Madrid Rio

Der Park Madrid Rio ist ein städteplanerisches Vorzeigeprojekt, wie an die Stelle des platzfordernden Straßenverkehrs urbane Räume geschaffen werden können. Ausgangspunkt ist der Autobahnring M30, der besonders im Westen Madrids, sich sehr nahe an die Innenstadt annähert, da er dort am Flussufer des Manzanares gebaut wurde. Nicht nur wurde durch die Autobahn die Stadt zerschnitten, sondern auch die Abgas- und Lärmbelastung war in Sichtweite des Palacio Reals oder der Almudena Kathedrale schwer erträglich. Mit anderen Worten, eine Autobahn die mitten durch die Stadt führt, hat in den letzten Jahrzehnten an Glanz und öffentlicher Bewunderung durchaus eingebüßt und wird heute zumeist als störend empfunden. Die Frage war, was tun? In Madrid hat man die Autobahn und große Teile der Auf- und Zufahrten zu dieser, unter den Fluss gelegt, um oberhalb das Flussufer neu zu modellieren und es in eine Parklandschaft umzugestalten. Dabei ist man sehr gründlich vorgegangen und der neu entstandene urbane Raum kann sich sehen lassen und wird von den Madrilenen gern angenommen.

Der Umbau der Autobahn vollzog sich in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends. Seit 2007 wurden die dafür gebauten Tunnel sukzessive freigegeben, welche sich zu einem richtigen Tunnelsystem ausweiten und den gesamten westlichen Teil der M30 Stadtumfahrung ausmachen. Dieses unterirdische Gewirr von Straßen ist bei der Durchfahrt beeindruckend und man kann feststellen, dass in Madrid die Neigung Kreuzungen durch Tiefbaumaßnahmen zu vermeiden durchaus auch seine Vorteile hat.

Oberirdisch ist Madrid Rio allerdings noch weitaus beeindruckender und führt vom unteren Ende des Parque del Oeste (des Westparks) über rund 8km lang bis zum Parque Lineal Manzanares. Auf der kompletten Strecke kann man Fahrrad fahren, skaten, joggen oder einfach nur flanieren. Deshalb soll an dieser Stelle ein Rundgang entlang des Weges beschrieben werden.
Wer am Parque del Oeste, der sich entlang des Hanges von Moncloa (Metrostation) bis zum Fluss zieht, auf Madrid Rio stößt, der stellt fest, dass der erste Teil des Ufers nicht ausgebaut ist. Die Autobahn führt hier noch oberirdisch hinter einer kleinen Wohnsiedlung und vor dem Waldgebiet des Casa del Campo entlang, die Uferpromenade ist zwar breit, besteht aber zumeist nur aus trockenem Lehm. Von weitem schon sieht man den Mast der Seilbahn Teleferico den man unterquert, kurz danach gelangt man an die neu ausgebauten Flussufer (zu empfehlen wäre hier ein kleiner Abstecher auf den nur wenige Meter weiter links befindlichen Paseo de la Florida und der Kirche Antonio de la Florida, denn diese wurde von Francisco de Goya ausgemalt). Nur wenige hundert Meter weiter erreicht man die Puente del Rey aus dem Jahr 1828. An dieser kann man die Gelegenheit nutzen, um zum Casa del Campo zu gehen (rechterhand), Madrids Waldparkgebiet, dass auf 1700ha nicht nur den Zoo, einen Gondelteich („Lago“) und einen Freizeitpark beherbergt, sondern auch eine Oase der Ruhe in der sonst recht lauten Stadt darstellt. Casa del Campo ist auch zum Joggen, Wandern und Picknicken wunderbar geeignet. Linkerhand taucht der Bahnhof Principe Pio auf, der ehemalige Nordbahnhof, der jetzt auch ein Einkaufszentrum und ein unterirdischer (was sonst) Busbahnhof ist. Entscheidet man sich weiter entlang des Flusses zu spazieren, kann man bald eine großartige Aussicht auf den Palacio Real, die Kathedrale Almudena oder die Hochhäuser des Plaza España genießen und auch die ersten Restaurants und Kiosks lassen nicht auf sich warten, die zu angemessenen, wenngleich nicht billigen Preisen, Speis, Trank und Rast anbieten. Das nächste Highlight ist die alte Puente de Segovia, die aus dem Jahr 1594 stammt und unter Leitung von Juan de Herrera errichtet wurde. Sie ist noch eine Zeugin des habsburgischen Madrid, des hier so genannten „Madrid de Austrias“, einer Epoche der habsburgischen Herrschaft Spaniens, die maßgeblich Madrids Gestalt beeinflusste (siehe: Geschichte Madrids). Schwenkt man nach links ab, kann man über die Calle Segovia stadtaufwärts in eben jenen ältesten Stadtteil spazieren. Der nächste Teil des Madrid Rio führt dann am rechten Flussufer entlang, Kinderspielplätze bieten Gelegenheit, für die jüngere Generation Abwechslung zu finden. Bald erreicht man die wunderliche Brücke Pasarela de Principado de Andorra, welche wie ein Dreieck über den Fluss führt, kurz danach türmst sich schon das riesige Estadio Vicente Calderon auf, die Heimat von Atletico de Madrid. Doch lange wird das Stadion hier nicht mehr stehen. Der Klub baut schon am östlichen Stadtrand eine neue Arena, die auf dem ehemaligen Estadio Olímpico aufbaut (ein Link zum geplanten Bau ist hier: https://youtu.be/FbUOcCXPoLo ), einem angefangenen Sportfeld das die Madrider Hoffnungen auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele unterstreichen sollte, was aber bekanntermaßen nie wirklich Erfolg brachte. Am Vicente Calderon taucht auf der linken Seite auch einmal kurz die Autobahn aus dem Untergrund auf. In Zukunft – nach dem Abriss des Stadions und der dahinterliegenden Brauerei Mahou, sollen hier neue Häuser und ein Park entstehen und die Autobahn auch hier unter die Erde verschwinden.
Als nächstes unterqueren wir die Puente de Toledo, die ein wundervolles Beispiel des auf der iberischen Halbinsel vorzufindenden Barockstils des Churriguerismus ist und 1732, nach den Plänen von Pedro de Ribera fertiggestellt wurde. Gleich dahinter  erreicht man die Puente de Arganzuela, das ganze Gegenteil der feingliedrigen Toledo-Brücke. Genau genommen handelt es sich bei der Arganzuela Brücke um zwei Fußgängerbrücken, welche sich auf einem kleinen Hügel treffen. Das imposante Bauwerk von Dominique Perrault ist sicherlich eines der auffälligsten Neubauten des neuen Flussufers. Während die Parklandschaft am linken Flussufer sich etwas weitet und Platz für Spielwiesen und einen „Strand“ (für Kleinkinder) macht, bleibt es am rechten Ufer etwas enger. Der Wechsel von einer Seite zur Anderen wird aber durch eine Vielzahl von Übergangsmöglichkeiten erleichtert, so wie den Zwillingsbrücken Puente de Invernadero bzw. Puente de Matadero. Letztere führt direkt zum Kulturzentrum Matedero, einem ehemaligen Schlachthof (wie der Name in der Übersetzung verrät), dessen Besuch unbedingt zu empfehlen ist. Neben zahlreichen Veranstaltungen von Theater über Konzerten, Diskos bis hin zu Ballett findet der interessierte Besucher hier auch Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, eine Cafeteria und eine Bar, sowie einen Fahrradverleih. Gleich dahinter endet der Madrid Rio in seiner bisherigen Form, er führt nun nur noch auf der rechten Seite des Flusses entlang und bald schon wird er zu einem Provisorium, das direkt neben der 5-spurigen Autobahn entlang führt, die hier wieder oberirdisch verläuft. Aber die wenigen Meter auf sich zu nehmen lohnt sich, denn schon bald geht der Parque Madrid Rio nach 8km endgültig in den Parque Lineal de Manzanares über, der 2003 eröffnet wurde und in der Gesamtplanung vom Katalanen Ricardo Bofill stammt. Auf 130ha kann man hier unter anderen zwei Aussichthügeln besuchen. Der weiter nördlich gelegene hat die Form einer Pyramide und trägt eine Skulptur von Manolo Valdés mit einem riesigen Kopf der auf die Stadt schaut. Der etwas weiter südlich gelegene Aussichtshügel ist etwas höher und erlaubt eine fantastische Aussicht auf Madrid oder in der entgegengesetzten Richtung auf das Tennisstadion Casa Magica, ebenfalls von Dominique Perrault, wo jedes Jahr Anfang Mai ein Tennis Masterstunier stattfindet.

Wer nun genug gelaufen ist, dem ist der Rückweg zu den wenige hundert Meter entfernten Metrostationen „San Fermín“ oder „Hospital 12 de Octubre“ zu empfehlen, um mit der Linie 3 zurück in die Innenstadt zu fahren.

Geschichte Warschaus

Wie bei vielen Städten in Mittelosteuropa reicht Warschaus Geschichte nicht so weit in die Vergangenheit, wie man es bei mediterranen Orten findet. Nichts desto trotz ist es eine bemerkenswerte Historie, die die Stadt an der Weichsel aufzeigen kann. Der folgende Text gliedert sich in mehrere Abschnitte:
Von der ersten Siedlung um Warschaus bis zur Gründung der NeustadtWarschau – Hauptstadt immer größerer GebieteBlütezeiten, schwedische Sintflut und unglückliche SachsenzeitPoniatowskiWarschau in Kongreßpolen und Rußland Warschau im 1.Weltkrieg und als Hauptstadt eines unabhängigen Polens sowie die Tragödie des 2.WeltkriegsWarschau im Ostblock und heute

Von der ersten Siedlung um Warschaus bis zur Gründung der Neustadt

Im 9. Jahrhundert wurde erstmals eine Siedlung mit Wallburg in dieser Gegend errichtet, aber schon im 11. Jahrhundert wieder aufgegeben. Eine weitere Ansiedlung war Jazdów, dass 1262 von den Litauern zerstört wurde, woraufhin die Bewohner mit frischen Mut eine neue Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Altstadt errichteten. Auch der Herzog von Masowien (der Region in welcher Warschau liegt) ließ hier ein Schloss errichten, wobei sein Hauptsitz in Płock verbleib, einer Stadt rund 100km stromabwärts der Weichsel. Zwischen 1281 und 1321 wurde Warschau dann zum ersten Mal urkundlich erwähnt, allerdings existiert diese Urkunde nicht mehr (was dann auch die Unklarheiten mit den Jahreszahlen erklärt). Im Jahr 1334 bekam Warschau das Stadtrecht nach Kulmer Recht (im Mittelalter wurden Städten und deren Bewohner unterschiedliche Rechte zu teil, die jeweilige Rechtsform wurden dann nach Städten benannt, welche diese Rechtsform schon länger hatten). Im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Gebäude in der Altstadt, so auch die gotische Johanniskathedrale und das spätere Königsschloss. 1350 wurde ein erster Mauerring um die Stadt gezogen, 30 Jahre später schon ein Zweiter, was das Wachstum des Ortes deutlich macht. In diese Zeit fällt auch die Gründung der nördlich gelegenen Neustadt, die 1408 zur Stadt erhoben wurde.

Warschau – Hauptstadt immer größerer Gebiete

1413 wurde Warschau die Hauptstadt das masowischen Herzogtums Czersk. Die Stadt profitierte weiterhin von der strategisch günstigen Lage zwischen Wilna und Krakau, den beiden Hauptstädten der polnisch-litauischen Union, wobei das Herzogtum Czersk-Warschau erst 1526 an Polen fiel (durch das Aussterben der Herrschaftslinie, dessen Ableben gerüchteweise auf Geheiß der polnischen Königin erfolgte). Doch die Eingliederung nach Polen brachte Warschau weiteren Aufschwung, denn König Sigismund I. gestand dem Bürgertum der Stadt zahlreiche Handelsprivilegien zu. Nach der Eroberung des Weichseldeltas durch Polen erhöhte sich die Bedeutung Warschaus nochmals, da der Fluss nun als Handelsweg besser genutzt werden konnte. Die Stadt gewann zunehmend auch größeren Einfluss in der Politik. Das polnische Parlament Sejm sollte ab 1569 in Warschau tagen, außerdem sollte der König Polens zukünftig vor den Toren der Stadt, in Kamion bzw. Wola gewählt werden. Immer mehr politische Institutionen gingen von Krakau nach Warschau über und 1596 entschloss sich Sigismund III. Wasa, nach dem Brand im Krakauer Wawel mit seiner Residenz komplett nach Warschau umzuziehen, was auch damit zu tun hatte, dass er auch gleichzeitig König von Schweden war und ebenso Ambitionen auf den Thron im Moskau hegte und Warschau dafür strategisch sehr günstig lag. Der eigentliche Umzug dauerte aber einige Zeit und wurde erst 1611 vollzogen. Hauptstadt blieb aber Krakau, da es keinerlei rechtliche Dokumente gab, die diese neue Rolle bestätigten. So blieb Warschau offiziell bis 1795 nur die Rolle als Königssitz.

Blütezeiten, schwedische Sintflut und unglückliche Sachsenzeit

Das alles tat aber der Blüte der Stadt keinen Abbruch. Schon im 16. Jahrhundert war die Stadt weit über die alten Stadtmauern hinaus gewachsen und zählte 50.000 Einwohner auf beiden Seiten der Weichsel. Zwischen 1568 und 73 entstand eine erste Brücke über den Fluss, 1548 erhielt Praga, der östlich gelegene Teil der Agglomeration Stadtrecht. Zahlreiche neue Paläste bereicherten das Stadtbild, da der Adel dem königlichen Hof nahe sein wollte und entsprechende Residenzen benötigte. König Sigismund Wasa III. ließ unterdessen die königlichen Schlösser in barocker Aufmachung umbauen. Auch kulturell erstrahlte die Stadt, so wurde beispielsweise schon 1661 die erste polnische Tageszeitung herausgebracht. Warschau war damals eines der führenden Zentren in Europa (auch weil große Teile Mitteleuropas noch Jahrzehnte unter den Folgen des 30-jährigen Krieges litten). Einen heftigen Rückschlag erlebte die Stadt durch den zweiten nordischen Krieg 1655 bis 57, als große Zerstörung die Stadt in weiten Teilen zerstörte. Die Jahre gelten in der polnischen Geschichtsschreibung als die „schwedische Sintflut“. Mit Jan Sobieski, der ab 1674 den Thron bestieg folgte aber eine neue Blütezeit. Unter dem Kunstmäzen wurde der Wilanow Palast im Süden der Stadt im Versailler Stil erbaut. Seiner Herrschaft folgte die sächsische Epoche, die man in Polen nicht in bester Erinnerung hat. Die sächsischen Kurfürsten, August II. und später August III. regierten neben ihrem wettinischen Stammland, auch Polen wurden aber in Kriege gezogen, aus denen sie nicht glücklich herauskamen (als Sachse ist man das gewohnt) und die zahlreiche Verwüstungen hinterließen. Jedoch fällt in diese Zeit der Bau der sächsischen Achse, die senkrecht zum Königsweg angelegt wurde und Palais und Gärten beinhaltete. 1740 entstand das Collegium Nobillium, der Vorläufer der Universität, die 1817 gegründet wurde. 1748 wurde die Warschauer Oper gegründet.

Poniatowski

Mit der Herrschaftsübernahme von Stanislaus August Poniatowski 1764 endete die Sachsenzeit und Warschau erlebte eine neue Phase des Aufschwungs. Der aufgeklärte Monarch ließ die Stadt zu einem Zentrum des Klassizismus werden. In seiner Zeit soll Warschau bereits mehr als 120.000 Einwohner gehabt und damit zu den größten Städten Europas gezählt haben. Stanislaus führte das Neue Staatstheater ein, ließ Straßennamen und Hausnummer vergeben (eine damalige Innovation), erließ ein weltweit erstes Bildungsministerium und ließ am 3.Mai 1791 die erste moderne Verfassung Europas verabschieden. Polen führte dies jedoch in die außenpolitische Krise und das wiederum führte zur 2. Polnischen Teilung um 1793 und nach schlimmen Massakern und Schlachten 1795 zur 3. Polnischen Teilung und zur Zerschlagung des Landes. 1796 besetzten preußische Truppen Warschau und machten es zur Hauptstadt der Provinz Südpolen. Viele Menschen verließen die Stadt und um 1800 soll Warschau weniger als 100.000 Einwohner gehabt haben.  1807 wurde im Frieden von Tilsit das Herzogtum Warschau gegründet, eine Art polnischer Rumpfstaat unter napoleonischer Protektion. Der „Code Civil“, also ein bürgerliches Gesetzbuch das von den Werten der französischen Revolution getragen ist, trat in Kraft und die polnische Sejm, daher das Abgeordnetenhaus, setzte sich wieder in Warschau zusammen. Symbol des Herzogtums wurde General Josef Antoni Poniatowski (ebenfalls aus der Poniatowski Dynastie stammend), der Oberbefehlshaber der Armee, die an französischer Seite kämpfte. Poniatowski verlor bei der Völkerschlacht bei Leipzig sein Leben und wurde in Warschau mit einem Staatsbegräbnis bedacht. Der Wiener Kongress, der nach der Niederlage Frankreichs und seiner Verbündete Europa neu aufteilte, änderte erneut die Machtverhältnisse. Das Herzogtum Warschau wurde aufgelöst und das Königreich Polen gegründet, dass aber vom russischen Zaren regiert wurde und in der Geschichte als Kongresspolen bezeichnet wird. Die Exekutivmacht hatte Großfürst Konstantin, ein Bruder des Zaren. Kongresspolen war es erlaubt eine recht liberale Verfassung zu benutzen.

Warschau in Kongreßpolen und Rußland

Wirtschaftlich folgten Zeiten des Aufbruchs. Die erste ständige Wertpapierbörse Polens wurde 1817 in Warschau gegründet. In jene Zeit fällt die erste Industrialisierungswelle in der Stadt und kulturell wurde beispielsweise 1825 mit dem Bau des großen Theaters begonnen. In jener Zeit lebte Frédéric Chopin, einer der berühmtesten Söhne der Stadt in Warschau. Nachdem Novemberaufstand musste er 1831 nach Paris fliehen. In jenem Aufstand im vorletzten Monat des Jahres 1830 wand sich die Bevölkerung gegen den zunehmend autoritär regierenden Großfürsten Konstantin, welcher aus der Stadt vertrieben wurde. Nach über einem Jahr Krieg mussten sich die aufständischen Polen jedoch der russischen Armee geschlagen geben. Neben Chopin flohen über 30.000 Menschen Richtung Westeuropa. Die dagebliebenen mussten mit strengen politischen Repressalien leben. Jedoch stoppte das den wirtschaftlichen Aufschwung nur wenig. 1840 wurde die erste Eisenbahnverbindung gebaut, schon bald darauf bestand eine Verbindung mit Wien. An jener Linie lag auch Lodz, dass in jenen Jahren einen rasanten Aufstieg erlebte. Die 80km südwestlich von Warschau gelegene Stadt wurde zur Textilmetropole Mitteleuropas. Das endgültige Ende Kongresspolens kam in der Nachfolge des Januaraufstandes 1863, welcher nach fast zwei Jahren Ende 1864 aufgegeben werden musste. Russland löste Polen auf und verleibte sich das Gebiet komplett ein. Warschau wurde dadurch zur drittgrößten Stadt Russlands (nach Moskau und St.Petersburg). Interessanterweise führte aber auch diese politisch sehr unangenehme Entwicklung zu weiterer wirtschaftlicher Blüte, da nun alle Zollschranken zu Russland fielen. Westlich der Königsstraße entstanden neue Häuser des Bürgertums, 1908 wurde die erste elektrische Straßenbahn eröffnet und zahlreiche Kultureinrichtungen wie die Philharmonie wurden errichtet. Intelektuelle wie Marie Sklodowska-Curie wohnten in der Stadt (wenngleich Curie Warschau verließ, weil sie als Frau hier nicht studieren konnte). Um nur ein paar andere weitere Beispiele zu nennen: Rosa Luxemburg wuchs in Warschau auf, der Literaturnobelpreisträger Henryk Sienkiewics wirkte hier ebenso wie der Tenor Jan Kiepura oder der Autor Joseph Conrad. Warschau konnte sich um die Jahrhundertwende auch einer großen jüdischen Gemeinde erfreuen. Über ein Drittel der Warschauer waren Juden.

Warschau im 1.Weltkrieg und als Hauptstadt eines unabhängigen Polens sowie die Tragödie des 2.Weltkriegs

Im 1.Weltkrieg wurde das russische Warschau von deutschen Truppen besetzt. Die Besatzer errichteten ein provisorisches Königreich mit der Aussicht einen späteren unabhängigen polnischen Staat zu gründen. Die siegreichen Westmächte unterstützen nach dem Ende des 1.Weltkrieges diesen Plan. Doch bevor dieser umgesetzt werden konnte sah sich Polen in einen Krieg mit Sowjetrussland versetzt. 1920 stand die Rote Armee vor Warschau, verlor aber trotz großer Überlegenheit eine zentrale Schlacht an der Weichsel gegen die polnische Armee unter Marschall Piłsudski. Polen warte seine Unabhängigkeit und seine Hauptstadt Warschau blühte in den 1920er Jahren weiter auf. Doch neben der kulturellen Blüte gab es ebenso politische Unruhen. Das alles verhinderte aber nicht den weiteren Ausbau der Stadt mit neuen Bus- und Straßenbahnverbindungen und dem Anlegen des ersten polnischen Flughafens. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges hatte Warschau bereits 1.350.000 Millionen Einwohner. Als Hitler-Deutschland schließlich am 1.September 1939 Polen angriff, verschanzte sich die polnische Armee in der Hauptstadt, während diese von deutscher Artillerie beschossen wurde. Zehntausend Menschen sollen dabei ihr Leben verloren haben, 10% der bebauten Stadtfläche wurden schon in diesen ersten Kriegstagen zerstört. Doch alles kam noch weitaus schlimmer. Am 28. September marschierte die Wehrmacht in Warschau ein, womit eine fünfjährige Besatzungszeit begann. Ab November 1940 wurde die jüdische Bevölkerung der Stadt und der Umgebung in ein extra angelegtes Ghetto gesperrt. Das 3,1km² große Gebiet, westlich der Altstadt gelegen beherbergte in mancher Zeit 450.000 Menschen. Letztendlich diente es als Sammellager, um die Menschen weiter ins KZ Treblinka zu befördern und dort zu töten.
International bekannt wurde das Ghetto Warschau durch den Aufstand vom 19.April bis zum 16.Mai 1943. Seit 1942 wurde durch die Ermordung der jüdischen Bevölkerung das Warschauer Ghetto immer kleiner. Die verbliebenen restlichen rund 30.000 Bewohner beschlossen, den sicheren Tod vor Augen, bewaffneten Wiederstand gegen die SS zu leisten, welche die Aufgabe hatte, das Ghetto zu liquidieren. Der Aufstand dauerte mehrere Wochen und wurde niedergeschlagen. Das Ghetto wurde vollständig niedergebrannt, nur sehr wenigen jüdischen Kämpfern gelang die Flucht, alle anderen wurden an Ort und Stelle erschossen oder ins Gas von Treblinka geschickt.
Etwas mehr als ein Jahr später begann am 1.August 1944 der Warschauer Aufstand. Fast die gesamte verbliebene Stadtbevölkerung Warschaus kämpfte an der Seite der polnischen Heimatarmee mit dem Ziel die deutschen zu vertreiben, gleichzeitig aber auch die Übernahme durch die Rote Armee zu verhindern. Diese verweigerte den Aufständigen Unterstützung womit dieser am 2.Oktober zusammenbrach. 200.000 Menschen verloren bei diesen Kämpfen ihr Leben, die Wehrmacht reagierte mit größtmöglicher Brutalität und Destruktion. Fast alle Gebäude der Stadt an der westlichen Weichselseite (also der weitaus größeren) wurden zerstört. Als am 17. Januar endlich die Rote Armee in die Stadt einmarschierte, fanden sie lediglich ein unbewohntes Trümmerfeld vor.

Warschau im Ostblock und heute

Sehr schnell wurde nachdem Krieg ein sowjetfreundliches Regime etabliert. Eine der ersten Beschlüsse war Warschau detailgetreut wieder aufzubauen. Die Altstadt, die Neustadt und die Krakauer Vorstadt wurden ab 1946 bis 1953 in einer historischen Rekonstruktion wieder errichtet und letztendlich 1980 als Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnet, was bisher nie wieder für eine Rekonstruktion geschah. Die Aufbauarbeiten stellen bis heute weltweit die größte geplante Rekonstruktion einer Bebauung dar. Für den Wiederaufbau wurden insbesondere Arbeiten des Malers Bernardo Bellotto, besser bekannt als Canaletto, zu Rate gezogen. Auch wenn 1970 das Königsschloss ebenso wieder errichtet wurde und bis heute weitere historische Gebäude (wie  der brühlsche und der sächsische Palast) wieder hergestellt werden sollen, bleibt die Stadt Warschau vor 1939 unwiederbringlich verloren. Viele neue Stadtteil entstanden im Stil der Moderne sozialistischer Prägung. Das sicherlich auffallendste Bauwerk dabei war der 1955 vollendete Kulturpalast. Das damals zweithöchste Gebäude Europas war ein Geschenk der Sowjetunion, wurde von den Warschauern allerdings nie wirklich geliebt. Warschau wurde auch Namensgeber des Warschauer Paktes, welcher als osteuropäisches Gegenstück zur NATO hier 1955 gegründet wurde. Nicht zu vergessen ist auch der Kniefall des damals regierenden westdeutschen Bundeskanzlers Willy Brandt am 7. Dezember 1970 vor dem Denkmal  des Ghettoaufstandes, der international sehr beachtet wurde, für den Brandt aber in konservativen westdeutschen Kreisen heftig kritisiert wurde. 1979 besuchte der Papst Warschau, es war der erste Besuch von Johannes Paul II. in seinem Heimatland in der Funktion als Oberhaupt der katholischen Kirche. Die Begeisterung der Polen für ihn ist heute, lang nach seinem Tode, noch ungebrochen. Mit der Gründung der freien Gewerkschaft Solidarność 1980 begann in Polen der politische Umbruch, der 1989 in den ersten freien Parlamentswahlen im Ostblock mündete.
Seit jener Zeit wächst die Stadt vor allem in die Höhe und beschert der Hauptstadt Polens eine der in Europa eher seltenen Hochhausskylines. Ebenso wurde 1995 die U-Bahn eröffnet. Heute ist Warschau das uneingeschränkte politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Im Jahr 2002 ist es administrativ wieder eine einheitliche Stadt, nachdem es vorher verwaltungstechnisch nur als Ansammlung von unabhängigen Gemeinden in einem losen Kommunalverband bestand. Noch immer sind die Spuren des Krieges deutlich zu sehen, aber überall in der Stadt hat man das Gefühl, das fleißig an der Zukunft der Stadt gebaut wird.

urban facts Warszawa

Allgemeine Daten:

Einwohner: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 1.764.651 / 2.325.000 / 3.100.844
Einwohnerentwicklung 2010-2014: +1,1%
Fläche: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 517 km² / 932 km² / 6.100 km²
Bevölkerungsdichte: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 3.343 / 2.494 / 509
Koordinaten 52° 13′ N – 21° 2′ O
Geographische Höhe 100m üNN
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 521mm / 96 / 1569
Fluss Weichsel (mit 1047km, der längste Fluß Polens)
KfZ-Kennzeichen WA, WB, WD, WE, WF, WH, WI, WJ, WK, WN, WT, WU, WW, WX, WY

 

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Hanna Gronkiewicz-Waltz (parteilos, unterstützt von liberal-konservativer Bürgerplattform)
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt Polens
Platz in der Mercer-Studie 84. Platz
Flughafen Chopin-Flughafen Warschau (WAW; eröffnet 1934; 10,5 Mio; PAX 2014; größter Flughafen Polens ; 2 Landebahnen, 2 Terminals; 10km SW der Innenstadt)
Flughafen Warschau-Modlin (WMI; eröffnet 2012; 1937 für Militär; 1,7 Mio. PAX 2014; 1 Landebahn, 1 Terminal; 40km N der Innenstadt)
ÖPNV Metro (seit 1995 mit 2 Linien auf 29,2km bei 28 Stationen)
Straßenbahn (27 Linien auf 121km Streckennetz, eröffnet 1866, seit 1908 elektrifiziert)
Bus (219 Linien auf zusammengerechnet über 2600km Streckenlänge)
S-Bahn (4 Linien auf 45 Stationen, seit 2006 als S-Bahn in Betrieb, 2.Linie erst 2010)
ÖPNV Preis Tagesticket Tagesticket Zone Warschau 15Zł (3,60€) Stand: 2014
Entfernung nach… Breslau 350km (Auto: 3h30min; Bahn: 3h40min)
Danzig 340km (Auto: 3h25min; Bahn: 2h55min)
Berlin 575km (Auto: 4h55min; Bahn: 5h20min)
Kiew 780km (Auto: 8h25min; Bahn: 16h42min; nur ein Nachtzug täglich)
Dresden 625km (Auto: 5h30min; Bahn: 8h5min)
nächster Ort über 500.000: Lodz 130km
nächster Ort über 1.000.000: Minsk 540km

 

Kultur / Geschichte:

Universitäten insgesamt rund 220.000 Studenten unter anderem in:
Universität Warschau (gegründet 1816 mit 53.000 Studenten [2013]
Technische Universität Warschau (gegründet 1826 mit 32.700 Studenten [2011])
Warschauer Medizinische Universität (gegründet 1950, aber Wurzeln gehen zurück auf die Ärztliche Akademie von 1809; 10.000 Studenten)
Kardinal-Stefan-Wyszynski-Universität (gegründet 1999 mit 19.000 Studenten)
Warschauer Naturwissenschaftliche Universität (gegründet 1816 mit 30.000 Studenten
Anzahl Museen 60 (laut wikipedia)
Sportvereine der Stadt Legia Warschau (gegründet 1916; 10xLandesmeister; 17xpoln.Pokalsieger; 2xEC HF; Ø-Zuschauer: 16.125@Stadion Wojska Polskiego)
Polonia (gegründet: 1911; 1xLandesmeister; 1xpoln.Pokalsieger; nach Lizenzentzug nur in 4.Liga)
Tageszeitung der Stadt (Auflage) Rzeczpospolita (gegründet 1920; Auflage: 94.000; liberal-konservativ)
Gazeta Wyborcza (gegründet 1989; Auflage: 190.000; sozial-liberal)
Dziennik Polska-Europa-Świat (geründet 2006; Auflage: 160.000; liberal-konservativ; im Stil der deutschen „Die Welt“)
Erste urkundliche Erwähnung Zwischen 1281 und 1321
Großstadt seit Um 1770
Das entscheidende Jahr 1945: Warschau wurde von den Deutschen fast vollständig zerstört
Meisten Einwohner im Jahr heute
City Branding „Phönix Stadt“, da es aus so vielen Zerstörungen wieder auferstand

 

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Altstadt
Architektonisches Highlight Museum der Geschichte der polnischen Juden ( Rainer Mahlamäki and Ilmari Lahdelma)
Höchstes Gebäude Kulturpalast (231m)
Meist fotografiertes Gebäude Kulturpalast
Anzahl Starbucks 13
Arbeitslosenquote 4% (1.2015)

 

Bevölkerungsentwicklung:

 

1700- 1925

 

1700 1792 1800 1830 1850 1882 1901 1909 1925
30.000 120.000 63.000 139.700 163.600 383.000 711.988 764.054 1.003.000

 

1933 – 2010

1933 1939 1945 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
1.178.914 1.300.000 422.000 803.800 1.136.000 1.315.600 1.596.500 1.655.700 1.672.200 1.720.393

Warszawa

urban facts Warschau | Geschichte Warschaus | Hochhäuser Warschaus

Warschau (auf polnisch: Warszawa) ist Hauptstadt Polens und eine der bedeutendsten Metropolen Osteuropas. Mit 1,7 Millionen Einwohnern ist die Stadt an der Weichsel die 10. größte Stadt der Europäischen Union. Als einige der wenigen Städte in der Gemeinschaft hat Warschau eine bemerkenswerte Hochhausskyline und ist ebenso wirtschaftlicher und natürlich politischer Mittelpunkt des Landes. Nebenher bietet die Stadt eine aufregende Geschichte, die neben zahlreichen Höhepunkten auch geprägt ist von den Niederlagen und Zerstörungen die der polnische Staat erleiden musste. Noch heute prägen die Wunden des 2.Weltkrieg das Bild der Stadt. Dabei wurde aber schon gleich nach dem Krieg begonnen die Stadt wiederaufzubauen. Großartige Sachen sind dabei entstanden. So wurde die vollkommen zerstörte Altstadt, die einst Canaletto in seinen Veduten festhielt, bis in die 1950er Jahre komplett wieder errichtet. Eine Glanzleistung, die die UNESCO 1981 zu Recht mit dem Weltkulturerbetitel bedachte und damit, einmalig, ein wiederaufgebautes Ensemble in seinen Schutz aufnahm. Die Spuren der Zugehörigkeit zum osteuropäischen System, man bedenke der Warschauer Pakt, das Gegenstück zur NATO, wurde hier gegründet, sind auch heute noch zu sehen. Wie beim Kulturpalast, dem immer noch höchsten Gebäude des Landes, dass seit seiner Errichtung (und wohl auch, weil es ein Geschenk des nicht immer geliebten großen Freundes Sowjetunion war) unterschiedliche Meinungen und Motivationen auslöste. Einen Gutteil des Hochhausbaus ist wohl auch dafür da, die Dominanz dieses Gebäudes zu beschränken. Heute wirkt Warschau wie eine Stadt die im ständigen Umbau. Hochhausbaustellen finden sich neben trostlosen Parkplätzen und leeren Freiflächen, die typisch für ehemalige sozialistische Staaten sind. Neubauten der 1970er Jahre grenzen an postmoderne Einkaufszentren. Auffällig ist auch,dass das Stadtbild eher nicht vom Fluss geprägt ist, obwohl sich der Ort an beiden Weichselufern befindet, sondern sich auf die auf einem Hügel liegende Altstadt und die Innenstadt konzentriert.

Die Bevölkerung der Stadt ist dabei sozial angenehm durchmischt. Nach der neuesten Mode gekleidete Menschen bevölkern die Straßen genauso wie dem Modediktat der Textilketten beständig wiederstrebende Typen, sei es aus Unaufmerksamkeit oder Trotz. Auffällig viele Obdachlose oder offensichtliche Alkoholiker sieht man besonders häufig, neben den zahlreichen Kiosks die 24h Alkohol anpreisen. Ebenso finden sich sehr religiöse Menschen und der polnischen Nation zugetane Typen in Warschau, wie auch viele Touristen, die der Stadt insgesamt ein sehr buntes Bild geben.

Düsseldorf

urban facts Düsseldorf | Geschichte Düsseldorfs | Hochhäuser in Düsseldorf

Düsseldorf – Zentrale des rheinischen Frohsinns und reicher, südlicher Gegenpol zum zunehmenden verarmenden nördlich liegenden Ruhrpott sowie traditioneller Konkurrent von Köln. Düsseldorf hat viele Images und obwohl die Stadt mit ihren fast 600.000 Einwohnern nicht als besonders Hipp oder Cool gilt, bietet die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens eine ganze Menge, dass hier näher vorgestellt werden soll.

Düsseldorf gehört zu den wichtigsten Städten Deutschlands. Die wirtschaftliche Bedeutung ist dabei ebenso wichtig, wie Düsseldorfs politische Funktion, als Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein Westfalen. Düsseldorf ist aber ebenso eine kreative Universitätsstadt, die ein buntes Nachtleben sein eigen nennt. Der Rhein durchkurvt das Stadtgebiet und verleiht der Stadt eine sehenswerte Silhouette. Auch wenn Düsseldorf vielleicht die großen Attraktionen von Weltruhm fehlen (wie in Köln der Dom), ist ein Aufenthalt in Düsseldorf immer ein Gewinn.

urban facts Düsseldorf

Die Daten und Fakten der Stadt Düsseldorf in einer Übersicht:

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner (Ballungsraum),“598.686 (Rheinschiene: ca. 5 Mio.)“,
Einwohnerentwicklung,“2012-2013: +0,84%“,
Fläche,“217 km²“,
Bevölkerungsdichte,“2754 Ein. pro km² “
Geographische Höhe,“38m üNN“
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“793 mm / 136 / 1569″
Fluss,“Rhein“
KfZ-Kennzeichen, D[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,“Thomas Geisel (SPD); seit 2014″
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen“
Anzahl Besucher im Jahr,“Rund 4,2 Mio. Übernachtungen 2013 bei ca. 2,5 Mio. Gästen“
Flughafen,“Düsseldorf Airport (DUS; 21,8 Mio. PAX 2014; 3.größter Flughafen Dtl. ; 1927 eröffnet; 3 Terminals; 2 Bahnen)“
ÖPNV,“Straßenbahn: (Rheinbahn) eröffnet 1876; 11 Linien auf 78km Streckenlänge~~Stadtbahn: (auch U-Bahn) eröffnet 1988; 7 Linien auf 68,5km Streckenlänge~~6 Linien (S1, S6, S8, S11, S28, S68) der S-Bahn Rhein-Ruhr (676 km) verkehren von oder durch Düsseldorf und bedienen dort 25 Stationen~~Tagesticket kostet 6,60€ (2015)“
Entfernung nach…,“Berlin (560km; Auto ca. 5h; Bahn: 4h 15min)~~Köln  (40km; Auto: ca. 30min; S-Bahn: 31min)~~Paris 500km (Auto: 4h 45min; Bahn: 5h30min)~~Frankfurt (230km; Auto: rund 2h; Bahn: 1h30min)~~Brüssel: 200km (Auto 1h 50min; Bahn: 2h 40min)~~~~nächster Ort über 500.000: Essen 35km~~nächster Ort über 1.000.000: Köln 40km“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universitäten,“Heinrich-Heine-Universität (1965 gegründet mit rund 27.500 Studenten in 5 Fakultäten) weiterhin 21 Hochschulen u.a.:~~Fachhochschule Düsseldorf (1971 gegründet mit rund 8.500 Studenten)~~Kunstakademie Düsseldorf (gegründet 1773 mit 600 Studenten)“
Anzahl Museen,“26 (laut wikipedia.de)“
Größte jährlichen Feste,“Karneval (Rosenmontag arbeitet hier fast keiner)~~Japan-Tag (im Mai; seit 2003 mit ca. 0,5 Mio. Besuchern)~~Rheinkirmes (3.Juliwoche; seit 1901 in Oberkassel; ca. 4 Mio. Besucher, Teil des Düsseldorfer Schützenfestes)“
Sportvereine der Stadt,“Fußball: Fortuna Düsseldorf (gegründet 1895; 1xDt.Meister; 2xPokalsieger; 1xECII Finalist; Ø-Zuschauer: 33.984 (13/14) @ esprit-Arena~~Eishockey: Düsseldorfer EG (gegründet 1935; 8xDt.Meister; 1xPokalsieger; Ø-Zuschauer: 5.683 (13/14) @ ISS Dome~~Tischtennis: Borussia Düsseldorf (gegründet 1949; 6xEC-LM; 3xCL; 4xETTU-Cup; 25x Dt.Meister; 22xDt.Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 1.017 @ ARAG Centercourt“
Zeitung,“Westdeutsche Zeitung; Auflage 85.000 (2015); regionale Tageszeitung~~Rheinische Post; Auflage: 315.000 (2015); regionale Tageszeitung mit konservativer Tendenz~~Handelsblatt; Auflage: 121.000 (2015); überregionale Wirtschaftszeitung“
Erste urkundliche Erwähnung,“1288″
Großstadt seit,“1882″
Das entscheidende Jahrhundert,“Im Zuge der Industrialisierung besonders des Ruhrgebietes entwickelte sich Düsseldorf von einem eher unbedeutenden Handelsplatz gegen Ende des 19. Jh. zu einem der wichtigsten Wirtschafts- und Handelsort Deutschlands“
Meisten Einwohner im Jahr,“1962 (705.000)“
Kneipenstrasse:,“Die Düsseldorfer Altstadt. Gilt als „längste Theke der Welt“ “
Flaniermeile,“Die Kö (Königsallee)“
City Branding,“Büro des Ruhrgebiets“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Rheinpromenade“
Architektonisches Highlight,“Medien-Hafen mit neuem Zollhof (Frank Gehry)“
Höchstes Gebäude,“Rheinturm (240m) bzw. als Haus: ARAG-Tower (125m)“
Anzahl Starbucks,“8″
Wirtschaft,“Düsseldorf zählt zum erweiterten Kreis der Global Cities, 25 internationale Leitmessen stellen hier aus, Düsseldorf ist größter Standort der Werbewirtschaft, der Telekommunikation, der Unternehmensberatung sowie Stadt der Mode“
Anzahl Pendler,“151.000 Einpendler“
Straftaten auf 100.000 Einwohner,“14.966 (zweit „gefährlichste“ Stadt in Deutschland)“
Kaufkraftindex im deutschen Vergleich,“117 (2014)“
Arbeitslosenquote,“9,9% (3/14)“[/table]

Bevölkerungsentwicklung:

1555 1703 1800 1828 1840 1855 1858 1867 1875 1880
3.500 7.000 12.102 18.726 25.063 29.085 38.765 63.389 80.659 95.458

 

1882 1890 1900 1909 1913 1925 1933 1939 31.12.44
100.000 144.642 213.771 345.716 409.520 432.688 501.542 541.410 326.300

 

31.3.45 1947 1950 1956 1962 1970 1978 1986 2000 2012
235.000 437.000 500.000 654.850 705.391 663.584 600.057 560.572 569.364 593.682

Geschichte Barcelonas

Sehr oft wird die Gründung von Barcelona mit der Besetzung durch Hannibal im Jahre 218 v. Chr. gleichgesetzt. Zweifellos gab an dieser Stelle schon eine frühere Besiedlung durch iberische Kulturen. Später übernahmen die Römer die Stadt und gaben ihr den Namen Barcino und damit eine Vorform des heute gebräuchlichen Namens. Der Ort war jedoch nicht mehr als eine mäßig bedeutende Kleinstadt. Die Goten eroberten die Stadt und Barcelona wurde kurzzeitig zur Hauptstadt erhoben, verlor diese Stellung jedoch schnell wieder an Toledo.
Der Aufstieg der Stadt begann im 9. Jahrhundert. Nach einer rund hundertjährigen Besetzung durch die Mauren wurde Barcelona 801 von Christen erobert und die „spanische Mark“ gegründet. Damit wurde die Grenzregion des Frankenreiches auf der iberischen Halbinsel bezeichnet. Innerhalb dieser Grenzregion entstanden mehrere Grafschaften, welche anfangs noch dem fränkischen König unterstanden, mit der Zeit aber immer selbstständiger wurden. Wilfried „der Behaarte“ vereinte die Grafschaften Urgell, Cerdanya, Barcelona und Girona unter sich und begründete die Dynastie der Grafschaft von Barcelona. Im Laufe des 10. Jahrhunderts löste sich die Grafschaft aus dem fränkischen Lehnssystem. Durch die Heirat des Grafen Ramón Berenguer IV. mit der Infantin Petronillia von Aragon (im Jahr 1137, Petronilla war da gerade ein Jahr alt!) wurde Berenguer König von Aragón. Es entstand das Königreich Aragón – Katalonien (auch „Krone Aragon“ genannt) mit der Hauptstadt Barcelona. Durch Eroberungen gelang es Berenguer, dass Land zum bedeutendsten Königreich des westlichen Mittelmeerraus zu machen. Unter Jaume I. wurden die Eroberungen noch intensiviert, man nahm 1238 Valencia ein, 1286 Menorca und 1299 Mallorca. Auch heute wird in allen diesen Regionen noch die katalanische Sprache gesprochen. Der Handel blühte auf, man gab sich fortschrittliche politische Institutionen wie die „Corts Generals“ (eine der ersten Ständeparlamente der Welt) und stieg mit der Eingliederung der drei Mittelmeerinseln Sizilien, Sardinien und Korsika in das Herrschaftsgebiet zu den führenden europäischen Mächten auf, wovon natürlich die Hauptstadt Barcelona profitierte, auch weil sie zu jener Zeit der wichtigste Hafen der westlichen Mittelmeerküste wurde. Diesen Reichtum erahnt man noch heute in den prächtigen gotischen Gebäuden der Stadt. Das Streben zur See wurde dabei immer mehr zu einer Notwendigkeit, da Kastilien auf dem iberischen Festland eine immer wichtiger werdende Rolle spielte.
1410 erlosch die Dynastie der Grafen von Barcelona und die Herrschaft viel an Fernando von Antequera, einem aus dem kastilischen Grafengeschlecht der Trastámara kommenden Grafen. Mit ihm begann der Niedergang der Krone Aragons und Barcelonas. Durch die Heirat von Fernando II. von Aragon mit Isabella I. von Kastilien (den „katholischen Königen“) im Jahre 1469 entstand der spanische Zentralstaat. Die politische Macht wurde ins Zentrum des Landes gelegt, ab 1561 wurde Madrid die Hauptstadt Spaniens. Die Krone Aragons verlor mehr und mehr an Bedeutung und Eigenständigkeit, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Ein Impulsgeber dafür war Kolumbus Entdeckung Amerikas. Barcelona wurde vom Amerika-Handel ausgeschlossen, lediglich von Sevilla aus, brachen die Schiffe in die neue Welt auf. Als im Konflikt zwischen Spanien und Frankreich, Katalonien sich an die Seite Frankreichs begab, wurde es im Pyrenäenfrieden 1659 bestraft und verlor seine nördlichen Gebiete an Frankreich (wenngleich hier erwähnt werden muss das diese Bestrafung eine Gesamtspaniens war, das damit seine Rolle als Weltmacht aufgeben musste). Diese Friedensreglung provozierte ab 1701 den spanischen Erbfolgekrieg, der die Nachfolge auf die spanische Krone regeln sollte. Katalonien setzte spät auf die habsburgische Seite, welche letztendlich gegen die französische Seite der Bourbonen verlor. Der neue bourbonische König Felipe V. beschnitt daraufhin alle katalanischen Freiheiten und organisierte einen absolutistischen Zentralstaat. Der 11. September 1714, der Tag an dem Barcelona an die Truppen Felipes V. fiel, ist heute der Feiertag Kataloniens (in Spanien haben Orte und Regionen eigene Feiertage).
Statt politischer Autonomie verlagerte man in Barcelona seit dem 18. Jahrhundert sein Interesse und versuchte seinen Reichtum zu mehren. Manufakturen entstanden und wurden bald von Fabriken abgelöst. Die alten Zünfte verloren immer mehr an Bedeutung und Barcelona wurde zum Zentrum der Industrialisierung, einem Prozess der fast im gesamten Rest Spaniens ausblieb. In Barcelona wurde das erste spanische Dampfschiff gebaut, genauso wie die erste Eisenbahnlinie. Doch mit zunehmender Industrialisierung und Urbanisierung wurden zahlreiche soziale Nebenwirkungen sichtbar. Eine sich zunehmend vergrößernde Schicht der Arbeiterklasse lebte unter teilweise verheerenden sozialen und hygienischen Bedingungen (im heißen Sommer 1854 fielen 6000 Menschen der Cholera zum Opfer). Immer wieder gab es gewaltsame Aufstände in der Stadt, welche blutig niedergeschlagen wurden. Der rasche Anstieg der Bevölkerungszahlen verlangte nach neuen städteplanerischen Lösungen. Das moderne Barcelona entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1869 wurde nach dem Plan Cerdà (einen der vielen Städtebauplänen des 19. Jahrhunderts) die Eixample (katalanisch für Expansion) gebaut, ein neuer Stadtteil der die Stadt wie ein quadratisches Gitternetz nach Norden hin erweiterte. Die Eixample sollte eigentlich mit vielen Grünflächen und Parks angelegt werden, doch durch den nicht nachlassenden, immensen Zuzug von Menschen mussten diese Flächen durch Wohnhäuser ersetzt werden, was ihr die heutige Form eines Schachbrettmusters einbrachte. Das aufstrebende Bürgertum machte die Eixample zur Heimat zahlreicher, um die Jahrhundertwende gebauter Jugendstilgebäude (dem so genannten „Modernisme“), welche auch heute noch einen großen Reiz und den Ruf Barcelonas als eine Stadt des Jugendstils prägen.

Im Zuge der Industrialisierung begann auch ein verstärktes Nationalgefühl Katalonien und damit auch Barcelona zu durchdringen. Die katalanische Sprache feierte eine Renaissance und verstärkte eine eigene katalanische Kultur. Mit der Gründung der 2.Republik in Spanien 1931 erhielt Katalonien seinen Autonomiestatus zurück und Barcelona wurde wieder zur katalanischen Hauptstadt. Doch diese Phase währte nur bis zum Ende des spanischen Bürgerkrieges 1939. Unter der Diktatur Francos wurde Spanien wieder zu einem Zentralstaat umgebaut und Katalonien verlor jegliche Autonomie, sogar die katalanische Sprache wurde verdrängt. In den 1950er und 60er Jahren siedelten sich zahlreiche Andalusier in Barcelona an, die auf der Suche nach besseren Jobs nach Norden gezogen waren. Erstaunlicherweise führte dies nicht zu einem Zurückgehen des Katalanischen. Da die neuen Einwohner die Sprache als Ausdruck der Opposition zum Franco-Regime betrachteten, wurde dieser immer stärker, nahm aber im Gegensatz zum baskischen Nationalismus nie gewaltsame Züge an.

Mit dem Tod Francos und der Umwandlung Spaniens zur Demokratie bekam nicht nur Katalonien wieder seine weitgehende Autonomie wieder, Barcelona erlebte ebenso einen neuen Aufschwung. Dieser zeigte sich nicht zuletzt der Weltöffentlichkeit mit den Olympischen Spielen von 1992. Die Stadt erlebte dadurch einen fast schon radikalen Wandel. Sie konnte sich der Weltöffentlichkeit präsentieren und wandelte in wenigen Jahren ihr Image von einer etwas schmuddeligen Industriestadt zu einer hippen Metropole mit historischem Charme des Jugendstils, wunderbarer geografischer Lage zwischen Bergen und Mittelmeer, urbaner Weltoffenheit und moderner Architektur. Heute ist Barcelona der Touristenmagnet auf der iberischen Halbinsel für Städtetourismus und präsentiert stolz sein eigenes Selbstbewusstsein, dass auch in Richtung Unabhängigkeit von Spanien tendiert.

urban facts Barcelona

Einige Daten und Fakten zur Stadt Barcelona

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner: Stadt / Ballungsraum / Metroregion,“1.620.809 / 3.127.448 / 4.992.193″,
Einwohnerentwicklung Stadt,“2001-2011: +6.91%; 2011-2013: -0,22%“,
Fläche: Stadt / Ballungsraum / Metroregion,“101 km² / 629 / 3.236 km²“,
Bevölkerungsdichte: Stadt / Ballungsraum / Metroregion,“15.802 Ein./km² / 4.972 Einw./km² / 1.542 Einw./km²“,
Koordinaten,“41° 24′ N – 2° 10′ O“,
Geographische Höhe,“0 bis 512m (Tibidabo)“,
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“588mm / 53 / 2591″
Fluss,“Llobregat ( mündet südlich von BCN ins Mittelmeer nach 170km Länge)~~Besòs (mündet nördlich von BCN ins Mittelmeer nach 53km Länge)“
KfZ-Kennzeichen, B (veraltet)[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeisterin,“Ada Colau (Bürgerplattform BCN seit 2015)“
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Kataloniens“
Anzahl Besucher im Jahr,“5,5 Mio (2013) laut Euromonitor
Flughafen,“Aeroport de Barcelona – el Prat  (BCN; 47,28 Mio PAX 2017; 1918 eröffnet; 2 Terminals; 3 Bahnen; 15km SW der Innenstadt)“
ÖPNV,“Metro; eröffnet 1924; 11 Linien mit 124 km Länge bei 163 Stationen; 448 Mio Pax (2012) = 3,6 Mio PAX pro km bzw. 2,74 Mio PAX pro Station~~Straßenbahn: eröffnet 1872 (seit 1900 elektrifiziert); heute 7 Linien bei drei verschiedenen Systemen (Tramvia Blau, Trambaix, Trambésos)~~2 Seilbahnen~~S-Bahn: Rodalies de Catalunya (seit 2010 unter regionaler Verwaltung); 17 Linien mit 203 Station und 115 Mio. PAX (2014) auf 467 km Linienlänge“
Entfernung nach…,“Madrid (620km; Auto: 5h45min; Bahn: 2h30min)~~Valencia (350km; Auto: 3h25min; Bahn: 3h10min)~~Paris (1030km; Auto: 9h30min; Bahn: 6h15min)~~Marseille 500km (Auto: 5h; Bahn: 4h35min)~~~~nächster Ort über 500.000: Saragossa (310km)~~nächster Ort über 1.000.000: Madrid (620km)“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Anzahl Universitäten,“5: unter anderen: ~~„Universitat de Barcelona“; UB; mit 87.000 Studenten; gegründet 1450~~„Universitat Autònoma de Barcelona“; UAB; mit 51.000 Studenten; gegründet 1968)~~insgesamt: 197.000 Studenten und 12.300 Professoren; Barcelona ist damit einer der größten Universitätsstädte Europas“
Größte jährlichen Feste,“zwei Musikfestivals: Sónar (elektronische Musik; im Juni mit ca. 80.000 Besuchern) und Primavera Sound (Rock / Alternative Ende Mai mit über 100.000 Besuchern)~~ Fest St. Jordi“
Sportvereine der Stadt,“Fußball:~~FC Barcelona: auch Barça; Fußball: Champions League: 4x; EC Pokalsieger: 4x; UEFA-Pokal: 4x; Spanische Meisterschaft: 22x; Spanischer Pokal: 26; FIFA-Klubweltmeister: 2x; ø-Zuschauer: 72.975 (2013/14) @ Camp Nou mit einem Fassungsvermögen von 99.354 größtes Fußballstadion Europas~~Espanyol: Span. Pokalsieger: 3x, Finalist UEFA-Pokals: 2x; ø-Zuschauer: 19.746 (13/14) @ Estadi Cornellà-El Prat bzw. Power 8 Stadium~~andere erfolgreiche Sportabteilungen des FC Barcelona~~Handball:~~Champions League: 8x; Rekordhalter; Span. Liga: 22x~~Basketball: ULEB EuroLeague: 2x; Span. Meisterschaft: 18x; span. Cup: 23x“
Zeitungen,“El Periódico de Catalunya; Auflage 119.000 (2011); zwei Ausgaben: eine in Katalanisch; eine in Spanisch~~La Vanguardia; Auflage: 196.000 (2011); seit 1881 in Spanisch, seit 2011 zusätzlich auch in Katalanisch~~Ara; seit 2010; Auflage ca. 60.000; nur in Katalanisch“
Erste urkundliche Erwähnung,“ca. 218 v.Chr. als Barcino“
Großstadt seit,“1787″
Meisten Einwohner im Jahr,“1981 (1.754.900)“
Ausgehviertel:,“La Rambla“
City Branding,“„“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Sagrada Familia“
Architektonisches Highlight,“Barcelona – Pavillon (Ludwig Mies van der Rohe)“
Höchstes Gebäude,“Torre Mapfre (154m)“
Anzahl Starbucks,“20″
Wirtschaftsleistung,“44% mehr als EU-Durchschnitt in Metropolregion Barcelona“
Arbeitslosenquote,“2005 bei ca. 7%, 2012 bei ca. 20%“[/table]

urban facts Wrocław

Einige Daten und Fakten zur Stadt Wrocław (Breslau)

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner,633.105 (2014); 4. größte Stadt Polens,
Einwohnerentwicklung,2012-2013: +0.002%,
Fläche,293 km²,
Bevölkerungsdichte,2161 Ein. pro km²
Geographische Höhe,111m üNN
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,583mm / 99 / 1679
Fluss,Oder (866km lang; mündet bei Stettin in die Ostsee)
KfZ-Kennzeichen, DW[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,Rafał Dutkiewicz (parteilos; seit 2002 Stadtpräsident)
Verwaltungstechnische Bedeutung,Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesien (19.948 km² bei 2.85 Mio. Einwohnern)
Platz in der Mercer Studie:,“100. (laut Bericht 2015 gilt Breslau als Pool für Talente und als infrastrukturell gut angebunden, gerade letzteres darf nach Aufgabe der Bahnverbindungen nach Deutschland bezweifelt werden)“
Flughafen,“Nikolaus-Kopernikus-Flughafen; WRO; 1,92 Mio. Passagiere; 1938 eröffnet; 1 Terminal; 1 Bahn)“
ÖPNV,“23 Straßenbahnlinien und 53 Buslinien (13 davon nachts), eröffnet als Pferdebahn 1877, Elektrifizierung 1893″
Entfernung nach…,“Berlin: 345km (Auto: rund 3h 40min; Bahn 5h; 2014 eingestellt)~~Dresden: 275km (Auto: rund 2h35min; Bahn: 3h23min; 3x tägl.; 2015 eingestellt)~~Warschau: 350km (Auto: rund4h 30min; Bahn: 5h 15min mehrmals tägl. direkt)~~Prag: 290km (Auto: rund 3h 40min; Bahn: 5h keine Direktverbindung vorhanden)~~~~nächster Ort über 500.000: Posen (175km)~~nächster Ort über 1.000.000: Prag (290km)“
[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universitäten und Hochschulen,“Elf Hochschulen mit rund 140.000 Studenten; darunter:  ~~Universität Breslau (43.000 Studenten; 1702 von Jesuiten gegründet und 1811 von Friedrich Wilhelm III. mit der Viadrina Frankfurt/Oder vereinigt) ~~Technische Universität Breslau (35.000 Studenten; 1910 gegründet)~~Wirtschaftsuniversität (18.000 Studenten; 1947 gegründet und seit 2008 eine Universität)~~Naturwissenschaftliche Universität (13.000 Studenten; die ehemalige Hochschule für Landwirtschaft)“
Sportvereine der Stadt,“Śląsk Wrocław (Fußball: 2x Polnischer Meister; 2x Pol. Pokal; Ø-Zuschauer: 16.500 @ Stadion Miejski)~~Basketball: 17x Meister (poln. Rekord); 12x Poln. Pokal @ Hala Orbita~~Handball: 15x Meister (poln. Rekord; 7x Poln. Pokal; 1xEC-Finalist)“
Erste urkundliche Erwähnung,“frühes 11. Jahrhundert“
Großstadt seit,“1842; damals als 3.Stadt in Deutschland“
Meisten Einwohner im Jahr,“1991 (643.000)“
Das entscheidende Jahr:,“1945: die Stadt wird im 2.Weltkrieg schwer zerstört und wird anschließend polnisch, verbunden mit einem fast vollständigen Austausch der Bevölkerung“
City Branding,“„-Das Venedig Polens- (da über 300 Brücken)“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Der Ring (poln.:Rynek) – Marktplatz“
Architektonisches Highlight,“Jahrhunderthalle (Max Berg)“
Höchstes Gebäude,“SkyTower (212m; 2.höchster Wolkenkratzer Polens)“
Anzahl Starbucks,“7″
Arbeitslosenquote,“4,1% (2009)“[/table]

Wrocław

urban facts Wrocław

Obwohl nur etwas mehr als 2 Stunden mit dem Auto entfernt (ca. 275km) gehört Wrocław zu den Zielen, die ein Dresdner selten ansteuert. Sicherlich spielt hier auch eine Rolle, das die einst guten Bahnangebote verschwunden sind und es keine Zugverbindung zwischen Sachsen und Niederschlesien mehr gibt. Das ist alles andere als ein schöner Zustand, denn Breslau ist eine äußerst spannende und auch sehr schöne Stadt.
Mit über 600.000 Einwohnern, an der Oder gelegen, ist sie die viertgrößte Stadt Polens und hat eine einzigartige Geschichte, die man an vielen Stellen in der Stadt nachvollziehen kann. Bis 1945 wechselte Breslau von Herrschaftsgebiet zu Herrschaftsgebiet, so wie die Region Schlesien, von welcher sie die Hauptstadt ist. (allerdings ist sie heute nur noch die Hauptstadt Niederschlesiens) Dies führt auch zu den unterschiedlichen Stadtnamen in verschiedenen Sprachen: Breslau (Deutsch), Wrocław (Polnisch), Brassel (schlesisches Deutsch) oder Vratsilav (Tschechisch).
Die Geschichte der Stadt geht wohl auf böhmische Siedler zurück, welche sie als Handelsort an der „Via Regia“ nutzten. Später gelangte sie in die Hände polnischer Herrscher bevor sie 1241 vom Mongolensturm schwer verwüstet wurde. In der Folgezeit siedelten sich zumeist Deutsche an. 1335 wurden weite Teile Schlesiens und damit auch Breslaus böhmischer Besitz und kamen so zum Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Reformation ließ Breslau als erste schlesische Stadt protestantisch werden. Sie gelang 1526 unter habsburgische Herrschaft. Nachdem Ende des Siebenjährigen Kriegs wechselte Schlesien in preußische Hände (Preußen war lange sehr bemüht, die Region zu besitzen und scheute nicht wenige Kriege gegen das habsburgische Österreich). Als Hauptstadt der Region Schlesiens ging Breslau im Staat Preußen auf und damit 1871 auch im Deutschen Kaiserreich. Die Industrialisierung brachte der Stadt ein enormes Bevölkerungswachstum und machte sie zeitweise zum fünft größten Ort des Deutschen Reiches. Damit verbanden sich zahlreiche Herausforderungen für das Bauen im 20. Jahrhundert. Breslau lieferte viele Beispiele wie innovativ schon vor 100 Jahren Bauwerke errichtet werden konnten. Nicht nur die Jahrhunderthalle von Max Berg beeindruckt noch heute die Besucher, auch zahlreiche Gebäude aus den 1920er Jahren (wie die Kaufhäuser Pettersdorff oder Wertheim, das Postcheckamt oder das Sparkassenhochhaus oder auch die Mohrenapotheke) sind noch heute erhalten und bezeugen den Glanz der Baubewegung der Moderne in Breslau.
Der 2.Weltkrieg brachte aber schließlich die entscheidendsten Veränderungen für den Ort mit sich. Die Stadt wurde erst 2 Tage vor Ende des Kriegs von der Roten Armee nach mehrmonatiger Belagerung erobert und ist entsprechend zerstört gewesen. Zur damaligen Zeit weilten immer noch über 100.000 Zivilisten in Breslau. Die überwiegend deutsche Bevölkerung (1910 gaben 97% der Bevölkerung an Deutsch als Muttersprache zu sprechen) wurde innerhalb weniger Jahre komplett vertrieben und mit Polen zumeist aus Lemberg ausgetauscht, da diese Stadt nun zur Sowjetunion gehörte und nicht mehr zu Polen.


Heute blüht Wrocław sichtbar auf und entwickelt sich zu einem Zentrum für Tourismus und Wirtschaft. Die vielen Narben des Krieges, mit seinen für den Wiederaufbau im sozialistischen Block typischen Freiflächen im Stadtbild, verschwinden zunehmend. An vielen Ecken wird gebaut, insbesondere neue Einkaufszentren entstehen scheinbar im Überfluss. Der Skytower, Wrocławs einziger Wolkenkratzer  (an dieser Stelle sei angemerkt, dass Breslau schon in den 1920er Jahren einen Hochhausplan erstellte, aber nur zwei höhere Bauten wurden davon errichtet; Sparkasse und Postcheckamt, die aber heute mit ihrer Höhe nicht auffallen) , ist mit seinen 212m immerhin das 2. höchste Haus Polens und beschert der Stadt das Bild einer „Einzelner-Wolkenkratzer-Silhouette“. Das Stadtbild wird maßgeblich von junger Bevölkerung geprägt, denn rund 140.000 Studenten wohnen hier. Zu den Eigenheiten der Wrocławer gehört es aber trotzdem an roten Fußgängerampeln stehen zu bleiben und Straßen nur an sicheren Punkten zu überqueren. Zu diesem vorbildlichen Verhalten gesellt sich allerdings eine gewisse Unbedachtheit beim Aufhalten von Schwingtüren und ähnlichem, bei dem die Devise gilt, bin ich durch, soll das Ding hinschwingen wo es will, denn ich habe gerade keine Zeit auf den Nächsten zu warten. Es muss aber dennoch betont werden, dass man eine freundliche Grundstimmung in der Stadt fast überall empfindet, auch wenn trotz deutscher Vergangenheit die erste Fremdsprache eindeutig Englisch ist und besonders bei der jungen Bevölkerung auf hohem Niveau gesprochen wird.