Elbe

Länge: 1094km (mit Moldau 1245km)| Lage: Mitteleuropa | Name auf Tschechisch: Labe | Quelle: Riesengebirge (1386m) | Mündung: bei Cuxhaven in die Nordsee | Einzugsgebiet: 148.300 km² | Einwohner im Einzugsgebiet: 24,5 Mio.
An der Elbe gelegen: Dresden | Hamburg | Mühlberg | Usti nad Labem

Die Elbe ist einer der bedeutendsten Flüsse Europas und doch ist sie in den beiden mitteleuropäischen Ländern, durch welche sie fließt, eigenwilliger Weise immer nur die Nummer 2. In Tschechien, wo sie Labe heißt, entwässert sie mehr oder weniger ganz Böhmen nach Norden hin ab, doch der Nationalfluss der Tschechen ist die Moldau, die wiederum bei Melnik in die Elbe mündet (wobei darüber noch gesprochen werden muss). In Deutschland wiederum ist sie der längste Strom der durch das Land fließt – immer Richtung Nordwesten – der Nordsee entgegen, doch als der eigentliche „deutsche Fluss“ gilt der Rhein (der zwar insgesamt länger ist, aber wenn man nur die Fließkilometer in Deutschland betrachtet, kürzer ist). Das ist etwas unfair, denn die Elbe ist nicht nur der 12. längste europäische Fluss (nimmt man die Länge der Moldau hinzu, sogar der 9.), sondern ihr größtenteils recht ruhiger Verlauf kann trotzdem teilweise recht spektakulär und sehenswert sein.

Kurz vor der polnischen Grenze entspringt die Elbe auf der Kammhöhe des Riesengebirges in Tschechien. Aus einem Betonring ergießt sich – wenig feierlich – ein kleines Rinnsal, das über 1000km weiter zu einem breiten Strom wird, der an seiner Mündung in der Nordsee rund 15km breit ist und einen für Europa sehr beachtlichen Mündungstrichter aufweist. Auf ihrem Weg nach Nordwesten fließt die Elbe in Böhmen erst einmal in Richtung Süden und erreicht in Spindlermühle, dem ersten Ort den sie durchquert, schon eine beachtliche Größe. Im weiteren Verlauf, hinein ins böhmische Becken, vereinigen sich die größeren Zuflüsse der Sudeten wie die Adler (Orlice) oder die Iser (Jizera). Bei Pardubice schließlich, dreht sie ihren Verlauf in Richtung Nordwesten. In Melnik mündet die Moldau in die Elbe, was etwas Besonderes ist, denn an diesem Punkt ist die Moldau nicht nur länger, sondern auch wasserreicher. Es ist unklar, warum die Moldau hier aufhört zu existieren und nur ein Nebenfluss ist. Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Moldau hier ihre Fließrichtung ändert, während die Elbe scheinbar gerade durch das Tal fließt.
Der Name Elbe wiederum geht auf die frühen Germanen zurück, die den Strom in ihrer Sprache einfach „Fluss“ („Albia“ in lateinischer Form) nannten. Das zeigt die Bedeutung die die Elbe in der Norddeutschen Tiefebene hatte. Doch bevor sie in das flache norddeutsche Land hineinfließt, muss sich die Elbe aus dem von Mittelgebirgen umgebenen Böhmen zwängen, was sie recht spektakulär erst im Böhmischen Mittelgebirge und dann im Elbsandsteingebirge tut. Dahinter in Dresden, sind dann nur noch die Ausläufer der Mittelgebirge zu erkennen, obwohl das recht weite Obere Elbtal durchaus auch seine Elbhänge hat (und nicht nur ein berühmtes Fest im Juni, dass nach diesen benannt ist), wie jeder weiß, der einmal die gesamte Stadt von Nord nach Süd oder andersherum durchquert hat. Erst beim Schloss Hirschstein kurz vor Riesa gilt der Oberlauf der Elbe als beendet. Nun kreuzt sie ruhig der Nordsee zu. Dabei fließen größere Flüsse wie die Mulde und die Saale linkselbisch oder die Havel rechtselbisch zu. Beachtet man, dass wiederum an diesen Flusssystemen Berlin oder Leipzig liegen und das die Eger, welche das Nordböhmische Becken mit seiner hohen Zahl an Betrieben der Schwerindustrie entwässert schon bei Litomerice in die Elbe fließt, so kann man sich vorstellen, dass der Fluss schon seit vielen Jahrzehnten mit einer hohen Schmutzbelastung leben muss. Erfreulich ist jedoch die Entwicklung seit den 1990er Jahren, die zu einer merklichen Entlastung von Schadstoffen geführt hat.  

Interessant ist gleichfalls, das nur drei Großstädte an den Ufern der Elbe liegen; Dresden, Magdeburg und Hamburg. Zum Vergleich am etwas längeren und ebenfalls in Mitteleuropa liegenden Rhein liegen 20 Großstädte.

Historisch hatte die Elbe einige Bedeutung. Mit ihrem Abfluss zur Nordsee ist Hamburg die bedeutendste Hafenstadt Deutschlands (die beiden Inseln Neuwerk und Scharhörn, die in der Außenelbe liegen, gehören übrigens rechtlich zur Freien Hansestadt Hamburg).
Obwohl bis Pardubice schiffbar, hält sich der Wasserverkehr auf der Elbe in Grenzen. Es sind zumeist tschechische Lastkähne die bis Hamburg schippern, in der Umgebung auch die Ausflugsdampfer der Weißen Flotte. Erst zwischen Hamburg und Cuxhaven sieht man riesige Schiffe und Ozeandampfer, welche sich den immer breiter werdenden Fluss, der hier auch den Gezeiten ausgesetzt ist, bedienen, um in den vielgliedrigen Hamburger Hafen einzufahren. Dessen vielverzweigte Flussarme sind so etwas wie ein vorgezogenes Flussdelta, da ungefähr in dieser Höhe der Fluss in die Gezeiten mündet, während er danach in immer breiterer Trichterform dem Meer zustrebt. Obwohl die Binnenelbe bei Cuxhaven rund 15km breit ist, weißt die für große Schiffe befahrbare Wasserstraße lediglich 400m auf.
In die Weltgeschichte ging der sogenannte Elbe-Day ein. Am 25.April 1945 trafen sich erstmal bei Mühlberg sowjetische und amerikanische Truppen, die beide Nazideutschland von Ost und West bekämpften. Einen Tag später wurde diese Zusammenkunft nochmal offiziell und für die Presse in Torgau in Szene gesetzt, womit der 2.Weltkrieg in Europa sein Ende nahm (wobei die deutsche Kapitulation erst am 8.Mai erfolgte). Die nächste Epoche der Weltgeschichte zeigte ebenso seine Spuren ab der Elbe, denn auf rund 100km bildete sie die Grenze zwischen der sozialistischen DDR und der kapitalistischen BRD und war damit Teil des Eisernen Vorhangs. Heute ist dieser Vorhang geöffnet und verbunden mit dem Elberadweg, welcher der populärste deutsche Fernradweg ist und sich geradezu ideal eignet den Strom zu erkunden.

Vilafamés

Einwohner: 2017 (2009) | liegt in der Comarca „Plana Alta“ der Provinz Castello de la Plana in der Communitat Valenciana

Hinter der Küsten- und Hafenstadt Castellon de la Plana erhebt sich eine Bergkette hinter welchem wiederum eine hüglige Region findet, die sich „Plana Alta“ nennt. In diesem kupierten Landstrich, im mittleren Norden der Communitat Valencia findet sich das Bergdörfchen Vilafamés, sicherlich eines der schönsten in der ganzen Gemeinschaft Valencias.

Obwohl wohl schon länger besiedelt, beginnt die Bedeutung des Örtchens nach der Reconquista der Christen zu wachsen. An und auf einem Berg liegend, wird der Ort von einer Burg überragt. Heute sind davon jedoch nur noch Ruinen übrig, die ältesten stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die Anlage selbst stammt wohl aber noch aus maurisch-arabischer Zeit und wurden von Jaume I. 1237 (oder 39, man weiß es nicht genau) erobert. Wichtig wurde die Burg nochmal während der Karlistenkriege im 19. Jahrhundert, als der heute noch gut sichtbare, aber ebenso ruinöse Turm gebaut wurde. Unterhalb der Burg stand die Altstadt, die immer wieder fast symbiotisch aus dem roten Stein gehauen oder sogar mit dem Felsen verwachsen zu sein scheint. Eine noch heute sichtbare Stadtmauer beschützte die mittelalterliche Siedlung, in welcher noch immer die sehenswertesten Bauwerke stehen. Die Kirche „Iglesia de la Sangra“ beispielsweise stammt zwar aus dem Mittelalter ist aber im 17. Jahrhundert barockisiert wurden. Der Stolz des Dorfes ist aber das Museum für zeitgenössische Kunst, dass MACVAC, welches in der prachtvollen Villa „Palacio del Batle“ untergebracht ist. Das Haus, das sowohl gotische, als auch Renaissance Spuren trägt, wurde im 14. Jahrhundert gebaut und diente als Sitz des königlichen Verwalters und später des Vertreters des Kreuzritterordens der Montesa, welche eine Zeitlang Burg und Dorf besaßen. Auch der kleine Rathausplatz (der Ajuntamiento) ist sehenswert mit seinem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Rathaus. Mittlerweile ist das Örtchen auch nach unten in das Tal gewachsen, wo die Besucher ihre Autos parken und den Aufstieg in Angriff nehmen. Übrigens empfiehlt sich auch eine kleine Wanderung in die umliegende Kulturlandschaft, die immer wieder auch schöne Ausblicke in die Landschaft des Plana Alata zeigt, bis hin zum Penyagolosa, dem heiligen Berg der Valencianer.  

Bahnhof Datenbank

Auf dieser Seite sind alle Bilder von Bahnhöfen gespeichert und geordnet:

Name

Ort

1: Typ
2: Jahr der Eröffnung

1: PAX
2: Anzahl Gleise

Empfangsgebäude
1: Erbaut
2: Architektonische Form
3: Architekt

Bahnsteighalle
1: Form
2: Höhe
3: Länge

Estación de Atocha

Madrid

1: Kopf- und Durchgangsbahnhof
2: 1882

1: 240.000

1: 1882
2: Eklektizismus
3: Alberto de Palacio y Ellisague

1: 2 Hallen (davon eine für AVE Züge als Puerta de Atocha Züge; Architekt Rafael Moneo

Estación de Chamartín

Madrid

1: Reiterbahnhof
2:1967

1:60.000
2:21

1: 1975
2: Moderne
3: Alonso, Corrales, Molezún

Keine Halle, lediglich Dächer über den Bahnsteigen

Dresden Hauptbahnhof

Dresden

1: Insel- und Kopfbahnhof
2: 1898

1: 60.000
2: 16

1: 1898
2: Historismus
3: Giese & Weidner, Arwed Rossbach

1: 3 Hallen, davon eine Haupthalle für Kopfbahnhof, Überdachung 2006 von Norman Foster

Estació de França

Barcelona

1: Kopfbahnhof
2: 1848

2: 12

1: 1929
2: Historistisch mit modernisme Elementen in U-Form um Halle
3: Pedro Muguruza

1: 2-schiffige Halle
2: 29m
3: 195m

Hamburg Hauptbahnhof

Hamburg

1: Reiterbahnhof
2:1906

1: 480.000
2: 18 (8 Fernbahn, 4 S-Bahn, 6 U-Bahn)

1: 1906
3: Heinrich Reinhardt, Georg Süßenguth

1: 1-schiffige Halle mit 73m Spannweite
2: 37m
3: 114m breit und 150m lang

Leipzig Hauptbahnhof

Leipzig

1: Kopfbahnhof
2: 1915

1: 120.000
2: 19 + 2 im City-Tunnel

1: 1915
2:
3: William Lossow, Max Hans Kühne

1: 6-schiffige Halle

3: Länge des Querbahnsteiges beträgt 270m

Estació del Nord

Valéncia

1: Kopfbahnhof
2: 1852

1:40.000
2: 10

1: 1917
2:Modernisme in U-Form um Halle
3: Demetrio Ribes Marco

1: einschiffige Halle

Saint Exupéry TGV

Lyon

1: Durchgangsbahnhof
2:1994

2: 5+ 2 Straßenbahn

1: 1994
2: zeitgenössisch
3: Santiago Calatrava

1: unterirdische Halle
3: 450m lang und 56m breit

Saint Jean Bordeaux

Bordeaux

1: Durchgangsbahnhof
2: 1898

1: 30.000
2: 15

1: 1898
2: Historistisch (eklektizistisch)
3: Marius Toudoire

1: einschiffige Halle (Architekt: Gustave Eiffel)
2: 36m
3:277m lang; 56m breit

Los Angeles Union Station

Los Angeles

1: Kopfbahnhof
2: 1939

1: 4.700
2: 6 (+ 3 Metro)

1: 1939
2: Kolonialstil mit Art Déco Elementen
3: John und Donald B. Parkinson

Keine Halle, lediglich Dächer über den Bahnsteigen

Estacíon de Zaragoza-Delicias

Zaragossa

1: Reiterbahnhof
2: 2003

1: 8.500
2:

1: 2003
2: zeitgenössisch
3: Carlos Ferrater und José María Valero mit Félix Arranz und Elena Mateu

1: Halle ohne Stützen, die Empfangs- und Nebengebäude einschließt, bestehend aus 6 Kuben die 22m breit und 395m lang und jeweils um 22m versetzt sind
2: 30m
3: 440m

 

Alcalá de Henares

195.907 Einwohner | 87,7 km² | 2288,7 Einw./km² | Universitätsstadt | Innenstadt seit 1998 unter UNESCO-Welterbestatus | Kreisstadt der Comarca de Alcalá | 30km O von Madrid

Wer Alcalá de Henares auf den ersten Blick auf den Großraum Madrid wahrnimmt, wird diese Stadt mit fast 200.000 Einwohnern nur als typische Vorstadt sehen, wie sie sich viele um Madrids Hauptstadt tummeln. Alcalá ist tatsächlich eine Vorstadt, doch diesen Charakter hat sie vielleicht erst seit rund 50 Jahren. Tatsächlich weisen die Geschichte und die Bedeutung der Stadt viel tiefer zurück, als die von Madrid, aber auch der Bedeutungsverlust von Alcalá ist eng verknüpft mit der rund 30km westlich gelegenen spanischen Hauptstadt.

Die Stadtgeschichte geht zurück auf das erste nachchristliche Jahrhundert, als die Römer eine Siedlung im Tal des Flusses Henares gründeten und den Namen Complutum gaben. Als wichtiger Verbindungspunkt zwischen Zaragoza und Mérida, erlangte der Ort bald einige Bedeutung und soll schon in der Antike rund 10.000 Einwohner gehabt haben. Als die Mauren die iberische Halbinsel überrannten, nahmen sie die Stadt nicht ein, bauten aber auf der anderen Seite des Flusses eine Festung. Diese Festung, auf Arabisch „al-Qal’a“, ist dann auch namensgebend für den heutigen Ort geworden (deshalb findet sich der Name Alcalá auch recht häufig in Spanien, Alcalá de Henares ist aber der größte und bedeutendste Ort der Alcalás). Die Gegend wurde 1118 von den Christen wiedererobert und 1184 schon erhielt Alcalá Stadtrechte. In der prosperierenden Stadt siedelten auch zahlreiche jüdische Familien. Ihren Höhepunkt erlebte Alcalá 1499, als der engste Berater der katholischen Könige, Kardenal Cisnero die zweite spanische Universität gründen ließ, die Universidad Complutense, die nach dem latenischen Namen der Stadt benannt wurde. Alcalá de Henares wurde dafür vollkommen neu geplant, in Form einer göttlichen Idealstadt, in welcher die Gebäude der Hochschule angeordnet wurden. Heute steht deshalb die Innenstadt unter UNESCO-Weltkulturerbeschutz (seit 1998). Aufgabe der Universität war es Kleriker auszubilden. Im Zuge dessen wurde hier auch die erste mehrsprachige Bibel gedruckt, die Complutensische Polyglotte[hier zur Erklärung auf wikipedia]. Aber auch zukünftige Staatsbeamte wurden an der Complutense unterrichtet. An ihr studierten so große spanische Dichter wie Lope de Vega oder Francisco de Quevedo. Der größte Autor der spanischen Literatur, Miguel de Cervantes, studierte zwar nicht hier (man glaubt sogar er studierte gar nicht und wenn doch, dann in Salamanca), aber er wurde mit einiger Sicherheit in Alcalá de Henares geboren und ist damit der bekannteste Sohn der Stadt. Sein „Don Quichote“ erlangte bekannterweise Weltruhm. Noch heute, am Todestag von Cervantes (dem 23.April), wird ein nach ihm benannter Preis vergeben, der renommierteste Literaturpreis in der spanisch sprachigen Welt, den unter anderem schon Jorge Luis Borges, Octavio Paz oder Mario Vargas Llosa gewannen (die beiden Letztgenannten gewannen auch den Literaturnobelpreis).


 Im 19.Jahrhundert sollte sich die Bedeutung für Alcalá ändern. Madrid seit dem 17.Jahrhundert Hauptstadt Spaniens entwickelte sich zu der bedeutendsten Stadt auf der iberischen Halbinsel. Im Zuge der territorialen Neugliederung Spaniens 1833, wurden historische Regionen und Provinzen eingerichtet. Innerhalb von Neukastilien wurde aber nicht Alcalá zu einer Provinz(-hauptstadt) erklärt, sondern das damals weniger bedeutendere Guadalajara. Doch damit nicht genug, 1836 wurde die Universität, welche die gesamte Stadt prägte, nach Madrid verlegt. Alcalá soll damit über die Hälfte seiner Einwohner verloren haben und wurde zu einem kleinen kastilischen Nestchen degradiert. Bis 1930 lebten rund 10.000 Einwohner in der Stadt. Trotzdem war der Ort groß genug, um zahlreiche Schäden im spanischen Bürgerkrieg zu nehmen. In der Franco-Zeit kam es dann aber auch wieder zu einem Aufschwung von Alcalá, allerdings nur als Vorort des immer weiter wachsenden Madrid. Ab 1960 erfolgte ein wahrer Boom an Zuwanderung, von rund 25.000 Einwohnern wuchs die Stadt innerhalb von 20 Jahren auf 140.000 Einwohner und ist heute der bedeutendste Vorort der Metroregion Madrid. Seit 1977 hat man auch wieder eine Universität, die Universidad de Alcalá, die heute rund 28.000 Studenten zählt. Obwohl die eigentlich historische Complutense Universität nach wie vor in Madrid beheimatet ist, ist man auch an dieser Hochschule stolz auf das lange Erbe. Der schon angesprochene Cerantes-Preis wird in den historischen Gemäuern vergeben, in welchen die neue Hochschule nun wieder lehrt.

Eine Reise nach Alcalá de Henares lohnt sich sehr, zumal die S-Bahn nur rund eine halbe Stunde von Madrid aus benötigt. Die Innenstadt ist nicht vom Bauboom der Außenstädte betroffen und zeigt seinen Einwohnern und Besuchern noch viel historische Bausubstanz auf und ist ein äußerst sehenswürdiges Beispiel für eine Universitätsstadt der frühen Neuzeit. Gern wird die Stadt übrigens auch von Störchen bewohnt, die auf jedem verfügbaren Platz ihre Nester bauen und zu einem weiteren Symbol für Alcalá geworden sind.

Hochhäuser in Buenos Aires

Die Skyline von Buenos Aires verrät es sehr schnell, die Hauptstadt Argentiniens ist eine Hochhausstadt, wenngleich keine ganz Gewöhnliche. Sie zählt allein 79 Wolkenkratzer mit einer Höhe von 100m und höher (Quelle wikipedia.es). Das sind mehr, als in den für ihre Skyscraper nicht unbekannten Cities, Frankfurt oder London. Auffällig ist jedoch, dass keines der Hochhäuser die Höhe von 200m erreicht (eine Ausnahme ist der noch in Bau befindliche Torre Alvear, der mit 236m Höhe eine neue Bestmarke in der Stadt setzen wird). Ebenso fällt auf, dass es keine wirklich markanten Hochhäuser gibt, die wegen ihrer Eleganz oder besonderen architektonischen Bedeutung herausstechen. Weiterhin sei bemerkt, dass es zwar zwei Hochhauszentren gibt; Catalinas Norte und Puerto Madero, dass man aber viele weitere Hochhäuser über der Stadt verteilt sieht, eine gewisse Unordnung die prägend für das Aussehen der Metropole. Buenos Aires Skyline verteilt sich daher über große Teile des Stadtgeländes, ohne das wirklich etwas herausragt.

Historisch gesehen ist das erste Hochhaus der Stadt der Palacio Barolo von Mario Palanti. Er wurde 1923 am oberen Ende der Avenida de Mayo eingeweiht, kurz vorm Palacio de Congreso. Mit seinen 22 Stockwerken auf 100m Höhe beeindruckt er heute noch durch seine eklektische Architektur, die symbolisch versucht die „Göttliche Komödie“ von Dante nachzustellen, die der Italiener Palanti als Inspirationsquelle nutzte. 1934 wurde das Barolo höhenmäßig vom Edificio Kavanagh übertroffen.  Weniger seine 120m in Richtung Himmel, als sein rational-moderner Stil beeindrucken bei diesem Hochhaus von Gregorio Sánchez, Ernesto Lagos und Luis María de la Torre. Ganz im Gegensatz zum Palacio Barolo wird hier jede Form der Ornamentierung vermieden, womit das Hochhaus ebenso eines der ersten Beispiele moderner Architektur in Argentinien ist. Ganz ähnlich wirkt das Edificio Alas, dass mit 141m (185m mit Antenne) wieder einen neuen Rekord aufstellte und diesen von 1957 bis 1994 in ganz Argentinien inne hatte. Das es jedoch 20 Jahre später als das Kavanagh gebaut wurde, sieht man dem Alas nicht an, vielmehr wirkt der Stahlbetonbau etwas aus der Zeit gefallen, denn in den 1950er Jahren war dieses Gebäude fast schon nicht mehr zeitgemäß.
Das Edificio Alas steht am Rande eines ab den 1960er Jahren geplanten und begonnen Stadtteils, des Viertels Catalinas Norte, am Rande von Retiro. Hier versuchte sich Buenos Aires, eine moderne Hochhausskyline zu geben. Das Gebiet das etwas südlich von Retiro liegt, war einst eine Industriegegend auf der Docks standen, welche aber nachdem Neubau des Puerto Novo Hafens zunehmend verödeten. Durch die Nähe zum Herzen der Stadt, hatte man 1956 einen Plan geschaffen, das Gebiet neu zu verwenden. 1961 wurde eine Gesellschaft gegründet, die für die Bebauung des Ortes zuständig wurde, aber auf Grund ökonomischer Probleme im Lande keine Erfolge erzielte. So wurde 1968 die Gesellschaft abgewickelt und Flächen an Konzerne verkauft. Ab den 1970er Jahren begann damit der Hochhausbau in Catalinas Norte mit dem Sheraton Buenos Aires & Convention Center;  dem Torre Conurban sowie dem Torre Carlos Pellegrini und dem Torre Catalinas Norte. Keines der Gebäude setzte jedoch neue Maßstäbe (weder in  der Höhe noch in der Form), sondern entsprang eher der in jener Zeit populären Linie moderner Hochhausbauten des International Style. In den 1980er Jahren kam der Bau weiterer Hochhäuser in Catalinas Norte auf Grund abermaliger wirtschaftlicher Probleme zum erliegen. Erst mit dem Neubau der Torres Alem und Catalinas Plaza im Jahr 1996 kam es zu einer zweiten Bauphase, in welcher beispielsweise der Torre IRSA und das Edificio Laminar Plaza errichtet wurden. 2001 folgte der BostonBank Tower von Cesar Pelli, der ein postmodenernes Element in das Wolkenkratzer-Viertel einstreut. In den letzten Jahren kamen dann das Hochhaus der BancoMacro ebenfalls von César Pelli und die neue Unternehmenszentrale der Bank BBVA Frances, der Torre BBVA des Architekturbüros BMA dazu, die beide zeitgemäß innovativ in ihrer Formgebung wirken.
Gleichzeitig wurden in der ganzen Stadt viele weitere Hochhäuser errichtet, die jedoch punktuell entstanden. So ist auch das momentan höchste vollendete Haus, der Torre Cavia in Palermo, ein 2009 fertiggestellter Wohnturm des Studios Aisensons. Damit ist auch gleich eine Besonderheit der Hochhausarchitektur in Buenos Aires angesprochen, die relativ hohe Anzahl an Wohntürmen. Dies findet sich ganz besonders im neuen Stadtteil Puerto Madero, dessen zahlreiche Wolkenkratzer, anders als im benachbarten Catalinas Norte, größtenteils als Wohnhäuser angelegt sind.
Puerto Madero war einst ein Hafengelände, das ab 1882 unmittelbar vor der Innenstadt entstand. Die Pläne stammten von Eduardo Madero, der dem Areal damit auch seinen Namen gab. Doch bald wurde der Hafen für die immer größer werdenden Schiffe zu klein und ein weiterer Hafen, der Puerto Novo wurde gebaut. Damit begann der Anfang des Endes des Puerto Madero, der zunehmend verfiel. Zahlreiche Pläne und Ideen wurden entwickelt für das Gebiet, das in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum liegt und damit eigentlich glänzende Voraussetzungen bezüglich seiner Lage hat. Es sollte aber Dekaden dauern, ehe etwas wirklich substanzielles passierte, erst 1989 wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die Reurbanisierung von Puerto Madero vorsah. Alte Warenhäuser wurden umgebaut; Bars, Restaurants und Museen an das alte Hafenbecken gebaut und Santiago Calatrava lieferte eine Drehbrücke, die so etwas wie das Wahrzeichen des neuen Stadtteils wurde. Seit 2000 schossen etliche Wolkenkratzer in die Höhe, die größtenteils als Wohnhochhäuser dienen und auf einer eher wohlhabenderen Klientel abzielen. So stehen im Wohnbezirk Puerto Madero die höchsten Häuser der Stadt (und nicht im Geschäftsbezirk Catalinas Norte), wobei die Höhenkrone, der 235m hohe Torre Alvear noch im Bau ist, seine Nachbarn, der Torre Renoir, die Torres El Faro, der Torre YPF oder die Torres Muliers aber alle zu den höchsten Bauwerken des Landes gehören. Diese zweite Skyline der Stadt, die sich aus Richtung des Rio de la Plata fast vor die erste schiebt wurde zu einem Zeichen für das neue Buenos Aires, mit dem gern und häufig geworben wird, dass aber glücklicherweise nur ein Teil einer weitaus vielfältigeren Stadt ist.

urban facts Buenos Aires

Allgemeine Daten:

Einwohner (Ballungsraum) 2010 2.890.151 (12.806.866)
Einwohnerentwicklung 2001-2010 +3,95 %
Fläche (Ballungsraum) 203.3 km² (2.681 km²)
Bevölkerungsdichte: Stadt / Ballungsraum 14.450 Einw./km² / 4.777 Einw./km²
Koordinaten 34° 36′ S – 58° 23′ W
Geographische Höhe 25m ÜNN
Niederschlagsmenge /Regentage / Sonnenstunden pro Jahr /max. Temp Jan. /Juli 1214 mm / 101 / 2482 / 30,4ᵒC / 14,9ᵒC
Fluss Río de la Plata

 

Infrastruktur:

Bürgermeister Horacio Rodríguez Larreta (Propuesta Republicana, PRO / Mitte-Rechts)
Verwaltungstechnische Bedeutung Hauptstadt Argentiniens, autonome Stadt als Capital Federal
Anzahl Besucher im Jahr 4 Mio. pro Jahr (laut wikipedia.es)
Platz in der Mercer-Studie 91. von 230 (ein Platz vor Kapstadt)
Global City Status Alpha- (4.Kategorie im „Alpha“ Abschnitt: u.a. mit: Wien, Washington, Neu Dehli, Melbourne, Warschau, Zürich)
Flughafen Aeropuerto Internacional Ministro Pistarini (EZE; eröffnet: 1949; 9,13 Mio; PAX 2015; internationaler Flughafen ; 2 Landebahnen, 3 Terminals; 22km SW von Buenos Aires)
Aeroparque Jorge Newbery (AQP; eröffnet: 1948; 10,8 Mio. PAX 2015; nationales Drehkreuz; 1 Terminal, 1 Landebahn; 2km NW vom Stadtzentrum)
ÖPNV U-Bahn: Subte (=Subterráneo): 1913 eröffnet, als erste U-Bahn der Südhalbkugel und 13. älteste der Welt; 6 Linien mit 86 Stationen auf 53,9km Streckenlänge; 1,11 Mio. PAX/täglich (2015)
Vorortzüge: BA besitzt ein großes Netz von Vorortzügen, von unterschiedlichen Betreibern; die Linien gehen größtenteils von den Bahnhöfen Retiro, Plaza Constitutión und Once aus
Bus: „Colectivos“ 150 Linien von unterschiedlichen Anbietern, jede Linie hat eine eigene Busbeschriftung und Bemalung
ÖPNV Eigentümlichkeiten Fahrten im ÖPNV müssen mit einer SUBE Karte abgerechnet werden, die muss für 40 ARS (ca: 2,50€) erworben werden; eine Fahrt kostet 6,80 ARS (ca. 40ct)
Entfernung nach… Angabe km und Zeit bei Auto und Bahn:
Ushuaia 2370km LL (Auto: 36h bei 3079km)
Cordoba 650km LL (Auto: 7h bei 700km)Santiago de Chile 1130km LL (Auto: 16h30min bei 1400km)
Rio de Janeiro 1970km LL (Auto: 32h bei 2650km)
nächster Ort über 500.000: La Plata 55km
nächster Ort über 1000.000: Rosario 300km

 

Kultur / Geschichte:

Anzahl Universitäten Universidad de Buenos Aires, UBA; gegründet 1821; 308.000 Studenten (2011) größte Universität Argentiniens; 14 Fakultäten verteilt auf die gesamte Stadt (in Ciudad Universitaria befinden sich lediglich 3 Fakultäten!), hat 5 Nobelpreisträger herausgebracht;
weitere 19 staatliche und 31 private Universitäten in der Stadt, als auch in der Provinz(!) Buenos Aires
Anzahl Museen 55 (laut wikipedia.es)
Sportvereine der Stadt Fußball (siehe genauer Fußball in Buenos Aires): BA hat 24 Profiteams und 14 Stadien mit einer Kapazität von 30.000 oder mehr Zuschauern;

Weitere populäre Sportarten sind: Rugby, Basketball, Polo, Pferderennen, Tennis

Tageszeitung der Stadt (Auflage) Clarin; gegründet 1945; Auflage: 245.000 (2014)
La Nación; gegründet 1870; Auflage: 160.000 (2014); rechts-liberal
Biersorte des Ortes: Quilmes
Erste urkundliche Erwähnung 1535, zweite Gründung: 1580
Gegründet von: Spaniern, bei 2.Gründung Bewohner aus Asuncion
Großstadt seit 1857
Das entscheidende Jahr 1910, Buenos Aires erlebt mit den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Unabhängigkeit von Argentinien seinen Höhepunkt
Meisten Einwohner im Jahr 1970: 2,972 Millionen
Einwohnerverlust von Höhepunkt bis heute 2,77%
Man trifft sich am: Plaza del Mayo
Kneipenviertel: San Telmo; Palermo
City Branding Paris des Südens, Die Königin des Silbers (Platas), BA

 

Wirtschaft / Attraktivität:

Sehenswürdigkeit Nr.1 Obelisco
Architektonisches Highlight Congreso
Höchstes Gebäude Alvelar Tower (235m-derzeit noch im Bau)
Meist fotografiertes Gebäude Obelisco
Anzahl Starbucks 49
Maximalbetrag  der am Bankautomaten angezeigt wird 2.000 argentinische Pesos (ca. 130€)
Human Development Index 0,889 – very high
Arbeitslosenquote 2016: 8,5 % in Stadt, 13,5% in Gran BA, Landesschnitt: 9,3%

 

Bevölkerungsentwicklung:

Nur Stadt Buenos Aires:

1779 1810 1855 1869 1875 1887 1895 1904 1914
24.205 44.800 90.076 177.787 230.000 433.375 663.854 950.891 1.575.871

 

1936 1947 1960 1980 2001 2010
2.415.142 2.981.042 2.966.643 2.922.829 2.776.138 2.890.251

 

Gran Buenos Aires:

1960 1970 1980 1991 2001 2010
6.739.045 8.352.611 9.766.030 10.934.727 11.460.575 12.806.866

 

Geschichte von Buenos Aires

Die doppelte Gründung von Buenos AiresDas erste Vierteljahrtausend – Bedeutungslos am FlussDie Unabhängigkeit Argentiniens und der Aufstieg Buenos AiresDas rasante Anwachsen von Buenos AiresDie Stadt von WeltWeltstadt als Traum – Buenos Aires von 1930 bis 2000 | Buenos Aires heute

Die doppelte Gründung von Buenos Aires

Buenos Aires liegt am Mündungstrichter des Flusses Rio de la Plata. Dieser entsteht nordwestlich der Stadt aus dem Zusammenfluss des Rio Paraná und des Rio Uruguay, beides Flüsse die weit in das Landesinnere Südamerikas reichen, wobei der Paraná nach dem Amazonas der zweitlängste Strom des Kontinents ist. Es wird vermutet, dass der Name Rio de la Plata, übersetzt Silberfluss, damit zu tun hat, dass man von hier zu den reichen Silbervorkommen nach Potosi in Bolivien gelangen könnte. Eine andere Spekulation der Namensgebung erzählt die interessante Geschichte, wie der spanische Entdecker Juan Díaz de Solis 1516, drei Karavellen für Spanien befehligend, die Mündung hinauf fuhr. Da der Rio de la Plata 290km lang und am Ende rund 220km breit ist, wirkt sie wohl auf den ersten Blick wie ein Teil des Atlantischen Ozeans. Solis nannte den Abschnitt folgerichtig „Mar Dulce“, da das Süßwasser das Meerwasser verdrängte. Er landete am Zusammenfluss von Rio Uruguay und Paraná an und nahm das Gebiet für Spanien in Besitz. Die hier zahlreich lebenden Indianer-Stämme waren den Neuankömmlingen nicht freundlich zugeneigt und es kam zum Konflikt, wobei Solis und einige seiner Männer starben. Auffällig für den überlebenden Rest der Crew war jedoch der reiche Silberschmuck, den die Indianer trugen, weshalb die Spanier davon ausgingen, dass hier gewaltige Silbervorkommen vorhanden sein müssten. Der Name Rio de la Plata verweist in dieser Geschichte also ebenfalls auf die Hoffnungen auf großen Reichtum.
Eine weitere Expedition startete 1534 in Cádiz unter Pedro de Mendoza, der sehr großzügig ausgestattet, mit 11 Schiffen an den Rio de la Plata reisen sollte. Sein Auftrag war es, das Gebiet um den Rio de la Plata für Spanien in Besitz zu nehmen und drei Siedlungen zu erbauen, wobei er 1.500 Kolonisten mit sich führte. Eine lange Suche nach dem richtigen Siedlungsplatz begann und wurde 1535 oder 36 am südwestlichen Ufer mit dem Bau einer ersten Festung beendet. Mendoza benannte sie – wie damals üblich – nach einer Schutzheiligen; Nuestra Señora del Buen Aire.
Mendoza und seine Kolonisten verschwendeten sicherlich nicht viele Gedanken daran, hier eine zukünftige Weltstadt zu errichten, im Gegenteil ihre gesamte Planung war alles andere als weitreichend. Es ging ihnen in erster Linie, um einen regionalen Stützpunkt in unbekannten Gefilden, verbunden mit der Hoffnung Gold und Silber zu finden, schließlich war Mendoza vom spanischen König zum neuen Gouverneur ernannt wurden und hoffte, wie alle anderen Teilnehmer auch auf gewaltigen Reichtum. Der Aufbau der Siedlung war alles andere als leicht, denn das Hinterland von Buenos Aires besteht aus weiten Grasflächen, die keinerlei Steine zum Bau von Häusern anboten. So muss dieses erste Fort mehr wie eine notdürftige Brettersiedlung ausgesehen haben. Die landwirtschaftliche Nutzung war alles andere als geplant und die Verpflegung mit Nahrung wurde hauptsächlich im Tauschhandel mit Einheimischen durchgeführt. Jedoch gingen die Tauschvorräte der Spanier bald zur Neige und man verlagerte sich auf die räuberische Herausgabe von benötigten Materialen von den Einheimischen, was diese selbstverständlich nicht positiv aufnahmen und im Gegenzug das Fort belagerten. Die führte wiederum zu einer schlimmen Hungersnot in der neuen Siedlung. 1537 wurde Mendozas erster Offizier flussaufwärts geschickt, um eine weitere Siedlung zu gründen, was nicht nur damit zu tun hatte das man den bisherigen Platz für suboptimal hielt, sondern auch mit dem Versprechen an den spanischen König, drei Forts zu bauen. Juan de Ayolas segelte rund 1200km nördlich auf dem Rio Paraná hinauf und ließ dort Asunción erbauen, die heutige Hauptstadt von Paraguay. Diese entwickelte sich weit besser als Buenos Aires und um das Jahr 1540 siedelten dessen Einwohnern nach Asunción und ließen das Fort allein zurück.   
Für das spanische Kolonialreich war die Aufgabe von Buenos Aires allerdings aus zwei Gründen unangenehm. Zum einen war man sich nicht sicher, ob die Portugiesen, welche in Brasilien siedelten, oder gar andere Mächte, die strategisch wichtige Mündung des Rio de la Plata besetzten, zum anderen war eine Verbindungsstation nach der Atlantiküberfahrt an der Küste Südamerikas wichtig, damit hier die Weiterreise zu den Gold und Silbermienen im Inneren des Kontinents abgewickelt werden konnte. So geriet der Ort auch nicht in Vergessenheit. Immer wieder wurde eine erneute Besiedlung angedacht, doch erst mit einem neuen Gouverneur in Asunción wurden die Bemühungen intensiviert.
Er sendete 1580 seinen Schwiegersohn Juan de Garay an den Mündungstrichter und dieser gründete am 11. Juni 1580 „La Ciudad de la Santísima Trinidad y Puerto de Santa Maria del Buen Ayre“ (zum Glück gab es damals noch keine Ortseingangsschilder). Der neue Namenszusatz ergab sich daraus, dass das Gründungsdatum am Dreifaltigkeitssonntag lag. Im Übrigen ergibt sich daraus die, heute jedoch selten verwendete, Bezeichnung „La Trinidad“ für Buenos Aires. Der 11.6.1580 gilt als das eigentliche Gründungsdatum der Stadt.


 Juan de Garays lies festlegen, dass die Straßen in einer rechtwinkligen Gitterstruktur angelegt werden, eine Straßen- oder in diesem Fall besser, Wegestruktur, wie man sie von römischen Städten kennt, oder vom „grid“ in Manhattan und der bei neuangelegten Siedlungen in Südamerika nicht unüblich war. Das Besondere an Garays Gitter ist aber, dass es noch heute die Straßenstruktur von Buenos Aires prägt. Die gegenwärtige Form seiner Straßen ist daher maßgeblich noch von seinem Gründungsdatum her abzulesen! Bis ins Jahr 1883 wurde diese Anlage nur minimal verändert und war so regelmäßig, dass Charles Darwin 1832 auf seiner Weltreise mit der Beagle bemerkte, Buenos Aires wäre die am gleichmäßig angelegteste Stadt die ihr kenne.
Garays Planungen waren weitreichender und nachhaltiger als die von Mendoza, denn er gab ebenso Flächen für landwirtschaftliche Nutzung und Viehhaltung frei. Die ersten Siedler waren dabei fast alle Kreolen, also in Südamerika geborene Kinder europäischer Einwanderer aus Asunción. Die Grundstücke wurden so angelegt, dass jeder Siedler eine Parzelle bekam, es aber noch viele leere Flächen gab, die später gefüllt werden konnten. Sie wurden die ersten lehmigen Wege angelegt und kleine Lehmhäuser gebaut.

Das erste Vierteljahrtausend – Bedeutungslos am Fluss

Die ersten Jahre, Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte, waren keine Geschichte des steilen Aufstiegs einer neuen Stadt, sondern eher die Geschichte von Stagnation einer kleinen, dreckigen, wenn nicht sogar unzivilisierten Ortschaft am Rande der Welt. Hinter der Siedlung begann die Pampa, das riesige flache Weideland und dahinter dann Patagonien, dass bis in 19.Jahrhundert hinein terra incognita war, sprich vom dem keiner so recht wusste wie groß, gefährlich und schön es eigentlich war. Doch Buenos Aires wurde vom spanischen Kolonialsystem auch keineswegs dazu angelegt sich hervorzuheben, größer oder irgendwie bedeutender zu werden. Ganz im Gegenteil, die Stadt war dazu da, als Verbindungsweg nach Potosí zu dienen, der reichsten Stadt Südamerikas mit seinen Silberminen. Als 1542 das Vizekönigreich Peru installiert wurde, wurde Lima dessen wichtigste Hafenstadt. Die Rolle von Buenos Aires war stark begrenzt und der Handel von hier für fast alle Güter verboten, die Stadt sollte nicht den wichtigen Warenaustausch blockieren. Lediglich der Handel von Leder und Kuhfellen war erlaubt und schon bald machte sich die Stadt einen Namen mit diesen Produkten. Nur ein weiterer Geschäftszweig war erlaubt, der Sklavenhandel. Erst besaßen dafür die Franzosen eine Lizenz, später die Briten, die einen Sklavenmarkt kurz hinter der Stadtgrenze betrieben. Der Sklavenmarkt hatte einige Bedeutung und um 1800 herum, waren rund ein Viertel der Einwohner Buenos Aires schwarze Sklaven aus Afrika.
Durch die restriktive Handelspolitik die das Vizekönigreich der Stadt Buenos Aries auferlegte, wuchs vor allem eins, der Schmuggel. Tatsächlich blühte der Schwarzhandel und einige Einwohner häuften einen beträchtlichen Wohlstand an, den sie aber lieber innerhalb des Hauses zeigten, weshalb das Stadtbild sich nicht wirklich veränderte, gleich gar nicht zum Schönen. Durch die unbedeutende Funktion im Kolonialreich findet sich in Buenos Aires auch keine Kolonialarchitektur, wie in anderen ähnlich alten Städten in Südamerika und alle Spuren dieser Zeit, auch die damalige Burganlage, sind heute nicht mehr zu finden. Lediglich die Struktur der Stadt ist heute noch sichtbar, mit ihrem Mittelpunkt, dem Plaza de Mayo, damals der einzige öffentliche Platz in der Stadt.
Eine Änderung der Situation trat erst 1776 ein, als es zu einer Umstrukturierung der spanischen Kolonialgebiete in Amerika kam. Es wurden vier neue Vizekönigreiche installiert, eines davon war das Virreinato del Rio de la Plata. Es erstreckte sich auf einer Fläche, die heute ganz Argentinien, Bolivien, Uruguay und Paraguay ausmachen würde. Hauptstadt dieses Territoriums wurde Buenos Aires, dessen Stellung sich damit dramatisch verbesserte. Die Handelsbeschränkungen fielen weg und Buenos Aires wurde zu einem wichtigen Handelszentrum. Um 1800 hatte die wachsende Stadt rund 45.000 Einwohner (im Vergleich zu 12.000 noch 50 Jahre vorher) und war damit schon die größte Stadt in Südamerika. Damit wurde der locker besiedelte Ort zunehmend verdichtet, keinesfalls aber schöner, auch wenn nördlich der Stadt neue Wegenetze gezogen wurden, um freien Bauplatz zu schaffen. Das dortige Farmland wurde urbanisiert, der Schlachthof, der vorher außerhalb der Stadt lag, wurde nach Süden verlegt, wiederum außerhalb der Stadtgrenzen. Interessanterweise ist das eine erste Weichenstellung für das heutigen Buenos Aires; während der Süden der Stadt viele arme Nachbarschaften und Industriegebiete hat, siedeln im Norden, die Mittel- und Oberschicht (auf diese Verschiebung kommen wir später zurück).
Keiner der elf bis 1810 regiereden Vizekönige investierte viel Aufmerksamkeit in den Ausbau Buenos Aires und die kleinen Neurungen jener Zeit, wie der Recova Markt, sind heute allesamt verschwunden. Parks gab es und Gärten lagen zumeist nur hinter den Mauern der Häuser in privater Atmosphäre. Mit dem Paseo de la Alameda wurde aber ein erster öffentlicher Straßenzug am Fluss geschaffen, der trotz aller Unvollkommenheit gern zum Flanieren der Bürger der Stadt benutzt wurde.

Die Unabhängigkeit Argentiniens und der Aufstieg Buenos Aires

Als neue Hauptstadt des Vizekönigreiches wurde Buenos Aires zum Mittelpunkt der politischen Ereignisse in der Region, welche wiederum in engen Zusammenhang mit den Ereignissen in Europa standen. Dort überrollten die napoleonischen Armeen viele Länder. Spanien, nur noch ein Schatten der ehemaligen Weltmacht, wurde eher gezwungenermaßen, zum Alleierten Frankreichs. Unter den zahlreichen Feinden Frankreichs, und in dem Moment auch Spaniens, waren die Briten, welche 1806 Buenos Aires besetzten. Damit wurde die Stadt erstmals in seiner Geschichte von Feinden erobert. Die spanische Verwaltungsoberschicht, wie auch der Vizekönig flüchteten aus der Stadt. Die Einwohner der Stadt, die Porteños (übersetzt so in etwas wie die Hafensiedler), waren zwar zunehmend von der spanischen Vormundschaft gesättigt und nahmen die Flucht der iberischen Elite als Armutszeugnis, aber eine Besetzung von britischen Truppen war ihnen doch zu viel. Einheimische, bewaffnete Kräfte, die Patricios,  geführt von General Santiago de Liniers, eroberten die Stadt zurück. Ein Jahr später versuchten es die Briten wieder, scheiterten aber erneut. Buenos Aires ließ sich nicht erobern. Noch heute gibt es in Buenos Aires die Straßen Reconquista (die „Rückeroberung“ der Stadt 1806) und Defensa (die „Verteidigung“ der Stadt 1807), welche an diese Ereignisse voller Stolz erinnern. Aus den Erfahrungen über die eigene Stärke, erwuchs erstmals nicht nur in der Stadt, sondern im gesamten Umland ein neues Selbstbewusstsein, dass die eigene Stärke betonte. Die ersten Ideen wurden geboren, sich unabhängig vom spanischen Staat zu machen. 1810 kam es zu ersten Protesten auf dem Plaza del Mayo. Es wurde eine demokratisch gewählte Vertretung der Bürger eingefordert. Schließlich wurde am 25.Mai des Jahres der Vizekönig vertrieben und die Unabhängigkeit ausgerufen. Die Legende besagt, dass nach tagelangem Regen und Schlechtwetter des südlichen Spätherbsts, an jenem Tag, nach langer Zeit, erstmals die Sonne aufzog. Diese „sol del mayo“, ist heute noch auf der argentinischen Flagge zu sehen.
 Jedoch war dies nur ein erster Schritt und Spanien sah sich bald in ganz Südamerika mit Unabhängigkeitsbewegungen konfrontiert, welches es versuchte kriegerisch zu ersticken. Jedoch waren keine dieser kriegerischen Bemühungen langfristig vom Erfolg gekrönt. Am 9.Juli 1816 kam es zur vollständigen Loslösung von Spanien, der sogenannte Kongress von Tucumán begründete die Provincias Unidas del Río de la Plata, ein Vorläufer des heutigen Argentiniens. Innerhalb des neuen Staates formierten sich zwei gegensätzliche politische Positionen; Föderalisten und Unitaristen. Während die Föderalisten eher konservativ geprägt waren und zu starken Führerpersönlichkeiten tendierten, waren die Unitaristen eher Technokraten, die europäische Bildung schätzten. Letztendlich war dieser Konflikt für die Rolle Buenos Aires in einem neuen Staat entscheidend und sie ist auch heute noch in der aktuellen argentinischen Politik aufzufinden. Als erstes wurden im neuen Staat jedoch die Zeichen der alten Herrschaft getilgt und noch 1816 wurde der Stierkampf, das Symbol Spaniens, verboten (nicht unähnlich dem kürzlich verhängten Stierkampfverbot in Katalonien). Die Stadt wuchs weiter stetig und wurde das wirtschaftliche Zentrum des südlichen Amerikas.
In diese Zeit fällt der Baubeginn der neuen Fassade für die Kathedrale der Stadt, die mit ihrer neoklassischen Fassade, dass erste wirklich neuartige Bauwerk von Buenos Aires wurde. Sie ist stark beeinflusst von der europäischen Architektur jener Zeit und diese Beeinflussung, ja die geradezu fast manische Nachahmung, des europäischen Baugeschmacks, wurde zu einem prägenden Merkmal für Buenos Aires.
1829 kam Juan Manuel de Rosas an die Macht, ein Anhänger der Förderalisten, der seine Herrschaft zunehmend diktatorisch umgestaltete und als erster „caudillo“, als erster „Führer“ Argentiniens bezeichnet werden kann. Damit wurde ein autoritärer Politikstil etabliert, dem zukünftig – insbesondere im 20. Jahrhundert – noch weitere autoritäre Machtfiguren folgen würden. Rosas war für die Entwicklung der Stadt insofern bedeutungsvoll, als er die Infrastruktur verbesserte, indem er aus der starren Gitterstruktur der Straßen, einige verbreitern und zu Alleen umbauen ließ, eine Uferbefestigung zum Fluss hin schuf und die Felder und Hütten des nördlichen Vorortes Palermo in die Stadt integrierte, auch um dort seinen herrschaftlichen Wohnsitz zu errichten. Nachdem de Rosas 1852 durch Truppen von Justo José de Urquiza geschlagen wurde, dankte er ab und flüchtete nach Großbritannien. Von nun an übernahmen die Unitaristen die Vorherrschaft im Land und Buenos Aires veränderte sich zunehmend, geprägt von deren Vorliebe, dem europäischen Vorbild nachzueifern.
Das Jahr 1852 wird daher auch als die Wegmarke gesehen. War die Geschichte der Stadt bis dahin, provinziell, rückschrittlich oder gar langsam, begann nun der Aufstieg der Stadt von Welt.
1853 wurde eine neue staatliche Verfassung verabschiedet und die argentinische Konföderation gegründet, allerdings ohne Buenos Aires, denn die Stadt und die dazugehörende Provinz erklärten sich vom argentinischen Staat unabhängig. Die Gründe dafür lagen wohl insbesondere in der sich zunehmenden Herausstellung der wirtschaftlichen Vormachtstellung der Stadt im Land, insbesondere in der immer wichtiger werdenden Rolle des Hafens über welchen die Stadt einzig und allein selbst entscheiden wollte (und dessen Einnahmen man nicht unbedingt teilen wollte). So dauerte es bis 1859 ehe sich Buenos Aires der Konföderation anschloss und erst 1880 wurde die Stadt formell Hauptstadt Argentiniens. Das führte aber gleichzeitig zu einer Herauslösung aus der Provinz Buenos Aires, welche eine neue Hauptstadt bekam, die Stadt La Plata, die auf dem Reißbrett entworfen, ungefähr 70km südöstlich entstand. Buenos Aires selbst wurde nun vom Bund aus verwaltet, was hieß, dass nicht die Porteños ihren Bürgermeister wählen konnten, sondern das ein Intendente  (eine Art staatlicher Verwalter)eingesetzt wurde. Wenig später wurden, wieder auf Kosten der Provinz Buenos Aires, zahlreiche Vororte dem Stadtgebiet angegliedert.
Während all dieser politischen Veränderungen wuchs Buenos Aires weiter, 1857 erreichte der Ort das Niveau einer Großstadt (daher 100.000 Einwohner).

Das rasante Anwachsen von Buenos Aires

1880 zählte Buenos Aires bereits rund 250.000 Einwohner, eine rasante Bevölkerungszunahme, die viele andere Lateinamerikanische Städte erst viel später erleben sollten (und erstaunlicherweise eher der Bevölkerungsexplosion europäischer Städte jener Zeit gleicht). Verursacht war dieser Zuwachs von der ersten Welle europäischer Immigranten, die in der südlichen Hemisphäre ein neues Leben beginnen wollten. Die industrielle Revolution in Europa, die von einer rapiden Progression der Einwohner begleitet wurde und teilweise zu hoffnungslosen Verhältnissen auf dem Alten Kontinent führte, setzte massenweise neue Arbeitskräfte frei. Buenos Aires, sowie Argentinien insgesamt, hatten zu jener Zeit einen großen Bedarf an Arbeitskräften, veränderte sich doch auch hier die wirtschaftliche Situation des Landes von kleinen Farmwirtschaften hin zu industrieller Güterproduktion. Ein Beispiel für die neuen Möglichkeiten, die sich im 19.Jahrhundert ergaben, war das Erreichen eines französischen Dampfschiffes 1876 in Buenos Aires, welches gekühltes Fleisch mitführte, was nach der Atlantiküberfahrt noch genießbar war. Mit dem Kühlschrank war für die argentinischen Farmer die Möglichkeit gegeben, ihre Fleischproduktion auch nach Europa zu verschicken und ganz neue Märkte zu erschließen. Das argentinische Rumpsteak konnte man nun weltweit verzehren.
Mit dem ständigen Zuzug von Menschen ging allerdings auch einher, dass Wohnungsknappheit bzw. die katastrophale Wohnsituationen auch in Buenos Aires zu finden waren. Bestes Beispiel waren die conventillos, kleine Häuser in denen hunderte Menschen lebten, da sie dort nur ein Bett mieteten, während alle anderen Wohneinrichtungsgegenstände geteilt wurden. Insbesondere die hygienischen Zustände waren in diesen Quartieren, die meist in San Telmo oder La Boca zu finden waren, katastrophal. Einen eher symbolischen Ausdruck dieser Zustände zeigte sich in der Gelbfieberepidemie von 1871. Innerhalb von nur drei Monaten verloren dabei rund 14.000 Menschen, rund 8% der Bevölkerung ihr Leben. Die Epidemie breitete sich von San Telmo aus und betraf bald die ganze Stadt. Schuld an der verheerenden Krankheit wurde den Bedingungen in den Armutsquartieren gegeben, obwohl man heute weiß, dass die Krankheit von einer Mückenart übertragen wurde. Da es gerade in San Telmo aber viele stehende (Ab-)Wässer gab, fand diese hier ein ideales Brutgebiet.
Zwei Konsequenzen ergaben sich aus dieser Epidemie. Zum einen wanderten die wohlhabenderen Porteños endgültig in die nördlichen Stadtteile ab. Diese waren damals kaum erschlossen, aber wer es sich leisten konnte, der verließ die zunehmend überfüllte Innenstadt und wohnte im Barrio Norte. Heute sind die nördlichen Stadtteile Retiro, Recoleta, Palermo und Belgrano die Nachbarschaften der Mittel- und Oberschicht. Zum anderen wurde die Epidemie zum Anlass genommen, die Infrastruktur der Stadt zu verbessern. Wasser und Abwasserkanäle wurden gebaut, Strom- und Gasleitungen verlegt, 1875 eröffnete die erste Müllkippe der Stadt und die Müllabfuhr wurde eingeführt.
Seit 1857 führte auch die Eisenbahn in die Stadt, wobei die erste Station und ihr Gleisbett in die Nähe des Flusses gelegt wurden, damit begann ein Prozess, der den Fluss zunehmend aus dem Stadtbild verdrängte. In den 1870er Jahren wurden die ersten Straßenbahnen in der Stadt eingeführt. Erst noch mit Pferdebetrieb, ab dem 20.Jahrhundert dann elektrisch betrieben. Das Netz breitete sich schnell aus und damit begann eine räumliche Expansion der Stadt, denn nun war es für viele Porteños möglich, für einen günstigen Preis und in kurzer Zeit in die Innenstadt zu fahren, um dort zu arbeiten, während man am Rande der Stadt wohnte. Neue, entfernte Stadtteile wie Belgrano oder Flores konnten somit entstehen.
Immer neue Immigranten drangen nach Buenos Aires, fanden Arbeit und ließen die Wirtschaft stetig wachsen. Immer wieder warb sogar die Regierung um neue Arbeitskräfte, wobei man besonders an Mittel- und Nordeuropäer dachte, da man diese als besonders fleißig ansah. Der Reichtum der Stadt mehrte sich zunehmend und man dachte erstmals in Buenos Aires daran, repräsentative Bauten zu errichten, um insbesondere mit europäischen Städten mithalten zu können. In der Nachahmung europäisch-historistischer Baukunst sah man in Buenos Aires, die beste Möglichkeit die Stadt zu verschönern und ihren Reichtum und Fortschritt zu repräsentieren. Vorbild nahm man sich natürlich nicht am spanischen Kolonialreich, sondern an Paris, zusammen mit London, die Weltstadt der Jahrhundertwende. Dieser essentielle Unterschied zu anderen (süd-)amerikanischen Städten besteht auch heute noch (diese waren weit weniger europäisch geprägt). Der New Yorker Stadtbiograph James Gardener schreibt über Buenos Aires: „it feels invincibly, proudly, even polemically European.” (Gardener; S. 138). Dabei verdrängt das Neue jener Jahre auch die letzten Wurzeln des spanischen Kolonialen Erbes.
Mit dem Jahr 1880 und der Rolle als offizielle Hauptstadt Argentiniens kam ein weiterer Schub in die architektonische Verbesserung der Stadt, der von Paris aus in Mode gekommene Beaux-Arts Stil wurde gern und häufig verwendet um prächtige neue Bauwerke aufzustellen. Wichtig war den argentinischen Bauherren der erste Blick, nicht eine dahinter steckende Innovation der Bauten. Ein Beispiel für die Bedeutung der Außendarstellung bei gleichzeitiger Nachahmung europäischer Bauformen ist der Friedhof von Recoleta. Ähnlich strikt rechtwinklig wie die Stadt angelegt, repräsentieren die eng aneinander liegenden Grabbauten, mit ihren Nachahmungen des Historismus, des Jugendstils oder des Klassizismus die glorifizierten Familiengeschichten. Die Anlage wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und ist heute eine der Hauptattraktionen der Stadt und gilt als einer der eindrucksvollsten Grabstätten Amerikas.
Die zahlreichen Bautätigkeiten der Lebenden wurde insbesondere von einer sich herausbildenden Schicht der Oligarchen geprägt, die sich reich ausgestattete Villen errichten ließen. Auch hier war wieder Paris das Vorbild. Interessanterweise waren jedoch die argentinischen Häuser weitaus besser ausgebaut als ihre französischen Vorbilder, was insbesondere daran lag, dass ihre Ideale in Frankreich um 1860 gebaut wurden, die südamerikanischen Nachbauten aber 30-50 Jahre später. Ein Fahrstuhl, warmes Wasser und Stromanschluss wurden auch bald für die Mittelklasse zur gewünschten und auch bezahlbaren Wohnungsausstattung. Ein signifikanter Unterschied zwischen den neuen Häuserreihen in Buenos Aires und seinen europäischen Vorbildern ist allerdings die Zerstückelung von Straßenzügen. Eine einheitliche Traufhöhe, oder gar eine einheitliche Straßenästhetik war (und ist heute noch) kaum in der Stadt zu finden. Jedes Haus war ein eigenes Bauprojekt und die Straßen sind folglich die Abflogen von ganz unterschiedlichen Gestaltungsformen, die eine ganzheitliche Harmonie selten aufkommen lassen. Dieses Durcheinander ist in der DNA der Stadt verankert, die wie schon erwähnt eine Gründung im spanischen Kolonialreich ist. Die Stadtgründungen standen dabei alle unter der Prämisse gleichförmige Bauplätze zur Verfügung zu stellen, die individuell von den späteren Besitzern bebaut werden konnten. Dieses individuelle Element ist noch heute viel häufiger vorkommend, als eine gleichförmige Gestaltung von Straßenzügen. Einige Ausnahmen in Buenos Aires werden später noch besprochen. Durch die unterschiedlichen Höhen benachbarter Häuser, entstanden die sogenannten medianeras, graue Häuserseiten ohne Fenster. Diese entstehen, wenn unterschiedlich hohe Häuser in einer Reihe gebaut wurden, denn man kann sich nicht sicher sein, ob die Häuserwand des höheren Hauses nicht doch später mal von einem neuen Nachbarbauwerk zugebaut wird und die Fenster dann ihre Funktion verlören. Die medianeras sind ein typisches Merkmal von Buenos Aires. Eine weitere lokale Besonderheit sind die ochavas, die spezielle Formung der Eckgebäude Buenos Aires. Fast jedes Eckhaus hat eine Schrägkante, die einen 90 Grad Winkel vermeidet und stattdessen sich zur Kreuzung hin öffnet. Diese Eckgestaltung findet sich zwar auch in vielen anderen Städten, aber die Häufigkeit bzw. fast Ausschließlichkeit der ochavas in Buenos Aires ist markant.  

Die Stadt von Welt

Eine der einflussreichsten Menschen im Baugeschehen von Buenos Aires war Torcuato de Alvear, der Intendente der Stadt. Obwohl nur von 1883 bis 87 im Amt, leitete er eine ganze Reihe von Veränderungen ein. Eine davon war das Projekt, die Straßengitterstruktur der Stadt neu zu definieren. Dabei sollten einige Straßen verbreitert und zu großen Boulevards umgebaut werden und so eine Hierarchie im sonst gleichförmigen Gitter entstehen. Sowohl entlang der Ost-West Achse (mit Corrientes, Cordoba, Santa Fé) als auch der Nord-Süd Achse (mit  Callao und Pueyrredón) wurden boulevardartige Hauptstraßen verbreitert. Alvear ließ Plätze anlegen, Bäume pflanzen und lockerte damit zusätzlich das Gitter auf.
Mit der Planung seines größten Projekts, der Avenida de Mayo, vermachte er der Stadt eine spektakuläre und gleichzeitig symbolische neue Hauptstraße, wenngleich diese erst nach seinem Tode vollendet wurde. Sie sollte vom wichtigsten Platz der Stadt, dem Plaza de Mayo mit dem Sitz des Staatspräsidenten, der Casa Rosa, zwei Kilometer lang in gerader Linie (was zu erwarten war) zum Congresso, dem Sitz des Parlamentes verlaufen. Die beiden wichtigsten politischen Institutionen des Landes waren die Bindeglieder dieser Prachtstraße. Die Avenida de Mayo war die erste, vollkommen neue Straße, die in das Gitternetz der Stadt eingelassen wurde (zwischen Rivadavia und Yrigoyen, was man auch heute noch problemlos im Stadtplan erkennt). Zwischen 1885 und 1894 wurde sie angelegt, unter großen Protesten der dortigen Hausbesitzer, meistens jenen, die bei den Bodenspekulationen nichts gewannen. Entstanden ist ein 30m breiter Boulevard, damals die breiteste Straße im Land und ganz an den Pariser Boulevards orientiert, welche übrigens ebenso 30m breit sind. Im Unterschied zur restlichen Stadt war man hier auch an einer Uniformität der Häuser interessiert (alle sollten 25m hoch sein), um der Straße einer großen Harmonie zu verleihen.
Der Parlamentssitz, Palacio de Congreso, am Ende der Avenida del Mayo, wurde zum neuen Symbol des aufstrebenden Staates Argentiniens. Architekt Vittorio Meano inspirierte sich am Washingtoner Capital und ließ von 1896 bis 1905 einen auf große Symmetrie angelegten, gleichzeitig aber gewaltigen Bau schaffen, dessen Eigentümlichkeit es ist, gestreckt zu wirken  (in der Kuppel vielleicht am besten zu sehen).
Nicht nur die politischen Bauwerke jener Jahre hatten eine hohe Strahlkraft, die drei neuen Hauptbahnhöfe der Stadt; Retiro, Constitucion und Once zeigten ebenso den gestiegenen Anspruch ans Bauen in Buenos Aires. Nicht weniger als das Beste, das Opulenteste und Größte, war gut genug für Argentiniens Hauptstadt. Noch heute sind die Vorhallen und Querbahnsteige der Estacion de Retiro oder des Bahnhofes Constitucion beeindruckende Kathedralen des Transits. Ein neuer Botanischer Garten, ein Zoo und der Neubau des Opernhauses Colon waren weitere Vorhaben, die der Bedeutung der Stadt zur Weltstadt zur Geltung verhelfen sollten.
Größere Infrastrukturmaßnahmen folgten im beginnenden 20. Jahrhundert mit dem Bau einer U-Bahn, der Subte (eine Kurzform von „Subterráneo“ = „unterirdisch“). Als erste Metro der südlichen Hemisphäre wurde sie 1913 (und eine der ersten weltweit, noch vor Madrid oder Moskau), mit der Eröffnung der Linie A, eingeweiht. Die Streckenlänge der Subte war anfangs übersichtlich, denn erst 1930 wurde eine zweite Linie eröffnet, aber mit dem Bau einer eigenen U-Bahn war ein Zeichen gesetzt wurden, dass keine technische Innovation zu teuer war für Buenos Aires. Viel essentieller war der Ausbau des Hafens. Wobei es einen einheitlichen Hafen so nicht gab und auch heute nicht gibt, vielmehr existierten drei Häfen der Stadt. Heute sind nur noch der südlich in La Boca und Barracas gelegene Hafen und der Puerto Nuevo, nördlich der Retiro Station in Betrieb, was für jeden Besucher der Innenstadt schnell sichtbar wird, nicht weil die Hafenanlagen so herausragen, sondern weil eine schier endlose Menge an Lastwagen durch das Stadtzentrum fährt, um Container von einem Hafen zum anderen zu bringen. Ein dritter Hafen war der, direkt vor der Innenstadt angelegte Puerto Madero, dessen Bau bereits 1889 begann. Die riesige Anlage, die von Eduardo Madero geplant wurde, schnitt das Stadtzentrum endgültig vom Fluss ab. Vier große Becken mit Hafenanlagen wurden zwischen der Innenstadt und dem Rio de la Plata angelegt. Puerto Madero wurde nur bis in die 1960er hinein betrieben und wird seit einigen Jahren zu einem Wohngebiet für die obere Mittelschicht und Oberschicht umgebaut (mehr dazu unter: Hochhäuser in Buenos Aires).
 Ein für das heutige Buenos Aires noch prägendes Element ist das großflächige Anlegen von Grünanlagen um das Jahr 1900. War die Stadt bis weit ins 19. Jahrhundert hinein, eine fast baumlose Stadtlandschaft, so erstellte man zur Jahrhundertwende Parks in den unterschiedlichsten Größen und Formen. Eine der schönsten ist heute der Parque Tres de Febrero mit seinem japanischen Garten. In diesem Zusammenhang kann ebenso das elegante Hippodromo, die Pferderennbahn, genannt werden, die besonders den begüterteren Kreisen ein Vergnügen bereiten sollte.
Mit der zunehmenden Einwanderung veränderte sich die Struktur der Stadt. Verschiedene Stadtviertel differenzierten sich voneinander ab. Spanische Immigranten siedelten in anderen „barrios“ als Italienische oder wiederum russische Juden. Deren Zuzug macht Buenos Aires übrigens heute noch zur 7. größten jüdischen Gemeinde in der Welt (mit dem einzigen koscheren McDonalds außerhalb Israels, gelegen in der Abasto Mall, in der es noch zwei weitere McDonalds gibt!).
Erstaunlich ist bei dieser kulturellen Verschiebung der Stadt, das langsame Verschwinden der schwarzen Bevölkerung. Wie bereits erwähnt, machte diese um 1800 20-30% der Porteños aus. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sie vermehrt um den Plaza de la Independencía. Obwohl sie, anders als die indigenen Einwohner in Argentinien, nicht verfolgt wurden, waren sie niemals gleichberechtigte Bürger und tatsächlich wurde ihr Anteil an der städtischen Bevölkerung immer weniger. Warum dies der Fall ist, ist bis heute nicht aufgeklärt.
Ein sehr populäres Immigrantenviertel war La Boca, in der Nähe des Hafens, dass sich zu einem vorwiegend italienischen Arbeiterviertel entwickelte. Heute ist es eine Mischung aus sozialem Brennpunkt und Touristenziel, mit seinen buntbemalten Holzhäusern am Caminito, einem kleinen Weg in der Mitte des Viertel. Die bunte Bemalung der Holzhäuser ist ein Markenzeichen von La Boca und entstand wohl aus der Tatsache, dass lediglich Farbreste zum Anstreichen vorhanden waren und diese meist nicht für das ganze Haus ausreichten, so das unterschiedliche Seiten, verschiedene Farben hatten. Heute ist der Charme des Viertels an die kräftigen Besucherströme angepasst wurden. Zwischen dem Caminito und dem Stadion des Fußballclubs Boca Juniors, der Bombonera (übersetzt „der Pralinenschachtel“), kann der Besucher hier Souvenirs kaufen, Essen und Trinken gehen oder sich von Tangovorführungen unterhalten lassen. Gleichzeitig wird er aber gewarnt, nur in den drei, vier touristischen Straßenzügen zu bleiben (in welchen auch stets sichtbar Polizei patroliert), da die Kriminalitätsrate dahinter stark ansteigt. 
Buenos Aires, obwohl auch mit typischen Problemen seiner Zeit belastet, schien um 1910 vor einer glorreichen Zukunft zu stehen. Kaum eine Stadt expandierte mit so einer rasanten Geschwindigkeit, zog neue Menschen, aber auch Arbeit und Geld, an. 1906 war man zu einer Millionenstadt gewachsen und ein Ende des Zustroms war nicht abzusehen. Neue Prachtbauten, wie das allseits bewunderte Opernhaus Colón im Neo-Renaissance Stil, eröffneten im Abstand von wenigen Jahren und zum einhundertjährigen Jubiläum der Unabhängigkeit (1910) wurde sogar eine Weltausstellung in der Stadt abgehalten. Während in Europa die politischen Spannungen zum 1.Weltkrieg führten, träumte man in Argentinien von einer weiter florierenden Welt, in welcher man nicht mehr den Alten Kontinent nachahmen musste, um ihn zu überholen. Prominente und Gelehrte kamen nach Buenos Aires, eine Tatsache, die noch einhundert Jahre vorher undenkbar erschien, nimmt man Darwin 1832 aus der Zählung heraus, der aber seinerzeit nur ein Forschungsreisender auf der Durchreise war. Eine Literaturszene entstand ebenso, wie eine Kunstgemeinde. Mit dem Tango entstand eine eigene Kunstform, wenngleich sich Porteños und Einwohner von Montevideo endlos darüber streiten können, wer und in welcher Stadt der Tanz erfunden wurde. Von den Einheimischen gern angeführt wird, das mit Carlos Gardel, der mit drei Jahren nach Buenos Aires zog, die Stadt sicherlich einen, wenn nicht den, berühmtesten Tango-Sänger und Komponisten zum Sohn hat.
1913 beschloss man, einen großen Einschnitt in die Straßenstruktur der Stadt zu machen und das rechteckige Gitternetz in zwei Fällen aufzulösen. Vom Plaza de Mayo an sollten zwei Diagonale Straßenzüge wegführen, um damit neue Sichtachsen zu schaffen und gleichzeitig zwei neue Prachtstraßen zu gestalten. Bis 1943 dauerte der Ausbau der Straßenzüge, noch vermehrt im Stil des Beaux-Artes errichtet. Allerdings sind hier schon erste Probleme zu bemerken, denn die südlichen Diagonale wurde nie abgeschlossen und endet bereits drei Blocks nach dem Plaza de Mayo. Die nördliche Diagonale reicht bis zum Justizpalast und verbindet damit symbolisch eine weitere Stütze der Gesellschaft mit dem Hauptplatz der Stadt.
Im Jahr 1928 zählte Buenos Aires bereits 2 Millionen Einwohner. Die großen Flächen in den neuen Stadtteilen Belgrano und Flores (1887 eingemeindet) wurden nicht nur rasch zugebaut, sondern ebenso schnell verdichtet. Aufgelockerte Vororte sind in der Stadt Buenos Aires deshalb kaum zu finden. Innerhalb der Stadtgrenzen, welche jedoch nur 202km² ausmachen, ist durch Immobilienspekulation, industrieller Expansion, und insbesondere durch die Verbesserung der Nahverkehrsmittel, eine schnelle und vollständige Urbanisierung aufzufinden, die fast keine lockere Bebauung kennt. Generell blieb es bei der Einteilung, dass im Norden die finanziell reicheren Schichten wohnten, während man im Süden Industrie- und Arbeiterviertel vorfand.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Historismus als prägende Bauform vom Jugendstil und der Moderne abgelöst. Das erste Hochhaus der Stadt, der Palacio Barolo auf der Avenida de Mayo, erdacht von Mario Palantini wurde 1923 eröffnet und ist ganz im Stil des Jugendstil ausgeführt. Die Besonderheit liegt in seiner symbolischen Form, die in ihrer Struktur an der „Göttlichen Komödie“ von Dante anknüpft. Ebenso in diesem Stil zeigt sich der Abasto Großmarkt, der heute ein großes Einkaufszentrum ist. Mit dem Edificio Kavanagh bekam Buenos Aires nicht nur ein neues höchstes Haus, sondern auch ein Bauwerk, das bereits maßgeblich vom rationalen Denken der Moderne geprägt wurde.
Zum 400-Jahrestag der Anlandung Pedro de Mendozas wurde ein 67m hoher Obelisk an der Stelle gebaut, an der 1812 die erste Argentinische Flagge aufgezogen wurde. 1936 fertiggestellt sollte der Obelisk schon drei Jahre später wieder abgerissen werden. Nur das Veto des Intendenten der Stadt bewahrte das Bauwerk vor seiner Zerstörung. Heute ist es ein Wahrzeichen der Stadt.

Weltstadt als Traum – Buenos Aires von 1930 bis 2000

1930 wurde der fast schon 80-jährige Präsident Hipólito Yrigoyen, durch einen Militärputsch gestürzt (eben jener Yrigoyen der 1919,  in der sogenannten Semana Trágica, einen Arbeiteraufstand blutig niederschlagen ließ). Fünf weitere Staatsstreiche sollten bis 1976 folgen und das Land immer wieder erschüttern. Argentinien war schon in den Dekaden vor 1930 keine wirklich stabile Demokratie (wie fast kein Land zu jener Zeit), aber durch die zahlreichen gewaltsamen Machtwechsel in den nächsten Jahrzehnten stagnierte die damals  achtgrößte Volkswirtschaft der Welt mitsamt ihrer Hauptstadt zunehmend. Statt andere Städte der Welt in Rang und Schönheit zu überholen, wurde man selbst überholt. Politische Extremisten verübten Anschläge. Regime ließen verhaften, foltern und töten. Besonders bekannt ist noch heute die Militärjunta, die 1976 an die Macht kam. Ihre Methoden der „vuelo de la muerte“ in denen Verdächtige lebend aus dem Flugzeug in den Rio de la Plata geworfen wurden, ist ein trauriger Höhepunkt, in einer von traurigen Geschehnissen reichen Geschichte der Stadt und des Landes von 1930 bis 1980. 
Das Bauwerk des 20. Jahrhunderts in Buenos Aires ist kein Haus, sondern eine Straße; die Avenida  9 de Julio, die Nord-Süd Tangente, die so breit ist, dass sie die Stadt in zwei Teile zu schneiden scheint. Von 1934 bis 1980 wurde an ihr gebaut. Sie ist genau einen Block, des ursprünglichen Straßengitters, breit und wird von den Porteños gern als die breiteste Straße der Welt vorgestellt. Trotz dieser Dimensionen ist sie jedoch ein häufiger Gastgeber für Staus und ein urbanistischer Fehlgriff des Autozeitalters. Fußgänger haben keinerlei Möglichkeit, sie in einer Grünphase zu überqueren und trennt sie die Innenstadt in zwei Teile auf. Es gibt Stimmen, welche die Avenida für die größte Bausünde in der Stadt halten. 
Architektonisch erreichte die Moderne natürlich auch Buenos Aires. In der Regierungszeit Juan Peróns wurde der soziale Wohnungsbau beispielsweise mit der Ciudad Evita (nach seiner zweiten und sehr populären Frau benannt) gefördert. Dabei wurden auch Elemente der monumentalen Architektur verwendet, wie beim Bau der Juristischen Fakultät der Universität.
Schon 1947 erreichte die Einwohnerzahl innerhalb der Stadtgrenze drei Millionen Bewohner, eine Zahl die auch sich nicht mehr steigern ließ und seit dem ungefähr gleich blieb. So entstand die masive Besiedlung der Vorstädte, teilweise mit relativ eintönigen Wohn-Hochhäuser. Neue Straßenbahn- und Eisenbahnlinien zogen schnell neue Hausbauten an, die sich immer weiter in den Umkreis der Stadt verlagerten und so entstand der Ballungsraum Gran Buenos Aires, der 1960 bereits 6,7 Millionen Einwohner hatte. Innerhalb dieses Gebietes, in der Nähe der Stadt Eizeiza ließ man in den 1940er Jahren einen neuen Flughafen bauen, der damit rund 30km außerhalb des Stadtzentrums lag. In der Stadt wurde ein zweiter Flughafen gebaut, der Aeroparque, der nur wenige km nördlich des Retiro Bahnhofs liegt.
In den 1960er Jahren verordnete sich Buenos Aires das Aussehen einer modernen Großstadt, was nichts anderes bedeutete, dass man Hochhäuser zwischen dem Plaza de Mayo und Retiro Bahnhof bauen ließ. Im neuen Gebiet „Catalinas Norte“ wuchs 1957 mit dem Edificio Alas das erste und damals höchste Hochhaus der Stadt. Das Alas schaut tatsächlich jedoch wie ein Wolkenkratzer der 1930er Jahre aus. Der Ausbau der neuen Skyline kam in den 1960/70er Jahren voran, stoppte dann aber bis Mitte der 1990er Jahre, war aber niemals nur auf Catalinas Norte begrenzt. Nach der Schließung des Hafens Puerto Madero wird seit einigen Jahren dort ein neues Wohngebiet umgesetzt, was die benachbarten Hochhäuser von Catalinas Norte sogar noch übertrifft (siehe dazu auch: Hochhäuser in Buenos Aires).
1983 wurde die seit 1976 herrschende Militärjunta durch den demokratisch gewählten Präsidenten Raúl Alfonsín abgelöst. Diese bis heute andauernde demokratische Epoche ist gekennzeichnet von vielen Auf und Abs. Wirtschaftlichen Hochphasen (in den 1980er und 90ern) folgten tiefe Depressionen (1998 bis 2003 sowie gegenwärtig). Politische Instabilitäten sind trotz zweier verheerenden Bombenattentate auf jüdische Ziele 1992 und 1994 glücklicherweise selten. Im letztgenannten Jahr wurde der Status der Stadt geändert und ihr mehr Rechte verliehen. Weitere zwei Jahre später, wurde eine städtische Verfassung angenommen, nach welcher die Stadt sich wieder selbst regieren kann. Fernando de la Rúa wurde zum ersten Bürgermeister von den Porteños gewählt, später wurde er Präsident Argentiniens (wie auch der heutige Amtsinhaber Mauricio Macri, der erst Präsident des Fußballclubs Boca Juniors war und später Bürgermeister der Stadt). Der Bürgermeister regiert jedoch nur die Stadt, die offiziell Ciudad Autónoma de Buenos Aires heißt mit ihren 2,8 Millionen Einwohnern auf nur 202km². Der sich angrenzende Ballungsraum Gran Buenos Aires wächst weiter und zieht sich heute rund 100km entlang des Flusses Rio de la Plata entlang, bei einer Breite von rund 40km und hat rund 13 Millionen, womit man zu den drei größten Städten Südamerikas gehört und wo rund ein Drittel aller Argentinier leben.     

Buenos Aires heute

Das heutige Buenos Aires gilt als eine der sichersten und reichsten Städte Südamerikas. Insbesondere im nördlichen Teil der Stadt, sind die Unterschiede zu europäischen Metropolen kaum zu bemerken. Das ändert sich aber deutlich, wenn man durch die Innenstadt in Richtung Süden kommt. Buenos Aires kann seine armen Ecken dann kaum verstecken. Slums sind auch in Buenos Aires anzutreffen. Gleich hinter dem Bahnhof Retiro, dehnt sich etwas versteckt ein dichtbebautes Armenviertel zum Hafen Puerto Novo aus, in welchem unter bescheidensten Bedingungen rund 40.000 Menschen leben. Bedenkt man das nur rund 15min Fußweg später der prächtige neue Stadteil Puerto Madero wächst, der reiche Porteños anziehen soll, kann man sagen, das Buenos Aires heute durch die großen Gegensätze zwischen Arm und Reich geprägt ist, einen Zustand der nicht nur von Papst Franziskus angeprangert wird, der aus dem Arbeiterstadtteil Flores stammt und viele Jahre in der Kathedrale der Stadt predigte. Und so gibt es in Buenos Aires den Ausdruck „muy primer mundo“ (in etwa: „sehr erste Welt“), um etwas technisch hochmodernes, geschmackvolles oder teures zu bezeichnen, ein Ausdruck der schon verrät, dass man hier irgendwie nicht ganz in der 1.Welt lebt, denn dort ist es eben eine Selbstverständlichkeit, die nicht erwähnt werden muss. Es scheint vielmehr Teil des kollektiven Bewusstseins der Porteños zu sein, in einer Melancholie zu leben, einstmals bedeutsamer, wohlhabender und schöner gewesen zu sein.  

Fußball in Buenos Aires

Fußball ist der weltweit populärste Sport, das ist ein Gemeinplatz. Umso mehr ist man in verschiedenen Städten bestrebt, den eigenen oder gar die eigenen Klubs, als die besten der Welt darzustellen und sich damit als Fußballhauptstadt der Welt zu präsentieren. Besonders europäische Städte tun sich dabei gern hervor, seien es nun Manchester, Mailand oder Madrid, Glasgow, Barcelona, London oder Lissabon. Es gibt viele Gründe, die eine oder andere Stadt hervorzuheben und sicherlich gibt es noch viel mehr Städte, welche für den Fußballfan von Welt, ein hervorragendes Ziel darstellen.
Buenos Aires jedoch scheint im Grunde jede europäische Stadt – und eigentlich jede andere Stadt ebenso – fußballerisch in den Schatten zu stellen. Natürlich, so könnte man als stolzer Europäer einwenden, liegt Buenos Aires in Südamerika und die argentinische Liga hat nicht die Qualität wie die europäischen Topligen in Spanien, England oder Deutschland, aber immerhin muss man feststellen, dass beim letzten Finalspiel einer Fußballweltmeisterschaft (2014) zum Anstoß der Partie 6 Spieler auf dem Platz standen, die ihr Profi-Debüt bei einem Klub aus Buenos Aires gaben (zwei davon wurden sogar in Buenos Aires geboren). Aber auch die Erfolge der Klubmannschaften sind gewaltig: 20 von 57 Titeln der Copa Libertadores, der südamerikanischen Champions League (auch hier muss man bemerken, dass die europäische Variante etwas hochwertiger ist), gingen an Mannschaften aus Buenos Aires. Den Weltpokal, also das Duell der besten Mannschaften der Kontinente, wurde achtmal in die argentinische Hauptstadt geholt, was einer 20% Quote entspricht. Selbstverständlich ist es da schon fast, dass die argentinische Liga von Mannschaften aus Buenos Aires dominiert wird. Wobei hier gleich eine kleine Einschränkung gemacht werden muss. Buenos Aires wird in diesem Artikel als das Ballungsgebiet Gran Buenos Aires betrachtet, dem urbanen Großraum von 12 Millionen Einwohnern, der die eigentliche Hauptstadt Ciudad Autónoma de Buenos Aires und die Vorstädte mit einschließt (von oben, oder mit dem Stadtplan betrachtet, ist Gran Buenos Aires sowieso nur ein großes Gebilde).
Hier trifft man auf 14 Stadien, die ein Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern und mehr haben. In der ungewöhnlich großen argentinischen Liga, der Primera Division, bestehend aus 30 (!) Mannschaften (die jeweils nur ein Spiel gegeneinander austragen + eines einzigen Rückspiels gegen den Erzrivalen, somit kommt man auf 30 Spieltage) kommen 16 Teams aus Gran Buenos Aires und die größten fünf Traditionsvereine des Landes sind natürlich auch alle von dort (River Plate, Boca Juniors, Racing, Independiente und San Lorenzo). In der folgenden ausführlichen Liste sind die wichtigsten Vereine der Stadt aufgeführt, geordnet nach Erfolgen (hier nach argentinischen Meisterschaften, wobei man bedenken muss, dass es zeitweise zwei Meisterschaften pro Jahr im argentinischen Fußball gab). Gern würde ich auch angeben, wie populär die Vereine bei Stadionbesuchern sind, aber eine Angabe der durchschnittlichen Stadionbesucher scheint in Argentinien nicht geführt zu werden und lässt sich so leider nicht verlässlich angeben.

Verein Gegründet Wichtigste Erfolge Stadion
River Plate (aus Núñez bzw. Belgrano in NW von BA; Kurzform: CARP) 1901 36xMeister
1xCopa Argentina
3xCopa Libertadores
1xWeltpokal
1xCopa Sudamericana
2xRecopa
1xSupercopa Sudamericana
Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti; 62.000 Plätze; eröffnet 1938, letzter Umbau: 2013; Stadion hat weithin sichtbare runde Kreisform und ist das größte Stadion des Landes
Bemerkungen: River Plate ist Argentiniens populärster Verein, Rekordmeister und hat das größte Stadion im Lande. Die Duelle gegen den Erzrivalen Boca Juniors gelten als „Superclásico“ und werden im ganzen Lande verfolgt (eine Karte im freien Verkauf für dieses Spiel wurde mir für 250€ angeboten!). Das Spiel gehört zu den prestigereichsten Derbys des Weltfußballs. Der Spitzname des Klubs ist „Los Millionarios“ da der Club schon in den 1930er Jahren sehr finanzkräftig war. Er dient heute auch zur Abgrenzung gegenüber dem Rivalen Boca Juniors aus dem armen Stadtteil La Boca. Gegründet wurde River Plate aber in La Boca, zog jedoch 1938 in den Norden der Stadt nach Núñez bzw. Belgrano (wo das Stadion steht) um. 1909 soll es ein inoffizielles Spiel gegen die Boca Juniors gegeben haben, der Gewinner durfte weiterhin die Farben Rot-Weiß tragen. Offensichtlich gewann River das Spiel, denn auch heute noch trägt man ein weißes Shirt mit quer liegendem rotem Strich. Bemerkenswert ist der Abstieg 2011 aus der höchsten argentinischen Fußballliga (nach 80 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit!), verbunden mit dem sofortigen Wiederaufstieg, sowie 2014 dem Gewinn der Copa Sudamerikana (vergleichbar der Europa-League), der argentinischen Meisterschaft und ein Jahr später dem Gewinn der Copa Libertadoras.
Boca Juniors
(aus La Boca im S von BA; Kurzform: CABJ)
1905 31xMeister
3xCopa Argentina
6xCopa Libertadores
3xWeltpokal
2xCopa Sudamericana
4xRecopa
1xSupercopa Sudamericana
Estádio Alberto J. Armando oder im Volksmund“ La Bombonera“ (=die Pralinenschachtel); 57.395 Plätze; 1940 eröffnet, letzter Umbau 1996, durch Platzmangel hat eine Gerade nur eine sehr kleine Tribüne mit VIP-Plätzen
Bemerkungen: Die Boca Juniors gelten als der Arbeiterverein Argentiniens und folgen in der nationalen Beliebtheit gleich an 2.Stelle hinter River Plate (es gibt auch Statistiken die das Gegenteil behaupten!). Die Boca Juniors sind mit 17 internationalen Titeln hinter Real Madrid und dem AC Mailand eine der erfolgreichsten Vereine der Welt überhaupt. Gegründet wurde der Verein 1905 von Einwohnern von La Boca, hauptsächlich Immigranten aus Genua, noch heute nennen sich die Fans „Xeneizes“, was als „Bewohner Genuas“ übersetzt werden kann. Da man das Entscheidungsspiel um die Vereinsfarben gegen River Plate verlor, entschied man sich danach gelb und blau zu tragen, die Legende besagt, dass man sich von einem schwedischen Schiff, dass im Hafen lag, inspirieren ließ. Bocas wohl bekanntester Spieler war Diego Maradona, der hier aber nur 1981/82 und von 1995 bis 97 spielte.
Racing Club
(aus dem Vorort Avellaneda S von BA)
1903 17xMeister
1xCopa Libertadores
1xWeltpokal
1xSupercopa Sudamericana
Estadio Presidente Perón auch genannt „El Cilindro“ (= der Zylinder) oder „El Coliseo“ (Das Kolosseum); 51.389 Plätze; 1950 eröffnet, Renovierung 1995-97
Bemerkungen: Der Racing Club aus Avellaneda gewann 15 seiner 17 Meisterschaften in zwei großen Glanzperioden, zwischen 1913 und 25 und 1949 und 66. Es war der erste argentinische Verein, der den Weltpokal gewinnen konnte. In den 1980er Jahren stieg man für 2 Jahre in die 2.Liga ab und 1999 musste man Konkurs anmelden und wurde als erster argentinischer Verein in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt. Racings Hauptrivale ist Independiente, dessen Stadion nur 300m Luftlinie entfernt liegt. 1967 (nach dem Gewinn des Weltpokals von Racing) sollen Fans von Independiente sieben schwarze Katzen im Stadion Presidente Perón vergraben haben, um Racing Unglück zu bringen. Tatsächlich dauerte es bis 2001, als erstmals wieder eine Meisterschaft gewonnen wurde. Im gleichen Jahr wurde angeblich der letzte Kadaver der Katzen ausfindig gemacht. Racing war übrigens die erste Trainerstation von Diego Simeone.
CA Independiente (aus dem Vorort Avellaneda S von BA; Kurzform: CAI) 1905 16xMeister
7xCopa Libertadores
2xWeltpokal
1xCopa Sudamericana
2xSupercopa Sudamericana
1xRecopa
Estadio Libertadores de América , bekannt auch als „La Doble Visera“ (das Doppelvisier); 50.655 Plätze; eröffnet 1928, 2006 Abriss und bis 2009 kompletter Neubau
Bemerkungen:  CA Independiente ist der Rekordgewinner der Copa Libertadores, in den 1960/70er Jahren feierte man sechs Titelgewinne, wobei die „roten Teufel“ für ihre raue Gangart bei den Gegnern gefürchtet waren. Gegen den Erzrivalen Racing Club spielt man das Avellaneda-Derby aus, nach dem Superclásico, das zweitwichtigste Derby Argentiniens, bei dem Independiente bisher mehr Spiele gewinnen konnte als Racing. Leider sind damit auch gewalttätige Ausschreitungen verbunden, wie 2006, als Independiente Fans im Stadion von Racing randalierten, was dazu führte, dass im argentinischen Fußball keine Auswärtsfans mehr zugelassen werden. Independiente ist der Heimatverein von Sergio Agüero.  
San Lorenzo de Almagro
(aus Almagro in der geografischen Stadtmitte von BA; Kurzform: ASLA)
1908 15xMeister
1xCopa Libertadores
1xCopa Sudamericana
Estadio Pedro Bidegain auch bekannt als „El Nuevo Gasómetro“; eröffnet 1993; 43.494 Plätze 
Bemerkungen: Der CA San Lorenzo de Almagro wurde 1908 im Stadtteil Almagro gegründet und zu Ehren des Priesters Lorenzo Massa benannt, da dieser Fußballspiele im Hinterhof seiner Kirche erlaubte. Im Jahr 1946 tourte der Verein über die iberische Halbinsel und hinterließ dort einen großartigen Eindruck. Ende der 1960er Jahre und in den frühen 1970er Jahren war die Mannschaft bestimmend in der argentinischen Liga, gewann vier Meisterschaften und bekam den Spitznamen „Los Matadores“, wobei noch weitere Bezeichnungen wie: El Ciclón oder Los Santos de Boedo gern verwendet werden. Den Glanzzeiten folgten aber schwierige Jahre, 1979 musste das Stadion „El Gasómetro“ verkauft und abgerissen werden, erst 1993 konnte man ein Neues bauen, dass im angrenzenden Stadtteil Nueva Pompeya liegt. Der Erzrivale von San Lorenzo ist Huracán.
Vélez Sársfield
(aus Liniers im W von BA)
1910 10xMeister
1xCopa Libertadores
1xWeltpokal
1xSupercopa Sudamericana
1xRecopa
Estadio José Amalfitani auch bekannt als  „El Fortín“; eröffnet 1951; Renovierung 1978; 49.540 Plätze; auch Heimspielort der argentinischen Rugby-Nationalmannschaft
Bemerkungen: Der Verein wurde nach Vélez Sársfield benannt, einem Stadtteil, der wiederum den Namen eines Anwalts und Politikers trägt, der das bürgerliche Gesetzbuch des Landes verfasste. Interessanterweise liegt das Vereinsgelände aber heute im Stadtteil Liniers, der etwas weiter südlich liegt. Vélez wichtigster Rivale ist Ferro Carril Oeste gegen die man den „Clásico del Oeste“ spielt, was aber seit 2000 wegen des sportlichen Abstiegs des Gegners nicht mehr ausgetragen wurde. Eine Vereinslegende von Vélez ist José Luis Chilavert, der torgefährlichste Torhüter der Welt, der mehr als 60 Tore in seiner Karriere erzielte.
CA Huracán
(aus Parque Patricios S der Innenstadt von BA)
1908 5xMeister
1xCopa Argentina
Estadio Tomás Adolfo Ducó; 48.314 Plätze; erbaut 1948; Stadion steht unter Denkmalschutz
Bemerkungen: Huracán war insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein erfolgreicher Fußballverein. Der große Alfredo Di Stéfano wurde mit 18 Jahren von River Plate an Huracán ausgeliehen, wo er seine erste volle Profisaison spielte. 2014 gelang dem Club eine Wiederkehr auf die Erfolgsspur, als man den argentinischen Pokal gewann.
Argentinos Juniors
(aus La Paternal im W von BA)
1904 3xMeister
1xCopa Libertadores
Estadio Diego Armando Maradona; 24.800 Plätze; eröffnet 2003
Bemerkungen: Die Argentinos, wie der Verein aus La Paternal genannt werden (ein weiterer Spitzname ist „El Bicho“), sind ein erst in jüngerer Vergangenheit ein erfolgreicher Club, wobei insbesondere ihre Jugendarbeit herausragend ist, denn hier lernten Diego Maradona, Juan Román Riquelme, Esteban Cambiasso oder Fernando Redondo das Fußball spielen.
CA Lanús
(aus dem Vorort Lanús; S von BA)
1915 2xMeister
1xCopa Sudamericana
1xCopa Conmebol
 Estadio Ciudad de Lanús – Néstor Díaz Pérez; 47.027 Plätze; 1929 eröffnet, letzte Renovierung 2003
Bemerkungen: Nach großen finanziellen Schwierigkeiten Ende der 1970er Jahre, wurde der Verein um die Jahrtausendwende erfolgreich und gewann 1996 die Copa Conmebol, den damals zweitwichtigsten Wettbewerb in Südamerika. In den letzten Jahren folgten noch zwei Meisterschaften und eine Copa Sudamericana, dem heutigen zweitwichtigsten internationalen Cupwettbewerb in Südamerika. Erzfeind ist der heute eher unbedeutende Club CA Talleres.
Quilmes AC
(aus dem Vorort Quilmes SO von BA)
1887 2xMeister Estadio Centenario Dr. José Luis Meiszner; 30.200 Plätze; eröffnet 1985
Bemerkungen:  Quilmes AC ist einer der ältesten Fußballvereine der Welt. Gegründet von britischen Einwanderern als Rovers Club wurde er 1900 zum Quilmes Athletic Club umbenannt (erst seit 1950 wurde dies in den spanischen Namen Atlético Club umgewandelt). Der Verein hört auch auf den Spitznamen „El Cervecero“ (=der Braumeister) und trägt damit dem langjährigen lokalen Sponsor des bekanntesten argentinischen Biers Rechnung.
Arsenal F.C.
(aus dem Vorort Avellaneda S von BA)
1957 1xMeister
1xCopa Argentina
1xCopa Sudamericana
Estadio Julio Humberto Grondona; 18.300 Plätze; 1964 erbaut, 2004 renoviert
Bemerkungen: Alle Erfolge des Vereins stammen aus den letzten 10 Jahren. Der Vereinsname ist eine Reminiszenz an den Londoner Club Arsenal.
CA Banfield
(aus dem Vorort Banfield S von BA)
1896 1xMeister Estadio Florencio Sola; 34.901 Plätze, eröffnet 1940, renoviert 2006
Bemerkungen: Als Cricketverein gegründet, erst ab 1900 mit Fußballmannschaft. Über die Jahrzehnte eher eine Fahrstuhlmannschaft zwischen erster und zweiter Liga, gelang 2009 die erste Meisterschaft im Torneo Apertura. 
           

 

Buenos Aires

Urban facts Buenos Aires | Geschichte Buenos Aires | Fußball in Buenos Aires | Hochhäuser in Buenos Aires

Die Hauptstadt Argentiniens ist das unumstrittene Herz und Zentrum des Landes und eine der größten Städte Südamerikas. Mit rund 12 Millionen Einwohnern im Ballungsraum, was rund ein Viertel aller Argentinier sind, gehört Buenos Aires zu den größten Städten Südamerikas. Von ihrer Erscheinung her wird sie aber nicht zwangsläufig als südamerikanische Stadt gesehen, sondern es werden insbesondere ihre europäischen Formen unterstrichen. Tatsächlich wird die Stadt auch als das „Paris des Südens“ bezeichnet. Und wie Paris mit seinen von Hausmann erdachten prächtigen Boulevards, strahlt auch der Glanz des Reichtums über Buenos Aires. Allerdings scheint dieser Glanz zu verblassen und heute ist er eingebettet in eine Nostalgie, die parallel zum modernen Buenos Aires zu verlaufen scheint, in welchem Hochhäuser aus dem Boden schießen. Buenos Aires kann man ansehen, dass es um 1910 herum, als man die 100-jährige Unabhängigkeit von Spanien feierte, (fast) eine der bedeutendsten Städte der Welt war. Man sah sich damals selbst als (vielleicht erster) Verfolger von Paris. Aus vielen Ecken scheint die Stadt zu rufen; schau wie groß und stolz ich einmal war (als Dresdner ist man solch einer Nostalgie mehr als zuträglich) und das obwohl Buenos Aires kein signifikantes Bauwerk von Weltruhm hervorbrachte.


Viele Städte erleben schlimme Einschnitte; Kriege, Zerstörung, Entvölkerung. Buenos Aires jedoch nicht. Vielmehr waren es politische Unstabilitäten, die das Land Argentinien und seine Hauptstadt von den Spitzenplätzen verdrängten. In der Zeit von 1930 bis 1976 gab es sechs Putsche! Drei Militärdiktaturen entstanden daraus und selbst die demokratischen Zeiten waren nicht geprägt von Ruhe und wirtschaftlichem Wachstum. Heute liegt daher so etwas wie eine Staubschicht über den goldenen Zeiten rund 20 Jahre vor und nach dem Jahrhundertwechsel von 1900. Diese Epoche prägte die Stadt und macht auch heute noch wesentlich ihr Bild aus, aber würden nicht überall Hochhäuser aus dem Boden schießen könnte man das Gefühl haben, die Zeit würde hier etwas langsamer den Rio de la Plata herunter fließen als anderswo auf dem Planeten.
Diese Flussmündung ist bemerkenswert und zwar in mehrerer Hinsicht. Zum einen bildet der Paraná – etwas nordwestlich der Stadt – das breiteste Mündungsgebiet der Welt (die andere Küstenseite in Uruguay ist nicht sichtbar). Der Fluss wechselt hier seinen Namen und heißt im folgenden Rio de la Plata, Silberfluss, so wie Argentinien (ableitend vom lateinischen Wort „argentum“) ebenfalls dem Silber huldigt. Jedoch ist dies mehr mit großen Erwartungen der Siedler aus der Alten Welt verbunden, als mit tatsächlichen Beständen des Metalls, den wirklich gefunden wurde es weder in der Stadt noch im Land. Der Fluss jedoch war so etwas wie die Existenzberechtigung und der Wachstumsmotor der Stadt, war doch sein Hafen der Quell seines späteren Wohlstandes. Heute scheint Buenos Aires etwas weggerückt vom Rio de la Plata zu sein, denn er ist verbaut und nur schwer zu sehen, er scheint im Stadtbild keine Rolle zu spielen. Vielmehr sprießen Hochhäuser an den unterschiedlichsten Stellen in Richtung Himmel. Zwar fehlt es Buenos Aires an wirklich hohen Wolkenkratzern und doch ist sie durch und durch eine Hochhausstadt, wobei diese für das Aussehen der Stadt keine so große Bedeutung haben wie in anderen Metropolen.
Nicht zu vergessen ist Buenos Aires kurze, aber äußerst spannende Geschichte, nicht nur weil die Stadt gleich zweimal gegründet wurde, um die folgenden fast 250 Jahre mehr oder weniger bedeutungslos zu sein und danach die größte Stadt Südamerikas zu werden mit dem Anspruch Weltstadt zu sein (dazu ausführlich eine Geschichte der Stadt). Kulturell ist die Stadt bei fast jedem mit dem Tango verbunden, der hier erfunden worden sein soll (die Bestimmung des wirklichen Ursprungsortes ist die Quelle unendlicher Diskussionen) aber Buenos Aires ist auch eine Stadt des Fußballs, vielleicht sogar die Welthauptstadt, dieses am meisten verfolgten Sports der Erde. 

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