urban facts Warszawa

Allgemeine Daten:

Einwohner: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 1.764.651 / 2.325.000 / 3.100.844
Einwohnerentwicklung 2010-2014: +1,1%
Fläche: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 517 km² / 932 km² / 6.100 km²
Bevölkerungsdichte: Stadt / Ballungsraum / Metroregion 3.343 / 2.494 / 509
Koordinaten 52° 13′ N – 21° 2′ O
Geographische Höhe 100m üNN
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr 521mm / 96 / 1569
Fluss Weichsel (mit 1047km, der längste Fluß Polens)
KfZ-Kennzeichen WA, WB, WD, WE, WF, WH, WI, WJ, WK, WN, WT, WU, WW, WX, WY

 

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Hanna Gronkiewicz-Waltz (parteilos, unterstützt von liberal-konservativer Bürgerplattform)
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt Polens
Platz in der Mercer-Studie 84. Platz
Flughafen Chopin-Flughafen Warschau (WAW; eröffnet 1934; 10,5 Mio; PAX 2014; größter Flughafen Polens ; 2 Landebahnen, 2 Terminals; 10km SW der Innenstadt)
Flughafen Warschau-Modlin (WMI; eröffnet 2012; 1937 für Militär; 1,7 Mio. PAX 2014; 1 Landebahn, 1 Terminal; 40km N der Innenstadt)
ÖPNV Metro (seit 1995 mit 2 Linien auf 29,2km bei 28 Stationen)
Straßenbahn (27 Linien auf 121km Streckennetz, eröffnet 1866, seit 1908 elektrifiziert)
Bus (219 Linien auf zusammengerechnet über 2600km Streckenlänge)
S-Bahn (4 Linien auf 45 Stationen, seit 2006 als S-Bahn in Betrieb, 2.Linie erst 2010)
ÖPNV Preis Tagesticket Tagesticket Zone Warschau 15Zł (3,60€) Stand: 2014
Entfernung nach… Breslau 350km (Auto: 3h30min; Bahn: 3h40min)
Danzig 340km (Auto: 3h25min; Bahn: 2h55min)
Berlin 575km (Auto: 4h55min; Bahn: 5h20min)
Kiew 780km (Auto: 8h25min; Bahn: 16h42min; nur ein Nachtzug täglich)
Dresden 625km (Auto: 5h30min; Bahn: 8h5min)
nächster Ort über 500.000: Lodz 130km
nächster Ort über 1.000.000: Minsk 540km

 

Kultur / Geschichte:

Universitäten insgesamt rund 220.000 Studenten unter anderem in:
Universität Warschau (gegründet 1816 mit 53.000 Studenten [2013]
Technische Universität Warschau (gegründet 1826 mit 32.700 Studenten [2011])
Warschauer Medizinische Universität (gegründet 1950, aber Wurzeln gehen zurück auf die Ärztliche Akademie von 1809; 10.000 Studenten)
Kardinal-Stefan-Wyszynski-Universität (gegründet 1999 mit 19.000 Studenten)
Warschauer Naturwissenschaftliche Universität (gegründet 1816 mit 30.000 Studenten
Anzahl Museen 60 (laut wikipedia)
Sportvereine der Stadt Legia Warschau (gegründet 1916; 10xLandesmeister; 17xpoln.Pokalsieger; 2xEC HF; Ø-Zuschauer: 16.125@Stadion Wojska Polskiego)
Polonia (gegründet: 1911; 1xLandesmeister; 1xpoln.Pokalsieger; nach Lizenzentzug nur in 4.Liga)
Tageszeitung der Stadt (Auflage) Rzeczpospolita (gegründet 1920; Auflage: 94.000; liberal-konservativ)
Gazeta Wyborcza (gegründet 1989; Auflage: 190.000; sozial-liberal)
Dziennik Polska-Europa-Świat (geründet 2006; Auflage: 160.000; liberal-konservativ; im Stil der deutschen „Die Welt“)
Erste urkundliche Erwähnung Zwischen 1281 und 1321
Großstadt seit Um 1770
Das entscheidende Jahr 1945: Warschau wurde von den Deutschen fast vollständig zerstört
Meisten Einwohner im Jahr heute
City Branding „Phönix Stadt“, da es aus so vielen Zerstörungen wieder auferstand

 

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Altstadt
Architektonisches Highlight Museum der Geschichte der polnischen Juden ( Rainer Mahlamäki and Ilmari Lahdelma)
Höchstes Gebäude Kulturpalast (231m)
Meist fotografiertes Gebäude Kulturpalast
Anzahl Starbucks 13
Arbeitslosenquote 4% (1.2015)

 

Bevölkerungsentwicklung:

 

1700- 1925

 

1700 1792 1800 1830 1850 1882 1901 1909 1925
30.000 120.000 63.000 139.700 163.600 383.000 711.988 764.054 1.003.000

 

1933 – 2010

1933 1939 1945 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
1.178.914 1.300.000 422.000 803.800 1.136.000 1.315.600 1.596.500 1.655.700 1.672.200 1.720.393

Warszawa

urban facts Warschau | Geschichte Warschaus | Hochhäuser Warschaus

Warschau (auf polnisch: Warszawa) ist Hauptstadt Polens und eine der bedeutendsten Metropolen Osteuropas. Mit 1,7 Millionen Einwohnern ist die Stadt an der Weichsel die 10. größte Stadt der Europäischen Union. Als einige der wenigen Städte in der Gemeinschaft hat Warschau eine bemerkenswerte Hochhausskyline und ist ebenso wirtschaftlicher und natürlich politischer Mittelpunkt des Landes. Nebenher bietet die Stadt eine aufregende Geschichte, die neben zahlreichen Höhepunkten auch geprägt ist von den Niederlagen und Zerstörungen die der polnische Staat erleiden musste. Noch heute prägen die Wunden des 2.Weltkrieg das Bild der Stadt. Dabei wurde aber schon gleich nach dem Krieg begonnen die Stadt wiederaufzubauen. Großartige Sachen sind dabei entstanden. So wurde die vollkommen zerstörte Altstadt, die einst Canaletto in seinen Veduten festhielt, bis in die 1950er Jahre komplett wieder errichtet. Eine Glanzleistung, die die UNESCO 1981 zu Recht mit dem Weltkulturerbetitel bedachte und damit, einmalig, ein wiederaufgebautes Ensemble in seinen Schutz aufnahm. Die Spuren der Zugehörigkeit zum osteuropäischen System, man bedenke der Warschauer Pakt, das Gegenstück zur NATO, wurde hier gegründet, sind auch heute noch zu sehen. Wie beim Kulturpalast, dem immer noch höchsten Gebäude des Landes, dass seit seiner Errichtung (und wohl auch, weil es ein Geschenk des nicht immer geliebten großen Freundes Sowjetunion war) unterschiedliche Meinungen und Motivationen auslöste. Einen Gutteil des Hochhausbaus ist wohl auch dafür da, die Dominanz dieses Gebäudes zu beschränken. Heute wirkt Warschau wie eine Stadt die im ständigen Umbau. Hochhausbaustellen finden sich neben trostlosen Parkplätzen und leeren Freiflächen, die typisch für ehemalige sozialistische Staaten sind. Neubauten der 1970er Jahre grenzen an postmoderne Einkaufszentren. Auffällig ist auch,dass das Stadtbild eher nicht vom Fluss geprägt ist, obwohl sich der Ort an beiden Weichselufern befindet, sondern sich auf die auf einem Hügel liegende Altstadt und die Innenstadt konzentriert.

Die Bevölkerung der Stadt ist dabei sozial angenehm durchmischt. Nach der neuesten Mode gekleidete Menschen bevölkern die Straßen genauso wie dem Modediktat der Textilketten beständig wiederstrebende Typen, sei es aus Unaufmerksamkeit oder Trotz. Auffällig viele Obdachlose oder offensichtliche Alkoholiker sieht man besonders häufig, neben den zahlreichen Kiosks die 24h Alkohol anpreisen. Ebenso finden sich sehr religiöse Menschen und der polnischen Nation zugetane Typen in Warschau, wie auch viele Touristen, die der Stadt insgesamt ein sehr buntes Bild geben.

Hochhäuser in Düsseldorf

Düsseldorf als eine Hochhausstadt zu bezeichnen wäre sicherlich übertrieben, dennoch prägen einige Gebäude von nicht unerheblicher Höhe das Stadtbild. Unter den Top 100 Deutschlands der höchsten Häuser befinden sich nur 4 in Düsseldorf, dennoch reicht diese Zahl aus, um den 7.Platz im Hochhaustädteranking einzunehmen.
Kein Wolkenkratzer, aber die Höhendominante in Düsseldorf ist der Rheinturm, der mit 240m fast doppelt so hoch, wie das höchste Haus der Stadt ist. Dieses ist mit 125m Höhe der ARAG-Tower, der den Zweitplazierten, das LVA-Hauptgebäude gerade mal um 2m übersteigt. Auffällig ist dabei das Düsseldorf kein zusammenhängendes Hochhausgebiet hat, sondern diese zumeist als Monolithen und Landmarken einzelner Stadtteile das Bild der Stadt prägen. Lediglich im Medienhafen befinden sich mehrere höhere Gebäude, wobei das SIGN! Mit 76m auch schon am meisten Richtung Himmel ragt.

Historisch gesehen ist zu bemerken, dass schon in den 1920er Jahren mit dem Wilhelm-Marx Haus ein damaliger Riese in Europa entstand, der immerhin 57m Höhe erreichte und ein wundervolles Beispiel der Backsteinarchitektur der 1920er Jahre ist. Noch bemerkenswerter ist jedoch das Dreischeibenhaus aus dem Jahr 1960. Es ist nicht nur ein Paradebeispiel für die moderne Architektur des „Internationalen Stils“, sondern ist gleichzeitig ein Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung Nachkriegsdeutschlands. Ikonenhafte Gebäude wie diese wurden, was den Bau von Hochhäusern betrifft nicht nachgelegt (im Gegensatz zum vieldiskutierten deskonstruktivistischen „Neuen Zollhof“ von Frank Gehry). Trotzdem sind die Höchhäuser Düsseldorfs einen näheren Blick wert.

Die Landmarke Düsseldorfs ist der Rheinturm von Harald Deilmann aus dem Jahr 1982. Er ist damit der letzte Fernsehturm (und damit natürlich kein Hochhaus), der in Deutschland gebaut wurde und gleichzeitig der 10. höchste des Landes. Er liegt am Rheinufer zwischen dem Parlamentsgebäude Nordrhein-Westfalens und dem Medienhafen und ist damit fester Bestandteil der Silhouette der Stadt. Das Vorhaben einen Rheinturm zu bauen ist schon älter. Schon zu Beginn des 20. Jahrhundert gab es Pläne einen gusseisernen Turm zu errichten. Ähnlich konstruiert wie der Eiffelturm, sollte er aber sogar 500m Hoch werden. Die Pläne wurden letztlich verworfen.  Die Notwendigkeit einen Fernmeldeturm zu bauen wurden in den 1970er Jahren wieder aktuell. Der Turm sollte dem Fernsprechverkehr dienen, gleichzeitig aber auch ein Wahrzeichen der Stadt werden und Publikumsverkehr anziehen. Die Bauarbeiten begannen 1979, schon Ende 1981 konnte die Bundespost einziehen und am 1.März 1982 wurde der Rheinturm für Besucher geöffnet. Anfangs war der Rheinturm ein Solitär am Ufer, später entstanden aber der Landtag (1988) und die Gehry Bauten des Neuen Zollhofes im neu entstehenden Medienhafen und das Stadttor, die nun allesamt Nachbarn sind.
Das Bauwerk beginnt mit einem Turmfuß, in welchem sich der Empfangsbereich für die Besucher befindet. Darüber startet der Turmschaft, welcher Anfangs einen Durchmesser von 17,4m hat und sich bei 150m Höhe schon auf 8,6m verjüngt. In einem 60 Grad Winkel schließt sich der Turmkorb an, der an seinem Dach auf 179m Höhe immerhin einen Durchmesser von 35m erreicht. Im Turmkorb befinden sich eine offene Aussichtsplattform, eine geschlossene Aussichtsplattform und ein Drehrestaurant, sowie zwei von außen nicht sichtbare Betriebsgeschosse. Über dem Korb befinden sich noch drei Antennenplattformen (eine ist auf dem Dach des Korbes untergebracht). Damit bekommt der Turmkorb seine Form eines Kelches.
Eine weitere Besonderheit des Rheinturms ist die Lichtskulptur, die an der Nordseite des Schaftes angebracht ist. Es handelt sich dabei um eine vom Künstler Horst H. Baumann erdachte Uhr, die laut Guinness-Buch die größte dezimale Zeitskala der Welt ist. Sie besteht aus 39 übereinander liegenden Bullaugen-Lampen, die sich durch rote Flugsicherungslampen getrennt in drei Gruppen (Stunden, Minuten, Sekunden) aufteilen Es gehört zu einer Düsseldorfer Tradition, Gäste der Stadt dort die Zeit ablesen zu lassen.

Das ARAG Hochhaus  ist das höchste Haus Düsseldorfs und misst 125m. Das 2001 eröffnete Haus wurde vom Büro Norman Foster in Zusammenarbeit mit Rhode Kellermann Wawrowsky geplant. Es umfasst 32 Etagen und bietet Platz für 950 Personen. Trotz vier Gartenetagen und Doppelfassade, welche die Frischluftversorgung bedienen soll, ist auch im ARAG-Tower eine Klimaanlage notwendig, jedoch ist der Primärenergieverbrauch im Vergleich zu anderen Hochhäusern sehr sparsam. Der ARAG Tower liegt rund 4km nördlich der Innenstadt am Mörsenbroicher Ei und taucht daher im Stadtbild eher am Rande auf.

Das LVA Hauptgebäude liegt im südlich der Innenstadt befindlichen Stadtteil Friedrichstadt. Mit 123m ist es nur zwei Meter kleiner, als der ARAG-Tower. 1978 eröffnet, ist es der Sitz der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, die früher Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz hieß und dem Gebäude seinen Namen gab. Architekt Harald Deilmann schuf vier Bürotürme, die aneinander liegen, wobei der Niedrigste 78m misst. Da es in der Nähe des GAP 15 liegt, ist der monolithische Charakter des LVA Hauptgebäude weniger gegeben wie beim ARAG-, oder Victoria-Hochhaus.

Das Victoria-Haus misst 108m und ist damit Düsseldorf dritthöchstes Gebäude. Es liegt im Stadtteil Pempelfort, nicht weit entfernt vom Rheinufer und beherbergt auf 29 Etagen den Hauptsitz der ERGO Versicherung. Das von 1994 bis 98 gebaute Haus wurde von HPP Hentrich-Petschnigg & Partner entworfen und sticht aus einem Gebäudekomplex heraus in welchem insgesamt 4.500 Menschen arbeiten. Der zylindrische Turm mit seiner Doppelverglasung lässt es, dass keine Klimaanlage zum Einsatz kommen muss. Eine Besonderheit ist die wie ein Pfeil wirkende Solaranlage auf dem Dach des Hauses.

Das Dreischeibenhaus ist eine der Ikonen des internationalen Stils in Europa und ein Leitbild für modernes Bauen. Die Düsseldorfer Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg lieferten zusammen mit den jungen Architekten Fritz Eller, Erich Moder und Robert Walter ein Gebäude das an drei parallel zueinander aufrechtstehenden Brammen erinnert. Obwohl im amerikanischen Hochhausbau der Modernismus des International Syle schon seinen Höhepunkt überschritten hatte, ist das Dreischeibenhaus für den europäischen Bau der Moderne beispielhaft. Bauherr war die Phoenix Rheinrohr AG vereinigte Hütten- und Röhrenwerke, die 1964 von der Thyssen AG übernommen wurde, welche 1999 wiederum mit dem Krupp-Konzern fusionierte. Dementsprechend veränderte sich immer wieder die Namensgebung des Hauses, welches nach dem Auszug des Konzerns (da er in Essen ein neues Hauptquartier bauen ließ) nun nach seiner Form benannt ist.
Die mittlere Scheibe ist mit 96m der höchste Gebäudeteil und gibt 26 Etagen Platz. In den Fugen der Scheiben befinden sich die Serviceeinrichtungen des Skelettbaues, dessen Fassade aus Edelstahl, Aluminium und Glas besteht. Durch diesen Grundriss erlebt das Haus funktionale Defizite, die schon damals bemängelt wurden. Gleichneben dem Hochhaus steht das Schauspielhaus Düsseldorf, dass architektonisch das Gegenteil der rationalen Eleganz des Dreischeibenhauses ist und ein sehr gelungenes Beispiel für die Architektur des organischen Bauens darstellt. Heute wird das Gebäude für neue Mieter wiederum vom Büro HPP umgebaut.

Das GAP 15 verdankt seinen Namen seiner Adresse, denn es steht am Graf-Adolf-Platz 15. Es liegt auf dem ehemaligen Areal der Post und besteht aus einem 24 geschossigen Hochhaus und einem 5 geschossigen historischen Flachbau, die durch ein Glasdach miteinander verbunden sind. Der Grundriss des Hochhauses besteht aus der Form zweier ineinander verschränkter Ellipsen. Der Entwurf stammt vom Düsseldorfer Büro JSK und wurde von 2003 bis 2005 erbaut.

Das Vodafone Hochhaus war das erste Hochhaus das nach dem 2. Weltkrieg erbaut wurde und es ist gleichzeitig das einzige Hochhaus was innenstädtisch direkt am Rheinufer steht. Es wurde 1956 bis 1958 erbaut, nach den Plänen der Architekten Egon Eiermann und Paul Schneider-Esleben. Der Bauherr war die Mannesmann AG, nach der das Haus benannt wurde (nach deren Übergang in den vodafone Konzern, wurde auch der Name des Hauses verändert). Das 88,5m hohe Gebäude war eines der ersten Hochhäuser nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland und gilt neben dem Dreischeibenhochhaus als ein Symbol des Wirtschaftswunders. Es ist eine Stahlskelett-Konstruktion mit einem massiven Stahlbetonkern. Gleich neben dem Gebäude steht das (alte) Mannesmann-Haus von Peter Behrens aus dem Jahr 1911.

Das Sky Office gehört zu den neuesten Düsseldorfer Hochhausbauten. Das Bürogebäude wurde 2009 eröffnet und erreicht 89m Höhe. Der Entwurf stammt von Ingenhoven Architekten, die einen elegant geschwungenen Baukörper entwarfen. Laut Architekten ist das Haus dafür gedacht zwei Adressen in einem Solitär zu vereinigen.

Das SIGN! ist das höchste Haus im Gelände des Medienhafens. Es wurde 2010 eröffnet und misst 76m. Architekt Helmut Jahn plante einen verglasten 20-Geschosser, der in der Eigenwerbung selbstbewusst davon spricht, ein neues Landmark der Stadt zu sein. Dafür ist er allerdings zu niedrig und auch innerhalb des Medienhafens zu randseitig.

Das Architektenbüro Petzinka, Overdiek und Partner entwarfen das Stadttor, dass nicht nur dafür bekannt ist, dass in der oberen Etage des 72m hohen Bürohauses der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens mit seiner Staatskanzlei residiert. Gleich neben dem Rheinturm gelegen ist das Stadttor, dass 1998 eingeweiht wurde, ein wirklicher Hingucker. Das Grundriss entspricht einem Parallelogramm, mit einem 65m hohen Atrium das von drei Attikkageschossen nach oben hin begrenzt wird und dem Bürogebäude durch die Gläserne Fassade auch von außen her den Charakter eines Tores gibt. Verstärkt wird dieser Eindruck vom unmittelbar in der Nähe beginnenden Rheintunnel, der unterhalb des Bauwerkes entlang führt und zum Teil als Fundament genutzt wird. Das Haus hat eine Doppelfassade. Zwischen innerem und äußerem Fassadenteil besteht ein 1,4m breiter Korridor, der ein begehbarer Klimapuffer ist und zur natürlichen Belüftung des Hauses beiträgt.

Das Hochhaus der Stadtsparkasse Düsseldorf entstammt eigentlich aus dem Jahr 1964 von den Architektenbüros Pfennig & Sieverts, Roskotten & Kraemer. Im Jahr 2000 bauten aber Ingenhoven Architekten das Haus in seiner heutigen Form um und schufen72m hohen Büroturm.

Im Medienhafen finden sich weitere Hochhäuser. So wie die Hafenspitze 1 und 2, zwei um 180 Grad gedrehte Zwillingstürme, die von der Hotelkette Hyatt genutzt werden. Die 2010 fertiggestellten 65m hohen 19-Geschosser stehen auf einem umlaufenden Sockel, welcher öffentlich begehbar ist und die Spitze des westlichen Teils des Medienhafens darstellen, auf welchem sich vor der Bebauung noch der Club „Monkey Island“ befand. Das DOCK misst eine Höhe von 63m und stammt vom niederländischen Architekten Jo Coenen. DOCK steht im Übrigen für Düsseldorf Office Center Kaistraße. Auch das Colorium  des Briten William Allen Aslop ist im Medienhafen kaum zu übersehen, was aber nicht an der Höhe von 62m liegt, sondern an der farbenfrohen Fassade und dem roten auskragenden Technikgeschoss. Obwohl 2001 als Bürohaus eröffnet wurde es 2013 zu einem Hotel umgebaut.

Das Wilhelm Marx Haus war das erste Hochhaus der Stadt Düsseldorf und erreichte im Jahr 1924 immerhin stattliche 57m Höhe. In den 1920er Jahren wollte man auch in Düsseldorf ein neuartiges Hochhaus bauen, was die wirtschaftlichen Ambitionen  der Stadt unterstreichen sollte. Wilhelm Kreis setzte sich in einem Wettbewerb mit einem 12 geschossigen Turmbau und zwei sechsgeschossigen Seitenflügelns durch. Der Stahlbetonbau wurde bis in die 2.Etage mit Muschelkalk verkleidet, darüber liegend, mit dem zeitgenössisch geschätzten roten Ziegeln. Benannt wurde es nach dem Düsseldorfer Bürgermeister Wilhelm Marx, der übrigens nicht mit dem dreimaligen Reichskanzler der Weimarer Republik verwechselt werden sollte.

Düsseldorf

urban facts Düsseldorf | Geschichte Düsseldorfs | Hochhäuser in Düsseldorf

Düsseldorf – Zentrale des rheinischen Frohsinns und reicher, südlicher Gegenpol zum zunehmenden verarmenden nördlich liegenden Ruhrpott sowie traditioneller Konkurrent von Köln. Düsseldorf hat viele Images und obwohl die Stadt mit ihren fast 600.000 Einwohnern nicht als besonders Hipp oder Cool gilt, bietet die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens eine ganze Menge, dass hier näher vorgestellt werden soll.

Düsseldorf gehört zu den wichtigsten Städten Deutschlands. Die wirtschaftliche Bedeutung ist dabei ebenso wichtig, wie Düsseldorfs politische Funktion, als Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein Westfalen. Düsseldorf ist aber ebenso eine kreative Universitätsstadt, die ein buntes Nachtleben sein eigen nennt. Der Rhein durchkurvt das Stadtgebiet und verleiht der Stadt eine sehenswerte Silhouette. Auch wenn Düsseldorf vielleicht die großen Attraktionen von Weltruhm fehlen (wie in Köln der Dom), ist ein Aufenthalt in Düsseldorf immer ein Gewinn.

Neue Architektur in Madrid

Madrids Status als europäische Metropole, hat auch mit einem regelrechten Bauboom zu tun. Mitte des ersten Jahrzehntes unseres Jahrhunderts konnte man hören, dass es in Europa keine Stadt gab, in der mehr neue Gebäude errichtet wurden als hier. Dabei sind vor allem Wohnhäuser in der Peripherie der Stadt in die Höhe geschossen, zumeist mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Das enorme Wachstum der Madrider Metro speiste sich im Übrigen aus einer Symbiose aus Wohnungsbau, Grundstücksspekulation und infrastrukturellem Ausbau. Unbebautes Land in den Vorstädten wurde aufgekauft und eine Metrolinie dahin geführt. Dadurch steigerte sich der Wert des Landes und es wurde mit Gewinn verkauft. Mit den Einnahmen daraus wurde die Metrolinie weiter gebaut und das Spiel mit der nächsten Station wiederholt. Als die Immobilienblase 2008 platze war damit auch das Wachstum der Metro beendet. Allerdings auf einem sehr ausgebauten Niveau, die Madrider U-Bahn ist die 5.größte der Welt.
Das wohl vorzeigenswerteste urbanistische Projekt des letzten Jahrzehnts ist Madrid Rio, bei dem die am Ufer des Flusses Manzanares liegende Stadtautobahn unter die Erde verlegt wurde und oberhalb ein Park entstand. Dazu soll ein eigener Beitrag vorbereitet werden.
Das Hochhausviertel Cuatro Torres Business Area (CTBA), dass das Stadtbild im Norden von Madrid entscheidend verändert hat ist ebenfalls neueren Datums und wurde um 2010 fertiggestellt. Dazu erfahren sie mehr im Artikel zu den Hochhäusern in Madrid.

Aber auch Verwaltungsorgane, Kultureinrichtungen, Unternehmen und sogar der Wohnungsbau haben einige recht interessante Bauwerke geschaffen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass dafür immer mehr auch auf international renommierte Architektenbüros zurückgegriffen wird, die teilweise für ihre Auftraggeber spektakuläre Bauten planen. Madrid verzeichnet sich damit auf einer Karte der globalisierten Architektur. Konkret ist dabei das Museum der katalanischen Caixa Bank zu nennen, das Caixa Forum, das vom schweizer Duo Herzog & deMeuron geplant wurde. Das Büro aus Basel lieferte auch die Pläne für das neue Hauptquartier der Bank BBVA, die in einen Neubau im Nordosten der Stadt ziehen werden, der von einem spektakulären Hochhaus dominiert wird.  Die große Bedeutung der Kultur in der Stadt zeigt sich ebenfalls in Anbauten zu bestehenden Museen. Am eindrucksvollsten ist hierbei sicherlich Jean Nouvels Erweiterung des Museums Reina Sofia, der mit seiner gigantischen Dachkonstruktion einen neuen urbanen Raum schafft. Andere weltweite tätige Büros ließen gleichfalls ihre Spuren in Madrid, ob nun im Wohnungsbau, mit dem eigenwilligen, aber originellen, Edificio Mirador des niederländischen Büros MVRDV, oder beim Unternehmenssitz wie dem Endessa Hauptquartier der Amerikaner von Kohn Pedersen Fox.

Selbstverständlich ist die Hauptstadt Spaniens auch ein reiches Betätigungsfeld für einheimische Architekten. Herausragend sind auch an dieser Stelle nur einige zu nennen, wie der Anbau des Prado-Museums von Pritzker Preisträger Rafael Moneo.  Andere sehr sehenswerte Beispiele sind die neue Stadtteilbücherei in Usera von Ábalos & Herreros oder das Veranstaltungsgebäude Teatros de Canal von Juan Navarro Baldeweg sowie das Barcelo Zentrum des Duos Nieto Sobejano. Auch das spanische Büro von Rafael de la Hoz hat einige spektakuläre Bauwerke in Madrid hinterlassen. Schon in den 1980er Jahren lieferte es mit dem Edificio Castelar einen wundervollen Neubau auf dem Paseo de Castellana ab. Mittlerweile hat der gleichnamige Sohn das Büro des Vaters übernommen und unter seiner Leitung sind die Firmenzentralen von Repsol, der in seinen Ausmaßen gigantische Telefonica Campus oder der Neubau der Handelskammer entstanden, so das man davon sprechen kann, dass das Büro Rafael de la Hoz fleißig mitgestaltet wenn neues Bauwerkes das Gesicht Madrids verändern.

urban facts Düsseldorf

Die Daten und Fakten der Stadt Düsseldorf in einer Übersicht:

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner (Ballungsraum),“598.686 (Rheinschiene: ca. 5 Mio.)“,
Einwohnerentwicklung,“2012-2013: +0,84%“,
Fläche,“217 km²“,
Bevölkerungsdichte,“2754 Ein. pro km² “
Geographische Höhe,“38m üNN“
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“793 mm / 136 / 1569″
Fluss,“Rhein“
KfZ-Kennzeichen, D[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,“Thomas Geisel (SPD); seit 2014″
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen“
Anzahl Besucher im Jahr,“Rund 4,2 Mio. Übernachtungen 2013 bei ca. 2,5 Mio. Gästen“
Flughafen,“Düsseldorf Airport (DUS; 21,8 Mio. PAX 2014; 3.größter Flughafen Dtl. ; 1927 eröffnet; 3 Terminals; 2 Bahnen)“
ÖPNV,“Straßenbahn: (Rheinbahn) eröffnet 1876; 11 Linien auf 78km Streckenlänge~~Stadtbahn: (auch U-Bahn) eröffnet 1988; 7 Linien auf 68,5km Streckenlänge~~6 Linien (S1, S6, S8, S11, S28, S68) der S-Bahn Rhein-Ruhr (676 km) verkehren von oder durch Düsseldorf und bedienen dort 25 Stationen~~Tagesticket kostet 6,60€ (2015)“
Entfernung nach…,“Berlin (560km; Auto ca. 5h; Bahn: 4h 15min)~~Köln  (40km; Auto: ca. 30min; S-Bahn: 31min)~~Paris 500km (Auto: 4h 45min; Bahn: 5h30min)~~Frankfurt (230km; Auto: rund 2h; Bahn: 1h30min)~~Brüssel: 200km (Auto 1h 50min; Bahn: 2h 40min)~~~~nächster Ort über 500.000: Essen 35km~~nächster Ort über 1.000.000: Köln 40km“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universitäten,“Heinrich-Heine-Universität (1965 gegründet mit rund 27.500 Studenten in 5 Fakultäten) weiterhin 21 Hochschulen u.a.:~~Fachhochschule Düsseldorf (1971 gegründet mit rund 8.500 Studenten)~~Kunstakademie Düsseldorf (gegründet 1773 mit 600 Studenten)“
Anzahl Museen,“26 (laut wikipedia.de)“
Größte jährlichen Feste,“Karneval (Rosenmontag arbeitet hier fast keiner)~~Japan-Tag (im Mai; seit 2003 mit ca. 0,5 Mio. Besuchern)~~Rheinkirmes (3.Juliwoche; seit 1901 in Oberkassel; ca. 4 Mio. Besucher, Teil des Düsseldorfer Schützenfestes)“
Sportvereine der Stadt,“Fußball: Fortuna Düsseldorf (gegründet 1895; 1xDt.Meister; 2xPokalsieger; 1xECII Finalist; Ø-Zuschauer: 33.984 (13/14) @ esprit-Arena~~Eishockey: Düsseldorfer EG (gegründet 1935; 8xDt.Meister; 1xPokalsieger; Ø-Zuschauer: 5.683 (13/14) @ ISS Dome~~Tischtennis: Borussia Düsseldorf (gegründet 1949; 6xEC-LM; 3xCL; 4xETTU-Cup; 25x Dt.Meister; 22xDt.Pokalsieger; Ø-Zuschauer: 1.017 @ ARAG Centercourt“
Zeitung,“Westdeutsche Zeitung; Auflage 85.000 (2015); regionale Tageszeitung~~Rheinische Post; Auflage: 315.000 (2015); regionale Tageszeitung mit konservativer Tendenz~~Handelsblatt; Auflage: 121.000 (2015); überregionale Wirtschaftszeitung“
Erste urkundliche Erwähnung,“1288″
Großstadt seit,“1882″
Das entscheidende Jahrhundert,“Im Zuge der Industrialisierung besonders des Ruhrgebietes entwickelte sich Düsseldorf von einem eher unbedeutenden Handelsplatz gegen Ende des 19. Jh. zu einem der wichtigsten Wirtschafts- und Handelsort Deutschlands“
Meisten Einwohner im Jahr,“1962 (705.000)“
Kneipenstrasse:,“Die Düsseldorfer Altstadt. Gilt als „längste Theke der Welt“ “
Flaniermeile,“Die Kö (Königsallee)“
City Branding,“Büro des Ruhrgebiets“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Rheinpromenade“
Architektonisches Highlight,“Medien-Hafen mit neuem Zollhof (Frank Gehry)“
Höchstes Gebäude,“Rheinturm (240m) bzw. als Haus: ARAG-Tower (125m)“
Anzahl Starbucks,“8″
Wirtschaft,“Düsseldorf zählt zum erweiterten Kreis der Global Cities, 25 internationale Leitmessen stellen hier aus, Düsseldorf ist größter Standort der Werbewirtschaft, der Telekommunikation, der Unternehmensberatung sowie Stadt der Mode“
Anzahl Pendler,“151.000 Einpendler“
Straftaten auf 100.000 Einwohner,“14.966 (zweit „gefährlichste“ Stadt in Deutschland)“
Kaufkraftindex im deutschen Vergleich,“117 (2014)“
Arbeitslosenquote,“9,9% (3/14)“[/table]

Bevölkerungsentwicklung:

1555 1703 1800 1828 1840 1855 1858 1867 1875 1880
3.500 7.000 12.102 18.726 25.063 29.085 38.765 63.389 80.659 95.458

 

1882 1890 1900 1909 1913 1925 1933 1939 31.12.44
100.000 144.642 213.771 345.716 409.520 432.688 501.542 541.410 326.300

 

31.3.45 1947 1950 1956 1962 1970 1978 1986 2000 2012
235.000 437.000 500.000 654.850 705.391 663.584 600.057 560.572 569.364 593.682

Geschichte Barcelonas

Sehr oft wird die Gründung von Barcelona mit der Besetzung durch Hannibal im Jahre 218 v. Chr. gleichgesetzt. Zweifellos gab an dieser Stelle schon eine frühere Besiedlung durch iberische Kulturen. Später übernahmen die Römer die Stadt und gaben ihr den Namen Barcino und damit eine Vorform des heute gebräuchlichen Namens. Der Ort war jedoch nicht mehr als eine mäßig bedeutende Kleinstadt. Die Goten eroberten die Stadt und Barcelona wurde kurzzeitig zur Hauptstadt erhoben, verlor diese Stellung jedoch schnell wieder an Toledo.
Der Aufstieg der Stadt begann im 9. Jahrhundert. Nach einer rund hundertjährigen Besetzung durch die Mauren wurde Barcelona 801 von Christen erobert und die „spanische Mark“ gegründet. Damit wurde die Grenzregion des Frankenreiches auf der iberischen Halbinsel bezeichnet. Innerhalb dieser Grenzregion entstanden mehrere Grafschaften, welche anfangs noch dem fränkischen König unterstanden, mit der Zeit aber immer selbstständiger wurden. Wilfried „der Behaarte“ vereinte die Grafschaften Urgell, Cerdanya, Barcelona und Girona unter sich und begründete die Dynastie der Grafschaft von Barcelona. Im Laufe des 10. Jahrhunderts löste sich die Grafschaft aus dem fränkischen Lehnssystem. Durch die Heirat des Grafen Ramón Berenguer IV. mit der Infantin Petronillia von Aragon (im Jahr 1137, Petronilla war da gerade ein Jahr alt!) wurde Berenguer König von Aragón. Es entstand das Königreich Aragón – Katalonien (auch „Krone Aragon“ genannt) mit der Hauptstadt Barcelona. Durch Eroberungen gelang es Berenguer, dass Land zum bedeutendsten Königreich des westlichen Mittelmeerraus zu machen. Unter Jaume I. wurden die Eroberungen noch intensiviert, man nahm 1238 Valencia ein, 1286 Menorca und 1299 Mallorca. Auch heute wird in allen diesen Regionen noch die katalanische Sprache gesprochen. Der Handel blühte auf, man gab sich fortschrittliche politische Institutionen wie die „Corts Generals“ (eine der ersten Ständeparlamente der Welt) und stieg mit der Eingliederung der drei Mittelmeerinseln Sizilien, Sardinien und Korsika in das Herrschaftsgebiet zu den führenden europäischen Mächten auf, wovon natürlich die Hauptstadt Barcelona profitierte, auch weil sie zu jener Zeit der wichtigste Hafen der westlichen Mittelmeerküste wurde. Diesen Reichtum erahnt man noch heute in den prächtigen gotischen Gebäuden der Stadt. Das Streben zur See wurde dabei immer mehr zu einer Notwendigkeit, da Kastilien auf dem iberischen Festland eine immer wichtiger werdende Rolle spielte.
1410 erlosch die Dynastie der Grafen von Barcelona und die Herrschaft viel an Fernando von Antequera, einem aus dem kastilischen Grafengeschlecht der Trastámara kommenden Grafen. Mit ihm begann der Niedergang der Krone Aragons und Barcelonas. Durch die Heirat von Fernando II. von Aragon mit Isabella I. von Kastilien (den „katholischen Königen“) im Jahre 1469 entstand der spanische Zentralstaat. Die politische Macht wurde ins Zentrum des Landes gelegt, ab 1561 wurde Madrid die Hauptstadt Spaniens. Die Krone Aragons verlor mehr und mehr an Bedeutung und Eigenständigkeit, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Ein Impulsgeber dafür war Kolumbus Entdeckung Amerikas. Barcelona wurde vom Amerika-Handel ausgeschlossen, lediglich von Sevilla aus, brachen die Schiffe in die neue Welt auf. Als im Konflikt zwischen Spanien und Frankreich, Katalonien sich an die Seite Frankreichs begab, wurde es im Pyrenäenfrieden 1659 bestraft und verlor seine nördlichen Gebiete an Frankreich (wenngleich hier erwähnt werden muss das diese Bestrafung eine Gesamtspaniens war, das damit seine Rolle als Weltmacht aufgeben musste). Diese Friedensreglung provozierte ab 1701 den spanischen Erbfolgekrieg, der die Nachfolge auf die spanische Krone regeln sollte. Katalonien setzte spät auf die habsburgische Seite, welche letztendlich gegen die französische Seite der Bourbonen verlor. Der neue bourbonische König Felipe V. beschnitt daraufhin alle katalanischen Freiheiten und organisierte einen absolutistischen Zentralstaat. Der 11. September 1714, der Tag an dem Barcelona an die Truppen Felipes V. fiel, ist heute der Feiertag Kataloniens (in Spanien haben Orte und Regionen eigene Feiertage).
Statt politischer Autonomie verlagerte man in Barcelona seit dem 18. Jahrhundert sein Interesse und versuchte seinen Reichtum zu mehren. Manufakturen entstanden und wurden bald von Fabriken abgelöst. Die alten Zünfte verloren immer mehr an Bedeutung und Barcelona wurde zum Zentrum der Industrialisierung, einem Prozess der fast im gesamten Rest Spaniens ausblieb. In Barcelona wurde das erste spanische Dampfschiff gebaut, genauso wie die erste Eisenbahnlinie. Doch mit zunehmender Industrialisierung und Urbanisierung wurden zahlreiche soziale Nebenwirkungen sichtbar. Eine sich zunehmend vergrößernde Schicht der Arbeiterklasse lebte unter teilweise verheerenden sozialen und hygienischen Bedingungen (im heißen Sommer 1854 fielen 6000 Menschen der Cholera zum Opfer). Immer wieder gab es gewaltsame Aufstände in der Stadt, welche blutig niedergeschlagen wurden. Der rasche Anstieg der Bevölkerungszahlen verlangte nach neuen städteplanerischen Lösungen. Das moderne Barcelona entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1869 wurde nach dem Plan Cerdà (einen der vielen Städtebauplänen des 19. Jahrhunderts) die Eixample (katalanisch für Expansion) gebaut, ein neuer Stadtteil der die Stadt wie ein quadratisches Gitternetz nach Norden hin erweiterte. Die Eixample sollte eigentlich mit vielen Grünflächen und Parks angelegt werden, doch durch den nicht nachlassenden, immensen Zuzug von Menschen mussten diese Flächen durch Wohnhäuser ersetzt werden, was ihr die heutige Form eines Schachbrettmusters einbrachte. Das aufstrebende Bürgertum machte die Eixample zur Heimat zahlreicher, um die Jahrhundertwende gebauter Jugendstilgebäude (dem so genannten „Modernisme“), welche auch heute noch einen großen Reiz und den Ruf Barcelonas als eine Stadt des Jugendstils prägen.

Im Zuge der Industrialisierung begann auch ein verstärktes Nationalgefühl Katalonien und damit auch Barcelona zu durchdringen. Die katalanische Sprache feierte eine Renaissance und verstärkte eine eigene katalanische Kultur. Mit der Gründung der 2.Republik in Spanien 1931 erhielt Katalonien seinen Autonomiestatus zurück und Barcelona wurde wieder zur katalanischen Hauptstadt. Doch diese Phase währte nur bis zum Ende des spanischen Bürgerkrieges 1939. Unter der Diktatur Francos wurde Spanien wieder zu einem Zentralstaat umgebaut und Katalonien verlor jegliche Autonomie, sogar die katalanische Sprache wurde verdrängt. In den 1950er und 60er Jahren siedelten sich zahlreiche Andalusier in Barcelona an, die auf der Suche nach besseren Jobs nach Norden gezogen waren. Erstaunlicherweise führte dies nicht zu einem Zurückgehen des Katalanischen. Da die neuen Einwohner die Sprache als Ausdruck der Opposition zum Franco-Regime betrachteten, wurde dieser immer stärker, nahm aber im Gegensatz zum baskischen Nationalismus nie gewaltsame Züge an.

Mit dem Tod Francos und der Umwandlung Spaniens zur Demokratie bekam nicht nur Katalonien wieder seine weitgehende Autonomie wieder, Barcelona erlebte ebenso einen neuen Aufschwung. Dieser zeigte sich nicht zuletzt der Weltöffentlichkeit mit den Olympischen Spielen von 1992. Die Stadt erlebte dadurch einen fast schon radikalen Wandel. Sie konnte sich der Weltöffentlichkeit präsentieren und wandelte in wenigen Jahren ihr Image von einer etwas schmuddeligen Industriestadt zu einer hippen Metropole mit historischem Charme des Jugendstils, wunderbarer geografischer Lage zwischen Bergen und Mittelmeer, urbaner Weltoffenheit und moderner Architektur. Heute ist Barcelona der Touristenmagnet auf der iberischen Halbinsel für Städtetourismus und präsentiert stolz sein eigenes Selbstbewusstsein, dass auch in Richtung Unabhängigkeit von Spanien tendiert.

urban facts Barcelona

Einige Daten und Fakten zur Stadt Barcelona

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner: Stadt / Ballungsraum / Metroregion,“1.620.809 / 3.127.448 / 4.992.193″,
Einwohnerentwicklung Stadt,“2001-2011: +6.91%; 2011-2013: -0,22%“,
Fläche: Stadt / Ballungsraum / Metroregion,“101 km² / 629 / 3.236 km²“,
Bevölkerungsdichte: Stadt / Ballungsraum / Metroregion,“15.802 Ein./km² / 4.972 Einw./km² / 1.542 Einw./km²“,
Koordinaten,“41° 24′ N – 2° 10′ O“,
Geographische Höhe,“0 bis 512m (Tibidabo)“,
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,“588mm / 53 / 2591″
Fluss,“Llobregat ( mündet südlich von BCN ins Mittelmeer nach 170km Länge)~~Besòs (mündet nördlich von BCN ins Mittelmeer nach 53km Länge)“
KfZ-Kennzeichen, B (veraltet)[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeisterin,“Ada Colau (Bürgerplattform BCN seit 2015)“
Verwaltungstechnische Bedeutung,“Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Kataloniens“
Anzahl Besucher im Jahr,“5,5 Mio (2013) laut Euromonitor
Flughafen,“Aeroport de Barcelona – el Prat  (BCN; 47,28 Mio PAX 2017; 1918 eröffnet; 2 Terminals; 3 Bahnen; 15km SW der Innenstadt)“
ÖPNV,“Metro; eröffnet 1924; 11 Linien mit 124 km Länge bei 163 Stationen; 448 Mio Pax (2012) = 3,6 Mio PAX pro km bzw. 2,74 Mio PAX pro Station~~Straßenbahn: eröffnet 1872 (seit 1900 elektrifiziert); heute 7 Linien bei drei verschiedenen Systemen (Tramvia Blau, Trambaix, Trambésos)~~2 Seilbahnen~~S-Bahn: Rodalies de Catalunya (seit 2010 unter regionaler Verwaltung); 17 Linien mit 203 Station und 115 Mio. PAX (2014) auf 467 km Linienlänge“
Entfernung nach…,“Madrid (620km; Auto: 5h45min; Bahn: 2h30min)~~Valencia (350km; Auto: 3h25min; Bahn: 3h10min)~~Paris (1030km; Auto: 9h30min; Bahn: 6h15min)~~Marseille 500km (Auto: 5h; Bahn: 4h35min)~~~~nächster Ort über 500.000: Saragossa (310km)~~nächster Ort über 1.000.000: Madrid (620km)“[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Anzahl Universitäten,“5: unter anderen: ~~„Universitat de Barcelona“; UB; mit 87.000 Studenten; gegründet 1450~~„Universitat Autònoma de Barcelona“; UAB; mit 51.000 Studenten; gegründet 1968)~~insgesamt: 197.000 Studenten und 12.300 Professoren; Barcelona ist damit einer der größten Universitätsstädte Europas“
Größte jährlichen Feste,“zwei Musikfestivals: Sónar (elektronische Musik; im Juni mit ca. 80.000 Besuchern) und Primavera Sound (Rock / Alternative Ende Mai mit über 100.000 Besuchern)~~ Fest St. Jordi“
Sportvereine der Stadt,“Fußball:~~FC Barcelona: auch Barça; Fußball: Champions League: 4x; EC Pokalsieger: 4x; UEFA-Pokal: 4x; Spanische Meisterschaft: 22x; Spanischer Pokal: 26; FIFA-Klubweltmeister: 2x; ø-Zuschauer: 72.975 (2013/14) @ Camp Nou mit einem Fassungsvermögen von 99.354 größtes Fußballstadion Europas~~Espanyol: Span. Pokalsieger: 3x, Finalist UEFA-Pokals: 2x; ø-Zuschauer: 19.746 (13/14) @ Estadi Cornellà-El Prat bzw. Power 8 Stadium~~andere erfolgreiche Sportabteilungen des FC Barcelona~~Handball:~~Champions League: 8x; Rekordhalter; Span. Liga: 22x~~Basketball: ULEB EuroLeague: 2x; Span. Meisterschaft: 18x; span. Cup: 23x“
Zeitungen,“El Periódico de Catalunya; Auflage 119.000 (2011); zwei Ausgaben: eine in Katalanisch; eine in Spanisch~~La Vanguardia; Auflage: 196.000 (2011); seit 1881 in Spanisch, seit 2011 zusätzlich auch in Katalanisch~~Ara; seit 2010; Auflage ca. 60.000; nur in Katalanisch“
Erste urkundliche Erwähnung,“ca. 218 v.Chr. als Barcino“
Großstadt seit,“1787″
Meisten Einwohner im Jahr,“1981 (1.754.900)“
Ausgehviertel:,“La Rambla“
City Branding,“„“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Sagrada Familia“
Architektonisches Highlight,“Barcelona – Pavillon (Ludwig Mies van der Rohe)“
Höchstes Gebäude,“Torre Mapfre (154m)“
Anzahl Starbucks,“20″
Wirtschaftsleistung,“44% mehr als EU-Durchschnitt in Metropolregion Barcelona“
Arbeitslosenquote,“2005 bei ca. 7%, 2012 bei ca. 20%“[/table]

urban facts Wrocław

Einige Daten und Fakten zur Stadt Wrocław (Breslau)

Allgemeine Daten:

[table th=“0″]
Einwohner,633.105 (2014); 4. größte Stadt Polens,
Einwohnerentwicklung,2012-2013: +0.002%,
Fläche,293 km²,
Bevölkerungsdichte,2161 Ein. pro km²
Geographische Höhe,111m üNN
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr,583mm / 99 / 1679
Fluss,Oder (866km lang; mündet bei Stettin in die Ostsee)
KfZ-Kennzeichen, DW[/table]

Infrastruktur:

[table th=“0″]
Bürgermeister,Rafał Dutkiewicz (parteilos; seit 2002 Stadtpräsident)
Verwaltungstechnische Bedeutung,Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesien (19.948 km² bei 2.85 Mio. Einwohnern)
Platz in der Mercer Studie:,“100. (laut Bericht 2015 gilt Breslau als Pool für Talente und als infrastrukturell gut angebunden, gerade letzteres darf nach Aufgabe der Bahnverbindungen nach Deutschland bezweifelt werden)“
Flughafen,“Nikolaus-Kopernikus-Flughafen; WRO; 1,92 Mio. Passagiere; 1938 eröffnet; 1 Terminal; 1 Bahn)“
ÖPNV,“23 Straßenbahnlinien und 53 Buslinien (13 davon nachts), eröffnet als Pferdebahn 1877, Elektrifizierung 1893″
Entfernung nach…,“Berlin: 345km (Auto: rund 3h 40min; Bahn 5h; 2014 eingestellt)~~Dresden: 275km (Auto: rund 2h35min; Bahn: 3h23min; 3x tägl.; 2015 eingestellt)~~Warschau: 350km (Auto: rund4h 30min; Bahn: 5h 15min mehrmals tägl. direkt)~~Prag: 290km (Auto: rund 3h 40min; Bahn: 5h keine Direktverbindung vorhanden)~~~~nächster Ort über 500.000: Posen (175km)~~nächster Ort über 1.000.000: Prag (290km)“
[/table]

Kultur / Geschichte:

[table th=“0″]
Universitäten und Hochschulen,“Elf Hochschulen mit rund 140.000 Studenten; darunter:  ~~Universität Breslau (43.000 Studenten; 1702 von Jesuiten gegründet und 1811 von Friedrich Wilhelm III. mit der Viadrina Frankfurt/Oder vereinigt) ~~Technische Universität Breslau (35.000 Studenten; 1910 gegründet)~~Wirtschaftsuniversität (18.000 Studenten; 1947 gegründet und seit 2008 eine Universität)~~Naturwissenschaftliche Universität (13.000 Studenten; die ehemalige Hochschule für Landwirtschaft)“
Sportvereine der Stadt,“Śląsk Wrocław (Fußball: 2x Polnischer Meister; 2x Pol. Pokal; Ø-Zuschauer: 16.500 @ Stadion Miejski)~~Basketball: 17x Meister (poln. Rekord); 12x Poln. Pokal @ Hala Orbita~~Handball: 15x Meister (poln. Rekord; 7x Poln. Pokal; 1xEC-Finalist)“
Erste urkundliche Erwähnung,“frühes 11. Jahrhundert“
Großstadt seit,“1842; damals als 3.Stadt in Deutschland“
Meisten Einwohner im Jahr,“1991 (643.000)“
Das entscheidende Jahr:,“1945: die Stadt wird im 2.Weltkrieg schwer zerstört und wird anschließend polnisch, verbunden mit einem fast vollständigen Austausch der Bevölkerung“
City Branding,“„-Das Venedig Polens- (da über 300 Brücken)“[/table]

Wirtschaft / Attraktivität:

[table th=“0″]
Sehenswürdigkeit Nr.1,“Der Ring (poln.:Rynek) – Marktplatz“
Architektonisches Highlight,“Jahrhunderthalle (Max Berg)“
Höchstes Gebäude,“SkyTower (212m; 2.höchster Wolkenkratzer Polens)“
Anzahl Starbucks,“7″
Arbeitslosenquote,“4,1% (2009)“[/table]

Wrocław

urban facts Wrocław

Obwohl nur etwas mehr als 2 Stunden mit dem Auto entfernt (ca. 275km) gehört Wrocław zu den Zielen, die ein Dresdner selten ansteuert. Sicherlich spielt hier auch eine Rolle, das die einst guten Bahnangebote verschwunden sind und es keine Zugverbindung zwischen Sachsen und Niederschlesien mehr gibt. Das ist alles andere als ein schöner Zustand, denn Breslau ist eine äußerst spannende und auch sehr schöne Stadt.
Mit über 600.000 Einwohnern, an der Oder gelegen, ist sie die viertgrößte Stadt Polens und hat eine einzigartige Geschichte, die man an vielen Stellen in der Stadt nachvollziehen kann. Bis 1945 wechselte Breslau von Herrschaftsgebiet zu Herrschaftsgebiet, so wie die Region Schlesien, von welcher sie die Hauptstadt ist. (allerdings ist sie heute nur noch die Hauptstadt Niederschlesiens) Dies führt auch zu den unterschiedlichen Stadtnamen in verschiedenen Sprachen: Breslau (Deutsch), Wrocław (Polnisch), Brassel (schlesisches Deutsch) oder Vratsilav (Tschechisch).
Die Geschichte der Stadt geht wohl auf böhmische Siedler zurück, welche sie als Handelsort an der „Via Regia“ nutzten. Später gelangte sie in die Hände polnischer Herrscher bevor sie 1241 vom Mongolensturm schwer verwüstet wurde. In der Folgezeit siedelten sich zumeist Deutsche an. 1335 wurden weite Teile Schlesiens und damit auch Breslaus böhmischer Besitz und kamen so zum Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Reformation ließ Breslau als erste schlesische Stadt protestantisch werden. Sie gelang 1526 unter habsburgische Herrschaft. Nachdem Ende des Siebenjährigen Kriegs wechselte Schlesien in preußische Hände (Preußen war lange sehr bemüht, die Region zu besitzen und scheute nicht wenige Kriege gegen das habsburgische Österreich). Als Hauptstadt der Region Schlesiens ging Breslau im Staat Preußen auf und damit 1871 auch im Deutschen Kaiserreich. Die Industrialisierung brachte der Stadt ein enormes Bevölkerungswachstum und machte sie zeitweise zum fünft größten Ort des Deutschen Reiches. Damit verbanden sich zahlreiche Herausforderungen für das Bauen im 20. Jahrhundert. Breslau lieferte viele Beispiele wie innovativ schon vor 100 Jahren Bauwerke errichtet werden konnten. Nicht nur die Jahrhunderthalle von Max Berg beeindruckt noch heute die Besucher, auch zahlreiche Gebäude aus den 1920er Jahren (wie die Kaufhäuser Pettersdorff oder Wertheim, das Postcheckamt oder das Sparkassenhochhaus oder auch die Mohrenapotheke) sind noch heute erhalten und bezeugen den Glanz der Baubewegung der Moderne in Breslau.
Der 2.Weltkrieg brachte aber schließlich die entscheidendsten Veränderungen für den Ort mit sich. Die Stadt wurde erst 2 Tage vor Ende des Kriegs von der Roten Armee nach mehrmonatiger Belagerung erobert und ist entsprechend zerstört gewesen. Zur damaligen Zeit weilten immer noch über 100.000 Zivilisten in Breslau. Die überwiegend deutsche Bevölkerung (1910 gaben 97% der Bevölkerung an Deutsch als Muttersprache zu sprechen) wurde innerhalb weniger Jahre komplett vertrieben und mit Polen zumeist aus Lemberg ausgetauscht, da diese Stadt nun zur Sowjetunion gehörte und nicht mehr zu Polen.


Heute blüht Wrocław sichtbar auf und entwickelt sich zu einem Zentrum für Tourismus und Wirtschaft. Die vielen Narben des Krieges, mit seinen für den Wiederaufbau im sozialistischen Block typischen Freiflächen im Stadtbild, verschwinden zunehmend. An vielen Ecken wird gebaut, insbesondere neue Einkaufszentren entstehen scheinbar im Überfluss. Der Skytower, Wrocławs einziger Wolkenkratzer  (an dieser Stelle sei angemerkt, dass Breslau schon in den 1920er Jahren einen Hochhausplan erstellte, aber nur zwei höhere Bauten wurden davon errichtet; Sparkasse und Postcheckamt, die aber heute mit ihrer Höhe nicht auffallen) , ist mit seinen 212m immerhin das 2. höchste Haus Polens und beschert der Stadt das Bild einer „Einzelner-Wolkenkratzer-Silhouette“. Das Stadtbild wird maßgeblich von junger Bevölkerung geprägt, denn rund 140.000 Studenten wohnen hier. Zu den Eigenheiten der Wrocławer gehört es aber trotzdem an roten Fußgängerampeln stehen zu bleiben und Straßen nur an sicheren Punkten zu überqueren. Zu diesem vorbildlichen Verhalten gesellt sich allerdings eine gewisse Unbedachtheit beim Aufhalten von Schwingtüren und ähnlichem, bei dem die Devise gilt, bin ich durch, soll das Ding hinschwingen wo es will, denn ich habe gerade keine Zeit auf den Nächsten zu warten. Es muss aber dennoch betont werden, dass man eine freundliche Grundstimmung in der Stadt fast überall empfindet, auch wenn trotz deutscher Vergangenheit die erste Fremdsprache eindeutig Englisch ist und besonders bei der jungen Bevölkerung auf hohem Niveau gesprochen wird.