Onda

25.983 Einwohner | 190 müNN | 20km W von Castellón de la Plana | Sprache: hauptsächlich Valencianisch

Möchte man vom Mittelmeer kommend einen Ausflug in der wunderschönen Serra d’Espadá machen, kommt man kaum an Onda vorbei. Die erste Begegnung mit der Stadt gestaltet sich dabei als recht traurige Angelegenheit, denn auf den Durchfahrtsstraßen zeigt sich Onda von seiner trostlosen Seite, kleine Gewerbegebiete wechseln sich mit ausdruckslosen Wohnhochhäusern ab und man meint, die Stadt zu verlassen, sei kein schlechter Gedanke. Aber mit etwas Glück bemerkt man die Burg der Stadt, die auf einem Hügel steht und trotz ihres eher flachen Charakters das Terrain überragt. Und ein kleiner Stopp in Onda, der rund 25.000 Seelen zählenden Stadt wird sich tatsächlich lohnen. Denn die historische Altstadt zeigt sich als liebenswerte valencianische Kleinstadt.

Historisch hat Onda, wie soviele Städte der Region eine weitreichende Geschichte, die sich auch in ihrem Stadtbild noch zeigt. Bei Ausgrabungen sind in der Gegend noch Fundstücke aus der iberischen Zeit gefunden wurden. Erste Zeugnisse, die heute noch in der Burg zu sehen sind, stammen aus der Antike. Aber erst unter der maurischen Herrschaft wurde Onda zu einer bedeutenderen Siedlung. Im 11. Jahrhundert wurde die Medina befestigt und im 12. und 13. Jahrhundert folgte der Bau der Burg, was Onda zu einem wichtigen Ort im nördlichen Teil des Taifas Valencia machte. 1242 wurde Onda vom christlich aragonesischen König Jaume I. erobert und zum Königreich Valencia angegliedert und 1248 wurde ihr die „Carta de Puebla“ verliehen, das Stadtrecht. Die Ritterorden übernahmen die Aufsicht der Burg und bauten diese aus, weshalb diese später auch – etwas euphemistisch – die Burg der 300 Türme genannt wurde.

Guardamar del Segura

15.589 Einwohner | 35km² | 35km S von Alicante | an Mündung des Segura ins Mittelmeer gelegen

In der langen Linie von Küstenorten die sich an Spaniens Mittelmeerküste entlang ziehen, ist Guardamar del Segura tatsächlich etwas Besonderes. Das liegt weniger daran, dass das Städtchen der südlichste Punkt Spaniens ist, wo noch Katalanisch bzw. seine Sprachform Valencianisch gesprochen wird, sondern an seiner – insbesondere für spanische Urlaubsorte – Eingebundenheit in die Natur. Höhere Häuser finden sich hier nicht am Strand (allerdings schon in einigen Urbanisationen im Umland), vielmehr ist Guardamar eingebettet in zahlreiche Grünanlagen in den Dünen. Wie fast überall an der Küste steigt die Einwohnerzahl der regulären 15.000 Bewohner im Juli und August auf rund 45.000.

Diese können dann einen etwas anderen Urlaubsort genießen. Zwar gibt es auch in Guardamar eine Strandpromenade, aber diese ist nicht wirklich durchgehend und unterhalb der Innenstadt befindet sich nur eine einzige Häuserreihe am Meer. Dahinter stehen aber nicht die üblichen quadratischen Reihen von Wohn- und Hotelhochhäusern, sondern es erstreckt sich eine Parklandschaft in den Dünen. Interessanterweise ist diese Naturbelassenheit, aber erst rund 100 Jahre alt. Damals stand das Örtchen vor einem großen Problem. Die Anlagerungen des Meeres und der Schwemmsand des gleich in Stadtnähe mündenden Segura-Flusses, sowie die Erosion des Bodens, der jahrhundertelang seiner Bäume beraubt wurde und nicht zu vergessen, der teilweise stark auftretende Ostwind, ließen die Dünen immer größer vor den Häusern auftürmen und es bestand die Gefahr, dass das Guardamar irgendwann einmal im Sand begraben würde. Also wurde der Plan gefasst, einen Park zu errichten. Francisco Mira y Botella, ein Landschaftsarchitekt aus der Region Alicante, begann um 1900 mit den ersten Baumpflanzungen, um die Bodenerosion zu stoppen und den Ort zu schützen. Pinien, Palmen und Zypressen wurden aufgeforstet und mit den Jahren entstanden die beiden Parks Alfonso XIII. und Reina Sofia, welche die 800 Hektar große Dünenlandschaft Pinada de Guardemar ausmachen. Heute kann man die beiden Parks wunderbar für Spaziergänge nutzen, um zu radeln oder zu joggen. Auch wird dieser Küstenschutz gegenwärtig weiter betrieben, so zu sehen an den direkt am Strand gebauten älteren Häusern, welche langsam vom Meer aufgefressen werden, wobei sich die Stadt hier an das spanische Küstenschutzgesetz hält und die Eigentümer sogar enteignet werden können.

Auch wenn der augenscheinlichste Teil Guardamars die begrünte Dünenlandschaft ist, muss wie in so vielen Orten am Mittelmeer auch darauf hingewiesen werden, dass das Gebiet der heutigen Stadt schon seit Jahrtausenden besiedelt wurde. Schon die Phönizier siedelten hier und Reste ihrer Kolonie „Alonis“ aus dem 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurden bei archäologischen Grabungen gefunden. Nicht zu vergessen ist der bedeutendste Fund, welcher 1987 gemacht wurde, die „Dama de Guardamar“, eine Frauenbüste der Iberer, die rund 2300 Jahre alt ist und der noch bekannteren „Dama de Elche“ ähnelt. Heute ist sie im Archäologischen Museum in Alicante zu sehen.
Die Araber nannten die Gegend um die Mündung des Segura später: „Guald-al-ramal“ (=“Sandfluss“), was ein Ursprung des heutigen Ortsnamen wäre. Arabische Grenzbefestigung in Küstennähe wurde bei Ausgrabungen nachgewiesen, an denen nicht nur Soldaten, sondern wohl auch Gelehrte lebten. Um 1245 eroberte Alfonso X. das Gebiet der heutigen Stadt von den Mauren, für die Krone Kastiliens. Nach einem Aufstand ließ er 1265 die islamische Bevölkerung vertreiben und 1277 die rein christliche Siedlung Guardamar del Segura auf dem heutigen Schlossberg errichten. Dabei wurden Menschen aus den Regionen Valencia und Barcelona angesiedelt, was erklärt, dass Guadamar heute der südlichste Zipfel ist, in dem noch katalanisch gesprochen wird. Am 21.März 1829 führte ein schweres Erdbeben zu großen Zerstörungen und zahlreichen Todesfällen. Der mittelalterliche Ort auf dem Schlosshügel und die Burganlage wurden nahezu komplett zerstört. Beim Aufbau der neuen Stadt wurde darauf geachtet, niedrige Häuser mit großen Innenhöfen zu erbauen, die eine möglichst hohe Erdbebensicherheit ermöglichen. Weiterhin wurde die Stadt neoklassisch angelegt, mit einem strikten Grundriss nach Nord-Süd Richtung und drei exponierten Plätzen. Neben dem schon erwähnten Pinadar de Guadamar kam 1962 ein weiteres weithin sichtbares, aber kaum bemerktes Detail etwas außerhalb des Ortes hinzu, der Toretta de Guardamar, ein 370m hoher, abgespannter Stahlfachwerksendemast des US-Militärs. Seine Antenne dient der Übermittlung von Meldungen an abgetauchte US U-Boote und wird mittlerweile auch von der spanischen Marine betrieben. Er ist damit nicht nur die höchste gebaute Struktur auf der iberischen Halbinsel, sondern sogar in der Europäischen Union.

Xàtiva

29.095 Einwohner | 76km² | 115m über dem Meer | Kreiststadt der Comarca Costera | am Ufer des Flusses Albaida | 60km SW von Valencia

Xàtiva, das auf spanisch Játiva ausgesprochen erkennt man schon von weitem an seiner dominanten Burg, welche die Stadt, auf einem Berggrat gelegen, deutlich überragt. Xàtiva liegt verkehrstechnisch sehr günstig an den Eisenbahnlinie von Valencia nach Murcia und Albacete und an der Autobahnkreuzung der A7, die hier von Valencia über das Bergland und Alcoi nach Alacant führt und der A31, die weiter nach Albacete führt. Mit 30.000 Einwohnern gehört das Städtchen nicht wirklich zu den großen Städten des Landes Valencia, aber es ist immerhin Kreisstadt der Comarca Costera und ein Zentrum des durchaus dicht besiedelten Umlandes, dass hier das Flachland der Huerta Valencias schon verlässt und in die gebirgige Landschaft des Präbetikums umschwenkt.

Eine Besuch in Xàtiva lohnt sich nicht nur, wegen der beeindruckenden Burg. Die Geschichte des Umlandes startet schon vor rund 8.000 Jahren, denn in der nahe der Stadt gelegenen Cova Negra wurden Neandertalerknochen gefunden, die ein solches Alter vorweisen können. Die Iberer siedelten hier dann viele Jahrhunderte später und nannten die Stadt „Saiti“. In der Antike soll der karthagische Feldherr Hanibal auf seinem Feldzug gegen Rom durch die Stadt gezogen sein, die später in römische Hände gelangte und dort den Namen „Saetabis“ bekam. Wie in ganz Spanien lösten die Westgoten die Römer als Machthaber ab und die Stadt wuchs sogar noch, in ihrer Bedeutung, denn sie wurde nun sogar Bischofssitz. Mit der maurischen Eroberung gab es zwar keinen Bischofssitz mehr, aber im 11. Jahrhundert führten die Mauren das Papier ein, dessen Herstellungstechnologie nun erstmals in Europa angewandt wurde. Aus Stroh und Reis wurde in der ersten Papierfabrik des Kontinents Papier hergestellt. Die maurische Herrschaft endete mit der Einnahme durch Jaume I. für die Krone Aragons im Jahr 1244. Im neu geschaffenen Königreich Valencia wurde sie nach der Namensgebenden Hauptstadt die zweitwichtigste Stadt. Zwei Päpste der Borja Familie erblickten in Xàtiva das Licht der Welt (Calixto III. und Alexander VI.). Auch der Maler Jospe de Ribera, in Italien der Barockzeit anerkennend „lo Spagnoletto“ genannt wurde hier 1591 geboren. Ihre schwersten Stunden erlebte Xàtiva 1707 im Zuge des spanischen Erbfolgekrieges. Auf der Seite der Habsburger stehend belagerten die bourbonischen Truppen nach dem Gewinn der Schlacht von Almansa vom 5.Mai an die Stadt, die sie schließlich am 24. des Monats angriffen und eroberten. Die siegreiche Armee ließ daraufhin die Stadt räumen und abbrennen, weshalb die Einwohner der Stadt bis heute noch „Socarrats“ genannt werden, übersetzt die Ausgebrannten. Einige Einwohner sollen dabei in der Stadtkirche mit verbrannt worden sein. Der neue spanische König Felipe V. ließ die Stadt ein jahr später wieder aufbauen, sie musste sich aber „Nueva Colonia de San Felipe“ nennen und wurde aller ihrer bisherigen Privilegien beraut. Aus diesen Gründen ist nicht nur im Stadtmuseum das Portrait Felipe V. verkehrtherum aufgehängt, sondern man ist auch stolz auf seine valencianische Geschichte und Traditionen. Die ehemalige Bedeutung jedoch sollte der Ort nie wieder erreichen. Erst als im Zuge der ersten spanischen, bürgerlichen Verfassung in Cádiz 1811 wurde der Ort wieder in Xàtiva umgenannt und wurde sogar einmal kurzzeitig Provinzhauptstadt, jedoch nur in der kurzen liberalen Phase („Trieno Liberal“) von 1820 bis 23.

Heute können trotzdem noch zahlreiche Spuren der Vergangenheit bewundert werden, in der verwinkelten Altstadt unterhalb des Burgberges, in der noch einige traditionelle Textil oder Schuhgeschäfte gefunden werden können, finden sich zahlreiche Hinweisschilder und ein ausgezeichneter Besucherservice, der einen Besuch in Xàtiva sehr lohnenswert macht.

Gandia

75.514 Einwohner | Kreisstadt der Comarca La Safor | am Golf von Valencia gelegen | 70km S von Valencia

Gandia ist einer von Spaniens bekanntesten Badeurlaubsorten. Dabei ist Gandias Image eher mit jugendlichen Partygängern, Ausgehen und am Strand abmatten aufgeladen, als mit gediegenen oder gar hochkulturellen Sonnenbaden (wenn es das gibt). Es wäre aber vollkommen falsch, die Stadt einfach zu meiden. Wer nicht in das turbulente Strandleben abtauchen möchte (bei dem durchaus auch Familien Platz haben), dem sei gesagt, dass Gandia quasi aus zwei Teilen besteht. Neben den recht einfallslosen Strandburgen und dem Hafen direkt am Meer befindet sich die Altstadt rund 2km im Landesinneren.  Offiziell hat Gandia rund 75.000 Einwohnern und gehört damit schon zu einer der größten Städte an der Küste der Communidad Valencia. Durch die vielen Strandhochhäuser, kann man aber davon ausgehen, dass insbesondere im Sommer rund 160.000 Menschen wirklich in der Stadt leben. Besonders populär sind die Strände für Madrilenen, die hier bevorzugt Urlaub machen und die größte Gästegruppe stellen. Abzulesen ist dies beispielsweise an den zahlreichen Bussen die direkte Verbindungen zwischen Hauptstadt und Gandia herstellen.

In der Altstadt Gandias ist aber noch einiges von den bedeutenden historischen Spuren der Stadt zu finden. Hier hat man das Gefühl doch ziemlich weit weg vom Trubel des Strandes zu sein. Im 15. und 16. Jahrhundert war Gandia ein kulturelles Zentrum und ein bedeutender Handelsplatz der Levante-Küste. Von 1578 bis 1772 stand hier eine Universität, die dann aber mit der Auflösung des Jesuitenordens geschlossen wurde (heute hat die Universität Valencia hier einen zusätzlichen Campus eingerichtet). Berühmte Dichter jener Tage wie Ausias March oder Joanot Martorell stammen aus der Stadt und zeigen das Gandia durchaus ein kulturelles Zentrum des spanischen Ostens war. Noch berühmter ist wohl aber die Familie der Borgia, der Herzöge von Gandia, die einflussreiche Politiker und sogar mehrere Päpste stellten. Der eindrucksvolle Palacio Ducal zeugt noch heute vom Erbe dieser Familie.

Kulinarisch darf nicht vergessen werden, dass Gandia der Geburtsort der Fideuà ist, der Nudelvariante der valencianischen Paella (um Missverständnisse zu vermeiden, Fideuà ist keine Paella, wird aber in der gleichen flachen Pfanne hergestellt). Statt Reis werden kleine, hohle Hartweizen-Nudeln verwendet, anders als bei der traditionellen Paella mit Fleisch werden bei Fideuà auch eher Meeresfrüchte beigegeben, wobei es je nach Geschmack und Gusto des Koches gern auch noch abwechslungsreicher zugehen kann.

Geschichte Dresdens

Vorgeschichte und Gründung Dresdens | Dresden, der bessere Marktflecken im Mittelalter | Dresden wird sächsische Residenzstadt | Vom 30-jährigen Krieg bis zur Barockstadt August des Starken | Der Siebenjährige Krieg und das Ende der Träume von einer europäischen Metropole | Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: Napoleon, Restauration und Revolution | Die industrielle Revolution überrollt Dresden | Dresden im Kaiserreich | Vom 1. Weltkrieg bis zur größten Katastrophe der Stadt im 2.Weltkrieg | Dresden in der DDR | Dresden nach der Wende

 

Vorgeschichte und Gründung Dresdens

Dresden wurde urkundlich erstmals 1206 erwähnt und ist diesbezüglich ein recht typisches Beispiel für eine mittelalterliche Stadtgründung. Wenngleich die Gegend auf welchem sich heute die Stadt befindet schon ungleich länger besiedelt war. Schon vor rund 6000 Jahren sollen die ersten Menschen im oberen Elbtal gelebt haben und an der Heidenschanze fanden sich noch Reste einer spätbronzezeitlichen Befestigung, weshalb dieser Felsen über dem Plauenschen Grund seinen heutigen Namen bekam.
Zeitlich relevanter ist aber die Besiedlung durch slawische Stämme, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts aus dem böhmischen Raum ins Elbtal zogen. Die neuen Bewohner nannten die waldfreien Gebiete zwischen (den damals nicht existenten Städten) Pirna und Meissen „Nisani“ – Niederung. Diese Stämme wurden 928 von König Heinrich I. unterworfen, der im Osten seines Reiches neue Gebiete eroberte. Dabei wurde als zentraler Ort die Burg Meißen errichtet. Gleichzeitig wurden die neuen Gebiete und insbesondere seine Bewohner mit dem christlichen Glauben missioniert. Missionierung und Eroberung gingen damals quasi Hand in Hand. Um 1050 könnte so die erste Frauenkirche entstanden sein (genauer Quellen sind nicht zu finden). Sie stand in der Nähe einer slawischen Siedlung, welche „Drezdany“ genannt wurde, was übersetzt „Auenwaldbewohner“ bedeutet. In den folgenden Jahren siedelten sich immer mehr Deutsche in der Gegend an, gewannen die Mehrheit und germanisierten mit der Zeit die slawische Bevölkerung. Die Markgrafen der Region wurden die Wettiner, welche vom König eingesetzt wurden. Es gilt anzunehmen, dass sie auf dem Taschenberg ein Kastell errichteten, da hier eine benutzbare Elbfurt vorhanden war und sich so ein Handelsweg vom Erzgebirge kommend nach Norden fortsetzen ließ, der bei Königsbrück auf die Via Regia stieß.
Insgesamt betrachtet, war das 12. Jahrhundert ein Zeitalter der expansiven Stadtgründung, verbunden mit einer starken Besiedelung im Osten (siehe dazu genauer: die Europäische Stadt im Mittelalter). So kann man davon ausgehen, dass Dresden spätestens im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts gegründet wurde, auch wenn die erste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahr 1206 stammt und erst 1216 Dresden erstmals als Stadt tituliert wurde.

Dresden, der bessere Marktflecken im Mittelalter

Bei den ersten Bewohnern Dresdens wird es wohl sich zumeist um Kaufleute gehandelt haben. Schon im Jahr 1284 ist von einer ersten steinernen Brücke über die Elbe berichtet wurden, was andeutet, dass der Handel im jungen Dresden durchaus lukrative Geschäfte einbrachte, denn sonst wäre eine massive Brücke kaum zu bezahlen gewesen. Im selben Jahr wurden die Rechte der Stadt gestärkt, die nun erstmals eigene Verordnungen durchsetzen konnte. Ab 1301 konnten Räte bestimmt werden, zumeist Kaufleute, welche die Geschicke Dresdens leiteten und die einen Bürgermeister bestimmten durften. Dennoch war die Stadt äußerst klein. Die Stadtmauern umfassten nur ein Gebiet von wenigen hundert Metern Ausdehnung in welchem ein gitterförmiges Straßennetz angelegt war. Die Frauenkirche blieb, obwohl Pfarrkirche der Stadt, außerhalb der Befestigungsanlagen.
Dresdens Bedeutung in der Region ist kaum zu überschätzen. Freiberg, Pirna und Meißen waren deutlich wichtiger und auch Leipzig hatte am Ende des Mittelalters ein größeres Gewicht. Das schützte aber nicht vor den Plagen jener Zeiten, die auch vor dem kleinen Dresden keinen Halt machten. Die Pest verseuchte die Stadt, ebenso suchte eine verheerende Elbeflut 1342 das Örtchen heim. Für das Unglück wurden – ganz der damaligen Gewohnheit – die Juden verantwortlich gemacht, welche am 24. Februar 1349 einem Pogrom zum Opfer fielen, ein schon im Mittelalter leider sehr verbreitetes Phänomen.
Neben den Kaufleuten wuchs allerdings der Berufszweig der Handwerker im Laufe der Jahrzehnte in Dresden heran, welche ihre Produkte nicht nur im Umland, sondern gar für den Fernhandel verkaufen konnten.  Besonders die Tuchmacher waren wirtschaftlich erfolgreich.  Seit der Herrschaft des wettinischen Markgraf Wilhelm I., wuchs die Bedeutung Dresdens auch für die fürstlich-sächsische Politik, denn ab und an weilte der Markgraf in der Stadt und regierte von hieraus. Und die Stadt sowie ihre Oberen zeigten sich gefällig. Für die Eroberung der Burggrafschaft Dohna aus den Händen Böhmens im Jahr 1402, stellte die Stadt materielle Hilfe und Kriegsknechte bereit. Die verbesserte Stellung in der Landespolitik kam auch dadurch zum Ausdruck, dass die alte Burg abgerissen wurde und ein palastartiger Bau mit Turm (dem ersten Hausmannsturm) errichtet wurde. Ebenso wurde die Nikolaikirche neugebaut, welche 1388 dann als Kreuzkirche geweiht wurde.
Das auf der anderen Elbseite entstandene Örtchen Altendresden wurde 1403 zur Stadt ernannte, war aber immer von seinem Nachbarn auf der anderen Flussseite abhängig und wurde letztendlich in der Mitte des 16. Jahrhunderts eingemeindet.
Landespolitisch ist das Jahr 1423 interessant, da dass Herzogtum Sachsen mit der Kurwürde belehnt wurde, was das Haus Wettin zu einer der bedeutendsten Adelsfamilien im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation machte.
Aus Furcht vor den in Böhmen lebenden Hussiten wurde der Bau eines 2.Stadtmauerrings um 1427 vorangetrieben und tatsächlich überfielen immer wieder Krieger die Region. In Dresden wurden dabei insbesondere die außerhalb der Mauern entstandenen Vororte zerstört. Der Bedeutung der Stadt war dies nicht zuträglich. So wurde lange nur ein einziger Jahrmarkt in der Stadt abgehalten, erst 1487 kam ein zweiter hinzu. Der 1437 erstmals erwähnte Striezelmarkt, welcher heute eine große Anziehungskraft ausstrahlt, war lediglich für die Versorgung von Stollen und Striezeln (daher Hefeteiggebäck) zur Weihnachtszeit gedacht und hat mit dem heutigen Weihnachtsmarkt nur sehr wenig gemeinsam.

Dresden wird sächsische Residenzstadt

Nachdem Tode Kurfürst Friedrich II. 1464 wählten seine beiden Söhne Dresden zu ihrer neuen Hauptresidenz, was für die Stadt eine herausragende Rolle spielte, denn von nun an, war das sächsische Schicksal auch das Schicksal der Stadt. Ab 1471 wurde notwendigerweise das Schloss erweitert, um einen südlichen Flügel. Für die sächsische Geschichte wurde die Leipziger Teilung von 1485 zu einem elementaren Ereignis. Das Kurfürstentum wurde zwischen Albert und Ernst aufgeteilt. Die albertinische Linie des Hauses Wettin wählte daraufhin Dresden zur ständigen Residenzstadt aus und nicht den Stammsitz der Wettiner, das 25km nordöstlich gelegene Meißen. Dadurch siedelte sich der Hof komplett in der Stadt an und mit ihm Landesbehörden, welche das Aussehen Dresdens in Zukunft entscheidend prägen sollten.
Jedoch kam es 1491 zu einem verheerenden Stadtbrand, der mehr als die Hälfte der Häuser der Stadt zerstörte. Hier zeigte sich, dass es Herzog Albrecht ernst mit seiner Wahl Dresdens meinte, denn er sagte für den Wiederaufbau sowohl materielle Hilfe als auch Steuerbefreiungen zu und erließ schließlich eine neue Bauordnung, die besagte, dass Bürgerhäuser in Zukunft mindestens bis zum 1.Stock aus Stein sein mussten, was die Brandgefahr verringerte.
Albrechts Sohn Herzog forcierte den Aufstieg Dresdens, indem er unter anderem die Verwaltung der Stadt straffte. Mit dem Neubau der Kreuzkirche 1499 begann der schrittweise Umbau der Stadt. Die Stadtmauern wurden ab 1519 erweitert und erstmals wurde auch die Frauenkirche Teil der geschützten Stadt, wenngleich um sie nur eine neue Mauer gebaut wurde, sie aber immer noch durch die alte Stadtmauer, die erst später abgerissen wurde, von Dresden getrennt blieb. Im April 1539 wurde die Stadt lutheranisch reformiert, wie wenig später das gesamte Herzogtum Sachsen.
Ab 1541 begann Herzog Moritz die Regierung in Sachsen zu leiten und mit seiner Führung, die nur sehr kurz währte, kam es nicht nur zu einem rasanten Aufstieg des Landes sondern mit ihm auch der Stadt. Moritz waren konfessionelle Fragen weniger wichtig, als machtpolitischer Anspruch, weshalb er sich auch hinter den katholischen Kaiser stellte, als dieser im Schmalkaldischen Krieg  die Protestantischen Fürstenhäuser zurückdrängen wollte. Obwohl in der Heimat als „Judas von Meißen“ beschimpft, kämpften Moritz Truppen für die Katholiken und gewannen mit den kaiserlichen Heer den Krieg, was dazu führte, dass die Kurwürde Sachsens von der ernestinischen / thüringischen Linie (diese hatte die Kurwürde Sachsen nach der Leipziger Teilung erhalten) auf die albertinische Linie überging und Dresden nun zu einer Residenzstadt eines Kurfürstentums machte. Interessanterweise führte dies dazu, dass Sachsen nun zur Spitze der protestantischen Reichstände wurde. Dresden sollte dieser Stellung als Stadt gerecht werden, was weitere Baumaßnahmen erforderlich machte. Die Stadtbefestigung wurde abermals erweitert. Die neue Anlage mit 8 Bastionen nahm sogar das rechtselbische Altendresden mit in die Schutzzone auf (welches sich aber gegen eine Eingliederung zur Stadt heftig wehrte). Diese neue, riesige Anlage bestand bis zum Schleifen der Stadtmauern im frühen 19. Jahrhundert fort. Noch heute können ihre erhalten gebliebenen Reste an der Elbe besichtigt werden.
Wichtiger noch war die Errichtung eines geeigneten und daher repräsentativen  Residenzschlosses, womit der alte Bau vollkommen umgebaut wurde. Nachdem Vorbild französischer Renaissanceschlösser wurde die erste Vierflügel-Schlossanlage in Deutschland erbaut. Die Gesamtkonzeption dazu lieferte Caspar Voigt von Wierandt. Bei der inneren Ausgestaltung des Schlosses wurden viele italienische Künstler engagiert, was später noch zu einer Tradition in Elbflorenz werden sollte. Moritz gründete ebenso 1548 die Hofcantorey, aus der später die Staatskapelle entstand. Die sich langsam entwickelnde höfische Kultur forcierte auch Feste, welche in der Stadt abgehalten wurden, sei es bei der Ankunft des Fürsten in der Heimat nach Reisen, zur Fastnacht oder zu königlicher Hochzeit. Durch den Hofstaat stieg die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen an, was Handel und Gewerbe florieren ließ, was sich wiederum am Wachstum der Stadt deutlich machen lässt. Seit dem großen Stadtbrand 1491 war die Stadt von 4.500 Einwohnern auf rund 6.500 Bewohner im Jahr 1546 angewachsen, rund 50 Jahre später sollten es schon rund 14.000 sein.
Damit veränderte sich auch die wirtschaftliche und soziale Struktur Dresdens. Metallverarbeitende Berufe lösten Tuchmacherein ab, Goldschmiederein expandierten, ebenso wie Uhren- und Büchsenmacher. Kaufleute und Handwerker blieben zwar noch in den Eliten der Stadt vertreten, aber Hofbeamte und Künstler erlangte schnell ebenso Status, Einfluss und Prestige. Die Stadt Dresden verlor aber die Kontrolle über einige städtischen Rechte. So durfte sie im Verteidigungsfall nicht mehr selbst ihre Verteidigung planen, sondern dies oblag seit 1552 dem kurfürstlichen Festungskommandanten.
Trotzdem ging es der Stadt alles andere als schlecht. Durch die immer weiter steigende Bedeutung Sachsens und seine hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die sich in Mitteleuropa damals hinter niemanden verstecken brauchte, blühte auch dessen Hauptstadt weiter auf. Münzstätte und Applelationsgericht (also ein übergeordnetes Gericht) wurden in Dresden errichtet. Ab 1574 wurde der Geheime Rat gegründet, eine Art Regierungskommission des Kurfürstentums. Der seit 1553 an der Macht stehende August begründete ebenso die Kunstkammer, aus der später die Kunstsammlungen werden sollten. Auch die reiche Privatbibliothek des Kurfürsten ist der Anfangspunkt der späteren Landesbibliothek.

Vom 30-jährigen Krieg bis zur Barockstadt August des Starken

Ab 1618 tobte der Dreißigjährige Krieg in Mitteleuropa. In den ersten Jahren bemerkten die Dresdner dies nur durch eine höhere Steuerlast und eine Stagnation der Wirtschaft. Ab 1631 kam eine Pestwelle hinzu, welche sich 1634 wiederholte und 1639 näherten sich die protestantischen Schweden (Sachsen war zu jener Zeit wiederum an der Seite des katholischen Kaisers) der Stadt, welche kurz vorher Pirna eroberten. Die Wirtschaftslage verschlechterte sich rapide und brachte neben Krankheit auch noch große Armut. Erst 1650, als Sachsen alle geforderten Kontributionen an Schweden bezahlt hatte, war endgültig wieder Frieden an der Elbe, was der damalige Kurfürst Johan Georg I. mit einem Friedensfest feiern ließ.
Glücklicherweise erholte sich Sachsen und somit auch Dresden schneller als andere Regionen in Deutschland von den Kriegswirren. Johan Georg II. lies die Vorstadt Neustadt- Ostra bauen, die westlich vor der Stadt lag und neue Betriebe anziehen sollte. Allerdings bekämpften die städtischen Wirtschaftsoberen heftig diesen Versuch (sahen sie doch billige Konkurrenz auf der („grünen Wiese“) und so siedelten sich anfangs nur sehr wenige Gewerbe an. Vielmehr war aber der Adel daran interessiert, hier Häuser zu errichten. Das Prachtvollste war das Marcolinische Palais, der allerdings erst später, 1736, von Johann Christoph Knöffel für den Grafen Brühl gebaut wurde. Heute befinden sich darin Teile des Krankenhauses Friedrichstadt. Im Übrigen ist dies auch der heutige Name für den eben genannten Stadtteil, denn 1730 wurde Neustadt-Ostra zu Ehren des damaligen Kronprinzen Friedrich August II. in Friedrichstadt umbenannt.
Auch in der Stadt selbst kam es zu einigen Bauvorhaben, auf die jedoch der Rat der Stadt immer weniger Einfluss hatte, da sich kurfürstliche Beamte dafür zuständig sahen. Neben dem in häufigen Umbau befindlichen Schloss, wurde ein erstes Theatergebäude nach den Entwürfen von Wolf Caspar von Klengel gebaut.
Doch auch Rückschläge mussten verkraftet werden. Eine letzte Pestwelle kam 1680 über die Stadt, fünf Jahre später zerstörte ein großer Brand fast das gesamte rechtselbisch liegende Altendresden. Klengel, der kurfürstlicher Oberinspektor für alle Bauten der Stadt war, lieferte für den zerstörten Teil einen neuen Entwurf, der strahlenförmige Straßen von einem Zentrum auslaufen ließ (noch heute ist diese Struktur in Ansätzen erkennbar). Dies war der Beginn der barocken Architektur in Dresden. Dazu gehört auch der ab 1676 angelegte Große Garten, der als künstliches Jagdgelände dienen sollte. Johan Georg Starke wurde betraut, dieses für damalige Zeit, riesige Revier östlich der Stadt zu planen. Von ihm stammt dann auch der Entwurf für das Palais, dass in der Mitte der Anlage steht und als ein Musterbeispiel für die Bauten des Barocks in ganz Sachsen gilt.
In seine Hochphase kam das barocke Treiben, das heute noch viele Stadtführungen von Dresden als thematischen Aufhänger benutzen und damit die Geschichte der Stadt etwas einseitig auf diese historische Phase verkürzen, mit der Regierungszeit August des Starken, bzw. Kurfürst Friedrich August I. Dieser war nicht nur dafür bekannt, neben der sächsischen auch nach der polnischen Krone zu greifen (historisch war es damals sehr wichtig, als deutscher Fürst, sich auch „König“ nennen zu können unter anderem daher stammten seine Ambitionen auf das Königreich Polen) und Feste mit unglaublichen Prunk und Dauer zu veranstalten, sondern er entfachte in Dresden eine ungeheure Bautätigkeit. Es entstand das Palais am Taschenberg und der Bau des Zwingers wurde begonnen, einem, wenn nicht dem Wahrzeichen der Stadt und ein weltweit bekanntes Beispiel für barocke Architektur, die hier schon ins Rokoko verläuft. 1711 starteten die Bauarbeiten nach den Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann, der gemeinsam mit dem Bildhauer Balthasar Permoser arbeitete, wurden aber 1732 abgebrochen. Ursprünglich war der Bau als Schlossanlage bis an die Elbe geplant. Er nahm Teile der Sammlungen des Kurfürsten auf, welche noch heute im Mathematisch-Physikalischen Salon zu bewundern sind. Zur Zeit des Baustopps galt der Zwinger übrigens schon nicht mehr als zeitgenössische architektonische Form, er war aus der Mode gekommen ohne fertig zu werden.
Für August den Starken war Dresden der Ort, der seine Ansprüche als absolutistischer Monarch ausdrücken sollte. Orientiert hat er sich dabei an italienischen Städten wie Venedig, indem er versuchte die Elbe in das städtische Ensemble einzubauen. So wurden das Schloss Übigau, das japanische Palais, das Blockhaus und die Elbbrücke gebaut, um Stadt und Fluss zu einer ästhetischen Einheit zu bringen. Nicht zu vergessen ist dabei auch das weiter flussaufwärts stehende Schloss Pillnitz. Aber auch die bürgerlichen Häuser in Dresden selbst wurden nach und nach erneuert. Alte Holzbauten aus Renaissance-Zeiten wurden von neuen barocken Steinbauten ersetzt. Eine von Grafen August Christoph von Wackerbarth initiierte Bauordnung von 1720 regelte das Baugeschehen. Dresden wurde in fünf Bauzonen unterteilt und damit Geschossanzahl und Farbgestaltung festgelegt. Das Bewahren von Altem spielte damals aber noch keine Rolle. So wurde beim weiterhin vorangetriebenen Wiederaufbau des rechtselbischen Altendresden die alte Dreikönigskirche abgebaut, da sie nicht in den strahlenförmigen Grundriss passte und dafür ein Neubau von Pöppelmann errichtet. Der so neuentstandene Teil wurde übrigens 1732 von August in „Neustadt“ umbenannt, jenen Namen, den der Stadtteil heute noch trägt. Auch der Bau einer neuen Frauenkirche fällt in diese Zeit. Die alte Kirche wurde 1727 abgebrochen und George Bähr mit einem Entwurf für einen barocken Neubau beauftragt. Obwohl sie schon 1734 geweiht wurde, konnte erst im Mai 1743 die Kuppel auf den Bau gesetzt. Das war 5 Jahre nach dem Tod ihres Baumeisters Bähr. Daneben fällt in diese Zeit der Bau zahlreicher Adelspaläste, wie dem Palais de Saxe.
Natürlich gehörten auch die prunkvollen Feste zum Leben in der Residenzstadt Dresden. Herauszuheben ist dabei sicherlich die Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August mit der ältesten Tochter des Kaisers Maria Josepha 1719. Das über Wochen sich hinziehende Fest mit Paraden, Opernaufführungen, Rennen und Turnieren setzten höchste europäische Maßstäbe an die Hofkultur und den royalen Geldbeutel. Dresden wuchs derweil stetig. Von 21.000 Einwohnern um die Jahrhundertwende bis auf 63.000 um 1755. Interessant ist auch das sich in eben angesprochenen Zeitraum, die Anzahl der Mitglieder des Hofstaates von 460 auf mehr als 2000 sogar mehr als vervierfachte. Diese waren es auch, die zahlreichen Grundbesitz in der Stadt erwarben, aber keine Bürger waren und sich somit nicht der Rechtsprechung der Stadt verantworten mussten, was nicht immer zu Eintracht führte. Gewerbliche Manufakturen wurden gegründet, die insbesondere für den Bedarf der Residenz lieferten. Der Handel jedoch war in Dresden nicht stark ausgeprägt und konnte sich nie mit dem der Handelsstadt Leipzig messen, die über das Messeprivileg verfügte. Aber es bleibt auch festzustellen, dass auch die Armut in Dresden wuchs, vor allen in den Mietshäusern der Vorstädte lebten ehemalige Soldaten oder auch Witwen unter teilweise äußerst bescheidenen Umständen.

Der Siebenjährige Krieg und das Ende der Träume von einer europäischen Metropole

Nach dem Tod Friedrich August II. kam sein Sohn August III. an die Macht, der allerdings weniger an politischen Geschäften interessiert war. Diese Arbeit übernahm hauptsächlich der immer einflussreicher werdende Heinrich Graf Brühl. Von 1738 bis 1751 fällt der Bau der Katholischen Hofkirche, die von Architekt Gaetano Chiaveri geplant wurde und nicht nur dem katholischen Herrscherhaus (durch die Übernahme des polnischen Throns war man gezwungen gewesen, den protestantischen Glauben gegenüber dem katholischen, in Polen dominierenden Glauben zu wechseln) als Kirche diente. Gleichzeitig war dies eine entscheidende Erweiterung der Silhouette der Stadt, die mit einem weiteren barocken Gebäude erweitert wurde. Diese, dem Fluss zugewandte Form, wurde auch beim Ausbau der Festungswerke an der Elbe bedeutsam. Graf Brühl, der das Areal von August III. geschenkt bekam, lies dort zahlreiche Umbauarbeiten durchführen. Heute ist das Terrain bekannt als Brühlsche Terrasse, wenngleich fast nichts mehr an den Zustand von 1750 erinnert.
Kurfürst August III. war kein wirklicher Machtmensch und auch kein guter Diplomat, aber er war ein Kunstsammler von Weltruhm und das verdankt die Stadt ihm noch bis in die Gegenwart. So gelangte 1756 die weltbekannte Sixtinische Madonna von Raffael in seinen Besitz, auch heute ist sie noch die Hauptattraktion der Gemäldegalerie Alte Meister. Die Stadt wurde zu einer der wichtigsten kulturellen Metropolen in Mitteleuropa, doch am Horizont zogen schon düstere Wolken auf. Sachsen wurde in die schlesischen Kriege zwischen Österreich und Preußen verwickelt. So kam es schon 1745 zur Schlacht bei Kesselsdorf, westlich von Dresden bei der 30.000 Preußen gegen ebenso viele Sachsen kämpfen und diese niederrangen. Danach besetzten die preußischen Truppen Dresden und verlangten hohe Kompensationszahlungen. Der 3.Schlesische Krieg, der sogenannte Siebenjährige Krieg (von 1756 bis 63), beendete endgültig die Ambitionen Sachsens auf eine europäische Großmachtstellung und die Hoffnungen der Stadt eine kontinentale Metropole zu werden. 1756 überfielen preußische Truppen Kursachsen und besetzten es. Dresden gelang in das Zentrum der Auseinandersetzungen des österreichischen Verbündeten mit den preußischen Truppen. Mit jedem Kriegsjahr verarmte die Stadt und ihre Bürger mehr, Belagerungen und Zerstörungen hinterließen eine kaputte Stadt, die bis dato noch nie so unter kriegerischen Ereignissen hatte leiden müssen. Von den 63.000 Einwohnern 1755 lebten sieben Jahre später nur noch 44.000 in Dresden. 1763 starb August III. Im gleichen Jahr endete der Krieg, die menschlichen, territorialen und finanziellen Verluste Sachsens waren erheblich geworden. Ein Umbruch setzte ein. Zahlreiche Kunsteinrichtungen der Stadt, wie die italienische Oper, das Hofballett oder die Komödie wurden aufgelöst, Bernardo Belotto, der Vedutenmaler, der anerkennend Canaletto genannt wurde und dessen Stadtansichten Dresdens auch heute noch im sogenannten Canaletto-Blick geschätzt werden, verließ die Stadt. Dresden stagnierte.
Da es in der Stadt keine finanzstarken Kaufmannsfamilien gab, so wie beispielsweise in Leipzig, erholte sich die Residenzstadt von den Erschütterungen des Krieges viel langsamer. Der Ruhm der Stadt begann zu verblassen  und schon zu damaliger Zeit bemerkten Reisende die provinziellen Zustände und das etwas rückwärtsgewandte Denken der Einheimischen (eine Einschätzung, die man bis in die heutigen Tage immer wieder findet). Neue Bauten, wie das 1776 fertiggestellte Landhaus von Friedrich August Krubsacius im Stil des Frühklassizismus blieben rare Ausnahmen. Erst gegen 1800 war der Bevölkerungsstand von 1755 wieder erreicht.

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: Napoleon, Restauration und Revolution

In den Jahren zur Wende zum 19. Jahrhundert hin erfreute sich Dresden wieder eines reichen Kulturlebens, bei dem das Haus von Christian Gottfried Körner im Mittelpunkt stand. Gäste wie Schiller, Mozart oder Heinrich von Kleist besuchten Körner und die Stadt. Dresden wurde zu einem Zentrum der Frühromantik, wenngleich es sich dabei eher um ein elitäres Phänomen handelte, als das es die breite Bevölkerung durchzogen hätte. Die künstlerischen Schätze der Stadt begannen aber wieder beachtet zu werden. So sprach Johann Gottfried Herder vom Deutschen Florenz, das später zu Elbflorenz umgedeutet wurde und heute der gebräuchlichste Kosename der Stadt ist. Dabei bezog er sich weniger auf Silhouette und Architektur der Stadt (so wie es heute gern getan wird), sondern lobte die hiesigen Kunstsammlungen.
Die Kriege im Gefolge der französischen Revolution ließen Napoleon Pfingsten 1812 Dresden besuchen, um hier den preußischen König und den österreichischen Kaiser vor seinem Russlandfeldzug zu treffen, dessen Ende bekanntermaßen ein Desaster war. Schon im Winter war er wieder in der Stadt, um den Rückzug seiner Truppen zu koordinieren. Im folgenden Jahr musste er sogar noch häufiger in Dresden Station machen und lebte für einige Wochen im Marcolinischen Palais, bevor es am 26. und 27. August zu einer gewaltigen Schlacht zwischen Frankreich (mit dem Sachsen verbündet war) und den Russisch-Preußischen Konföderierten am südlichen Rande Dresdens kam. In jener Auseinandersetzung wurde, der für die alliierten Preußen und Russen kämpfende General Moreau, ein Erzfeind Napoleons, so stark verletzt dass er Tage später starb. Neben ihm fielen rund 25.000 Menschen in jenen Tagen, an denen die verbündeten Mächte eine letzte Niederlage gegen Frankreich hinnehmen mussten, bevor die Völkerschlacht in Leipzig das Ende der französischen Dominanz einleitete.
Nach Frankreichs endgültiger Niederlage kam es 1815 zum Wiener Kongress und da Sachsen mit dem Verlierer des Krieges verbündet war, verlor es 60% seines Territoriums und 40% seiner Bevölkerung durch Grenzverschiebungen, die hauptsächlich Preußen zugeschlagen wurden. Die Jahre danach waren geprägt von politischer Restauration und der Abwehr jeglicher bürgerlicher Mitspracherechte. Trotzdem entwickeln sich die ersten Industriebetriebe und Manufakturen, welche gleichzeitig neue Stadtbewohner anzogen, die Vorboten der Industriellen Revolution zogen auf. Vor 1830 sind dies jedoch noch recht bescheidene Fabriken, zumeist waren sie im Nahrungsmittelbereich tätig. Damit die Stadt aber weiter wachsen konnte, mussten ihre Stadtmauern geschliffen werden, ein damals fast alle Städte betreffendes Phänomen. Schon seit 1760 gab es Pläne zur Entfestigung der militärisch nutzlos gewordenen Stadtmauern. Letztendlich wurde damit 1809 begonnen, aber erst 1830 waren die Anlagen abgetragen. Nur an der Brühlischen Terrasse, die in die Stadtsilhouette aufgegangen war blieben sie bestehen. Die neu entstandenen freien Flächen wurden durch den Post- den Pirnaischen- und den Antonsplatz belebt, für dessen Umsetzung der Architekten Gottlob Friedrich Thormeyer verantwortlich war.
Im Bildungsbereich ist das Jahr 1828 wichtig, denn in diesem wurde die Technische Bildungsanstalt Dresden gegründet. Aus deren eher bescheidenen Anfängen an der Brühlschen Terrasse, ist heute die Technische Universität geworden, die größte Universität Ostdeutschlands. Das kulturelle Leben der Stadt wurde besonders vom Wirken Carl Maria von Webers überstrahlt, der seit 1817 an der Staatsoper arbeitete. Hier komponierte er zahlreiche Opern, so auch den „Freischütz“. Das Geistesleben vollzog sich aber auch weiterhin eher in kleinen und elitären Kreisen, wie beispielsweise in den Zirkeln der Schriftstellerin Elisa von der Recke, welche in ihr Haus auf der Körnerstrasse einlud. Auch der Philosoph Arthur Schopenhauer weilte in der Stadt und soll hier sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ geschrieben haben. Im Bereich der Bildenden Kunst zeigte Caspar David Friedrich dem Publikum bisher unbekannte Landschaftsmalereien. Bei den Offiziellen der Kunstakademie fand dies anfangs, zur heutigen Verwunderung, nur wenig Beachtung.
Politisch war die Zeit, die sich als „Vormärz“ in den Geschichtsbüchern wiederfindet, geprägt von langsamen Veränderungen. Die Bürger forderten weitere Mitbestimmungsrechte und bekamen minimale Zugeständnisse gemacht. Im Freistaat Sachsen wurde 1831 die Absolute, durch eine neue, konstitutionell-monarchische Verfassung abgelöst. Auch Dresdens jahrhunderte alte Ratsverfassung verschwand 1832 für eine neue Städteordnung. 66 gewählte Repräsentanten der Bürgerschaft trafen sich nun wöchentlich, sie bestimmten zwölf Stadträte und diese wiederum einen Bürgermeister. Das es sich hier nur um ein kleines demokratisches Pflänzchen handelte, zeigt allein die Tatsache, dass nur rund 3.000 Dresdner, nämlich solche, die ein Bürgerrecht besaßen, überhaupt wählen durften. Weitere Umbauten der städtischen Verfassung sollten in den nächsten Jahrzehnten folgen; 1853 wurde das Amt des Oberbürgermeisters eingeführt, 1870 wurde das direkte Wahlrecht der Stadtverordneten gültig und 1873 wurde eine neue Städteordnung eingeführt, die auch den Erwerb des Bürgerrechts in der Stadt klärte. Bei all den neuen Rechten für die Städter, darf aber auch nicht vergessen werden, dass zahlreiche Zuständigkeiten in die Hände des sächsischen und später deutschen Staates fielen. So wurde die Gerichtsbarkeit, als auch die Polizei zu Aufgaben des Staates und lag nicht mehr in der Verantwortung der Stadt.
Das politische Klima in Deutschland insgesamt verschlechterte sich, neben fehlender Mitbestimmung wurden immer wieder Stimmen laut, die einen einheitlichen deutschen Staat forderten. Revolutionäre Kräfte entstanden, teilweise mit höchst unterschiedlichen Zielsetzungen. So lebte Michael Bakunin kurzzeitig in der Stadt, auch der 1843 noch unbekannte Karl Marx hielt in jenem Jahr einen Vortrag in Dresden.
In der Zeit vor den Märzrevolutionen 1848 war Dresden durchaus eine Stadt der Künste. Neben dem Maler Ludwig Richter und dem Bildhauer Ernst Rietschel, der hier die Dresdner Bildhauerschule des 19.Jahrhunderts begründete, war es das Dresdner Musiktheater was für Aufsehen sorgte. Anfang 1843 wurde Richard Wagner zum neuen Hofkapellmeister ernannt, er komponierte in seinem Landhaus bei Graupa den „Tannhäuser“ und den „Lohngrin“. Auch der Komponist Robert Schumann zog in die Stadt.
Zahlreiche neue Gebäude entstanden, wie die Altstädter Wache, nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel. Neuer Professor für Baukunst an der Kunstakademie wurde 1834 Gottfried Semper, der maßgeblich für die Gestaltung von Dresdens schönstem Platz, dem Theaterplatz verantwortlich war. Mit dem Bau seines ersten Opernhauses (1841) und dem Abschluss des Zwingers durch einen neuen Museumsflügel  wurde ein Platz erschaffen, der auch heute noch zu den schönsten in Europa gezählt werden darf. Semper, der Professor für Architektur an der Kunstakademie war, prägte die Dresdner Architekturschule. Die Stadt selbst bekam mehr und mehr Bauten des Historismus, so wie bei Sempers Anbau des Zwingers.
Die revolutionären Ereignisse der Märzrevolution von 1848 (ein Produkt dieser war die bekannte Frankfurter Paulskirchenverfassung, die erste Verfassung für einen einheitlichen deutschen Staat) spielten auch in Dresden eine große Rolle. In vielen deutschen Staaten suchte das aufstrebende Bürgertum nach Mitspracherechten. Nachdem sich aber die Revolution in den meisten deutschen Staaten nicht durchsetzen konnte, löste der König Friedrich August II. von Sachsen im April 1849 das neu gewählte Parlament auf. Der öffentliche Protest war enorm. Bürger gingen auf die Straße und da die Lage für den König zu unübersichtlich wurde, ersuchte er das preußische Militär um Hilfe. Bürger wurden zu Aufständigen und bauten am 3.Mai  Barrikaden gegen die Staatsmacht. Darunter waren auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, wie der bereits erwähnte, russische Anarchist Bakunin, oder Baumeister Semper, der Hinweise beim Bauen der Barrikaden gegeben haben soll. Auch Richard Wagner war den Kämpfern positiv gesinnt, eine nicht unerhebliche Zahl der Bevölkerung war dies allerdings nicht. Der Aufstand wurde schlussendlich schnell niedergeschlagen.  Allein in Dresden sollen rund 200 Menschen dabei ihr Leben verloren haben.  Damit endeten auch die Bemühungen, in Deutschland einen demokratischen Staat zu errichten

Die industrielle Revolution überrollt Dresden

Ab 1830 setzte ein verstärktes Wachstum in Dresden ein, Dresden wuchs nicht nur in der Fläche und breitete sich auf einige Vorstädte aus, sondern insbesondere in seiner Einwohnerzahl. Dies begann mit der Eingemeindung der Friedrichstadt 1835. Dieser folgte die Antonstadt. Zusammen mit dem ständigen Zuzug in Folge der einsetzenden Urbanisierungswelle in Deutschland, zählte die Stadt 1849 bereits 94.000 Einwohner.
Die industrielle Revolution nahm ab 1830 in Sachsen Schwung auf und natürlich war dies auch in der Residenzstadt zu bemerken. Ganz unterschiedliche, aber spezialisierte Branchen siedelten sich hier an. 1836 wurde als erste deutsche Aktienbierbrauerei die Waldschlößchen Brauerei gegründet, zwei Jahre später folgte die Feldschlößchenbrauerei. Aber auch in der chemischen Industrie oder im Maschinenbau wurden erste Betriebe eröffnet. Besonders mit der Eisenbahn ist aber der deutsche Aufstieg zur späteren Industriemacht verbunden. Dabei hat Dresden eine besondere Rolle gespielt, denn am 7. April 1839 wurde die erste deutsche Ferneisenbahnlinie in Betrieb genommen. Sie führte von Leipzig nach Dresden. Auch wenn hauptsächlich Leipziger Kaufleute die Initiatoren dieses Groß-Projektes waren, die erste Lokomotive Deutschlands, kam aus dem Übigauer Werk von Andreas Schubert und trug den Namen, „Saxonia“, durfte auf der Premierenfahrt aber nur hinter dem Festzug (der aus Großbritannien geliefert wurde) bleiben. Dresden wurde schnell zu einem Eisenbahnknotenpunkt. Bahnhöfe entstanden und prägten das Stadtbild. Der erste Bahnhof war der Leipziger Bahnhof, dann kamen schnell der Schlesische Bahnhof, später Bahnhof Neustadt, und der Böhmische Bahnhof hinzu, welcher später zum Hauptbahnhof umgebaut werden sollte. Durch den Bau der neuen Haltepunkte, die wegen ihrer Größe auch gern als „Kathedralen des Reisens“ bezeichnet wurden, veränderte sich die umliegende Stadtstruktur. So entstand 1851, vom Böhmischen Bahnhof ausgehend die Prager Straße, welche in den nächsten Jahrzehnten zu der Einkaufs- und Ausgehstraße in Dresden wurde (auch ein solcher Straßentypus der Einkaufsstraße entsprang erst dem späten 19. Jahrhundert). Damit die Bahntrassen nach Böhmen und nach Leipzig verbunden werden konnten, entstand 1852 die Marienbrücke, die zweite Elbbrücke in der Stadt. Der Ausbau des Schienennetzes ging rasend voran, schon drei Jahre später wurde die Albertbahn eröffnet, die nach Chemnitz führen sollte und der Berliner Bahnhof in der Friedrichstadt entstand 1875. Mit den neuen Transportmöglichkeiten entwickelte sich auch die Industrie zunehmend in größeren Dimensionen. Der Maschinenbau florierte, ob nun im Schwermaschinenbau oder bei speziellen Geräten, wie Nähmaschinen, die 1855 erstmals in Europa, in Dresden hergestellt wurden. Später wurden auch Schreibmaschinen oder Fahrräder aus Dresden zu angesehenen Produkten. Auch die Nahrungsmittelindustrie Dresdens expandierte. 1852 entstand die Bienertsche Hofmühle, 1857 die Felsenkellerbrauerei. Die Stadt wurde ebenso zu einem deutschlandweit führenden Ort der Zigarettenindustrie, wofür die 1867 gegründete erste deutsche Zigarettenfabrik nur der Anfang war. Heutiges Wahrzeichen dafür ist die – allerdings zum Bürohaus umgebaute – Yenidze aus dem 1912.
Dresden wuchs rasend und mit ihr vermehrte sich nicht nur der Reichtum, sondern auch die Armut. 1850 entstanden die ersten Arbeiterwohnviertel, wie beispielsweise das Hechtviertel im Norden. Innerhalb weniger Jahre waren die ersten Mietskasernen zu finden: enge Wohnhäuser, viele Mieter, die unter sehr beengten Verhältnissen wohnte, schlechte hygienische Zustände. Am anderen Ende der Besitzstände wurden Neubauten wie das Schloss Albrechtsberg von Architekt Adolf Lohse geschaffen, was für den Prinzen von Preußen gebaut wurde. Gleich daneben entstanden die Villa Stockhausen  und eine neogotische Villa für den Großkaufmann Souchoy, die heute unter dem Grundstücksnamen Eckberg als Hotel geführt wird. Ebenso wurden die ersten vornehmen Villenvororte  angelegt, wie das Schweizer Viertel im Süden der Stadt, oder das Preußische Viertel im Nordosten. Nicht zu vergessen sind auch die Villenbezirke Loschwitz und Blasewitz, die allerdings erst viele Jahre später entstanden. Dresdens Villenarchitektur erregte deutschlandweite Aufmerksamkeit. Und so wird Dresden ab 1850 auch zu einer Touristendestination, wenngleich es anfangs noch sehr begüterte Reisende waren. Der Autor Henrik Ibsen besuchte Dresden, wie der polnische Schriftsteller Jozef Ignacy Kraszewski, der aus politischen Gründen Polen verließ und 20 Jahre in Dresden lebte. Nicht ganz so lange, aber immerhin zwei Jahre (von 1869 bis 71) wohnte der berühmte russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewskiy in Dresden.

Dresden im Kaiserreich

Mit der Gründung des deutschen Kaiserreiches verlor Dresden seine Stellung als Hauptstadt eines Staates, trotzdem war die allgemeine Freude über die Vereinigung der deutschen Lande, natürlich auch hier zu bemerken. Der einsetzende Wirtschaftsboom führte in der Stadt nicht nur zur Gründung der „Dresdner Bank“ im Jahr 1872, sondern auch zu einer weiteren großen Ausweitung der Stadt. Bauunternehmer kauften an den Rändern der Stadt große Areale und entwickelten neue Stadtviertel. So entstand beispielsweise die Johannstadt im Osten von Dresden. Mit der Eröffnung der Saloppe 1875 wurde ein erstes Dresdner Wasserwerk in Betrieb genommen, um die hygienischen Bedingungen, nur zwei Jahre vorher war es zu einer Cholera-Epidemie gekommen, zu verbessern. Neue Straßenverbindungen wurden erstellt, so mit der Wettiner Straße in die Friedrichstadt, die später in Verbindung mit der Grunaer Straße zu einer neuen West-Ost Achse wurde. Auf den Straßen fand man ab dem Jahr 1872 auch die erste Pferdestraßenbahn, dass erste öffentliche Transportmittel Innerorts, die vom Böhmischen Bahnhof nach Blasewitz verkehrte. Bald kamen weitere Linien hinzu und 1893 wurden die Pferde sukzessive von Elektrostraßenbahnen abgelöst. Auch hier fuhr die erste Linie wieder in die östlichen Villengegenden und verband den Schloßplatz mit dem Schillerplatz.
Damit die Stadt nicht regellos weiterwuchs, wurde 1878 ein neues Ortsstatut vom Stadtrat erlassen. Größere Betriebe durften sich nun nicht mehr in der Innenstadt ansiedeln. Die Eisenbahnlinien wurden als Grenzziehungen genommen. Nur westlich der Bahnlinie nach Leipzig und Chemnitz, also in Pieschen, Friedrichstadt und Löbtau durfte sich Industrie ansiedeln. Nördlich der Stadt wurde bis 1877 ein neuer riesiger Kasernenkomplex  erbaut, die Albertstadt, der zweitgrößte im Deutschen Reich. Bis 1945 war die Albertstadt aber nicht Teil der Stadt Dresden und wurde erst nach dem Krieg eingemeindet.
Neue Wirtschaftszweige hielten Einzug, wie die damals hochmoderne optische Industrie, die besonders mit dem Namen Johann Heinrich Ernemann verbunden ist. Im Maschinenbau wurden Verpackungsmaschinen oder Nähmaschinen in Dresden hergestellt, auch das bekannte Odol-Mundwasser stammt aus jenen Jahren. Es war eine Erfindung Karl August Lingner, der seinen Reichtum teilweise der Stadt als Mäzen zurückgab. Er etablierte die erste Säuglingsstation Deutschlands im Krankenhaus Johannstadt und initiierte die erste deutsche Hygieneausstellung, die ein solcher Erfolg wurde, dass anschließend im Jahr 1912 das Hygienemuseum gegründet wurde. Das heutige Museumsgebäude von Wilhelm Kreis, der sich dabei ganz dem modernen Bau verschrieben hat, stammt allerdings erst aus dem Jahr 1927.
Dresdens Wachstum lässt sich auch in den Bevölkerungszahlen ablesen. 1852 war man als vierte Stadt in Deutschland zur Großstadt geworden und hatte mehr als 100.000 Einwohner. Zur Reichsgründung 1871 waren es bereits 177.000, 1880 220.000 und zur Jahrhundertwende 396.146. Diese Zahl erhöhte sich bis 1910 auf 548.308. Dresden hatte damals mehr Einwohner als 2014. Die so starke Erhöhung lag neben der hohen Geburtenzahl, auch am großen Zustrom von Menschen aus dem Umland, die in Dresden Lohn und Brot finden wollten. Die massive Steigung, lässt sich aber letztendlich auch nur vollständig aus den zahlreichen Eingemeindungen erklären, welche von 1892 bis 1903 durchgeführt wurden. Die Vororte Strehlen, Striesen, Pieschen, Trachenberge, Seidnitz, Cotta, Löbtau, Mickten, Plauen, Trachau und Übigau wurden allesamt Dresdner Stadtteile und verloren ihre Selbstständigkeit, obwohl die teilweise blühende Örtchen waren.
Die soziale Wohnungsfrage, insbesondere für die ärmsten Menschen war jedoch teilweise katastrophal, wie in fast allen schnell wachsenden Großstädten jener Zeit. Besserung war hier nur sehr langsam zu bemerken. Auch die Lebensmittelversorgung musste ausgebaut werden, denn noch kaufte man seine Nahrungsmittel auf dem Markt, Supermärkte waren damals unbekannt. Die ersten Markthallen wurden errichtet. 1895 wurde die Hauptmarkthalle in der Friedrichstadt eröffnet. Sie hatte einen Bahnanschluss mit dem nahe gelegenen Wettiner Bahnhof (heute Bahnhof Mitte). Auch am Antonsplatz (heute nicht mehr existent) und in der Neustadt entstanden Markthallen. Gleichzeitig eröffneten die ersten Kaufhäuser in Dresden und erweiterten das Warenangebot enorm, wie schon erwähnt, machte sich hier die lebendige Prager Straße einen Namen. 1895 wurde auch ein erstes Elektrizitätswerk eröffnet, vier Jahre später ein zweites Wasserwerk in Tolkewitz. Für den Ausbau weiterer Straßen erwies sich, dass aus dem Erzgebirge kommende und zwischen Friedrichstadt und Innenstadt in die Elbe mündende Weißeritz – Flüsschen als Störfaktor. Sie wurde 1893 in der Höhe von Löbtau in ein neues Flussbett gelegt und floss nun Richtung Cotta ab, wo sie einige Kilometer westlich der eigentlichen Mündung, in die Elbe floss. Zur Jahrhundertflut 2002 fand die Weißeritz dann wieder ihr altes Bett und überspülte die Innenstadt. An der Elbe entstand in den 1890er Jahren auch der Alberthafen für die Binnenschifffahrt. Auch weitere Brücken über die Elbe entstanden. Die bis heute noch spektakulärste ist die Loschwitzer Brücke, die seit 1893 Loschwitz und Blasewitz verbindet. Wegen des Anstrichs und der für damaligen, kühnen Stahlfachwerkkonstruktion ist sie heute als „Blaues Wunder“ bekannt. In Loschwitz wurden ebenso zwei Bergbahnen eröffnet, die auf den Elbhang fuhren. Zum einen die 1895 fertiggestellte Standseilbahn, als auch die seit 1901 in Betrieb stehende Schwebebahn, der ersten ihrer Art auf der Welt.
Neue Verwaltungsbauten mussten gebaut werden. Das neue Rathaus, nach einem Entwurf von Karl Roth wurde 1910 fertiggestellt. Der Stadt Dresden wurde von Seiten des sächsischen Königs untersagt, einen höheren Turm, als den Hausmannsturm aufzurichten, der genau 100m hoch war. Da die Stadt in ihrem Repräsentationsstreben aber gewillt war, ihr eigenes Selbstbewusstsein auszustrahlen, krönte man den Rathausturm mit einem 5m hohen goldenen Rathhausmann und schuf sich das höchste Gebäude der Stadt. Aber auch der sächsische Staat verstand es seine Verwaltung angemessen darzustellen. Am nördlichen Elbufer wurde 1894 das Finanzministerium eingeweiht, das im Stil der Neorenaissance gehalten ist, 10 Jahre später kam die sogenannte Staatskanzlei als Nachbar hinzu. Gemeinsam mit der neugestalteten Brühlschen Terrasse, mit dem mächtigen Neubau der Kunstakademie wurde die innerstädtische Silhouette der Stadt geschaffen, die so bis heute noch Besucher wie Einheimische fasziniert.
Neue ansprechende Bauwerke entstanden auch mit dem Speichergebäude, dem Gasometer oder dem Schlachthof von Stadtbaumeister Hans Erlwein. Der Jugendstil ist in der Chrituskirche  von Schilling und Gräbner oder im Krematorium Tolkewitz von Fritz Schumacher sind glücklicherweise noch heute zu bewundern. Ein ganz eigenes Projekt, was über die Architektur hinaus ging, war die Gartenstadt Hellerau. 1909 wurde auf dem nördlich der Stadt gelegenen Heller (einer kleinen Erhebung über dem Elbtal) von Möbelfabrikant Karl Schmidt eine Siedlung gegründet, die das bürgerliche Wohnen verändern wollte. Fußend auf der Idee der Gartenstadt des Briten Ebenezer Howard, die weltweit große Aufmerksamkeit erhielt, wurde erstmals in Deutschland dieses Konzept für eine neue Wohnsiedlung angewendet. Schmidt ließ dort seine Möbelfabrik „Deutsche Werkstätten Hellerau“ errichten, sowie zahlreiche Wohnhäuser mit reichlich Gartenland und als Krönung sogar ein Festspielhaus. Dieses wurde von Heinrich Tessenow im Stil der Reformarchitektur geplant und etablierte sich nach seiner Eröffnung 191,1 zu einem Treffpunkt der Kultureliten aus ganz Mitteleuropa.
Dresden bot zu jener Zeit ein rasch anwachsendes kulturelles Angebot. Neben Ausstellungen, Theateraufführungen und Varietees konnte man ab 1912 in den festen Bau des Zirkus Sarrasani gehen, dem damals größten Zirkus Europas. Die Oper machte sich mit Uraufführungen von Richard Strauss „Salome“, „Elektra“ und „Rosenkavalier“ einen Namen und seit 1913 hatte Dresden auch ein Schauspielhaus. Mit der Attraktivität stiegen auch die Besucherzahlen und schon 1909 logierten über 400.000 Gäste in den neu entstehenden Dresdner Hotels. Obwohl die Dresdner von Zeitgenossen als wenig offen und Neuem zugewandt eingeschätzt wurden, konnten sich doch bemerkenswerte Künstlergruppen in der Stadt bilden. Die bekannteste sind die Maler der „Brücke“, welche ihre expressionistischen Gemälde in einem Atelier auf der Berliner Straße in der Friedrichstadt anfertigten. Der 1905 gegründeten Gruppe gehörten Maler wie Fritz Bleyl, Erich Henkel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff an. Doch schon im Jahr 1911 hatten alle Mitglieder der Gruppe die Stadt auch schon wieder verlassen. Trotzdem kann Dresden als der Geburtstort der expressionistischen Malerei gelten.

Vom 1. Weltkrieg bis zur größten Katastrophe der Stadt im 2.Weltkrieg

Der 1. Weltkrieg brachte Hunger und große menschliche Verluste nach Dresden. Die Bevölkerung, die wie überall den Ausbruch des Krieges noch feierte, wurde spätestens ab dem Jahr 1917 kriegsmüde. Im Herbst 1918 wiedersetzten sich dann  Soldaten dem Abtransport an die Front. In ganz Deutschland brach die Novemberrevolution aus, die Weimarer Republik entstand und mit ihr dankte auch der sächsische König ab. In den politisch und wirtschaftlich unruhigen 1920er Jahren gemeindete Dresden weitere Vororte ein. Unter den 23 Dörfern waren beispielsweise Blasewitz, Bühlau, Coschütz, Loschwitz oder der Weiße Hirsch. So erreichte Dresden im Jahr 1933 seinen Einwohnerhöchststand von 649.000 Bürgern. Diese Zahl sollte nie wieder erreicht werden (zum Vergleich, heute wohnen in einem flächenmäßig noch größeren Dresden rund 540.000 Einwohner). Der einsetzende Wohnungsbau der Moderne (das versuchte, die Wohnverhältnisse zu verbessern, sie dazu auch: Das neue Frankfurt) lies neue Wohngebiete in Reick, Briesnitz und Gruna entstehen. Besonders erwähnenswert ist aber das von Hans Richter geplante Wohnquartier in Dresden-Trachau, dass im Stil der Bauhausmoderne errichtet wurde. Neubauten wie das Städtehaus von Louis Wirth, das einzige Haus im Stil des Expressionismus oder das erste Dresdner Hochhaus am Albertplatz (von Hermann Paulick) entstanden in den Stilen des Zeitgeistes. Ein Kuriosum war das Kugelhaus am Ausstellungsgelände, welches das erste seiner Art war. Allerdings wurde es 1938 wieder abgerissen. Noch heute tragen einige Architekturen in Dresden noch Reminiszenzen daran, so zu sehen beim Kugelhaus am Hauptbahnhof oder bei der Gläsernen Manufaktur.
Als 1929 die Weltwirtschaftskrise ausbrach, waren die Auswirkungen natürlich auch in Dresden zu spüren. Während viele Menschen erwerbslos wurden, radikalisierte sich das politische Geschehen auf den Straßen. Das wohl tragischste Ereignis dafür war das Blutbad im Keglerheim, am 25.Januar 1933. Hier trafen sich nach einer friedlichen Demonstration Mitglieder des „Kampfbundes gegen den Faschismus“ in einem Ballsaal in der Friedrichstadt. Die Polizei ließ die Veranstaltung auflösen, wobei sie dabei äußerst brutal vorging und 9 Menschen tötete und zwölf schwer Verletzte. Als die Opfer beerdigt wurden, am 31. Januar 1933, war die NSDAP schon den ersten Tag an der Macht.
Mit dem Einsetzen der Herrschaft der Nationalsozialisten kam es auch in Dresden zu staatlicher Gleichschaltung, Verfolgung Andersdenkender und ideologischen Maßnahmen, wie Bücherverbrennungen. Schon am 8.März kam es zu einem ersten Feuer auf dem Wettiner Platz. Intelektuelle wurden systematisch vertrieben, so wie Operndirektor Fritz Busch, oder der Maler und Professor an der Kunstakademie Otto Dix. Wie sehr das Leben im Nationalsozialismus ideologisch umgestaltet wurde, lässt sich hervorragend in den Tagebüchern des Dresdner Literaturwissenschaftlers Viktor Klemperer nachlesen. Als Jude erlebte er in den 12 dunkelsten Jahren deutscher Geschichte vieles mit, was diese Schreckensherrschaft zu bieten hatte. Von der Entlassung und dem Berufsverbot, über die Reichskristallnacht, bei der auch die Synagoge von Gottfried Semper zerstört wurde, bis zum Leben in Judenhäusern. Wie sehr dabei sogar die deutsche Sprache verändert wurde, zeigt eindrucksvoll sein Buch „LTI“. Klemperer sollte im Februar 1945 in ein Konzentrationslager geschickt werden. Doch dazu kam es nicht, da der Nacht von 13. zum 14.Februar Dresden die größte Katastrophe in seiner Geschichte erlebte. Kurz vor Ende des Krieges wurde die vorher kaum in Mitleidenschaft gezogene Stadt, von britischen und amerikanischen Bombern angegriffen. In mehreren Wellen wurde mehr oder weniger komplett die Innenstadt zerstört, sowie viele weitere Stadtteile zerbombt. Ein Feuersturm, den man gern als höllischen Ausmaßes bezeichnen kann, entzündete sich und verwüstete selbst Bauwerke, wie die Frauenkriche, welche nicht von Bomben getroffen wurden. Das Bild der verbrennenden Stadt soll man in jener Nacht, noch als hellen Schein vom rund 70km entfernten Chemnitz gesehen haben. Rund 25.000 Menschen starben bei diesen Angriffen. Dresden wurde zu einem Synonym für die Grauenhaftigkeit des Krieges. Es grenzt an ein Wunder, das Viktor Klemperer auch das überlebte und am Ende des Krieges Zeugnis von den Ereignissen ablegen konnte. Da die deutschen Militärs bis zur endgültigen Kapitulation kämpften, wendeten sie die Taktik der verbrannten Erde an und so wurden auch in Dresden, die noch intakten Elbbrücken gesprengt, als Anfang Mai die Truppen der Roten Armee vor den Toren der Stadt stand. Lediglich das Blaue Wunder wurde von mutigen Dresdnern gerettet, welche die Sprengung sabotierten.

Dresden in der DDR

Zum Ende des Krieges lebten noch rund 365.000 Menschen in Dresden. Diese machten sich nun an den Wiederaufbau, der zerstörten Stadt. Einen großen Anteil daran, hatten auch die Frauen, die nicht zur Armee geschickt wurden. Ihnen hat die Stadt das Denkmal der „Trümmerfrauen“ gewidmet. Im Versuch wieder etwas Normalität zu schaffen, wurden schon im Sommer 1945 das Theater wieder bespielt. Langsam folgten weitere Einrichtungen. Bereits im Oktober begannen die Sicherungsarbeiten am Zwinger. Er sollte das erste Gebäude der historischen Innenstadt werden, das wieder im alten Glanz erstrahlen sollte. Da der Ostteil Deutschlands von der Sowjetunion besetzt wurde, wurde auch in Dresden das sozialistische System in Politik und Wirtschaft eingeführt. Innerhalb dieses Systems begann auch der Wiederaufbau der Stadt, die in eine moderne Stadt des Sozialismus umgebaut werden sollte. Die Lehren des modernen Bauens in der sozialistischen Interpretation sollten in Dresden angewendet werden, ohne dabei sehr auf die historische Struktur zu achten. Dies zeigt sich beispielsweise deutlich am Neubau der Prager Straße, der Ende der 1950er Jahre begann. Die Vorkriegsstraße war eine recht enge Verkehrsstraße, während die neue Prager Straße eine sehr weitgezogene Fußgängerzone wurde, deren Höhepunkt der avantgardistische Bau des Rundkinos wurde.. Die Enge der Innenstadt ging fast überall verloren. Durch die fehlende Werthaftigkeit von Grund und Boden in sozialistischen Systemen blieben lange große Brachflächen bestehen, die sich in westdeutschen Städten deutlich schneller wieder füllten. Nach den Grundzügen der Moderne wurde Dresden neu von Magistralen durchzogen, dessen breiteste die Leningrader Straße, heute St. Petersburger Strasse war. Sie durchschneidet geradezu die östliche Innenstadt.
Bis auf die Sophienkirche, die 1953 umstrittenerweise abgerissen wurde, war der Plan der damaligen Stadtverantwortlichen jedoch, die historischen Sehenswürdigkeiten der Innenstadt wieder aufzubauen. Einzig die Frauenkirche sollte als Mahnmal für die Zerstörung des Krieges Ruine bleiben. Der Wiederaufbau der historischen Bausubstanz gelang jedoch lediglich beim Zwinger recht zügig, länger dauerte es bei der Semperoper, welche 1985 wiedereröffnet wurde. Andere Bauwerke warteten Jahrzehnte lang. Zweifellos schneller ging der Aufbau neuer Wohnungen. Maßgeblich für den großzügigen Stil der 1950er Jahre waren die neuen Häuser entlang der damaligen Wilhelm-Thälmann-Str., die heute wieder Wilsdruffer Straße heißt. Doch diese Form des Wohnungsbaus musste bald kostengünstigeren Lösungen weichen. Neue Plattenbausiedlungen entstanden. Die größten von ihnen in Prohlis und Gorbitz. Bei allem Unbehagen, die heute mit dieser Form des Wohnungsbaus besteht, so darf nicht vergessen werden, dass es für viele Dresdner damals ein Privileg war, eine „Neubauwohnung“ zu beziehen.
Aus Zeiten der DDR stammt auch die Bezeichnung „Tal der Ahnungslosen“ für Dresden und seine Einwohner. Dies steht in Verbindung mit dem nicht vorhandenen Empfang westdeutscher Fernsehkanäle, der in weiten Teilen Ostdeutschlands kein Problem war. Ändern tat dies auch der 1969 in Betrieb gegangene Fernsehturm nicht, da er selbstverständlich kein Fernsehen der BRD abstrahlte. Dieser 252m hohe Turm wurde schnell zu einer Touristenattraktion, obwohl er am Stadtrand am Wachwitzer Elbhang steht. Das so hohe Bauwerke nicht in die Innenstadt gesetzt wurden, wie beispielsweise zur gleichen Zeit in Berlin, zeigt, dass die Bewahrung des sogenannten Canaletto-Blick (also der historischen Altstadtsilhouette) ein schon lange erhaltenes Baudogma in der Stadt war und auch heute noch ist. Neben dem Fernsehturm entstanden in den Jahren bis 1989 aber noch andere erwägenswerte Bauwerke, wie der Kulturpalast von Wolfgang Hänsch oder die Neue Mensa der Technischen Universität.
Das nicht Leipzig, sondern Dresden der Ort des Umsturzes des DDR Regimes ist, wird in Dresden auf offene Ohren stoßen, ist aber doch nur eine lokale Betonung der Wendeereignisse. Anfang Oktober 1989 waren es hier Dresdner Bürger, welche die vollbesetzten Züge mit ostdeutschen Flüchtlingen aus der Prager Botschaft nach Westdeutschland stoppen wollten, um auch aufzuspringen. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit der Polizei waren für viele Beobachter der Anfang vom Ende der staatlichen Ordnung in der DDR. Mit der Gründung der „Gruppe der 20“ bekamen die Dresdner Oppositionellen ein Sprachrohr und die Wende in der DDR fand nochmal einen Höhepunkt beim vielumjubelten Besuch des Bundeskanzlers der BRD, Helmut Kohl im Dezember 1989.

Dresden nach der Wende

Nach der Wiedervereinigung und der Gründung des Freistaates Sachsen als Bundesland der Bundesrepublik, wurde Dresden wieder sächsische Hauptstadt. Gleichzeitig mit einem einsetzenden Bauboom in der Stadt kam es aber zu einem fast schon dramatisch zu nennenden Bevölkerungsverlust. Von 521.000 Einwohnern im Jahr 1987 lebten nur 11 Jahre später nur noch 452.000 Menschen in Dresden. Damit war die Talsohle allerdings auch erreicht. Durch Eingemeindungen, als auch durch einen wieder zunehmende Geburtenrate und einen langsam einsetzenden Zuzug aus dem Umland ist Dresden heute eine der schnellst wachsendsten Städte Deutschlands. Um die 5000 Menschen pro Jahr beträgt momentan das Wachstum der Stadt. Welche sich aber auch in vielen anderen Punkten in den letzten 25 Jahren stark verändert hat. Dier Wiederaufbau der historischen Bausubstanz ging in rasender Geschwindigkeit und fast lückenlos von statten. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Frauenkirche, die 2005 wiedereröffnet wurde. Die Schönheit des Dresdner Elbtals mit seinen Bauwerken und seiner Einbeziehung der Natur in die Stadt wurden sogar von höchster Stelle gewürdigt und die Elblandschaft von Schloss Übigau bis Schloss Pillnitz auf 12km Länge zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Es ist eine Besonderheit der Stadt, dass dieser Titel für einen Brückenbau wieder geopfert wurde und spricht für den Eigenwillen der Bürger Dresdens, denn über den Bau der Brücke wurde sogar per Volksentscheid abgestimmt und diesem trotz, eines im Bundesdurchschnitt, zügigsten innerstädtischen Verkehrsflusses, zugestimmt. Die Volksseele der Stadt ist dabei keinesfalls auf eine Linie zu bringen, einerseits ist man in Dresden über die Wiederherstellung der historischen Altstadt, wie in den letzten Jahren am Neumarkt geschehen, erfreut, gegenüber hoch gelobten zeitgenössischen Architekturen, wie dem Kristallpalast Kino, der neuen Synagoge oder der Universitätsbibliothek ist der „Dresdner“ aber sehr zurückhaltend. Und so ist es auch nicht ganz einfach Dresden heute zu beschreiben. Auf der einen Seite erlebt die Stadt in den letzten Jahren eine Welle rechtskonservativer Bürgerproteste, der sie deutschlandweit in die Schlagzeilen brachte und ihr einen zweifelhaften Ruf gab. Auf der anderen Seite ist Dresden, eine boomenden Stadt, die sich – ganz anders als der Rest Sachsen – verjüngt und reichhaltige Angebote, kultureller, wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Natur macht. Kurzum, eine wunderschöne und lebenswerte Stadt.

Alzira

44.554 Einwohner | 14m über dem Meer | Kreisstadt der Comarca Ribera Alta | 40km südwestlich von Valencia

Am Ufer des Xuquer gelegen findet sich die Kreisstadt Alzira. Der Fluss fließt hier in das flache Land der Huerta von Valencia ein und letzte Hügel der Sierra de la Murta grenzen an die Stadt. Die größeren Straßen führen an Alzira vorbei und selbst die Hauptstraße der Stadt lässt nicht ahnen, dass es sich hier um einen nicht nur historisch interessanten Ort handelt, denn städtebaulich schien man sich in Alzira in den letzten Jahren darauf konzentriert zu haben, hohe Wohnhäuser am Rande der Innenstadt zu bauen und alte kleine Häuser, dort verfallen zu lassen. Das führte nicht nur zu einigen recht unansehnlichen Freiflächen neben den neuen Hochhäusern, sondern auch zu einer irgendwie komisch verbauten Stadt

Alzira wurde als „Al-Yazirat Suquar“, daher als Insel im Xuquer, von den Arabern gegründet und entwickelte sich schnell zu einer blühenden Handelsstation im Mittelalter. Nicht nur Händler, auch Schriftsteller und Gelehrte verkehrten in Alzira. Noch heute künden die Reste der Stadtmauern von der schützenswerten und begehrten Siedlung. Im Jahr 1242 wurde der Ort von Jaume I. für die Krone von Aragon erobert und gehörte danach dem Königreich Valencia an.
1401 wurde im Tal der nahen Berge der Murta das Hieronymiten Kloster Santa Maria de la Murta gegründet. Es war ein Tochterkloster von Sant Jeroni de Cotalba. Die Anlage im Murta-Tal wuchs im 15. Jahrhundert und wurde wohl hauptsächlich vom valencianischen Baumeister Jaime Gallent konzipiert. Durch zahlreiche Spenden von illusteren Persönlichkeiten konnte ein repräsentativer Bau entstehen. Auch königlicher Besuch, wie beispielsweise Felipe II. im Jahr 1586, adelte den Ort, der auch bald für seine reichhaltige Bibliothek bekannt wurde. Im 16. Jahrhundert war es die Familie der Vichs, die große Förderer des Klosters wurden und halfen, dass es zu einem bekannten Treffpunkt des Geisteslebens wurde und eine Vielzahl von Gemälden bekannter Meister hier zu sehen waren. Im 19. Jahrhundert zeichnete sich der Abstieg des Monasterios ab, die Mönche mussten einige Bilder und Kirchenschätze verkaufen und durch das Desamortisationsgesetz von Juan Álvarez Mendizábal im Jahr 1835 wurde Santa Maria de la Murta verstaatlicht. Zum damaligen Zeitpunkt lebten noch 11 Mönche in der Anlage. Der Abstieg beschleunigte sich danach rapide, neue private Eigentümer nahmen sich die Kunstschätze und ließen die Gebäude bis auf die Mauern verfallen. In der Gegenwart findet sich nur noch Ruine in der wunderschönen Berglandschaft der Sierra de Murta wieder, die aber alle Vorstellungen der Romantik entpricht und zahlreiche Besucher anzieht, die hier picknicken oder das Gipfelkreuz des nahen Creu de Cardenal besteigen können, um zum Meer zu schauen.
Die Stadt Alzira lebt heute wirtschaftlich vom Orangenanbau, nachdem noch vor einigen Jahrzehnten der Reisanbau vorherrschend war. Viele Kooperativen haben hier ihren Sitz (schauen sie mal im Supermarkt auf das Etikett der Hersteller, beim nächsten Kauf von Apfelsinen) und machen den Ort zu einem lokalen Zentrum für die umliegenden Orte, des recht dicht besiedelten Tals des Xuquer. 

Geschichte Zaragozas

Caesaraugusta und das maurische Sarakusta

Die Gegend des heutigen Saragossa am Ebro-Fluss gelegen war schon vor den Römern besiedelt gewesen. Damals waren es wohl die Sedetanier, ein Stamm der Iberer, die in jenen Gefilden lebten. Unter anderem gründeten sie einen Ort namens Salduie, einem sehr frühen Vorläufer der heutigen Stadt. Später, im Jahr 25 v.u.Z. ließ der römische Kaiser Augustus hier eine Stadt gründen und auch gleich nach sich benennen; Caesaraugusta war entstanden. Vor allem ehemalige Soldaten, die in den Schlachten mit den Iberiern kämpften, ließen sich hier nieder. Es entwickelte sich ein nicht unbedeutender Ort mit allen für eine römische Stadt notwendigen Einrichtungen, wie dem Forum oder einem Amphitheater. Auch heute noch sind zahlreiche antike Ruinen in der Stadt zu bewundern, die von Saragossas langen Geschichte zeugen. Die Westgoten übernahmen nach den Römern, in der Spätantike die Stadt, die nicht in einer Schlacht überrannt, sondern einfach übergeben wurde, was ihr natürlich zugute kam.

Wie fast alle Teile der iberischen Halbinsel, fiel auch Saragossa nach der muslimischen Invasion in maurische Hände. Mit dem Zerfall des Kalifats von Cordoba 1013, entstanden viele kleinere muslimische Reiche. Eines der bedeutendsten dieser kleinen Königreiche war das Taifa Zaragoza, das endgültig 1018 entstand. Dessen Hauptstadt war Sarakusta, der maurische Name für das alte Caesaraugusta. Es wurde erst von der Familie der Tudschibiden regiert, nach drei Dekaden dann aber von den Banu Hud, die sich versuchten mit zahlreichen Allianzen (unter anderem mit dem legendären El Cid) an der Macht zu halten. Obwohl das Taifa eine beachtliche Größe hatte und bis weit an die levantinische Küste reichte zerfiel es recht bald wieder, da es von allen Seiten attackiert wurde. Unter anderem auch von Norden her, von den neu entstehenden christlichen Königreichen.

Saragossa im Königreich und unter der Krone Aragóns

Die Geschichte der Stadt Zaragoza ist eng verbunden mit der des Königreiches Aragón. Der Name Aragón stammt von einem Fluss, der von den Pyrenäen in den Ebro fließt. Das frühe Königreich Aragón, ist eines der kleinen christlichen Reiche, im Norden der iberischen Halbinsel, schon früh als Grafschaft mit Navarra vereinigt. 1035 erbte Ramiro I. von Aragon, nach dem Tod seines Vaters Sancho III. eine kleine Region und es entstand das Königreich Aragon, was sukzessive durch Rückeroberung von maurischen Gebieten vergrößert werden konnte. Schon gegen Ende des 11.Jahrhunderts wurde die Grenzlinie bis an den Ebro gezogen und um 1118 gelang unter König Alfonso I. die Einnahme von Saragossa.
Das die Stadt schon unter den Mauren bedeutend war wurde sie gleich zum neuen Königssitz ernannt. Die maurischen Einwohner durften in der Stadt leben bleiben, mussten aber einen steuerlichen Tribut bezahlen. So entkamen die neuen christlichen Könige dem Problem, keine Einwohner für die neue Metropole zu haben und generierten gleichzeitig vermehrte Steuereinnahmen. Gleichzeitig wurden künstlerische Traditionen beibehalten. Die Christen waren durchaus begeistert von den Kunstwerken und den Häusern des Islam und im Stil des Mudejar ließen sie sich neue Bauwerke errichten, oder veränderten Bestehendes nach ihren Wünschen. So wurde die große maurische Burganlage, die Aljaferia, zu einem neuen Palast umgebaut. Auch andere Kirche, wie die Kathedrale Seo, die später zur Krönung des Königs benutzt wurde ist ein gelungenes Beispiel für Mudejar-Architektur in Saragossa, der übrigens heute unter UNESCO-Weltkulturerbeschutz steht.

1137 machte der damalige König Ramiro II. eine Hochzeit seiner Tochter Petronella mit dem Grafen von Barcelona Raimond Berengar IV. aus (Petronella war da 1 Jahr alt!), woraus sich letztendlich 1164 das neue Territorialgebilde der „Krone von Aragón“ ergab. Die Krone von Aragón ist allerdings etwas anderes als das Königreich Aragón, das weiter bestehen blieb. Das Gebiet der Krone beinhaltete anfangs (später mehr) zwei unterschiedliche Länder mit ungleichen Verwaltungs- bzw. Rechtsformen, nämlich die Grafschaft Barcelona (oder auch Katalonien) und das Königreich Aragon. Beide einte lediglich der gemeinsamen Herrscher. 1317 schließlich legte Jaume II. fest,  dass die Königreiche Aragón, Valencia (sein Vater, Jaume I. eroberte weite Teile der Levante und gründete daraufhin das Königreich Valencia) und Katalonien immer von gleichen König regiert werden sollten, intern aber durchaus unterschiedliche Vertretungen und Rechtssysteme haben konnten. Insofern war die Krone Aragóns kein einheitlicher Staat, sondern vielmehr ein Territorialkonglomerat, in welchem das Königreich Aragón ein Teil war. Niemand nahm sich innerhalb der Krone Aragóns als ein gemeinsames Volk war, so wurden Aragonesen in Katalonien als Ausländer gesehen und umgekehrt natürlich genauso. Lediglich die Person des Königs war ein verbindendes Glied. Der erste König der Krone Aragons war Alfons II. Die Cortes in Saragossa ließen es sich auch nicht nehmen, formell dem König die Macht zu übertragen, wenngleich dieser seine Nachfolge selbst festlegte. Und so musste der neue Herrscher seinen Eid in der Kathedrale in Saragossa, der Seo, ablegen. Dies in einer 2-tägigen Prozession von der Aljaferia zur Seo und wieder zurück. Erst nach dem Eid, konnte der König offizielle Amtshandlungen vornehmen (dieser Eid musste natürlich auch in Katalonien und nochmals in Valencia abgelegt werden, obwohl die Krone von Aragón später weitere Teile des Mittelmeers, wie die Balearen oder Neapel beherrschte, blieben die drei Königreiche das Kernland der Krone).
Innerhalb der Krone kam es durchaus auch zu Spannungen zwischen den Königreichen. Aragón wurde wirtschaftlich schnell von Katalonien abgehängt und nach der Gründung des Königreichs Valencia hatte Aragón auch keine Möglichkeit mehr territorial zu expandieren (und beispielsweise wieder Meereszugang zu erhalten, wie noch das Taifa Zaragoza besaß). Als König Martin I. 1410 in Barcelona kinderlos starb (er überlebte alle seine vier Nachkommen) wurde lange um die Nachfolge zwischen Aragón, Valencia und Katalonien gerungen, wobei im Kompromiss von Caspe 1412, schließlich Fernando I. aus dem kastilischen Herrschaftshaus der Trastamara zum neuen König ausgerufen wurde. Hier setzten sich nicht nur die aragonesischen Interessen (gemeinsam mit den Valencianischen, beide Länder sahen in einer Annäherung zu Kastilien wirtschaftliche Vorteile) durch, gleichfalls kam es zu einer Annäherung der Krone Aragons mit Kastilien. Dies führte später, 1469 dazu, dass der König von Aragon Fernando II., Isabella von Kastilien heiraten und damit den Weg bereitete, für ein vereinigtes Spanien.
Auch im vereinigten Spanien, dass ab dem 16.Jahrhundert von den Habsburgern regiert wurde, behielt das Königreich Aragon, wie auch die anderen Mitglieder der Krone, seine Eigenständigkeit. Weiterhin bestanden die eigenen Cortes (Ständeversammlungen) weiter, wie auch die Selbstverwaltung Aragóns von Zaragoza ausging. Erst mit dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700-1714) und dem Sieg der Bourbonen über die Habsburger, sollte das Königreich Aragón zerfallen. Der neue spanische König Philipp V. gestaltete den spanischen Staat in zentralistischer Art um (1707 mit den sogenannten „Decretos de Nueva Planta“). Auch wenn es innerhalb des Krieges, 1710 noch einmal in der Schlacht von Zaragoza einen Sieg der pro-habsburgischen Truppen gab, welche die Eigenständigkeiten bewahren wollten, sollte der Krieg aus dem Königreich Aragón eine Provinz Kastiliens machen und Saragossa zur Provinzhauptstadt. Nur in der heutigen spanischen Königstitulatur findet sich noch ein Hinweis auf die ehemalige ruhmvolle Krone, denn der spanische Monarch bezeichnet sich immer noch unter anderem als König von Aragón.

Krieg mit den Franzosen

Ein weiteres noch heute in Saragossa besonders betontes Ereignis, waren die Kämpfe innerhalb der napeolonischen Kriege auf der iberischen Halbinsel,  insbesondere der Kampf um die Stadt im Januar 1809. Sowohl die spanische Armee, als auch die einheimische Bevölkerung nahm den Kampf mit den französischen Besatzertruppen auf. In einem typischen Guerilla-Krieg wurden Häuser und sogar einzelne Stockwerke zäh verteidigt und sogar Zivilisten sollen versucht haben die Angreifer mit kochendem Wasser oder Steinen abzuwehren. Letztendlich siegten die Franzosen am 22. Januar 1809 und besetzten eine fast völlig zerstörtes Saragossa. Die Geschichte der heldenhaft kämpfenden Einheimischen jedoch, in jener Schlacht mit über 50.000 Toten, ist in der spanischen Geschichte unvergessen und gilt als heldenhafter Aufstand vor dem Feinde.

Das 20.Jahrhundert

Saragossas entscheidendes Wachstum setze erst im 20.Jahrhundert ein, als sich die Bevölkerung mehr als versechsfachte. Die Industrialisierung setzte ein und machte die Stadt zu einem wirtschaftlichen Zentrum in einer eher strukturschwachen Region, gleichzeitig wuchs die Stadt nicht nur an Einwohnern, sondern auch flächenmäßig stark an, wobei die meisten Bürger auch heute noch in der Nähe des Stadtzentrums wohnen. Saragossa wurde ebenfalls zu einem Zentrum der Armee, denn 1940 eröffnete hier die Generale Militärakademie, eine Ausbildungsstätte für höhere Armeeränge. Auch der Flughafen Saragossa hat noch eine hohe Militärische Bedeutung und wird auch von den US-Streitkräften genutzt. Traurige Bekanntheit erlangte Stadt durch den vermutlich von der ETA eingeleiteten Brand im Corona Hotel mit 80 Toten im Jahr 1979 (was allerdings niemals gerichtlich Bewiesen wurde) und den Bombenattacken 1987, bei welchen ebenfalls 11 Menschen starben.
Eine entscheidende Erneuerung Saragossas sollte mit der Expo 2008 eingeleitet werden, die der Stadt ein neues Gesicht verleihen sollte, so ist die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Aragón heute eine Stadt mit einer Vielzahl interessanter zeitgenössischer Bauten.

urban facts Zaragoza

Allgemeine Daten:

Einwohner (Ballungsraum) 2015: 664.943 (685.173)
Einwohnerentwicklung 2001-2011 +9,36%
Fläche 974 km²
Bevölkerungsdichte 684 Einwohner / km²
Geographische Höhe 200m (höchste Erhebung: 714m)
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 322 mm / 51 / 2695
Fluss Ebro
KfZ-Kennzeichen Z (veraltet)

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Pedro Santisteve (ZeC – Lokalpartei, links)
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt der Region Aragon und der Provinz Zaragoza
Global City Status Nicht gelistet
Flughafen Aeropuerto de Zaragoza (ZAZ; geöffnet: 1940; 0,423 Mio; PAX 2015; 28.größter Flughafen ESP nach PAX, 3. Größter Cargo Flughafen ESP. ; 2 Landebahnen, 1 Terminals; 10km W der Innenstadt)
ÖPNV Tram: 1 Straßenbahnlinie (seit 2011); 2 weitere Linien in Planung; zwischen 1885 bis 1976 waren weitere Straßenbahnlinien vorhanden, seit 1902 elektrisch
Bus: 31 Linien
Entfernung nach… Madrid 310km (Auto: 3h; Bahn: 1h15min)
Barcelona 310km (Auto: 3h; Bahn: 1h25min)
Valencia 320 km (Auto 3h15min; Bahn: 3h40min)
Toulouse 395km (Auto: 5h; Bahn: 7h15min)
nächster Ort über 1000.000: Madrid 310km

 

Kultur / Geschichte:

Universität Universidad de Zaragoza (gegründet 1542; 36.000 Studenten an 22 Fakultäten; zentraler Campus in Z., 2 weitere Campus in Huesca und Teruel)
Anzahl Museen 34 (laut: wikipedia.es)
Größten jährlichen Feste Fiestas del Pilar (Woche vor dem 12.10. bis zum ersten Sonntag danach) zu Ehren der Schutzheiligen Pilar; zahlreiche Aktivitäten mit rund 4 Mio. Gästen
Sportvereine der Stadt Fußball:
Real Zaragoza; gegründet 1932; 6x span. Pokalsieger; 1x Euro. Pokalsieger-Cup; 1xMesse-Cup; Ø-Zuschauer 15/16: 15.791 @ La Romareda (34.596) in 2.Liga
Basketball:
CAI Zaragoza: Ø-Zuschauer: 7.144 @ Pabellon Principe Felipe (10.700) in 1.Liga
Biersorte des Ortes: Ambar
Erste urkundliche Erwähnung 25 v.u.Z.
Gegründet von: Römern
Großstadt seit 1900
Das entscheidende Jahr 1118 wird Zaragoza von Christen erobert und zur Hauptstadt Aragóns gemacht
Meisten Einwohner im Jahr heute
Man trifft sich am: Plaza Pilar
Kneipenviertel: Altstadt

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Basílica de Nuestra Señora del Pilar
Architektonisches Highlight Aljaferia
Höchstes Gebäude Torre del Agua (78m)
Meist fotografiertes Gebäude Basílica de Nuestra Señora del Pilar
Anzahl Starbucks 0
Arbeitslosenquote 16,2% (Januar.2016)

 

Bevölkerungsentwicklung:

1000 1548 1725 1787 1850 1900 1930 1960 1981 2011
~25.000 25.000 30.000 43.000 60.000 98.125 162.121 303.975 571.885 678.115

 

 

Zaragoza

Geschichte Zaragozas | urban facts Zaragoza | Mudejar-Architektur | Aljafería | Expo 2008 und neue Architektur in Saragossa

In Saragossa (auf Spanisch: Zaragoza) wirbt man für sich, mit der Behauptung, das Eingangstor zur iberischen Halbinsel zu sein. Tatsächlich liegt die Stadt nur 200km von der französischen Grenze entfernt, aber wie es so ist in den Zeiten des beschleunigten Massenverkehrs, bleibt die Hauptstadt der spanischen Region Aragón, der Punkt den man kreuzt, um ans Ziel zu gelangen. Kommt man mit dem Flieger aus Deutschland nach Madrid, startet kurz hinter Saragossa der Landeanflug. Fährt man von Barcelona nach Kastilien, so durchfährt man ebenso die Stadt, wenn überhaupt, denn um den Hochgeschwindigkeitszug AVE von Barcelona nach Madrid noch schneller zu machen, hat man eine Umfahrungsstrecke gebaut, so dass man nicht zwangsläufig am riesigen Bahnhof Delicias halten muss. Doch Zaragoza ist viel mehr, als nur eine Durchgangsstation zu sein.

Saragossa ist die 5.größte Stadt Spaniens mit rund 650.000 Einwohnern. Gleichzeitig ist sie die Hauptstadt Aragòns (die ebenfalls im Deutschen mögliche Bezeichnung Aragonien werden wir hier nicht verwenden), einer historisch sehr interessanten und landschaftlich wunderschönen Region, die allerdings nur sehr dünn besiedelt ist. Mehr als die Hälfte aller Aragonesen leben in Saragossa und Gustav Faber hat wohl nicht unrecht wenn er schreibt: „Saragossa scheint alles Leben Aragóns in sich aufgesogen zu haben“. Die Stadt ist mit einer Fläche von 973km² sehr groß (flächenmäßig rund ein Drittel größer als Madrid, das aber rund 5mal mehr Einwohner hat) und hat so gut wie keine Vorstädte. So wirkt Saragossa, wie eine urbane Insel in der Berglandschaft Aragons. Strategisch günstig durchfließt der Ebro, der längste Fluss Spaniens die Stadt, während man bei guter Sicht bis zum 2314m hohen Moncayo schauen kann. Ungewöhnlich ist auch, dass viele weitere bedeutende Städte Spaniens alle rund 300km entfernt von der Stadt liegen (Madrid 295km, Barcelona 310km, Valencia 310km und Bilbao 300km).

Auch Saragossas geschichtliche Wurzeln reichen zurück bis in die Antike und heute ist die Stadt bestrebt sich ein zeitgenössisches Bild zu geben. So war sie 2008 Gastgeber der Weltausstellung Expo. Die unter dem Titel „Wasser und nachhaltige Entwicklung“ stehende Ausstellung wurde in einem Mäander des Flusses Ebros, nicht weit vom Stadtzentrum abgehalten. Wirklich nachhaltig war die Ausstellung dann aber doch nicht, denn viele der teilweise sehr imposanten neuen Bauten warten noch acht Jahre später auf eine Folgenutzung. Selbst Werke wie der Brückenpavillion von Zaha Hadid werden heute leider nicht genutzt und man ist sich nicht sicher, ob man dies dem wenig befriedigenden Konzept der Weltausstellung zu tun hat, oder der in Spanien gern vollzogenen Aktions-Form an Großprojekte ranzugehen, die nach dem Motto arbeitet: erst mal bauen und sich anschließend zu fragen, was man damit machen könnte. Dafür hat die Stadt in den letzten Jahren eine Tram bekommen, die auch noch weiter ausgebaut werden soll.
Dem Ebro jedoch stört dies kaum, gibt er der Stadt doch eine für spanische Verhältnisse eher ungewöhnliches Bild, eine Stadt-Silhouette am Fluss. Überragt wird diese nicht nur von den Brücken, sondern vor allem von der Kathedrale del Pilar, einem der eindrücklichsten Gotteshäuser auf der iberischen Halbinsel. Überhaupt ist Pilar, die Schutzheilige der Stadt, einer weiteren Erwähnung wert. Nicht nur, weil die Jungfrau auf der Säule, einer der beliebtesten Heiligenerscheinungen in Spanien und Lateinamerika ist, sondern auch weil sie dem ausgiebig gefeierten Stadtfest den Anlass gibt und natürlich, weil an der Stelle der heutigen Kathedrale Nuestra Seňora del Pilar, dem heiligen Jakobus (im Spanischen: Santiago, welcher besonders in Santiago de Compostela verehrt wird, in dem man zur dortigen Kathedrale pilgert) die Jungfrau auf der Säule erschienen sein soll. Saragossas Reiz liegt aber auch in der Mudejararchitektur, die sich hier wie in vielen anderen Teilen Aragóns zeigt.

urban facts Toledo

Allgemeine Daten:

Einwohner (2015) 83.226
Einwohnerentwicklung 2013-14 -0,38%
Fläche 232 km²
Bevölkerungsdichte 359 Einw. / km²
Geographische Höhe 454m
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 342mm / 54 / 2922
Fluss Tajo

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Milagros Tolón (PSOE)
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt der Autonomen Region Kastilien-La Mancha und der Provinz Toledo
Flughafen Nächster Flughafen liegt in Madrid
Entfernung nach… Madrid 70km (Auto: 50min, Bahn: 33min)
nächster Ort über 500.000: Madrid
nächster Ort über 1000.000: Madrid

 

Kultur / Geschichte:

Anzahl Universitäten Campus Toledo der Universität Castilla – La Mancha (gegründet 1982; 7.100 Studenten in Toledo)
Anzahl Museen 9 (laut wikipedia.es)
Größten jährlichen Feste Corpus Christi (seit dem 13. Jahrhundert)
Sportvereine der Stadt CD Toledo (7 Saisons in Seginda Division)
Biersorte des Ortes: Domus
Erste urkundliche Erwähnung 193 v.u.Z.
Gegründet von: Römern
Das entscheidende Jahr 554 wurde Toledo die Residenz der Westgoten
Meisten Einwohner im Jahr heute

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Kathedrale Toledo
Architektonisches Highlight Puente de San Martin
Meist fotografiertes Gebäude Alcazar
Arbeitslosenquote 10,4% (1.2014)