Liberec

Geschichte Liberecs | urban facts Liberec

Liberec oder auf Deutsch: Reichenberg, ist für Viele zumeist eine Transitstadt auf dem Weg ins Riesengebirge. Ihre größte Attraktion ist der Hausberg der Stadt, der Jeschken, der mit 1012m Höhe über dem Meeresspiegel, weit über der Stadt thront.
Ich habe es geschafft, 34 Jahre lang die Stadt mehr oder weniger zu ignorieren und das obwohl sie nur rund 150km von Dresden entfernt liegt und mittlerweile mit der Regionalbahn sogar in nur etwas mehr als 2 Stunden erreichbar ist. Das war ein Fehler. Liberec ist mit rund 100.000 Einwohnern zwar nicht wirklich eine Metropole, aber die größte Stadt Nordböhmens und die größte Stadt der Euroregion Neiße, dem Dreiländereck zwischen Polen, Tschechien und Deutschland.
Liberecs größter Reiz liegt wohl in seiner wunderschönen Lage im Tal der noch sehr jungen Neiße, an den Südhängen des Isergebirges und am Fuße des Jeschkens. Doch die Stadt hat auch eine wechselhafte und spannende Geschichte.

Geschichte Liberecs

Im 13.Jahrhundert wurde die Gegend zwischen Iser- und Jeschkengebirge, von deutschen Siedlern erschlossen, in denen bis dato nur wenige Slawen wohnten. Die älteste Siedlung der Gegend ist Frydlant (deutsch: Friedland) und war lange der dominante Ort in der Region. Reichenberg wurde erstmal 1352 erwähnt und vergrößerte sich stätig, wenn auch langsam. Schon im Mittelalter lag die Sprachgrenze zwischen Deutsch und Tschechisch rund 10km südlich der Stadt in etwa auf der Höhe des Jeschkenkamms. Ein wirtschaftlicher Aufschwung erlebte Reichenberg im 16.Jahrhundert mit dem Aufbau der Textilherstellung, vorher hatte das Örtchen fast keinerlei Bedeutung. Nordböhmen wurde zu einem Zentrum der Tuchmacherei und Leinenweberei, wovon auch die Stadt Reichenberg profitierte und 1577 mit dem Stadtrecht bedacht wurde. Der 30-jährige Krieg warf, wie so viele andere Gebiete, die gesamte Region stark zurück. Auch im Siebenjährigen Krieg war Reichenberg Ort einer Schlacht zwischen Österreich und Preußen (1757). Im späteren 18. Jahrhundert entstanden mit der Welle des Frühkapitalismus zahlreiche Manufakturen, diese zogen auch immer mehr tschechisch sprechende Menschen an und in diese Zeit fällt die erstmalige Erwähnung des Ortes mit dem tschechischen Namen Liberec. Durch die gute Lage an wasserstarken Flüssen in der bergigen Landschaft wurde der Energiebedarf einer florierenden Wirtschaft gut kompensiert. Bald entstanden andere Industriezweige, wie die Maschinenindustrie, die hauptsächlich Textilmaschinen lieferte. Die Firma Liebieg errang damit beispielsweise Weltruhm und war sogar das größte Unternehmen der Donaumonarchie Österreich-Ungarn. Die Stadt zog also verstärkt Menschen an, die in den Fabriken der Stadt arbeiteten, dies waren zunehmend tschechisch sprechende Arbeiter. So waren 1860 nur 1% der Einwohner Reichenbergs tschechische Muttersprachler, 1900 waren es bereits 8%. Um die Jahrhundertwende war Reichenberg die zweitgrößte Stadt Böhmens (nach Prag) und die Stadt hatte einigen Wohlstand durch die industrielle Entwicklung gewonnen. Ausdruck davon ist beispielswiese das Rathaus der Stadt (1893 eingeweiht), dass von Franz von Neumann, einem Mitarbeiter des Baumeisters des Wiener Rathauses errichtet wurde und das in seiner Form diesem auch stark ähnelt. Zahlreiche größere Villen entstanden und trugen auch dazu bei, Reichenbergs Image als reiche deutsche Stadt in Böhmen zu festigen. Immer wieder versuchte man in Konkurrenz zum verstärkt tschechisch geprägten Prag zu treten, eine Situation die aufkommende nationale Konflikte eher verstärkte. Der 1. Weltkrieg brachte Hunger und Armut nach Reichenberg, das ohne militärische Schwerindustrie nur wenig Möglichkeiten hatte, an einer Kriegswirtschaft zu verdienen. Nach dem Ausrufen der Tschechoslowakischen Republik am 28. Oktober 1918, wurde als Reaktion der deutschsprachigen Bevölkerung, nur kurze Zeit später die Provinz Deutschböhmen ausgerufen, deren Hauptstadt Reichenberg sein sollte. Jedoch wurden die Gebiete, die zwar mehrheitlich von Deutschen bewohnt wurden, aber zum neuen Staat Tschechoslowakei gehörten, schnell vom letztgenannten Militär besetzt. Der Anteil der tschechischen Bevölkerung nahm in den Folgejahren weiter zu, genauso wie politische Konflikte zwischen den Volksgruppen, die sich insbesondere in der Weltwirtschaftskrise verstärkten. Mit dem Münchner Abkommen 1938 fiel die Stadt an das Deutsche Reich und wurde in die „Sudentendeutsche Gebiete“ eingegliedert. Im Mai 1945 – nachdem Ende des 2.Weltkrieges – fiel Liberec wieder an die Tschechoslowakei zurück. Die deutsche Bevölkerung verließ mehrheitlich Böhmen, viele davon hatten nach ihrer Enteignung fast keinen Besitz mehr. Sie wurden teilweise ersetzt durch Neuansiedlungen aus Mittelböhmen und der Slowakei. Ebenso zogen zahlreiche Roma in die Stadt, wie in weite Teile Nordböhmens (siehe auch in Ústí nad Labem). Im Prager Frühling 1968 mussten in Liberec Todesopfer beklagt werden. Der Wiederstand gegen die einfahrenden sowjetischen Panzer wurde mit einer Verwirrungstatktik der Liberecer geführt, so tauschten die Bürger der Stadt alle Straßenschilder aus und nannten jede Straße von nun an „Dubĉekova ulice“ in Verbundenheit mit dem damaligen tschechischen Parteichef Alexander Dubĉek. Nach der Revolution 1989 suchte die Stadt verstärkt Anschluss an neu entstehende regionale Netzwerke, wie der Euroregion. In den letzten Jahren erregte Liberec Aufmerksamkeit, da die Stadt 2009 die Nordische Ski Weltmeisterschaft austragen durfte. Heute ist sie die 5. größte Stadt Tschechiens.

Jablonec nad Nisou

Jablonec nad Nisou, zu deutsch: Gablonz an der Neiße, ist Kreisstadt des Liberecký kraj und ein wichtiger Industriestandort, sowie das Verwaltungs- und Sportzentrum des Isergebirges. Ich wäre wohl mein ganzes Leben nie auf die Idee gekommen, je einen Stopp in Jablonec einzulegen, hätte ich nicht einen sympathischen Menschen kennengelernt, der aus diesem Städtchen stammt. Nicht das ich ihn dort besucht hätte, er lebt mittlerweile mit Frau und Kind in Prag (wo ich ihn aber auch noch nie besuchte, aber das ist ein anderes Thema). Trotzdem war mein Interesse geweckt, denn er und seine Frau sprachen immer in den höchsten Tönen von Jablonec und seiner wunderschönen Umgebung. Was die Umgebung betrifft, kann man schon auf den ersten Blick sagen – wundervoll. Im Isergebirge gelegen, im Tal der frisch entsprungenen Neiße, kann man Jablonec in alle Richtungen verlassen und findet immer reizvolle Landschaft vor. Das Riesengebirge ist ebenfalls nicht weit weg. Die Stadt selbst wirkt allerdings anfangs wie eine Ostneubauwüste und ein kleines Industriestädtchen. Doch schnell bemerkt man, dass Jablonec eine interessante Historie hat. Obwohl im Laufe der Geschichte mehrmals niedergebrannt, siedelten sich hier vermehrt deutsche Bewohner an. 1866 wurde Gablonz, von Franz Joseph I., zur Stadt ernannt, nur zwei Jahre später war es schon Bezirksstadt. Schon damals war die Glasindustrie stark vertreten im Ort und ließ ihn erblühen. Seit dem 18.Jahrhundert war das Bijouterie-Handwerk hier zu Hause. Der hier gefertigte Glasschmuck machte den Gablonz schnell über regionale Grenzen hinaus bekannt und brachte einigen Wohlstand in das wachsende Städtchen. Und auch heute noch ist dies der Hauptindustriezweig der 45.000 Einwohnerstadt, mit immerhin 11.000 Beschäftigten allein in diesem Gewerbe.

Hier noch ein paar kurze Fakten zu Jablonec nad Nisou in der Übersicht

Einwohner 45.000
Fläche 31 km²
Bürgermeister Peter Beitl (ODS)
Geographische Höhe 475 m
Fluss Lausitzer Neiße
KfZ-Kennzeichen Bis 2001 JN, jetzt zum Liberecký kraj gehörend, daher L
Sportverein der Stadt FK BAUMIT Jablonec (Fußball: 2x CZ-Pokalsieger; 1x CZ-Supercupsieger; Ø-Zuschauer 13/14: 3710)
Architektonisches Highlight Neues Rathaus 1933 von K.Winter
Erste urkundliche Erwähnung 1356
Das entscheidende Jahr 1866 wurde Gablonz zur Stadt erhoben
Meisten Einwohner im Jahr 1991
Entfernung nach… Liberec rund 10km

 

 

Ústí nad Labem

Ústí nad Labem, oder auf Deutsch: Aussig an der Elbe, gilt nicht gerade als die Perle der nordböhmischen Städte. Der Industrieort hat fast 100.000 Einwohner und liegt an den steilen Talhängen des Böhmischen Mittelgebirges durch das sich die Elbe zieht und in welchem das Flüsschen Bílina (Biela) mündet, wodurch sich auch der Name ergibt,  denn das alttschechische Wort ustie (= ústí) bedeutet so viel wie ‚Mündung‘. Ústí ist die Hauptstadt des Ústecký kray, einer der 14 Regionen Tschechiens. Ich erinnere mich schon in recht früher Kindheit in der Stadt gewesen zu sein, denn der Höhepunkt eines Urlaubs im Erzgebirge war immer ein Ausflug in die damalige ĈSSR. Allerdings habe ich alles vergessen, was damals passierte und glaube mich nur noch daran zu erinnern, dass die Stadt im Allgemeinen als hässlich zu bezeichnen war und als solche von meinen Eltern auch bezeichnet wurde. Aber als Dresdner wird man sowieso dazu erzogen, dass keine andere Stadt je an die Schönheit der eigenen Heimatstadt heranreicht und insofern ist dies kein wirklicher Maßstab. Sehr gut in Erinnerung ist mir auch, dass im Institut für Geschichte der TU Dresden ein Austauschprogramm mit der Uni in Aussig eingerichtet wurde und meine Skepsis, ob es je einen Dresdner gäbe, der freiwillig nach Ústí zum studieren ziehen würde, sich bis heute nicht wirklich gelegt hat. Später brachten mich ein paar Freundschaftsspiele mit tschechischen Fußballern in den Ort, aber außer dem Fußballplatz, verräucherter Kneipen und dubiosen Kantinen blieb auch da keine Erinnerung an die Gestalt der Stadt. Schließlich führen seit Eröffnung der Autobahn nach Prag die Wege über Ústí, denn so lang die ökologisch sehr diskutable Trasse durch das Böhmische Mittelgebirge noch nicht fertiggestellt ist, müssen die Fahrzeuge durch das Elbtal fahren und schneiden dabei den Ort. Man kann wirklich nicht sagen, dass bei solchen Durchfahrten, dass Interesse an der Elbstadt markant steigen würde, aber das wirklich reizvolle Tal der Elbe bewirkt, dass der Wunsch Ústi einmal besuchen zu können, wenn man sich den schönen Elbweg vom Böhmischen Mittelgebirge in Richtung Sächsische Schweiz ansieht, nicht vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Und dann macht man das halt mal.

Auf dem ersten Blick erkennt man in Ústí zahlreiche auf den Westhängen der Stadt gelegene Plattenbauten, dazu noch einige Industrieanlagen und eine Recht reizvolle Tallage. Schnell sieht man auch die Burg Schreckenstein, die über der Elbe thront, das Aussichtsrestaurant Větruše, dass mit einer Seilbahn zu erreichen ist, die ihre Talstation in einem Einkaufszentrum hat und eine etwas schiefe Kirche. Aussig bietet also etwas, auch wenn man gleich sagen muss, viel Zeit um alles zu erkunden braucht man nicht.

Geschichtlich ist Aussig aber hoch interessant. Schon 993 erstmals erwähnt, wurde es im 13.Jahrhundert vom böhmischen König Přemysl Ottokar zur Königsstadt erhoben, womit sich für die Bürger der Stadt größere Rechte ergaben. In den Hussitenkriegen kam es am 14. Juni 1426 zur Schlacht bei Aussig, welche die Hussiten gewannen und das sächsisch-thüringische Heer vernichteten. Zwar wurden zahlreiche deutsche Siedler vertrieben, später wird jedoch von einem friedlichen Zusammenleben von tschechischen und deutschen Bewohnern berichtet, so dass auch in den folgenden Jahrhunderten immer wieder deutsche Siedler, in das sich entwickelnde Städtchen zogen. Einen heftigen Einschnitt erlebte Aussig jedoch im 30-Jährigen Krieg, der die Stadt in die Bedeutungslosigkeit zurückversetzte und von deren Auswirkungen der Ort, mit nunmehr nur noch 2.000 Einwohnern, sich über rund 200 Jahre nicht erholte. In den Mittelpunkt der Geschichte trat die Region um Ústí 1813, als bei der Schlacht von Kulm das napoleonische Heer versuchte einen Durchbruch über das Erzgebirge gegenüber dem vereinigten preußisch, russisch und österreichischen Koalitionsheer zu erzielen, was allerdings misslang. Die Zeit der Industrialisierung führte zu raschen Veränderungen in Ústí. Zahlreiche neue Bewohner siedelten sich an, Bergwerke eröffneten ebenso wie Papier- und Farbwerke. 1851 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz, Lastkähne der Elbe wurden hier verladen und der Handel mit Böhmen organisiert. Von 1840 bis 1860 vervierfachte sich die Bevölkerungszahl auf 8.000 Einwohner. 1872 wurde die erste Elbbrücke eröffnet und schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Aussig rund 40.000 Einwohner. Nach der Gründung der Tschechoslowakei führten radikalisierte Tendenzen 1935 zu einem Wahlsieg des nationalsozialistischen Sudetenführers Konrad Henlein und das sollte leider nur der traurige Anfang sein. 1938 wurde mit dem Münchner Abkommen die Stadt dem Deutschen Reich angegliedert, mit der Zeit der Naziherrschaft wurden rund 80% der 1200 Menschen zählenden jüdischen Bevölkerung ermordet. Fliegerangriffe 1945 zerstörten rund ein Fünftel der Stadt und 500 Menschen verloren ihr Leben. Auch nach dem Ende des Krieges riss die Gewalt nicht ab, so kam es am 31.Juli 1945 zu einem Pogrom gegen die verbliebene deutsche Bevölkerung, bei der je nach Standpunkt zwischen 100 und 1000 Menschen getötet wurden. Bis 1946 wurde die restliche deutsche Bevölkerung (rund 53.000 Menschen) aus der Stadt vertrieben. Durch den Zuzug von Slowaken sowie Sinti und Roma, konnte der Bevölkerungsverlust kompensiert werden. Noch heute ist der Zuzug von Sinti und Roma ein polarisierendes Thema, so stand die Stadt unter europäischer Beobachtung, als 1998 eine Mauer um die Viertel gezogen werden sollte, indem Roma wohnten. Aber auch Gutes ist in den letzten Jahren geschehen. Seit 1991 ist Ústí eine Universitätsstadt mit derzeit immerhin 7.500 Studenten. Heute ist die Stadt mit 95.000 Einwohnern die achtgrößte in Tschechien.

urban facts Duisburg

Einige Daten und Fakten zur Stadt Duisburg

 

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner (Ballungsraum),“486.000 (rund 9% des Ruhrgebiets)“,
Einwohnerentwicklung,“2012-2013: +0,01%“,
Fläche,“232km² (rund 5% des Ruhrgebiets)“,
Bevölkerungsdichte,“2095 Ein. pro km² “
Geographische Höhe,“33m“
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“710mm / 197 / 1557″
Fluss,“Ruhr, Rhein: in Duisburg mündet die Ruhr nach 219km in den Rhein“
KfZ-Kennzeichen, DU[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,“Sören Link (SPD)“
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Stadtkreis“
Flughafen,“Nächster Flughafen ist in Düsseldorf (allerdings fast an der Stadtgrenze gelegen)“
ÖPNV,“Vier Straßenbahnlinien, eine davon als U 79 nach Düsseldorf; Hohe Anbindung an S-Bahnverkehr“
Entfernung nach…,“Düsseldorf: 28km (Auto: 30min; Bahn rund 15min~~Berlin: 550km (Auto: 5h; Bahn: 4h)~~Dresden: 575km (Auto: 5h15; Bahn: ca.6h45)~~Amsterdam: 205km (Auto: 2h; Bahn: 2h)“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universität,“Universität Duisburg – Essen (30.000 Studenten, entstand 2003 aus den Unis Duisburg und Essen, bereits 1655 bis 1810 gab es eine Duisburger Universität)“
Größte jährlichen Feste,“ExtraSchicht – Nacht der Industriekultur (im gesamten Ruhrgebiet)~~Ruhrtriennale (internationales Kunstfestival)“
Sportvereine der Stadt,“MSV Duisburg: gegründet 1902; 1x Vizemeister; 4x Pokalfinalist; 1x EC3 HF; Ø-Zuschauer: 13.461 (11/12) @ Wedaustadion~~FCR 2001 Duisburg: gegründet 2001 (bzw. 1955) 1x Women’s Champions League; 1x Dt.Meister; 3x Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 1.655 (11/12) @ PCC-Stadion“
Erste urkundliche Erwähnung,“833″
Großstadt seit,“1903″
Das entscheidende Jahrhundert,“Im 19.Jh. beginnt durch Kohlebergbau und Stahlindustrie der Aufstieg Duisburgs“
Meisten Einwohner im Jahr,“1975: 591.000″[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Landschaftspark Nord“
Architektonisches Highlight,“Innenhafen“
Höchstes Gebäude,“Citybank-Tower (77m von HPP; 1998)“
Anzahl Starbucks,“3″
Straftaten auf 100.000 Einwohner,“10.692 (2013)“
Kaufkraftindex in Deutschland,“87,7%“
Arbeitslosenquote,“13,3% (7.2014)“[/table]

Duisburg

urban facts Duisburg

In meinem Leben war ich schon mehrfach in Duisburg. Zugegebenermaßen nie mehr als nur maximal einen Tagesausflug lang. Aber soviel steht fest, Duisburg – eine Stadt die einem nicht wirklich als Ausflugsziel empfohlen wird – bietet mehr, als viele Leute mir meist abfällig sagten.
Duisburg ist die einzige mir bekannte Stadt, die den Weihnachtsmarkt mitten im Herbst eröffnet. Die Stadt liegt an beiden Ufern des Rheins, hat aber keinerlei Silhouette oder Wahrzeichen am Fluss (wie Köln oder Düsseldorf), sondern lediglich den größten Binnenhafen Europas. So zeigt sich auch das Duisburg eher eine Stadt des Ruhrgebietes ist und keine die man zur Region Niederrhein zählen könnte. Eine Altstadt ist so nicht zu erkennen, was geschichtlich wohl damit zu begründen ist, dass die Stadt zwar schon 833 erstmals erwähnt wurde (und damit viel älter als Dresden oder Berlin ist) und sie im Mittelalter eine nicht unbedeutende Rolle spielte, diese im Laufe der Jahre jedoch verlor und erst durch die Industrialisierung im 19.Jahrhundert einen rasanten Aufstieg erlebte. Heute ist Duisburg mit 486.000 Einwohnern die 15.größte deutsche Stadt, ist seit Jahren aber von Abwanderung betroffen (1980 war sie noch die 11.größte). In der folgenden Tabelle wird die Einwohnerentwicklung dargestellt:

1787 1820 1848 1875 1900 1919 1938 1975 2000 2013
3.657 5.936 8.948 36.580 92.729 248.225 436.800 591.635 514.915 486.855

 

Bis Ende der 1950er Jahre war Duisburg eine der wirtschaftlich stärksten Städte der Region mit einem der höchsten Pro-Kopf Steuereinkommen in Deutschland, es gab mehr oder weniger keine Arbeitslose, was zum Zuzug vieler Menschen mit Migrationshintergrund (sogenannte Gastarbeiter) führte. Seit den 1970er Jahren verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation jedoch rapide. Da man zumeist nur einseitig von der Hütten- und Stahlindustrie und dem Kohlebergbau lebte und gerade hier im Bergbau massiv Zechen geschlossen wurden, gehört die Stadt heute zu einer der ärmsten Regionen Deutschlands. Zusätzlich in negative Schlagzeilen verwickelt wurde Duisburg durch das Loveparade-Unglück 2010 und die unsägliche Diskussion danach, wer daran die Schuld trägt.

Duisburg hat aber eigentlich recht viel zu bieten. Hier ist Ruhrpott pur, man isst gern Currywurst und trinkt ein Pils (König-Pilsner ist das Bier der Stadt), hier scheint hinter jeder Ecke eine Fabrik zu stehen und wenn dass nicht, dann wenigstens eine Autobahn (als ich das erste Mal am Hauptbahnhof Richtung Innenstadt lief ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich gerade über die A59 laufe) und schließlich spielte „Schimanski“ in Duisburg. Die Stadt ist reine Industriekultur, in aufregender und spannender Art und Weise, was sich am eindrücklichsten im Landschaftspark Nord nachvollziehen lässt. In Duisburg mündet die Ruhr in den Rhein und am Rhein gibt es noch Wiesen, die zum Entspannen einladen und das auch weil Duisburg mit Heidelberg der wärmste Ort Deutschlands ist (was aber größtenteils an den recht milden Wintern liegt). Ehrlich gesagt, müsste ich den Rest meines Lebens in Duisburg verbringen, ich würde nicht jubeln, aber bietet man mir eine Wochenendreise dorthin an, würde ich mich sehr darüber freuen.

urban facts Würzburg

Einige Daten und Fakten zur Stadt Würzburg

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner,“124.577″,
Fläche,“87,6 km²“,
Geographische Höhe,“177m ü. NHN“
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“602mm / 156 p.a. / 1533″
Fluss,“Main“
KfZ-Kennzeichen, WÜ[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,“Christian Schuchardt (CDU, einziger CDU Bürgermeister in einer bayrischen Großstadt)“
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Kreisfreie Stadt und Sitz des Regierungsbezirkes Unterfranken“
Anzahl Besucher im Jahr,“850.000 (2013)“,
Flughafen,“Nächstgelegene Flughäfen in Frankfurt (120km) und Nürnberg (105km)“
ÖPNV,“5 Straßenbahnlinien (seit 1892, seit 1900 elektrisch, Streckennetz 19,7km, Gleislänge 42km, 20 Mio. PAX pro Jahr)“
Entfernung nach…,“Frankfurt 120km (Auto: 1h10min; Bahn: 1h8min)~~Nürnberg 110km (Auto: 1h5min; Bahn: 53min)~~München 275km (Auto: 2h30min; Bahn: 2h3min)~~Dresden 370km (Auto: 3h5min; Bahn: 5h8min)~~~~nächster Ort über 500.000: Frankfurt 120km~~nächster Ort über 1.000.000: München 275km“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universität,“Julius-Maximilians-Universität (Erstgründung: 1402, Wiedergründung: 1582; 26.725 Studenten (2013) in zehn Fakultäten)“
Größte jährlichen Feste,“Juni: Umsonst&Draußen Musikfestival mit ca. 75.000 Besuchern in drei Tagen~~Juli: Kiliani-Volksfest (Kirmes) mit ca. 1 Mio. Besuchern in zwei Wochen“
Sportvereine der Stadt,“Basketball: Baskets (2007 in Tradition der DJK Würzburg; 2011 Aufstieg 1.BBL; Ø-Zuschauer: 3.140 @s.Oliver Arena)~~Fußball: Kickers (gegründet 1907; 4.Liga; ØZuschauer: 2.000 @ Flyeralarm-Stadion)“
Erste urkundliche Erwähnung,“704″
Großstadt seit,“1933″
Meisten Einwohner im Jahr,“2010″
City Branding,“Würzburg – Welterbe.Weingenuss.Wohlgefühl“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Residenz“
Kaufkraftindex in Deutschland (=100),“100,9 (2012)“
Arbeitslosenquote,“3,4 % (2012)“[/table]

Essen und Trinken in Madrid

Allgemeiner Überblick: Essen in Spanien | Madrider Eigenheiten | Orte 2015 | Orte 2016 | Orte 2017 | 2018

Essen in Spanien

Spanien ist ein Land, in dem man ausgezeichnet Essen kann und das von Region zu Region sehr unterschiedlich, aber zumeist immer sehr gut. Dabei ist das Essen gehen nicht unbedingt so zu verstehen, wie in Deutschland. Auf den ersten (und in einigen Fällen auch auf den letzten) Blick wirken spanische Kellner (und diese sind hier eindeutig in der Mehrheit gegenüber weiblichen Kollegen) recht unfreundlich, der Service kann gern mal dauern und an manchen Gläsern haben die Spülmaschinen ihre graumelierten Spuren hinterlassen. Nun kann man dagegen halten, dass man in Spanien dafür kein Trinkgeld gibt (bzw. nur wenn der Besuch richtig gelungen ist, wobei ich glaube, von Ausländern erwarten Spanier schon ein kleines Extra) und dass das Essen in der Regel sehr gut schmeckt. Doch um in Spanien richtig zu essen, sollte man vorher einiges wissen.

Das geht los mit den Essenszeiten. Alles ist etwas später (aber auch hier gilt, von Region zu Region sind sogar die Zeiten unterschiedlich, so erlebt eine Bar um Valencia um 15:30 ihrer Hochzeit, im Baskenland herrscht da aber schon an vielen Orten Küchenschluss). Mittagessen geht ab 13 Uhr los und kann sich bis nach 16 Uhr ziehen. Abendbrot gibt es nicht vor 20:30 Uhr und bis 23:30 Uhr sollte man dann eine Bar gefunden haben, wo man Speisen möchte, wenn man nicht hungrig zu Bett gehen will.

Typischerweise isst man in Spanien in einer Bar, diese kann sich auf das Ein oder Andere spezialisiert haben (oder auch nur so tun, als ob) und nennt sich dann je nachdem Cerverceria (Bier), Mariscoceria (Meeresfrüchte), Carneceria (Fleisch) oder wie auch immer. Essen im Restaurant funktioniert genauso, ist normalerweise etwas teurer, aber im Allgemeinen auch besser. Manche Einrichtungen haben aber auch zwei separate Teile, einen Restaurantbereich und einen Barbereich. In einer Bar ist man für gewöhnlich nie allein (sieht man eine leere Bar, sollte man vorsichtig sein) und so gestaltet sich dann auch der Lärmpegel. Ein weiterer Unterschied ist das Vorhandensein von Fernsehern. Ich kenne fast keine Bar ohne laufenden Bildschirm. Gerade bei Fußballspielen, die nur im Pay-TV ausgestrahlt werden, verwandelt sich so eine Bar auch gern zu einem kleinen Stadion. Auf Tischdekoration wird nicht viel Wert gelegt, die typische deutsche Kneipenkerze ist hier eher selten zu finden. Sattdessen wird der Tisch direkt vorm Gast eingedeckt, zumeist mit einem Papiertischtusch. Dadurch ist man nicht gezwungen den Tisch säuberlich zu verlassen, was auch gar nicht so einfach ist, denn gern isst man „para picar“, was nichts anders heißt als, dass eine Reihe von Tapas (bezeichnet nur die Darreichungsgröße der Gerichte, also in etwa „kleine Teller“) in der Tischmitte stehen und sich jeder davon nimmt. Das bringt, gerade in größeren Gruppen, den angenehmen Vorteil, dass man alles mal probieren kann.  Mittags bieten alle Gaststätten „Menu del Dia“ an (eine Erfindung aus der Franco-Zeit, was deshalb aber nicht automatisch schlecht ist). Für einen festgesetzten Preis (in Madrid angefangen von 9€ bis zu 15€, wobei die Grenzen da eigentlich nach oben offen sind) bekommt man ein Getränk nach Wahl, einen ersten Gang, einen zweiten Gang (pro Gang reicht die Auswahl zumeist zwischen 3 bis 5 Gerichten), Brot und eine Nachspeise und/oder Kaffee. Damit ist man normalerweise ausreichend gesättigt. Wie überall ist es so; in der einen Bar kann man viel Glück haben und es ist absolut vorzüglich, in einer anderen muss dem aber nicht so sein.

Madrider Eigenheiten

Madrid ist die Stadt nach Tokio mit dem höchsten Fisch und Meeresfrüchteverbrauch pro Person. Deshalb kann man selbige Speisen immer problemlos in der Stadt essen, obwohl diese mindestens 350km vom Meer entfernt ist. Allerdings ist das traditionelle Madrider Essen eher Fleisch basiert, zumeist auch recht kräftig. Es gibt weiterhin viele Bars, die auf Essen aus den zahlreichen spanischen Regionen spezialisiert sind, man bekommt daher also fast alles. Will man ein Bier bestellen, so hat man in Madrid die angenehme Eigenart, dass man (fast) immer mit dem Bier eine kleine Tapa serviert bekommt (meist Oliven oder Chips, aber auch mal ein kleines Montadito, also eine Scheibe Baguette mit Wurst). Mit Glück findet man eine Bar, die schon mal eine ganze Tortilla (spanisches Eieromelette)serviert, wenn man drei große Bier bestellt. Hier sind wir auch schon bei der Größe des Gerstensaftes. Prinzipiell ist das Glas Bier, nicht mit deutschen Maßstäben zu vergleichen. Möchte man ein gezapftes Bier, bestellt man eine „caña“ oder ein „doble“, eine „caña“ kann auch schon mal so klein wie ein Senfglass sein, ein „doble“ erreicht zumeist schon 0,3l. Bestellt man nur „Cerveza“ (spanisch für „Bier“) gibt es vielmals nur ein „tercio“, also ein Flaschenbier mit 0,33l. Wenn man – gerade auf Veranstaltungen – mal mehr trinken möchte, empfiehlt sich ein „Mini“. Hier ist der Name aber nicht Programm, denn das „Mini“ hat nach meinen Schätzungen einen Inhalt von 0,7l bis 1l, kostet dann aber auch entsprechend mehr.

In der folgenden Darstellung sollen einige besondere Bars erwähnt werden. Da Madrid als Metropole dauernd neue Reizpunkte setzt und gerade im Gastrobereich in der Stadt sich dauernd Änderungen ergeben, wird hier nach Jahren der Beobachtung eingeteilt.

2015…

.. scheint sich der Trend Burger zu essen in Madrid noch zu verstärken. Bestellte man vor 10 Jahren noch „Hamburgesa“ bekam man meistens ein Stück Hackfleisch, ohne Brötchen auf den Teller. Vor 5 Jahren eröffneten die ersten sehr amerikanisch gehaltenen Diner, die schnell zu sehr erfolgreichen Ketten wurden. Heute bekommt man – besonders in neu eröffneten Bars und Restaurants –sehr häufig Burger. Zumeist sind diese recht ausgefeilt und nicht gerade billig, aber teilweise auch eine Entdeckung.
Desweiteren scheinen sich immer mehr, besonders an das jüngere Publikum gerichtete neue Bars und Restaurants zu etablieren. Diese unterscheiden sich zumeist in zwei Bereichen, von einer traditionellen Bar. Sie sind entweder sehr preiswert (wie zum Beispiel die Ketten „La Sureňa“ oder „Mercado Provincal“) oder sie versuchen eine besondere, meist trendige und schicke Atmosphäre dem Gast anzubieten.
Im Folgenden ein paar Orte, die durchaus weiterempfohlen werden können:

Bar / Restaurant Adresse (dahinter Homepagelink) Empfehlung für: Bemerkungen
Madriz Hop Republic C/ del Cardenal Cisnero 21 Bier Recht kleine, aber feine Bierbar, 8 unterschiedliche Fassbiere aus alternativen Brauereien, eigenes Bier im Angebot
Carmencita C/ San Vincente Ferrer 51 Tostas Kleine Bar in der man gut und preiswert essen kann, besonders: Tostas
Goiko Grill 3xmal in Madrid Burger Der Burgerladen in Madrid, recht preisintesive Burger, aber die besten die man bekommen kann; jederzeit voll, am besten reservieren
Van Gogh Cafe C/ de Issac Peral 4 Gute Atmosphäre Traditionsreicher Laden in Moncloa, überall hängen Van Gogh Kopien an den Wänden, abwechslungsreiche und leckere Küche

2016…

…. ist für Bierliebhaber ein gutes Jahr. Immer mehr Bars bieten die unterschiedlichsten Biersorten an. Zumeist werden dabei Sorten von Mikro-Brauereien angeboten und eine gute Bar hat mindestens 6 unterschiedliche und teilweise wechselnde Biere vom Fass im Angebot. Ein IPA ist meistens zu finden.

Bar / Restaurant Adresse (dahinter Homepagelink) Empfehlung für: Bemerkungen
Taproom C/ Guzman el Bueno 52 Bier 24 unterschiedliche Sorten Bier vom Fass! Obwohl kein Essen im Angebot zur Abendbrotzeit stark gefüllt, da der benachbarte Mexikaner  Fast Food anbietet, das auch hier verspeist werden kann. Sonst gute Hintergrundmusik und entspannte Stimmung.
Tuk Tuk C/ del Barquillo 26 Asiatisches Essen Hier wird asiatisches Streetfood serviert! Sehr interessante und leckere Gerichte von 8-13€; Reservierung erforderlich (auch in den drei anderen Filialen in M/Bilbao, C/Alcála und M/Santiago Bernabeu)
Vega C/ de la Luna 9 Vegan Wenn mal keine Tiere auf dem Teller sein sollen, dann ist das Vega eine der besten Adressen für vegane Küche in Madrid. Ausgesprochen leckere und innovative Speisen.
Morikaen C/Hiarión Eslava 17 Sushi Wirklich sehr leckeres Sushi und weitere japanische Speisen gibt es im Morikaen, wo sogar der König mal mit Freunden gegessen haben soll.

2017…

…ist das Jahr der ständigen Veränderung. Schon seit 2016 deutet sich ein großes Kommen und Gehen in der Madrider Restaurant und Bar Szene an. Momentan scheint an jeder Ecke eine neue Bar, ein Cafe, eine Bäckerei oder ein Restaurant zu öffnen. Leider schließen dafür aber auch zahlreiche Orte, denen man gern ein längeres Verweilen gewünscht hätte. Einen klaren Trend, welche Geschäfte schließen kann man noch nicht erkennen, aber die Schließungen machen nicht mal vor traditionsreichen Restaurants wie der Kette „Nebraska“ halt.

Bar / Restaurant Adresse (dahinter Homepagelink) Empfehlung für: Bemerkungen
SB Gastrobar C/San Bernado 115 Abendessen Die Gastrobar wirkt immer voll, hat aber ein schön dekoriertes und weiträumiges Obergeschoss, dass viel Platz bietet. Freundliche Bedienung serviert wohlschmeckendes Essen zu günstigen Preisen.

 

2018…

… wird zum Jahr in welchem die ständigen Veränderungen ziemlich unangenehm werden. In der Innenstadt von Madrid ist mittlerweile (fast) jedes Restaurant Produkt irgendeiner Restaurantkette, was zur immer-wieder-kehr von einer reiner Restaurants führt, wenn man nur mehr als 5min durch die Stadt schlendert. Selbst innerhalb der Resturantketten wird ziemlich gnadenlos alles auf effektiver und gewinnbringender getrimmt. Schön zu sehen ist das an der Kette der Kaffeehäuser Starbucks, die entweder zu kleinen take-away Bars umgebaut oder ganz geschlossen werden, weil man wohl erkannt hat, dass mit langem Sitzen, Plaudern oder Studieren ein zu geringer Profit gemacht wird. Dadurch verliert die Stadt wundervolle Cafes wie das Starbucks auf der Calle de las Infantas, wo man nicht nur ab und und an einen Prominenten sah, sondern auch wundervoll im ruhigen Kellergeschoss verweilen konnte. In diese Lücke scheinen neue Konzerne und ihre Marken zu springen, wie die kanadische Brand Tim Horton’s, bei der man meint, sie eröffne jede Woche eine neue Filiale in Madrid. Das alles wäre nicht weiter schlimm, wenn es nicht gerade diese überall aus den Häuserwänden schießenden Ketten wären, die traditionsreiche Einrichtungen verdrängen. So wurde das wunderbare Van Gogh Cafe (siehe Tipp 2015) von einem Taco Bell ersetzt (was umso mehr erstaunt, denn Taco Bells gibt es in Madrid nun bald an jeder Ecke, ohne das man je besonders viele Kunden darin entdecken würde).

urban facts Madrid

Einige Daten und Fakten zur Stadt Madrid

Allgemeine Daten:

Einwohner: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 3.141.997 / 5.537.292 / 6.194.640
Einwohnerentwicklung:
Stadt
2014-15: -0,73%
Fläche:
Stadt / Ballungsraum /Metroregion
605 km² / 1.936 km² / 6.430 km²
Bevölkerungsdichte:
Stadt / Ballungsraum / Metroregion
5.208 Einw./km² | 2.724 Einw/km² | 963 Einw/km²
Koordinaten 40°25‘08‘‘N – 3°41‘31‘‘W
Geographische Höhe 667m
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 436 mm / 63 / 2769
Fluss Manzanares (mündet hier nach 92km in den Jarama)

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Manuela Carmena (Ahora Madrid – Bürgerbewegung) seit 2015
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt des Königreichs Spaniens, Hauptstadt der gleichnamigen Comunidad (abgespaltet 1982 von Castilla-La Mancha)
Anzahl Besucher im Jahr 7,5 Mio. Übernachtungsgäste 2013
Platz in der Mercer-Studie 51. Platz (2015)
Global City Status Alpha
Flughafen Aeropuerto de Madrid Barajas (MAD; 57.8 Mio. PAX 2018; 5.Platz in Europa; 25. Weltweit
4 Terminals und 4 Start- und Landebahnen; Drehkreuz von iberia und AirEuropa; 12km NO der Innenstadt
ÖPNV Metro de Madrid: 293km mit 288 Stationen und 2,5 Mio. PAX täglich; 1919 eröffnet mit heute 13 Linien; 5. längste U-Bahn der Welt
Cercanías (S-Bahn): 339km auf 8 Linien
Bus (EMT): ca. 3690 km bediente Linien bei 426 Mio. PAX (2007)
ÖPNV Preise Sammelticket für 10 Metro- bzw. Busfahrten kosten 12,20€ (2016)
Entfernung nach… Barcelona (620km; Auto: 6h; Bahn: 2h45min)
Valencia (352km; Auto: 3h15min; Bahn: 1h40min)
Sevilla (535km; Auto: 4h50min; Bahn 2h30min)
Lissabon  625km (Bahn: 10h45min (nur Nachtzug möglich); Auto: 5h35min)
nächster Ort über 500.000: Saragossa 315km
nächster Ort über 1.000.000: Barcelona 620km

 

Kultur / Geschichte:

Anzahl Universitäten Acht staatliche Universitäten (in der Region) darunter:
Universität Complutense (1499 in Alcála gegründet; 1836 nach Madrid verlegt mit 91.000 Studenten)
Universidad Autónoma (1968 gegründet; 33.000 Studenten; sitzt in Cantoblanco)
Universidad Politécnica (1971 gegründet; 35.000 Studenten)
Universidad Carlos III (gründet 1989; 17.000 Studenten; sitzt in Getafe)
und sieben private Universitäten
Anzahl Museen allein mit der Madrid Card für Touristen hat man Eintritt zu über 50 Museen; unter den Top100 meistbesuchten Museen der Welt befinden sich 4 in Madrid
Größten jährlichen Feste San Isidro – in der Woche um den 15.Mai, Fest zu Ehren des Schutzheiligen der Stadt San Isidro
Sportvereine der Stadt Real Madrid: gegründet 1902
Fußball: 10x Champions League; 2x UEFA-Pokal; 32x Span.Meister.; 19x Span.Pokal; 3x Weltpokal; Ø-Zuschauer: 72.736 (2013/14)@ Santiago Bernabeu (80.354 Plätze)Basketball: 8x EC der Landesmeister; 4x EC der Pokalsieger; je 1x Korac-Cup und ULEB-Cup; 31x span. Meister und 24x span. Pokalsieger @ Palacio de Desportes (15.000 Plätze)Atlético Madrid: gegründet 1903; 1xWeltpokal; 1x EC der Pokalsieger; 2x europ. Supercup; 10x span. Meister; 10x span. Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 47.475 (2013/14) @ Vicente Calderón (54.831 Plätze)Rayo Vallecano: gegründet 1924; 15 Spielzeiten in der Primera División; 1x im VF des UEFA-Cups; Ø-Zuschauer: 10.890 (2013/14)@ Campo de Fútbol de VallecasEstudiantes: gegründet 1948; Basketball: 3x span. Pokalsieger @ Palacio de Desportes
Tageszeitung der Stadt (Auflage) El Pais (Mitte-links, seit 1976), El Mundo (Mitte-rechts, seit 1989), ABC (rechtskonservativ, seit 1903) sind die drei auflagenstärksten Tageszeitungen Spaniens (über 200.000 Exemplare pro Tag) und werden alle in Madrid herausgegeben
Biersorte des Ortes: Mahou; alternativ: Cibelles
Erste urkundliche Erwähnung 856
Gegründet von: Arabern
Großstadt seit schon 1800 hatte Madrid rund 160.000 Einwohner (Daten vorher unklar); damals 12. größte Stadt Europas
Das entscheidende Jahr 1561 (der spanische Hof wird nach Madrid verlegt)
Meisten Einwohner im Jahr 2010: 3.273 Mio.
Man trifft sich am: Puerta del Sol
Kneipenstraße / Viertel: Malasaña; Latina; Huertas, Chueca (Gay)
City Branding ¡Madrid!

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Plaza Major
Architektonisches Highlight Torres Blancas (Javier Sáenz de Oiza)
Höchstes Gebäude Torre de Cristal (250m)
Meist fotografiertes Gebäude Edificio Metropolis am Beginn der Gran Via
Anzahl Starbucks 48 (mit Vorstädten)
Konzernzentralen von Telefonica (Telekommunikation; 120.000 Beschäftigte weltweit), Prosegur (Versicherungen, 158.000), ACS (Bau; 200.000), Repsol (Energie; 25.000), Ferrovial (Mischkonzern; 65.000)
Straftaten auf 1000 Einwohner 2014: 57,4; ESP-Ø: 45,1; EU-Ø: 61,3
Kaufkraftindex in EU pro Einwohner 2015 16.369€ (124% ESP und 120% EU)
Verfügbares Einkommen pro Haushalt 35.683€ (2010) – 12% über spanischen Ø
Arbeitslosenquote 11,04% (5.15)

 

Bevölkerungsentwicklung:

1530 1560 1570 1600 1700 1800 1842 1877 1900 1920
3.000 9.000 34.000 84.000 100.000 160.000 157.397 400.917 540.109 728.937

 

1940 1950 1960 1970 1980 1991 2001 2010 2014 2015
1.096k 1.553k 2.177k 3.120k 3.158k 3.010k 2.938k 3.273k 3.165k 3.141k

 

Madrid

Plaza Mayor 2 5-2
Geschichte Madrids
AZCA 5-2
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Flughafen 5-2
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In der Umgebung: Alcalá de Henares (30km O) | Toledo (70km S) | Avila (110km NO)

Madrid ist die größte Stadt der iberischen Halbinsel, Hauptstadt Spaniens, wirtschaftliches und politisches Zentrum des Landes. Durch die zentrale Lage ist es auch der Verkehrsknotenpunkt Spaniens mit dem passagierreichsten Flughafen und dem Startpunkt aller Hochgeschwindigkeitszugverbindungen. Die Autobahnen A1 bis A6 starten alle hier und ziehen sich strahlenförmig im Uhrzeigersinn ins Land. Darin begründet sich ebenso die Faszination dieser Millionenmetropole wie die Abneigung, die man in anderen Teilen des Landes für die Kapitale empfindet. Doch wie auch immer man zu Madrid und seiner Rolle steht, die Stadt hat eine bewegende, wenngleich im europäischen Maßstab gar nicht mal so lange Geschichte. Sie ist bekannt für ihre kulturellen Reichtümer und bietet neben den drei herausragenden Museen Prado, Reina Sofia und Thyssen-Bornamiza noch viel mehr für interessierte Besucher, die in Madrid hunderte Möglichkeiten finden können auszugehen, oder auch nur gut zu essen. Auch das Umland von Madrid bietet neben den zahlreichen Schlössern der spanischen Monarchie, wie El Escorial oder Aranjuez auch landschaftliche Schönheit, wie sie beispielsweise die nur rund 80km nördlich der Stadt gelegenen Sierra Guadarrama. Madrid erlebte besonders um die Jahrtausendwende einen regen Baumboom, was Neubauten oder auch die damals am zweitschnellsten wachsende Metro der Welt betraf und heute erlebte sie die spanische Krise, die Thema fast jeden Gesprächs an den Tischen der Restaurants und Bars der Stadt ist.

Madrid ist auch keine Stadt, die sich auf den ersten Blick erschließt. Die Hochhausskyline ist über das Stadtgebiet zerstückelt, die vier höchsten Wolkenkratzer befinden sich am nördlichen Stadtrand. Die drei bedeutendsten Straßen der Stadt geben grobe Orientierung. Die Gran Via führt nördlich der Innenstadt entlang und ist eine Mischung aus Broadway, und Einkaufsstraße. Der Paseo de la Castellana durchschneidet die Stadt von Süd nach Nord und ist so etwas wie eine breite Prachtstraße, auf welcher Demonstrationen und Paraden abgehalten werden können und die Botschaften und Konzernzentralen säumen. Die Calle Alcála führt vom heutigen hoch frequentierten Mittelpunkt der Stadt, der Puerta del Sol nach Osten. Anfangs noch ein breiter Boulevard wird sie immer mehr zu einer normalen Hauptstraße, für die an ihr vorbei ziehenden Stadtteile. Es ist gerade die Unterschiedlichkeit der Stadtteile, was Madrid ausmacht. Im historischen Stadtkern, dem „Madrid der Habsburger“ hat man das Gefühl in einer typisch kastilischen Stadt wie Segovia zu sein, im Salamanca Viertel der Oberklasse fühlt man sich an Paris erinnert und wenn man von Chamberí über den Plaza Cuatro Caminos nach Tetuan läuft, gelangt man innerhalb von nur zwei Straßenzügen von einem sehr bürgerlichen spanischen Viertel in einen internationalen Teil der bestimmt ist von Immigranten aus Lateinamerika. Diese Unterschiedlichkeit macht Madrid aus, die Vielfältigkeit und Offenheit, aber auch die Kreativität und der ständige Wandel. An der einen Ecke europäische Metropole, an der anderen nachbarschaftliches Wohnquartier.
Madrid voll zu ergründen oder auch nur darzustellen ist eine unlösbare Aufgabe, aber die Stadt bietet so viel, dass einiges davon hier gezeigt werden soll.


Folgende Themen über Madrid stehen zur Auswahl: Geschichte der Stadt, Hochhäuser Madrids, Essen und Trinken in Madrid, urban facts (einige Daten und Fakten zur Stadt), Neue Architektur in Madrid, Madrid Rio, Transitort Madrid, Literatur über Madrid.