als gelungenes Beispiel für religionsübergreifende Verständigung und deren wechselseitiger, kultureller Durchdringung. Im 12. und 13. Jahrhundert waren Toledo ein Zentrum für die Übersetzung arabischer Schriften ins Lateinische und Romanische und damit ein wichtiger Ort der Wissensverbreitung vom Morgen- ins Abendland. Mit der Ausweisung der Juden 1492, im sogenannten Alhambra-Edikt und der Taufe bzw. Vertreibung der Mauren 1502 ging diese Ära zu Ende.

Architektonisch jedoch reichte der orientalische Einfluss weiter. Zum einen haben sich Bauten aus maurischer Tradition erhalten, wie die im 13. und 14. jahrhundert gebauten ehemaligen Synagogen St. Maria la Blanca und El Tránsito. Zum anderen sind die charakteristischen Neubauten jener Tage im Stil des Mudejar gehalten, womit man eine Bauepoche bezeichnet, die sich aus dem Traditionen der islamischen Architektur speist und diese in das Bauen der christlichen Welt aufnimmt. Toledo ist noch heute ein Zentrum dieses typisch iberischen Baustils.

Durch die Verlegung der Hauptstadt nach Madrid im Jahre 1561 büßte die Stadt naturgemäß an Bedeutung ein, blieb zwar Sitz der Generalinquisition (ein zweifelhafter Ruhm), verlor aber die Beachtung für das spanische Herrscherhaus, was mit dem heutigen Vorteil verbunden ist, keine gravierenden stadtplanerischen Veränderungen seit mehr als 400 Jahren erfahren zu haben. Künstlerischen Ruhm verdankt die Stadt ihrem wohl prominentesten Zugezogenen, dem Maler El Creco, der von 1577 bis zu seinem Tode im Jahre 1614 in Toledo lebte. Die Stadt geriet danach langsam in Vergessenheit und erst in der Zeit der Romantik, mit ihrer Rückbesinnung auf mittelalterliche Tradition und Kultur geriet Toledo wieder in den Fokus der ersten neuen Bewunderer. So ist zum Beispiel die Eröffnung des „El Greco-Museums“ um 1905 ein zeichen für diese Wiederentdeckung.

Zeitgeschichtliche Bedeutung erlangte Toledo im Jahre 1936, als im beginnenden spanischen Bürgerkrieg ein franquistisches Militärkommando das Alcázar einnahm, sich dort verschanzte und den Angriffen der republikanischen Truppen standhaft erwehrte. Diesen gelang es nicht, dass Alcázar zu erobern. So mussten sich die Republikanischen Truppen nach 70 Tagen Belagerung aus der Stadt zurückziehen, da die Truppen Francos den Aufständischen zur Hilfe gekommen waren. Die erfolgreiche Belagerung des Alcázars von Toledo galt später als Gründungsmythos, der auf den Bürgerkrieg folgenden Diktatur Francos in Spanien.

In den letzten Jahren erlebte Toledo einen starken Zuzug, was wohl auch in der Nähe und der guten Anbindung an Madrid zu tun hat, auch wenn die Stadt schon lange ihr Stadtgebiet erweitert hat und sich insbesondere entlang des Tajos nach Nordwesten hin ausdehnt.
Heute ist Toledo nicht nur ein Touristenmagnet, der aber trotz zahlreicher Besucher immer noch ruhige Ecken bieten kann und der eine Unmenge an architektonischen Schmuckstücken zählt und der nicht zuletzt auch durch einladende Bars und Restaurants kulinarische Genüsse offeriert.

 

Toledo

Geschichte Toledo | urban facts Toledo

 

Toledo, die alte Hauptstadt Kastiliens ist wohl die reizvollste Stadt Zentralspaniens. In rund einer Stunde von Madrid mit dem Bus zu erreichen (Abfahrt jede halbe Stunde von Plaza Eliptica), liegt Toledo auf einem steilen Felsen oberhalb des Tajo-Flusses. Seit 1986 steht die Altstadt unter UNESCO-Welterbestatus. Das besondere insbesondere an der Altstadt ist, dass es in Europa keine andere Stadt dieser Größe gibt, die eine ähnlich Unveränderte Form des historischen Stadtkerns seit dem Jahr 1600 besitzt, wie Toledo.

Toledos Bedeutung liegt historisch in seiner strategisch guten Lage begründet, in der Mitte der iberischen Halbinsel gelegen, aber lokal gut zu schützen am tief eingeschnittenen Tal des Tajos. So war es zur Zeit der Westgoten die Hauptstadt des nach ihnen benannten Reiches und auch nach der Reconquista wurde es bis 1561 Hauptstadt, verlor diesen Titel aber dann an Madrid. Aber nicht nur politisch war die Stadt ein Zentrum, sondern auch religiös.Von 400 bis 702 haben insgesamt 18 Konzillien hier getagt und noch heute ist die Kathedrale von Toledo, das Primat der iberischen Kirche, also formell die höchste Kirche im Land. Wirtschaftlich florierte die Stadt mit ihrer Waffenproduktion. Besonders im Hochmittelalter waren die Schwerter aus Toledostahl ein höchst begehrtes Produkt. Auch heute sieht man noch in den zahlreichen Läden eine ganze Reihe von Schwertern, Säbeln und Messern. Doch noch viel mehr als das, kauft heute der Toledo-Besucher das in ganz Spanien bekannte Marzipan. Und auch der Kunstliebhaber kommt in Toledo auf seine Kosten, war die Stadt doch insbesondere im Mittelalter ein Schmelztiegel der Kulturen, wo Christen, Araber und Juden lebten und deren Mischung nicht nur einzigartige Architektur hervorbrachte, von der man sich auch heute noch ein Bild machen kann, auch in der bildenden Kunst war Toledo ein Zentrum, was sich nicht nur daran zeigte, dass der Maler El Greco über 35 Jahre in der Stadt arbeitete.

Cullera

Die spanische Levanteküste ist ein eigenwilliger Platz. Nähert man sich vom Lande aus , so erkannt man das Meer nicht etwas an der blauen Weite, die sich irgendwann mit dem Horizont vermischt, sondern man sieht als erstes Hochhäuser und man weiß, kurz hinter diesen Urlaubsburgen kommt das Meer. In den meisten Fällen ist hier, in den letzten 60 bis 70 Jahren, die Küstenlandschaft radikal umgestaltet worden. Eine früher von Dünen, Lagunen, kleinen und verarmten Fischerdörfern sowie einsame Felsen beherrschte Gegend wurde seit den späten 1950er Jahren von einem wahren Tsunami des Bauens überschwemmt. Die Folge sind die heutigen Hochhaussiedlungen, die sich vom direkten Strandzugang bis ins Hinterland ziehen. Nur sehr wenige Fleckchen sind von dieser Welle nicht erfasst wurden. Doch trotz der historischen Kürze der Zeit und der Tendenz schnell und viel und nicht unterschiedlich und innovativ zu bauen kann man nicht sagen, dass diese Küstenorte alle gleich wären, wenngleich man dies auf den ersten Blick nicht annehmen würde.

Auch Cullera hatte einmal eine einsame Bucht, die Bahia de los Naranjos (Orangenbucht), die geschützt hinter dem Hausberg der Stadt lag, welcher diesen Küstenabschnitt umrahmte und ein kleines Kap schuf. Berg und Bucht bildeten so etwas wie eine markante Landmarke, denn es wirkt ein wenig wie eine Durchbrechung einer klaren Linie, die südlich von Valencia Land und Wasser trennt und sich bis zum Kap Sant Antoni, welches rund 50km südlich von Cullera hinter Denia befindet. Der eigentliche Ort Cullera jedoch lag nie am Meer, sondern etwas flussaufwärts, kurz vor der Mündung des Xuquer (oder auf Spanisch:  Júcar) Flusses ins Mittelmeer.
Schon in der Antike war der Ort des heutigen Städtchens bereits besiedelt. Historisch relevant ist, das 1231 Jaume I. die Burg am Hang des Felsens gründen ließ. Ein wichtiger Grund, war die strategisch höchst interessante Lage, die zwischen Mauren und Christen häufig umkämpft war. Ein Zeugnis der mittelalterlichen Seeräuber ist nicht nur die Cova de Dragut, in welcher eine eher für Kinder unterhaltsame Führung geboten wird, sondern insbesondere der Torre del Marenyet, ein Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der die Küste vor Piratenangriffen schützen sollte.
Das heutige Cullera wird nicht mehr von dem kleinen Städtchen geprägt, das unterhalb einer Burganlage und des Klosters liegt und das tatsächlich ein paar versprengte Jugendstilhäuser und wenige reizvolle Gassen hat. Viel imposanter ist die mehrere Kilometer lange Hochhausreihe die sich in das schmale Stückchen Land zwischen Meer und Fels geschoben hat und die dem Ort, seine heutige Skyline gibt. Leider wird auch hier noch weitergebaut und immer mehr Häuser werden auf dem angrenzenden Felsenberg errichtet, ob dieser Bauboom erst aufhört wenn auch der letzte m² des Cullera-Berges verbaut ist, lässt sich nicht voraussagen, ist aber nicht zu hoffen.
Wie eben schon erwähnt, reihen sich die künstlichen Badeorte an der Costa Azahar am Strand entlang auf. Zweifellos ist diese Monotonie auch betrüblich und ein Beispiel dafür, wie sehr Massentourismus in eine reizvolle Landschaft eingreifen kann. Aber es wäre falsch davon auszugehen, dass nur ewig Gleiches hier zu finden wäre. Jeder dieser Orte hat eine eigene Atmosphäre. Um ihnen Beispiele zu geben: Benidorm ist so etwas wie die Hauptstadt und Hochhaus-Metropole mit den vielen ausländischen (zumeist britischen) Besuchern, Denia ist das scheinbar letzte verbliebene verträumte Hafenstädtchen mit den besten Restaurants der Küste, Gandia ist der Tummelplatz für partybegeisterte Jugendliche und Cullera?
Cullera ist ein bisschen von allem. Ähnlich wie Gandia lag die eigentliche Stadt nicht am Meer. Mittlerweile sind aber die Altstadt und die Neustadt am Meer miteinander verschmolzen. Trotzdem gibt es Monate, wo man beide Teile problemlos voneinander trennen kann, denn die Hochhäuser, die sich an der Promenade aufreihen sind von Oktober bis Mai fast unbewohnt.  Die Nähe zum alten Ortskern jedoch hat dazu geführt, das in letzter Zeit vermehrt ganzjährig in den Hochhäusern der ersten Linie (die „primera linia“ ist die spanische Bezeichnung für Häuser die direkt am Strand liegen und wo kein anderes Bauwerk mehr den Blick auf das Wasser versperrt) vereinzelt Menschen wohnen. Zu Ostern fegt dann das erste Mal der Besucherstrom über Cullera, die Restaurants auf der Promenade öffnen und die ersten Souvenirläden bieten die ewig gleichen Schnäppchen an, während die kleinen Waffelbäcker schon wieder erste Kalorien-Ignoranten begrüßen.  An den Wochenende im Mai und Juni kehrt dann wieder das normale quirlige Leben in die Bars und Restaurants zurück, die dann auch abends wieder öffnen. Hochsaison ist Juli und insbesondere August, wenn auf der Promenade die Menschen dicht an dicht aneinander vorbeilaufen, bis spät abends noch Kinder am Strand spielen, die afrikanischen Händler ihre nachgemachten Designertaschen, DVDs oder Klamotten verkaufen, die verloderten Parkplätze hinter den Hochhäuser stauben und jede Lücke wie ein Glücklos erscheint, der Ansturm auf die guten Plätze in den Bars und Restaurants beginnt und sich vereinzelte Jogger ihren Weg durch die Menschenmassen bahnen, da wirkt Cullera nicht mehr nur wie ein Städtchen von knapp über 20.000 Einwohnern, sondern wie eine kleine Urlaubsmetropole. Schon in den 1980er Jahren hatte die Stadt eine Übernachtungskapazität von 100.000 Menschen. Anders als in den weiter südlich gelegenen Orten hat Cullera vergleichsweise wenige ausländische Touristen. Wenn dann verlieren sich einige Franzosen hierher. Dafür gibt es viele Einheimische, die aus der Region Valencia hier ihren Sommer verbringen, aber auch viele Madrilenen, für die Cullera eine der am schnellsten zu erreichenden Küstenorte ist. Sie bilden ein Gemisch an Menschen, das anders als in Gandia recht familienorientiert ist, ungleich zu Denia aber auch weit weniger begütert erscheint und auch wenn man sieht, dass hier nicht die wohlhabendsten Spanier Urlaub machen, so bleibt Cullera doch irgendwie sympathisch.

Literatur über Madrid

Gisela Noehles-Doerk „Madrid und Zentralspanien. Kunstdenkmäler und Museen“ aus der Reihe Reclams Kunstführer; 1986

Gisela Noehles Doerk gibt einen sehr fundierten Überblick über die Kunstschätze in und um Madrid. Sie behandelt ausführlich die Museen der Stadt Madrid und des Umlandes (bis hin nach Salamanca und Toledo), sie stellt übersichtlich die Geschichte Kastiliens und der beschriebenen Ortschaften dar und sie sammelt sehr viele nützliche Informationen zu Gebäuden und kleineren Ortschaften, welche nicht zum Standard „normaler“ Reiseführer gehören. Natürlich bleibt sie eng am Thema Kunst verhaftet und trifft keinerlei Aussagen zum Thema Essen, Übernachten, Shopping oder ähnliches. Wer diesbezüglich Informationen benötigt sollte sich unbedingt noch andere Lektüre besorgen. Jedoch habe ich noch keinen Führer über Madrid in deutscher Sprache gesehen, der über so viele Ecken in Madrid eine kurze und interessante Erklärung liefern kann. Einzig das Alter des Buches und die nicht vorhandene Neuauflage stören, da sich Madrid in den letzten 30 Jahren doch erheblich entwickelt hat.

 

Baedeker Reiseführer Madrid  (9.Auflage 2007; ISBN: 978-3-8297-1060-2)

Der Baedeker Madrid ist ein Reiseführer der insbesondere für den kulturell und kunstinteressierten Besucher der spanischen Hauptstadt gedacht ist. Dabei wird durchaus eine Menge geboten. Nach einem Überblick über die spanische Geschichte unter besonderer Betrachtung der Stadt Madrid finden sich weiterhin nützliche Tipps und viele Hintergrundinformationen (z.B. Wirtschaft, Berühmte Persönlichkeiten). Alphabetisch sind die Höhepunkte der Stadt aufgenommen, was nicht immer beste Übersichtlichkeit ermöglicht, denn es wird nicht zwischen Destinationen in und außerhalb der Stadt unterschieden. Jedoch sind die aufgenommenen Sehenswürdigkeiten und anderen Städte in  der Umgebung (wie Toledo oder Alcalá) gut beschrieben und man hat das Gefühl ausreichend informiert worden zu sein. Für eine Kurzreise ist auch die Anzahl der dargestellten Ziele absolut ausreichend. Allerdings sind verschiedene Sachen negativ zu bemängeln. Zum einen ist dies, ein recht arrogant klingender Unterton, welcher sich am deutlichsten bei politischen Beschreibungen wiederspiegelt. Den zum Zeitpunkt des Erscheinens amtierenden spanischen Ministerpräsidenten Zapatero als „hemdsärmelig“ zu bezeichnen ist nicht gerade feiner Stil, ich würde selbiges auch nur ungern in einem spanischen Reiseführer über Frau Merkel lesen, egal ob ich nicht ihre politische Richtung vertrete.
Zusammenfassend bietet der Baedeker einen sehr guten Überblick, der sich zwar nicht mit den sehr detaillierten Ausführungen des Reclam Kunstführers in puncto Sehenswürdigkeiten messen kann, aber lokale Besonderheiten wie Essen, Übernachten und Ausgehen beleuchtet, wenngleich immer unter der Prämisse einen gefüllten Geldbeutel zur Verfügung zu haben. Der etwas arrogante Tonfall und der ein oder andere Fehler fallen jedoch negativ auf. Der Preis von 17,95€ ist okay, jedoch sollte man auf Ausverkäufe älterer Auflagen achten, bei denen man kaum veränderte Führer schon für 5€ bekommt.

 

Barbara Borngässer, David Sánchez und Felix Scheffler „Madrid und der Prado. Kunst und Architektur“

 

Ein informativer und wunderbar bebilderter Band über die Geschichte Madrids ist „Madrid und der Prado. Kunst und Architektur“ aus dem Postdamer Verlag H.F. Ullmann. Das zweisprachige in Deutsch und Englisch vorliegende Buch versucht die Geschichte der spanischen Hauptstadt insbesondere anhand seiner Bauwerke zu erzählen. Das gelingt dem Buch wirklich sehr anschaulich, insbesondere die vorhandenen Fotografien sind auf einem hohen Niveau und der Text liest sich sehr informativ. Einen besonderen Platz findet das Museum des Prados im Buch, das ein eigenes rund 100 seitiges Kapitel bekommt und die wichtigsten Werke beschreibt. Mittlerweile ist das rund 400 Seiten starke Werk auch im Softcover erschienen und mit 12€ nicht nur jeden Cent wert, sondern wegen der verkleinerten Form auf Reisen tatsächlich transportabel. Im Umfang und seinem Detailreichtum ist es sicherlich nicht an Gisela Noehles-Doerk Buch heranreichend, aber es ist der beste aktuelle Kunst und Architekturreiseführer, der in deutscher Sprache momentan über Madrid vorliegt.

Pedro López Carcelén „Illustrated Atlas of the History of Madrid“

 

Wer sich für die Geschichte Madrids interessiert der wird bei Pedro López Carcelén Atlas zur Stadtgeschichte fündig. Leider liegt dieses rund 80 Seiten starke Werk nur in spanischer oder englischer Sprache. Dafür findet man aber ein wunderbar gezeichnetes Buch, dass schon in der Ur- und Frühgeschichte anfängt, in welcher es Madrid noch gar nicht (oder nur der Legende nach) gab. Zahlreiche Stadtzeichnungen erläutern die Anfänge der Stadt, insbesondere in arabischer Zeit und im Mittelalter und geben Aufschluss darüber wie und in welche Richtung sich die Stadt entwickelt hat. Das ist sehr indormativ, aber nicht Detailversessen und man bekommt einen sehr guten Einblick, wie sich dieser eher kleine Marktflecken zu einer der größten Städte Europas gemausert hat.

Santiago Calatrava

Als ich das erste Mal durch Valencias Stadt der Künste und Wissenschaften (oder im Valencianischen:  „Ciutat de les Artes i les Ciències“)schlenderte, konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, hier durch so etwas wie eine zukünftige, futuristisch gebaute Landschaft zu gehen. Ich habe mich seinerzeit nicht wirklich für Architektur interessiert und deshalb war mir auch der Name des Architekten dieses weißen Gebäudeensembles nicht bekannt. Aber mir war klar, dass hier etwas Besonderes erschaffen wurde und das Bauwerke sehr wohl spannende und bewundernswerte Dinge sein können. Später als mein Interesse an Architektur begann, wurde mir der Name Santiago Calatrava schnell ein Begriff, nach dessen Plänen, dieser neue Teil von Valencia geschaffen wurde. Ich kann nicht sagen ob bewusst oder unbewusst, aber ich habe von keinem Architekten mehr Gebäude fotografiert als von ihm  (liegt es daran, dass er dort baute, wo ich hinfahre, oder fahre ich dorthin, wo er baute?). Es ist also mal Zeit, etwas konkreter über Santiago Calatrava und sein Werk nachzudenken.

Leben und architektonischer Stil

Santiago Calatrava Valls stammt von einem alten, spanischen Adelsgeschlecht ab und wurde 1951 in Valencia geboren. Er absolvierte ein Studium der Architektur in seiner Heimatstadt und wechselte dann an die ETH Zürich. Dort studierte er zunächst Bauingenieurwesen und promovierte schließlich in der Schweiz 1981. Er eröffnete bereits ein Jahr vorher sein erstes Büro in Zürich, neun Jahre später eines in Paris und danach auch in Valencia, was er jedoch 2012 wieder schloss. Calatrava lebt heute in der Schweiz und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Calatravas Architektur ist stark von einem künstlerisch-ästhetischen Denken beeinflusst, insbesondere von der Plastik. Weniger bekannt ist, dass Calatrava diese auch selbst anfertigt, allerdings selten ausstellt. Er sagte einmal: „Architektur und Skulptur sind zwei Flüsse, in denen dasselbe Wasser fließt.“ Dieses Skulpturenhafte ist Calatravas Architektur innewohnend. Seine Gebäude vermitteln häufig den Eindruck zu Bauwerken gewordene Plastiken geworden zu sein. Daneben fällt auf, dass Calatrava immer wieder versucht, Bewegung und zwar in implizierter und ebenso in realer Ausprägung in und mit seinen Bauwerken darzustellen (als Beispiele für reale Bewegung sei an die drehbare Brücke „Puente de la Mujer“ in Buenos Aires verwiesen oder auch Milwaukee Art Museum, das quasi seine Flügel ausschlagen kann).
Santiago Calatravas Bauten versuchen Kunst, Architektur und Technik zu vereinen und sie nicht, als etwas Gegensätzliches zu betrachten. Er denkt die Arbeit von Ingenieuren als die Kunst des Möglichen und sucht nach einer neuen Formensprache, die auf technischem Wissen basiert und doch keine reine Hymne auf die Technik sein soll. Vom Schweizer Brückenbauer und Ingenieur Robert Maillart, den man als eine Inspirationsquelle Calatravas nennen kann, nahm er auf, dass technische Neuerungen auch neue elegante Lösungen ermöglichen. Zwar geht es Calatrava weniger als Maillart um technische Innovationen, aber die konstruktive Offenbarung und der plastische Ausdruck sind beim Spanier verflochten miteinander, zu einer Synthese von Ästhetik und konstruktiver Physik. Sergio Polano spricht in diesem Zusammenhang von der „gotischen Osteologie“, die ein wichtiger Motor in Calatravas Arbeiten ist, daher vom Sichtbarmachen von Tragen und Lasten im Traggerüst ganz wie in gotischen Bauten. Seine Bauten bemühen sehr gern das Sakrale, das die rein funktionale Lösung übersteigt und einen Hang hat, Erstaunen, Bewunderung und Ehrfurcht beim Betrachter und Nutzer auszulösen. So wird er immer wieder beauftragt, funktionale Bauwerke zu kreieren, die gleichzeitig Wahrzeichen und symbolischer Ausdruck für Städte oder Regionen seien sollen, sei es nun in der Stadt der Künste und Wissenschaften, die seiner Heimatstadt Valencia ein neues, futuristisches Gesicht geben soll, beim Bahnhof Lyon Saint-Exupéry, der als Eingangstor der Region Rhône-Alpes konzipiert ist oder beim Auditorium in Santa Cruz de Tenerife, das zu einem architektonischen Wahrzeichen der Kanaren wurde.
Calatravas elegante Formensprache ist zumeist in der Farbe weiß gehalten. Auffallend ist dabei seine Bevorzugung von weißen Kacheln. Wiederkehrend ist ebenfalls seine Aufnahme von natürlichen Strukturen, wie Blattwerken, Skeletten oder Flügeln, was seinen Stil einzigartig macht und einen hohen Wiedererkennungswert hat.

Kritik

Allerdings wird bei Calatravas Bauten immer wieder Kritik laut. Am deutlichsten wird diese, bei den teilweise enormen Summen, die seine Bauwerke kosten. Jüngstes Beispiel dafür ist der New Yorker U-Bahnhof am Ground Zero, der rund 4 Milliarden (!) Dollar gekostet hat, obwohl es sich dabei nur um den 18. frequentiertesten Metrobahnhof der Stadt handelt. Sicherlich muss dabei die schwierige (geografische) Bauaufgabe ebenso zur Erklärung einbezogen werden, wie die Tatsache das spektakuläre Wahrzeichen bzw. Symbole eben erhebliche Geldsummen kosten (siehe hier: ein Bericht in der FAZ). Gleichzeitig kann man aber festhalten, dass Calatravas Bauten eines sicherlich niemals verkörpern: Bescheidenheit. So kommt man auch nicht darum herum, die von ihm geplante Ciutat de les Artes i les Ciències in Valencia, als wenigstens einen Tick zu ambitioniert, zu bezeichnen. Ein paar Beispiele sollen das verdeutlichen. Ob die drittgrößte Stadt Spaniens das größte Opernhaus Europas, den „Palau de les Artes Reina Sofia“, benötigt ist umstritten aber die Frage, warum unbedingt ein fast unbenutztes Veranstaltungsgebäude wie das „Agora“ einem ohnehin kostenintensiven neuen Stadtteil angefügt werden musste, warum also der künstlerische Anspruch des Gesamtwerkes über die tatsächliche Nützlichkeit für die Stadt gestellt wird, ist sicherlich nicht wegzudiskutieren. Dabei ist natürlich nicht nur der Architekt zu kritisieren, denn dieser wird sich naturgemäß freuen, wenn seine Vision realisiert wird (wobei gefragt werden sollte, ob es nicht schon eine Fehlleistung ist, Entwürfe vorzulegen, die dem urbanen und finanziellen Rahmen wenn nicht sprengen, so doch erheblich dehnen). Am Beispiel von Valencia darf man sicherlich auch fragen, warum die ohnehin schon klamme Stadtkasse von der hiesigen Stadtregierung nicht geschlossen wurde zumal die ersten Entwürfe für den Stadtteil wesentlich kleiner ausgefallen waren (siehe Polano 1997; S.210ff) Calatrava scheint ideal zu Bauherren zu passen, die sich, in Erinnerung an römische Cesaren und ihren Bauten für die Nachwelt, ein fassbares Monument ihrer Regierungszeit setzen wollen. Denn es ist, neben der ästhetischen Begeisterung bei der Ciutat de les Artes i les Ciències und anderen Bauten von Calatrava, eben auch jener  Eindruck, das Monumentale, Spektakuläre und Symbolhafte zu schaffen und deren urbane Funktionalität dahinter anzuordnen. Erstaunlich ist das Calatrava erst recht spät in den neuen aufstrebenden Boomregionen der Architektur, den Golfstaaten und China, Bauwerke verwirklicht, sind diese doch an eben solchen Ausdrucksformen nicht uninteressiert und vor allem sehr potente Geldgeber. In letzter Zeit wendet er aber auch hier sein können an, so bei dem gigantischen Projekt für den höchsten Turm der Erde, der in Dubai entstehen soll: (siehe hier ein Video aus: faz.net). Trotz aller Kritik sind seine Bauten aber sehr sehenswert, von einem ganz eigenen Stil geprägt und nach dazu äußerst fotogen, was im folgenden Abschnitt gezeigt werden soll.

Ausgewählte Werke nach Gattungen:

Santiago Calatrava hat ein umfangreiches Werk vorzuweisen, dass sich nicht auf einen Gebäudetyp konzentriert. Bemerkenswert ist aber die Vielzahl von Brücken, die aus seiner Hand stammen. Allein Valencia zählt drei Überführungen von ihm, insgesamt sind es wohl über 60. Besonders seine immer wieder innovativen Lösungen für Überquerungen haben hohe Aufmerksamkeit erfahren. Immer wieder sucht Calatrava dabei neben einer funktionalen auch eine hochwertige ästhetische Lösung anzubieten, die seine Brücken zu symbolischen aber auch poetischen Objekten machen. Calatrava entwirft aber auch Hochhäuser, Veranstaltungsgebäude oder Bauwerke des Transits, wie Bahnhöfe oder Flughafenterminals. Einige Beispiele werden hier gezeigt, diese werden nach Bautypen gegliedert und nicht nach dem Zeitpunkt des Entstehens.

Literatur:

Die Beschreibung zu  Calatravas Architekturstil ist teilweise übernommen aus dem Buch: „Calatrava“ von Philip Jodido, das zum tieferen (allerdings kritiklosen) Verständnis seiner Arbeit hiermit empfohlen wird, die Zitate stammen ebenfalls aus diesem Werk: Philip Jodidio (2007) “Calatrava“; Taschen
Einen interessanten und umfänglichen Einblick in sein frühes Schaffen bietet: Sergio Polano (1997) „Santiago Calatrava. Gesamtwerk“; Deutsche Verlagsanstalt
Speziell über Caltarvas Brücken referieren: Alexander Tzonis, Rebeca Caso Donadei (2005) „Santiago Calatrava. The Bridges”

Magma

Gebäudeart Jahr Ort Architekten
Kongresszentrum 2005 Adeje (Teneriffa) AMP

 

Recht unscheinbar steht, in der im Süden von Teneriffa gelegenen Stadt Adeje, das Kongresszentrum Magma zwischen Hotelanlagen, einer Autobahn und einem am Berghang befindlichen Wasserfreizeitpark. Doch nähert man sich diesem Bauwerk, bemerkt man schnell was für eine ungewöhnliche Schönheit dieses Bauwerk hat. Es stammt von den einheimischen Architekten Fernando Martín Menis, Felipe Artengo Rufino und José María Rodríguez Pastrana, welche das Architekturbetrieb AMP betrieben. Das Haus wurde nach rund 7 Jahren Bauzeit 2005 eröffnet. Die Baukosten beliefen sich auf rund 29 Millionen Euro.

Unbeachtet von den meisten Touristen der Insel, aber in der Nähe des Flughafens, haben die drei Baumeister ein Haus geschaffen, was zwischen der Struktur der Vulkan-Insel und dem Meer vermitteln soll, auch wenn es nicht unmittelbar am Strand liegt. 13 verschiedenen Baukörpern sind unterschiedliche Funktionen zugeordnet, wie Büros, Cafeteria oder Toiletten. Sie erheben sich aus dem uneben wirkenden Boden, wie versteinerte Monumente und stützen ein scheinbar flüssiges Dach, was über dem Gebäude wabert. Es wirkt etwas, wie Magma die über die Steinfelsen einfließt und erkaltet. So wird ein Kontrast aus Leichtigkeit, aber auch Massivität erzeugt. Immer wieder wird die Oberfläche gebrochen, teilweise durch Schlitze und Einsparungen und einer Unordnung der Teile die trotzdem sehr harmonisch wirkt. Den Hauptteil des Bauwerks nehmen zwei Konferenzsaale ein, der Größere davon kann 2.500 Menschen fassen ist aber auch in mehrere Teile trennbar.
Das „Magma – Arts and Congress Center“ hat keine wirkliche Schauseite, sondern wirkt je nach Betrachtungspunkt immer wieder anders, als wenn es, ähnlich der Entstehungsgeschichte der Kanaren aus der Erde herausgebrochen wäre. Philip Jodido meint zu Recht: „Die Art in der sie aus den Erdboden „wachsen“, ist radikal modern in einem Stil, für den es in der zeitgenössichen Architektur nur wenig vergleichbares gibt.“ (aus: Architecture in Spain (2007); S. 12). Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch den unbehandelten Stein, der auch je nach Sonnenlicht immer wieder andere Schlagschatten entstehen lässt. So ist ein Bauwerk entstanden, was geradezu herausfordert den Blick immer wieder zu verändern und Neues zu entdecken.  Ein sehr gelungenes Gebäude.

Die Skyline der Stadt

Historie der Skyline | Elemente der Skyline | Städte und ihre Skylines

Die Silhouette einer Stadt ist so etwas wie ihre optische Zusammenfassung oder vielleicht besser ihr Erkennungszeichen. Heute wird gern von der Skyline gesprochen, auch wenn das ein Begriff ist, der erst mit den Hochhäusern, den Skyscrapern, entstanden ist und vor 1890 eigentlich nicht auftaucht. Für diese kleine Abhandlung über die Ansicht einer Stadt, werden wir die beiden Wörter Skyline und Silhouette gleichbedeutend benutzen, auch wenn sie unterschiedliche Herkünfte und auch Bedeutungen haben.

Auf dieser Seite soll ein Blick auf die Skylines von Städten gerichtet werden. Wie sind sie historisch einzuordnen, nach welchen Elementen fügt sich eine Skyline zusammen und wie kann man unterschiedliche Stadtsilhouetten kategorisieren und was sagt das über die jeweilige Stadt aus.

Historie der Skyline

Eine Skyline lässt eine vertraute Ansicht der Stadt für die Bewohner entstehen. Gleichzeitig ist sie so etwas wie eine Zusammenfassung für Besucher des Ortes. Städte einzuordnen und ihren Inhalt, daher ihre Wahrzeichen zu unterscheiden ist kein zeitgenössisches Phänomen, so war schon das Erkennen der Bestandteile der Silhouette für den Rom-Reisenden zu einer Art von Ritual (das Unterscheiden und Benennen aller Kuppeln) geworden. Heute fungieren die bildlichen Abbildungen der Skylines als Label für die jeweilige Stadt, als Einladung, Versprechen und Erkennungszeichen.

Historisch entstehen die ersten Stadtansichten im Mittelalter. Im 12. Jahrhundert wird damit begonnen, das königliche Siegel mit der Ansicht von Städten des Herrschaftsgebietes zu verzieren. Später, ab der Renaissance, gibt es solche Stadtbilder auch auf Münzen und Medaillen, heute finden wir sie hauptsächlich auf T-Shirts, Postkarten oder auf den Seiten der Präsentationsmedien der Orte. Bis in die Renaissance hinein, handelte es sich bei den Stadtansichten aber zumeist um ideale Bilder, die aber gewisse Realitätsbezüge aufwiesen. Deren Sinn bestand weniger in einer genau perspektivischen Darstellung der Stadt als in einer funktionalen Schau. In der Weltchronik von Hartmann Schedel aus dem Jahr 1493 etwas wurden für die Städte Mainz, Neapel, Aquileia, Lyon und Bologna dasselbe Bild genommen (was noch dazu eine Vorlage einer älteren Darstellung der Stadt Candia, dem heutigen Heraklion war). Ziel war nicht die exakte Wiedergabe der Stadt, sondern das Aufzeigen einiger Charakteristika, wie den Reichtum der Stadt, die günstige Lage am Ufer eines Gewässers und die sichere Stadtbefestigung, welche Ruhe und Ordnung verlieh.
Das Panorama der Stadt, das Aufzeigen der repräsentativen Elemente des Ortes – ihrer Schauseite war das Anliegen der frühen Stadtdarstellungen. Das geht zurück auf die Malerei des 14. und 15. Jahrhunderts, welche im Bildhintergrund historische Ereignisse und auch Städte dokumentierte. Reiche Bürger oder ganze Städte bzw. deren Administrationen konnten aus Lokalpatriotismus selbst ein eigenes Portrait bestellen, dass dann im Hintergrund den Ort abbildete.
Ein erster Versuch sich ganz, auf eine möglichst realistische Abbildung der Stadt zu beschränken, ist das wunderbare Buch, die „Städte der Welt“ von Georg Braun und Franz Hogenberg.  In diesem 6-bändige Werk (welche nacheinander von 1572 bis 1617 veröffentlicht wurden) das im lateinischen Original „Civitas Orbis Terrorum“ heißt, finden sich 250 Kupferstiche mit kolorierten Tafeln, die versuchten eine realistische Perspektive auf eine Ansammlung von Städten zu geben. Dabei wurde jede Ansicht auch mit einer Beschreibung der Stadt versehen und der Autor Georg Braun lud Leser dazu auf, ihm Ansichten ihrer Städte zu senden, damit er diese in späteren Auflagen verwenden konnte. Es war diese frühe Form der „Kunst des Städtelobs“ (S. Füssel S.9), welche das Stadtmarketing unserer Zeit vorbereitete.
Ebenfalls in der Zeit der Renaissance entstanden die ersten Stadtsillhouetten, beginnend mit der Ansicht von Florenz  aus dem Jahr 1480. Die wichtigsten Gebäude der Stadt wurden dabei als Silhouette gegen den leeren Himmel dargestellt. Heute sind Stadtsilhouetten eher als eine Auswahl der wichtigsten Gebäude gebräuchlich, die zumeist zweifarbig, vor einem Hintergrund als eine Anzahl von Wahrzeichen platziert werden. Sie besitzen weder einen einheitlichen, oder gar natürlichen Standpunkt, noch sind die abgebildeten Gebäude in einem realistischen Maßstab zueinander angeordnet (ein Beispiel, die offizielle Stadtsilhouette, die von der Stadt Dortmund herausgegeben wird: http://www.dortmund.de/media/p/lokalpolitik/grafikstadtsilhouette.pdf).
Mit der Entstehung der militärischen Artillerie und von komplizierten Verteidigungsanlagen,  wuchs auch ein politisches und militärisches Interesse an Stadtansichten und damit auch ein genaueres und maßstabsähnliches Bild von der Stadt. Im 17. und 18. Jahrhundert betonten Ansichten, die Verteidigungsgürtel eines Ortes. Eine erste systematische Dokumentation ließ der spanische König Philip II. (1556-98) von den wichtigsten Städten seines Landes einrichten. Dies waren weniger Pläne, als perspektivische Ansichten oder Vogelperspektiven, die einen Überblick über die jeweilige Stadt boten. Im Vordergrund jener Abbildungen stand zumeist der Teil der Stadt, der mit der souveränen Herrschaft identifiziert wurde (Paläste oder Rathäuser).
Heute in Zeiten von google Maps, wo sich Stadtplan und fotografische Aufnahme von Wahrzeichen treffen sind die Möglichkeiten der Darstellung von Städten, ihres Anblicks, höchst vielfältig und schwankt zwischen Marketing, Ästhetik und Genauigkeit. Die hier vorliegende Darstellung hat sich zum Ziel gemacht, nicht willkürliche Zusammensetzung von Wahrzeichen aufzuzeigen (diese finden sich dann eher in den Fotogalerien der Städte), sondern tatsächliche Perspektiven, die fotografisch aufgenommen wurden, zu präsentieren. Dieser vermitteln ein viel besseres Bild, was eine Stadt ausmacht, wie sie sich wirklich für Besucher und Einheimische zeigt und auch was sie nach alle den Jahrhunderten ihrer Geschichte, heute präsentieren oder auch nicht verbergen kann.

Elemente der Skyline

Die städtische Skyline ist, wie gerade erwähnt, das Ergebnis eines kumulativen historischen Prozesses. Dabei spielen hohe Bauwerke eine besondere Rolle, denn ihre Sichtbarkeit in der Masse der Gebäude einer Stadt sticht heraus. Sie bedienen sich daher des Vorteils ihrer besseren Sichtbarkeit. Früher hatten hohe Gebäude zumeist den Aspekt, eine symbolische Funktion zu besitzen. Sie sollten – zumeist als öffentliche Gebäude – die Bedeutung und die Selbstdarstellung des Ortes verkünden und eine Hierarchie der öffentlichen Institutionen augenfällig machen. Jedoch gab es auch schon im Mittelalter private Bauten, die in die Höhe wuchsen, obwohl dies eher selten war. Ein Beispiel sind die Geschlechter-Türme, wie der Asinelli-Turm, aus dem frühen 12. Jahrhundert in Bologna. Diese hohen privaten Bauten wurden aber von der Öffentlichkeit mit ebenso hoher Skepsis gesehen und deshalb war es zumeist den Gotteshäusern und etwas weniger emporragend, den Rathäusern vorbehalten, markant hervorzutreten, denn welchem Individuum oder welcher Familie sollte es vorbehalten sein sich über die Gemeinschaft zu stellen? Vor der Säkularisierung der westlichen Welt beherrschten daher zumeist sakrale Gebäude die Stadtsilhouette, im europäischen Regelfall waren dies Kirchtürme. Diese standen seit dem 9. Jahrhundert in Italien eher frei neben den Kirchen, während nördlich der Alpen vermehrt Kirchen mit zwei Türmen gebaut wurden, die sich direkt der Basilika anschlossen. Auffällige und gewaltige Kuppeln gab es seit Brunellschis Kuppel für den Dom in Florenz seit der Renaissance. Im orthodoxen Osten sind sie schon eher vorhanden, besonders in Byzanz schon im 6. Jahrhundert, man denke nur an die Hagia Sophia. Nimmt man nun die markante Stadttore, überragende Stadtmauern oder Türme von Rathäusern sowie georgafische Faktoren wie Gewässer oder Berge hinzu, hat man schon die grundlegenden Elemente einer Skyline bis zur Industrialisierung aufgezählt.
Die Industrialisierung wandelte die Skyline dann aber maßgeblich. Schornsteine, Wassertürme, später Sende- oder Fernsehtürme und natürlich Hochhäuser tauchten neu im Bild auf. Und mit dieser Umwandlung entstand auch eine Privatisierung der Skyline, denn die wachsenden Wolkenkratzer waren zumeist auf private Initiativen hin gebaut wurden. In den USA wurden die neuen Hochhäuser zum Monument von kommerziellen Erfolg und Reichtum. Moderne amerikanische Unternehmen sahen den Büroturm als Symbol für Wohlstand und so wurde der Wolkenkratzer zum Zeichen der Großstadtambitionen. Die Existenz des Hochhaus hatte und hat aber auch funktionale Zwänge und war nicht eine rein symbolische Protzerei, wobei die Unterschiede fließend waren und sind. In den Innenstädten wurden und werden Grundstücke immer wertvoller (gerade auch nach der historisch einsetzenden funktionalen Teilung der Stadt, in Wohngebiete, Gewerbegebiete und einem innenstädtischen Geschäfts- und Tourismuskern, der insbesondere eine starke Wertsteigerung erfahren hat), was das Ausnutzen der vorhandenen Fläche in die Höhe geradezu notwendig macht. Dergleichen hat die mit der Industrialisierung verbundene Urbanisierung eine gewaltige flächige Ausbreitung ehemals übersichtlicher Orte hervorgerufen. Städte sind nun kaum mehr in ihrer Gesamtheit auszumachen und wenn dann nur aus großer Entfernung. Und auch dabei besteht das Problem, dass durch den Prozess der Suburbaniserung, also dem Wegziehen in die Vorstädte, die Stadt zu einem urbanen Komplex wird, der über die eigentlichen verwaltungstechnischen Grenzen hinaus geht.

Die Abbildung der Skyline wird daher zu einem Suchen in der Vielzahl der Möglichen Blicke, Anblicke und Perspektiven, die auf die Stadt möglich sind. Daher ist eine kurze theoretische Übersicht nicht unangebracht, um vier gestalterische Elemente der Skyline zu unterscheiden, welche nach Spiro Kostoff (in „Das Gesicht der Stadt“), aufgezählt werden können:

  • Die Höhe: diese ist zumeist relativ im Kontrast mit der Umgebung. Städtische Verordnungen können beispielsweise Höhen von Bauwerken beschränken, wie dies schon im augusteischen Rom oder im elisabethanischen London der Fall war. Aber es kann auch da wiederum Ausnahmen geben. So durfte beispielsweise das Rathaus von Los Angeles dreimal höher werden, als die angesetzte Maximalhöhe der restlichen Gebäude von 46m. (LA hatte bis 1956 diese Höhenbeschränkung, was erklärt, dass die Stadt heute nur eine sehr junge Hochhausskyline hat. Washington hat noch heute eine Begrenzung der Bauwerke auf 39,6m, wobei natürlich einige historische Monumente, die entsprechend zur Geltung kommen sollen höher sind)
  • Die Form: hier spielt der Umfang von hohen Gebäuden eine Rolle, welche dann die Stadt Silhouette formen, ein Fernsehturm nimmt eine vollkommen andere Form in der Skyline ein, als eine gewaltige Kuppel oder aber ein mehrstufiges Hochhaus.
  • Die Annäherung oder Perspektive: wo steht man wenn man auf die Skyline blickt? Bei kleineren Städten gab es früher drei Möglichkeiten: die Ansicht von einer Landstraße aus, Ansicht vom Fluss oder Meer aus oder die Ansicht von einem Aussichtspunkt.
    Überhaupt hat sich mit der flächenmäßigen Vergrößerung der Städte das Problem aufgetan, dass die gewählte Perspektiven zumeist nur Ausschnitte erlauben. Die Stadtsilhouette verliert daher den Anspruch einen Zusammenfassung zu sein und ist dann mehr eine Kenntlichmachung eines Teilaspektes. Valencia zum Beispiel hat sich neben dem historischen Stadtkern, der zumeist Kirchen und Häuser des Mittelalters und der Neuzeit beherbergt, ein zweites Viertel, die Stadt der Wissenschaft und Künste, vom heimischen Architekten Santiago Calatrava anlegen lassen, was etwas außerhalb der Innenstadt steht und ein vollkommen anderes Bild abgibt, denn es handelt sich hier um ein neues eigenes Viertel mit öffentlichen Einrichtungen, dass eine ganz andere, eher der Zukunft zugewandte Facette darstellen möchte, das moderne Valencia von morgen, schon heute. Interessanterweise gibt es aber keine Perspektive, keinen Ort, der beide Viertel bildlich vereinen könnte.
  • Städte können eigene farbliche Gesamtwirkung haben, aber die Ausbreitung der Elektrizität machte eine neue nächtliche Skyline sichtbar, welche wiederum die Ansicht auf die Stadt ändert. So ist Dubai ein buntes Farbenmeer in der Nacht, während Edinburgh bei Tage eine graue, aber erhabene Wüste an den Hügeln und Ufern des Firth of Forth ist.

Städte und ihre Skylines

Wie schon beschrieben geht es uns auf dieser Seite nicht um eine Aneinanderreihung von Wahrzeichen der Stadt, sondern auf den Blick auf eine solche. Dieser soll von einem Standort gewählt und fotografiert werden, der eine An- bzw. Ein-sicht auf die betreffende Stadt möglich macht. Wie präsentieren sich Städte heute und was sagt dies über sie aus.
Dabei kann man verschiedene Formen der Skylines unterscheiden. So können entweder Hochhäuser den Blick auf die Stadt dominieren, oder es wurde versucht den Bau dieser zu beschränken und bewusst den Blick auf historische Gebäude zu lenken. Natürlich kann auch die Industrialisierung an sich ihre Spuren hinterlassen, in Form von großen und kaum übersehbaren Fabriken mit ihren Schloten. Zumeist sehr pittoreske Silhouetten bieten sich bei herausragender geografischer Beschaffenheit, so wie es beispielhaft bei Rio de Janeiro zu nennen ist, wo sich Berge und Meer scheinbar malerisch in das Bild der Stadt Mengen.

Nach allen theoretischen und historischen Betrachtungen, nun ein konkreter Blick auf die Skylines einiger Städte, die bei tommr.net Beachtung finden. Damit soll sich auch zeigen, wie unterschiedlich mit diesen Schauseiten, den Visitenkarten der Städte verfahren wird, wie unterschiedlich als Städte aussehen können. Kurz zusammengefasst kann man neben traditionellen Silhouetten, auch dynamische Silhouetten unterscheiden. Traditionelle Skylines versuchen ihre historischen Ansichten zu schützen und Hochhäuser nicht zentral oder gar nicht bauen zu lassen. Das Gegenteil dazu wären dynamische Skylines, die besonders in den letzten 100 Jahren eine erhebliche Veränderung erfahren haben. Zuerst wurden Kirchtürme von Hochhäusern abgelöst und diese dann von höheren Wolkenkratzern und so weiter. Anders als eine geschützte Silhouette ist eine Dynamische stets der Erneuerung unterworfen, ganz dem modernen Motto von schneller, höher weiter. Die meisten Städte versuchen aber einen Mittelweg zu wählen, wo die Skyline punktuell weitert wird und in einen gewissen Einklang mit der historischen Bausubstanz gestellt wird, was in manchen Ecken zweifellos mehr gelingt als in anderen.  In der folgenden Fotoschau werden wir dies mit einigen Aufnahmen aufzeigen.

Die Entwicklung von Hochhäusern am Beispiel von New York City

Schon seit den 1870er Jahren startet eine Entwicklung, die noch heute New York City prägt und die Stadt weltweit bekannt machte, es ist  der Bau von Hochhäusern. Der Trend immer weiter in die Höhe zu bauen wurde, als eine Variante für Gebäude die Menschen auch vertikal nutzen können (im Gegensatz zu Kirchtürmen beispielsweise), erst mit dem schnellen und sicheren Transport von Aufzügen möglich. 1859 stellte Elisha Otis seinen Sicherheitsaufzug vor und legte damit einen Grundstein für den zügigen vertikalen Transport von Personen innerhalb eines Hauses. Die Entwicklung des Hochhausbaues startete aber nicht in New York, sondern in Chicago. Dort wurde bei einem Brand im Jahre 1871 die Innenstadt zerstört. Damals war „the windy city“, wie die Stadt in Illinois auch genannt wird, der am meisten boomende Ort der ganzen USA. Schnell wurden neue Häuser gebaut, welche aber mehr Platz bieten sollten. Logischerweise musste man dann auf dem begrenzten Raum nach oben bauen.
Die ersten Hochhäuser waren noch in Massivbauweise errichte Gebäude, welche aber den Nachteil hatten, nur eine bestimmte Höhe erreichen zu können, ohne das Gebäude nach unten hin, extrem zu verbreitern. Die Nutzfläche von massiven Hochhäusern war in den unteren Etagen sehr gering, da große Flächen für die Traglast vorgesehen werden mussten.  Eine spektakuläre Erfindung, welche den Hochhausbau revolutionierte, war das Stahlskelettgebäude. Diese Bauweise wurde von der „Chicago School“ erdacht und vertreten, einer Architektengruppe zu der neben William Le Baron Jenny auch Louis Sullivan gehörte, der mit dem „Wainwright Building“ in St. Louis  eines der bedeutendsten, heute noch erhaltenen Gebäude dieser neuen Bauweise lieferte. Der Legende nach soll einer der Architekten, auf die Idee des Stahlskelettbaus gekommen sein, als er sah, wie auf dem Käfig seines Vogels ein schweres Buch gelegt wurde. Der Käfig konnte durch sein Gitternetz das Buch bequem tragen. Nach dieser Grundidee, werden auch heute noch hohe Gebäude erstellt, denn die Stahlskelettbauweise ermöglicht es Ebene auf Ebene (oder Vogelkäfig auf Vogelkäfig) zu stellen und trotzdem eine leichte und stabile Architektur vorzufinden. So konnten nun neue Hochhäuser gebaut werden, die bei höherer Stabilität einen geringeren Platz benötigten.
In ihrer Ausformung unterscheiden sich die ersten Hochhäuser von Chicago und New York. Folgten die Bauwerke in Illinois mehr einer einheitlichen klaren Linie mit einem Flachdach, so war in New York ein größerer Stilmix zu beobachten. Zumeist waren die Häuser mit historischem Anlehnen verziert, mit einem Auge nach Europa schielend. Um die Jahrhundertwende setzten sich Stahlskelettkonstruktionen immer mehr durch, die Verfahren zur Bearbeitung des Materials verbesserten sich ständig und die Bedenken nahmen ab. Die Architekten der Chicago School entwickelten auch die Technik, oder den Stil der „Curtain Wall“. Damit wurde die Fassade als tragendes Element abgelöst und diente nur noch als Begrenzung von Innen nach Außen, oder anders gesagt: zum Schutz vor schlechten Wetter. Erst mit einer Änderung der Bauordnung im Jahre 1892 konnten die Curtain Walls auch in New York gebaut werden (als einziges Beispiel eines Gebäudes von Louis Sullivan in NYC ist heute das „Condict Building“ erhalten, es wurde mit einer Terrakotta Vorhangfassade ausgestaltet).

Mit der Beschränkung der Höhe der Gebäude in Chicago auf 40m zog New York am Konkurrenten aus dem Mittleren Westen schnell vorbei, zumindest was den Wettstreit um die höchsten Gebäude der Welt betraf. Dabei waren die Hochhäuser an der Ostküste nicht nur höher, sondern sie offenbarten auch spektakulärere Formen, wie das 1902 entstehende „Flatrion Building“. Zusammen mit dem „Singer“ und dem „Woolworth Building“ bildeten diese Wolkenkratzer die Vorreiter für reichverzierte Himmelsstürmer.

Die Wolkenkratzer erreichen immer größere Höhen, schon seit Ende des 19. Jahrhunderts herrschte ein Bauboom, der skurrile Formen annahm. Manchmal wurden Hochhäuser schon nach wenigen Jahren weggerissen, um für noch größere Bauwerke Platz zu schaffen. 1908 entstand das „Singer Building“, dass mit 186m das höchste Haus der Welt war. Schon ein Jahr später wurde es deutlich vom „Metropolitan Life Tower“ mit 213m übertrumpft. Der Wettkampf schien kein Ende zu finden, denn 1913 wurde das neogotische „Woolworth Building“ mit 241m das neue höchste Haus der Welt. Diesen Status konnte es über einige Jahre verteidigen, auch deshalb weil der 1. Weltkrieg ausbrach. Zwar bekam man das in New York nur mit, weil in der Stadt der größte Marineumschlagplatz der Navy war, aber die einsetzende Weltwirtschaftskrise machte auch den Bauboom zunichte.

Die Bauentwicklung in New York wurde aber nicht nur von wirtschaftlichen Faktoren und technologischen Entwicklungen geleitet, sondern ebenfalls von administrativen Regularien, so wie ein neues Baugesetz der Stadt, das sogenannte „Zoning Law“ von 1916. Anlass dafür war das „Equitable Life Building“, ein 38 stöckiger Klotz der schnurrgerade am Rand des Broadways nach oben aufsteigt. Das Gebäude warf einen so starken Schatten, das sich zahlreiche Anwohner darüber beschwerten.  Mit dem „Equitable Life Building“,  wurde ein Trend fortgesetzt, der damals schon seit einigen Jahren anhielt. Nämlich die Gebäude immer breiter zu bauen, um den vorhandenen Platz innerhalb der Fassade zu maximieren. Das „Equitable Biulding“ nutze die ganze Breite eines Blocks aus, bei einer Höhe von 164m, was seine Nachbarn in weniger hohen Höhen in „ewige Dunkelheit“ hüllte. Die neue Verordnung regelte daher die Bebauung von neuen Grundstücken. Eine zentrale Regel besagte, dass wenn ein Gebäude mehr als 25% der Grundstücksfläche (bzw. der Blockbreite) einnimmt, es sich nach oben hin verjüngen muss, um der Straße etwas mehr Sonnenlicht zu geben. Mit dieser Reglung konnten die typischen Wolkenkratzer entstehen, welche wie Hochzeitstorten zu ihrer Spitze hin immer schmaler werden, ohne das dabei jedoch eine Höhenbeschränkung beachtet werden musste. Durch den Zoning Code wurden auch sogenannte „Air Rights“ festgelegt. Dabei handelt es sich um die Verlängerung der Bodenrechte von Grundstücken in die Höhe. Ab den 1920er Jahren begann ein intensiver Handel mit den „Air Rights“.

Die Goldenen Zwanziger und die steigende Weltwirtschaft führten zu einem neuen Bauboom. Die neuen Hochhäuser zeigten sich zumeist als elegante und wohl proportionierte Himmelsstürmer, welche fast alle mit einer Spitze versehen wurden. Spätestens in der zweiten Hälfte der 20er Jahre wurden die neuen Häuser so geplant, dass sie neue Höhenrekorde brechen würden. Noch vor der schlagartig einsetzenden Depression wurden zahlreiche neue Gebäudetürme begonnen, welche aber alle erst nach dem 24. Oktober 1929 fertig gestellt wurden (dem „schwarzen Donnerstag“ mit dramatischen Kurseinbrüchen, der zur Weltwirtschaftskrise führte, mit einem Tag Verzögerung kam es dann in Europa zum „schwarzen Freitag“). 1930 wurde das 282m hohe „40 Wall Street“ Gebäude eröffnet, dass das „Woolworth“ als höchstes Haus der Welt ablöste. Nur wenige Wochen später erreichte das „Chrysler Building“ 319m und es entstand erstmals ein Haus, welches höher als der Eiffelturm war.

Das „Chrysler Building“ war und ist ein Mustergebäude des „Art Deco“, eines Baustils, der zur damaligen Zeit fast alle Hochhausbauten in New York formte. Dieser Stil etablierte sich seit der 1925 in Paris durchgeführten Ausstellung „Exposition Internationale des Arts Dècoratifs et Industriels Modernes“. Art Deco kann dabei als „verzierende Künste“ übersetzt werden. Außerhalb der Architektur konnte sich diese Bewegung ebenso in Kleidermode, Gebrauchsgegenständen oder Möbeln manifestieren. Allerdings fehlt es dem Stil an einem einheitlichen Merkmal. Am besten deutlich in der Architektur wird Art Deco durch seine Verwendung von stilisierten und flächigen Darstellungen und einem Hang zum Ornamentalen.

Schon rund ein Jahr später überragte das „Empire State Building“ mit 381m alles andere, nicht nur in New York sondern weltweit. In der Mitte der 1930er Jahre wurde New York zu einem der außergewöhnlichsten Orte der Welt. 18 der 20 höchsten Gebäude unseres Planeten standen in der Stadt am Hudson River.  Andere Projekte fielen jedoch der Wirtschaftskrise zum Opfer. Bestes Beispiel dafür ist das „Metropolitan Life North Building“. Es sollte eine ähnliche Höhe wie das „Empire State“ erreichen. Doch die wirtschaftliche Depression führte zum Baustopp, das Gebäude wurde nach dem 28. Stock nicht weitergebaut und wurde dann für die namensgebende Versicherung zum Lagerhaus von Akten benutzte.

Nur ein einziges Vorhaben trotzte damals der Krise. Es war das „Rockefeller Center“, einer Hochhausstadt, in der Stadt der Wolkenkratzer. Das Mammutprojekt brachte hunderttausenden Menschen Arbeit, in einer Zeit von 25% Arbeitslosigkeit. Die Arbeiter ließen einen riesigen Büro- und Unterhaltungskomplex entstehen, mit eigener Straße, Platz, Hochhäusern. Im Areal entstand auch die Radio Music Hall, die bis heute größte Konzerthalle der Welt.

Auch der „Art Deco“ Stil wurde mit dem Bau des Rockefeller Centers zurückgedrängt. Die europäische Moderne hielt Einzug in der Architektur der Hochhäuser. Diese neue künstlerische Bewegung erhielt einen ersten Schub in Amerika, durch eine 1932 im „Museum of Modern Art“ durchgeführte Architektur-Ausstellung. Der Ausstellungskatalog trug den Namen „The International Style“ und bezeichnete damit den Stil der vom Bauhaus geprägten Moderne. So wurde der Internationale Stil geboren, wobei er noch einige Jahre benötigte ehe er vollkommen durchsetzte.

1940 wurde der Bau am „Rockefeller Center“ beendet und mit ihm endete ebenso endgültig der Boom von Hochhausbauten, auch hier nicht nur in New York sondern global. Der 2. Weltkrieg war im vollen Gange und sollte erst 5 Jahre später, nach Hiroshima und Nagasaki beendet sein. Die Zeit des „Art Deco“ mit seinen kostspieligen und ausufernden Ornamenten und seinem handwerklichen Bedarf war vorbei. Gebäude wurden mehr und mehr industriell erschaffen, was einen immer höheren Grad der Standardisierung von Bauprozessen und Formen beinhaltete. Bald entstand die „Glass box“ und schien schon kurz darauf das einzig legitime Mittel zu sein, neue Wolkenkratzer zu bauen. Dabei wurde das Prinzip des „Curtain Wall“, oder zu Deutsch: Vorhangfassade perfektioniert. Die Außenwände setzten sich aus zwei elementaren Komponenten zusammen, einem Stahlrahmen und einer Glasfront zumeist in Form von Fenstern. Glanzvolle Bauten wie das „Gebäude der Vereinten Nationen“, das „Lever House“ oder das „Seagram Building“ waren die Vorbilder dieser Entwicklung. Insbesondere das „Seagram Building“ kann als Höhepunkt des „International Style“ angesehen werden. Dieses von Mies van der Rohe und Philip Johnson erbaute „nur“ 157m hohe Gebäude, ließ keine wirkliche Steigerung dieses Baustils mehr zu, alles danach war größtenteils Imitation, die bald auch ihre Kritiker fand; zu monoton, gleichförmig und kalt wurden die wie Pilze aus dem Boden schießenden Glas-Gebäude empfunden. Doch das „Seagram Building“ war noch aus einem anderen Grund historisch außerordentlich wichtig. Anders als seine Vorgängerbauten, wurde das Haus 27m von der Straße aus, in das Grundstück eingerückt und gab damit Raum für einen öffentlichen Vorplatz. Diese Idee kam bei der Administration von New York so gut an, dass sie das 1916 beschlossene Baugesetz veränderten. Halböffentliche Plätze sollten auf Teilen der Grundstücke vor den Bürotürmen angelegt werden können. Das neue Gesetz von 1961 ermöglichte nun Bauherren, die Dichte ihrer Bebauung zu erhöhen, wenn sie dafür auf ihrem Baugrund öffentliche Plazas errichteten.

Immer neue technische Verfahren wurden im Laufe der 1960er und 70er Jahre entwickelt und bei Hochhausbauten angewendet. Die einfache und kalte viereckige Glassbox wurde erweitert und variiert. So legte Eero Saarinen mit seinem „CBS Building“ wieder großen Wert auf horizontale Orientierung. Es kann dabei aber kein wirklicher Bruch bei den Architekturstilen festgestellt werden, vielmehr wird daher von der Spätmoderne gesprochen. Ein weiteres Beispiel dafür ist das“ Citigroup Building“ mit seinem abgestuften Dach. Der im wahrsten Sinne überragende Vertreter der Hochhäuser dieser Zeit war das „World Trade Center“. Mit seinen beiden „Twin Towers“ stellte es für ein Jahr die höchsten Gebäude der Welt (überholt vom „Sears Tower“, heute „Willis Tower“ in Chicago).  Mit den riesigen Erdmassen, die für das Fundament der zahlreichen Gebäude entstanden, wurde später der Battery Park angelegt, der dem Hudson River entrissen wurde.

Auch der architektonische Übergang zur Postmoderne ist eher fließend. Ein größer werdender Mix von Gebäudeformen tritt im Laufe der 1970er Jahre zu Tage. Kein stilistisches Element hatte mehr absolute Priorität und so etablierten sich wiederum Steinfassaden, welche größere Möglichkeiten von Farbgebung und Formung eines Hauses brachten. Ein weltweites Wahrzeichen dieser Form des Bauens stellt das „AT&T Building“ von Philip Johnson dar.

Heute stellt New York wohl immer noch eine der beeindrucktesten Skylines der Welt, wenngleich die neuen Rekordhalter der Höhe in Asien zu Hause sind. Aber die Stadt erlebte und erlebt einen neuen Bauboom. Auch wenn dieser nicht mehr Rekordhöhen erreicht, ist die Stadt die niemals schläft weiterhin eine der, wenn nicht sogar die Hochhausstadt der Erde. Und auch in New York geht der Trend zu ökologisch orientierten Bauwerken nicht vorbei und so entstehen heute immer mehr „bioclymatic skyscraper“, welche Versuchen, die nicht immer sehr positiven Ökobilanzen der Wolkenkratzer zumindest zu verbessern.

urban facts Berlin

Allgemeine Daten:

Einwohner: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 3.613.496 / 4.469.439 / 6.117.535
Einwohnerentwicklung 2013-14: Stadt / Ballungsraum + 1,4% / +1,4%
Fläche: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 891,68 km² / 3.743 km² / 30.546 km²
Bevölkerungsdichte: Stadt /Ballungsraum / Metroregion 3.891 Einw/km² / 1.194 Einw./km² / 200 Einw./km²
Geographische Höhe 34-122m
Koordinaten 52° 31′ N – 13° 24′ O
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 570 / 106 / 1845
Fluss Spree mündet in Berlin nach 400km in die Havel
KfZ-Kennzeichen B

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Michael Müller (SPD) – seit 2014
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt Deutschlands und eigenes Bundesland
Anzahl Besucher im Jahr 2014 28,7 Mio. Übernachtungen, ca. 100 Mio. Tagestouristen, 3 beliebteste Destination Europas
Platz in der Mercer-Studie 2015 14. (4. beste deutsche Stadt)
Global City Status Beta +
Flughafen Momentan noch zwei Flughäfen in Betrieb, da neuer Zentralflughafen noch in Bau:
Tegel (TXL; eröffnet: 1948; 21 Mio; PAX 2015; 4.größter Flughafen Dtl. ; 2 Landebahnen, 5 Terminals; 11km NW vom Rathaus)
Schönefeld (SXF, eröffnet: 1946; 8,5 Mio. PAX 2015; 8. Größter Flughafen Dtl.; 1 Bahn; 20km S vom Rathaus)
ÖPNV S-Bahn: 15 Linien auf 331km Streckenlänge, erste Stadtschnellbahn die als S-Bahn bezeichnet wurde; 413 Mio. PAX 2013
U-Bahn: eröffnet 1902; 10 Linien mit 146km Streckenlänge; größtes U-Bahn Netz Dtl.; 2011: 507 Mio. PAX
Straßenbahn: 22 Linien auf 189km Streckenlänge bei 808 Haltestellen, 3. Längstes Straßenbahnnetz der Welt; 181 Mio. PAX 2014; erstmals 1865 (als Pferdebahn)
Bus: 152 Stadtbuslinien bei 390 Mio. PAX 2011; erstmals 1825 (als Pferdebus)
ÖPNV Eigentümlichkeiten Tagesticket 7€ (7,60€ mit Umland)
Entfernung nach… Leipzig 190km (Auto: 1h50min; Bahn: 1h13min)
Dresden 195km (Auto: 1h55min; Bahn:1h56min)
Hannover 285km (Auto:2h40min; Bahn: 1h36min)
Hamburg 290km (Auto: 2h35min; Bahn: 1h42min)
Kopenhagen 440km (Auto: 5h50min; Bahn: 7h16min)
Warschau 575km (Auto: 4h55min; Bahn: 5h30min)
nächster Ort über 500.000: Leipzig 190km
nächster Ort über 1000.000: Hamburg 290km

 

Kultur / Geschichte:

Anzahl Universitäten 31 Unis oder Hochschulen mit ca. 160.000 Studenten, davon vier Universitäten
Humboldt-Universität (HU); gegründet als Universität zu Berlin 1809; mit 33.000 Studenten (2015);
Freie Universität (FU); gegründet 1948; ca. 33.000 Studenten (2015)
Technische Universität (TU); gegründet 1879 als Technische Hochschule Charlottenburg; ca. 34.000 Studenten (2015)
Universität der Künste (UdK); gegründet 2001 (Universitätstitel vergeben); 3.500 Studenten, größte Kunsthochschule Europas
Anzahl Museen und Sammlungen 175 mit ca. 12 Millionen Besuchern jährlich (2006)
Größten jährlichen Feste Berlinale (Februar); größtes Kino-Publikumsfestival der Welt (ca. 490.000 Kinobesucher); seit 1951
Karneval der Kulturen (Pfingsten); erstmals 1996; ca. 750K Besucher pro Jahr
Sportvereine der Stadt Fußball:
Hertha BSC: gegründet 1892; 2xDt.Meister (letztmals 1931); Ø-Zuschauer: 50.214 (2014/15) @Olympiastadion
1.FC Union Berlin: gegründet 1966; 1xDDR Cupsieger; Ø-Zuschauer: 19.129 (14/15) @ Alte Försterei
Eishockey: Eisbären Berlin: gegründet 1954 als SC Dynamo Berlin, seit 1992 Eisbären; 7xDt.Meister; 15xDDR-Meister;1xDt.Pokalsieger: Ø-Zuschauer: 13.092 (15/16) @ Mercedes-Benz-Arena
Basketball: ALBA Berlin; gegründet 1991; 8xDt.Meister; 9xDt.Pokalsieger; 1xKorac-Cup; Ø-Zuschauer: 9.906 (15/16)@ Mercedes-Benz-Arena
Handball: Füchse Berlin: gegründet 1891; 1xDt.Pokalsieger; 1xEHF-Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 8.050 (15/16) @ Max-Schmeling Halle
Tageszeitung der Stadt (Auflage) Überregional:

taz. die tageszeitung; seit 1978; Auflage: 52.000; linksalternativ
Die Welt; seit 1946; Auflage: 187.000; konservativ
Neues Deutschland; seit 1946; Auflage: 28.000; sozialistisch

Regional:
Berliner Zeitung; seit 1945; Auflage: 110.000;
Berliner Morgenpost; seit 1898; Auflage:90.000
Tagespiegel; seit 1945; Auflage: 111.000

Alle Auflagezahlen sind vom 4.Quartal 2015; Quelle wikipedia.de

Biersorte des Ortes: Berliner Pilsner: gegründet 1902;
Berliner Kindl; geründet 1872
Schultheiss; gegründet 1842
alle zur Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei gehörend, die Teil der Radeberger Gruppe ist
Erste urkundliche Erwähnung 1237
Gegründet von: Unklar; auch ob Cölln oder Ur-Berlin älter ist
Großstadt seit 1747
Das entscheidende Jahr 1961; durch den Mauerbau wird die Stadt in zwei Teile getrennt
Meisten Einwohner im Jahr 4.478.000 (1942)
Einwohnerverlust von Höhepunkt bis heute -22,53%
Man trifft sich am: Alexanderplatz; Bahnhof Zoo,…
Kneipenviertel: Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Mitte…
City Branding Be.Berlin; Spree-Athen

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Brandenburger Tor
Architektonisches Highlight Berliner Philharmonie (Hans Scharoun)
Höchstes Gebäude Fernsehturm (365m); höchstes Haus: ParkInn Hotel 122m
Meist fotografiertes Gebäude Reichstag
Anzahl Starbucks 21
Konzernzentralen von Siemens (geteilter Firmenhauptsitz mit München); gegründet 1847; heute ca. 348.000 Mitarbeiter weltweit
Deutsche Bahn; gegründet 1994; ca. 300.000 Mitarbeiter, davon 21.000 in Berlin
Anzahl Pendler (2014) 294.000 Einpendler; 168.000 Auspendler; Saldo: 126.000
Straftaten auf 100.000 Einwohner (2014) 15.873 (2. Höchster Wert in Deutschland)
Kaufkraftindex in D 91,6%
Verfügbares Einkommen privater Haushalt 17.594€ (85,9% des dt. Durchschnitts)
Arbeitslosenquote 13,8% (1.2016)

Bevölkerungsentwicklung:

1220 1300 1400 1600 1618 1648 1680 1688 1710 1730
2.400 4.000 7.000 9.000 12.000 6.000 10.000 18.000 55.000 72.387

 

1747 1780 1800 1831 1855 1871 1877 1900 1905 1913
107k 140k 172k 248k 447k 826k 1007k 1888k 2040k 2079k

 

1919 1920 1925 1942 1945 1949 1965 1990 2000 2014
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